Autor Thema: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront  (Gelesen 128623 mal)

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #15 am: 01.01.13 (09:19) »
Der Beitrag hier soll in erster Linie für mich dazu dienen, mich mit dem Thema Erster Weltkrieg über Monate hinweg etwas "einzustimmen" auf ein neues Projekt von mir. Dafür habe ich mich auch bereits massiv mit Literatur eingedeckt, so auch mit beiden Reihen über den Weltkrieg aus dem Reichsarchiv.

Ich habe mir mal den Band 13 aus der Reihe "Schlachten des Weltkrieges", den Teil 1 der "Tragödie von Verdun 1916" zur Hand genommen. Dort wird auf den Seiten 172 bis 190 die Erstürmung des Douaumont geschildert.

In dieser Mitte der 1920er Jahre erschienen offiziellen Darstellung der Geschehnisse wird an mehreren Stellen explizit betont, daß nicht mehr festzustellen ist, wer denn nun der Erste im Fort gewesen sei. Es wird darauf hingewiesen, daß sich all die Berichte der Beteiligten Personen teilweise gegenseitig massiv widersprechen. Die PLM-Verleihungen an Oberleutnant von Brandis, der die Flanke des Angriffes deckte und anschließend ebenfalls ins Fort eindrang, und an Hauptmann Haupt, der der höchste Offizier bei der direkten Erstürmung war, werden als berechtigt angesehen.

Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, daß die Berichte, die zur Verleihung führten, durchaus nicht ganz den tatsächlichen Geschehnissen entsprachen.

Wie gesagt, die Verleihungen an von Brandis und Haupt werden nicht in Frage gestellt, aber im Buch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Leutnant Eugen Radtke nicht hätte komplett leer ausgehen dürfen. Laut der offiziellen Darstellung war er der Erste, der in den Graben vor dem Fort Douaumont sprang und auch dann einen entscheidenden Anteil am Gefecht hatte.

Ich zitiere mal wörtlich:

"...
Insbesondere muß, unter voller Würdigung der großen Verdienste des Oberleutnants von Brandis um die Sicherung der Flanke, festgestellt werden, daß für die unmittelbare Eroberung des Forts neben Hauptmann Haupt Leutnant d.R. Radtke eine besondere Auszeichnung verdient hätte (er erhielt erst im Mai das EK I), vor allem, wenn man daran festhält, daß bei solchen Gelegenheiten der erste den Zugriff wagende Offizier eine hohe Auszeichnung zu erhalten pflegte.
..."

Leutnant Radtke wurde also nicht nur bei den Auszeichnungen für die Erstürmung des Douaumont komplett übergangen, er wurde am folgenden Tag, dem 26. Februar 1916, auch noch schwer verwundet.

Aber das Thema Ungerechtigkeit bei Ordensverleihungen ist sicher endlos, erst recht beim Ersten Weltkrieg, wo es noch unterschiedliche Auszeichnungen für Offiziere und Unteroffiziere / Mannschaften gab.



Zum Abschluß noch ein Beispiel auf die "Zuverlässigkeit" des Internets als Quelle.

Schaut mal diesen Link an:

http://www.kreis-gumbinnen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=91&Itemid=87

Zitat
Radtke, Eugen, Reichsbahnrat, der als Leutnant der Reserve des Infanterie-Regiments 24 im Ersten Weltkrieg das Fort Douaumont erstürmte und für diese Heldentat den Orden Pour le mérite erhielt. Eine Klasse der Oberrealschule (Tertia?) führte nach ihm die Bezeichnung „Eugen-Radtke-Klasse". Er ist demnach Schüler der Friedrichsschule gewesen.

Offline Balsi

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #16 am: 01.01.13 (20:37) »

Seelower Tagesblatt 13.03.1943

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #17 am: 01.01.13 (21:56) »
Erich Gudowius erhielt den PLM am 4. August 1918 als Major und Chef des Generalstabes des XIV. Armeekorps.

Im Zeitungsartikel steht XV. Armeekorps, das wäre falsch.

Die Verleihung erfolgte für die Abwehrschlachten zwischen Soissons und Reims und für die bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle, beginnend am 18. Juli 1918.
« Letzte Änderung: 15.04.15 (19:08) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #18 am: 02.01.13 (16:06) »
Otto von der Linde erhielt den PLM am 18. September 1914 als Leutnant und Zugführer in der 8. Kompanie des 5. Garde-Regiment zu Fuß.

Die Verleihung erfolgte für die Einnahme des Fort de Malonne bei Namur am 24. August 1914. Leutnant von der Linde nahm sich 4 Mann seines Zuges und ging auf das Fort zu, das noch nicht unter deutschem Beschuß warf. Er forderte den Kommandanten auf, das Fort zu übergeben. Der belgische Kommandant des schwer bewaffneten und mit 400 Mann besetzten Forts ergab sich tatsächlich dem todesmutigen preußischen Leutnant.

Otto von der Linde blieb bis Kriegsende im Fronteinsatz und wurde mehrfach verwundet, er wurde aber nicht ein einziges Mal befördert, typisch für den Ersten Weltkrieg.

Meine Frage mit der Krone zum PLM ist ja bis jetzt noch unbeantwortet. Gab es dieses 50jährige Jubiläum auch nach dem Ende des Kaiserreiches weiter ? Wenn ja, dann war Otto von der Linde am 18. September 1964 der erste, der die Krone zum PLM hätte bekommen können.


Im preußischen Feldzug gegen Polen im Jahre 1794 gab es übrigens einen Leutnant von der Linde, der eine vom Feind besetzte Brücke eroberte und mit einer Handvoll Männer anschließend tapfer verteidigte, bis er verwundet am Boden lag. Für diese Tat wurde ihm damals ebenfalls der PLM verliehen.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #19 am: 02.01.13 (20:03) »
Hans Hartwig von Beseler erhielt den PLM am 10. Oktober 1914 als General der Infanterie und Kommandierender General des III. Reservekorps.

Die Verleihung erfolgte für die Einnahme der Festung Antwerpen am 10. Oktober 1914, die als damals drittstärkste Festung der Welt angesehen wurde. Die Belagerungskämpfe hatten vom 27. September bis eben zum 10. Oktober 1914 angedauert.



Damit wären die Verleihungen des Jahres 1914 abgearbeitet. Bis Ende des Jahres 1914 erfolgten in den ersten 5 Kriegsmonaten insgesamt 12 Verleihungen des PLM, davon entfielen nur 5 auf die Westfront.
« Letzte Änderung: 31.10.13 (17:47) von IM »

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #20 am: 02.01.13 (21:56) »
Bruno von Mudra erhielt den PLM am 13. Januar 1915 als General der Infanterie und Kommandierender General des XVI. Armeekorps.

Die Verleihung erfolgte für die Kämpfe seines Korps in den Argonnen von Ende September bis Mitte Dezember 1914. Diese Kämpfte entwickelten sich mit zum ersten Abschnitt dessen, was man später als Stellungskrieg bezeichnete.

In gleicher Funktion wurde ihm am 17. Oktober 1916 auch das Eichenlaub zum PLM verliehen. Diese Verleihung erfolgte rückwirkend ebenfalls für die Kämpfe in den Argonnen, dieses Mal für die deutschen Angriffskämpfe in diesem Gebiet von Juni bis Ende September 1915.

Offline Balsi

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #21 am: 02.01.13 (22:50) »
kannste mir mal die Angaben zu PLM-Träger Runge, späterer RKT einstellen?
Danke

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #22 am: 03.01.13 (16:59) »
Meine Literatur zum Thema WK I ist inzwischen um mehr als 60 Bücher aus den 20er und 30er Jahren gewachsen. Darunter befindet sich auch das 1934 erschienen Buch von Hanns Möller über die Träger des PLM des Weltkrieges.

Darin steht zu Runge folgendes:


Siegfried Runge erhielt den PLM am 30. August 1918 als Hauptmann und Kommandeur I. Bataillon / 2. Marine-Infanterieregiment

"* 8. Juni 1884 in Breslau, 1903 Eintritt als Fahnenjunker in das IR 87, 1904 Leutnant, 1909 in das II. Seebataillon in Wilhelmshaven versetzt, hier 1913 Oberleutnant

Nach Durchführung der Mobilmachung übernahm Oberleutnant Runge die Führung der 5. Kompanie des neuformierten 2. Marine-Infanterieregiment und rückte mit dieser Anfang September 1914 ins Feld. Während der Belagerung von Antwerpen wurde er bei einem erfolgreichen Handstreich seiner Kompanie auf eine Brückenstelle nördlich Mecheln zum ersten Mal verwundet und ausgezeichnet. Nach seiner Wiederherstellung kämpfte er Anfang 1815 zunächst bei seinem alten Regiment in den Dünen nördlich Lombartzyde und übernahm im März 1915 die Führung der 10. Kompanie des 3. Marine-IR, unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann. Auf der Terstille-Fe., westlich Mannekensvere, von der aus er zahlreiche Kampfpatrouillen geleitet hatte, wurde Hauptmann Runge am 26. April 1915 durch Granatsplitter ins linke Auge zum zweiten Mal verwundet. Anfang Dezember 1915 hob der schnell ins Feld zurückgekehrte tapfere Offizier am Paschendaele-Kanal, südlich Lombartzyde, mit seiner 10. Kompanie einen feindlichen Postenstand am hellen Tage aus und machte hierbei vier Franzosen zu Gefangenen. Für die schneidige Tat erhielt er erneut eine Auszeichnung. In derselben Gegend holte sich Hauptmann Runge im Februar 1916 zum dritten Mal eine Verwundung und kämpfte nach seiner Wiederherstellung bis Mitte September in verschiedenen Abschnitten an der Yser.
Während einer vorübergehenden Abkommandierung zum IR 359 führte Hauptmann Runge zunächst das II. Bataillon dieses Regiments und rückte mit diesem an die Somme. Zur Vorbereitung des Angriffs auf die Maisonnette-Höhe bei Péronne nahm Hauptmann Runge an einem Kursus beim Sturmbataillon 3 teil, um dann die Ausbildung der Sturmtrupps für dieses Unternehmen zu leiten. Er hatte die taktischen Anordnungen für den Sturm zu bearbeiten und dadurch in hohem Maße Anteil an dem Gelingen des am 29. Oktober 1916 durchgeführten Angriffs. Das Regiment machte hierbei über 400 Gefangene von zwei französischen Jägerbataillonen. Bis Ende 1916 kämpfte der bewährte Offizier dann wieder in den Reihen seines alten 2. Marine-IR als Kompanie- bzw. Bataillonsführer in der Gegend südlich Bapaume. Im Jahr 1917 nahm Hauptmann Runge an den Stellungskämpfen im Dünenabschnitt nördlich Lombartzyde beim 2. Marine-IR teil und führte während der Flandern-Schlacht im Herbst unter anderem auch ein Bataillon des 1. Marine-IR in dem durch Granatfeuer und Schlamm zermürbten Gelände bei Poelkappelle. Mitte November 1917 wurde er endgültig mit dem I. Bataillon des 2. Marine-IR beliehen. Bis zum Februar 1918 befand sich das Regiment wieder am rechten Flügel der Westfront in Stellung und wurde dann zur Vorbereitung seines Einsatzes in der "Großen Schlacht in Frankreich" in der Gegend von Brügge zusammengezogen.
Bei der am 21. März 1918 losbrechenden Frühjahrsoffensive folgte die 3. Marine-Division dem stürmisch fortschreitenden Angriff zunächst in dritter Welle, seit dem 25. März aber war sie bereits Division erster Linie. Tags darauf nahm Hauptmann Runge mit seinem Bataillon in frischem Draufgehen den wichtigen Ort Albert. Trotz des heldenhaften, blutigen Ringens gelang es dem Bataillon nicht, die Unzahl der englischen MG-Nester auf den jenseitigen Höhen niederzukämpfen und den Angriff in Richtung Amiens weiter vorzutragen. Auch mehrfache Versuche, in den nächsten Tagen Gelände zu gewinnen, scheiterten an dem Munitionsmangel der eigenen Artillerie und dem zähen Widerstand des Gegners. Bis zum Herbst blieb die Marine-Infanterie nördlich Albert in Stellung. Dann wurde sie bei Beginn der großen englischen Offensive am 21. August 1918 im Raum Arras - Albert, südlich Bapaume, zum Gegenstoß eingesetzt. Hauptmann Runge hatte Befehl, mit seinem Bataillon in der Nacht zum 24. August bei ungeklärter Feindlage rechts und links angelehnt in Richtung Miraumont vorzustoßen und dort etwa noch stehende eigene Verbände abzulösen. Während beiderseits der Großkampf tobte, gelang es dem Bataillon, die völlig abgekämpften Teile der 183. ID in Miraumont zu entsetzen. Der gegen Morgen gegebene Befehl, auf eine rückwärtige Widerstandslinie zurückzugehen, erreichte das I. Bataillon in Miraumont nicht. Bei Hellwerden erhielt Hauptmann Runge die Meldung, daß auf den rückwärtigen Höhen Engländer beobachtet würden. Sie wurden ebenso wie die aus Richtung Bapaume zurückflutenden feindlichen Abteilungen unter MG-Feuer genommen. Gleichzeitig schickte Hauptmann Runge mehrere Brieftauben mit der Meldung über die Lage zurück. Gegen Mittag warf ein eigener Flieger den Befehl in Miraumont ab: "Durchschlagen Richtung Marlancourt. 3. Marine-Division." Mehrfache Versuche der Engländer, Miraumont zu besetzen, scheiterten an dem zähen Widerstand des Bataillons Runge. Dennoch entschloß sich Hauptmann Runge, sofort - also am hellen Tage - den Durchbruch durch die feindlichen Linien zu versuchen, weil er sich wohl mit Recht sagte, daß seine Lage durch Abwarten bis zum Abend nicht günstiger werden würde. Mit Ausnahme von zwei Kompanie, die zur Rückendeckung als letzte abbauen sollten, gelang es Hauptmann Runge unter fortgesetztem Geplänkel, sich mit dem übrigen Teil des Bataillons in der befohlenen Richtung in etwa drei Stunden durchzuschlagen. Kurz vor der eigenen Stellung liegendes schweres feindliches Granatfeuer zwang noch zuletzt zu Umwegen, durch die das Bataillon in Gefahr geriet, doch noch aus einem feindlichen Stützpunkt heraus zusammengeschossen zu werden. Gegen 4.00 Uhr waren die eigenen Linien erreicht.
Der Oberbefehlshaber der 17. Armee, General von Below, richtete an den Chef des Militärkabinetts auf die Meldung des Generalkommandos XIV. Reservekorps über diese entschlossene Tat ein dringendes Telegramm, in dem er den Vorschlag zur Verleihung des Ordens "Pour le mérite" an Hauptmann Runge warm befürwortete. Am 30. August 1918 erhielt der stets bewährte Offizier diese höchste preußische Kriegsauszeichnung.
Im September nahm er noch an den Kämpfen vor der Siegfried-Stellung in der großen Abwehrschlacht bei Cambrai teil und hatte am 19. September 1918 beim Vorrücken in die Bereitstellung Gelegenheit, sein frisch aufgefülltes Bataillon dem Generalfeldmarschall von Hindenburg persönlich vorzuführen. Hindenburg beglückwünschte Hauptmann Runge zu seiner Auszeichnung und ermahnte das Bataillon, weiterhin bei dem bevorstehenden Einsatz energisch standzuhalten. Mit den Worten: "Macht Eure Sache weiter so gut!" entließ er das Bataillon. Als er Hauptmann Runge zum Abschied die Hand reichte, konnte sich dieser des Eindrucks nicht erwehren, daß aus dem Gesicht des Feldmarschalls ernste Sorge sprach.
Die Marine-Infanterie hat bis zum bitteren Ende die Worte des Feldmarschalls beherzigt und ist in bester Haltung bei Kriegsende in die Heimat zurückgekehrt. Hauptmann Runge tat bis Ende Januar 1919 als Adjutant der Nordseestation Dienst. Nach Niederwerfung der Spartakisten in Wilhelmshaven trat er in das Freikorps Hülsen in Berlin ein, aus dem später das Reichswehr-Regiment in Potsdam hervorging und war dann Kommandant des Stabsquartiers der Lehrbrigade in Döberitz. Ende 1920 mußte Hauptmann Runge wie so viele seiner Kameraden aus dem ihm ans Herz gewachsenen Dienst scheiden. Das Fronterlebnis führte Hauptmann Runge bald in den "Stahlhelm", in dessen Ortsgruppe Berlin-Zehlendorf er bis zur Übernahme der Standarte 1 der SA-Reserve I (Berlin-Mitte) Dienst tat."


Die Tat gehört also in die Zweite Schlacht von Bapaume zwischen dem 21. August und dem 3. September 1918.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #23 am: 03.01.13 (21:47) »
Ewald von Lochow erhielt den PLM am 14. Januar 1915 als General der Infanterie und Kommandierender General des III. Armeekorps.

Die Verleihung erfolgte für die Erste Schlacht von Soissons vom 8. bis 18. Januar 1915.

http://www.stahlgewitter.com/weltkrieg/1915_soissons.htm


Offline racker

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #24 am: 04.01.13 (05:55) »
Hier ein kurzer Hinweis:

Ich habe im Internet bei dem

Archiv zur Militär- und Zeitgeschichte

den Möller-Witten "Geschichte der Ritter des Orden "Pour le Merite" im Weltkrieg 1914 - 1918 Badn 1+2"
als E-Book gefunden. Hier sind 1298 Seiten erfaßt.
Der Preis liegt bei 16€ unter der Bestell-Nr. E-106.

http//deutsches-wehrkundearchiv.de

Viele andere interessante Bücher, Ranglisten und Bilderserien sind im Katalog gelistet.

Peter

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #25 am: 04.01.13 (18:05) »
Karl von Einem erhielt den PLM am 16. März 1915 als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 3. Armee.

Die Verleihung erfolgte für die Winterschlacht in der Champagne. Begonnen von den Franzosen war diese Schlacht der erste große Versuch einer frontalen Durchbruchsschlacht. Sie dauerte vom 16. Februar bis 20. März 1915.

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/champagne2/index.html

Am 22. September 1915 begannen die Franzosen die später sogenannte Herbstschlacht in der Champagne. Sie dauerte bis zum 6. November 1915. Ein Durchbruch gelang den Franzosen auch dieses Mal nicht. Für diese Schlacht wurde Karl von Einem am 17. Oktober 1916 rückwirkend mit dem Eichenlaub ausgezeichnet.

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/champagne2/index.html

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #26 am: 04.01.13 (18:53) »
Für heute noch Julius Riemann. Er erhielt den PLM ebenfalls am 16.03.1915 und zwar als General der Infanterie und Kommandierender General des VIII. Armeekorps.

Die Auszeichnung erfolgte ebenfalls für die Winterschlacht in der Champagne.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #27 am: 05.01.13 (09:43) »
Ebenfalls am 16. März 1915 erhielt Paul Fleck den PLM, er war Generalleutnant und Führer des VIII. Reservekorps.

Auch die dritte Verleihung an diesem Tag erfolgte für die Winterschlacht in der Champagne.

Für seine Führungsleistungen beim Zusammenbruch der Front in Mazedonien im Herbst 1918 wurde Fleck zum Eichenlaub eingereicht, dessen Verleihung aber aufgrund des Kriegsendes nicht mehr erfolgte.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #28 am: 06.01.13 (18:44) »
Prinz Eitel Friedrich von Preußen erhielt den PLM am 22. März 1915 als Oberst und Kommandeur der 1. Garde-Infanteriebrigade.

Auch diese Verleihung erfolgte für die Winterschlacht in der Champagne.

Im Ersten Weltkrieg gab es selbst für bewährte Frontkämpfer nur wenige Beförderungen. Karrieren wie im Zweiten Weltkrieg, beispielsweise Leutnant bei Kriegsbeginn und am Kriegsende Oberst, das gab es damals nicht, trotz der hohen Ausfälle auch an Offizieren. Auch bei Prinz Eitel Friedrich von Preußen war dies nicht anders. Er ging als Oberst ins Feld. Kurz nach seiner PLM-Verleihung wurde er zum Kommandeur der 1. Garde-Infanteriedivision ernannt und zum Generalmajor befördert. Nur zwei Monate nach dem PLM erhielt er für seinen Einsatz im Osten das Eichenlaub. Aber bei Kriegsende war er noch immer Generalmajor, obwohl er im ständigen Fronteinsatz blieb.

Aber es gibt einen krassen Unterschied zu anderen Personen in identischen Verwendungen. Prinz Eitel Friedrich von Preußen war ein Sohn des Kaisers. Als solcher war er bereits nach Vollendung seines 10. Lebensjahres zum Leutnant ernannt worden. Somit zog er als 31jähriger Oberst in den Krieg.

Im Verleihungsvorschlag zum PLM, erstellt von Generaloberst Karl von Einem, heißt es:

"Euer Majestät melde ich untertänigst, daß sich bei den Kämpfen der letzten Tage die 1. Garde-Infanteriebriagde ausgezeichnet geschlagen hat. Die Angriffe der Franzosen suchten, besonders gestern, in überwältigenden Massenangriffen, vorbereitet durch stundenlanges Trommelfeuer, den Durchbruch in der Front des VIII. Reservekorps zu erzwingen. Wenn auch die Artillerie des VIII. Armeekorps und des VIII. Reservekorps mit dazu beigetragen hat, die Gewalt des Angriffs zu schwächen, so war seine Stärke noch so groß, daß er trotz MG- und Gewehrfeuers bis in die Stellung der 1. Garde-Infanteriebrigade gelangte. Dort wurde alles niedergemacht. ... Ein hohes Verdienst an diesen glänzenden Erfolgen hat Oberst Prinz Eitel Friedrich von Preußen. ... Schon einmal ist die Brigade beim VIII. Armeekorps tätig gewesen. ... Die Persönlichkeit des Prinzen Eitel Friedrich ist damals schon hervorgetreten, da er selbst den Sappenkrieg leitete und dabei eine Tätigkeit entfaltete, die allen Offizieren und Truppen des VIII. Armeekorps ein Vorbild und Beispiel wurde. ..."

Ich schreibe dies lediglich wegen der Formulierung "Dort wurde alles niedergemacht." Noch sind wir am Anfang des Jahres 1915, aber die Formulierung wird typisch für das sein, was der Frontkämpfer im Westen dann als Alltag bezeichnen wird.

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Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" an der Westfront
« Antwort #29 am: 07.01.13 (18:03) »
Alexander von Kluck erhielt den PLM am 28. März 1915 als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 1. Armee.

Am 28. März 1915 befand sich der Generaloberst auf dem Weg zur vordersten Linie. Beim Abstieg aus einem Annäherungsgraben zur Kampfstellung wurde er dabei durch sieben Schrapnellkugeln schwer verwundet. Auf Grund dieser Verwundung gab er an diesem Tag den Oberbefehl über die 1. Armee ab. Noch an diesem 28. März 1915 verlieh ihm der Kaiser den PLM.

Hier kann ich allerdings nicht genau zuordnen, wofür die Verleihung erfolgte. Im Buch steht "in dankbarer Anerkennung seiner ausgezeichneten Leistungen". Von Kluck hatte die 1. Armee recht erfolgreich in den Vormarschkämpfen geführt, deren Höhepunkt die Führung der Schlacht an der Marne war. Den Sieg vor Augen, hatte der Generaloberst die Schlacht auf Befehl abbrechen müssen. Gleichzeitig wird auch seine Führung in der Schlacht von Soissons mit aufgeführt. Ich trage die Verleihung mal bei beiden mit ein. Es gibt bei ihm da eh keine richtige Zuordnung auf die entscheidende Handlung.