Ferdinand Müller erhielt den PLM am 15. August 1918 als Major und Kommandeur Reserve-Feldartillerieregiment 3 / 3. Reservedivision
Auch diese Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Reims und Soissons.
Am 20. und 21. Juli 1918 griff der Feind die Stellungen der 3. RD je 5 bis 7 mal mit starker Infanterie und Tanks an. Als einem Teil der Tanks ein Einbruch in die deutschen Linien bei Taux gelang und dichte Massen feindlicher Infanterie nachstießen, verließ Major Müller seinen Gefechtsstand, übernahm selbst das Kommando der 3. Batterie und brachte, durch beispiellose Tapferkeit seine Leute mitreißend, den Angriff zum Stehen. 42 Tanks lagen am Abend des 21. Juli zerschossen 200 m vor und zwischen den Batterien. Daß die Schlacht in diesem hochwichtigen Teil des Kampffeldes zum Stehen kam, war allein der Verdienst von Major Müller.
Für die "Operation Gneisenau" war Major Müller schon einmal zum PLM eingereicht worden. Die Tat war ähnlich. Am 11. Juni 1918 hatte er bei Mery einen massiven feindlichen Gegenangriff zum Stehen gebracht, der von 50 Tanks unterstützt worden war. Die deutsche Infanterie hielt nicht stand, erst die Artillerie unter Führung von Major Müller rettete die Lage. Mit größter Kaltblütigkeit leitete er das Feuer seiner Batterien mit dem Ergebnis, daß sie 35 Tanks zusammenschossen. Doch statt des beantragten PLM erhielt Müller ein von Kaiser Wilhelm eigenhändig signiertes Bild als Auszeichnung.
Als der zweite PLM-Vorschlag vom Kommandeur der 3. Reservedivision erstellt wurde, also wohl direkt nach den Kämpfen am 21. Juli 1918, schien über den ersten wohl noch nicht entschieden worden zu sein, denn im Vorschlag wurde das Eichenlaub zum PLM für Major Müller beantragt.