Autor Thema: Schmelztiegel  (Gelesen 4863 mal)

Hero-Dude

  • Mitglied
  • **
  • Beiträge: 181
Schmelztiegel
« am: 25.10.06 (08:08) »
Heutzutage wird ja alter Schrott gesammelt und wieder eingeschmolzen, ebenso früher als Glocken geschmozen wurden um daraus Kanonen zu fertigen. Im WK II gab es doch soviele Schrottpanzer die man hätte rückführen können, um sie wieder sinnvoll zu verwerten. Wir hatten doch heftige Probleme mit Rohstoffen. Gab es damals nicht diese Möglichkeit von riesigen Schmelztiegeln? Hatte man dies komplett mißachtet, oder gab es damals nicht diese Kapazitäten, oder Probleme bei der Umsetzung?

Mastercloser

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #1 am: 25.10.06 (10:20) »
Heutzutage wird ja alter Schrott gesammelt und wieder eingeschmolzen, ebenso früher als Glocken geschmozen wurden um daraus Kanonen zu fertigen. Im WK II gab es doch soviele Schrottpanzer die man hätte rückführen können, um sie wieder sinnvoll zu verwerten. Wir hatten doch heftige Probleme mit Rohstoffen. Gab es damals nicht diese Möglichkeit von riesigen Schmelztiegeln? Hatte man dies komplett mißachtet, oder gab es damals nicht diese Kapazitäten, oder Probleme bei der Umsetzung?

Was ist denn das fü ne Frage?
Was meinst du, wo der ganze Kriegsmüll verschwunden ist, in der Nordsee oder wo?

waldi44

  • Stammmitglied
  • ***
  • Beiträge: 3050
Re: Schmelztiegel
« Antwort #2 am: 25.10.06 (11:19) »
Selbstverständlich wurden die Schlachtfelder nach brauchbarem abgegrast. Zuerst natürlich nach noch brauchbaren Waffen. Intakten und solchen, die sie wieder instandsetzen liessen. Wo es nicht mehr ging, baute man zur Ersatzteillieferung aus, was noch verwendungsfähig war. Wo immer es ging, wurden auch Geschosshülsen eingesammelt und verwertet. Recycling ist keine Erfindung von heute....
Natürlich konnte man nicht alles bergen. Panzerwracks zB. flogen ja nicht von alleine in den Hochofen und was man später noch bergen wollte, war dann nicht selten wieder in Feindeshand.
Man darf auch nicht vergessen, dass bei solchen Gerätschaften mehrere verschiedene Metalle verarbeitet wurden, die man nicht so einfach zusammen in den grossen "Topf" werfen konnte und so grosse "Töpfe", dass man ganze Panzer im Stück reintuen konnte, gab es wohl auch im Grossdeutschen Reich nicht!

Ps. Übrigens ist tatsächlich sehr viel Kriegsmüll in der Nordsee verschwunden. Vor allem Giftgasmunition, die von den Alliierten dort versenkt wurde. Dazu dutzende Kriegsschiffe -boote, die selbst versenkt wurden oder infolge von Kampfhandlungen dort versunken sind.
« Letzte Änderung: 25.10.06 (11:21) von waldi44 »

Richtschuetze

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #3 am: 25.10.06 (11:34) »
Nun aus alten Wehrmachsthelmen hat man Töpfe/Siebe gemacht!Oft hat man Schadpanzer(oder Reste von Panzern)als Befestigungen an Brücken bzw Felder/Ufern mit eingebaut!(da findet sich heute noch das ein oder andere!)
Einige Koppel/Gasmasken/Uniformen etc wurden bei der Feuerwehr wieder eingesetzt!Uniformen wurde zu Zivilzwecken umgeschneidert etc.(Es gibt da wohl ein Buch drüber!)

Gruss


P.S na und den Rest haben die Alliierten geklaut! ;D

Hero-Dude

  • Mitglied
  • **
  • Beiträge: 181
Re: Schmelztiegel
« Antwort #4 am: 25.10.06 (12:56) »
Hmm ja, es war nur ein Gedanke. Man hätte ja nicht unbedingt z.B. franz. Fahrzeuge umbauen brauchen, sondern komplett verwerten können. OK, das mit den Mischmetallen leuchtet ein, das da Grenzen gesetzt sind.

steffen04

  • Mitglied
  • **
  • Beiträge: 547
Re: Schmelztiegel
« Antwort #5 am: 26.10.06 (11:12) »
Safes und Panzer sind auch heute noch der Albtraum jeden Schrotthändlers: sie müssen zuerst mit irrem Aufwand mit Schneidbrennern zerkleinert werden, um eine den Schrottöfen entsprechende Stückigkeit zu erreichen. Mechanische Schrottaufbereitungsanlagen (Scheren) schaffen die natürlich nicht.

Der Verkaufswert ist niedrig, da, wie oben schon gesagt, der Stahl hochlegiert, d.h. mit Fremdstoffen veredelt wurde und die Stahlwerker mit möglichst eisennahen Stählen arbeiten. Das Zeug wird daher großen Mengen reinerer Stahlschrotte zugemischt, um das Endprodukt nicht zu beinträchtigen. 50to Panzer gehen also in 500to anderen Schrotten unter, und die muß man erst mal haben. Nicht zu reden vom Gas für den Schneidbrenner.

Rainer

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #6 am: 01.03.07 (00:12) »
erbeutete ausländische fahrzeuge wurden oft einfach übernommen. resultat in mot. bzw. PD gab es eine Vielfalt an Fahrzeugen zum  Schrecken der Schirrmeister. teilweise wurden auch zivile Fahrzeuge requiriert(wie traction avant in Frankreich). Die 21. PD soll noch französische Beutepanzer eingesetzt haben nach der Landung der Alliierten in der Normandie, allerdings mit wenig bis null Erfolg.
Der Major Becker hat durch Umbau aber einige doch ziemlich leistungsfähige Fahrzeuge aus französischer Beute hergestellt, etliche kamen auch bei der 21. PD zum Einsatz.
Als Kinder haben wir uns Taschengeld mit dem Einsammeln der amerikanischen Manövermunition verdient; Für ein Kilo gab es 1.50 DM. Das war damals viel Geld. Die 8 Schuss-Rahmen wollte der Händler nicht. Davon habe ich heute noch einen haufen.
« Letzte Änderung: 01.03.07 (00:14) von Rainer »

FritzR

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #7 am: 01.03.07 (18:30) »
Zitat
Im WK II gab es doch soviele Schrottpanzer die man hätte rückführen können

Hätte man das? Ich denke mal, zusätzlich zu dem oben Aufgeführten ist das sicher auch ein logistisches Problem.

Mal abgesehen davon, dass es eine ungeheure Leistung der Eisenbahner war, das ganze System zu versorgen und am Laufen zu halten, fing es doch schon im Kleinen an.

Es war doch schon ein Problem, die eigene ausgefallene Technik zu bewegen (nicht nur zu bergen). Und wenn man sie noch bis zum nächsten Bahnhof bekam, war sie noch lange nicht verladen!

Man kann es drehen und wenden wie man will. Was Technik angeht, führte die Wehrmacht einen Krieg des armen Mannes!

Und was Recycling angeht:

Wir sammeln Eisen, Knochen, Lumpen und Papier...

Was meint ihr, von wann dieses Lied ist!

waldi44

  • Stammmitglied
  • ***
  • Beiträge: 3050
Re: Schmelztiegel
« Antwort #8 am: 01.03.07 (23:21) »
Nur mal eine Zahl aus meinem Atlantikwallbeitrag: ca 115 verschiedene Geschütztypen aus aller Herren Länder. Zusammengekarrt aus ganz Europa, von viel bis wenig Munition, von ausreichend Ersatzteile bis gar keine....
"Krieg des armen Mannes" trifft es, spätestens als die Amis kamen! Oje, was hab ich da gesagt- ich war es nicht! FritzR hat's gesagt ::)!

Jan-Hendrik

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #9 am: 05.03.07 (18:01) »
Den "Krieg des Armen Mannes" führten wir , so man die Sache mal en Detail betrachtet , vom allerersten Tag des Krieges an  ;)

Jan-Hendrik

waldi44

  • Stammmitglied
  • ***
  • Beiträge: 3050
Re: Schmelztiegel
« Antwort #10 am: 06.03.07 (15:28) »
Richtig ist aber auch, dass es die Deutschen damals verstanden, einen Teil dieser "Armut" durch technische Inovation, vorbildlicher Ausbildung seiner Soldaten und vollig neue Strategien zu kompensieren. Ausserdem konnte man diese "Armut" zum Teil dadurch etwas mildern, dass man durchaus gute und brauchbare Waffen erbeutete und vor allem Rohstoffquellen und Rüstungsfabriken mit zum Teil gut geschultem Personal, wie zB. in der Tschechei und wäre Speer von Anfang an Rüstungsminister gewesen, hätte einiges anders ausgesehen....
Richtig "arm" hingegen waren die Japaner drann, richtig "arme Schweine"...

Mitleser

  • Gast
Re: Schmelztiegel
« Antwort #11 am: 15.07.09 (21:41) »
Richtig Waldi!
Nur waren sich die Japaner dessen bewusst. Deswegen wollten sie ja nach Abstecken ihrer Interessenssphäre einen Waffenstillstand mit den 'Westmächten' anstreben und so ihre Interessenssphäre sichern.
Ob die deutsche 'Führung' zu so rationalen Überlegungen fähig war, wage ich zu bezweifelnt.

Gruß
Mitleser

 

post