Otto Plath erhielt den PLM am 27. August 1918 als Hauptmann d.R. und Führer II. Bataillon / 4. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision
Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Reims und Soissons.
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In allen Schlachten und Gefechten des Regiments in hervorragender Weise bewährt und durch persönliche Tapferkeit ausgezeichnet, vollbrachte Hauptmann Plath in der Marneschlacht eine Tat von beispielloser Tapferkeit und Entschlußfreudigkeit. Mit seinem, durch zehntägige Kämpfe stark gelichteten und sehr erschöpften Bataillon erhielt er den Auftrag, eine Vorfeldlinie im Bois de Ris auf dem Nordufer der Marne zwischen Barzy und Vincelles zu besetzen und unter allen Umständen zu halten, um hierdurch zu verhindern, daß der stark nachdrängende Gegner in die in der Zurücknahme begriffene Front hineinstieß.
Das stark bewaldete und mit dichtem Unterholz bewachsene Bois de Ris machte eine einheitliche Gefechtsführung zur Unmöglichkeit. Auf 5 Schritt war jede Beobachtung infolge der dichten Bewachsung ausgeschlossen und eine sichere Verbindung untereinander nicht herzustellen. Hauptmann Plath, der sich der Schwierigkeit eines Waldkampfes bewußt war, hatte sich schon bei der Einnahme der Stellung mitten in die vorderste Linie seines Bataillons gelegt, um hierdurch den Einfluß seiner Persönlichkeit auf die ermüdeten Leute voll zur Geltung bringen zu können. Der Franzose, der sich bereits mit starken Kräften auf dem Nordufer der Marne festgesetzt hatte und sich von Westen her dauernd verstärkte, griff am 25. Juli früh nach starkem Artilleriefeuer die Stellung des Hauptmanns Plath an. Das Bataillon befand sich in kritischer Lage, da sich die nur noch aus 20 bis 30 Mann bestehenden Kompanien durch Einbruch in der Front und an den Flanken zum Teil umfaßt und umgangen sahen. Die von allen Seiten vordrängenden und erst auf 3 bis 5 Schritt wahrzunehmenden Franzosen konnten von den schwachen Kompanien und den MG auf so kurze Entfernungen nicht wirkungsvoll bekämpft werden. Es entspann sich ein hin- und herwogender Nahkampf, und Hauptmann Plath griff mit seinem Bataillonsstab persönlich in das Gefecht ein. Selbst vom Feinde umgangen, schlug er sich mit dem Gewehr in der Hand von Posten zu Posten durch, setzte die MG persönlich an den bedrohten Stellen ein, stieß mit seinem Bataillonsstab im Bajonettkampf vor und half hierdurch seinen in verzweifeltem Kampf befindlichen Leuten.
Das Bewußtsein, ihren Bataillonsführer kämpfend neben sich zu wissen und angefeuert durch sein beispielloses tapferes Verhalten, harrten die Grenadiere auf ihren Posten aus, schlugen den Feind zurück und hielten die Stellung. Noch drei Mal wurde das Bataillon vom Feinde angegriffen und genau in derselben Weise wie beim ersten Ansturm der Franzosen wehrte sich das Bataillon, allen voran Hauptmann Plath mit seinem tapferen Adjutanten.
Als der Feind bei der an die Stellung des Hauptmanns Plath links anschließenden Division mit starken Kräften in den Wald eindrang und den linken Flügel des Bataillons umfaßte und aufzurollen begann, erhielt Hauptmann Plath, da seine Stellung unhaltbar wurde und aller Voraussicht nach mit einer Gefangennahme eines Teiles der Besatzung gerechnet werden mußte, den Befehl, sich auf eine weiter rückwärts angegebene Linie zurückzuziehen. Hauptmann Plath führte diesen Befehl nicht aus, sondern nahm den fast aussichtslosen Kampf an. Abgeschnitten von jeder Unterstützung, schlug er im Kampf Mann gegen Mann in langem, heißem Kampf den Feind zurück.
Das Halten der vorgeschobenen Stellungen, das in der Hauptsache nur dem persönlichen Eingreifen, dem rücksichtslosen Einsatz der Person und dem verantwortungsfreudigen Verhalten des Hauptmanns Plath zu verdanken ist, ermöglichte die Durchführung der für den Abend des Tages befohlenen planmäßigen Zurücknahme der Front auf die Höhen von Cierges."
Otto Plath verstarb am 23. Juni 1968 und damit nur rund zwei Monate, bevor ihm die Krone zum PLM hätte überreicht werden können.