Autor Thema: Vernichtetes Kriegsmaterial  (Gelesen 5761 mal)

Patriot

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Vernichtetes Kriegsmaterial
« am: 13.02.06 (18:28) »
Die Hauptaufgabe der KM während des Krieges war die Unterbindung feindlichen Nachschubs. Gibt es eine Übersicht, wieviel Kriegsmaterial der Alliierten nicht an seinem Bestimmungsort angekommen ist, weil die Tonnage vernichtet wurde?

Hoover

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #1 am: 13.02.06 (19:47) »
Gin bei Google mal Lend Lease ein, da gibt es genügend Seiten, die auch die Verluste auflisten.

Hoover

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #2 am: 13.02.06 (19:47) »

Patriot

  • Gast
Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #3 am: 14.02.06 (00:39) »
Danke für den link, leider sind viele Seiten auf Englisch und da habe ich so meine Probleme.

Etwas anderes fand ich hier:
Einen wichtigen Stellenwert nahm die materielle Seite der Kooperation ein. Der Umfang der Lieferungen im Rahmen des Lend-Lease-Programms wird manchmal unterbewertet – ,doch er war einer der wichtigsten Faktoren, die der Roten Armee in der schwersten Kriegsperiode das Überleben sicherte und zum endgültigen Sieg beitrug. Geliefert wurden Ausrüstungen, Waffen, Autos, Lebensmittel und Bekleidung. Amerika unterstützte die Logistik der sowjetischen Kampferfolge in bedeutendem Maße. Mehr als eine Million Tonnen verschiedener Kriegsgüter erreichen die UdSSR im Rahmen des Lend-Lease-Programms. Die Lieferung gelangte mit alliierten Konvois in den Hafen von Murmansk und wurde während des Transportweges von amerikanischen, britischen und sowjetischen Kriegsschiffen geschützt. Ein einziger Konvoi im Rahmen des Lend-Lease-Programms brachte im Januar 1944 beispielsweise 2 000 Flugzeuge ins Land, 12 000 LKWs und Traktoren, 22 000 Tonnen amerikanischer Stahl und mehr als 700 Flugzeugtriebwerke aus Seattle nach Wladiwostok.
http://www.diplomatrus.ru/200505/de/02-01.php Also für einen Konvoi ist da ja schon ne ganze Menge. Für so viele Flugzeuge musste die deutsche Industrie schon ein paar Monate ungestört laufen. :(

Richtschuetze

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #4 am: 14.02.06 (06:35) »
Es gibt wohl Listen nach dehnen hat die Rote Armee mehr Panzer/Flugzeuge/Lkws usw geliefert bekommen hat als der deutschen Wehrmacht beim Angriff 1941 Zuverfügung gestanden hat!

Gruss

P.S ich glaube in dem Buch "Inferno  Teil III"von Berthold steht das fast 90%der Panzerproduktion der Canadia nach Russland geliefert worden sind!Es verblieben nur 23 Stück bei Canada selber!

Patriot

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #5 am: 14.02.06 (08:14) »
Wenn ich allein das Zitat des sowj. Diplomaten sehe, dann lese ich, dass die Russen so viele Flugzeuge allein im Januar 1944 geliefert bekamen, wie der Wehrmacht zu Beginn "Barbarossa" zur Verfügung standen!
« Letzte Änderung: 14.02.06 (11:15) von Patriot »

merlin61

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #6 am: 14.02.06 (14:55) »
Laut Paul Carell: "Schlacht zwischen Wolga und Weichsel", Augsburg 1999 auf Seite 81:

...soll die USA ab 1942 an die SU u.a. 434.000(!) Studebaker-LKWs geliefert haben, die
mit 6(!) angetriebenen Rädern und 3 Achsen als das modernste Transportfahrzeug galt.





Das Sammelsurium an Fahrzeuge welche der Wehrmacht in der SU zur Verfügung stand,
setzte sich aus Beutefahrzeuge anderer Armeen und den besetzten Ländern zusammen.
Entsprechend war die Ersatzteilversorgung ...und das dazu nötige Improvisationstalent.
Optimismus ist ein Mangel an Information.
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

Patriot

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #7 am: 14.02.06 (17:23) »
Auf der oben angegebenen Quelle sind ~450.000 total, davon ~110.000 Studebaker geliefert worden sein.

Und dann sage noch einer, Hitler habe den Krieg gewollt! :-\

Aheadjohn

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #8 am: 15.02.06 (13:07) »
Auf der oben angegebenen Quelle sind ~450.000 total, davon ~110.000 Studebaker geliefert worden sein.

Und dann sage noch einer, Hitler habe den Krieg gewollt! :-\


Ach, hat er das nicht ?  ::)

merlin61

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #9 am: 16.02.06 (13:22) »
Zitat
Aheadjohn hat geschrieben:

Ach, hat er das nicht ?   ::)
Ich vermute Patriot hat damit gemeint, dass Hitler nicht allein eine kriegerische
Auseinandersetzung gewollt und oder auch nur einen Grund dafür gesucht hat.

Womit er mMn auch nicht ganz unrecht hätte - wenn ich ihn richtig verstanden habe.
Optimismus ist ein Mangel an Information.
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

steffen04

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #10 am: 16.02.06 (14:51) »
Nein, er spielte auf Hitlers panische Angst vor US-Trucks, insbesondere Studebakers, an, die ja schon sprichwörtlich ist. Bei uns sagt man heute noch "der hot Angschd wia´s Adelfle" wenn jemand wegen eines daherbrausenden LKWs vom Zebrastreifen auf den Gehweg wechselt.

waldi44

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #11 am: 17.02.06 (13:31) »
Interessant in diesem Zusammenhang ist, wie krampfhaft man im damaligen Ostblock, namentlich der DDR, versuchte den Wert dieser Lieferungen für die Rote Armee kleinzureden.
Jede Verzögerung oder Unterbrechung der Lieferungen wurde penibel registriert und bestimmten militärischen  Ereignissen zugeordnet um zu beweisen, dass man im Westen absichtlich handelte um der Sowjetunion und er Roten Armee zu schaden, den Sieg zu verzögern. Schlussendlich wurden/werden dann die sowjetischen Produktionszahlen denen der Lieferungen gegenübergestellt und es entsteht ein völlig verzerrtes Bild des tatsächlichen Wertes der Lieferungen für die Rote Armee!

Patriot

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #12 am: 17.02.06 (14:24) »
Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte!
Laut offizieller Lesart hat die Sowjetarmee unter Führung der kommunistischen Partei der Sowjetunion die Hauptlast bei der Vernichtung des Hitlerfaschismus und der Befreiung Europas geleistet.
Da spielt natürlich keine Rolle, welche Lieferungen durch die anderen Alliierten geleistet wurden, die ohnehin viel zu spät kamen und nur ein Tropfen auf den heissen Stein waren.
Die Veteranen berichteten aber von tausenden amerikanischen LKW, von Airacobras und Valentine-Tanks. Und sie freuten sich immer bei der Einnahme einer russischen Stellung auf amerikanische Zigaretten und Corned Beef.
Ich kann mich aber nicht erinnern, auch nur ein Foto mit amerikanischem oder britischem Kampfgerät auf Fotos zu DDR-Zeiten gesehen zu haben.

Dennoch ist die Frage noch offen:
Wie viel Gerät wurde geliefert, wie viel ist angekommen und demzufolge: wie viel blieb auf der Strecke?

Tobias

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Re: Vernichtetes Kriegsmaterial
« Antwort #13 am: 22.03.06 (21:29) »
Schlussendlich wurden/werden dann die sowjetischen Produktionszahlen denen der Lieferungen gegenübergestellt und es entsteht ein völlig verzerrtes Bild des tatsächlichen Wertes der Lieferungen für die Rote Armee!


Wie viel wurden den schlußendlich von der RA zugegeben und was hat die öffentliche DDR dazu veröffentlicht?

 

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