Autor Thema: Grabstätten suche in Estland  (Gelesen 929 mal)

Friedrich

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Grabstätten suche in Estland
« am: 25.03.19 (11:49) »
Guten Tag,
ich suche die Grabstätte meines Onkels Friedrich Feindt geb am 13.06.1920 in Stade. Gefallen am 17.08.1944 in der Nähe von Heisri/Palutaja in Estland.
Mein Onkel war Obergefreiter in der 12 Luftwaffenfeldivision 3.Kompanie Jägerregiment 25 L
Träger des EK2 verl. am 26.04.44 / EK1 verl. 07.05.44 / Verwundetennabzeichen in Schwarz verl. 17.05.44 und Infanterie Sturmabzeichen in Silber verl. am 17.07.44
Ich wende mich aus folgendem Grund an das Forum.
Die Unterlagen die mir vorliegen ( Handschriftlicher Brief der damaliegen Kompanie Führer Oberleutnant A. Rueben)
und die offiziellen Unterlagen sind widersprüchlich.
Die amtlichen Unterlagen nennen als Todesort Tiju Lettland und als Grabstelle Palutaja .
Nachdem ich den Brief des Kompanieführers einsehen konnte ergab sich folgender Sachstand:
Die Grabstelle liegt zweifelsfrei in Estland und zwar 5km nordwestlich von Heisri wie vom Kompanieführer beschrieben,
denn die offiziellen Unterlagen sagen aus 400m südlich von Palutaja und da Palutaja in Estland liegt in nordwestlicher Richtung oberhalb von Heisri.
Ich würde gern wissen wo mein Onkel letztendlich bestatten wurde bzw wenn noch möglich ihn auf einem Soldatenfriedhof in Estland umbetten lassen.
Anfragen bei der WAST/PA des Bundesarchives waren leider nicht hilfreich.
Die Nummer der Erkennungsmarke habe ich angefordert.
Die Kriegsgräberfürsorge hat leider auch keine Infos.
Ich hoffe auf Informationen

Mit freundlichen Grüssen


Ronny22

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Re: Grabstätten suche in Estland
« Antwort #1 am: 10.10.19 (13:49) »

Mal beim Volksbund nachfragen, die sind ja dafür zuständig.
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Jürgen Fritsche

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Re: Grabstätten suche in Estland
« Antwort #2 am: 19.10.19 (01:10) »
ich suche die Grabstätte meines Onkels Friedrich Feindt geb am 13.06.1920 in Stade. Gefallen am 17.08.1944 in der Nähe von Heisri/Palutaja in Estland.
[...]
Ich wende mich aus folgendem Grund an das Forum.
Die Unterlagen die mir vorliegen ( Handschriftlicher Brief der damaliegen Kompanie Führer Oberleutnant A. Rueben) und die offiziellen Unterlagen sind widersprüchlich.
Die amtlichen Unterlagen nennen als Todesort Tiju Lettland und als Grabstelle Palutaja .
[...]
Die Grabstelle liegt zweifelsfrei in Estland und zwar 5 km nordwestlich von Heisri wie vom Kompanieführer beschrieben, denn die offiziellen Unterlagen sagen aus 400 m südlich von Palutaja und da Palutaja in Estland liegt in nordwestlicher Richtung oberhalb von Heisri.
[...]
Die Nummer der Erkennungsmarke habe ich angefordert.
Die Kriegsgräberfürsorge hat leider auch keine Infos.

Moin Friedrich,

1. Von welcher Behörde / Organisation stammen die von Dir erwähnten erwähnten amtlichen bzw. offiziellen Unterlagen?

2. Doch, die Kriegsgräberfürsorge hat Infos (die bezieht sie i. d. R. von der WASt): Der VDK jedenfalls hat in seiner Online-Gräbersuche sogar eine dritte Kombination: "17.08.1944 gef. Tiju, Estland (also nicht, wie von Dir erwähnt, Lettland), Grab derzeit noch Heisri, Estland". Also dort nochmal gezielt anfragen und angesichts wohl bereits dreier verschiedener Versionen zum Todes- und Bestattungsort um exakte Klärung der tatsächlichen Orte bitten!

3. Die Beschriftung / Nummer der Erkennungsmarke hat insgesamt keine weitere Bedeutung als daß sie angibt, bei welcher Einheit er diese EM erhalten hatte. Für Rekruten war dies der einziehende Ausbildungstruppenteil.
Die EM-Nummer war ab dann der ständige Begleiter des Soldaten - unverändert, egal, wohin er versetzt wurde, er wurde stets mit dieser selben EM-Nummer bei jedem neuen Truppenteil registriert und diese jeweils neue Registrierung wurde u. a. an die WASt gemeldet.
Die heutige Abt. PA (die frühere WASt) verfügt (nicht lückenlos) über damalige EM-Listen, um daraus nicht nur soweit wie möglich lückenlos den Werdegang des Soldaten angeben zu können, sondern auch beim Auffinden von Gebeinen eines Gefallenen mit EM (!) diesen Gefallenen anhand der unmittelbar bei ihm aufgefundenen EM identifizieren zu können. Einen anderen Aussagewert hat eine EM nicht. EM-Verzeichnisse werden nicht ausgehändigt, die Nummer kann Dir mitgeteilt werden.

4. Was die WASt aufgrund ihrer Unterlagen weiß, teilt sie Dir auch mit (sofern Du einen entsprechend formulierten Auskunftsantrag gestellt hattest, bspw. auf einen ausführlichen militärischen Werdegang - es gibt auch andere Optionen, und die WASt teilt nicht mehr mit als angefragt)

5. Die geographischen Positionen von Heisri (58°02' N 26°47' E) und Palutaja (58°05' N 26°45' E), beide Põlvamaa (Krs. Põlva), Estland, sind klar.
"Tiju" jedoch findet sich in Estland nicht. Ich gehe mal davon aus, daß es sich bei diesem "Ortsnamen" entweder um eine Verballhornung des zweiten Teils von Palutaja und damit um einen Lese-/Schreibfehler handelt oder aber um den ebenso winzigen, falsch geschriebenen Ort Tiido, der genau zwischen Heisri und Palutaja liegt.
"5 km nordwestlich von Heisri" bzw. "400 m südlich Palutaja" bedeuten beide dasselbe:  er wurde unmittelbar südlich Palutaja bestattet, das 5,9 km LL nnw. von Heisri liegt.
In Tiido könnte Dein Onkel durchaus auch gefallen sein, wenn es nicht eher Palutaja war.
« Letzte Änderung: 19.10.19 (02:28) von Jürgen Fritsche »
Viele Grüße,
Jürgen



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Jürgen Fritsche

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Re: Grabstätten suche in Estland
« Antwort #3 am: 20.10.19 (02:25) »
Moin Friedrich,

noch ein Hinweis: Die damalige Lage wird in Meldungen des XXVIII. Armeekorps beschrieben, zu finden in den Dokumenten der NARA-Rolle T 312 R 958.
Eine estnische Seite stellt die Meldungen (in nicht bekannter Vollständigkeit) online, jede einzelne unter Angabe der NARA-Signatur.
« Letzte Änderung: 22.10.19 (18:08) von Jürgen Fritsche »
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Jürgen



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Jürgen Fritsche

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Re: Grabstätten suche in Estland
« Antwort #4 am: 22.10.19 (00:05) »
Moin Friedrich,

Lagekarten zufolge war die 12. Lw-Feld-Div. am 01.08.1944 noch 55 km südöstlich von Heisri im Raum Petschory im Einsatz, am 01.09.1944 schon 50 km weiter westlich von Heisri unmittelbar nördlich von Törva!
Bei einem offenbar zeitlich in etwa linear verlaufenden Rückzug befand sich die 12. Lw-Feld-Div. tatsächlich Mitte August 1944 im Raum Heisri - Palutaja.
Viele Grüße,
Jürgen



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