Autor Thema: Krieg in Afghanistan  (Gelesen 200164 mal)

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #165 am: 14.07.08 (08:23) »
Zitat
Bei einem Angriff der Taliban auf einen US-Militärstützpunkt im Nordosten Afghanistans sind am Sonntag neun amerikanische Soldaten getötet und 15 weitere verletzt worden. Es war der tödlichste Übergriff auf US-Truppen in dem Land seit drei Jahren.

http://www.rp-online.de/public/article/panorama/ausland/589753/Neun-US-Soldaten-kommen-ums-Leben.html

Ronny22

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #166 am: 14.07.08 (11:33) »
Langsam wird das wie bei den Russen damals in den 80igern....  ::)

Immer koordiniertere und effektivere Angriffe.....


Aber:
Zitat
Es sei außerdem davon auszugehen, dass die Angreifer schwere Verluste zu verzeichnen hätten....

Man geht davon aus, hat aber keine Beweise, sprich Leichen........einfach nach dem Grundsatz wenn die so viele von
uns töten müssen wir mindesten 3mal soviele von ihnen getötet haben.  :-X   :(

Es wäre ja fatal die Taliban hätten diesen Angriff gut vorbereitet durchgezogen und unter wenigen Verlusten solch
ein Ergebnis erzielt.


Die Allianz sollte langsam aber sicher Konzepte erarbeiten & umsetzen die mit dieser gesteigerten Intensität zurecht kommt.

Wenn die Verluste weiter so hoch bleiben oder sogar noch steigen wird der Unmut in der eigenen Bevölkerung so groß das
es einen Rückzug geben wird, das Land bleibt sich überlassen....die Taliban reissen alles wieder ansich.

Und dann geht das große abrechnen mit der jetzigen Regierung und ihrer Organe los - ergo Hinrichtungen am laufenden Band.  :-\
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #167 am: 14.07.08 (11:37) »
Auch die Truppenstärke der Allianz erreicht so langsam die damalige Obergrenze der Sowjets. Wo lag die damals eigentlich? Bisher habe ich etwas von 100.000 Mann gefunden.

Die US-Armee überlegt derzeit 3 der 15 Kampfbrigaden aus dem Irak abzuziehen, aber nicht weil man etwa generell die Truppen aus dem Irak abziehen will, sondern weil man noch weitere Verstärkungen für Afghanistan benötigt.

Bisher sind die Aktivitäten der Taliban ja eher als Nadelstiche zu bezeichnen. Sollte es ihnen wirklich gelingen, ihre Angriffe effektiver und für die Allianz weitaus verlustreicher durchzuführen, dann wird es sicher interessant, ...

Niwre

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #168 am: 14.07.08 (11:48) »
Na da ist es doch schoen, dass wir jetzt die Schnelle Eingreiftruppe uebernommen haben.

waldi44

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #169 am: 14.07.08 (13:42) »
Na da ist es doch schoen, dass wir jetzt die Schnelle Eingreiftruppe uebernommen haben.

Tja und wie schrieb ein Norweger auf seiner HP(sinngemäss): "Die deutschen Hubschrauber kamen nicht und so musste die "Schnelle Eingreiftruppe" auf LKW's über holprige, staubige Strassen tagelang dem Brennpunkt des Geschehens entgegenholpern...  Dadurch bekam der Begriff "Schnelle" Eingreiftruppe gleich eine ganz andere Bedeutung!"
Tja, die Zeiten des "Blitzkrieges" sind bei den Deutschen eben schon lange vorbei ;D ;D ;D....

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #170 am: 14.07.08 (14:54) »
An dem Angriff auf die US-Basis sollen sich 400 bis 500 Taliban-Kämpfer beteiligt haben.

http://www.cnn.com/2008/WORLD/asiapcf/07/14/afghan.violence/index.html?section=cnn_latest

Ob die Angaben so stimmen, läßt sich immer schwer beurteilen. Auf alle Fälle ist es sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Taliban einen solchen Angriff auch einmal erfolgreich abschließen können.

waldi44

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #171 am: 14.07.08 (16:39) »
Ja und dann haben wir ein afghanisches  Dien Bien Phu oder Khe San. Nur dass die Folgen auch für uns Europäer viel schlimmer sein werden als damals, als diese Niederlagen uns höchstens als Nachrichen im Rundfunk oder Fernsehen erreichten!

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #172 am: 14.07.08 (17:21) »
Naja Waldi, solche Vergleiche würde ich nicht gleich bringen, ...

waldi44

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #173 am: 14.07.08 (17:30) »
Naja Waldi, solche Vergleiche würde ich nicht gleich bringen, ...

Dien Bien Phu ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber  Khe San legt durchaus im Bereich des Möglichen und wenn mal eine andere Nation ausser den USA auf einen Schlag gleich mehrere dutzend, wenn nicht gar einige hundert Tote zu beklagen hat, wird man ganz schön ins Grübeln kommen. Ausserdem haben wir ja nun  einen weiteren bewaffneten Gegner bekommen: Die Kurden.
Etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber irgendwie doch wieder passend. Na, wie sagten schon unsere Altvorderen: Viel Feind viel Ehr. Hoffentlich wird es nicht zuviel der "Ehr";)!

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #174 am: 14.07.08 (17:38) »
Zumindest sollte man sich in einigen Ländern endlich darüber im Klaren sein, daß man dort Krieg führt und keine "Aufbaumission". Solange man immer noch von vereinzelten Aktionen von Terroristen spricht ist dies alles Schönfärberei.

Ronny22

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #175 am: 15.07.08 (12:03) »
Naja wieviele Taliban es nun waren weiß scheinbar keiner.........aber lieber mehr als zu wenige, weil man ja das Gesicht wahren will.

Die genauen Verluste der Gegenseite scheint auch nicht ermittelbar zu sein......scheinbar nur Blutspuren, aber keine Leichen gefunden!?  ::)


Den Amerikanern hat wieder einmal ihre Luftwaffe den Arsch gerettet....sollten die Taliban in Zukunft solche Angriffe noch durch
Luftabwehr-Teams mit Boden-Luft-Raketen absichern, könnte es schon brenzliger werden.
Grade im Hinblick auf Unterstützung durch Kampfhubschrauber oder das Bergen von Verwundeten durch Rettungshubschrauber.


@Waldi

Die Kurden sind nicht unser Feind, sondern der der Türken. Die Führung der PKK distanziert sich von der Entführung und nennt
die Übereifrigkeit eines örtlichen Kommandanten als Grund.
Im Norden des Iraks kämpfen kurduschische Peshmerga Seite an Seite mit den Amerikanern und daran wird sich nichts ändern.
Im Nordirak spielen sie eine zu große Rolle, es wird nur interessant wenn die Türken wirklich mal tief und dauerhaft in den Nordirak eindringen würden.
PKK und Peshmerga-Einheiten sind zwar 2 verschiedene Gruppierungen, aber die Peshmerga stehen nicht untätig daneben wenn die türkische Armee ihre Brüder abschlachtet und dabei wie gewohnt auch auf kurdische Zivilisten keine Rücksicht nimmt.

Das wäre mal eine interessante Entwicklung....  Zumal man die Peshmerga auf 375.000 Mann schätzt...  ::)

Und es auch viele rein kurdische (ex-Peshmerga) Einheiten innerhalb der irakischen Armee gibt.  ;)

« Letzte Änderung: 15.07.08 (12:09) von Ronny22 »
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
Bertrand Russell

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Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
Shaolin-Weisheit

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #176 am: 15.07.08 (14:29) »
Zitat
Den Amerikanern hat wieder einmal ihre Luftwaffe den Arsch gerettet....sollten die Taliban in Zukunft solche Angriffe noch durch
Luftabwehr-Teams mit Boden-Luft-Raketen absichern, könnte es schon brenzliger werden.
Grade im Hinblick auf Unterstützung durch Kampfhubschrauber oder das Bergen von Verwundeten durch Rettungshubschrauber.

Ein solches Szenario hat am 28. Juni 2005 19 US-Soldaten das Leben gekostet und führte zur ersten und bisher einzigsten Verleihung der Medal of Honor für den Afghanistan-Feldzug.


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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #177 am: 18.07.08 (14:52) »
Der Angriff auf den US-Stützpunkt, bei dem 9 US-Soldaten ihr Leben verloren haben, ist nun zu einem tatsächlichen Sieg der Taliban geworden. Die Koalitionstruppen haben diesen Stützpunkt aufgegeben und verlassen und sich zurückgezogen.

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/07/17/international/blutige_gefechte_in_afghanistan

Ein solcher Schritt dürfte sicher neue Angriffe herausfordern. Die Taliban haben nun mit Sicherheit das Gefühl, daß man die überlegenen Koalitionstruppen ins Wanken bringen kann, ...

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #178 am: 01.08.08 (21:18) »
Auch im Monat Juli lagen die Verluste in Afghanistan den dritten Monat in Folge höher als im Irak. In Afghanistan verloren 30 Soldaten der Koalition ihr Leben, im Irak im gleichen Zeitraum 13.

Damit scheint sich wohl dauerhaft die Lage zu ändern. Die Verluste für den Monat Juli 2008 sind damit für die US-Truppen im Irak die niedrigsten seit Kriegsbeginn im März 2003.

waldi44

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Re: Krieg in Afghanistan
« Antwort #179 am: 02.08.08 (10:17) »
Der Angriff auf den US-Stützpunkt, bei dem 9 US-Soldaten ihr Leben verloren haben, ist nun zu einem tatsächlichen Sieg der Taliban geworden. Die Koalitionstruppen haben diesen Stützpunkt aufgegeben und verlassen und sich zurückgezogen.

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/07/17/international/blutige_gefechte_in_afghanistan

Ein solcher Schritt dürfte sicher neue Angriffe herausfordern. Die Taliban haben nun mit Sicherheit das Gefühl, daß man die überlegenen Koalitionstruppen ins Wanken bringen kann, ...

Dass sie sich da mal nicht irren. Das Aufgeben von unhaltbar gewordenen Stützpunkten scheint mir eher ein Zeichen der Stärke als der Schwäche.  Man kann es sich leisten - zumindest mal eine andere Auslegung der Situation. Die kriegerische Vergangenheit weltweit hat gezeigt, dass das sinnlose festhalten in aussichtslosen Situationen sehr verlustreich für die Verteidiger werden kann und schlussendlich nach unvergleichlich höheren Verlusten doch zur Aufgabe des Stützpunktes führte.
Dann lieber rechtzeitig den "Laden" schliessen. Sollen sich die Taliban doch über ihren vermeindlichen Sieg freuen.
Vielleicht macht er sie ja unvorsicjtig und beim nächsten Stützpunkt holen sie sich blutige Nasen!

 

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