Autor Thema: ... der Reserve  (Gelesen 11329 mal)

Balsi

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... der Reserve
« am: 07.03.06 (22:44) »
Hab hier grad nen Ritterkreuzträger... gefallen 1944 in Kroatien.. versuche jetzt der Tochter zu helfen mehr Infos zu bekommen.. und da sinniere ich grad über das "... der Reserve" nach. Das bedeutet doch das der Mann eingezogen wurde, Grundausbildung erhielt, dann ins Zivilleben ging und wieder mobilgemacht wurde.. oder? Zumindest freiwillig meldete er sich dann nicht?

Meinungen?

bani

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Re: ... der Reserve
« Antwort #1 am: 07.03.06 (23:07) »
Wieso nicht?

Auch als Reservist kann man sich wieder freiwillig melden.
Gab ja doch jede Menge, die ihre normale Dienstzeit vor dem Krieg gemacht haben und sich dann wieder zu ihrer alten truppe gemeldet haben.

Richtschuetze

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Re: ... der Reserve
« Antwort #2 am: 08.03.06 (06:47) »
Zumindest freiwillig meldete er sich dann nicht?

könnte doch sein das er nur solange "Beurlaubt"war bis er gerufen wurde oder?Also so lange bis der Brief kommt sich zu melden das also Verwendung vorliegt!(vielleicht hatte das auch was mit dem Zivilberuf des jenigen zutun?)

Gruss

steffen04

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Re: ... der Reserve
« Antwort #3 am: 08.03.06 (09:10) »
Bei der Bundeswehr bedeutete d.R. meines Wissens, daß der Dienstgrad während der Reservezeit erworben wurde. Ein Leutnant (ohne Zusatz d.R. entlassen) wurde zum Oberleutnant d.R.,wenn er sich die Beförderung als Reservist verdient hat. Ob er nach Reaktivierung und erneuter Beförderung Hauptmann oder Hauptmann d.R. geworden wäre, entzieht sich meiner Kenntnis. Den Fall hatten wir ja nicht.


hec801

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Re: ... der Reserve
« Antwort #4 am: 08.03.06 (11:07) »
d.R. bedeutet, dass er nicht im aktiven Dienst bei der Wehrmacht gedient hat und beispielsweise in Friedenszeiten einem zivilen Beruf nachging bzw. arbeitslos war, zumindest aber nicht in der Wehrmacht.

Nichts desto trotz hatte er natürlich seinen Wehrdienst und Reservistenlehrgänge...

Balsi

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Re: ... der Reserve
« Antwort #5 am: 08.03.06 (13:02) »
also wenn ich das dann richtig verstehe... erhielt der Mann eine Grundausbildung (ob freiwillig oder nicht sei erstmal dahingestellt) und ging dann ins Zivilleben zurück, um dann mglw. im Zuge der Mobilmachung am 26.08.1939 eingezogen zu werden. Jede Beförderung erhielt dann den Zusatz "der Reserve". Was machte dann den unterschied zwischen sagen wir einem leutnant der reserve im Jahre 1940 der dann in den aktiven Offiziersdienst überführt wurde und zum Oberleutnant befördert wurde. Ich meine was änderte sich vom Reserve- zum aktiven Dienst?

hec801

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Re: ... der Reserve
« Antwort #6 am: 08.03.06 (14:11) »
Robert,

Du wurdest halt Berufsoffizier!!!

Sold dürfte sich auch etwas geändert haben und vor allem konntest Du nun in den Generalstab gehen und auch General werden.

Dass Obersten d. R. zum GenMaj. befördert wurden, war glaube ich nur Einzelfälle...

Gruss

Hannes

steffen04

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Re: ... der Reserve
« Antwort #7 am: 08.03.06 (16:58) »
Jede Beförderung erhielt dann den Zusatz "der Reserve".

Das glaube ich eigentlich nicht. Er wurde als Oberfähnrich (bzw. Wehrmachtsentsprechung)entlassen, dann während seiner Reservedienstzeit zum Leutnant der Reserve, nach Reaktivierung Oberleutnant ohne Zusatz.

Für den Ritterkreuzträger bedeutete das, daß er zwischen Reaktivierung und Auszeichnung nicht befördert wurde.

Unterschiede zwischen Aktiven und Reservisten gab es meines Wissen auf dem Papier nicht, auch nicht beim Wehrsold.

Balsi

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Re: ... der Reserve
« Antwort #8 am: 08.03.06 (18:44) »
also es geht um den Heeresmann Amelung... laut Tochter hatte er sich freiwillig gemeldet.. die Frage ist nun.. wozu.. das Reserve lässt doch dann aber zumindest daruf hindeuten das er einmal nicht freiwillig dabei war...

Leutnant

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Re: ... der Reserve
« Antwort #9 am: 08.03.06 (20:48) »
Ich nehme an, es ist ähnlich wie jetzt bei der Bw. Man muss sich aktiv als Offizieranwärter der Reserve (ROA) bewerben, wir dann beispielsweise als Schütze (ROA) eingezogen, dient 2 Jahre (Bw!) inclusive Gruppenführer-/ Zugführerlehrgang und geht dann als Fähnrich (ROA) wieder ins Zivilleben. Meldet man sich dann freiwillig zu einer Reserveübung wird man, nach einer bestimmten Zeit und weiteren Voraussetzungen (zB. DSA) zum Leutnant d. R.
Jede Wehrübung zählt dann zusammen mit Lehrgängen und schließlich kann man u.U. bis zum General d.R. aufsteigen.

hec801

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Re: ... der Reserve
« Antwort #10 am: 09.03.06 (15:23) »
@ steffen04

Aktive und Reserve-Offiziere wurden sehr wohl unterschieden, allein schon durch die Ranglisten!!!

Natürlich erhielt jede Beförderung den Zusatz d.R., wenn er nicht zwischenzeitlich in den aktiven Dienst übernommen worden war. Er wurde also Lt. d.R., Oblt. d.R. usw.

Was soll das heissen: "Für den Ritterkreuzträger bedeutete das, daß er zwischen Reaktivierung und Auszeichnung nicht befördert wurde. "

@ Leutnant

Bis auf den letzten Satz stimme ich Dir 100%ig zu!  :D

Generalmajor d.R. beispielsweise gab es bei der Wehrmacht nicht, bei der Bw. kann das ja anders sein, wird von mir also nicht bestritten.

Gruss

Hannes

Rainer

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Re: ... der Reserve
« Antwort #11 am: 18.03.06 (12:00) »
hier etwas zu dem Status d.R. in der Wehrmacht. Bäke wurde erst als General in den aktiven Dienst übernommen:
http://www.panzer-archiv.de/content/personen.php?id=11

hec801

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Re: ... der Reserve
« Antwort #12 am: 19.03.06 (10:51) »
Nein,

er wurde mit der Beförderung zum GenMaj. in den aktiven Dienst übernommen, da sonst eine Beförderung nicht geklappt hätte...

Gruss

Hannes

Balsi

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Re: ... der Reserve
« Antwort #13 am: 27.05.06 (09:23) »
also zum Thema hab ich was entdeckt. hab ja den Band zu den RKT der Infanterie Band C - Dowerk.. da ist auch Leon Degrelle drin...der hat laut diesem Buch den Rang eines SS-Brigadeführers und Generalmajor der Waffen-SS der Reserve...

Jan-Hendrik

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Re: ... der Reserve
« Antwort #14 am: 27.05.06 (09:31) »
Schade , das ich Band 1 von Generale der WSS nicht mehr hier habe  Ich glaube bei Degrelle war das eine recht "ominöse" Form der Beförderung !

Jan-Hendrik