Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront  (Gelesen 313152 mal)

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #330 am: 02.12.14 (22:52) »
Karl von Borries erhielt den PLM am 13. Juni 1918 als Generalleutnant und Kommandeur der 52. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. In dieser kämpfte sich die 52. ID in schwersten Kämpfen in 5 Tagen 50 km weit vor. Sie überschritt dabei schon am ersten Schlachttag die Aisne und den Aisnekanal, nachdem sie die gegnerischen Stellungen bei Juvincourt und am Viller-Wald hatte durchbrechen können.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #331 am: 03.12.14 (22:37) »
Otto Freiherr von Diepenbroick-Grüter erhielt den PLM am 13. Juni 1918 als Generalmajor und Kommandeur der 10. Infanteriedivision.


Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. In dieser kämpfte die 10. ID besonders erfolgreich. Am ersten Schlachttag durchbrach die Division die gegnerischen Stellungen, überschritt die Aisne und den Aisnekanal und drang in den folgenden Tagen in schwersten Kämpfen weiter vor.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #332 am: 04.12.14 (22:40) »
Walter von Haxthausen erhielt den PLM am 13. Juni 1918 als Generalmajor und Kommandeur der 5. Garde-Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. Binnen einer Stunde nahm die 5. GID an allen Stellen die feindliche Stellung, nach knapp 1 1/2 Stunden im Verein mit der 28. ID die Höhe des Winterberges und stürmte das Hohenzollernwerk südöstlich Chevreux. Am Mittag überschritt die Division die Aisne und kurz vor Mitternacht als erste Division die Vesle.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #333 am: 11.12.14 (16:45) »
Karl von Freyhold erhielt den PLM am 14. Juni 1918 als Hauptmann und Kommandeur des Füsilierbataillons / Grenadierregiment 12 / 5. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. Am zweiten Schlachttag drang Hauptmann von Freyhold mit seinem Füsilierbataillon unaufhaltsam auf Crouzy vor, wo er den feindlichen Widerstand brach und durch schnelles Nachstoßen die weichenden Franzosen hinderte, den Brückensteg am Aisne-Wehr zu sprengen. Mit einer Kompanie ging er über dieses Wehr und den Fluß. Fast war die Aisne erreicht, als die über den Fluß führende Eisenbahnbrücke krachend in die Luft flog. Über die noch zusammenhaltenden Eisenbahnschienen krochen die Füsiliere und nahmen die der Brücke vorgelagerte Höhe 80 in Besitz. Major von Freyhold war damit der erste, dem der Flußübergang gelang. Im Anschluß daran besetzte sein Füsilierbataillon Soissons, in das die Franzosen wieder eindrangen. Doch die Füsiliere warfen sie in heißen Kämpfen wieder hinaus. Freyhold schuf wichtige Voraussetzungen für das Vorgehen seiner Division.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #334 am: 13.01.15 (00:57) »
Siegfried Haenicke erhielt den PLM am 14. Juni 1918 als Hauptmann und Kommandeur II. Bataillon / Infanterieregiment 150 / 37. Infanteriedivision


Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims, genauer für die Erstürmung des Chemin des Dames am ersten Schlachttag.

Im Verleihungsvorschlag heißt es:

"...
Am 27. Mai 1918 hat sich Hauptmann Haenicke bei der Durchbruchsschlacht am Chemin des Dames erneut ausgezeichnet. Heftiges MG-Feuer aus verborgen gebliebenen Nestern drohte den Angriff der durch das Vorgehen durch das dichte Gehölz an der Aillette durcheinander gekommenen Kompanien für einen Augenblick zum Stehen zu bringen. Da ging Hauptmann Haenicke wiederum mit seinem Stabe vor die Front seines Bataillons und die Hänge des Chemin des Dames wurden in unaufhaltsamen Sturm erstiegen. Auf der Höhe verwundet auf dem Boden liegend, spornte Hauptmann Haenicke seine Leute zum mutigen Draufgehen an. In einem Zuge erreichte und überschritt das Bataillon die Aisne. Hauptmann Haenicke trägt ein großes Verdienst an der Erstürmung des Chemin des Dames.
..."

Die Verwundung war ein schwerer Hüftschuß.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #335 am: 14.01.15 (04:16) »
Robert Loeb erhielt den PLM am 17. Juni 1918 als Generalleutnant und Kommandeur der 14. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. Unter Überwindung außerordentlicher Geländeschwierigkeiten griff die 14. RD den Chemin des Dames an und stieß bis an die Aisne vor. Dabei konnten die Forts Malmaison und Condé erstürmt und schnell weiter bis auf die Höhen südwestlich von Soissons weitergestürmt werden. Dabei wurde äußerst zäher Widerstand gebrochen und es konnten 6.700 Gefangene, 50 Geschütze und zahlreiche weitere Beute gemacht werden.



Damit hätte ich jetzt bereits 275 Namen erfaßt.
« Letzte Änderung: 14.01.15 (04:25) von IM »

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #336 am: 14.01.15 (23:09) »
Albrecht Steppuhn am 17. Juni 1918 als Major und Kommandeur  III. Bataillon / Infanterieregiment 128 / 36. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. Major Steppuhn erstürmte am ersten Schlachttag mit einem ihm unterstellten Detachement, längs des Chemin des Dames vorgehend, die hartnäckig verteidigte Hurtebise-Ferme und säuberte die dortigen, zäh verteidigten Höhe vom Feinde und machte 6 Offiziere und 235 Mann zu Gefangenen. Durch die Wegnahme dieses beherrschenden feindlichen Stützpunktes wurde die gegnerische Flankierung der in südlicher Richtung vorstoßenden 10. und 28. ID ausgeschaltet und das schnelle Vorwärtskommen beider Divisionen an und über die Aisne wesentlich erleichtert. Im weiteren Verlauf des Tages griff Major Steppuhn mit den ihm unterstellten Truppen weiter an. Bereits 11 Uhr überschritt er die Aisne und den Aisnekanal. Am Ende des Tages hatte er insgesamt 9 Offiziere und 679 Gefangene gemacht, 37 Geschütze, 6 Minenwerfer und zahlreiche Maschinengewehre erbeutet.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #337 am: 16.01.15 (00:09) »
Ludwig Freiherr von Preuschen von und zu Liebenstein erhielt den PLM am 17. Juni 1918 als Hauptmann und Kommandeur III. Bataillon / Grenadierregiment 110 / 28. Infanteriedivision

Auch diese Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Hauptmann Freiherr von Preuschen war am ersten Schlachttag seit der Einnahme von Craonne mit seinem Bataillon in vorderster Linie eingesetzt, durchstieß in rücksichtslosem Draufgehen die zahlreichen Stellungen und drang am Abend des 27. Mai bis Fismes im Vesle-Tal vor. Starker Widerstand des durch Autokolonnen herangeführten Gegners wurde nach hartem Kampf gebrochen. Durch am Abend ausgeführte Umfassung drang Hauptmann von Preuschen mit Teilen seines Bataillons noch am Abend des 27. Mai auf das Höhengelände südöstlich Fismes vor und trug dadurch wesentlich zur Besitznahme der Übergänge über die Vesle und der Höhen südlich Fismes bei.

Hauptmann von Preuschen war schon für seinen Einsatz in der "Operation Michael" zum PLM vorgeschlagen worden, ohne daß eine Verleihung erfolgt war.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #338 am: 16.01.15 (18:56) »
Wilhelm von Dommes erhielt den PLM am am 18. Juni 1918 als Generalmajor und Kommandeur 66. Infanteriebrigade / 33. Infanteriedivision

Eine weitere Verleihung für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.


Am ersten Schlachttag veranlaßte Generalmajor von Dommes durch vorbildlichen Einsatz seiner Persönlichkeit in erster Linie das unaufhaltsame Vorgehen der Infanterie der 33. ID. Er verstand es, ein Stocken des Angriffs im schwierigen Aisne-Abschnitt im Keim zu ersticken und am späten Abend, als das Vordringen über den Vesle-Abschnitt durch heftiges Feuer aus feindlichen MG-Nestern aufgehalten wurde und abermals zu erlahmen drohte, die bereits ermüdete Infanterie durch Vortragen des Angriffs bis zur Erreichung des Zieles, der Höhen südlich der Vesle, fortzureißen.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #339 am: 19.01.15 (18:32) »
Friedrich Karl von Witzleben erhielt dem PLM am 23. Juni 1918 als Oberst und Kommandeur Grenadierregiment 5 / 36. Infanteriedivision

Oberst von Witzleben war schon während der "Operation Michael" zum PLM eingereicht worden. Damals war ihm der Orden nicht verliehen worden. Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims. Im Verleihungsvorschlag ging sein Divisionskommandeur noch einmal auf die Kämpfe ein, für der er seinen Regimentskommandeur schon einmal zum PLM eingereicht hatte, dann ist folgendes zu lesen:

"...
Auch in der jetzigen Schlacht gelang es dem Regiment, den Feind vom Chemin des Dames bis über die Marne zurückzuwerfen. Zwar versuchte der Feind noch auf dem Nordufer der Marne mit starken Kräften Widerstand zu leisten. Oberst von Witzleben eilte jedoch an die Spitze seiner Bataillone und feuerte sie an, im Wettlauf mit dem Feinde vor diesem die Marne zu erreichen. Hierbei war sein kleiner Regimentsstab gezwungen, im persönlichen Kampfe ihm entgegentretende feindliche Abteilung zu überwältigen.
Begeistert und angefeuert durch das vorbildliche, tapfere Vordringen ihres Regimentskommandeurs drangen die Bataillone in den Feind ein, während Oberst von Witzleben in klarer Erkenntnis der Lage eine Kompanie in den Rücken des Feindes an die Marne-Brücke vortrieb und so einem beträchtlichen Teil desselben den Rückzug abschnitt.
..."

Die im Verleihungsvorschlag erwähnten Kämpfe waren am 30. Mai 1918. Oberst von Witzleben konnte an diesem Tag ein ganzes französisches Bataillon gefangennehmen, zusammen 7 Offiziere und 800 Mann.
« Letzte Änderung: 19.01.15 (18:43) von IM »

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #340 am: 22.01.15 (18:40) »
Julius von Stoeklern zu Grünholzek erhielt den PLM am 23. Juni 1918 als Oberstleutnant und Kommandeur Infanterieregiment 66 / 113. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Oberstleutnant von Stoeklern zu Grünholzek erhielt den PLM für die Erfolge seines Regiments, die er in neuntätigen Angriffskämpfen in vorderster Linie maßgeblich mit beeinflußt hatte. Der Angriff führte das IR 66 bis an die Marne. Dabei machte es 56 Offiziere und 3.810 Mann zu Gefangenen, erbeutete über 18 Geschütze alle Kaliber, darunter ein 30,5-cm-Eisenbahngeschütz, fünf Revolverkanonen, 200 MG und zahlreiches Gerät aller Art.


Auch Julius von Stoeklern zu Grünholzek war bereits für die "Operation Michael" zum PLM vorgeschlagen worden, ohne daß eine Verleihung erfolgt war.
« Letzte Änderung: 23.01.15 (10:35) von IM »

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #341 am: 23.01.15 (10:44) »
Waldemar Berka erhielt den PLM am 23. Juni 1918 als Hauptmann und Kommandeur I. Bataillon / Reserve-Infanterieregiment 37 / 10. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Im Anschluß an einen Nachtangriff gegen Cramaille und Carmoiselle vom 29./30. Mai und einem nachfolgenden Flankenangriff gegen die Butte de Chalmont zur Entlastung des rechten Nachbarregiments, gelang es dem I. Bataillon des RIR 37, unter Fühung von Hauptmann Berka, ein ganzes feindliches Bataillon einschließlich Bagage bei Grisolles dank geschickter und kühner Führung zu überraschen und gefangen zu nehmen.


Auch für Waldemar Berka war es der längst verdiente Lohn für seine gesamte Tätigkeit als Bataillonskommandeur. Auch er war bereits für die "Operation Michael" zum PLM eingereicht worden. Seine damalige Tat war eigentlich viel höherwertiger gewesen. Er hatte damals den Übergang über den Crozat-Kanal ermöglicht.  Auch wenn der PLM im Jahr 1918 wesentlich zahlreicher verliehen wurde, als in den Kriegsjahren zuvor, so wurde er doch nicht leichter vergeben. Wie wir sehen, gingen viele Verleihungsvorschläge auch ins Leere.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #342 am: 23.01.15 (23:21) »
Johann von Ravenstein erhielt den PLM am 23. Juni 1918 als Oberleutnant und Führer I. Bataillon / Füsilierregiment 37 / 10. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Im Verleihungsvorschlag sind mehrere Taten aufgeführt, die in der Zeit ab dem 27. Mai und den folgenden Tagen liegen. Den Hauptanteil für die Verleihung dürfte dabei gleich der 27. Mai 1918 gehabt haben. An diesem Tag brach das Füsilierregiment 37 bis zur Aisne durch. Als sich das I. Bataillon in den Vormittagsstunden bis auf 2 km dem Fluß genähert hatte, erkannte Oberleutnant von Ravenstein, wie eine Kompanie Franzosen auf dem südlichen Flußufer herankam, die die Aisne Brücke bei Bourg besetzen wollte. Er faßte den Entschluß, ohne Rücksicht auf die noch in der Flanke gehaltene feindliche Stellung mit einem Stoßtrupp über die vorderste Linie hinaus vorzuprellen, um noch vor dem Feind die Aisne-Brücke zu erreichen. Ein glücklicher Zufall kam ihm dabei zu Hilfe. Am Straßenrand lagen von den Franzosen zurückgelassene Fahrräder. Mit 6 Offizieren schwang sich der Oberleutant auf die Räder, und ab ging es ins Tal hinunter. Nach kurzem Kampf wurde die Brücke genommen und gehalten, bis das ganze Bataillon heran war. Oberleutnant von Ravensteins kühne Entschlossenheit trug reiche Früchte. Die Beute seines Bataillons betrug an diesem Tag über 1.500 Gefangene, darunter 14 Offiziere, 32 Geschütze, unter diesen Kaliber bis 18,5-cm, 30 schwere MG sowie erhebliches anderes Kriegsmaterial.


Johann von Ravenstein war Ende Juni 1918 erst der zweite Oberleutnant, der für die Kämpfe an der Westfront mit dem PLM ausgezeichnet wurde.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #343 am: 24.01.15 (22:03) »
Robert Hieronymus erhielt den PLM am 23. Juni 1918 als Leutnant d.R. und Führer der Infanteriegeschützbatterie 14 / Füsilierregiment 37 / 10. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte  für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Leutnant Hieronymus war mit seiner Batterie dem Füsilierregiment 37 zugeteilt und die von diesem Regiment erkämpften Erfolge am ersten Schlachttag waren zu einem großen Teil seinem Verdienst und der Unterstützung seiner Infanteriegeschützbatterie zu verdanken. Nach der Erstürmung des Chemin des Dames war Leutnant Hieronymus einer der ersten, der mit seiner Batterie alle Schwierigkeiten des Trichtergeländes spielend leicht überwand, und so gerade im entscheidenden Augenblick den Angriff des III. / Füsilierregiment 37 auf Loupeigne wirksam unterstützte. Als Oberleutnant von Ravenstein, der Führer des I. / FR 37, die Aisne-Brücke bei Bourg mit nur wenigen weiteren Offizieren erstürmte und weiter auf den Aisne-Kanal vorging, über dessen Brücke starke französischen Kolonnen entgegenmarschierten, führte Leutnant Hieronymus seine Batterie im Galopp in Stellung und nahm die Brücke unter gutgeleitetes, wirksames Feuer, so daß die Franzosen fluchtartig ihre Stellungen räumten. Auch dem III. / FR 37 bahnte die Batterie den Weg über Aisne und Aisne-Kanal. Und auch in den folgenden Kämpfen des ersten Schlachttages war Leutnant Hieronymus mit seiner Batterie überall zur Stelle, wo sie gebraucht wurde. Die Krönung des erfolgreichen Tages war die Erstürmung des Schlosses von Lonzingen. Von der gesamten Artillerie war Leutnant Hieronymus einzig und allein als erster zur Stelle, um dem angreifenden Bataillon den Sturm auf das Schloß aufs wirksamste zu unterstützen.

Robert Hieronymus war damit der fünfte Leutnant, der für die Kämpfe an der Westfront mit dem PLM ausgezeichnet wurde.

Er war neben Leutnant Hans Markmann jedoch erst der zweite, der für seinen Einsatz mit dem PLM ausgezeichnet wurde, nachdem er zuvor schon das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern erhalten hatte.

Diese Auszeichnung hatte sich Leutnant Hieronymus an der Spitze seiner Batterie in der Frühjahrsschlacht bei Arras im Frühahr 1917 verdient. Er war mit seiner Batterie dabei im Abschnitt Monchy eingesetzt gewesen, wo die Franzosen auch mit Tanks angegriffen hatten. Die IGB 14 schoß mit insgesamt 16 Schuß drei der vor ihrer Front auftauchenden Stahlungetüme ab. Drei Mal nahm der Feind die Geschütze, und drei Mal holte die Batterie sie sich unter Führung von Leutnant Hieronymus wieder.

IM

  • Moderator
  • Stammmitglied
  • *****
  • Beiträge: 7698
Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #344 am: 03.02.15 (00:13) »
Roderich von Schoeler erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Generalleutnant und Führer des VIII. Armeekorps

Damit kommen wir zu einem neuen Verleihungskomplex.

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Mit den ihm unterstellten Divisionen hatte Generalleutnant von Schoeler die schwierigste Aufgabe im deutschen Angriffsplan zu bewältigen, die Eroberung des mit undurchdringlichem Wald und zahlreichen feindlichen Stellungen und MG-Nestern bedeckten Waldgeländes nordöstlich des Matzbaches. Dank seiner vortrefflichen, tatkräftigen Anordnungen wurde diese Aufgabe glänzend gelöst. Am ersten Schlachttag warf das VIII. Armeekorps den Feind 7 km nach Süden. Am 10. Juni 1918 wurde Marqueglise erobert, dann drang das Korps mit dem Lauf der Matz nach Südosten vor und bedrohte die auf den Höhen von Lassigny stehenden Franzosen in der linken Flanke.

Die "Operation Gneisenau" war die vierte deutsche Offensive des Jahres 1918. Sie war die erste, die sich nicht festlief, sondern durch einen umfassenden alliierten Gegenangriff abgebrochen werden mußte.

 

post