Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der italienischen Front  (Gelesen 3664 mal)

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Eberhard von Hofacker erhielt den Eichenlaub zum PLM am 24. November 1917 als Generalleutnant und Führer Generalkommando z.b.V. Nr. 51

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Zu diesem Zeitpunkt befehligte Generalleutnant von Hofacker die 26. Infanteriedivision, die im Abschnitt Tolmein angriff. Am 27. Oktober 1917 stürmte die Division den stark befestigten und dicht bewaldeten Monte Purgessimo, wobei 3.000 Gefangene gemacht werden konnten. Von anderen Verbänden der Division wurden weitere 3.000 Gefangene eingebracht, darunter ein Divisionsstab. Generalleutnant von Hofacker führte seine Truppen stets von vorn und trat nach dem Erfolg den Vormarsch auf Udine an. Am 28. Oktober 1917 übernahm er nach dem Tod von Generalleutnant von Berrer die Führung über das Generalkommando z.b.V. Nr. 51. In dieser Verwendung griff er weiterhin entscheidend in die Kämpfe ein, bis der Vormarsch am Fluß Piave endgültig zum Stehen kam.


Den PLM hatte sich Generalleutnant von Hofacker als Kommandeur der 26. ID an der Westfront erworben.

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Hasso von Wedel erhielt das Eichenlaub zum PLM am 24. November 1917 als Generalmajor und Kommandeur 5. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Die 5. ID kämpfte dabei sehr erfolgreich im Abschnitt Tolmein, wo sie die italienischen Stellungen durchbrechen konnte. Am 26. Oktober erstürmten Teile der Division den stark verteidigten Monte Hum, am 27. Oktober den Monte Spigh, das Hauptbollwerk der Italienier in diesem Abschnitt. Danach setzte die 5. ID ihren Siegeszug bis an den Tagliamento fort, immer unter tatkräftiger Führung von Generalmajor von Wedel.


Den PLM hatte sich Hasso von Wedel an der Ostfront erworben.

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Richard von Berendt erhielt das Eichenlaub zum PLM am 24. November 1917 als Generalmajor und General der Artillerie beim Armeeoberkommando 14

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Als General der Artillerie der 14. Armee hatte Generalmajor von Berendt den Artillerieaufmarsch bei Tolmein durchzuführen. Dies war eine ungemein schwierige Aufgabe, von deren erfolgreicher Durchführung das Gelingen der ganzen Operation abhing. Die gesamte Artillerie war hierzu auf zwei sehr schlechten und engen Straßen heranzuführen und auf engstem, zum größten Teil vom Feinde eingesehenen Raum einheitlich zu entwickeln. Generalmajor von Berendt hat diese Aufgabe sowie die richtige Verteilung und Gliederung der aus deutschen und österreichischen Batterien gemischten Artillerie musterhaft gelöst, er hat den Artilleriegruppen vortreffliche Leitlinien für ihre artilleristischen Befehle gegeben und selbst einen Teil der Batterien als Armee-Artillerie vortrefflich geleitet. Er hatte damit wesentlich Anteil am Erfolg der Offensive, die zum Durchbruch durch die italienischen Linien führte.


Den PLM hatte sich Richard von Berendt an der Ostfront erworben.

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Ernst von Below erhielt den PLM am 24. November 1917 als Generalmajor und Kommandeur 200. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Die 200. ID griff dabei im Abschnitt Tolmein an und sie konnte gleich am ersten Angriffstag das schwer befestigte Massiv der 929 m hohen Jesa erstürmen, den zweitwichtigsten Stützpunkt der feindlichen Stellungen. In den folgenden Tagen gelang der komplette Durchbruch durch die italienischen Linien und der Vormarsch in die Oberitalienische Tiefebene hinein. Generalmajor von Below hatte entscheidenden Anteil an den Erfolgen seiner Division, da der Angriff gründlich vorbereitet worden war.


Ernst von Below erwarb sich später in den Abwehrkämpfen an der Westfront im Herbst 1918 noch das Eichenlaub zum PLM.

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Wilhelm Graf von Gluszewski-Kwilecki erhielt den PLM am 24. November 1917 als Oberstleutnant und Kommandeur Leib-Grenadierregiment 8 / 5. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Die 5. ID kämpfte dabei im Abschnitt Tolmein. Am 26. Oktober 1917 stürmte Oberstleutnant von Gluszewski-Kwilecki entgegen dem Divisionsbefehl aus eigenem Entschluß die italienische Schlüsselstellung am Monte Hum. Neben zahlreicher Beute konnten 80 Offiziere und 3.500 Mann gefangengenommen werden. In den folgenden Tagen nahm das Regiment den Monte Giovanni, den Monte Soigh und das 614 m hoch gelegene, zäh verteidigte, gewaltige Castel del Monte, wobei erneut 4.500 Gefangene gemacht werden konnten. Im weiteren Vormarsch erhöhte das Regiment seine Zahl der gemachten Gefangenen auf über 10.000. Der Erfolg wurde der tatkräftigen Führung des Kommandeurs zugesprochen.

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Wolff von Graeffendorff erhielt den PLM am 24. November 1917 als Hauptmann und Kommandeur Jägerbataillon 11 / 200. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Vormarschkämpfe ins Oberitalienische Tiefland hinein nach dem erfolgreichen Durchbruch durch die italienischen Linien am Isonzo. Am 30. Oktober 1917 erstürmte Hauptmann von Graeffendorff bei Codriopo einen Brückenkopf am Tagliamento. Aus eigenem Entschluß hatte er sich zum Angriff auf die Brücken über den Fluß entschlossen. Mit seinen Jägern durchbrach er drei italienische Stellungen und nahm die Reserven des Feindes gefangen. Mitten durch die Italiener hindurch erreichte er die östlichen Enden der Brücken, die jedoch auf dem anderen Ufer vom Gegner noch gesprengt werden konnten. Auf dem eigenen Ufer wehrte das Jägerbataillon 11 im Anschluß mehrere verzweifelte Angriffe einer ganzen italienischen Division ab, die den Tagliamento ebenfalls erreicht hatte und noch überqueren wollte. Alle Angriffe wurden von dem schwachen Bataillon abgewehrt, ehe über 5.000 Italiener gefangengenommen werden konnten.

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Hans Beseler erhielt den PLM am 28. November 1917 als Major und Kommandeur Infanterieregiment 63 / 12. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Die 12. ID kämpfte dabei im Abschnitt Karfreit. Unter tatkräftiger Führung von Major Beseler, der selbst in erster Linie bei seinen Sturmtruppen war und sein Regiment immer wieder vorriß, konnte das IR 63 schon am ersten Tag des Angriffes insgesamt 14 Kilometer tief durch die feindlichen Stellungen hindurch vorstoßen, die Nachbarverbände dabei weit hinter sich lassend. Er hatte damit entscheidenden Anteil am Gesamterfolg in diesem Abschnitt.

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Arnold Lequis erhielt das Eichenlaub zum PLM am 5. Dezember 1917 als  Generalmajor und Kommandeur 12. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Die 12. ID konnte dabei in ihrem Abschnitt einen ungewöhnlich tiefen Einbruch in die feindlichen Stellungen gleich am ersten Tag erkämpfen. Sie stieß am weitesten Punkt 27 km vor und erreichte so die Stadt Karfreit. Bereits am ersten Angriffstag konnte die Division 15.000 Gefangene machen. Die Erfolge, die unter der umsichtigen Vorbereitung und der umsichtigen Führung von Generalmajor Lequis erkämpft wurden, konnten in den folgenden Tagen noch weiter ausgebaut werden.


Den PLM hatte sich Arnold Lequis an der Westfront erworben.

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Ferdinand Schörner erhielt den PLM am 5. Dezember 1917 als Leutnant d.R. und Führer  12. Kompanie / bayerisches Infanterie-Leibregiment / Alpenkorps

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Das Alpenkorps kam im Abschnitt Tolmein zum Einsatz und das bayerische Infanterie-Leibregiment sollte sich am Angriff auf die italienische Kolovrat-Stellung beteiligen. Gleich am ersten Angriffstag erstürmte Leutnant Schörner mit seiner Kompanie auf dem Monte Kolovrat die Höhe 1114. Auf ihr befand sich ein stark ausgebautes Werk und dies war der wichtigste Stützpunkt und der Eckpfeiler der ganzen Kolovrat-Stellung. Leutnant Schörner führte seine Kompanie so erfolgreich, daß die schnelle Einnahme gelang. Über 300 Mann der Besatzung des Werkes gerieten in Gefangenschaft.


Leutnant Schörner hatte sich bereits zuvor in mehreren Gefechten ganz besonders auszeichnen können. Er trug aber im Oktober 1917 noch nicht das Ritterkreuz mit Schwertern des Hausordens von Hohenzollern. Seine Tat am Monte Kolovrat wurde dann als so entscheidend angesehen, daß er sofort den PLM erhielt. Seine Tat wurde mit der Eroberung eines starken Forts gleichgesetzt.


Am 5. Dezember 1967 konnte Ferdinand Schörner die Krone zum PLM überreicht werden.

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Ludwig Ritter von Tutschek erhielt den PLM am 8. Dezember 1917 als Generalmajor und Führer des Alpenkorps

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Das Alpenkorps kam dabei im Abschnitt Tolmein zum Einsatz und konnte einige wichtige italienische Höhenstellungen erstürmen und so maßgeblich zum Durchbruch durch die gegnerische Front beitragen. Die vorbereitenden Erkundungen in dem steilen und äußerst schwierigen Gelände hatte Generalmajor Ritter von Tutschek persönlich und sehr geschickt durchgeführt. Er verstand es auch, die erkämpften Einzelerfolge der ihm unterstellten Verbände im Rahmen des Ganzen stets geschickt auszunutzen.


Bei Ludwig Ritter von Tutschek fehlt mir der Sterbeort.

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Theodor Sproesser erhielt den PLM am 10. Dezembe 1917 als Major und Kommandeur Württembergisches Gebirgsbataillon

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Als rechter Flügel des Alpenkorps eroberte das württembergische Gebirgsbataillon am 25. Oktober 1917 den mächtigen Kolovrat-Rücken und am 26. Oktober 1917 war es an der Erstürmung des 1.670 m hohen Monte Matajur beteiligt. Den größten Anteil an der Verleihung hatten aber die Erfolge des Bataillons nachdem der Durchbruch durch die italienischen Linien erzwungen worden war und der Vormarsch bis an den Fluß Piave fortgesetzt werden konnte. Major Sproesser erstürmte mit seinem Bataillon am 7. November 1917 in den Karnischen Alpen die vereiste und 1.439 m hohe Forcella Clautana, am 8. November die Felsenenge von Cimolais und am 9. November die Vajont-Schlucht östlich Longarone am Piave. Dabei wurden 10.000 Italiener gefangengenommen.

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Erwin Rommel erhielt den PLM am 10. Dezember 1917 als Oberleutnant und Führer der "Abteilung Rommel" im Württembergischen Gebirgsbataillon

Die Verleihung erfolgte für die am 24. Oktober 1917 beginnende gemeinsame deutsch-österreichische Offensive am Isonzo. Oberleutnant Rommel erhielt die hohe Auszeichnung für seinen gesamten Einsatz ab Angriffsbeginn bis zu den Kämpfen an der Piave. Er konnte sich mehrfach ganz besonders an der Spitze seiner Gebirgsschützen auszeichnen und ganz maßgeblich zum Gesamterfolg der Offensive beitragen. Am 25. Oktober 1917 konnte Rommel überraschend in die italienische Kolovrat-Stellung einbrechen und in sie eine 1.000 breite Bresche in zum Teil erbittertem Nahkampf schlagen. Dabei wurden 1.500 Mann der Stellungsbesatzung gefangen genommen. Drei Stunden später griff Rommel mit 6 Kompanien den Kuk-Gipfel an. Während sich deren Besatzung noch wehrte, stieß der Oberleutnant weiter vor und in den Rücken eines Bersaglieri-Regiments hinein. Weitere 40 Offiziere und 2.000 Mann wurden gefangen genommen und für die 12. ID wurde der weitere Vormarsch ermöglicht. Noch am Abend des 25. Oktober und in der Nacht stieg Rommel mit 6 Kompanien gegen den Monte Cragonza. Er stieß mitten in der Nacht auf eine stark besetzte, durchlaufende italienische Stellung, die kurz vor Tagesanbruch am 26. Oktober 1917 durchstoßen warden konnte. Weitere 36 Offiziere und 1.600 Mann der Italiener gingen in Gefangenschaft. In den folgenden Stunden war Rommel auch an der Einnahme des Matajur beteiligt. Am Mittag des Tages waren die Gebirgsschützen auch auf diesem Gipfel. In 30 Stunden hatte Rommel mit den ihm unterstellten Kompanien 10 km der gewaltigen Kolovrat- und Matajur-Stellung aufgerissen, fünf italienische Regimenter mit insgesamt 150 Offiziere und 9.000 Mann hatten die Waffen gestreckt, dazu waren 81 Geschütz erbeutet worden. Auch bei den Verfolgungskämpfen bis an die Piave leistete Rommel Außergewöhnliches. In Summe konnte er eine weitere gesamte italienische Division in die Gefangenschaft zwingen.


Die Taten von Erwin Rommel, die zur seiner PLM-Verleihung führten, gehören sicher mit zu den herausragendsten aller PLM-Verleihungen im Weltkrieg. Auch vor dem italienischen Feldzug hatte er sich schon mehrfach besonders auszeichnen können. Daher ist es eigentlich verwunderlich, daß er zuvor nicht auch das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern erhalten hatte. Für die Einsatz in Italien konnte es dann nur den PLM geben.

Rommel führte die Kompanie in Italien bereits so, wie später in Frankreich seine Panzerdivision und in Nordafrika das Afrikakorps, die eigenen Truppen, vor allem aber den Gegner nie zur Ruhe kommen lassen und an immer anderen Stellen überraschend angreifen.

 

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