Autor Thema: Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945  (Gelesen 250 mal)

Offline Nightwish

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Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945

Eine Ausstellung der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum Osnabrück.


Anfang April 1945, als sich von Westen her die US-Armee näherte, räumte die SS das KZ Mittelbau-Dora im Harz. In aller Hast verlud sie 40.000 Häftlinge in Viehwaggons oder trieb sie zu Fuß Richtung Norden. Etwa die Hälfte der Transporte endete im KZ Bergen-Belsen. Tausende Häftlinge, die ihre Befreiung schon vor Augen hatten, wurden während der Todesmärsche ermordet. Nach dem Krieg bemühten sich die Alliierten, die während der Todesmärsche begangenen Verbrechen aufzuklären. Die meisten Deutschen hingegen lehnten eine Auseinandersetzung mit dem Thema ab.

Die Ausstellung Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945 verdeutlicht das Ausmaß der Gewalt während der Todesmärsche und sie zeigt, dass die Verbrechen in aller Öffentlichkeit begangen wurden. Zudem thematisiert sie das »Kasernenlager« in Bergen-Hohne, das im April 1945 zur Unterbringung der Häftlinge aus Mittelbau-Dora als Nebenlager des KZ Bergen-Belsen genutzt wurde. Später befand sich hier das größte jüdische DP-Camp Deutschlands.

Die Ausstellung stellt die Ereignisse während der Lagerräumungen multiperspektivisch dar. Ein besonderes Gewicht haben dabei Tagebücher, Erinnerungsberichte und Zeichnungen ehemaliger Häftlinge, die annährend deutlich machen, wie dicht die Hoffnung auf die nahe Befreiung und die unmittelbare Lebensbedrohung während der Räumungstransporte beieinander lagen. Zugleich zeigt die Ausstellung das breite Ausmaß der Mittäter- und Komplizenschaft in der deutschen Bevölkerung – und die mangelnde Bereitschaft vieler Deutscher nach dem Krieg, sich der Verantwortung für die vor Ort begangenen Verbrechen zu stellen.

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 24. November 2016, 19:30 Uhr, im Remarque-Friedenszentrum werden Dr. Stefan Hördler (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora) und Dr. Jens-Christian Wagner (Gedenkstätte Bergen-Belsen) in die Ausstellung einführen. Das Grußwort für die Stadt Osnabrück spricht Ratsfrau Anette Meyer zu Strohen.

Wann: 24. November 2016 bis 5. Februar 2017

Wo: Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Markt 6, 49074 Osnabrück

Eintritt frei
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