Autor Thema: NVA und CA - Waffenbrüder? oder wie war es wirklich?  (Gelesen 8237 mal)

Wilden

  • Gast
Ein Thema für die ehemaligen NVA- und CA-Soldaten.

NVA und CA, waren beide Armeen wirklich Waffenbrüder? Oder besaßen sie nur die gleichen Waffensysteme? Es sind ja immer wieder Storys im Umlauf gebracht worden, wie sich Deutsche und "Russen" bei den Manöber gegenseitig geholfen haben. Nur Propaganda? Oder war da wirklich was dran?

Wer durfte von den NVA-Offizieren in der Sowjetunion studieren?

(Info: CA steht für Sowjetarmee. Das deutschen C ist das kyrillische S.  ;) Deshalb bekam Wilden übrigens von seiner  Staatsbürgerkunde-Lehrerin mal nen Anpfiff, weil er sage: Da steht ja dann strenggenommen SA auf den Russen-Autos.  ;D )

bani

  • Gast
Wieso nur Propaganda?

Bestimmte Manöver beispielsweise fanden nur in der SU statt.
Man hätte ja auch schlecht über der DDR Luftziele abschießen können ...  ;D

Bei uns hätte mal 'ne Übung stattfinden sollen, bei der wir sowjet. Marineinf. hätten aufhalten sollen!
Ich war ganz froh, daß es dazu nicht gekommen ist ...  ::)
Wer weis, wir hinter ausgesehen hätten!

Aber ansonsten soll das ganze Waffenbrüder-Gehabe wohl gerade von den Offizierender "SA"  ;) wohl nicht so gern gesehen worden sein.

Aber genaues kann ich da auch nicht groß zu sagen, da wir in der Richtung nicht viel mit den "Brüdern" zu tun hatten.
Einige unserer Piloten haben sich ihre Frauen aus der SU mitgebracht und wir hatten - da die Su-22 ein relativ neues Flugzeug war - die Werksvertreter von Suchoj vor Ort.
Die waren meist alle im Rang ab major aufwärts.

Und mit denen konnte man prima saufen ...  ::)

Wilden

  • Gast
Ich wollte darauf hinaus: War es nur eine verordnete Waffenbrüderschaft oder kam die auch von innen heraus, also von den Soldaten selber?

Mastercloser

  • Gast
Ich wollte darauf hinaus: War es nur eine verordnete Waffenbrüderschaft oder kam die auch von innen heraus, also von den Soldaten selber?

Hmm, ich glaube, das war wie im realen Leben. Der Russe war der "große Bruder". Vieles war verordnet, ober wenn man mal Kontakt hatte, war es ganz nett.
Ich erinnere mich, Anfang 88 auf der Polizeischule in Neustrelitz hatten wir auch einen Besuch in einer Russenkaserne. Die Lebensumstände waren schon sehr beindruckend, leicht hatten die es jedenfalls nicht. Sind ja auch genug abgehauen, aber dazu habe ich schon im alten Forum was geschrieben.
Wir konnten uns relativ frei mit den Soldaten unterhalten, das Thema Glasnost und Perstroika stand ganz oben auf der Tagesordnung. Nach anfänglichem Zögern entwickelte sich dazu auch ein interessantes und offenes Gespräch, trotz oder vielleicht auch wegen der Anwesenheit sowjetischer Offiziere.

Mein Bruder diente übrigens beim Küstenraketenregiment 18 in "Yellowkies" Gelbensande bei Rostock. Dort war er Gruppenführer einer Raketenrampe. Die mussten (durften) auch alle paar Jahre zum scharfen Schiessen in die Sowjetunion fahren.

Patriot

  • Gast
Es war aus meiner Erfahrung nur eine verordnete "Waffenbrüderschaft". Wer nicht gerade auf Saufen aus war, hat den Kontakt zu den Russen eher vermieden. Es waren in der Regel eher rohe Menschen. Bei jeder Gelegenheit wurde Schnaps hervorgeholt und wehe, du wolltest nicht mitsaufen.
Es soll den einen oder andere Einheit gegeben haben, die mal kulturell oder politisch zusammengearbeitet haben. Sportlich konnten und wollten die Russen nicht verlieren. Aber ich glaube nicht, dass die russ. Offiziere es gern sahen, wenn ihre Soldaten zu enge Kontakte zu DDR-Bürgern hatten.
Das Verhältnis russ. Soldaten zu Offizieren war im Übrigen denkbar schlecht. Der einfache russische Muschkote musste fast wie ein Schwein leben. Er durfte zwei Jahre nicht nach Hause, wurde von den älteren Soldaten gequält und von den Dienstgraden auch geschlagen.

Einige Offiziere durften in der Sowjetunion studieren. In Masse waren das Akademieabsolventen, aber auch Spezialisten. Oben schrieb einer, dass sich fast alle die Frauen von dort mitbrachten. Das kann ich bestätigen.

Es gab einige gemeinsame Manöver mit russ. Truppen. Dabei kam es auch zu verordneten Brüderlichkeiten. Ich für meinen Teil habe mich nie Wohlgefühlt, wenn ich was mit denen zusammen machen musste. Sie fühlten sich tatsächlich noch als Besatzungsmacht und wenn sie getrunken haben, haben sie es auch ausgesprochen. Weibergeschichten und Saufen, das ist, was sie wollten. Da sie die Weiber nicht so bekommen haben, wie sie gern hätten, blieb es halt beim Saufen.

Der Russe war auch nicht sehr zimperlich mit seinen Leuten, die türmen wollten. Ich denke, die wurden einfach umgelegt.

Mario

  • Gast
Waffenbrüderschaft NVA - Sowjetarmee ?
Ein zweischneidiges Thema: Einerseits die verodneten offiziellen "Kontakte" ( Tage der Waffenbrüderschaft, gemeinsame Manöver, Prasdnik ( Saufen bis der Notarzt kommt ) usw. )
Wenn man dann aber mit den einfachen Soldaten, Uffz und Feldwebel zusammenkam, da war es meiner Meinung etwas anderes. ( Ich hab beides erlebt, da ich öfters mal meinen Regimenter und Stabchef begleiten durfte, als Fahrer )
Also, wer mal erlebt hat, wie sich 20 ausgehungerte Koljas über eine 180 Liter Feldküche mit ETW und WUGU ( Nudeln mit Wurstgulasch ) hermachen, und man die dann in der Dienststelle nur noch heiß ausspülen muß, der weiß, wie bescheiden die Jungs im Felde verpflegt wurden. Jedoch, ihre Kilobüchsen Reis mit Huhn, da hätte jedes Interhotel von lernen können, lecker bis zum letzten Reiskorn!!
Und wenn dir mal ein russ. Instandsetzungsfeldwebel gezeigt hat, dass man mit etwas Schwarzbrot und grünem Bunalack die Ölwanne vom UaZ wieder dichtkriegt, sodass das bei der nächsten großen Inspektion gar nicht auffällt, dann fällste aus allen Wolken.
Was stimmt, mit den Koljas konnte man saufen bis zum Exzess. Hat mir mal ne Nacht inne Zelle im VPKA Jüterbog eingebracht. Und bei der Fahne, was da an Russenschnaps in unseren Fahrzeugen verschwunden ist, ging auf keine Kuhhaut. Wodka gegen alles!!

In diesem Sinne
Tschaudi



 

Erichx

  • Gast
Wie es war ? so war es : ;D
(aus KGB intern - Enthüllungen eines Offiziers der III Hauptabteilung / Aleksei Myagkov / S.158)
[zuerst ging's um Schwarzhandel CA-NVA]
Nach dem erfolgreichen Abschluß von Abkommen über "Nebenher"-Einkünfte pflegten der Regimentskommandeur und seine Stellvertreter mit allen ihren Frauen Trinksessionen abzuhalten. [...]
Die Festlichkeiten hörten nicht vor dem Morgengrauen auf; oft nahmen auch Ostdeutsche an ihnen teil. Das waren die Vertreter der Ortsbehörden von Bad Freienwalde und die Direktoren der Unternehmen, in denen die Soldaten arbeiteten.
Wenn alle Teilnehmer betrunken waren, artete das Fest in eine Orgie aus. Bei einer solchen Gelegenheit veranlaßten die Offiziersfrauen den Obersten Muraschtschenko, sich vollkommen nackt auszuziehen und in der Mitte des Saales stehen zu bleiben, wo die Weiber um ihn herumtanzten.
Die "internationalen Freundschaften" nahmen sehr unkonventionelle Formen an. Es kam hier und da vor, daß die Gattin des Regimentskommandeurs, Frau Morosowa, die Nacht mit Oberstleutnant Schemerling von der Nationalen Volksarmee der DDR zubrachte, während Frau Schemerling mit dem Obersten Muraschtschenko schlief.
Gewöhnlich wußten alle außer den Nächstbetroffenen alles über alle. So lebt die "Elite des Regiments".

8)

waldi44

  • Stammmitglied
  • ***
  • Beiträge: 3050
Tja, das nenn ich gelebte Waffenbrüderschaft ;D ;D ;D ;D oder geliebte Waffenbrüderschaft ::) ::) ::) ::)!?

AK 74 ZF

  • Gast
Nun ja ... ???? mag ja evtl. solch irren Vorfall gegeben haben. Aber soetwas war völlig untypisch und ich habe solche Orgien an denen Frauen (noch dazu Deutsche) beteiligt waren nie erlebt. Bei offiziellen Treffen von NVA-GSSD-Offz. waren selten irgendwelche Eheweiber bei. Die hätten beim Kampfsaufen nur gestört. ... Ich hatte private Kontakte zu sowjet. Offz. und verkehrte auch im Familienkreis. Aber die Frauen der Kameraden waren eindeutig Tabu. ... Wobei man auf manch schönes Töchterlein doch schon mal ein Auge warf.

So diese Darstellung aus einem "KGB-Enthüllungsbuch" (müßte man sogar noch nach der Glaubhaftigkeit der Quelle fragen !) stimmen sollte so ist sie ziemlich ungewöhnlich und absolut nicht typisch. ... Verhältnisse sowjet. Offz. zu deutschen Frauen waren von sowjetischer Seite strengstens untersagt und endeten i.d.R. mit Abversetzung des Offz. nach Sibirien oder Afghanistan. Gab auch von Seite deutscher Frauen (Ausnahmen in Sachen Liebe gibts ja immer) selten die Bereitschaft sich in ein Verhältnis mit Russen einzulassen. Dazu kam daß die Berührungspunkte zur GSSD relativ gering waren. Die GSSD war doch sehr in ihren Kasernen isoliert und es gab kaum soziale Kontakte. ... Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nach der Wende begann, zumindest nach Einführung der D-Mark (Währungsunion), ein schwunghafter Handel auszubrechen und es ging doch mit der Disziplin abwärts. Gab zwar auch früher gewisse "Geschäfte", aber ab Mitte 90 wurde es teilweise irre.  ... Übrigens ist der Bericht nicht ganz stimmig. Erst gehts um Vertreter der Stadt und dann plötzlich um einen NVA-Rgts-Kdr. Und da wirds, incl. Gattin, etwas Hanebüchern. Tut mir Leid ... kann ich mir nicht vorstellen. ... Aber stammt ja aus einem "KGB-Buch". ... Enthüllungsbücher von KGB-Agenten les ich eh immer sehr vorsichtig. Trau schau Wem.