Autor Thema: Ostpreußische Güter  (Gelesen 4238 mal)

Ostpreuße

  • Gast
Ostpreußische Güter
« am: 25.01.10 (18:36) »
Hallo allerseits,

immer wieder liest man, daß ostpreußische Güter zwischen den Weltkriegen stark verschuldet waren. Die Regierung Brüning - für unpopuläre Sparpolitik bekannt - sah 1932 in dem Entwurf einer Siedlungsverordnung eine Zwangsversteigerung nicht entschuldungsfähiger Güter vor. (Auch das Gut meiner Urgroßeltern wäre möglicherweise zwangsversteigert worden, so berichtete jedenfalls meine Urgroßmutter.) Dieser Gesetzesentwurf war schließlich der Anlaß für Hindenburg, Brüning als Reichskanzler zu entlassen (was letztendlich auch den Weg für eine Regierungsneubildung unter Papen einschließlich Rechtsruck freimachte).

Nun meine Frage an die Wirtschaftsexperten unter Euch: Wie kam es zu diesen Überschuldungen? Während und nach dem I. WK waren schließlich Lebensmittel knapp. Hätte das nicht eigentlich die Erzeugerpreise hoch halten müssen? War es nur die abgelegene Lage Ostpreußens, die sich so verheerend auswirkte? Was waren die Ursachen?

Gruß Falk
« Letzte Änderung: 25.01.10 (20:02) von Ostpreuße »

Wolle

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #1 am: 23.02.10 (19:13) »
Hallo
Meiner Meinung nach gab es mehrere Gründe zur Machtergreifung  der NSDAP!
1: Weltwirtschaftskriese den die Politik hat gezeigt das sie nicht in der lage ist diese ohne die allgemeinheit zuschützen abzuwenden .
seht euch die goldenen 20 iger Jahre an da spielte die NSDAP keine große Rolle.( seht euch die jetzige zeit an vergleiche sind angebracht)
2: Politische zerissenheit der Machthaber wenn mann Einigkeit bewisen hätte, hätte ein Herr Kunstmaler aus Östereich nichts ereichen
können. Er hat den Deutschen einen Buhmann geliefert( Juden) Heute sind es die Ausländer die sich bei uns erlauben können was sie wollen siehe Köln  Rede von Erduan der sich erlaubt in Deutschland offen zu sagen ihr seid die Speerspitze des Islam gemünzt auf Türken in Deutschland oder Minaretbau in Deutschland  oder oder oder. Unsere Politiker haben nur eins im Sinn wie Kann ich die Bevölkerung davon ablenken was eigentlich los ist in Deutschland.
3:Jetzt Kommt der Versailer Vertrag der Deutschland die alleinige schuld am 1.Weltkrieg gibt.Obwohl Östereich das erste Land war was einem anderen den Krieg erklärt hat.Und Deutschland durch einen Beistandsvertrag gezwungen war Östereich beizustehen.
4: Arbeitslosigkeit Herr Kunstmaler aus Östereich hat versprochen die Arbeitslosikeit abzuschaffen was er auch geschaft hat wie Spielt keine Rolle.
Und so Kann ich noch mehr aufführen.

Aber der Größte und Wichtigste ist das Herr Kunstmaler aus Östereich die Massen Begeistern konnte.
Und keine  Hemmungen hatte die Wahrheit zu sagen.(WAS DIE MENSCHEN HÖREN WOLLTEN) gnade uns Gott das es in unserer Zeit niemanden gibt der die Menschen so begeisten kann den wie heist es so schön " Alle 100 Jahre wiederholt sich die Geschichte "

Denkt drüber nach

MFG Wolle

Christian

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #2 am: 23.02.10 (19:39) »
Danke, endlich hab ich`s verstanden!  ;D

kmdt u776

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #3 am: 25.02.10 (11:02) »
Hallo allerseits,

immer wieder liest man, daß ostpreußische Güter zwischen den Weltkriegen stark verschuldet waren. Die Regierung Brüning - für unpopuläre Sparpolitik bekannt - sah 1932 in dem Entwurf einer Siedlungsverordnung eine Zwangsversteigerung nicht entschuldungsfähiger Güter vor. (Auch das Gut meiner Urgroßeltern wäre möglicherweise zwangsversteigert worden, so berichtete jedenfalls meine Urgroßmutter.) Dieser Gesetzesentwurf war schließlich der Anlaß für Hindenburg, Brüning als Reichskanzler zu entlassen (was letztendlich auch den Weg für eine Regierungsneubildung unter Papen einschließlich Rechtsruck freimachte).

Nun meine Frage an die Wirtschaftsexperten unter Euch: Wie kam es zu diesen Überschuldungen? Während und nach dem I. WK waren schließlich Lebensmittel knapp. Hätte das nicht eigentlich die Erzeugerpreise hoch halten müssen? War es nur die abgelegene Lage Ostpreußens, die sich so verheerend auswirkte? Was waren die Ursachen?

Gruß Falk

Hallo, Ostpreuße,
Das ist ein höchst interessanter und komplexer Themenbereich, den du da ansprichst. Die Probleme in der Landwirtschaft des Reiches zogen sich über viele Jahre hin und haben eine innen- und außenwirtschaftspolitische Dimension (kann man an der Stelle nicht in wenigen Worten erklären). Die schlechte finanzielle Situation der ostpreßischen Güter ist aber nicht singulär, sondern auch für Mecklenburg, Pommern und ganz Ostelbien geltend. Ähnliche Probleme gabt es im Norddeutschen Raum. Das ging soweit, daß es zu regelrechten Bauernaufständen gegen die Regierung kam (Landvolkbewegung in Dithmarschen etc., exemplarisch wiedergegeben im Roman "Bauern, Bonzen, Bomben").

Ich schlage Dir vor, du kaufst Dir eine Geschichte der Weimarer Republik, z.B. ist die von Herinrich Winkler empfehlenswert und gehst dann über die Sekundärliteratur, die HW zu dem Thema verwendet hat in medias res.

Außeracht lassen würde ich in diesem Zusammenhang auch nicht die DDR-Literatur zu diesem Thema, das der "Arbeiterundbauernstaat" natürlich die bäuerliche Geschichte intensivst untersucht hat. Die ist zwar politisch eingefärbt, und kommt daher zu "lustigen" Interpretationen der geschichtlichen Abläufe, aber sie haben, wenn man die "Rotlichtbestrahlung" außen vor läßt, immer wieder interessante Aspekte, die in unserer "bürgerlichen" Geschichtsschreibung nicht erwähnt werden.

Des weiteren habe ich Dir einen Link zum BA angehängt, der Dir einige Akteneinsicht gewährt.

Viel Spaß beim Recherchieren und "Gute Ernte"  ;)

http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0021/vpa/vpa2p/kap1_1/para2_35.html

Ostpreuße

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #4 am: 01.03.10 (10:51) »
...Viel Spaß beim Recherchieren und "Gute Ernte"  ;)...

Danke, für die ausführliche Antwort. Hätte gar nicht gedacht, daß die Ursachen so komplex waren... da hab ich ja dann demnächst gut zu tun... :-)

Gruß Falk

PS.: @Wolle: abgesehen davon, daß ich Deine Meinung in wesentlichen Punkten nicht wirklich teile, geht Deine Antwort völlig an meiner Fragestellung vorbei. So verwendete ich z.B. das Wort "Anlaß" und nicht "Grund" oder "Ursache".

Gruß Falk

Franz41

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #5 am: 03.03.10 (01:01) »
Hallo,
Die Verarmung des Landadels und die Verschuldung der Güter ist ein Phänomen der Industrialisierung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüchen. Praktisch trat diese Erscheinung großflächig beginnend im 19.Jahrhundert auf und nicht  nur in Deutschland.

Das Problem war, daß die Fabrikanten in der Industrie und besonders die Bankiere riesige Profite erwirtschaften konnten, die mit der damaligen manuellen Landwirtschaft niemals erzielbar waren. Den luxeriösen Lebensstil, den das Großbürgertum seinerzeits praktizieren konnte und von dem die riesigen Fabrikantenvillen aus der Zeit um 1900 zeugen, konnte sich der Adel eigentlich nicht leisten. Um trotzdem gesellschaftlich mithalten zu können wurde die Landbevölkerung extrem ausgebeutet und Kredite auf die eigenen Landgüter aufgenommen.

Die Folge war eine einsetzende Landflucht, daß heist die Landarbeiter gingen lieber in die Stadt, wo sie zwar auch ausgebeutet wurden, aber nicht so extrem wie in den Gütern. Der Landadel verarmte durch die Zinsen der Kredite sehr schnell, so daß die meisten Güter an vermögende Bürger verkauft werden mussten. In manchen Gegenden Deutschlands gab es schon nach 1900 keine Güter mehr, die im Besitz der alteigensessenen Familie waren. Die Rittergüter entwickelten sich immer mehr zu Sachen, die man versuchte billig zu kaufen und etwas teuerer weiterzuverkaufen.

Diese Prozesse vollzogen sich in stark industrialisierten Gegenden schneller als als im ostelbischen Raum oder gar Ostpreußen, waren aber überall anzutreffen. Viele soziale Spannungen zur Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik wie auch die Auswanderungswellen nach Übersee haben da eine ihrer Ursachen.

Viele Grüße

Franz

Nomen Nescio

  • Gast
Re:Ostpreußische Güter
« Antwort #6 am: 27.03.10 (16:52) »
Hallo Ostpreuße,

Lese mal hier.
Auch nicht uninteressant   :D

Gruß, Nomen