Autor Thema: Die Frau im Krieg.  (Gelesen 17737 mal)

Hoth

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #15 am: 03.07.06 (12:38) »
Aber es gab dennoch reichlich deutsche Frauen in Uniform. Ich denke da an die sogenannten "Blitzmädels" und dass die Arbeiten der Männer in der deutschen Industrie und Landwirtschaft auch von Frauen übernommen wurden. Weg vom heimischen Herd, ran an die Drehbank oder der Luftlagekarte im Bunker oder dem Op Tisch im Lazaret!
Wieviele waren es aber ungefähr und wieviele deutsche "schiessende Männer" wurden durch ihren Einsatz frei?

Das hat ja auch niemand bestritten. Alle am Krieg beteiligten Großmächte hatte in vielen milit. Bereichen Frauen im Einsatz. Mir geht es um Kampfeinsätze regulärer Einheiten. Und das muß man eben für Deutschland verneinen. Daran ändert auch kein wie auch immer versucht/gewollt/nichtgekonnt oder ansatzweise "aufgestelltes" Freikorps AH oder was auch immer.

Tobias G

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #16 am: 03.07.06 (12:52) »
wieso, war das Freikorps keine reguläre Einheit?

zeige mir doch mal bitte deine Quellen.

Gruß
Tobias
« Letzte Änderung: 03.07.06 (13:12) von Tobias G »
"Im Krieg gibt es keinen Preis für den Zweitplatzierten."
Omar Bradley

"Es ist gut, das Krieg so schrecklich ist - sonst fänden wir noch zu viel gefallen daran."
Robert E. Lee

"Der Tot eines Einzelnen ist eine Tragödie, der Tot von Millionen nur eine Statistik"
Josef Stalin

Hoth

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #17 am: 03.07.06 (14:46) »
wieso, war das Freikorps keine reguläre Einheit?

zeige mir doch mal bitte deine Quellen.

Gruß
Tobias

Ich habe dazu keine Quellen. Deshalb frage ich Dich ja!

Aus dem Lexikon der Wehrmacht:

In den letzten Kriegsmonaten, von Februar bis April 1945 hielt sich das rund 300 Mann starke "Freikorps Adolf Hitler" im Lager auf. Es unterstand nicht der militärischen sondern der politischen Führung. Teile davon kamen bei der 12. Armee zum Einsatz. 

In den letzten Kriegstagen erscheinen noch zahlreiche Phantasiebezeichnungen für Volkssturmeinheiten, die allerdings nie offiziell geführt wurden. So erscheint bei den Kämpfen um Berlin ein „Freikorps Mohnke“ und ein „Freikorps Adolf Hitler“. Als „Freikorps Adolf Hitler“ bezeichnete sich auch eine Volkssturmeinheit im Raum München-Oberbayern unter Führung des NS-Schriftstellers Hans Zöberlein. Dieses Freikorps tat sich allerdings nicht im Kampf gegen die Alliierten, sondern vor allem im Terror gegen die eigene Bevölkerung hervor. Auf Weisung Zöberleins wurden im Raum Penzberg mehrere Zivilpersonen erhängt, die eine Übergabe ihrer Wohnorte an die Alliierten vorbereitet hatten.

Aus einem anderen Link:

Das „Freikorps Adolf Hitler“ wird per „Führerbefehl“ am 28. März 1945 ins Leben gerufen. Es
folgt eine Aufstellung, die sich aus den Aktivisten, Freiwilligen des Volkssturms und einer
Werkschar zusammensetzt. Jeder, der über 16 Jahre alt ist und sich freiwillig meldet, muss
von der NSDAP, dem „Volkssturm“ und den Betrieben freigegeben werden. Mit der Aufstellung
dieses Freiwilligenkorps und seiner Führung beauftragt Hitler den Reichsorganisationsleiter
der NSDAP, Robert Ley. Das Korps sei ein Geheimkorps gewesen. Weder
in der Presse noch im Rundfunk wird darüber berichtet. Es ergänzt sich ausschließlich über
die Dienststellen der NSDAP.


Das alles hört sich also nach einer paramilitärischen Parteitruppe an, mit Volkssturmcharakter. Jedenfalls nicht nach einer regulären Einheit der Wehrmacht. Aber vielleicht kannst Du das ja aufhellen.

Tobias G

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #18 am: 03.07.06 (20:22) »
Hallo Bernd,

habe mal im PA nachgefragt, was die noch in ihrer Literatur und in ihrem Material dazu haben! Bin eigentlich auch der Meinung, das dieses Korps nicht zur Wehrmacht gehörte!

Gruß
Tobias
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Weinberg

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #19 am: 03.07.06 (20:33) »
Hallo allerseits,

meines Wissens gab es bei bei den RAD-Flakbatterien auch weibliches Personal.

Nachgewiesen ist jedenfalls die Bombardierung einer RAD-Stellung in Wien, bei der unter anderen etliche weibliche RAD-Angehörige uns Leben kamen.

Weinberg

waldi44

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #20 am: 06.07.06 (15:31) »
"Ob Frauen oder Mädchen ist ganz Wurscht: eingesetzt muss alles werden!". Soll Hitler gesagt haben, als es um die Aufstellung besagter Frauenbattaillone ging.
"Die Frauen sollen so rasch wie möglich tadellos ausgebildet werden. Aufstellung des Frauenbattaillons , mit der Reichsfrauenführung. Bewährt sich diese Frauenbattaillon, sollen sofort weitere aufgestellt werden!"

Am 23.03.1945 noch schrieb das Oberkommando der Wehrmacht:"Zur Bedienung von Feuerwaffen zum Kampf, dürfen Frauen und Mädchen im Allgemeinen nicht herangezogen werden(Ausnahme: Die vom Führer genehmigten Flakbatterien, ferner sich  zum freiwilligen Einsatz ausdrücklich Anbietende). Ausstattung mit Handfeuerwaffen für den persönlichen Schutz, soweit im Einzelfall erfdorderlich, auch mit Panzerfäusten pp., ist zulässig."

In der Richtlinie zum Fraueneinsatz in der Wehrmacht vom 22. Juni 1942 hiess es:" In steigender Zahl müssen heute Frauen im Dienst der Wehrmacht ersetzen............Der weibliche Soldat verträgt sich nicht mit unserer nationalsozialistischen Auffassung vom  Frauentum."

Noch früher hiess es sogar:" Deutschland stellt seine Frauen nicht an die Flakgeschütze, wie dies auf den britischen Inseln geschieht, es formiert auch keine Frauenbattaillone, wie die Sowjets,  die sie sagar an der Front einsetzen."

Ab 1943 wurden bei der Luftwaffe Arbeitsmaiden als Kriegshilfsmaiden verwendet und standen bald wie ihre britischen Mitmaiden ;), an den Scheinwerfern und Flakgeschützen an der Heimatfront. Dadurch konnten ca 116.000 Soldaten für die Luftwaffen Felddivisionen freigemacht werden.

Das "Weibliche Wehrmachtsgefolge", wie die Frauen offiziell hiessen, hatten keinen militärischen Status und genossen somit auch keinen völkerrechtlichen Schutz. Sie blieben weiterhin, trotz Uniform und Waffendienst, Zivilangestellte.
1.500 von ihnen blieben im Kessel von Kurland zurück und verschwanden mehr oder weniger spurlos. Ebenso erging es den 370 Marinehelferinnen auf der "Wilhelm Gustloff".....
« Letzte Änderung: 06.07.06 (15:33) von waldi44 »

Hoth

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #21 am: 06.07.06 (16:31) »
Hallo Bernd,

habe mal im PA nachgefragt, was die noch in ihrer Literatur und in ihrem Material dazu haben! Bin eigentlich auch der Meinung, das dieses Korps nicht zur Wehrmacht gehörte!

Gruß
Tobias

Ok Tobias, mal sehen was an Info´s kommt. Thx!

waldi44

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #22 am: 08.07.06 (12:12) »
Hier noch eine neue Fassung zum Thema: Frauen im Krieg.

Frauen im Krieg
Von den Amazonen bis zur US Army - die Geschichte weiblicher Kämpfer
von Michael Stürmer

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus", so lautet der Titel eines Erfolgsbuches aus Amerika. Die psychiatrische These: Sie können einander nicht verstehen, sie meinen, wenn sie dieselben Worte brauchen, durchaus Verschiedenes, und ihre Emotionen sind nicht koordiniert. Es ist ein Wunder, wenn es gutgeht.


Das Problem ist älter als die Bundeswehr, 1955 ins Leben gerufen, älter auch als die durch emanzipatorische Vorgaben geregelte Einstellung von Frauen in deutsche Streitkräfte. Die Militärs selbst wären schwerlich auf die Idee gekommen. In der langen deutschen Militärgeschichte findet man keine Frauen als Kombattanten, allenfalls Krankenschwestern oder, im Zweiten Weltkrieg, die rückwärtigen Stäben zugeordneten "Blitzmädels" am Telefon, am Fernschreiber und an der Chiffriermaschine. Eine ganz andere Frage war immer die Beschäftigung im zweitältesten Gewerbe, der Spionage. Die legendäre Mata Hari, die im Ersten Weltkrieg im Auftrag der deutschen Abwehr französischen Offizieren mit den Waffen einer Frau ihre Geheimnisse entlockte, aber am Ende erschossen wurde, ist nur die berühmteste aller Agentinnen.


Die alten Griechen indes konnten sich kämpfende Frauen vorstellen. Im Kampf um Troja ritten sie, mit Speeren bewaffnet, in die Schlacht. Athena war die Göttin der Strategie, wie Ares der Gott des Krieges. Die Amazonen beschäftigten die Phantasie der Bildhauer, die auf diese Weise den Geschlechterkampf augenfällig machen konnten. Der römische Historiker und Militär Tacitus berichtet in seiner "Germania", daß die Germanenfrauen mit ihren rotblonden Mähnen die nackt kämpfenden Krieger durch gellendes Geschrei anfeuerten. Den Legionären gingen die schrillen Gesänge durch Mark und Bein.


Selbst in den Guerillakriegen der Neuzeit seit Napoleons Niederlage in Spanien wurden Frauen, als sei ein uraltes Tabu am Werk, immer nur zu Hilfsdiensten herangezogen, aber nicht zum blutigen Handwerk. In den bürgerkriegsartigen frühen Szenen der Französischen Revolution indes wurden, wie Schiller es in anderem Kontext in einer Ballade ausdrückt, "Weiber zu Hyänen". Sie zogen in den engen Gassen die Gardes Suisses, welche die Tuilerien und die königliche Familie verteidigten, von den Pferden und rissen sie in Stücke. Ähnliches wird aus der Russischen Revolution 1917/1919 berichtet. Für Clausewitz in seinem klassischen Werk "Vom Kriege" war das Thema keiner Erwähnung wert. Die gezähmte Bellona des 18. Jahrhunderts, die Göttin der möglichst unblutigen Manöverkriegführung, wurde zwar als Frau vorgestellt, ähnlich der Britannia, die die Wellen regiert. Aber Frauen als Krieger? Davor schreckten die Männer des europäischen 18. und 19. Jahrhunderts entschieden zurück. Seitdem ging es entweder um die Existenz oder um die Emanzipation.


In Israel, als der Staat nach seiner Gründung von fünf arabischen Armeen eingekreist wurde, ging es um die Existenz. Die biblische Judith, die dem feindlichen Feldherrn Holofernes den Kopf abschnitt, bahnte dem Rollenmodell der Partisanin/Spionin den Weg. Doch bleibt bis heute in Israel Frauen weiterhin die unterstützende Rolle zugewiesen. Die Wehrpflicht gilt auch für junge Frauen, aber nur zwei Jahre statt der üblichen drei, und Heirat oder Schwangerschaft dispensieren davon. In rückwärtigen Diensten - längst in jeder Truppe bis zu drei Viertel der Sollstärke - werden weibliche Soldatinnen eingesetzt wie auch in der Ausbildung. Aber selten bleiben sie lange genug, um in höhere Ränge aufzusteigen. Das nicht nur, weil die Machos die Spitzenposten als männliches Reservat betrachten, sondern auch, weil die Rolle der Frauen noch immer atavistischen Vorbehalten und Vernunftrestriktionen unterliegt: Sie sollen Leben schenken, nicht zerstören. Die erste Kampfpilotin stieg, wie in den US Forces, erst vor wenigen Jahren ins Cockpit einer F-16 I und bewies damit, daß unter den, wie es heißt, "Besten der Besten" auch Frauen ihren Platz haben. Andererseits beträgt der Frauenanteil in den USA seit Jahren recht konstant rund 14 Prozent. In der britischen Armee liegt er bei etwa 7,5 Prozent, in Dänemark bei rund vier, in Frankreich bei etwa 5,5 Prozent.


Artikel erschienen am Mit, 27. Oktober 2004
http://www.welt.de/data/2004/10/27/351904.html
http://www.frauensolidaritaet.org/themen/kriegliteraturliste.htm
« Letzte Änderung: 08.07.06 (12:15) von waldi44 »

waldi44

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #23 am: 15.02.08 (19:06) »


Ohne uns geht nichts: Ein Werpeplakat für die Einsatztruppen des Heimathilfsdienstes ATS. Zu sehen ist eine junge Frau in ATS-Uniform. Im Hintergrund stehen uniformierte Soldaten an einem Flugabwehrgeschütz. Der Slogan "They can't get on without us", des im September 1938 in Großbritannien gegründeten Heimathilfsdienstes, dem hauptsächlich Frauen angehörten, demonstriert die Absicht, so viele Hilfskräfte wie möglich für die Front zu mobilisieren. Die Aufgabe der Frauen war die Flieger lediglich "aufzuspühren", nicht die Waffen zu bedienen- manche der Frauen haben jedoch über die Erwartungen hinaus gehandelt. Der Wehrdienst für Frauen wurde 1941 eingeführt.

http://einestages.spiegel.de/static/entry/krieg_der_bunten_bilder/8425/ohne_uns_geht_nichts.html?f=POSITION&o=ASCENDING&s=0&r=24&a=1356&of=1&c=1

waldi44

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #24 am: 22.08.08 (15:54) »
Komisch, dass es so lange dauerte, bis ich mal einige Zahlen über den Einsatz deutscher Frauen bei der Truppe gefunden habe. Scheint nicht so interessant zu sein, das Thema Frau in Krieg. dabei währe er ohne sie nicht denkbar gewesen. Der erste schon nicht und erst recht der zweite nicht. Mal von der Frau als Gebärende abgesehen ;)!

Im Spätherbststanden im Dienst:

125.000 Stabshelferinen beim Feldheer
    8.000 Nachrichtenhelferinnen beim Feldheer
105.000 Stabs- und Verwaltungshelferinnen beim Ersatzheer
130.000 Nachrichten- und Stabshelferinnen bei der Luftwaffe
  20.000 "                 "    "    "                       "   "    "  Marine
  10.000 "                 "    "    "                       "   "    "  Waffen SS



http://images.google.de/imgres?imgurl=http://ecx.images-amazon.com/images/I/718TW4BHREL._SL500_AA240_.gif&imgrefurl=http://www.amazon.de/Blitzm%25C3%25A4dchen-Franz-W-Seidler/dp/3763759573&h=240&w=240&sz=13&hl=de&start=32&um=1&usg=__Jj0KiaRglKwVwg_5RFRyghtxh8w=&tbnid=yshTAGwqUu-mDM:&tbnh=110&tbnw=110&prev=/images%3Fq%3Dblitzm%25C3%25A4dels%26start%3D18%26ndsp%3D18%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN


Uwe Kulick

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Re: Die Frau im Krieg.
« Antwort #26 am: 05.08.13 (01:41) »
Berühmt und sogar aktiv in der Luftwaffe waren

Stuka-Testfliegerin Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg
und
die Segelflug-Versuchspilotin und Kamikaze-Befürworterin Hanna Reitsch
und
Überführungsfliegerin der Bücker-Flugzeugwerke Beate Uhse
« Letzte Änderung: 05.08.13 (03:20) von Uwe Kulick »