Autor Thema: Übertritte zwischen extremer Linken und Rechten  (Gelesen 8851 mal)

Ostpreuße

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Re:Übertritte zwischen extremer Linken und Rechten
« Antwort #15 am: 18.07.10 (16:31) »
Arnold Vieht von Golzenau ?
War der auch in der NSDAP?

Nein, Arnold Vieth von Golßenau war nicht NSDAP-Mitglied. Sein Wandel vollzog sich auch bereits zu einer Zeit als diese Partei gerade erst gegründet wurde. Ich interpretiere obige Frage auch nicht nur dogmatisch als Frage nach dem Wechsel von Parteimitgliedschaften sondern vor allem auch als Frage nach dem Wechsel politischer Positionen.

Vieth von Golßenau bewegte sich herkunftsbedingt zunächst in rechtskonservativen Kreisen. Als Berufsoffizier war er im I. WK Kompaniechef und Batallionsführer. Nach dem Krieg war er Hauptmann der Sicherheitspolizei. In diesem Zusammenhang ist die folgende Abhandlung nicht ganz uninteressant: „Zur politischen Haltung der Berliner Sicherheitspolizei in der Weimarer Republik“ http://www.bernhard-sauer-historiker.de/sauer_heft1_2005.pdf

Zitat: „Renn, der vorübergehend Führer einer Sicherheitskompanie ist, distanziert sich zusehends vom Offizierskorps, das seinen wachsenden politischen Einfluß dazu benutzt, die sozialrevolutionäre Bewegung zum Stilltand zu bringen. Der standhaften Weigerung Renns, während des Lüttwitz-Kapp-Putsches auf streikende Arbeiter zu schießen, folgt sein Entschluß, den Dienst zu quittieren und später [...] zur Linken überzuschwenken: Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und in den Roten Frontkämpferbund (RFB) im Jahre 1928.“         (Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/krieg/index.html)



« Letzte Änderung: 18.07.10 (21:18) von Ostpreuße »

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Re:Übertritte zwischen extremer Linken und Rechten
« Antwort #16 am: 18.07.10 (22:44) »
Mal noch ein Wort zu Arnold Vieth von Golßenau.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Renn

Sein Name findet sich in einem meiner Themen, oder eigentlich auch nicht, ...


Arnold Vieth von Golßenau wurde am 29. April 1918 als Oberleutnant mit dem Ritterkreuz zum Militär-St. Heinrichs-Orden ausgezeichnet, der höchsten Tapferkeitsauszeichnung im Königreich Sachsen.

1937 veröffentlichte das Ordenskapitel des MSHO nach jahrelanger Arbeit ein Buch mit allen Infos über die Ordensträger. Ich habe eine solche Ausgabe, und kann nur sagen, wenn es zu anderen Auszeichnungen so etwas geben würde, da wären wir wunschlos glücklich.

Wie schon erwähnt, das Buch erschien 1937. Aus einigen Gründen läßt sich eine Handvoll Namen nicht im Buch finden, da ihnen die Aufnahme verweigert wurde. Ihnen wurde nicht der Orden aberkannt, sie sollten nur keine zusätzliche Würdigung im Buch finden. Es waren dies einige Juden und unter anderem auch Arnold Vieth von Golßenau, letzterer wegen seines inzwischen eingeschlagenen politischen Weges, der auch nicht mehr sprichwörtlich ins rechte Bild paßte.

 

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