Autor Thema: Unterscharführer Heinrich Taudte  (Gelesen 987 mal)

Sannekind

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Unterscharführer Heinrich Taudte
« am: 15.12.18 (07:38) »
Guten Morgen,

Danke für die schnelle Aufnahme hier!

Ich bin auf der Suche nach Informationen zu meinem Großvater, Heinrich Taudte, geb. am 06.11.11 in Eger, wohnhaft bis zu seinem Tod in Aschaffenburg. Er starb am 11.9.1980. Bis zu seiner Verwundung in Russland, 1941 oder 1942 war er Unterscharführer in einem Totenkopf-Infantrie-Regiment in Dachau. Welches weiß ich nicht; das Thema wird in meiner Familie nicht besprochenen. Über Informa tionen egal welcher Art würde ich mich sehr freuen!

Danke schon mal im voraus, liebe Grüße, Sannekind

Ronny22

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #1 am: 27.12.18 (00:54) »
Ist etwas konfus....

In Dachau waren keine Regimenter stationiert, sondern eigentlich die SS-Totenkopfstandarte I "Oberbayern“, untergliedert in Totenkopfsturmbanne.

Die Verwaltung der Totenkopf-Division hatte ihren Sitz, im SS-Übungslager in Dachau.

In diesem Lager wurden die zukünftigen KZ-Wachen ausgebildet u. auf Härte/Brutalität gedrillt.


Hast Du schonmal versucht bei der WAST Informationen über deinen Großvater herauszubekommen? Um vielleicht präzisere Daten zu erhalten, bezüglich der Verwundung / Ort / Datum etc. ???



Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
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Wenn ein Mann sagt er hat keine Angst zu sterben, ist er entweder ein Lügner oder ein Gurkha!
Field Marshal Sam Maneksha

Sannekind

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #2 am: 27.12.18 (13:46) »
Danke! Vor allem für die Präzisierung. Ich habe wirklich nur bruchstückhafte Infos, die offenbar auch nicht korrekt sind. LG

Ronny22

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #3 am: 27.12.18 (18:38) »
Habe mal kurz gegoogelt.....  http://www.dws-xip.pl/reich/biografie/numery/numer152.html

SS-Nr. 152 517 - Heinrich Taudte - SS-Rottenführer


Jetzt wirds leider etwas unangenehm..... der Grund warum die Familie wohl nicht gerne darüber spricht...S.194/195 im November 1938 (Reichskristallnacht)


https://books.google.de/books?id=iEjur4d5DJ8C&pg=PA195&lpg=PA195&dq=%22Heinrich+Taudte%22&source=bl&ots=Tc_Ydb6EWI&sig=aP7UzVc0NokicG7S5vNAhvCcHo0&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwif17Hsw8DfAhVtx4UKHa-cB-YQ6AEwCHoECAUQAQ#v=onepage&q=%22Heinrich%20Taudte%22&f=false

"Das Oberste Parteigericht

Das Oberste Parteigericht läßt durch einen Sondersenat, bei dem verschiedene Gauleiter und Gruppenführer zu Schöffen bestellt werden, die Vorgänge untersuchen, zumal einige Gefolgsleute gestrauchelt zu sein scheinen, so zum Beispiel, um ein paar Fälle herauszugreifen...

...der Parteigenosse Heinrich Taudte, Parteimitgliedsnummer 172 517, SS-Mann, wohnhaft in Aschaffenburg, HXXXXXX-Straße XX, wegen Tötung des Juden Vogel; "




Bei Amazon für 4,20 € zu haben....  LINK

Buch: https://www.wallstein-verlag.de/9783892441397-herbert-kuesel-zeitungs-artikel.html





Pogromnacht in Aschaffenburg: Aus der Synagoge schlagen Flammen. Scheiben klirren. Alfons Vogel, 61 Jahre alt, schleppt man aus seiner Wohnung im Haus Weißenburger Straße 40, stellt ihn in der Fasanerie an einen Baum und feuert auf ihn. Ludwig Löwenthal, 44-jährig, treffen Schüsse im Haus an der Platanenallee 5. Vogel stirbt kurz nach der Tat. Löwenthal leidet zeitlebens an den Folgen der nächtlichen Gewalt.

https://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art11846,2819687

https://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art11846,2743987


In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 stürmten fünf SS-Männer in die Wohnung von Alfons Vogel und verschleppten den 61-Jährigen in die Fasanerie. Nach wüsten antisemitischen Bechimpfungen feuerte der SS-Mann, der bereits auf Ludwig Löwenthal geschossen hatte, gezielt mehrere Nahschüsse auf Alfons Vogel ab. Die SS-Leute ließen den Schwerverletzten liegen und verschwanden. Dieser schleppte sich noch bis an den Rand der Fasanerie, wo er vom Fahrer eines Milchfuhrwerks gefunden und ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort erlag Alfons Vogel am 16. November seinen Verletzungen.[1098]
Die Verwaltung der Städtischen Krankenhauses teilte den Sterbefall mit, Todesursache: Bauchschuß mit Dünndarm- u. Nierenverletzung.

http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/Datenbank/detailsinclude.php?global=;search;624;

http://www.aschaffenburg-stolpersteine.de/stolpersteine/wer_opfer.php




Weißenburgerstraße 40
« Letzte Änderung: 27.12.18 (19:04) von Ronny22 »
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Sannekind

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #4 am: 02.01.19 (16:57) »
Danke für die viele Mühe. Das mit den Ereignissen in der Progromnacht wusste ich bereits durch eine frühere Recherche nachdem meine Oma gestorben war.

Herzlichen Dank!

uwys

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #5 am: 03.01.19 (08:24) »
Hallo Sannekind,
wenn du Informationen von anderen willst dann solltest du auch immer bekannt geben was du schon weisst!
So ersparen sich andere unnötige Suchen.
servus
Manfred
Keine Macht den doofen!
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Ronny22

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #6 am: 09.01.19 (10:34) »
Was für Infos suchst Du jetzt genau?
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Sannekind

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #7 am: 10.01.19 (09:30) »
Mich würde interessieren, ob mein Großvater über die auch von Dir gefundenen Dinge hinaus in andere Greuel verwickelt war. Er hatte für irgendetwas eine Art 'Belohnung' erhalten in Form einer 'Fabrik' in Polen und plante seinen Umzug mit der Familie dorthin. So ist es zumindest bis auf meine These der 'Belohnung' von meiner Großmutter einmal erzählt worden. Angeblich wusste sie nicht, wo diese 'Fabrik' gelegen habe..... Ich weiß, das sind alles recht krude und dürftige Angaben, aber mehr habe ich einfach nicht. Eine Anfrage beim Bundesarchiv hat auch nicht mehr ergeben, als das bekannte...
Danke Dir jedenfalls für Deine Mühe und Hilfe!

Ronny22

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Re: Unterscharführer Heinrich Taudte
« Antwort #8 am: 15.01.19 (15:03) »
Es gibt ja Stiftungen etc. die sich mit dem Holicaust beschäftigen, wie z. B. YadVashem...

Oder www.zentrale-stelle.de.... vielleicht wurde ja mal gegen ihn ermittelt, nach 1945....

Vielleicht haben die was dazu, vielleicht nicht gleich erwähnen in welchem Verhältnis du zu ihm stehst.

Gibt es keinerlei Anhaltspunkte seines Aufenthalts während des Krieges???
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