Autor Thema: Krieg in Afghanistan  (Gelesen 200416 mal)

Ronny22

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #405 am: 10.10.09 (20:28) »
Die Wurzel vieler Probleme Afghanistans liegen nebenan, in Pakistan.

Wenn dann muss man d. Taliban auf beiden Seiten der Grenze bekämpfen und die Grenze so stark befestigen
und überwachen das es keinen illegalen Grenzverkehr mehr gibt.

Gleichzeitig muss natürlich die afghanische Gesellschaft gestärkt werden, also eine funktionierende Verwaltung, Polizei
und Armee etabliert werden.

Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
Bertrand Russell

Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
Shaolin-Weisheit

Jan-Hendrik

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #406 am: 10.10.09 (20:49) »
Zitat
Wenn dann muss man d. Taliban auf beiden Seiten der Grenze bekämpfen und die Grenze so stark befestigen
und überwachen das es keinen illegalen Grenzverkehr mehr gibt.

Was aufgrund der Topographier quasi unmöglich ist...

Zitat
Gleichzeitig muss natürlich die afghanische Gesellschaft gestärkt werden, also eine funktionierende Verwaltung, Polizei
und Armee etabliert werden.

Wofür man vllt. 1 oder 2% der Bevölkerung begeistern könnte...

Es ist vermessen zu glauben, dass die Stämme Afghanistans bin 10 Jahren den "Sprung" vom Mittelalter in die Postmoderne schaffen...das hat schon in Afrika fast nirgendwo geklappt...

Jan-Hendrik

waldi44

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #407 am: 03.11.09 (15:12) »

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #408 am: 29.11.09 (21:39) »
Zitat
Schwerer Verdacht gegen Blackwater - US-Söldner im pakistanischen Terrorkrieg?

Die Vorstellung ist ungeheuerlich. Terror-Organisationen wie al-Qaida beschuldigen die US-Söldner-Firma „Blackwater" an Anschlägen in Pakistan beteiligt zu sein. Konservative Kreise in Pakistan fürchten, die CIA treffe bereits Vorbereitungen, das sicherheitspolitisch instabile Land in US-Hand zu bringen.

Hier der Link zum kompletten Artikel:

http://www.welt.de/politik/ausland/article5369065/US-Soeldner-im-pakistanischen-Terrorkrieg.html

Hero-Dude

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #409 am: 02.12.09 (20:09) »
Wow, die USA wollen 30.000 weitere Soldaten nach Afghanistan einsetzen..... hmm, wäre das eine ausreichende Menge Soldaten um in den Iran einzumarschieren?  ???

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #410 am: 02.12.09 (20:39) »
Zumindest steigt die Gesamtzahl der Koalitionstruppen auf 140.000 Mann. Wenn man bedenkt, daß der Feldzug im Oktober 2001 mit nicht einmal 2.000 Mann begann, ...



Zitat
wäre das eine ausreichende Menge Soldaten um in den Iran einzumarschieren?

Auf der anderen Seite, im Irak, steht noch einmal die gleiche Zahl.

Nomen Nescio

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #411 am: 02.12.09 (22:09) »
Vietnam begann auch kleiner...

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #412 am: 03.12.09 (09:59) »
Der Artikel hier trifft es wirklich sehr gut:

http://www.sueddeutsche.de/politik/56/496372/text/

waldi44

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #413 am: 16.12.09 (13:19) »
Der letzte Stand der Dinge um die Bombardierung der beiden Tanklaster ist der, dass es einen Angriff auf das deutsche Feldlager geben sollte und zwar mit den beiden Lastern!
Oberst Klein hat das verhindert! Wieso kriegt der Mann keinen Orden?
Meiner Meinung liegt der Sachverhalt so, dass er das Leben und die Gesundheit seiner Soldaten geschütz hat, also genau das tat, was ein wichtiger Bestandteil seines "Jubs" ist.
Was hätte es für ein Geschrei gegeben, wenn die Tanker im deutschen Lager explodiert wären und man dutzende Tote und schwerverbrannte deutsche Soldaten Heimgeflogen hätte?
Wollen unsere Politheinis vielleicht mit Arbeitsrecht und Unfallverhütungsvorschriften Krieg führen? Im Krieg wird geschossen und gestorben und oft trifft es auch die Falschen. Unsere Soldaten währen auf jeden Fall die Falschen gewesen! Danke Oberst Klein!

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #414 am: 16.12.09 (13:22) »
Naja, nicht ganz.

Die Meldungen dazu ändern sich ja inzwischen täglich. Heute heißt es lediglich, es hätten Geheimdienstinformationen vorgelegen, daß die Taliban angeblich einen Angriff auf das deutsche Feldlager vorbereiten.

In welchem Zusammenhang die Tanklaster dazu stehen, und ob überhaupt, das ist eine andere Frage.

Auf alle Fälle ist es irgendwie erschreckend, wie Informationen aus "Geheimberichten" so einfach durch die Presse gehen. Da sollte man vielleicht mal lieber dran arbeiten, ...

GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #415 am: 16.12.09 (16:31) »
@ waldi,da kann ich dir nur uneingeschraenkt zustimmen

Das militärische Geraet war verloren und musste somit vernichtet werden damit es dem Feind nicht dienen kann,wozu auch immer er es nun verwendet hätte.

Das Zivilisten ob nun unschuldig oder vieleicht doch Taliban sterben mussten ist bedauerlich aber ein Kollateralschaden.Dieser unschöne Begriff etablierte sich zur Zeit des Jugoslawienkrieges und da hat es die Presse einen feuchten  xxxxx  interessiert wer drumherum mit in die Luft geflogen ist.

Mag sein das bewusst etwas vom Verteidigungsministerium zurückgehalten oder absichtlich falsch informiert wurde. Politiker und Journalisten sind nicht in der Lage und auch nicht dazu ausgebildet Militär Einsaetze zu beurteilen. Zum Militär gehört nunmal auch bewusste Desinformation.

Darum stellt sich die Frage was die Presse nun wissen darf oder muss. Zumal sowieso alles nur irgendwie verfügbare generell gegen die Truppe,deren Befehlshaber und den Krieg in Afghanistan genutzt wird.

Das ganze wird doch bewusst ausgeschlachtet um Politiker abzuschiessen.Ist doch nen gefundenen Fressen für die Opposition.

Der Guttenberg war zu beliebt und zu brauchbar als Wirtschaftsminister deshalb wurde er auf den eh schon unliebsamen Posten des Verteidigungsministers abgeschoben.
Jetzt bietet sich vieleicht sogar für seien eigenen Parteigenossen ihn komplett loszuwerden. Er ist halt einer der aufsteigen koennte und manchem den Rang abläuft.

Wann wird mal positiv berichtet oder zumindest sachlich was unsere Jungs dahinten leisten und erdulden müssen?

Die Armen Zivilisten,aber was ist mit unseren Jungs die im Zinksarg nach Hause gekommen sind ?  Für die interessiert sich niemand.

Mir ist es egal ob nun 10 oder 100 Zivilisten mit bei dem Angriff umgekommen sind. Das mag sich herzlos anhören aber es ändert doch eh nichts am Fakt das da Zivilisten gestorben sind. Auch ist es mir egal wer was wann wusste.
Mich interessiert nur Tanker verloren,Rückeroberung nicht möglich oder zu gefaehrlich,deshalb bombardieren und vernichten damit der Feind es nicht bekommt.Auftrag ausgeführ,Glückwunsch Herr Oberst sie haben ihren Job gemacht.

Warum stehen da Zivilisten um Tanker rum die eh keine Autos haben und Sprit brauchen können ? Sind es Taliban ? sind es friedliche Zivilisten ?Kann man wohl schlecht mal eben erfragen.

Warum hält man sich in einem Kriegsgebiet freiwillig bei militärischem Geraet auf wo man doch weis das sowas potentiell auf die ein oder andere Art gefährlich ist ?

Die Afghanen sind doch Militärerfahren und kennen den Spass schon aus der Russenzeit.

Sorry,wer sich in Gefahr begibt....

Zu guter letzt pinkelt jetzt auch noch der entlassene Generalinspekteur unserem Verteidigunsgminister ans Bein. Ich denke für sowas gibt es wie in jedem Betrieb eine Verschwiegenheitsklausel die sich auch auf die Zeit nach der Beschäftigung bezieht. Abgesehen davon sollte man sowas auch nicht überbewerten da vieleicht lediglich Rachegefühle im Spiel sind da er gehen musste.

böse Zungen behaupten der Ami soll im Irak und in Afghanistan mal einige Kilotonnen abwerfen und die Gebiete für die nächsten 100 Jahre so mit Strahlung belasten und einebnen das sich dort nichts mehr regt.
Das wäre billiger und effektiver.

Ist nicht meine Sichtweise aber einen gewissen Wahrheitsgehalt birgt es schon irgendwo.

Wir hätten nie in beide Länder gedurft,wir haben uns in Dinge verstrickt wo von vorneherein klar war das man das nicht gewinnen und befrieden kann.
Manchmal muss man Dinge wohl wirklich dem Lauf der Natur überlassen wenn man nicht einen Weltbrand erzeugen will.

Ich hab leider auch keine Patentlösung.

was lernen wir daraus ? Krieg ist nie eine Lösung um Frieden zu schaffen.

waldi44

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #416 am: 16.12.09 (17:16) »
Zu den Zivilisten bei den Fahrzeugen gibt es ja mehrere Varianten. Die wohl wahrscheinlichste ist die, dass die Taliban sie geholt haben um beim Flottmachen der im Schlamm feststeckenden Fahrzeuge zu helfen. Das ist für mich aber unerheblich, für die Betroffenen und deren Angehörige natürlich nicht. Ähnlich aber verhält es sich, wenn eine kriegsführende Paretei Menschen als lebende Schutzschilde benutzt.
Wie soll man entscheiden? Ich wollte das nicht tun! Vielleicht hätte man warten sollen, vielleicht hätten mehrere Überflüge die Zivilisten vertrieben, vielleicht, vielleicht, vielleicht...
Das der Oberst angesichts dessen was sich nun abspielt durchaus berechtigte Befürchtungen hatte und dies und das lieber verschwieg scheint mir da verständlich. Das kommende Tamtam um den Einsatz war vorhersehbar.

GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #417 am: 16.12.09 (17:52) »
Vieleicht hätten mehrere Überflüge auch nen Taliban mit ner Stinger/SA 7,16,18 hinter dem Felsen hervorkommen lassen ?


Eigensicherung ist oberstes Ziel.

Ich möchte drum wetten das es die gleiche Diskussion in Amerika nicht gegeben hätte.

hinterher klugzuscheissen ist für alle, zumal nicht daran beteiligt immer sehr einfach.

Man kann dem Oberst keinen Vorwurf machen finde ich.

Ich möchte es auch nicht entscheiden müssen,aber militärische Befehlshaber werden dafür ausgebildet und bezahlt solche Entscheidungen zu treffen.



Tja wie soll man entscheiden bei Menschlichen Schutzschilden ?

Entsprechend der Bedrohung die von dem ausgeht wofür man sie als Schutzschild missbraucht würde ich mutmassen.

Darf man einen Jet abschiessen und hunderte unschuldige töten um den Flug in einen Wolkenkratzer wo tausende umkommen könnten zu verhindern ?

Wenn man die Moral weglässt und nur nach harten Fakten schaut wieviele Leben man retten kann,wählt man die Variante wo mehr Leben gerettet werden.

Machen die Sanis im Katastophenfall auch nicht anders.Erst werden die behandelt die die besten Überlebenschancen haben,dann kümmert man sich um die mit weniger Chancen. Da gibt es ein Zahlensystem.

Ich bin mal gespannt was da noch kommt ob wir bald noch einen anderen Verteidigungsminister bekommen und ob sie dem Oberst auch noch an die Karre fahren wollen.

Gruss Sascha


Leutnant

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #418 am: 16.12.09 (22:12) »
Ich persönliche finde diese Diskussionen in der Presse absolut unsinnig und nicht zielführend. Ob der Oberst richtig entschieden hat oder nicht kann jetzt nicht mehr geklärt werden und sollte erst recht nicht von Zivilisten, die noch nie in Afghanistan waren, diskutiert werden.
Ein paar Fakten zu diesem Thema:
Zum Zeitpunkt des Angriffs war Ramadan (Ramadan 2009: Beginn: 21. Aug. - 19. Sep. 2009) und wenn ich richtig informiert bin ist zwar Diebstahl laut dem Koran sowieso ein Verbrechen, aber während des Ramadan besonders schlimm! Dies ist auch der Grund warum zunächst keine afghanischen Zivilisten (wie sonst durchaus üblich) nach Entschädigungsgeld gefragt haben. Aus deren Sicht waren alle Personen vorort Verbrecher...egal ob Taliban oder nicht!
Desweiteren habe ich gehört (also keine gesicherten Info´s), dass die ansässigen Maleks (Dorfältesten) diesen Angriff für gut befunden haben und mehr solche Taten gefordert haben, um endlich Ruhe vor den Taliban (Insurgents) zu haben. Nach dem Angriff herrschte zumindest für mehrere Tage Ruhe in der Gegend!

Ronny22

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #419 am: 17.12.09 (00:28) »
Nach dem Angriff herrschte zumindest für mehrere Tage Ruhe in der Gegend!

Weil wahrscheinlich dabei alle ortsansässigen Taliban zusammen mit ihren lokalen Kommandeuren draufgegangen sind.

Man wirft Oberst Klein ja genau das vor, dass das sein vorangiges Ziel war, die Vernichtung der feindlichen Kräfte.
Die amerikanischen Piloten wollten wohl mehrere warnende Überflüge machen, aber das hätte natürlich auch die Taliban
gewarnt.

Klein soll ausdrücklich den Angriff ohne vorherigen Überflug gefordert haben. Und die Amerikaner haben dies dann auch
genehmigt, aber das interessiert wohl keinen.
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
Bertrand Russell

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