Autor Thema: Krieg in Afghanistan  (Gelesen 200437 mal)

GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #420 am: 17.12.09 (07:27) »
Nach dem Angriff herrschte zumindest für mehrere Tage Ruhe in der Gegend!


Klein soll ausdrücklich den Angriff ohne vorherigen Überflug gefordert haben. Und die Amerikaner haben dies dann auch
genehmigt, aber das interessiert wohl keinen.

Warum sollte das auch interessieren ?  Wie ich schon gesagt habe,mehrere Überflüge erhöhen das eigene Risiko von einer Stinger,SA oder ähnlichem getroffen zu werden. Schon mal militärisch daran gedacht das das ganze bewusst so von den Taliban herbeigeführt worden sein könnte ? Welcher Erfolg wäre es wohl gewesen einen Ami Jet vom Himmel zu holen ?
El Jasira hätte das in der Arabischen Welt publik gemacht und ein Begeisterungssturm gegen die ungläubigen verhassten Amerikaner etc. wäre entbrannt. Ausserdem führen Erfolge dazu das man versucht sowas zu wiederholen.

Die Eigensicherung steht wie gesagt an erster Stelle und mehrere Überflüge erhöhen das eigene Risiko.


Und mal ehrlich,natürlich ist es das vorrangige Ziel eines Militärs den Gegner bzw. die feindl.Kräfte zu vernichten oder zu neutralisieren.

Wir müssen uns klar machen das dort Krieg herrscht.Egal wie es nun öffentlich definiert wird. Der Job besteht halt nicht nur aus bewaffnetem Brunnenbau.

Man sollte das ganze endlich nennen was es ist:es herrscht Krieg.

klar per Definition gibt es keinen Feindstaat und was weis ich wie es irgendwo auf dem Papier steht. Wer alles definieren will,definiert am Ende garnichts.

Gruss Sascha

Ronny22

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #421 am: 17.12.09 (07:49) »
Wie ich schon gesagt habe,mehrere Überflüge erhöhen das eigene Risiko von einer Stinger,SA oder ähnlichem getroffen zu werden. Schon mal militärisch daran gedacht das das ganze bewusst so von den Taliban herbeigeführt worden sein könnte ? Welcher Erfolg wäre es wohl gewesen einen Ami Jet vom Himmel zu holen ?

Schon richtig, aber es gibt leichtere Wege einen Jet runterzuholen. In der Nähe einer Luftwaffenbasis auf startende oder landene Jets warten.

Aber wie gesagt, die Piloten selbst schlugen die Überflüge vor und die würden sicher kein Risiko eingehen wenn sie es nicht
selbst verantworten könnten.

El Jasira....

Al Jazeera....  ;D



Und mal ehrlich,natürlich ist es das vorrangige Ziel eines Militärs den Gegner bzw. die feindl.Kräfte zu vernichten oder zu neutralisieren.

Schon vollkommen richtig, aber das ist ja der Knackpunkt....deckt dass das Mandat der Bundeswehr???
Also ohne direkt angegriffen zu werden, den Feind anzugreifen und zu vernichten!?


Wir müssen uns klar machen das dort Krieg herrscht.Egal wie es nun öffentlich definiert wird. Der Job besteht halt nicht nur aus bewaffnetem Brunnenbau.
Man sollte das ganze endlich nennen was es ist:es herrscht Krieg.
klar per Definition gibt es keinen Feindstaat und was weis ich wie es irgendwo auf dem Papier steht. Wer alles definieren will,definiert am Ende garnichts.


Klar herrscht dort Krieg, aber in Deutschland gibt es sowas per Definiton nur zwischen 2 Staaten. Was ziemlich merkwürdig
ist, der Afghanistan-Krieg der Russen wurde auch als solcher bezeichnet, wie so viele andere.
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
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Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
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GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #422 am: 17.12.09 (08:13) »

Schon vollkommen richtig, aber das ist ja der Knackpunkt....deckt dass das Mandat der Bundeswehr???
Also ohne direkt angegriffen zu werden, den Feind anzugreifen und zu vernichten!?



Sowas nennt sich militärisch Präventivschlag,wir müssen unseren Jungs endlich das gestatten was Soldaten normalerweise tun dürfen.

Das Mandat ist eh ein Witz und mit der Opposition bekommen wir da niemals was gescheites auf die Beine.

Das Problem ist generell das Deutschland Truppen ausserhalb des eigenen Landes hat. Im Rückblick auf die Deutsche Geschichte ist das anscheinend ein großes Problem,zumindest aus Deutscher Sicht. Unsere ehemaligen Gegner sind da deutlich entspannter.

Man darf halt nicht einen zahnlosen Hund in einen Käfig voller Wölfe schicken und den Hund dann noch so abgerichtet haben das er nur zurückschnappen darf wenn er selber vorher in den Hintern gebissen wurde.

Alle BW Angehörigen mögen mir diese Art der Darstellung verzeihen.

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #423 am: 18.12.09 (11:12) »
Zitat
Französische Truppen starten Groß-Offensive gegen Taliban

Der Kampf gegen die Taliban in Afghanistan – französische Soldaten haben jetzt eine groß angelegte Offensive im Usbin-Tal, östlich der Hauptstadt Kabul, gestartet.

An den Kämpfen sollen mehr als 1100 Soldaten beteiligt sein, darunter 800 französische Fremdenlegionäre sowie afghanische Soldaten und US-Truppen. Wie Vertreter des Militärs berichten, seien auch Hubschrauber im Einsatz. Fünf Soldaten der US-Spezialkräfte sollen verletzt worden sein.

...



http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/18/afghanistan-gross-offensive/franzoesische-truppen-kaempfen-gegen-taliban.html


Es wäre mal interessant zu wissen, welche Verluste die Fremdenlegion bisher in Afghanistan hatte. Die bisher in der offiziellen Verlustliste geführten 36 toten französischen Soldaten stammen alle aus "regulären" Armeeeinheiten.

Gleiches gilt auch für die deutsche KSK, ...

waldi44

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #424 am: 18.12.09 (11:17) »
Französische Truppen starten Groß-Offensive gegen Taliban


Es wäre mal interessant zu wissen, welche Verluste die Fremdenlegion bisher in Afghanistan hatte. Die bisher in der offiziellen Verlustliste geführten 36 toten französischen Soldaten stammen alle aus "regulären" Armeeeinheiten.

Gleiches gilt auch für die deutsche KSK, ...

Früher hiess es immer, die Legionäre ersparten den Franzosen eigene Verluste, also schonten französisches Blut - hat sich da was geändert?

IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #425 am: 18.12.09 (13:16) »
Apropos Verlustzahlen, ...

Die Zahl der deutschen Todesopfer in Afghanistan wird neuerdings mit 40 angegeben. Neu in der Liste zu finden ist ein Leutnant mit Todesdatum 11. Februar 2009.

Zitat
am 11. Februar 2009 an den Folgen seines Einsatzes in Mazar-e Sharif, Afghanistan, verstorben

GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #426 am: 18.12.09 (14:03) »
Schade um jeden der in diesem Krieg sein Leben gelassen hat und noch lassen muss.

Unsere Gefallenen sind viel zu wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Wann kommt den da mal was im TV oder ähnlich ? Klar man schaut in den Nachrichten was von nem Anschlag und hört das es Deutsche Verletzte und Tote gab. Dann kommt nochmal 3 Minuten was vom Begräbnis und das wars. Zu den traumatisierten dab es ab und an mal was aber das wars dann schon.

Ob man nun mit dem Einsatz in Afghanistan einverstanden ist oder nicht,jedem Deutschen sollte nachhaltig bewusst gemacht werden das diese Soldaten,unsere Landsleute ihr Leben für unser Land und die Freiheit des Afghanischen Volkes gegeben haben. Das muss man entsprechend würdigen und ehren aber nicht abtun oder sogar noch abwerten.

Ich wollte wir wären nie nach Afghanistan gegangen aber nun sind wir halt dort und wenn wir uns davon stehlen sind unsere Jungs für nichts gefallen und die Taliban unterdrücken wieder Frauen und Kinder etc. und errichten ihr Terror Regime.
Wir müssen unseren Jungs/Mädels dort hinten klar machen das wir zu ihnen stehen und sie nicht vergessen haben. Um jeden Deuztschen Touri der mit nem Flugzeug abstürzt wird mehr Wirbel gemacht als um unsere gefallenen in Afghanistan. Es sind Bürger in Uniform,Nachbarn,Freunde,Landsleute,Menschen gewesen.

Der Ami hält es da ein wenig anders,obwohl gegen den Krieg steht ein Großteil der Bevölkerung immer hinter ihren Soldaten unabhängig davon ob man mit dem eigentlichen Ziel einverstanden ist.

@ IM

Ich möchte dich bitten an dieser Stelle die Liste mit den Namen zu veröffentlichen damit sie nicht vergessen werden und man sich mal vor Augen führen kann das hinter der Zahl 40, Menschen mit Namen und Familien und deren Schicksale stehen die es lohnen in Erinnerung behalten zu werden.

http://www.youtube.com/watch?v=14k5FlNmzLY&feature=related

Gruss Sascha

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #427 am: 18.12.09 (19:54) »
Das macht schon jemand, und dies sehr ausführlich, ...

http://en.wikipedia.org/wiki/German_Armed_Forces_casualties_in_Afghanistan

GR162

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #428 am: 18.12.09 (20:01) »
Danke,ich hatte nur in Deutsch gesucht und da eine Liste mit 36 Personen vom Spiegel gefunden.

Dafür mit Bildern und somit irgendwie persönlicher.

http://www.spiegel.de/flash/0,5532,19180,00.html

Gruss Sascha


IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #429 am: 18.12.09 (20:13) »
Auch da fehlt bisher noch der tote Leutnant vom 11. Februar 2009.

Es scheint, dieser wurde zum ersten Mal offiziell erwähnt in der Rede des Bundesministers für Verteidigung anläßlich des Volkstrauertages im November 2009:


Hier der Link dahin


Es ist nicht das erste Mal, daß deutsche Todesopfer dann mal so nebenbei auch der Öffentlichkeit bekanntwerden, ...


IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #430 am: 21.12.09 (19:26) »
Die Zahl der Todesopfer auf Seiten der NATO hat zum ersten Mal innerhalb eines Jahres die 500 erreicht.

Damit entfallen fast ein Drittel aller Todesopfer auf Seiten der Koalition seit Kriegsbeginn im Oktober 2001 auf das Jahr 2009.

Die Truppenstärke der NATO geht auf geplante 140.000 Mann zu, die Zahl der Todesopfer auf ihrer Seite hat die 1.600 überschritten.

In Deutschland spricht man nunmehr offiziell schon mal von "kriegsähnlichen Zuständen", ...


IM

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #431 am: 30.12.09 (22:59) »
Bevor ich einen neuen Thread eröffne, schreibe ich mal meine Gedanken zur derzeitig drohenden Ausweitung des sogenannten Anti-Terror-Krieges hier mit rein.

Es mehren sich die Gerüchte, daß das US-Militär einen "Vergeltungsangriff" auf den Jemen vorbereitet.

Als "Grund" nimmt man einen vermeintlich fehlgeschlagenen Anschlag eines Nigerianers, der dazu Anweisungen und Unterstützung aus dem Jemen erhalten haben soll.

Reicht dies aus, um gleich wieder ein Land zu bombardieren ? Als Vergeltung ?

Sicher, wenn es tatsächlich einen Anschlag gegeben hätte, wären Unschuldige ums Leben gekommen. Aber mal wieder wird ein US-Militärschlag auf reichlich Wenns und Abers aufgebaut.

Ziel eines Angriffes werden "Al-Kaida-Stellungen" werden, bei denen sicher keine Zivilisten werden sterben müssen, ...

Nomen Nescio

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #432 am: 31.12.09 (00:33) »
Ich will nicht JA oder NEIN sagen. Es ist tatsächlich zu komplex um eine so einfache Antwort zu geben.

Dennoch möchte ich ein Argument hier mitgeben: Terroristen tauchen per definitionem unter in einer Bevölkerung. Man kann sie nicht erkennen, sie tragen keine Uniform.

Muß man bei Terroristen denken wie Richter tun: im Zweifelsfall nicht verurteilen. Ein Henker kommt natürlich überhaupt nicht im Frage.
Oder muß man anders argumentieren: Sie verstecken sich da. Ein Teil, wenn nicht Großteil der Bevölkerung, weiß davon. Findet im Dienste einer guten Sache zu stehen. Muß man dann sagen: mit gegangen, mit gefangen, mit gehangen???

Ich weiß die Antwort nicht. Denke eher, daß man abwiegen muß "Wie viel Menschen sterben, wenn ich jetzt was tue. Wie viel Menschen werden dann möglicherweise gerettet, weil man ein Attentat verhütet".
Wenn z.B. Osama da wäre, kann  man leichter sagen "Die Vorbeugefaktor ist viel größer, wenn ich jetzt aktiv bin".

Eines ist aber sicher. Um wieder eine Metapher zu benützen: Das Blut der Märtyrer ist die Saat der Kirche.
Terrorismus so bekämpfen ist wie ein Krieg gegen Hydra führen.

Ronny22

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #433 am: 31.12.09 (03:39) »
Als "Grund" nimmt man einen vermeintlich fehlgeschlagenen Anschlag eines Nigerianers, der dazu Anweisungen und Unterstützung aus dem Jemen erhalten haben soll.

Reicht dies aus, um gleich wieder ein Land zu bombardieren ? Als Vergeltung ?

Es wird ja nicht das Land ansich bombadiert, man arbeitet ja mit den staatlichen Organen zusammen. Aber es werden sicher
Angriffe auf Ausbildungslager und Camps von Al-Kaida geben. Vielleicht eher durch bewaffnete Drohnen als durch
Kampfflugzeuge.

Und der vereitelte Anschlag ist nur ein "Grund"...die USA wissen das der Jemen DAS Rückzugsgebiet für Al-Kaida ist, nachdem der Boden für sie auch in Saudi-Arabien zu heiss geworden ist.

Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
Bertrand Russell

Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
Shaolin-Weisheit

Nomen Nescio

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Re:Krieg in Afghanistan
« Antwort #434 am: 31.12.09 (07:17) »
Und der vereitelte Anschlag ist nur ein "Grund"...die USA wissen das der Jemen DAS Rückzugsgebiet für Al-Kaida ist, nachdem der Boden für sie auch in Saudi-Arabien zu heiss geworden ist.
Ronny, Du hast Recht. Dennoch bleibt das Problem, daß Nichtstun unweigerlich einmal Opfer gibt. Daß aber Eingreifen bedeutet, daß zweifelsohne auch «unschuldige» Bürger getötet werden.

Schau mal Israel versus Gazastreifen. De Bevölkerung in Gaza erhärtet immer mehr.
Dort gibt es jedenfalls ein mögliches Beginn einer Lösung: die Wirtschaft dort ankurbeln und die Menschen endlich mehr Bewegungsfreiheit gönnen. Aber bei Jemen  ???  ???