Autor Thema: Bundeswehr im Gefecht  (Gelesen 33042 mal)

Jan-Hendrik

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #30 am: 10.06.06 (15:54) »
Als ob Ihr Pios alles mitkricht ... ;D

Jan-Hendrik

hec801

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #31 am: 10.06.06 (18:56) »
Jane,

es gibt Pios und Pios! Als nie Dagewesener kennt man die Unterschiede aber nicht, weshalb ich Dir die Bemerkung vergebe...

Gruss

Hannes

hec801

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #32 am: 10.06.06 (18:59) »
Eine genaue Schilderung zum Zwischenfall von einem wohl Beteiligten:

Guten Abend,
ich habe es erst jetzt gelesen und festgestellt das einige unstimmigkeiten herrschen bei der Dartellung des Feuergefechts in Prizren 1999. So manches hatt mich erzürnt und überrascht. Zuerst möchte ich mitteilen das ich direkt bei diesem Feuergefecht in Prizren 1999 dabei war, was auch heisen soll nur weil es in den Medien kam das dies nicht der einzigste vorfall, am Anfang der Kosovo Mission, war.
Zuerst zu dieser Frage welche Einheiten waren vor Ort ?
sehr geehrter fumanju und Seventy6er der TPZ "Fuchs" war von Jägern des GebJgBtl. aus Schneeberg besetzt. Die 2 TPZ "Fuchs" um die Ecke waren besetzt von Jägern des Jgbtl.292 Donaueschingen in einem dieser "Füchse" war ich selber, sollte einer an diese angaben zweifeln kann er in der 3./ und 4./Kompanie JgBtl. 292 Anrufen und sich erkundigen bzw. vorbeikommen und sich Fotomaterial ansehen, wenn es denn unbedingt sein muss(Front-Tourismus). Es ist auch richtig das Kameraden des JgBtl. 292 den Stab in Tetovo bewachten diese Soldaten waren von der 2.Kompanie. Wir waren eine Donaueschinger Kompanie und waren die ersten im Einsatzland weil wir Anfangs noch den Auftrag hatten OSZE beobachter im Notfall mit der KSK zu Evakuieren, dies war Sachstand März ´99, doch wie bekannt änderte sich die Lage und wir wurden eingegliedert und trugen den Namen 4./VstkJgBtl.
So, dann zu dem Vorwurf alles sah planlos aus, meine Herren ich gebe zu bedenken das dies kein besuch auf der Standortschießanlage war, wo man wenn man keine Lust mehr hatt einfach geht, dies war Realität und nicht nur in diesen 30 min. sondern vorher und nachher genauso. Ich gebe zu bedenken das ich und all meine Kameraden in den Anfangstagen im kosovo max. 2h schlaf am Tag hatten und dieser wurde im TPZ getan, wenig Wasser und schlechtes Essen "EPA", Übergriffe der Bevölkerung auf Serben, Heckenschützen die auf Zivilisten schoßen, Verwesungsgeruch und Leichen überall. Diese Grundanspannung die schon herrschte wurde dann noch gesteigert durch diesen zwischenfall. Desweiteren wurden wir und die TPZ Besatzung der GebJg. nicht wie im Kino einfach rausgelöst und andere übernehmen, sondern der "normale" Tag und die Woche ging weiter.
Weswegen der verwundete 2. Serbe erst später verarztet wurde lag nicht an der Trägheit sondern unter der Meldung von Zivilisten das sich Hekenschützen in der alten Ruine versteckt hatten um auf uns zu Feuern.
Der Leutnant der den Feuerbefehl gab bekam die höchste Auszeichnung die die Bundeswehr verleihen kann:
das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
sollte jemand nicht damit vereinstanden sein das das JgBtl.292 auch dabei war, dem sei gesagt die Realität lässt sich nicht verleugnen !
Kurz noch zu dem Vorfall in Bosnien ´97
diese zwei Kameraden waren von der 2./JGBtl 292 .Ich war zu dieser Zeit auch im Einsatz in Raijlovac/Sarajevo war in der 3.Kompanie GepEinsVerb. ich kann nur sagen das nach diesem Vorfall das Verhältniss zwischen Jägern und Aufklärern sehr angespannt war. Da wir im Einsatz waren durften wir nicht viel Fragen oder Nachforschen was diesen Vorfall bertaf.
Zum Schluß noch eine persönliche Sache : kein Soldat von 1999 wurde anständig und fair psychologisch betreut.

Gruß Wolfshund
ehem. 4./JgBtl 292 III.Zug


Quelle: Sondereinheiten

Ronny22

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #33 am: 10.06.06 (20:09) »
Als ich mit dem Deutsch-Niederländischem Korps in Holland auf Übung war trug ich mit meinem OG unser rotes Barett. Da haben alle Holländer gleich vermutet, wie wären Fallschirmspezialkräfte, weil wir etwas ausgerüstet waren als der Rest.

Naja, Holländer...die denken seit 1940 das jeder Deutsche wohl Fallschirmjäger sei...  ;D

Zum Vorfall im Kosovo: Die Bw-Kolonne war noch im Vormarsch und wurde da von dem Lada überholt. Und die serbisdchen Milizionäre haben nicht zuerst das Feuer eröffnet, sondern die Bw, weil die Serben sich nicht kontrollieren lassen wollten (angeblich waren die beiden Pechvögel stockbesoffen). Der Waffeneinsatz der Bw war hoffnungslos überdimendioniert und chaotisch ohne Leitung durchgeführt.

Aber wirksam...  ;D

Naja...dumm gelaufen aber...die Serben wußten was Sache ist und haben die Bundeswehr nicht ernstgenommen...sie wurden auf schmerzliche Weise eines besseren belehrt.

Sah man doch schon beim Grenzübertritt wo die Serben den Einmarsch verzögern wollten und der serb. Grenzkommandeur meinte der bräuchte mehrere Stunden seinen Leute zusammeln und abzurücken.
Der deutsche General gab ihm wohl dann als Antwort: "In einer Stunde sind sie und ihre Männer weg!"
Dann lamentierte der Serbe noch rum und der General meinte: "Noch 59 Minuten..."

Also genau den Wortlaut kenn ich jetzt nich mehr, lief aber auch mal im TV.
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
Bertrand Russell

Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
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Ronny22

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #34 am: 10.06.06 (20:29) »
Jane,

es gibt Pios und Pios! Als nie Dagewesener kennt man die Unterschiede aber nicht, weshalb ich Dir die Bemerkung vergebe...

Gruss

Hannes


Naja...801. halt...  8)
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
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hec801

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #35 am: 10.06.06 (20:46) »
Bei mir nicht nur!  ;D  Aber wir können halt eine Menge! Auch TuT!

Ronny22

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #36 am: 10.06.06 (20:48) »
Bei mir nicht nur!  ;D  Aber wir können halt eine Menge! Auch TuT!

Das sowieso!!!

Und der Verein is die Härte also die TUTer...  ;)
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
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hec801

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #37 am: 10.06.06 (21:35) »
Ja, einfach abgefahren! Holen immer wieder was aus der Waschküche, was dann zum Panzer wird...  ;D

Hoover

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #38 am: 11.06.06 (00:07) »
@Hec801:

Leider gibt der Schreiber keinen Ablauf des Zwischenfalls. Ich habe selber mit Kameraden gesprochen, die dabei waren. Naütlich muss man die Müdigkeit und Anspannung berücksichtigen, aber trotzdem ist dieser Zwischenfall eskaliert. Und dass der Leutnant, der den Feuerbefehl gab, die höchste Bw-Auszeichnung bekam, danach sofort BS wurde und sich seinen Truppenteil aussuchen durfte stimmt auch. Allerdings: Wenn ein Leutnant auf einem Leo liegt und auf über 120 Metern mit der P9 10 Schuss abgibt, dann muss ich doch schmunzeln. Zitat meines Kameraden:"Wir haben einfach drauflos geschossen, bis sich nichts mehr rührte."


bani

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #39 am: 11.06.06 (00:20) »
.... Allerdings: Wenn ein Leutnant auf einem Leo liegt und auf über 120 Metern mit der P9 10 Schuss abgibt, dann muss ich doch schmunzeln. ...


Naja, 'n Leutnant!
Was willste da erwarten ...
Wenn's mal noch 'n Offizier gewesen wäre  - aber ein Leutnant ...
Kann ja nix bei rauskommen!

Hoth

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #40 am: 11.06.06 (00:38) »
.... Allerdings: Wenn ein Leutnant auf einem Leo liegt und auf über 120 Metern mit der P9 10 Schuss abgibt, dann muss ich doch schmunzeln. ...


Naja, 'n Leutnant!
Was willste da erwarten ...
Wenn's mal noch 'n Offizier gewesen wäre  - aber ein Leutnant ...
Kann ja nix bei rauskommen!

Nichts gegen den dt. Leutnant an sich! Der BW-Lt. ist sicher wieder ein ganz anderer Fall. Leider! Diese Armee ist echt ne Schande. Alle uralten dt. Soldatentugenden ausgemerzt und statt soldatischer Eigenschaften durch Weichspüler ersetzt. Daran ändern dann auch unsere wenigen vielleicht noch guten Jungs im KSK oder den KS nichts. Die kann man ja nun mal an den Fingern abzählen. Armes Deutschland!

Ronny22

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #41 am: 11.06.06 (14:20) »
Nichts gegen den dt. Leutnant an sich! Der BW-Lt. ist sicher wieder ein ganz anderer Fall. Leider!


Es geht hier aber um einen BW-Leutnant und nich um einen schneidigen Leutnant im Graben vor Verdun oder in den Ruinen von Stalingrad...  :-X


Diese Armee ist echt ne Schande.


Hast du in ihr gedient???

Wenn nich dann is es immer leicht von aussen zu urteilen....und die NVA war nun einmal anders...immer diese alberne Diskussion...wir waren härter als die und soweiter......alles pille-palle...   :-X
 
Alle uralten dt. Soldatentugenden ausgemerzt und statt soldatischer Eigenschaften durch Weichspüler ersetzt.

Was sind denn uralte dt. Soldatentugenden???

Züchtigung und Kadavergehorsam wie beim alten Fritz??? Spiessruten laufen? Oder allen Befehlen folgen egal was dabei rauskommt?

Darin sehe ich den gravierensten Unterschied zu früheren dt. Armeen, das seit Ende des 2.WK verbrecherische Befehle verweigert werden können.

Auch wenn der Einwand kommt, man hätte auch damals nicht mit machen müssen...dann frage ich mich warum soviele damals sich im nachhinein auf einen Befehlsnotstand berufen.  ::)

Daran ändern dann auch unsere wenigen vielleicht noch guten Jungs im KSK oder den KS nichts. Die kann man ja nun mal an den Fingern abzählen. Armes Deutschland!

Unsere guten Jungs??? Was macht diese Männer zu guten Jungs? Nur weil sie speziell in bestimmten Kampfweisen gedrillt und ausgerüstet sind? Ich kannte einen KSK-Soldaten persönlich und das war ein ganz "normaler" Junge der eben nur sehr sportlich und ehrgeizig war. Und dadurch als Lehrgangs-Bester abschloss...in Calw.


Und armes Deutschland liegt daran das die Bundeswehr mangelhaft ausgerüstet wird, viele Sachen sich eingeschliffen haben und man die Armee mal durchgreifend reformieren muss. Aber die dafür Verantwortlichen denken & handeln im 4-Jahres-Rhythmus...und solche Reformen benötigen weit aus mehr Zeit.
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Hoover

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #42 am: 11.06.06 (14:50) »
Naja, auch wenn ich im Moment nur Resergvist bin muss ich doch sagen, dass sich gerade in den letzten jahren sehr viel zum Positiven geändert hat, was die Ausrüstung betrifft.

In den jahren 1970 bis Ende der 80er Jahre (!!!) gab es einen Stillstand, was Uniformen, Ausrüstung und Bewaffnung betrifft. Meine Kompanie ist 1996 mit Fahrzeugen in Kroatien gefahren, die im Durchschnitt fast 20 Jahre alt waren! Erst Mitte der 90er kamen neue Unifromen, neue Ausrüstungen und (endlich) neue Fahrzeuge in die Truppe. Aber was der merkbare Motivationsschub durch diese Neuigkeiten auslöste machte die Politik mit überzogenen Forderungen in Bezug auf Ausländseinsätze und Belastung der "Daheimgebliebenen" wieder zunichte.
Ich habe von 1992 bis 2004 aktiv gedient und habe es erlebt.

Ronny22

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #43 am: 11.06.06 (15:09) »
@Hoover

Das meine ich ja...die neue Ausrüstung kommt schleppend...

Ich durfte meine AGA noch in oliv geniessen...grade im Juli sehr reizvoll und das war 1999 und mein erstes G-36 bekam ich erst kurz vor meiner Entlassung Ende 2000 in die Hand.

Und das war nicht mal meins, konnte es mir nur mal greifen und unter die Lupe nehmen.

Der alte Kram muss mal raus und das neue Gerät eingeführt werden. Aber die Sparwut der Politiker bremst ja alles ein...
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Bertrand Russell

Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
Shaolin-Weisheit

Hoover

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Re: Bundeswehr im Gefecht
« Antwort #44 am: 11.06.06 (19:06) »
Naja, kommt ja auf den Truppenteil an.

Ich bin 1992 auch in grün angefangen, wir wurden dann aber als KRK-Truppe 1994 inerhlab von 1 Woche komplett umgerüstet. Als ich dann zu einem TrspBtl versetzt wurde war das zum Glück Teil des I. D/NL-Korps und Lehrtruppenteil, daher war dort die Aussattung auch annehmbar. Nur die uralten Lkw wurden langsam durch (zuwenige) Lkw MULTI ersetzt. Egal, jetzt sieht es schon anders aus. Langsam wird sich die Bw modernisieren, wobei das bei den gestiegenen und erweiterten Aufträgen notwendig ist.

 

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