Autor Thema: Ostwall - der vergessene Wall.  (Gelesen 40854 mal)

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #30 am: 07.01.07 (18:06) »
Es ist soweit ... :)

Einleitung

Die Weichsel-Oder-Operation der Roten Armee , beginnend am 15.1.1945 , zertrümmerte und zersplitterte die Kräft der deutschen 9.Armee ( zur Zusammensetzung siehe bitte  9.Armee ) zum großen Teil , andere wurden nach Westpreußen und Schlesien abgedrängt . In einer logistischen Meisterleistung überwanden die Kräfte der Roten Armee den mittelpolnischen Raum fast in einem Zuge . Die Festung Posen konnte zwar relativ lange halten , aber die erhoffte größere Bindung von sowjetischen Kräften fand nicht statt , deren Schnelle Truppen stießen einfach nördlich und südlich der Stadt vorbei . Somit waren auf einer Linie südlich Schneidemühl ( welches ebenfalls zur Festung erklärt wurde , für nähere Angaben hierzu bitte in diesen Verweis :Der Kampf um die Festung Schneidemühl 1945 schauen )  über Posen bis runter zur Oder bis auf Truppenfragmente und die besagte Festung Posen keine Widerstandskräfte von deutscher Seite vorhanden !

Stattdessen begann die Mobilisierung aller verfügbaren Ersatztruppen und Schulungseinrichtungen ( diese werden als sog. Gneisenau-Einheiten bezeichnet ) , und diese werden in den Kämpfen zwischen Warthe und Oder noch ihre Rolle zu spielen haben .

Denn die sog. Festungsfront Oder-Warthe-Bogen , welche den einzigen Sperr-Riegel für die Rote Armee auf dem Weg zur mittleren Oder bildete , war dereinst für eine Verteidigungsbesatzung von 5 speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Divisionen angedacht . Nur , bei der personellen Lage der Wehrmacht am Beginn des Jahres 1945 : woher nehmen wenn nicht stehlen ?



Die von der Roten Armee eingesetzten Truppen

Von Nord nach Süd ( alle der 1.Weißrussichen Front unter Shukow )

- 5.Stoß-Armee ( Kdr. Generaloberst Bezarin )
- 8.Garde-Armee ( Kdr. General Tschuikow )
- 1.Garde-Panzer-Armee ( Generaloberst Katukow )
- 69.Armee
- 33.Armee

Die deutschen Einheiten im behandelten Raum

Vom stellvertretendem Generalkommando II die Einsatzdivision Woldenberg im Raum Landsberg/Warthe unter Generalmajor Kegler ( siehe Biographie GM Kegler und Division Woldenberg ) .

Südlich davon , im Bereich des stellvertretendem Generalkommandos XXI die Kampfgruppe Scherer ( siehe hierzu : Kampfgruppe Scherer 1945 ) .

Daran schloß sich die Division Nr.433 unter Generalleutnant Vollrath Lübbe ( siehe :Biographie GM Lübbe und Division Nr.433 ) an .

Im Zentralen Bereich befanden sich die Division Nr.463 unter Generalleutnant Rudolf Habenicht (Biographie sowie eine SS-Kampfgruppe ( siehe SS-Kampfgruppe Ballauf 1945 ) unter dem SS-Brigadeführer Werner Ballauf ( siehe Biographisches zu Werner Ballauf ) .

Ansonsten waren dort noch einige Btl. Volkssturm so wie nicht weiter definierbare Splittergruppen und -grüppchen von zersprengten Einheiten .

An der Oder , also im Hinterland formierte sich bei Frankfurt/oder die Panzergrenadierdivision Kurmark unter Generalmajor Willi Langkeit ( Siehe Biographie GM Langkeit ) . Details zur Aufstellung dieser neuen Division finden sich in Martin Block exzellentem Artikel an dieser Divisionen der letzten Tage stelle ! Im Raum Küstrin traf die wieder aufgefrischte 25.Panzergrenadierdivision ein ( siehe 25.PGD )

Die deutsche Führung/Maßnahmen und Reaktionen

Als Reaktion auf den sowjetsichen Durchbruch wurde auf Vorschlag des Chefs des Generalstabes des Heeres , Generaloberst Heinz Guderian ,eine neue Heeresgruppe als Führungsorgan geschaffen , und zwar am 25.Januar 1945 die Heeresgruppe Weichsel . Diese wurde zwischen den Heeresgruppen Nord und Mitte und bestand zunächst aus den Resten der 9.Armee sowie der 2.Armee . Allerdings wurde von Hitler , sehr zum Alptraum Guderians , ausgerechnet der RFSS Heinrich Himmler ernannt ! Dieser hatte schon zuvor als Führer der Heeresgruppe Oberrhein wenig Führungsqualitäten bewiesen und wird im Laufe der Kämpfe noch viele negative Entscheidungen zu verantworten haben ( selbst SS-Obergruppenführer Paul Hausser äußerte sich nach dem Krieg dahingehend , das es ein Verbrechen gewesen sei , ausgerechnet Himmler eine Heeresgruppe anzuvertrauen ! ) . Mit SS-Brigadeführer Heinz Lammerding ( siehe Biographisches zu Heinz Lammerding ) suchte sich Himmler auch noch einen Chef des Stabes aus , der von Generalstabsarbeit ebensowenig verstand wie er selbst ...

Als erste Maßnahme kam die Order zur Mobilisierung der Wehrkreise II und XXI , die Wehrkreiskommandos übernahmen als Stellvertretende Generalkommandos II und XXI die Truppenführung in ihrem jeweiligen Gebiet . Im mittleren und südlichen Bereich der Festungsfront sollte der von der Südfront
herangeführte Stab des V.SS-Freiwilligen-Gebirsgskorps unter SS-Obergruppenführer Friedrich Wilhelm Krüger ( siehe Daten zu FW Krüger ) die Führung übernehmen , welches samt einiger Korpstruppen erst zum Ende des Januar 1945 eintraf .

Insgesamt standen in der Festungsfront ( inkl. Volkssturm-Batallione ) meiner Schätzung nach ca. 12-16000 Mann an Kampftruppen zur Verfügung , mit den beiden an  der Oder stehenden PzGrenDiv. Kurmark und der 25.Panzergrenadierdivision inkl. anderer Truppenteile im gesamten behandelten Gebiet zu dieser Zeit ca. 40-50000 Mann an Kampftruppen , genaue Zahlen sind leider nicht mehr zu eruieren !

Diese Gesamtsituation legt natürlich nahe , das die Chancen für ein erfolgreiches Halten der Festungsfront vorwärts der Oder sehr gering waren , zumal Himmlers "Führung" noch für eine Unzahl völlig unnötiger Friktionen auf allen Führungsebenen führte . Aber dazu später mehr ....


Der Verlauf der eigentlichen Kampfhandlungen




Während die in Aufstellung begriffene Einsatzdivision Woldenberg , welche die Warthe-Übergänge in Landsberg verteidigen sollte , bereits am 2.Tag ihres bestehens zerschlagen wurde ( Reste entkamen nach Küstrin ) schafte es die Kampfgruppe Scherer ( siehe Kampfgruppe Scherer 1945 ) wenigstens punktuell die vorrückenden sowjetischen Truppen aufzuhalten & zu stören während sie sich quasi als "Wandernder Kessel" quer durch die Front Richtung Küstrin durchschlug . Als Konsequenz dieses Durchbruchs im nördlichen Bereich schaffte es die Rote Armee sich Brückenköpfe über die Oder im Raum Kienitz zu erkämpfen . Somit war die Festungsfront nördlicherweis bereits "ausmarschiert" !

Für Generalmajor Kegler hat dies beinahe fatale Konsequenzen , Himmler befahl seine Verurteilung zum Tode , die allerdings in Degradierung zum Gefreiten und "Frontbewährung" umgewandelt wurde , siehe die Ausführungen von Generalmajor a.D. Kegler in der "Wehrwissenschaftlichen Rundschau " :

Seite1
Seite2
Seite3

Die DivNr.433 , die sich in der Werkgruppe Schill westlich der Stadt Meseritz befand , konnte zunächst den Vorstoß des 8.Gde-Mech-Kps am 29.1.45 im Bereich der Werkgruppe aufhalten , mit der Konsequenz , das Katukow seine Kräfte weiter nach Süden gruppierte um am 30.Januar im Bereich der Werkgruppen York und Gneisenau von Süd-Ost aus nach Westen und Nord-Westen durchzubrechen , womit er auf die SS-Kampfgruppe Ballauf sowie die DivNr.463 trifft . Am selben Tage wurde auch der Kdr. des stellverteretenden Generalkommandos XXI , General der Artillerie Walter Petzel ( Biographie Walter Petzel ) von Himmler seinens Kommandos enthoben , mit der Führung wurde Oberst i.G. Wolfgang Hassenstein beauftragt ( Oberst i.G. Wolfgang Hassenstein ) . Dieser nahm sich am 31.1.45 bei Koritten das Leben , nachdem ein Antrag auf Rückverlegung der Verteidigungslinie auf Sternberg in seinem Bereich ihm das Todesurteil seitens Himmler einbrachte !

Am 30.1.45  entbrannten schwere Kämpfe , vor allem im Bereich der sowj. Hauptvormasrchstraße von Kalau nach Hochwalde sowie im Bereich südlich Hochwalde bei Liebenau , welchem die Werkgruppe Scharnshorst vorgelagert war . Während die sowj. Memoirenliteratur ( Katukow, M.J.: An der Spitze des Hauptstosses ) das Ganze als "leichten Sieg" beschreibt , gar von einem fast kampflosen Durchbruch beim Hauptstoß nach Hochwalde spricht , konnte ich diesbezüglich im Rahmen meiner bisherigen Recherchen eher feststellen , das es durchaus zu harten Kämpfen kam . Genaueres läßt sich aufgrund der widersprüchlichen Quellenlage nocht nicht eruieren , aber Katukows Darstellung erscheint doch stark "geschönt" . Als herausragendes Beispiel sei hier der Kampf des Panzerwerkes 712 herausgestellt , welches völlig auf sich allein gestellt 2 Wochen aushielt , trotzdessen daß die Rote Armee schwerste Artillerie bis zum Kaliber 20,3cm auffuhr !

Als allerdings der Durchbruch nach Hochwalde geglückt war löste sich die Verteidigung in Einzelkämpfe auf , wobei es so ausschaut , das diverse Gruppen und Grüppchen sich als "Wandernde Kessel" Richtung Oder durchzuschlagen versuchten . Der sowjetische Vorstoß konzentrierte sich auf 2 Wege , einmal über den Truppenübungsplatz Wandern Richtung Zielenzig , zum anderen über die Reichsstraße 167 auf Sternberg ( nördlich davon , in Kemnath , lag der Stab des V.SS-Freiwilligen-Gebirgskorps ) . Derweil stieß die sowj. 33.Armee südlich des Forstes Neu Kunersdorf über Rädnitz und Crossen zuerst entlang der Oder vor um dann nach Nordosten zu schwenken , Richtung Frankfurt/Oder . Bei Pieske kam es zu einem verlustreichem Zusammentreffen der 40.GdePzBrg. mit der ^vorgeworfenen Jagdpanzerkompanie 1551 des Oberleutnant Lützows , dieser kostete anscheinend die Brigade ca. 18 Panzer . Als Generalleutnant Lübbe seine Division zum Rückzug antreten ließ weigerten sich die beiden unterstellten Volkssturmbatallione diesen mitzumachen . Sie verblieben in der Werkgruppe Schill und ergaben sich geschlossen dem 29.MotSchtzKps. Nach der Gefangenahme wurden bis auf 2 Verwundete alle erschossen ( Quelle : BA-MA RH 2/2684 ).Die Durchbrüche der Roten Armee und die dadurch fließeneden motoriesierten Truppen schlossen langsan die DivNr.463 und die SS-Kampfgruppe Ballauf ein . Ebenso wurde der Gefechsstand des stellv.GenKdo. XXI in Niedewitz von Panzertruppen überrollt , während das Personal fliehen konnte fiel der sowj. Panzerspitze wertvolles Kartenmaterial in die Hände . Als aus diesen ersichtlich wurde , das sich die Kampfgruppe Kurmark bereits östlich der Oder befand und sich auf sie zu bewegte . Also wollte man sie umgehen und nicht frontal darauf prallen . Bei dieser Bewegung stieß das nach Nordwesten schwenkende 2.GdePzBtl. in Kemnath auf den Korpsstab des V.-SS-FrwGebKps samt dessen Korpsflakabteilung ( SS-FlaAbt.505 ) , während das 61.MotSchtzKps. grade Sternberg eroberte . Genau in diesem Moment kam auch über Reppen auf der Reichsstraße 167 die Kampfgruppe Kurmark heran . Dieser ließ schnell zum Gegenangriff antreten und drang nach Sternberg ein , haute den Korpsstab raus und hielt die Straße solange offen bis die Nachzügler , Volkssturmmänner , Zivlisten und zahllose Versprengte Richtung Frankfurt/Oder abfließen konnten . Seinen Hauptauftrag , nämlich den Stab des V.SSFrwGebKps "rauszuhauen" hatte er erfüllt und konnte sich so langsam auch in die selbe Richtung zurückziehen . Doch bei Reppen machten sich die Umgehungsversuche der Roten Armee bemerkbar , als überraschend sojetische Panzer bei Kunersdorf gemeldet wurden . Ein erster Gegenangiff blieb liegen , die gegnersichen Kräfte waren viel zu stark . Um nocheinmal Luft zu bekommen wurde für den Morgen des 2.Februar Stuka-Unterstützung angefordert , beim ersten Büchsenlicht sollte möglichst überraschend der Gegenstoß noch einmal gewagt werden . Und dies wurde notwendig , inzwischen war die Kampfgruppe im Bereich Reppen de facto eingekesselt  .  Während die sowj. Panzer mit Front nach Osten auf den Ausbruch warteten kam die Stukunterstützung im Form der PzJg-Staffel des Oberst Rudel von Westen her anfliegend . Der Überraschungseffekt war durchschlagend , in der durch den Luftangriff herrschenden Verwirrung schafften die PzJg. und StuGs tatsächlich den Durchbruch , ein Flankenangriff von 6 sowj. Panzern wurde von der StuGBttr. des Feldwebels Adam Riedmüller abgeschlagen . Damit konnte sich die Kampfgruppe nebst Flüchtlingstrecks und allen "eingesammelten Soldaten" auf Frankfurt/Oder zurückziehen . Die Reste der Divisionen Nr. 433 und 463 wurden dann westlich der Oder in die neuafgestellte Division Raegener eingegliedert .

Alle Versuche die sowjetischen Brückenköpfe über die Oder zu eliminieren schlugen fehl ....


Anmerkungen und Schlußbetrachtung

Eine langefristige Verteidiung der Festungsfront schlug aus mehreren Gründen fehl . Zu einem durch das "Ausmarschieren" seitens der Roten Armee im Norden wie im Süden , zum anderen auch durch den schlichten Mangel an brauchbaren Truppenverbänden sowie der dilettantischen Führung seitens des OB der Heeresgruppe Weichsel , Heinrich Himmler . Seine Führung behinderte die Stäbe mehr als das sie etwas nutze , seine Entscheidungen wie z.B. das Auswechseln der Kdr. der stellv. Generalkommandos II & XXI im entscheidenden Moment behinderten die Verteidiung im hohen Maße , zu mal fähiges Personal für diese Führungsebene im entscheidenden Zeitabschnitt Mangelware war !

Das Schicksal der Zivilbevölkerung im behandleten Gebiet habe ich bewußt ausgeklammert , dies hätte einfach den Rahmen dieser Ausarbeitung gesprengt . Ebenso habe ich mich Schätzungen zu den Verlusten beider Seiten enthalten , da mir diesbezüglich kein stichhaltiges Material vorliegt .Wollen wir hoffen , daß diese Ereignisse einmal einer genauen militärhistorischen Untersuchung unterworfen werden . Diese Ausarbeitung soll ein kleiner Schritt auf diesem Wege sein , sie bietet einen groben Überblick über die Ereignisse , soweit sie anhand der mir zur Verfügung stehenden Quellen darstellen lassen . Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich auf keinen Fall , hierzu gibt es noch zu viele Lücken und sich widersprechende Berichte im bearbeiteten Zeitraum . Von daher ist jede Korrektur und jede Ergänzung herzlichst Willkommen !

Verwendete Quellen

- Erich Murawski Die Eroberung Pommerns durch die Rote Armee 1945
- Ders.  Der Wehrkreis II , veröffentlicht in Baltische Studien , Ausgabe 51 von 1965
- Ulrich Saft Krieg im Osten - Das bittere Ende jenseits der Weichsel bis Oder und Neisse
- Theodor Busse Die letzte Schlacht der 9.Armee, veröffentlicht in der WWR 4/Jhg 1955 und die Entgegnung von GM Kegler dazu , abgedruckt in der WWR 7
- Fritz Kohlase Brennendes Oderland Band 3
- Tony LeTissier Durchbruch an der Oder
- Schulze/Zinke/Wegmann Die Generale der Waffen-SS und der Polizei Band 1 & 2
- Perzyk/Miniewicz Die Festungsfront Oder-Warthebogen 1934-1945
- Kurt Burk Die Landesbefestigungen im Osten 1919-1945
- Jerzy Sadowski Die deutsch-polnische Denkschift Festungsfront Oder-Warthebogen

Karten

Landkreis Meseritz


Landkreis Sternberg



Jetzt trink i erstmal ein Bier ...

Jan-Hendrik
« Letzte Änderung: 29.03.07 (16:02) von Jan-Hendrik »

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #31 am: 20.01.07 (16:02) »
Kartenverweise eingefügt .

Jan-Hendrik

Offline waldi44

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #32 am: 20.01.07 (22:23) »
Ein super Artikel und dafür meine aufrichtige Anerkennung und das Bier haste dir ehrlich verdient- Prost! Aber dennoch verstehe ich noch immer nicht deine anfängliche Aufgeregtheit, um es mal vorsichtig zu umschreiben, über meinen Eingangsbeitrag nicht! Sicher war er wesentlich allgemeiner gehalten aber entspricht grundsätzlich deiner Darstellung.
Ob nun die Kämpfe schwer oder eher leicht waren, liegt in der Sicht des Betrachters und diese Sicht war damals, als die Russen ihre Memoiren schrieben, eher darauf ausgerichtet die eigenen Taten in einem anderen Licht erscheinen zu lassen als heute und da gab es eben nur tapfere und starke Russen, während der Feind, also die Deutschen, eher feige und schwach waren.
Tatsache bleibt aber, dass der Ostwall verhältnismässig leicht überwunden wurde. Daran ändert auch nichts der Umstand, dass vereinzelte Teile (Werke-Panzerwerkes 712 ), sich noch sehr lange halten konnten.

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #33 am: 20.01.07 (22:48) »
Weil die Situation in den letzten Januar-Tagen 1945 nicht einmal ansatzweise dargestellt war  ;)

Was mich nach der nachträglich erbrachten Quelleangabe nicht wirklich verwundert ...

So , wundert euch nicht das immer wieder "letzte Änderung xx.xx.xx." unter dem Artikel steht , ich versuche nebenbei die orthographischen Fehler auszumerzen ( leider wird man beim Schreiben längerer Artikel ein wenig "betriebsblind"  :'( ) .

Derzeitiger Stand : ich versuche vom BA/LAA Bayreuth den Bericht von GdA Petzel zu bekommen , aber es scheint diesmal etwas schwieriger zu werden . Eine erste Anfrage wurde abschlägig mit dem Hinweis auf persönliches Suchen vor Ort beschieden . Mal sehn was ein paar Telefonate hierdran noch ändern können ...

Jan-Hendrik

Offline Nightwish

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #34 am: 21.01.07 (20:50) »
@ Jan-Hendrik

Da muss ich schon sagen: Respekt! Du hast tatsächlich eine Menge zusammengetragen und in einen guten chronologischen Ablauf gesteckt! Nur zum Ost-Wall selbst gab's wohl nicht so viel!? Du erwähnst explizit nur die Werkgruppe Scharnshorst mit dem Panzerwerk 712 und die Werkgruppe Schill. Kann also davon ausgegangen werden, dass tatsächlich kein größerer, organisierter Widerstand auf Basis der Anlagen erfolgte!?

Gruß, Nightwish
« Letzte Änderung: 21.01.07 (20:56) von Nightwish »
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Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #35 am: 21.01.07 (20:56) »
Der fand hauptsächlich im mittleren Abschnitt statt , also entlang der sowj. Hauptvormarschstraße . Das Problem sind hier defintiv die gesichterten Quellen , und die versuche ich irgendwie im Laufe dieses Jahres zusammen zu organisieren ( Bericht von General der Artillerie Walter Petzel , weiteres aus dem BA und natürlich das Buch "Die letzten Junker von Treskau" , welches allerdings zu den absoluten Raritäten gehören zu scheint ) . Dann wird der Bericht natürlich auch ausgebaut . Aber solange ich nichts wirklich Dezidiertes habe werde ich mich hüten so zu tun als ob  ;)

Mal so ganz nebenbei : das waren ingesamt 4 Wochen Arbeit nur für die Tipperei ...

Jan-Hendrik

EDIT : Sch... und ich finde bei jedem neuen Lesen wieder Sachen , die noch einer Verbesserung bedürfen ...
« Letzte Änderung: 21.01.07 (20:59) von Jan-Hendrik »

Offline Nightwish

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #36 am: 21.01.07 (21:00) »
Ahso, okay.

Ja, ich weiß wohl was es heißt, 'antiquarische' Bücher zu beschaffen und aus vielen Quellen einen selbstständigen Text zu zimmern...  ;) Deswegen auch mein Respekt!  ;)

Nur mal so: Machst du aus aus privatem Interesse 'nebenbei', oder studierst du Geschichte oder ähnliches?
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Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #37 am: 21.01.07 (21:11) »
Das ist , sozusagen , mein "Hobby" , und mich reizen nun mal die Bereiche , wo es kaum relevante Abhandlungen zu gibt ...

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #38 am: 21.01.07 (21:14) »
Mhm, verstehe. Du investierst scheinbar viel Zeit in dein Hobby! Aber dafür sind Hobbys ja auch da.
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Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #39 am: 21.01.07 (21:16) »
Dafür schau ich halt (fast) kein Fernsehen ... ;D

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #40 am: 21.01.07 (21:29) »
Ich auch nicht. Ich habe nichtmal einen Fernseher  ;) . Aber leider eine DSL Flat...

Naja, ab und zu schaue ich mal 'mit'.
« Letzte Änderung: 21.01.07 (21:32) von Nightwish »
lerne leiden, ohne zu klagen

Jan-Hendrik

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #41 am: 21.01.07 (21:34) »
 ;D ;D ;D

Ich habe ja immer noch den pädagogischen Hintergedanken das der Eine oder Andere meinen Krempel liest und evtl. selber auf den Geschmack kommt und anfängt zu forschen ( ja , ich weiß , Hoffnung ist die Mutter aller Dummheit  ::) ) .

Jan-Hendrik

Offline Nightwish

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #42 am: 21.01.07 (21:42) »
Pädagogisch  :)  aha.

Naja, wenn ich keinen Geschmack an Geschichte, Waffentechnik und -geschichte sowie Uniformkunde (nicht nur militärisch) finden würde, wäre ich nicht hier. Ich beschäftige aber mehr mit Regionalgeschichte und meiner Familiengeschichte. Zumindest Hobbymäßig.
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Offline waldi44

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #43 am: 22.01.07 (14:59) »
Das ist , sozusagen , mein "Hobby" , und mich reizen nun mal die Bereiche , wo es kaum relevante Abhandlungen zu gibt ...

Jan-Hendrik
Die meisten meiner Beiträge haben genau das im Auge, allerdings nicht auf dem hohen Niveau, gebe ich zu. Dafür aber schaue ich auch noch Fernsehen und machen Computerspiele..... ;).

Nunja, zur Situation in den letzten Januartagen, dachte ich, braucht man nicht allzuviel sagen. Das Verhältnis an zwischen der deutschen und russischen Artillerie betrug um die 20:1, 11:1 an Infanterie, 10:1 an Werfern, 7:1 an Panzern*
In den allermeisten Beiträgen und Artikeln, die sich mit der Zeit ab dem 12./13./14. Januar 1945 beschäftigen findet der Ostwall keinerlei Erwähnung, vermutlich, weil sein Vorhandensein für die russischen Angriffsoperationen kaum von Bedeutung war, was nicht bedeuten soll, das nicht um ihn gekämpft werden musste und dass es sicher hervorragende militärische und menschliche Leistungen der deutschen Soldaten gab. Gerade im Kampf um besagte Werke.
Interessieren würde es mich allerdings schon, wie sich die Russen auf die Erstürmung des "Ostwalls" vorbereiteten. Ob sie mehr erwartet hatten und ob sie nun tatsächlich geheime Pläne über die Bunkeranlagen erbeutet haben. Was den Kampfwert der Anlage natürlich stark gemindert hätte!
*Angaben können je nach Quelle schwanken.

Ich auch nicht. Ich habe nichtmal einen Fernseher  ;) . Aber leider eine DSL Flat...

Naja, ab und zu schaue ich mal 'mit'.

Echt wahr :o :o :o :o :o :o :o :o?



Offline Tobias G

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Re: Ostwall - der vergessene Wall.
« Antwort #44 am: 22.01.07 (16:26) »
Hallo,

Zitat
Angaben können je nach Quelle schwanken.

nicht nur je nach Quelle, sondern auch je nach Frontabschnitt, das übersehen die meisten leider des öfteren! ;)

Gruß
Tobias
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