Fehlte es eventuell an der notwendigen Weitsicht der Verantwortlichen?
Die Geschichte des Walter-Ubootes begann 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers und ein Jahr vor dem deutsch-englischen Flottenabkommen. Helmut Walter, ein unbekannter mittlerer Angestellter bei der Germania-Werft in Kiel, legte dem O.K.M. Pläne für einen neuen Ubootstyp vor. Es ging ihm aber wie viele andere Erfinder auch, er bekam eine Buchnummer und seine Pläne wurden in einen Panzerschrank verstaut.
Ein Jahr später, als man in Deutschland wieder begann Uboote zu bauen, erinnerte er beim O.K.M an seine Pläne. Er fand jedoch wenig Interesse und wandte sich deshalb an Dönitz, der damals Chef der Unterseebootsflottille war.Walter erklärte Dönitz, dass mit seiner Erfindung ein Uboot längere Zeit getaucht 25kn fahren könnte (eine gößere Geschwindigkeit als bei den meisten Ubootjägern und viel größer als bei den vorherigen Ubootstypen). Als er Dönitz berichtetel, dass er im O.K.M auf Gleichgültigkeit gestoßen sei, war Dönitz nicht verwundert und bemerkte scharf., dass so etwas für das O.K.M. nicht interessant sei, da man damit keine Musikapelle an Bord dirigieren könnte. ( >:(Es war zwar Frieden, aber trotzdem ist dass für mich unentschuldbar!!! Ich frage mich, wie es solche Leute in solche Ämter geschafft haben ?) Die Pläne von Walter wurden endlich angenommen und ein kleines Uboot mit finanzieller Beteiligung der Germania-Werft in Kiel gebaut. Der Bau dauerte sehr lange, weil die Mittel beschränckt waren. Es lief 1940 von Stapel und erfüllte alle Erwartungen. Das war eine hervorragende Leistung von Walter, wenn man bedenkt ,dass er eigentlich gar kein Ubootbauer war und während des Baus nur zeitweise erfahrene Ingenieure zur Verfügung hatte. Trotz aller Schwierigkeiten beim Bau, war das Boot so brauchbar geworden, dass 2 Marineberater vorschlugen das Boot in Serie zu produzieren. Zunächst wies das O.K.M. diesen Vorschlag mit der Bemerkung zurück, Dönitz habe den Typ VIIC gefordert. Die Produktion dieser Boote liefe und könne nicht geändert werden. Schließlich musste Großadmiral Raeder persönlich einschreiten, Damit das Projekt weiter geführt werden konnte. Er veranlasste auch, das größere Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Viele Skeptiker waren auch nach den erfolgreichen Testfahrten und der Leistungsfähigkeit nicht vom Uboot überzeugt.Deshalb plante man ein Versuchsboot, "U-792", in der Meile mit verschieden Geschwindigkeiten getaucht, einigen höheren Offizieren und Beamten des O.K.M vorzuführen. Ein starker Scheinwerfer wurde am Boot befestigt. Man konnte auf diese Weise aus einer mitfahrenden Barkasse die Fahrt des getauchten Bootes beobachten,. Leider hatte man nicht bedacht, dass der Drehkreis des Ubootes um die Hälfte geringer war als der der Barkasse, so dass der Scheinwerfer des Ubootes außer Sicht kam. Die Beobachtergruppe desO.K.M. kam ohne genauere Vorstellungen nach Berlin zurück und es kam sogar zu Vermutungen, dass die Probefahrt manipuliert worden sein könnte. Zum Glück verlief die nächste Probefahrt ohne Pannen. Dönitz nahm seine Begleiter danach beiseite und fragte leichthin: "Hat das Ding irgendeinen Nutzen ?"-"NUTZEN", war die fragende Antwort, "das ist eine Revolution, Herr Admiral". Nach den Probefahrten von U-792 war Dönitz vom Kampfwert der Ubootes überzeugt, sogar begeistert; nun kam es darauf an, die Genehmigung des O.K.M zur Massenproduktion von Ubooten dieses Types zu bekommen. Aber die Zeit lief davon und Deutschland hatte schon vile kostbare Monate und jahre verloren.