Autor Thema: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!  (Gelesen 6311 mal)

Richtschuetze

  • Gast
@all nach dem wir jetzt viele Beispiele hatten wo sich Deutsche oder Alliierte Verbrechen Schuldig gemacht haben,ist es dochmal interressant Positive Beispiele zu nennen wo sich feindliche Soldaten gegenseitig geholfen haben.
Bzw den Menschen des Feindes in ihrgend einer Form Hilfe zukommen gelassen haben.Wohlgemerkt nicht nach dem Krieg sonder noch im Krieg!

Wer kann dann Beispiele nennen wo Deutsche und Alliierte Soldaten sich positive(zu einander) verhalten haben?

Mir selber fällt ein Bericht ein aus Ahrnheim(Operation Marketgarden1944)nach dem die letzten Kämpfe beendet waren haben sich Deutsche und Alliierte Sanitäter/Ärzte gemeinsam um Verwundete gekümmert!Nach dem Krieg haben die Engländer das Positive erwähnt das selbst die Ärzte/Sanis der WaffenSS sich auch um Alliierte Soldaten gekümmert haben.

Gruss

hec801

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #1 am: 23.01.06 (13:45) »
Da würde ich das ganz allgemeine Beispiel der Soldaten unter der Flagge des Humanitas anführen wollen!

Viele Sanitäter aller Seiten hat es nicht interessiert, wer da vor ihnen lag. Sie haben aufopfernd Hilfe geleistet, ohne auf die Nationalität zu schauen. Dass es auch hier Leute gab, die den einen oder anderen vorgezogen haben, bleibt unbestritten.

Es gibt ein konkretes Beispiel aus der Zeit vor Sewastopol. Dort wurde beim II./IR 123 ein sowjetischer OTL verwundet gefangen genommen. Auf Grund seines Dienstgrads sollte er sogleich nicht durch den Ic der 50. ID verhört werden, sondern durch von höherer Stelle kommandierte "Spezialkräfte". Der Truppenarzt der 50. ID hat dies verhindert, indem er ihm nicht nur versorgte, sondern auch eine neue Identität gab. Diese gehörte eingentlich einem sowjetischen Mannschaftsdienstgrad, der allerdings seinen Verwundungen erlegen war. Irgendwie bekam man es dann hin und der OTL geriet also als einfacher Mannschaftsdienstgrad in Gefangenschaft, hat diese überlebt und konnte so seine Familie wiedersehen.

Soweit ich weiss, gab es nach dem Ende des Kommunismus in der Sowjetunion mit ihm brieflichen Kontakt. Die damals an seiner Rettung beteiligten Angehörigen der 50. ID waren leider zwischenzeitlich verstorben.

Gruss

Hannes

Hoth

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Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #2 am: 23.01.06 (13:53) »
Auf dem Kriegesgräberfriedhof "Hürtgenwald" steht das einzige Denkmal für einen deutschen Soldaten das von den ehemaligen Gegnern errichtet wurde

Im Eingangsbereich befindet sich ein Gedenkstein für den deutschen Leutnant Friedrich Lengfeld, der am 12 November 1944 beim Versuch, einen verletzten amerikanischen Soldaten aus dem Minenfeld „Wilde Sau“ zu retten, schwer verletzt wurde und noch am gleichen Tag im Verbandplatz „Lukas-Mühle“ verstarb. Die Gedenktafel wurde von der Veteranenvereinigung der 4. (US-) Inf.-Div. aufgestellt.


Pappenheim

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Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #3 am: 04.02.06 (20:54) »
Mit meinem alten Schulrektor, Jahrgang 1915 und damals immerhin Hauptmann, spiele ich so alle 2 Wochen ein paar Partien Schach. Klar das ich mir bei der Gelegenheit öfters über seine Kriegserlebnisse berichten lasse und so erzählte er mir neulich eine Begebenheit während seines Einsatzes im Kaukasus.

Nach einem Feuergefecht mit russischen Soldaten sah er in der  Nähe einen verwundeten russischen Offizier. Er entschloss sich zu "Stopfen" und den Mann zu verbinden. "Stopfen" erklärte er mir, war das damals übliche Wort für eine Feuerpause und oft wurde mehr gestopft als gekämpft. Auf jedenfall begab er sich zu dem Offizier um ihn zu verbinden. Der sah ihn zuerst angsterfüllt an, brach dann aber in Tränen aus, als er sah das er Hilfe von einem der verhassten Deutschen bekam. Der Offizier starb zwar trotzdem kurz darauf, allerdings muss der Vorfall schweren Eindruck auf die in der Nähe verschanzten Russen gemacht haben, die von den deutschen "Bestien" wohl anderes erwartet hatten. Und so standen auf einmal eine ganze Gruppe Russen mit erhobenen Händen auf und ließen sich gefangen nehmen.

Wie wir heute wissen war dann die Behandlung der Kriegsgefangenen in der Etappe dann doch nicht so rosig, wie das die sich ergebenden Russen wohl gedacht hatten. Aber was dann mit ihnen geschah ist wieder eine andere Geschichte und hat auch nichts mehr mit dem Thema zu tun.

Richtschuetze

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Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #4 am: 06.02.06 (06:31) »
@Pappenheim eine interrssantes Beispiel!Ist dochmal was anderes zu erfahren ob und wie sich unter Feinden geholfen wurde!
Ich denke es wird noch viele solche Beispiele geben :)

Gruss

hec801

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #5 am: 06.02.06 (16:18) »
Wie wir heute wissen war dann die Behandlung der Kriegsgefangenen in der Etappe dann doch nicht so rosig, wie das die sich ergebenden Russen wohl gedacht hatten. Aber was dann mit ihnen geschah ist wieder eine andere Geschichte und hat auch nichts mehr mit dem Thema zu tun.

Wie wahr!!! Die Bevölkerung der besetzen Gebiete hat sich oft mit den deutschen Fronttruppen ja sehr gut verstanden, erst als diese weiterzogen und die Etappe kam, änderte sich dies! Die waren wohl nicht recht ausgelastet! So hart und unerbittlich die Gefechte zwischen den Fronttruppen beider Seiten auch gewesen sind, so hatten dort die meisten wohl doch die Nase voll vom Töten und es muss wohl gemeinhin als eine Art "Notwendigkeit" angesehen werden, um selbst am Leben zu bleiben. Sofern man aber nicht musste, tat man es wohl nicht!

In Bessarabien (viel deutschstämmige Bevölkerung) hatte die landwirtschaftlich arbeitende Bevölkerung in den Jahren vor 1941 an strengem Hunger gelitten. Nicht dass die Ernte schlecht war! Nein, die Bauern dort mussten unter Bewachung ernten und die Produkte dann abliefern. Ihnen selbst blieb weniger als zum Überleben! Als, auch wieder eine Bsp. der 50. Infanterie-Division, die Deutschen Truppen kamen, wurden erst einmal in der Landwirtschaft erfahrene Offiziere abgestellt, welche die geordnete Ernte organisierten und dafür sorgten, dass die Bauern mit ihren Familien auch genug zum Überleben hatten. Soweit ich weiss, hat das die beiden Gruppen sehr zusammengeschweißt...

Gruss

Hannes


Hoover

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #6 am: 06.02.06 (16:39) »
Und dann kam die Partei...

Andi

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #7 am: 06.02.06 (18:04) »
In Carells... ähh Schmidts "Die Wüstenfüchse" ist auch ein Bericht drinnen nachdem eine deutsche Kradschützengruppe bei der Frontaufklärung einer britischen Einheit beim Verbinden ihrer Verwundeten geholfen hat. (den Wahrheitsgehalt kenn ich nicht und übernehme dafür auch keine Garantie). Gleiches ist auch in Bergers "NKiG mit Rk" zitiert worden.

Gruss,

Andreas

hec801

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #8 am: 06.02.06 (18:57) »
@ Pappenheim

Weisst Du, wo Dein Schachgegner im Kaukasus eingesetzt war? Einheit oder Ort!?

Gruss

Hannes

Hero-Dude

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  • Beiträge: 181
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #9 am: 06.02.06 (20:27) »
Ein bekannter meiner Familie war damals Hauptmann bei den Fernmeldern. Er erzählte, das er damals mit einer russischen Frau kontakt hatte. (Ich glaub er war bei der Familie einquartiert, kann ich jetzt aber nicht mehr genau sagen) Die Frau, war damals sehr empört darüber, das die dt. angeblich mehr wert seien als die Russen. Das hatte ihn damals sehr beschämt und er war bemüht, um ihr dieses Gefühl zu nehmen und war sehr freundlich zu ihr und trat ihr als Gentleman entgegen. Was genau er alles tat, konnte er aber nicht mehr genau sagen.  Jahre später auf dem Rückmarsch durch die Niederlande, kam einmal ein Holländer auf ihn zu, und bedauerte den Kriegsverlauf, das die Dt. verlieren würden.




Petronelli

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #10 am: 07.02.06 (07:08) »
Da kann ich nur das Buch: "Menschlichkeit im Krieg" vorschlagen.
Verlag und ISBN hab ich allerdings grad nicht parat.
Geschichten aller Waffengattungen und Kriegsschauplätze mit solchen Begebeinheiten. Auch Partisanen kommen vor.
Gruß
Peter

Richtschuetze

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #11 am: 07.02.06 (08:52) »
Menschlichkeit im Krieg" also das hört sich gut an hast Du noch ein paar Infos über das Buch?


Gruss

Petronelli

  • Gast
Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #12 am: 07.02.06 (08:58) »
Ja, also ich habe jetzt auf die Schnelle folgendes gefunden:
www.stocker-verlag.com/Buchshop/Detail/79/Menschlichkeit-im-Krieg.html
Da kann mans auch bestellen, ich habs zu Hause und finde es sehr gut.
Gruß
Peter
« Letzte Änderung: 07.02.06 (09:03) von Petronelli »

Pappenheim

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Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #13 am: 07.02.06 (17:48) »
@hec809

Ich werd ihn das nächste mal fragen, er hat jedenfalls den gesamten Russlandfeldzug im Süden mitgemacht. Als man ab 1943 die Invasion in Frankreich erwartete und die Küstenstellungen ausbaute, herrschte dort großer Mangel an erfahrenen Offizieren und etliche Frontoffiziere wurden aus Russland dann an die Kanalküste abkommandiert. Er hatte das Glück, einer von diesen zu sein und so befehligte er ab (Mitte?) 1943 einen Frontabschnitt an der holländischen Küste. Nach der Invasion ist er dann im Kessel von Falaise in Englische Kriegsgefangenschaft geraten und verbrachte diese Zeit als POW bis 1947 in Kanada.

merlin61

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Re: Gegenseitige Hilfe im Krieg zwischen Feinden!
« Antwort #14 am: 07.02.06 (22:59) »
Bei den Kämpfen rund im den Monte Cassino, kam es bei den Kämpfe um den Burg- / Galgenberg,
mehrfach zu gegenseitiger sanitärer Hilfe zwischen Deutschen und Alliierten(= Engländern & Inder).
Optimismus ist ein Mangel an Information.
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

 

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