Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront  (Gelesen 313286 mal)

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #345 am: 04.02.15 (01:55) »
Udo von Fischer erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Oberst und Kommandeur 231. Infanteriebrigade / 231. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte  für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

In dieser kämpfte Oberst von Fischer mit seiner Brigade erst ab dem 30. Mai 1918 in vorderster Linie. Noch am gleichen Tag erreichte er als erster die Marne. Damit war ein tiefer Keil in die feindliche Linie getrieben. Am 31. Mai 1918 wurde unter Führung des Brigadekommandeurs die Höhe 204 und damit die Schlüsselstellung des Feindes bei Château-Thierry erstürmt. Die Stadt selbst konnte am 1. Juni nach schweren Kämpfen ebenfalls genommen worden.

Udo von Fischer war schon für die "Operation Michael" zum PLM eingereicht worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #346 am: 05.02.15 (02:17) »
Josef Bischoff erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Major und Kommandeur  Infanterieregiment 461 / 237. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte  für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Major Bischoff erstürmte mit seinem Regiment am 1. Juni 1918 die Höhen nördlich des Clignon-Baches. Am 2. Juni überschritt das IR 461 den Bachabschnitt und nahm das Dorf Belleau im Sturm. In der Nacht zum 3. Juni wurde der Angriff gegen den Wald von Belleau durchgeführt. Obgleich der Wald von stärkeren Kräften besetzt und von zahlreichen MG´s beherrscht war, gelang der Angriff. Der Wald von Belleau war nicht nur der Brennpunkt des Kampfes, sondern es wurde mit seinem Besitz die Grundlage für ein weiteres Vorgehen gesichert. In der Zeit vom 3. bis 11. Juni hielt Major Bischoff den Wald gegen sich ständig wiederholende amerikanische Angriffe. Er hielt sich dabei im stärksten Artilleriefeuer ständig im Wald auf und leitete Verteidigung und Gegenangriffe persönlich. Ihm war es zu verdanken, daß es dem Rest seines Regiments gelang, den Wald gegen einen weit überlegenen Gegner zu behaupten.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #347 am: 06.02.15 (01:55) »
Karl Friederici erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Major und Kommandeur  Reserve-Jägerbataillon 20 / 48. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Major Friederici drang mit seinem Bataillon unaufhaltsam bis auf die Höhen südlich der Matz. Etwa 20 Geschütze wurden genommen, zahlreiche MG-Nester beseitigt. Trotz Sumpf und Dickicht wurde der zäh gehaltene Matzgrund gestürmt und überwunden. All diese Erfolge wurden unter persönlicher Führung von Major Friederici erkämpft.

Karl Friederici sollte das Kriegsende nicht erleben. Er fiel noch am 4. November 1918, nur wenige Tage vor dem Waffenstillstand.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #348 am: 06.02.15 (20:17) »
Albrecht Freiherr von Rotberg erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Major und Kommandeur Garde-Reserve-Schützenbataillon / Jägerdivision

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Aus dem Verleihungsvorschlag:

"Am 9. Juni setzte Major Freiherr von Rotberg den Angriff auf die französische Stellung südlich Lassigny persönlich an. Infolge des starken Nebels und der Einwirkung von Gas waren die Kompanien des Bataillons derart durcheinandergekommen, daß der Angriff beim Schloß und Dorf Plessier zu stocken drohte. Major Freiherr von Rotberg griff selbst in der vordersten Linie ein, ordnete die Verbände, so gut es ging, so daß der Angriff ohne weitere Stockungen vorgetragen werden konnte. Der Feind hatte sich dann in stark verdrahteten Stellung bei St.-Claude-Ferme festgesetzt, sein Widerstand sollte durch einen mit der Artillerie vorbereiteten Angriff gebrochen werden. Major Freiherr von Rotberg begab sich zu den nordöstlich der St.-Claude-Ferme liegenden Teilen des Bataillons. Während er in vorderster Linie sich befand, wurde das Bataillon, das an die Bayern keinen Anschluß hatte, von vorn, vom Rücken und von der Seite aus angegriffen. Major Freiherr von Rotberg griff selbst mit in den Kampf ein. Der Angriff wurde glatt abgewiesen, mehr als 200 Gefangene, darunter ein Major, blieben in der Hand des Bataillons. Es galt nun, möglichst schnell in den Besitz der St.-Claude-Ferme zu kommen. Major Freiherr von Rotberg erkundete selbst mit zwei Kompanieführern die Angriffsmöglichkeiten auf die St.-Claude-Ferme. Es gelang, durch kühnen Vorstoß von der Flanke her den feindlichen Graben aufzurollen und die St.-Claude-Ferme zu nehmen. Hierdurch konnte der Vormarsch auf Elincourt fortgesetzt werden. Zum großen Teil ist somit das Erreichen des Matz-Grundes der hervorragenden Tüchtigkeit des Majors Freiherrn von Rotberg zu danken."

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #349 am: 09.02.15 (16:27) »
Felix Schelle erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 370 / 10. Ersatzdivision

Die Verleihung an ihn war noch eine für die am 9. April 1918 beginnende "Operation Georgette", genauer für die Schlacht von Armentières. Unter Führung von Major Schelle überschritt das IR 370 am 9. April 1918 als erste deutsche Truppe die Lys, drang weiter vor und eroberte am folgenden Tag die Stadt Steenwerck. Ohne weitere Unterstützung konnte Schelle die Stadt die kommenden 36 Stunden trotz heftiger Angriffe verteidigen.


Bei Felix Schelle fehlt mir der Geburtsort.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #350 am: 10.02.15 (17:55) »
Karl Rothenburg erhielt den PLM am 30. Juni 1918 als Leutnant d.R. und Führer 2. Kompanie / 5. Garde-Regiment zu Fuß / 4. Garde-Division

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Leutnant Rothenburg erzwang noch am ersten Angriffstag den Übergang über den Matz-Bach.

Aus dem Verleihungsvorschlag:

"Leutnant Rothenburg hat am 9. Juni 1918 zwei Mal durch selbständiges Handeln den ins Stocken geratenen Angriff seines Bataillons vorgetragen. Beim Sturm auf Berlière ging er mit seiner seitwärts herausgestaffelten Kompanie, ohne Befehl abzuwarten, zum umfassenden Angriff gegen das stark befestigte Dorf vor und erstürmte daselbe. Unaufhaltsam folgte er darauf mit seiner tapferen Kompanie dem schrittweise zurückweichenden Gegner und riß dabei die übrigen Kompanien mit vor. Als der Angriff am Nordufer des Matz-Baches am Nachmittag zum Stehen kam, drang er trotz heftigster Gegenwehr mit seiner Kompanie zuerst ganz allein über den Matz-Bach vor. Da der Feind sich am Südifer des Baches ständig verstärkte, ermöglichte dieses schnelle Zupacken ohne Befehl - nach den vorher gegebenen Weisungen sollte der Hauptschwerpunkt des Angriffs auf dem anderen Flügel liegen - allein dem Regiment, den für die Führung so wichtigen Übergang über den Matz-Bach noch am 9. Juni durchzuführen. Leutnant Rothenburg versteht es in seltener Weise, seine Leute mit sich fortzureißen und zu besonderen Taten anzuspornen."

Zu Beginn des Krieges war Karl Rothenburg noch im Mannschaftsdienstgrad gewesen. Nun werde er an der Westfront der sechste Offizier im Rang eines Leutnants, der mit dem PLM ausgezeichnet wurde. Und er wurde damit der erste dritte Leutnant, der an der Westfront mit dem Ritterkreuz des Hohenzollerns und dem PLM ausgezeichnet wurde.

Den Hohenzollern hatte sich Leutnant Rothenburg an der Spitze seiner Kompanie in der "Operation Michael" erworben. Das Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordens mit Schwertern war ihm am 23. Mai 1918 verliehen worden, den PLM erhielt er am 30. Juni 1918. Somit liegen zwischen diesen beiden Auszeichnungen nur 5 Wochen !! Das dürfte wohl bei den Verleihungen für die Kämpfe an der Westfront nur noch schwer zu unterbieten sein, ...

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #351 am: 11.02.15 (18:12) »
Damit kommen wir in den Juli 1918.

Max Hofmann erhielt am 5. Juli 1918 das Eichenlaub zum PLM als General der Infanterie und Führer des XXXVIII. Reservekorps

Die Verleihung erfolgte für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

General der Infanterie Hofmann gelang mit seinem Korps die Einnahme von Ribécourt und der umliegenden Höhen. Er führte damit den linken Flügel der Angriffsformation durch ein unübersichtliches und undurchdringliches Wald- und mit zahllosen feindlichen Stellungen bedecktes Berggelände zum Erfolg. Die erreichte Linie konnte gegen heftige Gegenangriffe gehalten werden.
« Letzte Änderung: 11.02.15 (21:12) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #352 am: 12.02.15 (17:37) »
Max Ludwig erhielt den PLM am 5. Juli 1918 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabes XXXVIII. Reservekorps

Die Verleihung erfolgte parallel zur Eichenlaubverleihung an Max Hofmann, dem Kommandierenden General des XXXVIII. Reservekorps, der seinen Chef des Stabes auch selbst zum PLM eingereicht hatte.

Die Verleihung erfolgte somit für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Oberstleutnant Hofmann hatte nur drei Tage vor Angriffsbeginn die Geschäfte des Chefs des Stabes des XXXVIII. Reservekorps übernommen, sich aber so schnell eingearbeitet, daß er an den Erfolgen des Korps maßgeblichen Anteil hatte.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #353 am: 24.02.15 (03:27) »
Hans von Troilo erhielt den PLM am 5. Juli 1918 als Oberstleutnant und Kommandeur Infanterieregiment 53 / 50. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte  für die "Operation Blücher-York",  die am 27. Mai 1918 beginnende Angriffsschlacht zwischen Soissons und Reims.

Oberstleutnant Troilo hatte mit seinem Regiment an der Erstürmung des Chemin des Dames teilgenommen. Als am zweiten Kampftag, dem 28. Mai 1918, durch einen französischen Gegenangriff eine gefährliche Situation entstand, verlor der Regimentskommandeur, selbst in vorderster Linie, keinen Augenblick seine besonnene Kaltblütigkeit, sondern wartete in aller Ruhe das Herankommen der rückwärtigen Teile seines Regiments ab. Dann führte er persönlich sein III. Bataillon zum Sturm. Die Franzosen wurden nach hartem Nahkampf überrannt und erlitten schwere Verluste. Über 800 Gefangene konnte das IR 53 so einbringen.

Hans von Troilo war schon für die "Operation Michael" zum PLM vorgeschlagen worden, damals hatte er jedoch vom Kaiser in Anerkennung seiner Taten dessen Bild mit eigenhändiger Unterschrift bekommen.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #354 am: 25.02.15 (00:54) »
Hans von Frankenberg und Ludwigsdorf erhielt den PLM am 5. Juli 1918 als Major und Kommandeur 6. Garde-Feldartillerieregiment / 4. Garde-Division

Die Verleihung erfolgte somit für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Major von Frankenberg und Ludwigsdorf unterstützte die Angriffskämpfe seiner Division am 9. und 10. Juni 1918 maßgeblich. Mit seiner Begleitartillerie blieb er dich an den ersten Wellen der Infanterie, so daß diese, trotz schwierigsten Waldgeländes, stets Feuerunterstützung hatten. Als die vorderen Teile der Infanterie an den Matz-Bach heranfühlten, eilte Major von Frankenberg und Ludwigsdorf selbst an den versumpften Abschnitt vor, um Übergangsmöglichkeiten für seine Feldbatterien zu erkunden und sie mit den ersten Kompanien auf das Südufer zu führen. Am frühen Morgen des 10. Juni stand das Artillerieregiment auf dem anderen Ufer und sein Kommandeur konnte erneut entscheidend in die Kämpfe des Tages eingreifen.


Hans von Frankenberg und Ludwigsdorf war ebenfalls bereits für die "Operation Michael" zum PLM eingereicht worden. Die Zahl der Verleihungen für die erste deutsche Frühjahrsoffensive des Jahres 1918 hätte somit also noch wesentlich höher sein können. Wir haben jetzt bereits ein Dutzend Personen, deren Vorschläge abgelehnt wurden. Hier handelt es sich um Personen, die später für weitere Taten dann trotzdem die Auszeichnung erhielten. So kann man sich vorstellen, wie viele weitere Vorschläge ebenfalls noch abgelehnt wurden. Auch wenn die Verleihungen des PLM mit Beginn des Jahres 1918 stark zunahmen, so wurde er doch nicht "leichter" vergeben. Immerhin standen die Beliehenen des Jahres 1918 oftmals bereits seit Jahren ununterbrochen im Fronteinsatz und hatten sich bereits mehrfach besonders ausgezeichnet.

JakeV

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #355 am: 25.02.15 (12:12) »
Guten Tag,

In "Genealogisches Handbuch des Adels" ist von Frankenberg und Ludwigsdorf als "Hans-Heydan" (und nicht nur als "Hans") geführt. Also lt. GHdA, von Frankenberg und Ludwigsdorf starb am 10.06.1946.

Jake


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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #356 am: 26.02.15 (00:00) »
Vielen Dank für die Ergänzung.

Die Todesdaten habe ich aus dem Biblio-Buch, da sind eh viele Fehler enthalten. Den Namen Heydan habe ich so noch nie gehört. Habe aber auch dies ergänzt.

Dann weiter mit dem nächsten Namen:


Karl von Kietzell erhielt den PLM am 5. Juli 1918 als Major und Kommandeur Garde-Grenadierregiment 5 / 4. Garde-Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte somit für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Major von Kietzell konnte sich besonders am 11. Juni 1918 auszeichnen. An der großen Straße Montdidier - Compiègne vorstoßend, sollte sein Regiment den sterbenden Angriff der Nachbardivision vortragen. Kaum war das vorderste Bataillon im Bereitstellungsraum angekommen, entriß ein feindlicher Gegenstoß der Nachbardivision die Porte-Ferme. Die große Bedeutung des Besitzes dieses Punktes sofort erkennend, setzte Major von Kietzell in schnellem und kühnem Entschluß mit dem einen zur Zeit ihm zur Verfügung stehenden Bataillon sich wieder in den Besitz der Ferme, drang mit diesem und den beiden anderen bald nachfolgenden Bataillonen bis in die Dunkelheit in schwerem Kampfe noch mehrere Kilometer weit vor, dabei die stark befestigte Loyen-Ferme stürmend. Durch sein schnelles Zufassen verhinderte Major von Kietzell ein weiteres verhängnisvolles Vordringen des Feindes, der aus der Gegend der Porte-Ferme das Matz-Tal beherrscht hatte, und verhinderte den an dieser Stelle schon fast geglückten feindlichen Durchbruch.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #357 am: 27.02.15 (04:18) »
Engelbert von Morsbach erhielt den PLM am 5. Juli 1918 als Major und Chef des Generalstabes des VIII. Armeekorps

Die Verleihung erfolgte somit für die deutsche Angriffsschlacht zwischen Noyon-Montdidier vom 9. bis 13. Juni 1918, die sogenannte "Operation Gneisenau".

Major von Morsbach hatte den Angriff des VIII. Armeekorps gegen den Matz-Bach vorbereitet und auch während der Kämpfe leistete er in seiner Funktion vortreffliche Arbeit, so daß er den Ausgang durch seine Entscheidungen mit beeinflußte.


Eingereicht wurde er vom Führer des VIII. Armeekorps, Generalleutnant Roderich von Schoeler
, der am 30. Juni 1918 ebenfalls mit dem PLM ausgezeichnet worden war.
« Letzte Änderung: 27.02.15 (13:19) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #358 am: 27.02.15 (19:58) »
Ernst Gruson erhielt den PLM am 6. Juli 1918 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 72 / 8. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte rückwirkend noch für die "Operation Georgette", genauer für die Schlacht von Armentieres.

Am 10. April 1918 eroberte das IR 72 La Gorgue und stieß bis an die Lys vor. Die Brücke dort war von den Engländern gesprengt worden. Die deutschen Bataillone stockten, denn rasendes feindliches Feuer fügte ihnen schwerste Verluste zu. Da eilte Major Gruson selber nach vorn und erkundete in rücksichtslosem Einsatz persönlich die Lage und Übergangsmöglichkeiten. Im Grauen des neuen Tages stand der Regimentskommandeur als erster auf der gesprengten Brücke. Der Übergang über die Lys wurde bewerkstelligt, und dann ging es auf der anderen Seite weiter. Das  IR 72 drang in die Lys-Stellung vor und erreichte in den folgenden beiden Tagen unter dem in vorderster Linie kämpftenden Major Gruson die Südostecke des Nieppe-Waldes. Major Gruson hatte mit seinem Regiment siegreich gegen drei englische Garde-Regimenter gekämpft und den Kampf seiner Division maßgeblich beeinflußt.


Die Verleihung erfolgte relative spat, den der Verleihungsvorschlad fand lange keine endgültige Zustimmung, bis erneut darauf hingewiesen wurde, wie entscheidend der Einsatz von Major Gruson für den gesamten Kampfverlauf gewesen war.

Da wären wir gleich wieder beim Thema, daß der PLM auch Mitte 1918 nicht leicht vergeben wurde. Auch bei Major Gruson benötigte es bis zu einer Verleihung zwei Anläufe. Er war schon für die Dritte Flandernschlacht im Herbst 1917 zum PLM eingereicht worden.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #359 am: 16.03.15 (23:23) »
Arthur Pikardi erhielt den PLM am 6. Juli 1918 als Major und Kommandeur Reserve-Infanterieregiment 86 / 18. Reservedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 9. April 1918 beginnende "Operation
Georgette", genauer für die Schlacht von Armentières.

In der Durchbruchsschlacht vom 9. bis 14. April bahnte das RIR 86 den Weg und ermöglichte hierdurch nicht nur den Truppen der eigenen, sondern auch der Nachbardivisionen das Vorwärtskommen. Dies war in erster Linie der umsichtigen Führung von Major Pikardi zu verdanken.


Bei Arthur Pikardi fehlt mir der Todesort.