Autor Thema: Heinz Rühmann und andere  (Gelesen 7161 mal)

KGR Wahl

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Heinz Rühmann und andere
« am: 06.03.07 (12:36) »


Nun haben wir es alle mal wieder dank Knopp miterlebt.

Diener eines verbrecherischen Systems. Der tolle Heinz Rühmann,die ungarische Ex-Tänzerin Marikka Röck, der füllige Heinrich George - leidenschaftlicher Schauspieler und der heutige,über 100 Jahre alte "Niederländer" Johannes Heesters und last but not least die "unverbesserliche" Altnazidame Leni Riefenstahl.

Alle dienten sie dem System,manche haben sich geläutert andere starben eben im Gulag-Lager wie Heinrich George.

Immerhin gibt nun dieser Moderator zu,dass es George bei den Westallierten als Gefangener "geschafft" hätte,nicht an einer Bilddarmentzündung zu sterben!

Diese Künstler wurden in dieses System hineingeboren,machten Filme,die die Menschen zuhause
ein bischen,wenn nur für wenige Stunden von den Sorgen ihrer an der Front stehenden Soldaten
abhielt und die Terrorangriffe auf die Städte oder die Verfolgungen von Jabos auf dem freien
Feld vergessen machten.

Was sollten diese Künstler nun tun,deren Lebenswerk eben der Film war,das Land verlassen??? Emigrieren?? Oder ihrem mehr leidenschaftlichen wie "erzwungenen" Beruf nicht mehr nachgehen,umzuschulen oder sich freiwillig an die Front zu melden?

Aber sie waren halt auf der falschen Seite,obwohl so gesehen,was war damals schon Hollywood
gegen die UFA!?

Man tat was für den deutschen Film,wie auch immer der aussah!!
Es gibt unzählige,die keinen politischen Hintergrund hatten,auch von Kästner verfilmte,der ja bekannterweise verpöhnt war.

Der Film über die Olympiade 1936 war zu diesem Zeitpunkt das Nullplusultra, das Pech für Riefenstahl war nur,dass diese auf deutschem Boden stattfand.
Wobei sicher zum Bedauern von Knopp und Co. Jesse Owens brilliant wegkam....sie machte da keine Ausnahme deshalb auch kein Kommentar dazu.....

Glücklicherweise bereiteten die "Überlebenden" noch Jahre dem mit dem Wiederaufbau beschäftigten Deutschen ihre Freude.

Diesen Herrn Knopp wird die Geschichte vergessen,sie jedoch werden bleiben,für ewig!

Ihres Berufes wegen,für den sie lebten,nicht für welche der gerade Regierenden haben sie diese Filme gedreht.

 

uwys

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #1 am: 01.04.07 (16:25) »
all die alten halb und unwahrheiten wurden und werden immer und immer wieder aufgewärmt!
der knopp ist einfach nurzum kotzen >:( :P
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Jan-Hendrik

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #2 am: 01.04.07 (16:28) »
Wer freiwillig Knopp schaut muß Masochist sein  ;D

Nightwish

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #3 am: 01.04.07 (17:39) »
Nachdem es ja schon sehr gehaltvolle Kommentare gab, möchte ich mich mal wieder unbeliebt machen.

Nicht dass ich falsch verstanden werde, ich bin kein Knopp-Fan, weshalb ich, abgesehen davon, dass ich keinen Fernseher habe  ;), auch keinen Knopp schaue. Obwohl, ohne Ton geht's.

Entsprechend habe ich die Beiträge auch nicht gesehen. Ich kann mir aber gut vorstellen wie das lief. Negativdarstellung, schwarz-weiß.

Wobei es sicher auch grauzonen gibt. Aber die tauchen bei dir leider auch nicht auf. Deine Argumente sind z.T. nicht besonders stichhaltig oder sie sind schlicht falsch! Sicher, einige könnten eine Diskussionsgrundlage darstellen, aber genau wie Knopp wahrscheinlich schwarzgemalt hat, versuchst du einseitig weiß-zu-waschen...

Zitat
Diener  eines verbrecherischen Systems.

Ein reißerischer Name, ja. Aber sie haben immerhin für eine verstaatlichte Filmgesellschaft gearbeitet. Und einem Teil der Rühmann-Filme ist (z.B. Quax in Afrika) ist ihre propagandistische, rassistische Absicht nicht abzusprechen. Und über Jud-Süß, bei dem George mitmachte, ist ja wohl nicht zu disktieren...

Zitat
Diese Künstler wurden in dieses System hineingeboren,

Mitnichten sind die von dir genannten "in das System hineingeboren"! Die sind alle wesentlich vor 1933 geboren!

Zitat
Was sollten diese Künstler nun tun,deren Lebenswerk eben der Film war,das Land verlassen??? Emigrieren?

Ja, wieso nicht? Das haben zum Beispiel Zuckmayer, Remarque oder Marlene Dietrich auch getan. Wieso ist das angeblich keine Alternative?

Zitat
machten Filme,die die Menschen zuhause
ein bischen,wenn nur für wenige Stunden von den Sorgen ihrer an der Front stehenden Soldaten
abhielt und die Terrorangriffe auf die Städte oder die Verfolgungen von Jabos auf dem freien
Feld vergessen machten.
Zitat
Glücklicherweise bereiteten die "Überlebenden" noch Jahre dem mit dem Wiederaufbau beschäftigten Deutschen ihre Freude.

Da gebe ich dir Recht. Zum Teil sind die Filme sja auch nicht schlecht, z.B. "Die Feuerzangenbowle", auch wenn der ebenfalls nicht unumstritten ist. Und ja, die Filme haben die Moral getragen!

Aber wäre es nicht besser gewesen, die hätten gesagt, macht euern Sch... allein, für die moralische Unterstützung eines Krieges gebe ich mich nicht her? Dann wäre ein Wiederaufbau vielleicht nicht nötig gewesen!? Weil die Bevölkerung sich gewundert hätte, wo ihre Künstler sind!?

Zitat
was war damals schon Hollywood gegen die UFA!?

Hüstel... Zugegeben, die UFA war nicht schlecht, aber Hollywood war schon damals eben "Hollywood"!

Zitat
Der Film über die Olympiade 1936 war zu diesem Zeitpunkt das Nullplusultra

Mal abgesehen davon, dass es Nonplusultra heißt, ja, Leni war damals der internationale Star! Keine Frage! Eine solche Bidersprache war damals in ganz Europa angesagt!

Zitat
sie jedoch werden bleiben,für ewig!

Jawoll, die deutschen Eichen des großdeutschen Films!  ::) Das hätte einer der großen Redner der damaligen Zeit nicht schöner sagen können!

Ich will hier keiner der genannten Personen vorwerfen, dass sie nicht augewandert ist. Aber es gab viele, die haben das System kritisiert, haben dazu gestanden und sind geblieben. Andere sind gegangen. Das ging alles. Du hast schon Recht, sie waren eben Deutsche und sind in Deutschland geblieben und habe ihren Job gemacht. Völlig okay und normal eben. Davon mal abgesehen wäre ich wahrscheinlich auch geblieben und hätte meinen Job gemacht. Aber so alternativlos wie du es darstellst, waren sie nun auch nicht.

Ich will hier nur einige deiner Aussagen richtigstellen und Alternativen darlegen.

Schönen sunnûntag noch!

Nightwish
« Letzte Änderung: 01.04.07 (17:43) von Nightwish »
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Nightwish

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #4 am: 01.04.07 (17:44) »
all die alten halb und unwahrheiten wurden und werden immer und immer wieder aufgewärmt!

Ja, aber hier wird's nicht besser... ::)
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uwys

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #5 am: 01.04.07 (18:32) »
soll man hier vielleicht zum onkel guido seinem mist auch noch rechtfertigungen schreiben?
das hat dieser mann nicht verdient, eigentlich nicht mal diese diskussion hier!
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Nightwish

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #6 am: 01.04.07 (18:37) »
Um Rechtfertigungen ging es nicht. Es geht (mir) nur um eine differenzierte Darstellung.
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Walter23

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #7 am: 02.04.07 (00:31) »
@nightwish

Teilweise stimme ich überein, teilweise nicht

Mal kurz zu zwei Dingen

[..]
Zitat
was war damals schon Hollywood gegen die UFA!?

Hüstel... Zugegeben, die UFA war nicht schlecht, aber Hollywood war schon damals eben "Hollywood"!

Zitat
Der Film über die Olympiade 1936 war zu diesem Zeitpunkt das Nullplusultra

Mal abgesehen davon, dass es Nonplusultra heißt, ja, Leni war damals der internationale Star! Keine Frage! Eine solche Bidersprache war damals in ganz Europa angesagt!

[..]

Punkt 1
"Hollywood" definiert sich ja u.a. auch dadurch, dass "es" sich als "Nabel der Filmwelt" versteht, ob dies International damals durchweg bis heute so galt bezweifle ich irgendwie ein wenig.

Zumal die Filme, welche bei den "Academy Awards" ("Oscar") nominiert/ausgezeichnet werden, sind auch nur ein Bruchteil dessen, was dort produziert wird.

Für mich ist der oben zitierte Standpunkt zu "Hollywood" ein wenig zu Nachkriegswestdeutch geprägt.


Punkt 2
Hier möchte ich ergänzen, dass ja diese Bildersprache an sich ja einer der Vorwürfe an Riefenstahl nach dem Krieg war/ist, was die "zeitgeistige" Bewertung einiger-etlicher  "kulturschaffender/bewertender" Menschen ist. Weiterhin ist ein Teil dieser Bildästhetik wohl auch prägend für einige Teile der "westlichen" Filmwelt bis heute ist.

 

waldi44

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #8 am: 02.04.07 (00:42) »
Ich liebe Rühmann und ich habe seine letzten beiden Auftritte beim Gottschalk gesehen* - echt rührend, aber was hat das mit seiner Vergangenheit zu tun? Damals haben sich viele arrangiert, auch ein Heinz Rühmann und nur weil Knopp das behauptet wird es nicht unwahrer! Es gab deutsche Künstler, die verliessen das Land und es gab deutsche Künstler, die starben im KZ!
Deshalb werde ich aber nicht über die, die das nicht taten den Stab brechen, aber sie haben sich ebenso "Schuldig" gemacht, wie alle anderen, die mitgemacht haben - wissentlich, unwissentlich oder als Mitläufer! Auf der "falschen Seite" war er mit Sicherheit, aber nicht nur, weil er auf der Verliehrerseite war. War eben so - na und? Riefenstahl war schon super für ihre Zeit - hatte aber Pech für die falsche Seite Reklame zu machen. Wissen für wen sie da Reklame machte, denke ich, kann man ihr eigentlich nicht vorwerfen.
Übrigens: Hollywood und Babelsberg zu vergleichen oder wo auch immer man im 3. Reich seine Filme produzierte, ist wie der berühmte Vergleich von Birnen mit Äpfeln!

* Beim Vorletzten gab er seinen Flugschein ab. Der letzte dauerte nur fünf Minuten. Bei seinem Anblick standen mir echt die Tränen in den Augen, wohlwissend, dass es uns allen so gehen wird und doch voller Freude, ihn jahrzehntelang als hervorragenden Schauspieler erleben zu dürfen!

Nightwish

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #9 am: 02.04.07 (10:39) »
@ Walther

Zitat
"Hollywood" definiert sich ja u.a. auch dadurch, dass "es" sich als "Nabel der Filmwelt" versteht, ob dies International damals durchweg bis heute so galt bezweifle ich irgendwie ein wenig.

Das stimmt schon, Hollywood sieht sich selbst so, wird aber auch international so betrachtet. Das war aber, wie du schon schreibst, durchaus nicht immer so! Das stimmt. So hatte man in den 30er und 40er Jahren in den USA und Europa völlig andere Ansichten, wie ein Film sein soll. Europäische Regisseure konzipierten Filme mit Längen über 100min., in den USA war das Maximum 60min. Deshalb war das amerikanische Publikum mit europäischen Produktionen, besonders solchen die von Exilanten produziert wurden 'überfordert'. In Europa hingegen wurden Amifilme als oberflächlich betrachtet. Die Amerikaner aber sahen sich dann aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, und auch durch die Exilanten beeinflusst, 'europäische' Filme zu produzieren. Ist also eine wechselseitige Beeinflussung gewesen...

Zitat
Zumal die Filme, welche bei den "Academy Awards" ("Oscar") nominiert/ausgezeichnet werden, sind auch nur ein Bruchteil dessen, was dort produziert wird.

Naja, im Vergleich zu deuschen Filmen, auch der Vorkriegszeit, waren die Amifilme trotzdem erfolgreicher. Und, von dem Bruchteil, den  du erwähnst, lässt sich die Größe der Hollywoodkapazität ableiten. Die UFA war ein Konzern. In Hollywood gab es derer viele!
Zitat

Für mich ist der oben zitierte Standpunkt zu "Hollywood" ein wenig zu Nachkriegswestdeutch geprägt.

Ja, ich denke das stimmt. Aber Hollywood hatte auch schon vor dem Krieg seinen Namen und zog viele, u.a. Marlene, in die USA. Aber ja, der heutige Status Hollywoods kam erst nach dem Krieg, mit Filmen für europäisches Publikum  ;) .

P.S. Die Informationen zum Verhältnis des europäischen und amerikanischen Film sind aus der Erinnerung zitiert. Die habe ich aus zwei Medienseminaren an der Uni. Kann also keine Quellen angeben!

@ Waldi

Zitat
Damals haben sich viele arrangiert, auch ein Heinz Rühmann und nur weil Knopp das behauptet wird es nicht unwahrer! Es gab deutsche Künstler, die verliessen das Land und es gab deutsche Künstler, die starben im KZ!
Deshalb werde ich aber nicht über die, die das nicht taten den Stab brechen, aber sie haben sich ebenso "Schuldig" gemacht, wie alle anderen, die mitgemacht haben - wissentlich, unwissentlich oder als Mitläufer! Auf der "falschen Seite" war er mit Sicherheit, aber nicht nur, weil er auf der Verliehrerseite war. War eben so - na und? Riefenstahl war schon super für ihre Zeit - hatte aber Pech für die falsche Seite Reklame zu machen. Wissen für wen sie da Reklame machte, denke ich, kann man ihr eigentlich nicht vorwerfen.

Sehr schön geschrieben! Da kann ich mich dir nur anschließen!

Zitat
Übrigens: Hollywood und Babelsberg zu vergleichen oder wo auch immer man im 3. Reich seine Filme produzierte, ist wie der berühmte Vergleich von Birnen mit Äpfeln!

Ja, siehe oben.
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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #10 am: 02.04.07 (13:41) »
Erst einmal ist H. George im Speziallager Oranienburg verstorben und nicht im Gulag, denn den gab es nur in der UdSSR.
Es ist wieder einmal völlig induskutabel wie aus einen Sachstand von heute das Leben von vor '45 interpretiert wird.
Wenn man von Quax in Afrika rassistisch-propangandistische Untertöne herauslesen will, dann möchte ich mal wissen welcher Film dann, egal wo gedreht, diesen nicht hatte! Wann hat in den USA der Farbige die erste Hauptrolle und wie wurde der "nigger" wenn überhaupt dargestellt, in den Film intergriert ? Aber bei der UFA war es rassistisch, klar.
Nun gut Marlene Dietrich hatte nie propagandistische Aufgaben zu erledigen, außer natürlch den Boys der amerikan. Bomberflotte die Ihr Heimatland ausradierten,moralische Unterstützung zu geben.
Übrigens auch den politischen Künstler gab es damals so in der Zahl wie heute  gar nicht und wer sich heute nicht auch positioniert in einer Lichterkette o.ä. ist auch weg vom Fenster!
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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #11 am: 02.04.07 (16:19) »
Zitat
Es ist wieder einmal völlig induskutabel wie aus einen Sachstand von heute das Leben von vor '45 interpretiert wird.

Nö. Sonst hätte ich die Möglichkeit der Emigration nicht aufgezeigt.
Zitat
Wenn man von Quax in Afrika rassistisch-propangandistische Untertöne herauslesen will, dann möchte ich mal wissen welcher Film dann, egal wo gedreht, diesen nicht hatte! Wann hat in den USA der Farbige die erste Hauptrolle und wie wurde der "nigger" wenn überhaupt dargestellt, in den Film integriert ? Aber bei der UFA war es rassistisch, klar.

Ich habe nicht über den latenten Rassisimus in den USA geschrieben, weil er in Bezug auf die Diskussion irrelevant ist. Klar gibt's den noch immer! Aber es geht um deutsche Schauspieler, ihre Rolle (wie passend  ;) ) im Dritten Reich und die Möglichkeiten die sie gehabt hätten.

Klar waren Filme wie Quax in Afrika durchaus dem Zeitgeist entsprechend, ohne Frage. Aber die Umstände der Produktion und die Intention sollte man schon hinterfragen. Und das hätte man auch 44/ 45 gekonnt.
Zitat
Nun gut Marlene Dietrich hatte nie propagandistische Aufgaben zu erledigen, außer natürlch den Boys der amerikan. Bomberflotte die Ihr Heimatland ausradierten,moralische Unterstützung zu geben.

Auch das habe ich nicht abgestritten. Aber zum Beispiel Remarque hat von solchen Aktionen gar nichts gehalten.

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #12 am: 02.04.07 (16:58) »
das können wir auch endlos ausweiten, wie z.B. die Manns sich verhalten haben etc..
Aber wenn ich politisch ein nichtmitdenkender Mensch bin, dann kann man mir nicht im Nachhinein vorwerfen was ich alles hätte wissen müssen.
Die Mehrheit der DDR Schauspieler ist auch hier geblieben und hat die irrsten Phrasen zu "Republikgeburtstagen" und Parteitagen abgelassen.
Also , warum sollte ausgerechnet Heinz Rühmann emigrieren? Ihm gings gut , er hatte Rollen und ein gutes Auskommen und Politik interessierte Ihn nicht ! Warum sollte die junge Leni Riefenstahl nicht Parteitagsfilme drehen, oder gar den Olympiafilm? Sie sollte also das ganze System durchschauen ? Dann hätte man die ganze französische Olympiamannschaft einsperren müssen, noch nicht mal die durchschauten das System sonst hätten sie nicht mit dem Hitlergruß gegrüßt! Bevor man nämlich emigriert hätte man das System durchschauen müssen und wie sollte man ein System durchschauen in dem es dem Menschen zwischen 1933-39 noch nie wirtschaftlich und sozial besser ging auf deutschen Boden, wie jemals zuvor. Das die emigrieren mußten die sich mit den Nazis vor '33 anlegten, lag bei diesen System nahe, war aber nur eine Randnotiz damals.
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Nightwish

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #13 am: 02.04.07 (18:21) »
Zitat
das können wir auch endlos ausweiten, wie z.B. die Manns sich verhalten haben etc..

Du hast mit der Ausweitung angefangen. "Die" Manns haben sich ja sich auch different verhalten. Thomas hat sich in den USA ja zum "Deutschen Gewissen" aufgeschwungen.
Zitat
Aber wenn ich politisch ein nichtmitdenkender Mensch bin, dann kann man mir nicht im Nachhinein vorwerfen was ich alles hätte wissen müssen.

Jain.
Zitat
Also , warum sollte ausgerechnet Heinz Rühmann emigrieren? Ihm gings gut , er hatte Rollen und ein gutes Auskommen und Politik interessierte Ihn nicht !

In Zusammenhang mit deiner anderen Aussage, ist es aber doch merkwürdig, dass es ihn nicht zum Nachdenken gebracht hat, welcher Druck auf ihn ausgeübt wurde, bzgl. seiner jüdischen Frau...

Zitat
Warum sollte die junge Leni Riefenstahl nicht Parteitagsfilme drehen, oder gar den Olympiafilm?

Keine Ahnung. Ich habe nicht gesagt, dass sie es nicht hätte tun sollen. Ich sagte, sie hätte nicht müssen! Und wie ich auch schon schrieb, Leni war damals 'DIE' Regisseurin weltweit!

Zitat
Sie sollte also das ganze System durchschauen ?

Was ist denn jetzt "das System"? Ihr hätten durchaus Dinge auffallen können.

Ums nochmal zu sagen: Ich mache niemandem einen Vorwurf, dass er blieb. Ich mache Leni und Heinz auch keinen Vorwurf, dass sie Filme drehten. Stimmt schon, sie waren 'im System', wenn auch nicht "in das System geboren", wie KGR meint. Aber im System bedeutet auch, dass man Teil dessen ist, was undemokratisch ist und dass gerade sie sich sich zu Instrumenten haben machen lassen! Und es bedeutet auch, dass man sich Gedanken machen kann! Ich meine damit nicht, dass sie "das System" durchschauen sollten. Das kann man ja heute noch nicht. Aber vielleicht wundern, wenn Kollegen gehen!? Oder wundern was, im Falle von George, bei Jud süß abgeht? Es geht mir weniger darum was sie gemacht haben oder nicht gemacht haben, es geht mir darum, dass es eben kein Automatismus ist, es so gemacht zu haben.

Zitat
Bevor man nämlich emigriert hätte man das System durchschauen müssen und wie sollte man ein System durchschauen in dem es dem Menschen zwischen 1933-39 noch nie wirtschaftlich und sozial besser ging auf deutschen Boden, wie jemals zuvor.

Abgesehen von verfolgten Minderheiten...

Zitat
Das die emigrieren mußten die sich mit den Nazis vor '33 anlegten, lag bei diesen System nahe,

Hüstel... oder besser, ich lach mich kaputt! Wenn das bei dem System nahe lag, dann ist es ein undemokratisches System. Wenn das also jemand gemerkt hat, auch schon vor 33, dann waren das also die, die sich für Politik interessieren. Wenn das aber schon vor 33 Leute gemerkt haben, wieso hat es dann nach 33 keiner bemerkt? Waren die, die genug Grips hatten schon weg, oder wie? Oder war "dieses System" doch nicht undemokratisch? Oder so unauffällig, dass es niemand merken konnte?

Aber worauf ich hinaus wollte: "die sich mit den Nazis vor '33 anlegten"... hüstel... Kann es sein, dass du da eine etwas gestörte Wahrnehmung hast? Wenn man also Jude ist, pazifistischer Schriftsteller, einen pazifistischen Kriegsfilm produziert, oder nicht seinen jüdischen Verleger für eine literarische Karriere im Deutschen Reich opfern wollte, dann hat man "sich mit den Nazis" angelegt? Das ist wohl ein schlechter Witz!?
Zitat
war aber nur eine Randnotiz damals.

Der 1. April war gestern... Du bist echt gut drauf heute, wie!? Eine Randnotiz? Hast du dich mal ernsthaft mit der Emigration befasst? Deutschland hat einige seiner geistigen Größem verloren, weil sie sich "mit den Nazis anlegten". Von den deutschen Schriftstellern der Weimarer Republik haben ab 33 oder nach 45 die wenigsten wieder veröffentlicht. Damit meine ich nicht (nur) die völkisch-nationalen Blut und Boden Schriftsteller. Ebenso zum Beispiel in der Physik. Einstein war vielleicht der populärste unter den deutschen Physikern, aber er war einer von vielen. Diverse Physiker haben ihren Lehrstuhl verloren. Das führte zu einer nachhaltigen Schwächung der deutschen Forschung und auch des deutschen Rufes! Stärkte aber dagegen die Einreiseländer.

Gruß, Nightwish
lerne leiden, ohne zu klagen

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Re: Heinz Rühmann und andere
« Antwort #14 am: 03.04.07 (09:22) »
Nun trotzdem war es nur eine Randnotiz, es sei denn Du bist der Meinung der Vorsprung in Technik war exorbitant , wenn die Entwicklung eine andere gewesen wäre!
Scheinbar nicht denn es wurden genug kulturelle, wissenschaftliche und viele andere Leistungen erbracht um die die Welt Deutschland beneidete und bewunderte, wir sprechen übrigens immer noch von 33-39 !
Du machst schon wieder einen Denkfehler !
Die deutsche Bevölkerung war die so genannte Demokratie leid, sie hatten die Schnauze voll. Du interpretierst die Nachkriegserfahrungen der Demokratie in die Zeit von damals und denkst ,wie heute übrigens die Amis immer noch, das Demokratie exportierbar sei, nein die Deutschen haben sie abgewählt weil sie damals einen zerstörten Staat hinterlassen haben.
Ob Du Dich nun "hüstelnd" hin und her bewegst ist mir völlig egal, richtig ist das Deine Intellektuellen ob nun jüd. Glaubens oder pazifist.,kommunist. etc. pp. das Land verlassen mußten, weil sie sich mit den Nazis anlegten und zwar in der Weimarer Republik, gibt genug Zeitungen, Zeitschriften, Pamphlete im Staaatsarchiv in Berlin wo sich diese Zeitgenossen mit den Nazis öffentlich anlegten. Es war eben für sie nicht überraschend, sondernd zwingend das sie emigrierten. Es war eben eine Randnotiz, heute bis in allen Spähren des Widerstandes gegen Nazis aufgebauscht, wurde es damals kaum bis überhaupt nicht wahrgenommen !
Es gab nämlich andere Probleme der Bevölkerung nämlich Arbeit, Auskommen, Wohnung und überleben.
Nochmals zu Deiner ersten "Hüstel" Attacke, ist Dir eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, das es viele gab die ein neues Deutschland aufbauen wollten und den "alten Dreck" abstreifen wollten ? Das es viele Idealisten (wie später in der DDR auch) gab die was neues wollten? Nein ? Kannst Du auch nicht weil Du immer nur von der jetzigen Zeit zurückblickst, ohne auch nur im Geringsten die Zeitumstände von damals in Betracht zu ziehen.
Ja es wurde Druck auf Rühmann ausgeübt, wie übrigens in der DDR auch (auf Ehepartner mit Westverwandschaft z.B.) und ?
Es spielte bei den meisten nur eine marginale Rolle, weil andere Themen (s.o.) wichtiger waren und auch erachtet wurden.
Es wurde, wenn überhaupt einmal erlebt im Umfeld, abgetan mit neue Zeiten, die neue Mechanismen erfordern.
Mag dies aus heutiger Sicht befremdlich erscheinen, so hat sich dies so abgespielt und Beispiele aus jüngster Geschichte beweisen, das es sich immer wieder so abspielen würde , wenn ich die ganzen Opportunisten und Abnicker in diesem Lande sehe.
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