Autor Thema: Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"  (Gelesen 6088 mal)

Koala

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Guten Abend,

Zuersteinmal möchte ich mich für Crossposting entschuldigen. Möchte einfach die größtmögliche Leserschaft erreichen. Falls dies hier nicht geduldet ist, bitte ich diesen Thread zu entfernen. Hier die Crossposting Links:
http://www.militaria-fundforum.de/showthread.php?t=278711
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?threadid=24815



Nun zum Thema:

ich habe letztens einen WASt-Bericht eines näheren Bekannten gelesen und da war etwas, dass mich ein wenig verwunderte.
Die Person war Deutscher und von 1942-1945 bei der SS-panzer Division "Totenkopf". Er war dort bis sich die Division am 8. Mai den Amerikanern in Österreich ergab.
Im Internet lese ich, dass Teile der Division sofort exekutiert wurden, und der Rest am nächsten Tag den Russen übergeben wurde. Sie kamen danach in ein Lager in Sibirien und erst in den 1950ern wieder frei (jedenfalls 1/3)...
Bei ihm stand allerdings etwas von einem Gefangenenlager in Linz-Urfahr, dann Hallein und später Wien (alles in Österreich). Dort kam er dann 1947 wieder nach Hause.

Kennt von euch jemand da nähere Umstände? Wurde nicht die ganze Division den Russen übergeben? Dies waren dann wohl Lager der Amerikaner?
Gibt es weitere Informationen zu diesen Lagern? Konnte per google nicht viel mehr Erfahren, als dass es wohl ein Lager in Hallein gegeben hat. Wien ist da schon wieder etwas zu Allgemein gewesen.

Gruß

Balsi

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #1 am: 06.07.11 (22:47) »
das ist durchaus möglich... komplett übergeben kann ich mir nicht vorstellen..man weiss ja auch nicht inwiefern er sich von wo aus auch immer versucht hat durchzuschlagen..da ist alles möglich.

steffen04

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #2 am: 07.07.11 (10:14) »


Kennt von euch jemand da nähere Umstände? Wurde nicht die ganze Division den Russen übergeben? Dies waren dann wohl Lager der Amerikaner?
Gibt es weitere Informationen zu diesen Lagern? Konnte per google nicht viel mehr Erfahren, als dass es wohl ein Lager in Hallein gegeben hat. Wien ist da schon wieder etwas zu Allgemein gewesen.

Gruß

Es gibt eine unglaublich detaillierte Divisionsgeschichte (ich glaube, 6 Bände) von einem Herrn Vopersal ("Soldaten, Kameraden" oder so ähnlich. Ist sehr teuer zu kaufen, aber ich hab´s mir über unsere Dorfbibliothek per Fernleihe kommen lassen. Gefangenschaft wird dadrin auf jeden Fall auch behandelt, lass dir doch mal Band1 wg Gliederung und den letzten Band Kriegsende schicken, kost ja nix.

Koala

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #3 am: 07.07.11 (10:52) »
Es gibt eine unglaublich detaillierte Divisionsgeschichte (ich glaube, 6 Bände) von einem Herrn Vopersal ("Soldaten, Kameraden" oder so ähnlich. Ist sehr teuer zu kaufen, aber ich hab´s mir über unsere Dorfbibliothek per Fernleihe kommen lassen. Gefangenschaft wird dadrin auf jeden Fall auch behandelt, lass dir doch mal Band1 wg Gliederung und den letzten Band Kriegsende schicken, kost ja nix.

3257 Seiten, dass hört sich wirklich sehr eindrucksvoll an! Vielen Dank für den Tipp. Ich habe direkt mal eine Anfrage an eine größere Bibliothek im Umkreis geschickt. Der betreffende Band (6) scheint ja eine richtige Rarität zu sein. Ich hoffe mal ich habe Glück.

Gruß

cleverfrank

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #4 am: 07.07.11 (11:35) »
Hallo Koala !

Danke für die Mail !

Zur Gefangennahme meines Vaters kann ich nur aus seiner Erinnerung zitieren.

Ich glaube er sprach ebenfalls von Linz. Der Übergabe an die Russen konnte er sich durch einen Tip der Amerikaner entziehen, wie auch immer.

Er mußte dann im KZ Mauthausen Arbeiten leisten, Details nannte er nie. Dort starben manche, u.a. sein Onkel, weil ständig Handgranaten von ehemaligen
Häftlingen über die Zäune geworfen wurden.

Da er sein Soldbuch durch Feindeinwirkung verloren hatte, Soldbuchvordrucke nicht vorhanden waren, wurde ihm eine sog.

"vorläufiger Personalausweis" ausgestellt am 19.05.1945

Riekens, Karl-Heinz
geb. 6.4.1925
Erk.Mark.Nr.  375 8.SS.Art.Ausbldg.Ers.Rgt.

"Inhaber dieses Ausweises ist Angehöriger der 3. Kompanie"

Gestempelt  Pz.Gren.Rgt. "Theodor Eicke", gezeichnet  "Pieper"  Ltn. u. Kompanieführer

Interessant finde ich, daß es wohl noch in der Gefangenschaft derartige Strukturen mit Stempeln, etc. gab. Und weiter , daß der Kompanieführer sich mit
dem Dienstgrad "Leutnant"  bezeichnete.   Das kann aber vielleicht auch damit zusammenhängen, dass es keine "SS-Dienstgrade" mehr gab.

Balsi

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #5 am: 07.07.11 (14:16) »
letztlich konnte ja niemand mehr wirklich nachweisenbei welcher Einheit er nun zuletzt war. Er entzog sich letztlich der russ. gefangenschaft.. so..wie es tausende andere auch gemacht haben. Von daher ist dies ein ganz "normaler" Vorgang.

Nach Kriegsende wollte sicherlich keiner wirklich Papiere unterschreiben mit einem SS-Dienstgrad..auch verständlich irgendwie. Vopersal ist was die Totenkopf angeht sicherlich zu empfehlen. Darüber hinaus kann ich aber auch die Mikrofilme zur Division empfehlen.. umfangreicher als die Chronik.. gehen aber nicht bis 1945..wenn also Interesse an dem Kampfweg besteht..dann sind die Filme perfekt. Ansonsten auch mal einen besuch im bundesarchiv andenken.. da lagern die Unterlagen von Vopersal.. durchaus auch interessant.

MM

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #6 am: 07.07.11 (22:28) »
...
dass Teile der Division sofort exekutiert wurden, und der Rest am nächsten Tag den Russen übergeben wurde.
...

also ich denke das nicht gleich ganze "teile" der division exekutiert worden sind, sondern eine unbekannte menge angehöriger der t-division

und ich kenne einige noch lebende ehemaliger "totenköpfe", die nicht in russischer sondern in allierter gefangenschaft waren.

grad gestern habe ich ein buch von einem in england lebenden tk´ler erhalten, der eben als englischer kriegsgefangener nach seiner

entlassung in england blieb und später sogar in die englische armee eintrat
~ sic transit gloria mundi ~

Suche Informationen, Unterlagen, Fotos, Urkunden und Sonstiges zum Transportgeschwader 5 (vormals KGzbV 323), der schweren Panzerjägerabteilung 560 u.d. Artillerieregiment 155
Ausserdem Feuerzeuge die in Kriegsgefangenschaft in Tunesien/Afrika hergestellt wurden.

steffen04

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Re:Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #7 am: 11.07.11 (10:43) »

und ich kenne einige noch lebende ehemaliger "totenköpfe", die nicht in russischer sondern in allierter gefangenschaft waren.

Die Totenköpfe kamen ja aus den KZs und taten dort auch Dienst bis Kriegsende. Wachmannschaften von zB Dachau oder Flossenbürg kamen in westalliierte Gefangenschaft. Sie wurden in den Nürnberger Prozessen 1947 abgeurteilt und saßen ihre Strafen in Gefängnissen, nicht in PoW-Lagern ab ab. In der Regel waren sie nach ein paar Jahren wieder draussen. Besser als Sibirien..

guappy 1

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Re: Kriegsgefangenschaft der 3.SS-Pnz.Div."Totenkopf"
« Antwort #8 am: 03.03.14 (04:57) »
Würde mich gerne mitteilen: krieg mich aber nicht angemeldet. Immer das gleiche.ich habe keine 2 adress
.nach 15 versuchen auch keinen Bock mehr.
Die Totenkoepfe interessieren mich sehr.Meine ganze Familie war dort.Auch wohl bei Geheimoperationen. Aber ich krieg das mit der Anmeldung nicht hin gruss  Guappy 1