Autor Thema: Flucht aus Stalingrad ?  (Gelesen 17875 mal)

mpenza

  • Gast
Flucht aus Stalingrad ?
« am: 11.01.06 (10:00) »
Hallo !

Gab es eine erfolgreiche Flucht deutscher Soldaten aus dem Kessel
von Stalingrad 1942/43,
und wenn ja, wo ist darüber berichtet worden (Quelle).

Mit besten Dank im voraus !!

hec801

  • Gast
Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #1 am: 11.01.06 (10:13) »
Hallo,

ich habe daheim einen alten Schinken rumzustehen, mit dem üblichen Titel "Der Zweite Weltkrieg", in dem wird von einer Gruppe von Landsern gesprochen, welche ausgebrochen ist. Nur ein Unteroffizier soll es geschafft haben! Muss mal genau nachschauen, aber ob das so stimmt, na ja...

Gruss

Hannes

Offline Ronny22

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #2 am: 11.01.06 (11:28) »
Karl Betting gelingt die Flucht aus Stalingrad

DENKINGEN - Der Denkinger Unteroffizier Karl Betting ist der Hölle knapp
entkommen. An Silvester 1942 ist er aus dem Kessel von Stalingrad ausgebrochen.

Über 334 000 deutsche Soldaten gerieten im November 1942 in die
russische Winteroffensive um Stalingrad. 90 000 von ihnen wurden in die
Gefangenschaft getrieben. Nur knapp 5 000 überlebten eine teilweise bis
zu zehn Jahren dauernde Gefangenschaft . Einer der Überlebenden ist der
85-jährige Denkinger Karl Betting, einer der 21 Autoren, die in einem
Band ihre ganz persönlichen Kriegserinnerungen der Nachwelt hinterlassen
haben.

Stalingrad wurde nie vollständig erobert. Im Gegenteil: Im November
1942 begann die zweite russische Winteroffensive, der es gelang, die 6.
Armee von der Landverbindung zum deutschen Nachschub abzuriegeln. Die
drei Flugplätze innerhalb des Kessels konnten fast bis zur Kapitulation
am 31. Januar und 2. Februar 1943 mit Versorgungsgütern angeflogen
werden. In den „Genuss“, ausgeflogen zu werden, kamen nur Verwundete,
ungefähr 29 000, darunter auch der Denkinger Wilhelm Roth. Außer Karl
Betting waren noch fünf weitere Denkinger im Kessel: Moritz
Schnee, Erich Schnee, Viktor Benne, Max Fetzer und Richard Mauch. Sie
haben die Heimat nie mehr gesehen. Ein Ausbruch der Armee aus dem Kessel
wäre durchaus erfolgversprechend gewesen, durch das Machtwort des
Führers zwei Tage vor Weihnachten aber wurde die gesamte Truppe in die
Vernichtung geführt. Stalingrad ist zum Inbegriff eines unsinnigen und
überaus unmenschlichen Krieges geworden.

Karl Betting bezeichnete es mehrfach als höhere Vorsehung, wenn ihm und
20 weiteren Kameraden der Ausbruch aus dem Kessel gelungen ist. Als
Gerätewart war er für die Instandsetzung von Kanonen, MGs und
Zielfernrohren und deren Justierung zuständig. Diese wurden
abgeschossenen Panzern zur Wiederverwendung ausgebaut. Das bedeutete
gleichzeitig, die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten toten Kameraden
aus den Fahrzeugen zu bergen.

Dafür stand ihm ein Lastwagen, ein Dreitonner, zur Verfügung. Mit dem
Gedanken, den Kessel zu verlassen und jede Möglichkeit erwägend, hatte
sich jeder Landser beschäftigt, seit vom 22. November an der Kessel
geschlossen war. Als Lastwagenfahrer konnte sich Karl Betting
vorsorglich mit Kraftstoffvorräten für zwei Lastwagen und eine
Zugmaschine eindecken.

Als der Russe am Tag vor Silvester 1942 nochmals einen Großangriff
gestartet hatte und die Truppe in völlige Auflösung geraten war, hielten
es die 21 Mann für höchste Zeit, das Vorhaben zu riskieren.

„Wenn wir liegenbleiben, haben wir keine Chance mehr“

Am Tag vor Silvester 1942 brach Karl Betting mit weiteren 20 Kameraden
aus dem Kessel von Stalingrad aus. „Von dem Standort ausgehend, stellten wir fest, dass der Don, den wir ja überqueren müssten, 180 Kilometer entfernt ist. Wir waren uns auch darüber klar, dass, wenn wir in der Steppe liegenbleiben und am andern Tag die Sicht gut ist, keine Chance mehr haben. Auf jeden Soldaten machten die russischen Flugzeuge Jagd.“

Wir riskierten dieses gewagte Unternehmen. Ich hatte einen russischen
Marschkompass, der wie eine Armbanduhr getragen wurde. Wir fuhren in
westlicher Richtung ohne Straße, alles Steppengebiet, Stunde um Stunde.
Mit dem Wetter hatten wir großes Glück. Es war nicht ganz Vollmond,
nebelfrei. In der Steppe lag eine leichte Schneedecke, und wir konnten
kilometerweit sehen.

Durch eisiges Wasser

Es mochte ungefähr 1 Uhr nachts gewesen sein, als wir am Horizont einen
dunklen Streifen entdeckten. Beim Näherkommen konnten wir Bäume und
Hecken ausmachen. Tatsächlich, wir waren am Don. Die Uferböschung war
bewachsen, und der Fluss lag vier bis sechs Meter tief im Gelände
eingeschnitten. Auf beiden Seiten war der Don zugefroren und in der
Mitte eisfrei. Die große Frage, wie kommen wir über den Don. Als letzten
Ausweg schlug ich noch vor, uns auszuziehen, unsere Klamotten
zusammenzubinden und durch das eisige Wasser zu schwimmen.

Russische Einheit

Da wurde es plötzlich auf der anderen Seite lebendig. Eine russische
Einheit zog auf der westlichen Seite flußabwärts. Von unserem
Vorhandensein wussten sie natürlich nichts. Da es Silvesternacht war,
waren sie ziemlich laut. Kaum waren diese vorbei, kam eine motorisierte
Kolonne und fuhr in der gleichen Richtung. Uns kam der Gedanke, ob diese
Einheiten wohl einer Brücke zustrebten. Kämen sie von einem Übergang,
wären sie wohl ins Landinnere gezogen. Wir bestiegen die Fahrzeuge und
fuhren auf der Uferböschung in die gleiche Richtung, nur auf der
östlichen Seite. Eine Fahrt ohne Licht, so schnell es den Umständen
entsprechend ging. Auf der westlichen Seite die russische Kolonne mit
vollem Scheinwerferlicht.

Eine Brücke

Unsere Fahrt war jedoch schneller, und wir ließen jene Fahrzeuge zurück.
Nach einer Stunde sahen wir in gespenstischen Umrissen - oder war es
eine Fata Morgana? - eine Brücke. Wir fuhren bis etwa 50 Meter heran und
starrten dieselbe an wie ein Geschenk des Himmels. Uns war klar, diese
Brücke entscheidet über Liegenbleiben und Gefangenschaft oder einen
Funken Hoffnung. Wir mussten feststellen, ob die Brücke vermint oder
eine Brückenwache vorhanden war. In Eile näherte ich mich mit noch einem
Kameraden der Brücke, wir schlichen zur Hälfte hinüber, konnten aber
nichts Verdächtiges feststellen. Wir sprangen zurück zu den andern und
wagten die Überfahrt. Ich weiß noch genau, ich fuhr mit dem zweiten Gang
und war kaum fähig, eine Lenkbewegung zu machen. Kaum auf der anderen
Seite, und schon leuchteten die Scheinwerfer der russischen Fahrzeuge auf.

„Wir waren nun auf der westlichen Seite. Der Mond wurde von Wolken
verdeckt. Bald fielen die ersten Schneeflocken. Der Schneefall wurde
stärker, und bei der anbrechenden Morgendämmerung befiel uns eine große
Müdigkeit. Wir hatten ja zwei Tage und Nächte kein Auge zugemacht. An
einem Waldrand ruhten wir ein bisschen“, erinnert sich Betting.

Hauptkampflinie überquert

Die Fahrt nach Westen ging weiter. Sie hörten in der Ferne MG-Bellen,
Stalinorgeln, Artilleriedonner und Motorenlärm. Erst nach etwa 60
Kilometern, nach einem ganzen Tag, trafen sie auf Menschen, deutsche
Soldaten bei Schanzarbeiten bei der von Deutschen besetzten Stadt Schachti.
Ohne es geahnt zu haben, hatten die 21 Flüchtlinge vor wenigen Stunden
die Hauptkampflinie überquert. In Stalino konnten sie sich bei einer
Sammelstelle für Stalingrad-Versprengte melden.


Vier Wochen später kapitulierten die Kessel, nachdem auch die
Flugverbindung unmöglich geworden war. Für kurze Zeit verschlug es Karl
Betting nochmals nach Frankreich, wo er einer neu aufgestellten Einheit
zugeteilt wurde. Dann ging es im Herbst 1943 abermals nach Russland in
den Kampfraum Kriwoi-Rog.

Anschließend im Sommer 1944 versetzte man ihn nach Rumänien, im Herbst
nach Litauen. Die Kompanie lag über den Winter in der Nähe von Riga. Als
die Ostfront näher rückte und Danzig abgeschnitten war, blieb nur noch
der Wasserweg nach Swinemünde. Von dort ging es zur Berlinverteidigung,
später nach Flensburg, wo er in englischer Gefangenschaft bis zu seiner
Entlassung am 1. August 1945 von den Besatzern als Ordnungspolizist
eingesetzt wurde. Am 7. August erreichte er den Heimatort Denkingen.

Josef Fetzer


Quelle: http://www.volksbund.de
« Letzte Änderung: 11.01.06 (11:33) von Ronny22 »
Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
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Wenn ein Mann sagt er hat keine Angst zu sterben, ist er entweder ein Lügner oder ein Gurkha!
Field Marshal Sam Maneksha

Offline Balsi

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #3 am: 11.01.06 (12:19) »

Offline Ronny22

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #4 am: 12.01.06 (13:27) »
Promesberger, Ludwig - RK-Träger - http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/Infanterie/Promesberger-Ludwig.htm

Respekt!!!

Der Mann lässt sich nicht fangen...aus 2 Kesseln herausgekommen und aus der Gefangenschaft entkommen.
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Offline Balsi

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #5 am: 12.01.06 (19:39) »
ist leider vor zwei Jahren verstorben.. so weit ich gehört habe wurde er sogar noch degradiert weil er einen Offizier beschimpft haben soll.. muss ich erst nachfragen. Hatte seinen Sektionsleiter bei der OdR - Kressmann angeschrieben.. aber leider keine Antwort errhalten...

Arnold

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #6 am: 27.12.12 (18:45) »
Hallo,
zu der oben erwähnten Flucht von Karl Betting ist zu sagen, daß es sich dabei wohl um eine falsche Erinnerung handelt und er wohl nicht in den Kessel kam. Ich führte mit ihm dazu ein Gespräch. Er ist leider jetzt auch verstorben.
Ich hatte bereits mehrmals versucht, hier weitere Informationen zu der Flucht von Promesberger zu bekommen. Gibt es dazu irgendwelche Quellen, die das belegen? In den Unterlagen des Abwicklungsstabs Stalingrad findet sich dazu nichts.
Beste Grüße
Jochen

Offline Loerscher

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #7 am: 30.12.12 (11:49) »
Hallo,
ich persönlich glaube das auch nicht so Recht, wie Du schon sagst, Abwicklungsstab hat doch eher vergeblich nach "echten" Rückkämpfern aus dem Kessel gesucht.

Eine Frage, aus Interesse:
Karl Betting war im Pz.Rgt. 36, dann nach Neuaufstellung in der III./Pz.Rgt. 36, richtig? Das würde mich von der Einheit her interessieren, da ich da einige Männer kenne/gekannt habe.

Oliver

Arnold

  • Gast
Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #8 am: 06.01.13 (08:36) »
Hallo Oliver,

das ist, glaube ich, die richtige Einheit. Herr Fetzer hatte nach Rücksprache den Beitrag über Karl Betting bei volksbund.de herausnehmen lassen.
Beim Abwicklungsstab wurden einige Soldaten ausführlich vernommen, die es später über die Front zurückschafften. Soweit ich sehe, waren das alles Volksdeutsche, einer etwa als "Hiwi" bei der Roten Armee in einer Strafeinheit eingesetzt, aus der er später floh. Vor allem aber konnten sie aufgrund perfekter Russischkenntnisse bei der Bevölkerung unterkommen, sonst war eine Flucht über Hunderte Kilometer sehr schwer möglich. Allerdings ist nicht sicher, ob darunter Agenten waren, die das NKWD losschickte. Deshalb wurden über sie Aussagen von Angehörigen ihrer Einheiten eingeholt, und sie wurden eingehend über das Schicksal ihrer Kameraden befragt und ganze Listen dazu aufgestellt.
Gruß
Jochen

Arnold

  • Gast
Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #9 am: 06.01.13 (10:20) »
Hallo,

hier einmal ein Eindruck von einer Vernehmung eines Volksdeutschen durch den Abwicklungsstab. Es handelt sich um Eduard Schell. Dazu siehe auch Timothy P. Mulligan: Escape from Stalingrad: Soviet Nationals with the German sixth army, in: Journal of Slavic Military Studies 20 (2007), S. 739-748.

Vernehmung des Volksdeutschen Eduard Schell, 16.2.1944
(...) Nach unserer Gefangennahme wurden wir in ein Lager nach Kraßnoarmesjk über Beketowka (Nähe Stalingrad) in Marsch gesetzt. Dort war ein grösseres Lager. Verpflegung bekamen wir dort nicht. In diesem Lager wurden wir ausgesondert, unser Haufen wurde wieder nach Stalingrad zurückgebracht. Unterwegs sind wir auch gefilmt worden. Alle Offiziere, die in Gefangenschaft gerieten, waren noch bei uns und sind auch in Stalingrad bis zu meiner Flucht bei uns geblieben. Die Offiziere mußten mitarbeiten wie die Mannschaften. Die erste Verpflegung bekamen wir nach 3 Tagen auf dem Marsche von Kraßnoarmejsk nach Stalingrad, Brot und Salzfische. In Stalingrad befand sich das Lager in Stadtmitte. Bewacht wurden wir zuerst von Rumänen, zuletzt von Russen. (...) Das die Schwerverwundeten von den Russen in ihren Unterständen mit Handgranaten niedergemacht wurden, habe ich selbst gesehen. Wenn ich nach meiner Meinung über das fernere Schicksal der deutschen Gefangenen befragt werde, so glaube ich, sagen zu können, daß keiner die Behandlung auf die Dauer überstehen kann. (...) Auf dem Marsch von Stalingrad nach Kraßnoarmejsk wurden viele deutsche Gefangene, die nicht mehr laufen konnten, einfach erschossen. (...) Die russische Bevölkerung, soweit sie irgendwie mit den Deutschen zusammengearbeitet hat (besonders auch Starosten oder Hilfswillige und Ordnungsdienstleute) ist ohne weiteres getötet worden. Dazu genügte z.B. schon eine Anzeige, daß eine Frau für einen deutschen Soldaten Wäsche gewaschen hat. (...) Dies haben mir russische Kameraden aus dem von den Deutschen besetzten Gebieten beim Ersatzregiment erzählt (Schell wurde bei einem sowjetischen Strafregiment eingesetzt, von dem er floh, Anmerkung von mir). Nach etwa 10 Tagen nach unserer Gefangennahme wurden bei Säuberung des Kampffeldes von den Russen immer noch deutsche Soldaten gefunden und gefangen genommen. So kamen etwa am 13.2. noch von dem Bodenpersonal des Flugplatzes Gumrak 2 Mann in unsere Außenstelle in Stalingrad und später nach Kraßnoarmejsk. Sie wurden auch besonders bewacht. Die meisten dieser deutschen Soldaten hatten sich unter den Zivilisten in deren Bunkern versteckt gehabt, die Zivilbevölkerung hat teils auch mit ihnen durchgesteckt. Von diesen später gefangenen Deutschen sind auch welche von den Russen einfach erschossen worden, obwohl sie keine Waffen mehr hatten. Dies haben mir die 2 vom Bodenpersonal erzählt. Auch die Einwohner, die deutsche Gefangene nicht meldeten, wurden erschossen....“
(Quelle: BAMA, RH 15-311)
             

hoffe

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #10 am: 11.02.13 (13:20) »
Hallo

Mal eine Frage , hat einer von euch mal den Namen meines Grossvaters Heinrich Kraft gehört.

Ich glaub ich war 14 - 15 und zu Besuch bei meinen Grossvater Heinrich Kraft in Odershausen Bad Wildungen Kassel.
Wir hatten den 2 WK im Unterricht und ich Fragte ihn wo er im Krieg war. Afrika - Russland - Stalingrad , ich glaub als Pionier.
Was du warst in Stalingrad , ich erstaunt. Ja ich war - wir sind damals mit einen LKW abgehauen .
Ich glaubte es ihn nicht ( man da hab ich heut noch ein schlechtes Gewissen ) Er legte mir einen grauen Pass vor wo Stalingrad Kursk und andere Namen drinstanden . Mehr wollte er nicht aus dem Krieg erzählen.

Mein Opa ist seit ca 15 Jahren verstorben , aber ich möchte trotzdem seine Geschichte wissen

Gruss
Frank

Offline MM

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #11 am: 11.02.13 (14:57) »
Das sind jetzt nicht gerade viele Informationen.
Gibt es den "grauen Pass" noch?
Da es sich hier um den Wehrpass respektive das Soldbuch
handeln könnte, wären da durchaus mehr Informationen
rauszuholen als nur Name und Wohnort.
~ sic transit gloria mundi ~

Suche Informationen, Unterlagen, Fotos, Urkunden und Sonstiges zum Transportgeschwader 5 (vormals KGzbV 323), der schweren Panzerjägerabteilung 560 u.d. Artillerieregiment 155
Ausserdem Feuerzeuge die in Kriegsgefangenschaft in Tunesien/Afrika hergestellt wurden.

Hoffe

  • Gast
Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #12 am: 11.02.13 (17:29) »
Hallo

Nein dieses  Buch gibts leider nicht mehr . Weis leider auch nur das er Pionier war, in Afrika und in Kursk teilgenommen hat und mit einem LKW aus Stalingrad raus ist . Der Kessel bestand schon.

Gruss

Andy

  • Gast
Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #13 am: 06.03.14 (22:22) »
 Mein opa ist auch mit zwei Lastwagen aus Stalingrad geflohen. Sie waren auf Materialbesorgung als der Ring geschlossen wurde. Riesen Glück dass sie auserhalb des Rings waren!

Offline steyrstg77

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Re: Flucht aus Stalingrad ?
« Antwort #14 am: 02.09.17 (11:40) »
Guten Tag, ist zwar schon lange her, dass diese Frage gestellt wurde, aber es brachen tatsächlich Soldaten aus dem Kessel von Stalingrad aus.

Vor ein paar Tagen machte ich mit dem örtlichen Altersheim einen Ausflug, dabei lernte ich einen 96j. Mann kennen, der mir davon erzählte, wie sie damals aus Stalingrad ausbrachen, 50km durch russisches Gebiet, zu Fuss und mit einer Art Leiterwagen, in dem einige Verwundete lagen, machten er und einige Kameraden, oder Einheit, ich hab nicht nachgefragt, sich auf den Weg.

Es kamen ihm die Tränen, als er erzählte, wie seine Kameraden von russischen Maschinengewehrsalven überrascht und umgemäht wurden.

Leider hatte ich nicht genügend Zeit, um genaure Details zu erfragen, aber ich hoffe ihn nochmal besuchen zu können und mehr zu erfragen.

Außerdem habe ich vor wenigen Wochen einen anderen 96j. kennengelernt, der noch fit wie ein Turnschuh ist, er war Kampfpilot in Ausbildung, konnte dann aber nicht mehr eingesetzt werden, weil "Hitler der Sprit ausgegangen war und so standen ihre Flieger nutzlos am Boden rum"

Er flog aber einen Tag nach dem Inferno von Dresden in die Stadt und sah die brennenden Haufen toter Menschen, eine kurze blaue Flamme sie verzehrend.
Einer der wenigen Zeitzeugen, der noch fit im Kopf und körperlich rüstig ist, ein wahres Vorbild an Durchhaltevermögen und Fleiß, war mir eine besondere Ehre ihn kennenzulernen.