Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront  (Gelesen 314295 mal)

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #405 am: 10.07.15 (09:55) »
Werner Schering erhielt den PLM am 3. September 1918 als Major und Kommandeur Reserve-Infanterieregiment 55 / 220. Infanteriedivision

Auch diese Verleihung erfolgte für die Zweite Schlacht von Bapaume.

Aus dem Verleihungsvorschlag:

"...
Major Schering ist vom XVIII. Armeekorps zum Kommandanten von Bapaume ernannt worden mit dem ausdrücklichen Befehl, die Stadt unter allen Umständen zu halten. Mit bereits stark zusammengeschossenen Kräften hat Major Schering am 24., 25. und 26. August wiederholte schwere feindliche Tank- und Infanterieangriffe abgeschlagen und seine bastionsartig in den Feind hineinragende Stellung restlos gehalten. Am 26. August abends war der Feind im Rücken von Bapaume durchgebrochen; unerschüttert hielt das Regiment Schering seine Stellung. Am 27. und 27. August stellte der Feind unter dem Eindruck seiner Mißerfolge die Infanterieangriffe gegen die Stadt ein und begnügte sich damit, sie dauernd unter schwerstem Feuer zu halten. Als Major Schering am 28. August abends auf höheren Befehl seine Stellung räumte, hatte er keinen Fußbreit Boden verloren. Dieser große Erfolg ist in erster Linie der hervorragenden Tatkraft und dem persönlichen Einfluß des Majors Schering zu verdanken, der in den kritischsten Lagen seine Person rücksichtslos eingesetzt hat."
« Letzte Änderung: 10.07.15 (10:03) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #406 am: 21.07.15 (00:07) »
Karl Willweber erhielt den PLM am 3. September 1918 als Leutnant d.R. und Kompanieführer im 2. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision

Willweber war bei Kriegsbeginn noch Unteroffizier gewesen und zeichnete sich während des Krieges mehrfach ganz besonders aus. Die Verleihung des PLM erfolgte dann für eine Tat in der am 17. August 1918 beginnenden Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne.

Leutnant Willweber hielt mit seine Kompanie den schwierigsten Teil des Regimentsabschnitts, gegen den schwere französische Angriffe anbrandeten. Mit vorbildlicher Ruhe und Umsicht organisierte Willweber die Verteidigung. Der erste Angriff konnte restlos abgeschlagen werden. Dann ergriff Willweber, scharfen taktischen Blick beweisend, die Initiative und stieß mit seiner Kompanie in den vom Angriff ermüdeten Feind hinein. Er eroberte im Sturm die heißumstrittene Malhotel-Ferme, die er gegen mehrere feindliche Gegenangriffe hielt. Dabei wurde der Leutnant am Kopf verwundet, aber er behielt die Führung über seine Kompanie. Es war dies bereits die fünfte Verwundung für Willweber während des Krieges. Mit seiner Tat hatte Willweber einen für den nächsten Tag geplanten Angriff seines Regiments auf die Ferme illusorisch gemacht und er wurde zum PLM eingereicht.


Karl Willweber war damit nun der achte Offizier im untersten Rang, der für die Kämpfe an der Westfront den PLM erhielt.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #407 am: 21.07.15 (23:38) »
Siegfried Graf zu Eulenburg erhielt das Eichenlaub zum PLM am 4. September 1918 als Major und Kommandeur 1. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 15. Juli 1918 beginnende letzte deutsche Angriffsschlacht beiderseits Reims, die "Operation Marneschutz". Die Verleihung an Major zu Eulenburg ist damit die letzte Eichenlaubverleihung an der Westfront für eine deutsche Angriffshandlung.

Aus dem Verleihungsvorschlag:

"Nach dem Übergang über die Marne am 15. Juli 1918 begannen schon am folgenden Tage die durch schwerstes Feuer vorbereiteten Gegenangriffe frischer französischer Divisionen. Vor der Front des 1. Garde-Regiments wurden sie restlos abgewiesen. Der linke Flügel der rechten Nachbardivision wurde von einem starken feindlichen Angriff gerade in dem Augenblick einer Frontverlegung getroffen und eingedrückt. Der Gegner lag dicht vor den das Marnetal von Süden beherrschenden Höhen und gefährdete die rechte Flanke des 1. Garde-Regiments auf das ernsteste. Da führte Major Graf Eulenburg nach persönlicher Erkundung im schwersten Feuer seine letzte Reserve, das nur noch aus zwei Kompanien bestehende I. Bataillon, zum Gegenangriff gegen die Flanke der Einbruchsstelle vor. Durch rasches Zufassen wurde die Lage wiederhergestellt und der Gegner von den Marnehöhen zurückgeworfen. Ihre Besetzung hätte die Lage der südlich der Marne stehenden Truppen verhängnisvoll gestaltet. Major Graf Eulenburg hat durch sein schnelles, tatkräftiges Eingreifen dem Kampfe eine zu unsern Gunsten entscheidende Wendung gegeben."


Für die Kämpfe an der Westfront wurden insgesamt 6 Regimentskommandeure mit dem Eichenlaub zum PLM ausgezeichnet. Von ihnen war Major Siegfried zu Eulenburg der Rangniedrigste. Er war auch Träger des Verwundetenabzeichens in Gold !!
« Letzte Änderung: 21.07.15 (23:44) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #408 am: 22.07.15 (04:38) »
Albert von Mutius erhielt den PLM am 4. September 1918 als Generalleutnant und Kommandeur der 17. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise (8. - 18. August 1918), in der sich die 17. Reservedivision stets geordnet zurückziehen und alle Feindangriffe abwehren konnte. Dies war der Führung von Generalleutnant von Mutius zu verdanken.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #409 am: 22.07.15 (22:41) »
Franz Graf von Magnis erhielt den PLM am 4. September 1918 als Oberstleutnant und Kommandeur  Kavallerieschützenkommando 11 / Garde-Kavallerieschützendivision

Die Verleihung erfolgte für die am 17. August 1918 beginnende Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne, in der Oberstleutnant von Magnis mit seinem Kommando, das aus dem Leib-Kürassierregiment, dem Garde-Kürassierregiment und dem Dragonerregiment 8 bestand, in 20tägigen Kämpfen 16 schwere feindliche Infanterie- und Tankangriffe abweisen und die ihm anvertrauten Stellungen restlos behaupten konnte. Er selbst wurde dabei am 2. September 1918 verwundet.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #410 am: 23.07.15 (23:12) »
Erich Brückner erhielt den PLM am 4. September 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 175 / 36. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims.

Major Brückner hatte sich schon in der am 15. Juli 1918 beginnenden Angriffsschlacht beim Übergang über die Marne ganz besonders auszeichnen können. Er hatte in einer kritischen Situation, selbst in vorderster Linie kämpfend, die Höhe 219 erstürmt. In der folgenden Abwehrschlacht kämpfte Major Brückner mit seinem Regiment, das er erst am 13. Juli 1918 als Kommandeur übernommen hatte, nördlich Château-Thierry. In dem zermalmenden feindlichen Trommelfeuer hielt das IR 175 in offensiver Verteidigung die Höhe 141 westlich La Poterie. Als die stark zusammengeschmolzenen Kräfte den neuen heftigen Angriffen der Franzosen gegenüber zu erlahmen drohten, setzte Major Brückner unter Einsetzen der letzten Reserven einen Vorstoß an. Damit konnte auch dieser feindliche Angriff abgeschlagen und ein Durchbruch des Feindes durch die Stellung verhindert werden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #411 am: 24.07.15 (22:31) »
Gerhard von Löbbecke erhielt den PLM am 7. September 1918 als Major und Kommandeur Reserve-Infanterieregiment 56 / 121. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise.

Das RIR 56 konnte sich dabei besonders am 30. August und 1. September 1918 auszeichnen, wo es nördlich der Bahn Nesle-Ham jeden feindlichen Ansturm zum Scheitern brachte. Im dichtesten Artilleriefeuer der vordersten Kampfzone, in denkbar schlechtester Unterkunft unerschütterlich ausharrend, führte Major von Löbbecke unerschrocken, ruhig und sicher mit den bereits stark zusammengeschmolzenen Kräften seines Regiments, das seit dem 9. August in ununterbrochenem, schwerem Kampf stand, das Gefecht in seinem Abschnitt. Einen abends in seine Linien eingedrungenen Feind warf er im Verein mit hessischen Kompanien im Gegenstoß wieder hinaus.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #412 am: 19.08.15 (16:57) »
Ludwig Hauß erhielt den PLM am 11. September 1918 als Oberstleutnant und Kommandeur Infanterieregiment 162 / 17. Reservedivision.

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise (8. - 18. August 1918). In dieser konnte Oberstleutnant Hauß an mehreren Tagen, selbst an der Spitze seines Regiments kämpfend, starken feindlichen Angriffen standhalten und seine Linien halten.

Ludwig Hauß war bereits für die "Operation Georgette" zum PLM vorgeschlagen worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #413 am: 20.08.15 (19:14) »
Max von Mertens erhielt den PLM am 11. September 1918 als Hauptmann und Kommandeur I. Abteilung / Reserve-Feldartillerieregiment 1 / 1. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 8. August 1918 beginnende Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. In dieser war Hauptmann von Mertens mit seiner Abteilung die Stütze der 1. Reservedivision. Südöstlich von Amiens kämpfte die Abteilung zwischen Hangest und Quesnel gegen weit überlegene Feindangriffe, besonders gegen Massen von Tanks. Hauptmann von Mertens führte seine Abteilung in einer leichten Artillerie-Schützenlinie in offener Feuerstellung dicht hinter, in und vor der eigenen Infanterie-Schützenlinie durch zwei heiße Kampftage. Mehrfach lag er mit seinen Entscheidungen richtig. Die Abteilung selbst verlor kein einziges Geschütz. Am 9. August 1918 lagen vor den Linien allein 24 abgeschossene Tanks. Ohne seinen Einsatz ware die 1. RD überrannt worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #414 am: 01.09.15 (04:58) »
Friedrich Becker erhielt den PLM am 17. September 1918 als Major und Chef des Generalstabes des I. Reservekorps.

Die Verleihung erfolgte für die am 8. August 1918 beginnende Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. Major Becker erwies in dieser Schlacht unermüdlichen Fleiß und hatte auch in kritischsten Lagen einen klugen Rat und praktische Vorschläge, um diese zu meistern.

Er war schon für die "Operation Michael" zum PLM vorgeschlagen worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #415 am: 02.09.15 (00:27) »
Heinrich von Bünau erhielt den PLM am 17. September 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 60 / 121. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. In dieser kämpfte das IR 60 vom 10. bis 31. August nördlich Roye und westlich Ham, wo das Regiment unter tatkräftiger Führung von Major von Bünau allen feindlichen Angriffen standhalten konnte. Mehrfach konnte der Regimentskommandeur erfolgreich in diesen Tagen Gegenstöße führen und Einbrüche wieder bereinigen.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #416 am: 22.09.15 (00:47) »
Otto Müller erhielt den PLM am 17. September 1918 als Major und Kommandeur Reserve-Infanterieregiment 7 / 121. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. In dieser kämpfte das RIR 7 vom 10. bis 31. August 1918 nördlich Roye. Es war der tatkräftigen Führung von Major Müller zu verdanken, daß in dieser Zeit allen Angriffen standgehalten werden konnte. Am 11. und 12. August versuchten die Engländer die Front des RIR 7 zu durchbrechen. Wo es dem Angreifer mit Hilfe von Tanks gelungen war, in die zäh sich wehrenden Verteidiger eine Bresche zu schlagen und sich mit Teilen in der HKL festzusetzen, wurde der Feind durch die vom Regimentskommandeur sofort und umsichtig angesetzten Gegenstöße gefaßt und in hartem Kampf geworfen. Am 18. und 19. August geschah Gleiches bei einem Großangriff der Franzosen.


Otto Müller war bereits für die "Operation Georgette" zum PLM vorgeschlagen worden.

Damit wurden für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise drei Regimentskommandeure der 121. ID mit dem PLM ausgezeichnet.


Für Otto Müller fehlen mir die Todesdaten.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #417 am: 22.09.15 (23:33) »
Wilhelm Ribbentrop erhielt den PLM am 18. September 1918 als Generalmajor und Kommandeur 7. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne, in der die 7. RD vom 21. August bis zum 4. September 1918 kämpfte. In dieser Zeit hielt die Division unter tatkräftiger Führung von Generalmajor Ribbentrop die ihr zugewiesenen Stellungen zwischen Aillette und Aisne gegen immer wiederholte überlegene französische und amerikanische Angriffe, bei denen zahlreiche Tanks abgeschossen werden konnten.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #418 am: 23.09.15 (23:14) »
Georg Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen erhielt den PLM am 18. September 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 179 / 24. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. In dieser kämpfte das IR 179 vom 8. bis 10. August 1918 an der Avre als rechter Flügel der 18. Armee. Während besonders der 8. August zum "schwarzen Tag des deutschen Heeres" wurde, konnte das IR 179 unter der tatkräftigen Führung von Major von dem Bussche-Haddenhausen allen Angriffen standhalten. Das Regiment wurde so zu einer wichtigen Stütze in der weiteren Kampfführung.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #419 am: 25.09.15 (00:31) »
Hans Peter van Vaernewyck erhielt den PLM am 18. September 1918 als Major und Kommandeur I. Bataillon / Infanterieregiment 185 / 208. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise. Als am 15. August 1918 der Feind auf der Linie L'Crouvillon - Carmoy-Ferme - Atteche-Ferme mit sehr starken Kräften angriff und die beiden letzteren, vom Nachbarregiment besetzten Punkte verlorengingen, blieb L'Crouvillon in eigener Hand. Es war Major von Vaernewyck, der bei einsetzendem feindlichen Artilleriefeuer sofort in die vorderste Linie eilend, durch strafe Befehlserteilung unter Einsatz der Hilfswaffen des Bataillons und durch Heranziehung eines Tankgeschützes den in Massen anstürmenden Gegner zurückschlug, so daß das Vorfeld behauptet warden konnte. Die für dieses ungünstige Gelände sehr bedrohliche Lage war damit behoben und der Feind, durch L'Crouvillon in der Flanke bedroht, zum Halten gezwungen. Dieser Erfolg war Major von Vaernewyck zu verdanken.


Hans Peter van Vaernewyck verstarb am 23. Januar 1971, nur wenige Wochen nach seinem 97. Geburtstag. Ihm konnte somit am 18. September 1968 die Krone zum PLM überreicht werden. Er war damit erst der dritte Träger des PLM aus den Kämpfen an der Westfront, der dieses Jubiläum erreichte.

 

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