Autor Thema: 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division "Maria Theresia"  (Gelesen 10481 mal)

anivi2

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Hallo zusammen!

Ich bin seit heute neu in der Runde, und was ich bisher gelesen habe, hat mir gut gefallen!   ;)  Fachlicher Ernst mit teilweise spaßigen Kommentaren - das ist 'ne gute Mischung.

Seit ich weiß, dass mein Opa als Volksdeutscher (aus Ungarn) im September 1944 in die Waffen-SS zwangsrekrutiert worden war - und nicht, wie die Familie meinte, bei der Wehrmacht diente - versuche ich alles mögliche, mehr über seinen militärischen Werdegang herauszufinden.

Alles, was in den alten Unterlagen meines Großvaters zu finden war, war der Hinweis auf dem Antrag auf Kriegsgefangenenentschädigung (er verbrachte 11 Jahre in russischer Gefangenschaft), dass er bei der 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division diente.

Weil eine Division ja aus etlichen Regimentern, Bataillonen und auch Kampfgruppen besteht, die in der Zeit 1944-45 ja nicht alle auf einem Haufen gekämpft haben, will ich jetzt versuchen herauszufinden, in welchem speziellen Regiment mein Opa gekämpft hatte. Ihn selber fragen kann ich nicht mehr, er ist seit 28 Jahren tot.

Gibt es Aufstellungslisten von Divisionen der Kavallerie der WSS? [eine Anfrage beim WASt ist schon unterwegs]. Hat einer von euch vielleicht eine Idee, in welche Richtung man da weitersuchen kann?

Kennt jemand eine Adresse von einem möglichen Kameradschaftsverband dieser Division?

Bin gespannt auf die Infos.

Gruß,
anivi

anivi

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Hallo nochmal!

Blöderweise hab ich meinen ersten Beitrag als Gast "anivi2" verfasst. Bin ein bissle verwirrt, schon so früh am Abend.  :-[

Sorry für das Malheur. Mein gültiger Benutzername ist "anivi".

Tschüss  :-\

Balsi

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kein Problem.. stell auf jeden Fall noch eine Anfrage an das Bundesarchiv Berlin (Finckensteinallee) dort lagern Personalunterlagen der SS-Männer.. viell. ist was dabei.

anivi

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Hallo Balsi,

danke für den Tipp! Meine Suchanfrage beim Bundesarchiv ist jetzt raus. Bin gespannt, was sich da finden lässt.

Ich war schon öfters auf der Homepage des Bundesarchivs und hab nach Stellen gesucht, die mir weiterhelfen können. Dort wird man bei der Suche nach personenbezogenen Unterlagen immer zur WASt weitergeleitet. Wusste gar nicht, dass das Berliner Archiv selber auch Unterlagen haben könnte.  ::)

Servus,
anivi

Ronny22

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http://de.wikipedia.org/wiki/22._SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division


Sogar bei Wikipedia steht was zu der Division...  ;)

Ich hoffe du bekommst was raus anivi
Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
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Wenn ein Mann sagt er hat keine Angst zu sterben, ist er entweder ein Lügner oder ein Gurkha!
Field Marshal Sam Maneksha

waldi44

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Hallo zusammen!

...(er verbrachte 11 Jahre in russischer Gefangenschaft)..., Gruß,....
anivi


Ich weiss, es ist unhöflich eine Frage mit einer Gegenfrage zu bentworten, aber interessante Fakten machen eben neugierig. 11 Jahre ist eine lange Zeit, auch für einen Kriegsgefangenen der Waffen SS, auch wenn es kein Einzelfall war. Gab es einen bestimmten Grund für die Länge der Gefangenschaft oder reichte die pure Mitgliedschaft in der Waffen SS, was auch keine Ausnahme wäre.
Diese Frage soll natürlich nuir meine persönliche Neugierde befriedigen und braucht daher auch nicht beantwortet werden, so man nicht kann oder will.

Ronny22

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Ich weiss, es ist unhöflich eine Frage mit einer Gegenfrage zu bentworten, aber interessante Fakten machen eben neugierig. 11 Jahre ist eine lange Zeit, auch für einen Kriegsgefangenen der Waffen SS, auch wenn es kein Einzelfall war. Gab es einen bestimmten Grund für die Länge der Gefangenschaft oder reichte die pure Mitgliedschaft in der Waffen SS, was auch keine Ausnahme wäre.


Vielleicht war er Offizier?

Wobei ich glaube das grade die Kavallerieverbänden der Waffen-SS den Russen eh sehr suspekt waren, wegen der Rolle die sie im Bandenkampf einnahmen.

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anivi

  • Gast
Hallo waldi44!

Ich hab kein Problem mit Gegenfragen ...

Während mein Opa noch lebte, hatte er NIE mit der Familie (von seiner Frau abgesehen) über seine Gefangenschaft gesprochen. Er hatte seinen Kindern (von denen er eines erst nach seiner Freilassung kennen lernen durfte) und später uns Enkeln nie von seinen Kriegserlebnissen erzählt. Und meine Oma hat das, was sie von ihm erfahren hatte, ebenfalls für sich behalten.

Wie schon gesagt, hatte ich erst in den wenigen Unterlagen, die von ihm aufbewahrt worden waren, seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS entdeckt. Meine Mutter als älteste Tochter sagte immer, das er bei der Wehrmacht gekämpft hatte - und keiner der Familie zweifelte daran. Der Schriftverkehr und die Gnadengesuche beruhen alle auf diesem "Irrtum". Auf keinen Fall gehört meine Familie zu den Leuten, die die Waffen-SS-Zugehörigkeit ihrer Familienmitglieder "totschweigen" wollten. Ich denke, dass war ihnen schlichtweg nicht bewusst, dass man da differenzieren musste.

Einen Grund für die lange Inhaftierung hab ich noch nicht herausgefunden. Es mag schon sein, dass ihm die Zugehörigkeit zur WSS das eingebracht hatte. Ich kann mir vorstellen, dass er "einfach das Pech" hatte, von einem Lager zum anderen geschickt, und dann womöglich fast vergessen zu werden. War das nicht so, dass die Russen erst spät daran dachten, aus den deutschen Gefangenen Profit zu schlagen oder irgendwas damit zu erpressen bzw. einzufordern?

@ Ronny22

Mein Opa war kein Offizier. In den Unterlagen findet sich nur der Hinweis "Dienstgrad: Soldat". Als Offizier bei der Waffen-SS hätte er als Ungar doch sicherlich fliessend Deutsch sprechen müssen, was er m. E. nicht so perfekt konnte.

Korrigieren möchte ich noch, dass er genaugenommen von Mai 1945 - November 1955 in russischer Gefangenschaft war, und danach noch für ein Jahr in ein Budapester Gefängnis kam. Grund dafür: Er galt mittlerweile als deutscher Staatsbürger (wegen Zugehörigkeit zur WSS) und wurde "als Landesverräter" von der ungarischen Volksrepublik inhaftiert. Im November 1956 hatte er das Glück, während des Aufstandes von ungarischen Revolutionsgruppen befreit zu werden, und konnte dann in die BRD flüchten.

Danke für den Hinweis "wikipedia" - das hab ich auch schon längst gesehen  8)

Grüße, anivi


anivi

  • Gast
Wobei ich glaube das grade die Kavallerieverbänden der Waffen-SS den Russen eh sehr suspekt waren, wegen der Rolle die sie im Bandenkampf einnahmen.


Was meinst du damit? Erklär mal, was die Kavallerieverbände für "spezielle Aufgaben" hatten. Was meinst du mit "Bandenkampf"?

Ronny22

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  • Beiträge: 2212
Wobei ich glaube das grade die Kavallerieverbänden der Waffen-SS den Russen eh sehr suspekt waren, wegen der Rolle die sie im Bandenkampf einnahmen.


Was meinst du damit? Erklär mal, was die Kavallerieverbände für "spezielle Aufgaben" hatten. Was meinst du mit "Bandenkampf"?

Als Bandenkampf wurde damals der Antipartisanen-Kampf bezeichnet und dabei wurden auch Kavallerieverbände der Waffen-SS eingesetzt.

Und dabei wurde dann im sogenannten Partisanengebiet wenig Unterschied zwischen Zivilist und Partisan gemacht...


Vielleicht ist dieses Buch dann auch was für Dich, auch wenns sicher nicht das Objektivste, aber erstmal Infos...  ::)



Vom 1. SS-Totenkopf-Reiterregiment zur SS-Reiter-Brigade Fegelein

ca. 208 Seiten, 300 s/w. Abbildungen, gebunden im Atlas-Großformat

Die SS- Reiterei geht auf den Münchner Reitersturm aus dem Jahre 1930 zurück, danach entstanden im ganzen Reich SS-Reiter-Standarten. Zwei Schwadronen waren bei Beginn des Polenfeldzuges in der Bandenbekämpfung eingesetzt. Es wurden rasch weitere Schwadronen geschaffen, und im Winter 1939/40 wurde daraus das 1. SS-Totenkopf-Reiterregiment, dann eine Brigade und schließlich im Herbst 1943 die 8. SS-Kavalleriedivision "Florian Geyer". Von den Jahren 1939 bis 1942, meist unter SS-Standartenführer Hermann Fegelein, handelt dieser Bildband, der 1942 von der SS-Kavallerie-Brigade herausgegeben wurde. Dieser Nachdruck des Originals begeistert durch Hunderte von aktionsreichen Fotos vom Kampf der Waffen-SS an den Brennpunkten der Ostfront.


« Letzte Änderung: 22.10.06 (17:06) von Ronny22 »
Ein guter Soldat ist nicht gewalttätig.
Ein guter Kämpfer ist nicht zornig.
Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig.
Shaolin-Weisheit

Wenn ein Mann sagt er hat keine Angst zu sterben, ist er entweder ein Lügner oder ein Gurkha!
Field Marshal Sam Maneksha

bani

  • Gast
... Meine Mutter als älteste Tochter sagte immer, das er bei der Wehrmacht gekämpft hatte - und keiner der Familie zweifelte daran. Der Schriftverkehr und die Gnadengesuche beruhen alle auf diesem "Irrtum". Auf keinen Fall gehört meine Familie zu den Leuten, die die Waffen-SS-Zugehörigkeit ihrer Familienmitglieder "totschweigen" wollten. Ich denke, dass war ihnen schlichtweg nicht bewusst, dass man da differenzieren musste.

...


Wieso Irrtum?
Er WAR ja in der Wehrmacht!
Und so wie die einen zum Heer, zur Luftwaffe oder Marine gehörten - so gehörte er eben zur Waffen-SS.

Zu differenzieren gibt es da nix.
Ebenso wie die französische Fremdenlegion heute ein regulärer Teil der franz. Armee ist war damals die Waffen-SS damals ein Teil der Wehrmacht.
Ganz einfach.

Insofern hat Deine Familie schon Recht!
Es fehlten eben nur die genaueren Angaben ...

Tobias

  • Gast
Ich hab das von Ronny gepostete Buch vor kurzem erhalten. Es dient mehr als Bilderbuch (Die sind dafür aber auch 1a)! Es hat gerade mal 69 Seiten und die sind in der alten Schrift gehalten, was doch sehr auf die Augen geht. Zudem ist das hier der Nachdruck der Originalausgabe von 1944.
Interessanter wäre sich das Buch ausm Munin Verlag über die Kavallerie der Waffen-SS. Bin heute bei solchem Exemplar bei Ebay bei 111 Euro ausgestiegen und das ging dann auch für über 150 Euro weg!  :-\ Also wird man das wohl nirgendswo so günstig kriegen, oder?

MBS??? ;D ;D

anivi

  • Gast
Wieso Irrtum?
Er WAR ja in der Wehrmacht!
Und so wie die einen zum Heer, zur Luftwaffe oder Marine gehörten - so gehörte er eben zur Waffen-SS.

Zu differenzieren gibt es da nix.
Ebenso wie die französische Fremdenlegion heute ein regulärer Teil der franz. Armee ist war damals die Waffen-SS damals ein Teil der Wehrmacht.
Ganz einfach.

Insofern hat Deine Familie schon Recht!
Es fehlten eben nur die genaueren Angaben ...

Ok, ok!! Du hast natürlich Recht, Bani!! Mein Irrtum. Ich tu mich noch ein bissle schwer damit, dass die WSS doch auch ein Teil der Wehrmacht war. Ich seh sie immer als selbständige Kampfeinheit, weil sie sich ja selber ganz stark von der Wehrmacht abgegrenzt haben. Von wegen Hierarchie, Anrede, Kampfeinsätze etc.

Aber hey, ich will jetzt keine Diskussion über diese Sache in Gang setzen!  :o

Leider hat sich noch niemand meiner Anfangsfrage angenommen. Gibt es denn Hoffnungen herauszufinden, ob tatsächlich noch irgendwo Personallisten diverser Regimenter oder Divisionen geführt wurden?

Hat schon irgend jemand diesbezüglich in den Archiven nachforschen lassen? Bringt es was, Kameradschaftsverbände zu suchen? Und ja, wo fängt man damit am besten an? Die stehen bestimmt nicht auf den "Gelben Seiten", oder?

Gruß,
anivi

bani

  • Gast
Also 'ne Grundsatzdiskussion wollte ich damit auch nicht entfachen ...  ::)
Wollte nur dieses "die Familie hat sich geirrt" korrigieren.

Wo Du anfängst?
Kennst Du die Zeitschrift DER FREIWILLIGE?
Ist das Kameradschaftblatt der ehemaligen SS-Angehörigen.
Sehr interessante Info-Quelle zum Thema SS und eigentlich ein Muß für jeden, der sich damit ernsthaft beschäftigt!
Ich selbst hab das Teil seit Anfang der 90er Jahre im Abo und habs noch nicht bereut!

Wenn Du Interesse hast, kannst Du von mir die Kontaktdaten haben und dann meldest Du Dich mal da.
Suchanzeigen sind wohl immer noch gratis.
Also einfach mal Dein Anliegen vortragen und 'ne Suchanzeige nach ehemaligen Kameraden Deines Großvaters reinsetzen!

Die offiziellen Suchdienste haste ja schon angeschrieben - das kann man also schon mal übergehen.

anivi

  • Gast
Hallo bani!

Ja, ich kenn die Zeitschrift "Der Freiwillige", doch irgendwas bremst mich noch, ein Abo zu bestellen, obwohl mich das schon mal interessieren würde. Im Zeitschriftenhandel ist es ja leider nicht zu kriegen ...  :-\

Ich hab vor einiger Zeit schon mal einen Suchantrag (ich such auch noch einem Onkel) an den Munin-Verlag geschickt und dann um ein Exemplar gebeten, doch meine "Spende" war wohl zu gering ausgefallen und die haben sich überhaupt nicht gerührt, geschweige denn den Eingang meines Briefes (und des Scheinchens) bestätigt.

Meinst du nicht, dass die Berichterstattung in dem Heftchen eine Spur "zu einseitig" ist?

Könntest du als Abonnent vielleicht nachschauen, ob meine Suchanzeige darin überhaupt veröffentlich wurde? Im Herbst 2005 (etwa September) suchte ich nach Informationen über meinen Onkel Imre (Emmerich) Poos, Jahrgang 1921, gebürtiger Ungar, der ca. 1942/43 zur Waffen-SS zwangsrekrutiert worden war. Über seine Einheit wissen wir leider überhaupt nix.

Wär toll, wenn ich wüsste, ob die Suchanzeige überhaupt veröffentlich wurde.

Gruß, anivi



 

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