Autor Thema: Q- Ship- Die U-Bootfalle.  (Gelesen 2221 mal)

waldi44

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Q- Ship- Die U-Bootfalle.
« am: 08.09.06 (13:28) »
Zwar gehört dieses Thema zum 1. Wk, aber da haben wir ja nichts spezielles vorgesehen. Da sich die folgenden Ereignisse som oder so ähnlich auch im 2. Weltkrieg abspielten, denke ich mal, dass man ihn hier belassen kann.
Als Deutschland gegen England den uneingeschränkten U-Bootkrieg ausrief, sann man natürlich auf Gegenmassnahmen. Eine dieser Gegenmassnahmen war das sogenannte "Camouflage". Camouflage stammt aus dem Französischen und bedeutet militärisch betrachtet soviel wie täuschen, irreführen oder auch Tarnung, sich tarnen....
Das begann bei den Kriegsschiffen mit ihren Tarnanstrichen oder Tarnaufbauten (Extra Masten, Schornsteine oder auch Geschützturmatrappen, mitunter auch nur aufgemalte.) um bekannten Schiffen oder Schiffstypen ein anderes Aussehen oder eine andere Silhouette zu geben. Heizer mussten lernen "rauchlos" zu fahren.....
Diese Praxis wurde übrigens von allen kriegführenden Staaten angewandt und nicht nur zur See. An Land entstanden so ganze Städte oder sie verwandelten sich Grünflächen und Bauerngehöfte und selbst ganze Armeen incl. ihrer Infrastruktur wurden so erschaffen und gaukelten dem jeweiligen Gegner etwas vor, das es so dort nicht gab.
Für alle ungetarnt im transatlantischen Dienst fahrenden Schiffe verlangten die Versicherungen einen 50%igen Aufschlag.

Um nun der U-Bootgefahr Herr zu werden, ersonn man die Q-Schiffe oder auch "Lockschiffe". Noch einfacher als "U-Bootfallen" bezeichnet. Dazu wurden extra alte und verlotterte Tramp- oder Postdampfer ausgesucht. Schiffe, für die kein U- Bootkommandant ein Torpedo vergeuden würde, die aber immer noch eine oder zwei Granaten wert waren.
Durch ihr verwahrlostes und auch eher harmloses Aussehen, wurden die U- Bootkommandanten zum Auftauchen verleitet, was dann in der Regel das Ende des U- Bootes bedeutete.
An Bord der Q-Schiffe stand offen ein kleines Geschütz, so wie es damals bei fast allen Handelsschiffen üblich war. Ein Fehlen hätte eher Mistrauen erweckt. Nicht erkennbar aber war, was sich hinter dem Schanzkleid bzw abklappbaren Aufbauten oder unter  Wasser befand, nämlich mehrere Schnellfeuerkanonen und Torpedorohre.
Die Laderäume der Schiffe waren mit Kork und leeren Fässern vollgestopft, um sie möglichst lange schwimm- und kampffähig zu halten und die Besatzung war um ein vielfaches höher als im Normalfall.  Rund 80 Mann und 4 bis 5 Marineoffiziere befanden sich an Bord.
An Deck waren Öl- und Dampfleitungen verlegt, die man bei Bedarf öffnen bzw abfackeln konnte, sollte das U- Boot zuerst mit dem Beschuss beginnen und man ernsthafte Treffer an Bord vorteuschen wollte. Daneben gab es auf Holz oder segeltuch aufgemalte kriegswichtige Decksladung um die Fracht wertvoller erscheinen und ein U- Boot anzulocken.
Die Besatzung war zweigeteilt. Der geringere Teil war die offizielle Besatzung und lebte einem eventuellen Beobachter ein normales Bordleben vor, während die weitaus grössere Rest unter Deck verborgen auf seinen Einsatz wartete.
Tauchte nun ein deutsches U- boot auf, so ergriff die "normale" Besatzung sofort die Flucht und liess die Boote zu Wasser.
In der Regel kam daraufhin das U- Boot näher, aus welchen Gründen auch immer und besiegelte somit selbst sein Schicksal.
Nahe genug rangekommen fiehl an Bord des Q- Schiffes die Tarnung und ein mörderisches Feuer durchlöcherte den empfindlichen Schiffsrumpf des U- Bootes.
Natürlich sank die Effektivität dieser U-Bootfallen mit der Kriegsdauer. Schliesslich lernte man aus Fehlern und es gab auch Fälle, in denen die Q-Ships den Kürzeren zogen.
Sehr erfolgreich waren sie ohnehin nicht. Von 180 Schiffen, die in See geschickt wurden (nach und nach), errangen nur 14 einen Sieg, oll heissen, vernichteten insgesamt nur 14 U- Boote.
Die Erfolgreichsten waren:
"Dunraven" mit 3 versenkten U- Booten, "Farnborough" versenkte U 68 und U 83, "Prince" beschädigte U 93 schwer, "Pargust" versenkte UC 29 und "Stonecrop" versenkte U 88 unter Kapitänleutnant Schwieger.

Abschliessend mal eine Quizfrage: Wodurch wurde Schwieger weltbekannt ::)?

« Letzte Änderung: 08.09.06 (13:31) von waldi44 »

Richtschuetze

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Re: Q- Ship- Die U-Bootfalle.
« Antwort #1 am: 08.09.06 (13:39) »
Hatte der nicht die Lusitania(wird die so geschrieben) versenkt?  ???

Gruss

waldi44

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Re: Q- Ship- Die U-Bootfalle.
« Antwort #2 am: 08.09.06 (13:49) »
Ooooch, wenn schon der erste die richtige Antwort kennt :'(......
Jup mit U-20 am 7. Mai 1015.

oberfeldmaus

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Re: Q- Ship- Die U-Bootfalle.
« Antwort #3 am: 08.09.06 (14:29) »
Im Jahr 1015?

schlaumeier-mod on:

Deutsche Geschichte

Erneuter Feldzug Heinrich II. gegen Polen, unterstützt von Böhmen und Liutizen.



In Straßburg wird mit dem Bau des ursprünglich romanischen Doms begonnen, gotischer Neubau ab 1176.

Leipzig als slawische Siedlung erwähnt.

Das Relief der Bernwardstür am Dom zu Hildesheim wird gegossen.




Weltgeschichte

Sardinien von den Sarazenen besetzt.

Polen erobert Kiew nach Tod Wladimirs des Großen.

In Norwegen und Dänemark wird der Förderer des Christentums, der Heilige Olaf II., König (bis 1028, +1030).

schlaumeier-mod off


war sicher ein tippfehler, aber vielleicht haben die schon aufblasbare ruder-uboote gehabt von denen heute nichts mehr überliefert ist.

waldi44

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Re: Q- Ship- Die U-Bootfalle.
« Antwort #4 am: 09.09.06 (00:35) »
Klar doch! U- Boote und U- Bootfallen sind doch nichts Neues ;D!

 

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