Autor Thema: Bergung einer Ju 52 bei Leros  (Gelesen 2555 mal)

byron

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Bergung einer Ju 52 bei Leros
« am: 14.01.07 (15:51) »

Die Fischer der Insel Leros wußten schon seit der Kriegszeit von dem versenkten deutschen Flugzeug im Golf der Agia Marina.
Die Maschine lag auf dem Meeresboden in einer Tiefe von 42 m. im tadellosem Zustand.
Es handelte sich um eine dreimotorige Ju 52/3m, etwa 19 m. lang und eine Flügelbreite von 29.25 m., bestückt mit drei Maschinengewehren MG-15,  7,95 mm und 500 Kg. Bomben.
Nur der eine Motor war abgetrennt und steckte im Sand. Die Radhalterung war auch durch den harten Aufprall abgegangen. Der linke Flügel war in der Nähe des Motors getroffen was den Piloten zur Notlandung zwang.
Nach der Verlustliste von Freiburg handelte es sich um die Maschine G6+FP  der 6.Staffel / Transportgeschwader 4 mit St.Kpt. den Oblt. Auer.
Bei der Bergung fand man Überreste eines menschlichen Skeletts, wahrscheinlich des Bordmechanikers.

Der Bordschütze Andreas Hutter erzählte nach dem Krieg:
Die italienischen Einheiten auf den Inseln des Dodekanes haben sich im September 1943 auf die Seite der Engländer geschlagen die sofort dann Truppen in Marsch setzten.
Hitler entschied die Wiedereroberung der Inseln und schickte die Kampfgruppe Müller, unterstützt von Fallschirmjägern und Brandenburgern um der Sache Heer zu werden.
In jener Zeit war unsere Staffel in Tatoi / Athen stationiert. Am 12. November flogen wir mit 10 insgesamt Transportmaschinen nach Leros. Die Besatzung bestand aus zwei Piloten, dem Funker, dem Bordschützen und dem Bordmechaniker. Wir hatten an Bord 12  Fallschirmjäger des 1. Btls/2.Fallsch.Jg.Rgt. und flogen tief über die Alindabucht.
Wir wurden heftig beschoßen aber Gott sei Dank nicht getroffen. Wir ließen die Fallschirmjäger springen und kehrten nach Athen zurück.
Am nächsten Tag, in der Mittagszeit flogen wir wieder nach Leros. Als wir uns der Insel näherten wurden wir wieder beschoßen und konnten nicht die Fallschirmjäger springen lassen. Die Maschine wurde getroffen und war nicht mehr manövrierfähig. Wir mußten notlanden, etwa 2 Km. von der Küste entfernt.
Die Besatzung trug Schwimmwesten und konnte rechtzeitig aussteigen, mit Ausnahme des Bordmechanikers der schwerverletzt war und es nicht schaffte.
Die Fallschirmjäger stiegen auch sofort aus. Sie trugen keine Schwimmwesten und schwerbeladen wie sie waren, viele von denen gingen in die Tiefe und ertranken.
Nach kurzer Zeit sank auch das Flugzeug.
Das Wetter war schlecht, die Wellen hoch, Ich brauchte zwei Stunden um die Küste zu erreichen, wo ich dann gefangen wurde. Zwei Tage danach wurde ich mit noch acht anderen Deutschen nach Samos transportiert und dann über die Türkei nach Zypern. Von Zypern wurden wir dann nach Haifa gebracht, die Ganze Reise hat fünf Tage gedauert.
Der Rest der Besatzung ist in eine andere Richtung geschwommen und konnte glücklich die deutschen Linien erreichen.
Der Staffelkapitän Oblt. Auer schrieb an die Familie Hutters folgenden Brief:

6. Staffel, Tr.G. 4, den 1.12.1943
Liebe Familie Hutter,
Ihr Sohn Andreas Hutter kehrte aus einem Angriff am 13.11.43 gegen den Feind in Leros nicht zurück. Seitdem wird er als Verschollen erklärt.
Es tut mir außerordentlich Leid, liebe Familie Hutter, Ihnen diese furchtbare Nachricht schreiben zu müßen. Wir hoffen  alle daß er lebt und sich jetzt in Gefangenschaft befindet. Sollte ich was Neues erfahren, werde ich persönlich mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Das Schicksal bestimmte daß wir einen fähigen Soldat und tapferen Kamerad verlieren müßten, der bei mehr als 64  Angriffen mit Scneid teilnahm.
Ihm wird die Silbermedaille der Frontlinie und die des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse verliehen, die Ihnen innerhalb kurzer Zeit zugeschickt werden. Heute wurden Ihnen auch seine persönlichen Sachen abgeschickt.
Sollten wir annehmen daß Ihr Sohn in die Hände des Feindes fiel, wie es leider das Schicksal der Soldaten ist, bitte vergessen Sie nicht in dieser schweren Stunde zu denken, er opferte sein Leben für das Wohl der Menschheit (schic), des Führers und des deutschen Reiches.
Mit ehrlichen Grüßen und Mitgefühl
Ihr  Auer

Das Flugzeug wurde im Oktober 2003 von der griechischen Marine geborgen, auf Leros auseinandergenommen und in das Luftwaffenmusum nach Athen gebracht, wo es nach Instruktionen deutscher Junker-Spezialisten von griechischen Tecnikern restauriert wird.
Die griechische Luftwaffe hat die Restoration wegen des hohen Wertes dieser Maschine unternommen.

Quellen:  www.haf.gr/en/history/museum/junkers.asp

             :  www.thalassamag.gr/article1.asp?ElementId=1204








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