Autor Thema: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos  (Gelesen 9358 mal)

RHWinter

  • Gast
Hallo zusammen,

in aller Eile eine Anfrage zu diesen Einheiten: Gibt es gute (wissenschaftlich fundierte) Literatur?
Kann man in aller Kürze etwas zu diesen Einheiten sagen? Vor allem die Übernahme von Teilen (?) in die SS?
Danke für die bisherige Unterstützung.

Richard

bani

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Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #1 am: 29.04.06 (21:04) »
Das hier: http://www.das-ritterkreuz.de/index_themen.php4?modul=kommando&thema=brand1.htm , dürfte mit das ausführlichste und genauste sein, was zum Thema im Netz zu finden ist.

Ist eine Studie vom RK-Träger (Witzel-) Kirn, der selbst bei einem Front-Aufklärungskommando war ( 202 )

Wobei das auch mehr allgemeine Info's sind.
Normalerweise reden diese Männer auch heute noch nicht besonders viel darüber.
Habe selbst schon mit Witzel-Kirn und einem anderen Brandenburger gesprochen, der auch bei den Front-Aufklärern war und deshalb später bei den Franzosen auf der Fahndungsliste stand.

Detaillierte Angaben sind von solchen Leuten kaum zu bekommen und Bilder schon gar nicht ( LEIDER ) ...  :-\


Zur Übernahme in Skorzenys Jagdverbände gibt es die unterschiedlichsten Angaben!
Das reicht von "kaum Freiwilligen, die wechseln wollten" bis hin zu "jede Menge" ...

Der von mir erwähnte Brandenburger ist damals übrigens freiwillig gewechselt.

Mehr were ich zu dem Thema auch nicht sagen, da man Angaben zum Teil nur unter dem Vermerk PERSÖNLICH bekommt!
Und wenn ich sowas verspreche, halte ich mich da auch dran.

RHWinter

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #2 am: 30.04.06 (12:55) »
Ganz herzlichen Dank schon mal für diese Antwort! Werde dem Link nachgehen.

Sehr schade eigentlich, dass auch mehr als sechzig Jahre nach Ende des Weltkriegs noch immer nicht offener mit dem Thema umgegangen werden kann! Ich selber bin Historiker und habe einerseits eine wissenschaftlich-distanzierte Sicht zu dieser Zeit - auch wenn ich über meinen Vater in ganz persönlicher Hinsicht emotional recht "nahe dran" bin. Aber man sieht es an der Art, wie das Thema NS-Zeit immer noch in den Medien erscheint, dass eben nur ein ganz geringer Teil der Öffentlichkeit eine "wissenschaftliche", sprich abgeklärte, um Objektivität bemühte Sicht auf die Dinge hat/wünscht. Dass für die persönlich Betroffenen diese Zeit und ihr Agieren damals (und in all den Jahren danach) zusätzlich mit starken Gefühlen besetzt ist, so dass Ihnen selbst ein diskretes, geschweige denn ein offenes Sprechen darüber kaum möglich ist, kann man als Mensch (und ich als Sohn eines solchen "Betroffenen" ganz besonders) nachvollziehen.

Es ist meiner Ansicht nach aber auch ein riesen Fehler der einschlägigen wissenschaftlichen Institutionen, wie vielleicht des Militärhistorischen Forschungsamtes und der Professoren an den Universitäten, die sich mit der NS-Zeit befassen, dass sie es in sechzig Jahren nicht geschafft haben, den "Betroffenen" zu vermitteln, dass es bei der historischen Erforschung nicht um ein "An-die-Öffentlichkeit-zerren" und womöglich "An-den-Pranger-stellen" geht (bei ehem. Geheimdienstlern kommt die ganz reelle Angst vor einer "Aufdeckung" und juristischen Verfolgung hinzu), sondern um wissenschaftliche Erkenntnis, die sich gar nicht für den Einzelnen, für Meier, Müller und Schulze interessiert und die Verantwortung, die er für seine Biographie hat. Es geht vielmehr um Aufklärung (hier mal im Kant'schen Sinne gemeint)! Aber diese etwas "staubtrockene" Art des Umgangs mit ihrer Biographie ist vermutlich aus Sicht der "Betroffenen" wiederum nicht die angemessene... Ein Teufelskreis, der mich etwas unglücklich macht.

Erlauben Sie mir noch einen etwas persönlichen Gedanken: Wie hieß es während meiner Bundeswehrzeit so schön? "Melden macht frei!" Und ich bin tatsächlich der festen Überzeugung, dass der offene Umgang mit der persönlichen Biographie (wie auch mit der Geschichte im Großen) "befreiend" wirkt. (Auch in psychologischer Hinsicht eine Binsenweisheit, die sich interessanterweise die katholische Kirche in ihrem Beichtsakrament zu eigen gemacht hat.) Übrigens auch für die Nachgeborenen "befreiend", wie ich an meiner Familiengeschichte merke: Es ist nämlich - milde ausgedrückt - schon ein komisches Gefühl, wenn man vom Vater selbst zwar vieles erfahren hat, aber weiß, dass er tatsächlich nie etwas von sich preisgegeben hat. Darauf war er übrigens stolz: Ein Held in seinen Kreisen, der bis zuletzt und ohne wenn und aber den Selbstschutz und den Schutz seiner Kameraden über die Verantwortung für seine Familie stellte!
Nun, sowohl als Sohn wie auch als Historiker kann ich diese Haltung gut nachvollziehen, wenn auch nicht gutheißen. Und gottseidank habe ich als Wissenschaftler das Werkzeug, mir Informationen aus der Vergangenheit zu verschaffen, und dabei  durch Hinweise meines Vaters auch falsch gelegte Spuren von echten Hinterlassenschaften zu unterscheiden - auch wenn es nicht ganz leicht ist, mit Nagelfeilen die dicken Mauern des Schweigens zu durchbrechen. Aber: Steter Tropfen höhlt bekanntlich jeden den Stein. Lieber wären mir natürlich ein paar offene Gespräche mit den "Ehemaligen".

In diesem Sinne: Nochmals danke und ich freue mich auch weiterhin über Informationen!
Richard

Erichx

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Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #3 am: 30.04.06 (22:32) »
Wo waren die ? "OKW Amt Ausland / Abwehr" oder "Fremde Heere Ost/West" ?

bani

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #4 am: 30.04.06 (22:43) »
Abwehr


Lies Dir einfach den obigen Link durch.

Erichx

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #5 am: 01.05.06 (10:32) »
Ich hab's schon durchgelesen. Stimmt aber auch nicht alles. Z.B. es gab sehr wohl Kämpfe in der Tschechoslowakei.
Aber zurück zur Frage. Habe beim Gehlen nachgeschaut "Der Dienst" S53/54. Nachdem die Abwehr zerschlagen wurde kamen die Ic-Stellen (und somit auch die unterstellten FAKs) zu ihm. Also FHO. Auf der nächsten Seite anscheinend noch früher. Der ganze Text dort ist sowieso sehr verwirrend. :-\

bani

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Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #6 am: 01.05.06 (10:37) »
Das Problem mit dem Heft ist - erschienen bei der MGfA.

Ist das nicht die Stelle, wo Messerschmidt & Co. sitzen oder saßen?
Die haben doch eh alles so gedreht, wie es in IHREN Kram gepaßt hat!
Um es mal auf die böse Art zu sagen - Messerschmidt ist für mich der Knoop der Forschung ...  >:(

Jan-Hendrik

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #7 am: 01.05.06 (10:39) »
Es kommt bei denen immer drauf an , in welcher Reihe das Buch erschienen ist und vor allem WERs geschrieben hat . Teilweise sind da Sachen bei , die sind absolut erste Sahne , und teilweise isses halt Verknoppung mit intellektuellem Niveau  ;D

Jan-Hendrik

bani

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Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #8 am: 01.05.06 (10:47) »
Also kann man die Veröffentlichungen der MGfA mit dem LANDSER vergleichen ...  8)

Offline Balsi

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Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #9 am: 01.05.06 (10:50) »
 ;D.. herrlich.. das schreib denen mal

Jan-Hendrik

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #10 am: 01.05.06 (10:50) »
 ;D ;D ;D ;D

Außerdem bekrittle ich das es von Denen exakt 0,0 Veröffentlichungen zum Thema Kavallerie/2.Wk gibt ( nicht mal zum Thema Pferdeeinsatz , obwohl die Wehrmacht doch am Ehesten eine "hot"-Armee war ! )  ::)

Jan-Hendrik
« Letzte Änderung: 01.05.06 (10:52) von Jan-Hendrik »

RHWinter

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #11 am: 01.05.06 (11:07) »
Mal ganz was anderes - zur Auflockerung und außerdem muss ich es ja ausnutzen, wenn ich schon 'mal Fachleute an der Strippe habe:

Gibt's Literatur / sonstige Hinweise über den Einsatz von ehem. Soldaten der "Roten Armee" bei FAT / FAK ?

Jan-Hendrik

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #12 am: 01.05.06 (11:10) »
Meinst Du sowas in der Art wie es hier :

http://forum.balsi.de/index.php?topic=478.0

bezüglich des Herrn Girg beschrieben wird ?

Jan-Hendrik

RHWinter

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #13 am: 01.05.06 (11:16) »
danke, aber da verstehe ich wohl nicht alle Zusammenhänge: Was hat Herr Girg mit ehem. sow. Soldaten zu tun? Oder habe ich da etwas überlesen?

Jan-Hendrik

  • Gast
Re: Frontaufklärungstruppe, Frontaufklärungskommandos
« Antwort #14 am: 01.05.06 (11:19) »
Naja , beim letzten "Streifzug" durch die sowj. Front hatte er ja auch Ex-RA-Personal in seinem Trupp . Und ich denke mal , das dürfte bei derartigen Unternehmungen keine Seltenheit gewesen sin  ;)

Jan-Hendrik