Autor Thema: Was soll man unter den Begriff "Feigheit", "feige"...  (Gelesen 2469 mal)

Stahlgewitter

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Re: Was soll man unter den Begriff "Feigheit", "feige"...
« Antwort #15 am: 14.01.09 (20:55) »
Ich halte es durchaus für sinnvoll über die Definition von Feigheit zu diskutieren.
Die Aussage 'was für einen feige ist, ist für einen anderen mutig' halte ich für irreführend, auch der Verweis auf den kulturellen Stellenwert und die zeitgeschichtliche Bedeutung von Feigheit spielt bei der Definition, sprich der reinen Bestimmung des Begriffs 'feige' keine Rolle. Diese Aussagen/Aspekte beschäftigen sich lediglich mit dem Resultat, genauer gesagt mit der Bewertung und Einstufung einer abgeschlossenen Handlung, vor deren Entstehung von einem Individuum ein Entschluss gefasst werden musste, ohne Rücksicht auf die eigene Unversehrtheit, sei es physischer oder psychischer Natur, diese Handlung auszuführen.

In der heutigen Literatur, die weitestgehend dem Zeit(un)geist folgt und mit Aussagen glänzt wie: 'wir brauchen keine Helden, sondern Vorbilder', versuchen die Verantwortlichen den bis dato noch positiv behafteten Begriff 'mutig bzw. heldenhaft' mit dem negativen Ausdruck 'feige' zu vermischen oder gar gleich zu setzen, denn auch feige kann heutzutage mutig sein.
Bei den unbekümmerten, in den Tag hineinlebenden und ungern selbst nachdenkenden Menschen, mag dieses Vorhaben Früchte tragen. Jedem einigermaßen klar denkenden Menschen muss aber klar sein, dass feige eben nicht mutig ist, genau wie schwarz nicht weiss ist.

Interessant ist ebenfalls die oft genannte Kollektivfeigheit, die gern erwähnt wird um das Versagen einzelner Personen zu verschleiern. Eine Kollektivfeigkeit gibt es nicht, da jedes Kollektiv sich aus einzelnen Individuen zusammen setzt, die wiederum einzeln für sich selbst entscheiden feige oder mutig zu sein. Somit gibt es nur eine persönliche Feigheit, die aber nicht gern eingestanden wird, das erfordert nämlich persönlichen Mut!