Autor Thema: Frauen mit dem Eisernen Kreuz  (Gelesen 152291 mal)

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #45 am: 28.10.09 (17:24) »
Ich bin wieder fündig geworden, ...

In der Ausgabe der Schlesischen Tageszeitung vom 13. März 1945 wird über die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Ursula Kögel berichtet. Sie erhielt das EK II am 1. März 1945 für ihren Einsatz in vorderster Linie.


IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #46 am: 29.10.09 (16:59) »
Und schon wieder bin ich fündig geworden, ...

Dieses Mal wird es richtig interessant. Es handelt sich um einen Namen, der scheinbar bisher nirgends erwähnt wird.

In der Schlesischen Tageszeitung vom 16. März 1945 wird die Verleihung des EK II an die 19jährige dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen verkündet, die sich bei der Versorgung von deutschen Verwundeten in der Festung Breslau in vorderster Linie besonders bewährt hatte und dabei selbst verwundet wurde.


Anchalee

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #47 am: 31.10.09 (00:17) »
An den Autoren IM! Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Schreibweise Potrz richtig ist und der Vorname Maria-Ursula ist und nicht Elisabeth. In dem Bericht ueber die Verleihung des EK II ist der Name meiner Mutter ja auch richtig wiedergegeben worden. Wie aus dem Namen Maria-Ursula Potrz "Elisabeth Potuz" werden konnte, ist mir ein Raetsel.

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #48 am: 31.10.09 (07:47) »
Vielen Dank für den Kommentar ! Dann waren wir ja auf dem richtigen Weg, ...  ;D

Können Sie vielleicht noch mehr über Ihre Mutter berichten ?

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #49 am: 31.10.09 (10:53) »
Und schon wieder bin ich fündig geworden, ...

In der Schlesischen Tageszeitung vom 23. März 1945 findet sich ein Bericht über die Verleihung des EK II an die Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck. Sie erhielt die Auszeichnung am 9. März 1945 für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau.



Im Klietmann wird das Verleihungsdatum mit 8. März 1945 angegeben. Ich halte mich aber mal an das Datum in der Zeitung, also den 9. März 1945. Alle anderen Angaben in dieser Quelle waren ja bis jetzt auch korrekt, oder besser gesagt korrekter als in anderen Quellen, ... und immerhin ist es die Frontzeitung der Festung Breslau.

Damit steigt die Zahl der Verleihungen in unserer kleinen Liste allein für die Festung Breslau auf 6. Im Klietmann werden nur 5 dieser Verleihungen genannt.
« Letzte Änderung: 31.10.09 (11:03) von IM »

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #50 am: 01.11.09 (10:12) »
Meine kleine Liste  umfaßt inzwischen 18 Namen mit kurzen Angaben zur Verleihungsbegründung.

Hier mal wieder ein neues Update mit den neu hinzugekommenen Angaben:

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Ursula Kögel
geboren am 1. Juli 1926 in Breslau

EK II am 1. März 1945

Die Verleihung für ihren Einsatz in der Festung Breslau für ihre Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie.


Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen
19 Jahre alt, geboren in Dänemark

EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 16. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau, wo sie in vorderster Linie deutsche Verwundete versorgte und dabei selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Schwarz.


DRK-Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck
geboren am 25. Januar 1913 in Metz / Elsaß-Lothringen

EK II am 9. März 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau auf dem Truppenverbandsplatz des 10. Bataillons im Regiment „Beßlein“.


Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #51 am: 04.11.09 (08:57) »
In der Schlesischen Zeitung vom 28. April 1945 findet sich noch ein großer Artikel mit der Überschrift "Berlinerin schießt zwei Sowjetpanzer ab".

Im Artikel selbst geht es dann allerdings um die aktuelle Lage in Berlin. Auch wird die Ritterkreuzverleihung an Volkssturmführer Karl Pakebusch erwähnt, vor allem wofür diese erfolgte.

Erst am Ende des Artikels folgt der Bezug zur Überschrift. Allerdings wird kein Name genannt. Es steht dort lediglich:

"Bei den Kämpfen im Westen der Reichshauptstadt hat in der Nacht zum 27. April eine Berlinerin zwei Panzer mit der Panzerfaust abgeschossen."

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #52 am: 01.12.09 (08:41) »
Da ich demnächst eher die Jahrgänge aus den ersten Kriegsjahren bearbeiten werde, wird es wohl so schnell keine weiteren Zeitungsartikel über EK-Verleihungen an Frauen geben, ... ich werde daher in den kommenden Tagen mal noch weitere Namen aus anderen Quellen eintragen.

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #53 am: 02.12.09 (00:21) »
Ich nutze als erstes mal die Angaben aus dem "Klietmann".

Da finde ich als erstes die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Liselotte Hensel.

Wann diese erfolgte, ist nicht verzeichnet, auch nicht wofür. Nach einer kurzen Recherche findet sich im Netz der Hinweis, die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Im "Klietmann" findet sich lediglich noch der Zusatz "Mutterhaus Bremen", was eventuell auf ihre sonstige Verwendung hindeuten könnte.

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #54 am: 04.12.09 (11:33) »
Eine weitere Verleihung des EK II an eine Frau für den Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943 ist die an DRK-General-Hauptführerin Holzmann. Sie müßte im gleichen Zeitraum erfolgt sein wie die an Liselotte Hensel, wann genau ist mir derzeit jedoch nicht bekannt.
Bei Google-Books habe ich im Buch „Die Stellung halten - Kriegserfahrungen und Lebensgeschichten von Wehrmachtshelferinnen“ zu Holzmann folgendes gefunden:

„DRK-Generalhauptführerin Holzmann erhielt das EK II für ihren unbeirrten Einsatz während der Luftangriffe auf Hamburg, weil sie „vielen verletzten Volksgenossen das Leben“ rette, „indem sie diese in ihrem Kraftwagen den Krankenhäusern Hamburgs, oftmals unter Feindeinwirkung, zuführte“.

Im Klietmann wird ihre Verwendung angeführt mit: „DRK-Hauptführerin Holzmann, Bereitschaftsdienstleiterin der Landesstelle X des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg.“

Einen Vornamen konnte ich jedoch bis jetzt nirgendwo finden.

Im Klietmann ist zusätzlich noch ein Bild von ihr, ebenso von Liselotte Hensel.

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #55 am: 06.12.09 (17:44) »
Im AHF bin ich gerade auf Erna Hirsekorn gestoßen.

Die Verleihung des EK II an sie wird in einer Wochenschau vom 5. März 1945 verkündet. Der Text dazu lautet:

"Das ist die Nachrichtenhelferin Erna Hirsekorn. Mit einigen Hitlerjungen rettete sie durch ihren Mut und ihre Tatkraft einen schon verlassenen deutschen Ort. Sie trägt jetzt das Eiserne Kreuz."

Das hört sich so an, als hätte sie mit den Hitlerjungen einen bereits geräumten Ort wieder in deutschen Besitz gebracht und auch gehalten. Wann dieses Ereignis war, ist derzeit nicht bekannt. Ich vermute mal den Zeitraum Februar 1945.

Hier einige Ausschnitte aus der Wochenschau: ("geliehen" aus dem AHF)







Zur kompletten Wochenschau geht es hier:

http://www.archive.org/details/1945-03-05-Die-Deutsche-Wochenschau-Nr.753

Allerdings muß das Video auf den Rechner gezogen werden, bevor man es anschauen kann. Die Verleihung an Hirsekorn beginn bei Minute 10.
« Letzte Änderung: 05.08.10 (09:49) von IM »

Richtschuetze

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #56 am: 07.12.09 (07:02) »
Zitat
Mit einigen Hitlerjungen rettete sie durch ihren Mut und ihre Tatkraft einen schon verlassenen deutschen Ort. Sie trägt jetzt das Eiserne Kreuz."

@IM erstmal danke für Deine Berichte!

Das sagt doch eigentlich klar aus das es einen Kampf gegeben hat den diese Dame geführt hat. Ist über die Hitlerjungen nichts zu finden, die haben doch bestimmt eine Auszeichnung bekommen?


Gruss

IM

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #57 am: 07.12.09 (11:51) »
Wenn überhaupt, dann dürften sie dafür auch das EK II bekommen haben. Mehr ist erst einmal nicht zu finden.

Richtschuetze

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #58 am: 07.12.09 (12:17) »
Schade dachte da wäre mehr drüber zu erfahren! Trotzdem mach weiter so!


Gruss

Gebirgsmarine

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Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
« Antwort #59 am: 07.12.09 (23:20) »
Hallo IM!

Beate Uhse war ab 1943 Überführungsflieger  in der Luftwaffe und hatte den Rang eines Hauptmanns.
Ich könnte mir vorstellen, daß sie auch ein EK hatte. Was sagt der Klietmann? Ich habe leider keinen.

Gruß
die Gebirgsmarine