Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront  (Gelesen 313496 mal)

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #360 am: 18.03.15 (00:51) »
Wilhelm Preußer erhielt den PLM am 6. Juli 1918 als Hauptmann und Kommandeur I. Bataillon / Infanterieregiment 176 / 35. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 9. April 1918 beginnende "Operation Georgette", genauer für die Schlacht von Armentières.

Hauptmann Preußer ermöglichte seiner 35. ID bei Estaires den Übergang über die Lys. Eine halbe Stunde vor der angesetzten Sturmzeit hatte er, persönlich erkundend, eine günstige Gelegenheit erkannt, das jenseitige Ufer zu gewinnen. Mit schwachen Kräften wagte er den Übergang und bildete einen kleinen Brückenkopf. Starke englische Gegenstöße konnten abgewiesen werden. Dabei bediente Hauptmann Preußer selbst ein MG, dessen Besatzung gefallen war. Der Brückenkopf konnte bald erweitert und im Anschluß daran die gegnerische Lys-Stellung durchbrochen werden.


Bei Wilhelm Preußer ist scheinbar kein Todesdatum bekannt. Ich habe lediglich die Info, daß er mit Wirkung zum 31. Dezember 1945 für tot erklärt wurde. Gehe ich richtig in der Annahme, daß dies darauf hindeutet, daß er bei Ende des Zweiten Weltkrieges in sowjetische Gefangenschaft greaten ist ?

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #361 am: 19.03.15 (03:15) »
George von Engelbrechten erhielt den PLM am 8. Juli 1918 als Generalleutnant und Kommandeur 50. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte  für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Bei Angriffsbeginn fiel der 50. ID die Erstürmung des Dorfes und Waldes Ville aux Bois zu, die gelang. Im Anschluß daran wurde der Aisne-Übergang erzwungen und im Vormarsch der folgenden Tage die Oise und die Vesle überschritten. Den anderen Divisionen voraus, erreicht die 50. ID als erste die Marne. Die Division hatte dabei eine hohe Zahl an Gefangenen einbringen und zahlreiches Material erbeuten können. All diese Erfolge waren der Führung von Generalleutnant von Engelbrechten zu verdanken.



Damit hätte ich jetzt bereits 300 Namen erfaßt.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #362 am: 20.03.15 (01:44) »
Walter Trenk erhielt den PLM am 15. Juli 1918 als Hauptmann und Kommandeur III. Bataillon / Infanterieregiment 66 / 113. Infanteriedivision

Er ist wieder ein sehr interessanter Fall, ...

Walter Trenk kämpfte bereits vor Ausbruch des Weltkrieges acht Jahre lang in den Kolonien, wofür ihm schon damals mehrere Auszeichnungen verliehen wurden. Für die "Operation Michael" wurde er das erste Mal zum PLM eingereicht. Statt dieser Auszeichnung erhielt er jedoch Ende Mai 1918 (die Verleihung wurde am 15. Juni 1918 im Militärverordnungsblatt bekanntgegeben) das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern. Diese Auszeichnung hatte er sich eigentlich schon in der Somme-Schlacht verdient.

Den PLM erhielt Trenk dann für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. In diesen Kämpfen konnte er sich an der Spitze seines Bataillons erneut ganz besonders auszeichnen. Vom 27. Mai bis zum 4. Juni 1918 konnten 39 Offiziere und 1.760 Mann zu Gefangenen gemacht und sechs Geschütze und sehr viele MG`s erbeutet warden. Alle Angriffsziele waren vom Bataillon jeweils erreicht worden. Am 28. Mai 1918 hatte Hauptmann Trenk den Übergang über die Vesle erzwungen.


Am 15. Juli 1918 führte Hauptmann Trenk sein Bataillon ein letztes Mal zum Angriff über die Marne. Am gegenüberliegenden Ufer angekommen, fand er den Soldatentod. Am gleichen Tag wurde ihm der PLM verliehen. Die Verleihung erreichte ihn somit nicht mehr. Wäre er einen Tag früher gefallen oder die Entscheidung über seinen PLM wäre einen Tag später gefällt worden, dann hätte er die Auszeichnung vielleicht nicht bekommen, da der PLM nicht posthum verliehen wurde.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #363 am: 08.04.15 (00:26) »
Paul Kienitz erhielt den PLM am 16. Juli 1918 als Oberstleutnant und Kommandeur Infanterieregiment 78 / 19. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Oberstleutnant Kienitz durchbrach am ersten Angriffstag mit seinem Regiment die hervorragend ausgebaute, hartnäckig verteidigte französische Stellung. Allein an diesem Tag konnten 1.000 Gefangene gemacht werden. In  den vier Tagen des Angriffes konnte keine andere Truppe so weit durch die feindlichen Linien durchstoßen, wie das IR 78. Als die starken Gegenstöße des Feindes einsetzten, gelang es dem Regiment, welches infolge seines ungestümen Vordrängens in rechter Flanke und im Rücken gefaßt wurde, den vom Feind erstrebten Lataule-Rücken fest in der Hand zu behalten.

Paul Kienitz war ebenfalls bereits nach der "Opation Michael" zum PLM vorgeschlagen worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #364 am: 08.04.15 (23:56) »
Ernst Adolph Alphons Freiherr von Schimmelmann erhielt den PLM am 16. Juli 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 394 / 206. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Major von Schimmelmann zeichnete sich besonders in der Zeit der alliierten Gegenangriffe an der Matz aus, als sich der deutsche Angriff schon festgelaufen hatte. Das IR 394 stand in einem Wald hinter den deutschen Linien als Eingreifregiment bereit. Angesichts der drohenden Gefahr befahl der Kommandeur gegen Mittag aus eigenem Entschluß einen Gegenstoß. Das IR 394 gewann unter Führung von Major Schimmelmann die verlorengegangenen deutschen Stellungen zurück, eroberte die feindliche Stellung bei Cuvilly - Lataule und hielt sie fest in der Hand. Es vernichtete 13 feindliche Tank.


Bei Freiherr von Schimmelmann fehlt mir der Todesort.
« Letzte Änderung: 09.04.15 (00:04) von IM »

JakeV

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #365 am: 09.04.15 (11:13) »
Hallo,

Ernst Alphons Adolf Freiherr von Schimmelmann verstarb am 10.05.1953 in Oldenburg in Oldenburg.

JV

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #366 am: 10.04.15 (00:40) »
Vielen Dank !


Rudolf Lange erhielt den PLM am 21. Juli 1918 als Major und Kommandeur II. Bataillon / Reserve-Infanterieregiment 237 / 52. Reservedivision

Damit eröffnen wir einen neuen Verleihungskomplex. Die Verleihung erfolgte für die Zweite Schlacht an der Marne, genauer in seinem Fall für die deutsche Angriffsschlacht beiderseits Reims vom 15. bis 17. Juli 1918, die sogenannte "Operation Marneschutz - Reims".

Major Lange war bereits nach der "Operation Georgette" zum PLM eingereicht worden, ohne das damals eine Verleihung erfolgte.

Am 15. Juli 1918 führte Major Lange sein Bataillon erneut zum Angriff. Während des Sturmangriffes wurde er dabei durch ein Artilleriegeschoß am Kopf und ein Infanteriegeschoß an der Brust schwer verwundet. Der Brustschuß hatte eine Rückenmarksverletzung zur Folge. Der Antrag auf Verleihung des PLM erfolgte durch das Armeeoberkommando 1 durch Telegramm. Auf Grund seiner Verdienste wurde diesem zweiten Antrag stattgegeben. Major Lange war bereits das fünfte Mal verwundet worden. An den jetzt erlittenen Wunden erlag er jedoch am 9. September 1918.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #367 am: 10.04.15 (19:13) »
Damit kommen wir in den August 1918.


Eberhard Graf von Schmettow erhielt das Eichenlaub zum PLM am 4. August 1918 als Generalleutnant und Kommandierender General Generalkommando z.b.V. 65

Den PLM hatte sich Generalleutnant von Schmettow bei den Kämpfen in Rumänien im Dezember 1916 verdient.

Das Eichenlaub zum PLM erhielt er für die bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle (26. Juli bis 3. August 1918), in der es den ihm unterstellten Truppen unter seiner tatkräftigen Führung gelang, die Stellungen zu halten.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #368 am: 13.04.15 (19:18) »
Günter von Etzel erhielt den PLM am 4. August 1918 als Generalleutnant und Kommandierender General XVII. Armeekorps

Die Verleihung erfolgte für die bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle, beginnend ab dem 20. / 21. Juli 1918, in der es Generalleutnant von Etzel gelang, die ihm anvertrauten Stellungen zu halten. Ein besonders schwerer Tag wurde dabei der 24. Juli 1918, doch alle, von Tanks unterstützte Angriffe, konnten abgewiesen werden, teilweise im Nahkampf und durch Gegenstöße.



Am 25. Oktober 1918 erhielt Günter von Etzel das Eichenlaub zum PLM. Und zwar als Generalleutnant und Kommandierender General  XVIII. Armeekorps

Diese Verleihung erfolgte für die Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin zwischen dem 8. September und dem 9. Oktober 1918.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #369 am: 14.04.15 (16:33) »
Friedrich Haack erhielt den PLM am 4. August 1918 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabes I. bayerisches Armeekorps

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlachten zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle, beginnend am 18. Juli 1918.

"Bei Beginn der schweren Abwehrkämpfe im Juli 1918 wurde dem Generalkommando I. bayerisches Armeekorps im Abschnitt Fismes-Courlandon vom AOK 7 die Weisung erteilt, den ganzen Nach- und Abschub der Armee zu regeln. Unter ungemein schwierigen Verhältnissen gelang es Oberstleutnant Haack, die Bewegung von und zu der Front in geordnete Bahnen zu lenken sowie die Erkundungen rückwärtiger Stellungen durchzuführen. Er hat damit nach Ansicht seines Kommandierenden Generals wesentlich dazu beigetragen, die 7. Armee vor einer Katastrophe zu bewahren. Am 23. Juli hatte das Generalkommando in jenem Abschnitt den Befehl übernommen, gegen den der Feind verzweifelte Anstrengungen eines Durchbruchs machte, um Teile des deutschen Heeres abzuschneiden. Zu der in schweren Kämpfen gelungenen Abwehr hat die durch Oberstleutnant Haack geregelte zielbewußte Einheitlichkeit der Gefechtsführung der Divisionen wesentich beigetragen."

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #370 am: 15.04.15 (18:44) »
Adolf Herrgott erhielt den PLM am 4. August 1918 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabes XVII. Armeekorps

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlachten zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle, beginnend am 18. Juli 1918, in denen sich Oberstleutnant Herrgott besonders auszeichnen konnte.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #371 am: 16.04.15 (19:17) »
Erich Kewisch erhielt den PLM am 4. August 1918 als Major und Chef des Generalstabes XXIII. Reservekorps.

Auch diese Verleihung erfolgte für die Abwehrschlachten zwischen Soissons und Reims und zwischen Marne und Vesle, beginnend am 18. Juli 1918.

Nachdem der deutsche Angriff über die Marne eingestellt worden war, wurde die 7. Armee am 18. Juli 1918 von einem außerordentlich heftigen französischen Flankenstoß betroffen, der das um Château-Thierry dicht gedrängt stehende XXIII. Reservekorps aufs schwerste gefährdete. Doch es gelang den vorzüglich geführten Truppen, sich der Gefahr zu entziehen und nach der Abwehrschlacht zwischen Reims und Soissons und der beweglichen Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle, in denen sie dem Feind heftigsten Widerstand entgegensetzten, sich in vollster Ordnung, wenn auch unter schweren Verlusten, auf die Vesle zurückzuziehen. Major Kewisch hatte mit seiner kaltblütigen Ruhe zur Überwindung der gefährlichen Krise beigetragen.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #372 am: 20.04.15 (17:00) »
Robert Matthiaß erhielt den PLM am 4. August 1918 als Major und Chef des Generalstabes Generalkommando z.b.V. Nr. 65.

Die Verleihung erfolgte für seine Verdienste in der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims vom 18. bis 21. Juli 1918.



Damit haben wir jetzt bereits 350 Verleihungen erfaßt.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #373 am: 21.04.15 (10:33) »
Rudolf Schniewindt erhielt den PLM am 4. August 1918 als Major und Chef des Generalstabes VIII. Reservekorps.

Auch diese Verleihung erfolgte für Verdienste in der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims vom 18. bis 21. Juli 1918.


Der 4. August 1918 schien, was die Verleihungen des PLM betrifft, ein Tag für Generalstabschefs gewesen zu sein, ...

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #374 am: 21.04.15 (13:03) »
Edwin von Stülpnagel erhielt den PLM am 4. August 1918 als Major und Chef des Generalstabes VI. Reservekorps

Eine weitere Verleihung für die Abwehrschlacht zwischen Reims und Soissons.

Als der deutsche Angriff eingestellt warden mußte, warf sich das VI. Reservekorps mit aller Kraft den aus den Wäldern von Villers-Cotterets heraus unternommenen französischen Gegenangriffen entgegen. Das VI. Reservekorps verhinderte die Vernichtung der vorwärts der Vesle stehenden deutschen Divisionen, die sich über den Fluß retten konnten, den dann auch das Korps, nachdem es seine Stellungen bis zuletzt gehalten hatte, überschritt. Major von Stülpnagel erwarb sich in der Durchführung der schwierigen Aufgabe durch seine umsichtige, sichere Tatkraft große Verdienste.



Am 4. August 1918 gab es für die Kämpfe an der Westfront, genauer für die Abwehrkämpfe nach Abbruch der letzten deutschen Offensive, beginnend ab dem 18. Juli 1918, insgesamt 8 Verleihungen des PLM, sieben davon gingen an Generalstabschefs von Armeekorps.


In der Aufstellung der Verleihungen werde ich die Abwehrschlacht zwischen Reims und Soissons, beginnend am 18. Juli, und die bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle, beginnend am 21. / 22. Juli, zu einem Komplex zusammenführen, da die Übergänge schwimmend, beziehungsweise teilweise gar nicht vorhanden sind.

 

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