Autor Thema: 8. Mai  (Gelesen 13532 mal)

Richtschuetze

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Re: 8. Mai
« Antwort #30 am: 11.05.06 (10:03) »
@Hoover

nochmal zur dankbarkeit:

 als ich meine Oma/Mutter vor Jahren fragte(1995)seit ihr dankbar gewesen das der Krieg aus war und das die Amis gekommen sind?

da sagten beide ungefähr das selbe,ja Gott sei dank waren die Bombenangriffe vorbei das ständige Angst haben müssen.Das sie jetzt aber nicht mehr in Ihre Wohnung konnten weil da ja die "Befreier"da drin hausten das war weniger lustig!(den Herrn "Befreier" war es zu kalt draussen!aber einer Frau mit 2 Kindern wohl nicht!!!!)
Den meine Oma(geb.1910)meine Mutter(geb1933)und der Onkel(geb1939)mußten erstmal unter freiem Himmel schlafen!Und dann in eine Notunterkunft!
Desweitern hatte meine Oma ihren Mann verloren(gef.1941)sowie der Bruder war vermisst!Der 2 Bruder beim Volkssturm gefallen kurz vor Ende!Meine Mutter hatte einige Freundinnen verloren(wir reden von Kinder!!!) durch Bombenangriffe!
Also wofür sollen wir dehen den noch dankbar sein???(ausser für die Einstellung der Bombenangriffe!)

Was denkst Du wieviele so gedacht haben!(Millionen??)
Wieviele waren richtig dankbar?(Kommunisten/Juden/Alli.Kriegsgefangenen)(10.000 oder auch 100.000?)


Gruss



P.S bitte das jetzt nur aus der damaligen "Sicht" versuchen zu sehen!(und nur aus deutscher!)

P.P.S und denke mal drüber nach das es meiner Familie noch gut ergangen ist im Gegensatz zu 1000.000 anderen Deutschen!!!!

merlin61

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Re: 8. Mai
« Antwort #31 am: 11.05.06 (10:26) »
Apropos Gedanken zum Nachkriegsdeutschland...  wie wäre es mit welchen von Konrad Adenauer dazu ?


Auszüge aus => "Die Weltgeschichte wird ein sehr hartes Urteil fällen"

Zitat
[...]

Die Ernährungslage als katastrophal beschrieben

Die Ernährung und den Gesundheitszustand in Deutschland beschrieb er als katastrophal: Die Kindersterblichkeit in Berlin betrug 1946 13,5 Prozent, sie war exakt 13,5mal so hoch wie in New York. Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen war gegenüber 1938 um das Zweieinhalbfache gestiegen. In Nordrhein-Westfalen waren im Oktober 1948 fast 160.000 Tuberkulosefälle registriert, davon etwa 37.000 ansteckende. Für sie standen nur 14.000 Krankenhausbetten zur Verfügung. Die Ansteckungsgefahr wurde vergrößert durch die Wohnungsnot, die durch das Hineinpressen Millionen Vertriebener in das zerstörte Rumpfdeutschland weiter gesteigert wurde. Für die Zukunft sei in Deutschland nur noch mit 600.000 Geburten pro Jahr zu rechen, gegenüber 1,5 Millionen im Kriegsjahr 1915. Adenauer fürchtete um die biologische Substanz der Deutschen. Auf hundert deutsche Männer bis zu dreißig Jahren kamen dreihundert Frauen im Alter bis zu 26 Jahren - eine indirekte Kritik an der fortwährenden Praxis der Kriegsgefangenschaft.

[...]

Großen Raum widmete Adenauer der Vertreibung aus den Ostgebieten. Er sprach von 13,3 Millionen Vertriebenen, von denen nur 7,3 Millionen in der SBZ und den Westzonen angekommen seien. "Sechs Millionen Deutsche sind vom Erdboden verschwunden. Sie sind gestorben, verdorben." Er prangerte die Verschleppung zur Zwangsarbeit nach Rußland an. "Es sind Untaten verübt worden, die sich den von den deutschen Nationalsozialisten verübten Untaten würdig an die Seite stellen."  Adenauer zeigte sich überzeugt, daß die "Weltgeschichte" über das Potsdamer Abkommen "ein sehr hartes Urteil fällen" würde.

[...]

Die Berner Rede ist heute so gut wie vergessen. In den Geschichtsbüchern besteht die Nachkriegszeit aus Care-Paketen, Swingmusik und Sartre-Lektüre. Die Deutschen bringen noch etwa 700.000 Kinder pro Jahr zur Welt. Dafür haben sie gelernt, das Potsdamer Abkommen zu lieben. Und Adenauer würde heute für seine relativierende, das Singuläre der deutschen Verbrechen verharmlosende und die Befreiungsmission der Alliierten verzerrende Rede aus der CDU ausgeschlossen werden.



(dokumentiert in den Memoiren Konrad Adenauers, Band 1)

In seiner Berner Rede vom 22. März 1949 klagte der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer offen die Besatzungspolitik nach 1945 an.
Kommentator: Thorsten Hinz => http://www.swg-hamburg.de/Aktuell/Die_Weltgeschichte_wird_ein_se/die_weltgeschichte_wird_ein_se.html
Optimismus ist ein Mangel an Information.
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

Richtschuetze

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Re: 8. Mai
« Antwort #32 am: 11.05.06 (11:13) »
Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht der 2.Weltkrieg in Europa. Ein "Tag der Befreiung", heißt es heute. Für die vom NS-Regime Verfolgten stimmt dies sogar. Ihnen werden 56 Jahre danach täglich Fernsehberichte, Gedenkansprachen gewidmet.

Die Mehrzahl der Deutschen damals wurde hingegen allenfalls vom alliierten Bombenterror "befreit". Zudem hatten sie genug damit zu tun, von den "Befreiern" nicht von ihrem Leben "befreit" zu werden – ersatzweise war auch die "Befreiung" von Hab und Gut alltäglich. "Befreit" wurde nach dem 8.Mai ein Drittel Deutschlands mittels von den Siegern verordneter ethnischer Säuberungen von der einheimischen Bevölkerung. Für Frauen hatten die "Befreier" ganz andere Verwendung... Deutsche Kriegsgefangene sollten ihre "Befreiung" teilweise erst 10 Jahre später erleben. Und nicht wenige Deutsche fanden sich flugs in den von Kommunisten übernommenen KZs wieder – unter ihnen auch solche, die bereits unter den Nazis in Buchenwald und Sachsenhausen eingesperrt waren. Deutsche wurden zu hunderttausenden als Zwangsarbeiter verschleppt. Ihnen allen, den deutschen Opfern der "Befreier" und "Soldaten Christi", gedenkt heutzutage niemand mehr. Keine Lobby, keine Fernsehberichte, keine Gedenkansprachen."


Es gibt noch andere nicht dankbar sind! ;D

Gruss



waldi44

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Re: 8. Mai
« Antwort #33 am: 11.05.06 (12:12) »
Wer denkt heute an die Grausamkeiten des Mongolensturmes, der Türkenkriege, des Dreissigjährigen Krieges? Ja selbst nach Kohlrübenwinter 1916/17 und Grippeepedemie von 1918, mit millionen Tote infolge des 1. WK, "kräht kein Hahn" .
Kein Jude verlang für Massada eine Wiedergutmachung und irgendwann, wird der 8. Mai ein Tag sein, den nur noch Interessierte oder Historiker kennen, während wohl der 8. März an Bekanntheit zunehmen dürfte...
Wer feiert heute den "Sedantag", Kaisers Geburtstag und nur die allerwenigsten den des "Führers".

Der Holokaust, so wie ihn die Deutschen praktizierten, wird wohl ob seiner industriellen Durchführung und somit Einmaligkeit, noch lange in den Geschichtsbüchern einen besonderen Platz einnehmen und über diesen "Umweg" wird man sich eventuell auch an den 8. Mai erinnern und vielleicht sogar an dem, was ausserhalb der offiziellen Geschichtsschreibung noch so alles geschah an diesem Tag!


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Re: 8. Mai
« Antwort #34 am: 11.05.06 (15:29) »
Wenn hier ein mastercloser meint es habe keine Versklavung gegeben, dem sei die Römische Definition eines Sklaven zur Überlegung empfohlen (frei übersetzt):
Sklave ist der Jenige (vom überwältigten Volk) der nach der Bestimmung des römischen Rechts als Sieger gegenüber als Besiegter Arbeiten zu verrichten hat, die Ihm von Rom oder seinem Eigentümer auferlegt werden. Das römische Recht verlangt das neben Unterkunft dem Sklaven auch eine gemässe Ernährung gewährt wird . Eine Honorierung erfolgt nicht,.... ist aber jedem Eigentümer freigestellt. Der Sklave ist lebenslang dem Eigentümer verpflichtet, der kann aber über eine besondere Note den Sklaven die Freiheit gewähren ..........
Also was war es mastercloser ? Erholungsurlaub ?
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waldi44

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Re: 8. Mai
« Antwort #35 am: 11.05.06 (16:00) »
Tja, Deutschland und seine Soldaten wurden versklavt, während zuvor alle anderen von den deutschen Soldaten von ihrer Versklavung befreit wurden. Merkwürdig, dass sich anscheinend die Völker dessen gar nicht so recht bewusst geworden sind und vor allem nicht zu würdigen wussten/wissen!
Naja: Undank ist der Welten Lohn!

Mastercloser

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Re: 8. Mai
« Antwort #36 am: 11.05.06 (16:11) »
Also was war es mastercloser ? Erholungsurlaub ?

Was soll diese Polemik?  ??? >:(

Im übrigen hat doch Merlin dieses hier von sich gegeben:

Zitat
Kurz:
Es interessiert hier niemanden - und manch einer hat sich deshalb wohl auch schon ausgeklinkt - was einem sonst noch durch den Kopf geht.
Solch ein Verhalten zeigt mMn nur auf, dass der- / diejenige einfach zu undiszipliniert / unfähig ist sich an ein vorgegebenes Thema zu halten.


Wobei wir uns mit diesem überflüssigen Austausch von Höflichkeiten noch weiter vom eigentlichen Thema entfernt haben - dank Mastercloser.

Alles weitere erübrigt sich. Ich habe jetzt auch ganz doll Schuldgefühle, wirklich.

The Real Blaze

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Re: 8. Mai
« Antwort #37 am: 11.05.06 (18:26) »
Zitat
Dresden und Chemnitz

Woher hast du diese Info? Ich hab von zwei ganz anderen Städten erfahren, die mit einer einzigen Bombe ausgelöscht werden sollten, weil nur eine Bombe bei den Planungen verfügbar war.

The Real Blaze

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Re: 8. Mai
« Antwort #38 am: 11.05.06 (18:33) »
Das steht bei Wikipedia(und vielen anderen Seiten): Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits das Industriezentrum Ludwigshafen und Mannheim als mögliche Ziele ausgewählt

Nur wer diese Städte kennt weiß das die nicht hundert Kilometer auseinander liegen, sondern sich über den Rhein sehen. Wirft man eine A Bombe in den Rhein dort, sind beide Städte zerstört. Ich halte diese Zielwahl, für einen Beleg, daß nur eine amerikanische A Bombe verfügbar war, wenn der Test gelang. ;)

Mastercloser

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Re: 8. Mai
« Antwort #39 am: 11.05.06 (18:55) »
Zitat
Dresden und Chemnitz

Woher hast du diese Info? Ich hab von zwei ganz anderen Städten erfahren, die mit einer einzigen Bombe ausgelöscht werden sollten, weil nur eine Bombe bei den Planungen verfügbar war.

Kann ich dir wirklich nicht mehr sagen. Ich habe diese Namen vor einigen Jahren in einem Artikel gelesen. Aber wo, weiss ich nicht mehr. Ich kann auch (natürlich) nicht sagen, ob es überhaupt stimmt. Allerdings kreisen diese Namen auf diversen Seiten und Foren im Inet.

Edit:

Mannheim wurde am 29.03.45 von den Amis besetzt, die Planung des Abwurfes war mit Sicherheit wesentlich früher, also könnte es mit der einen Bombe hinkommen.

In  dem Buch "Dresden, Dienstag, 13. Februar 1945. Militärische Logik oder blanker Terror?" von Frederick Taylor soll der Sachverhalt mit Dresden beschrieben worden sein, ich habe es nicht gelesen.

und hier

Zitat
Die Amerikaner hatten schon im Jahr zuvor [1944, MC] angekündigt, Dresden mit einer Atombombe zu zerstören. Auch damals hatte Heisenberg diese Möglichkeit ausgeschlossen. Was wäre gewesen, wenn der Krieg ein halbes Jahr länger gedauert hätte?

wird darüber ebenfalls berichtet

auch sehr interessant

Zitat
Im Sommer 1944 wurde der erste Hinweis einer konkreten Bedrohung durch die Atombombe kolportiert. In der deutschen Vertretung in Lissabon sei die amerikanische Drohung ausgesprochen worden, es werde innerhalb der nächsten sechs Wochen eine Atombombe über Dresden abgeworfen werden, wenn die Regierung nicht in irgendeiner Art um Frieden bäte. Ein Jahr später im August explodierte die Bombe über Hiroshima.
« Letzte Änderung: 11.05.06 (19:08) von Mastercloser »

merlin61

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Re: 8. Mai
« Antwort #40 am: 11.05.06 (19:01) »
Tja, Deutschland und seine Soldaten wurden versklavt, während zuvor alle anderen von den deutschen Soldaten von ihrer Versklavung befreit wurden.
Merkwürdig, dass sich anscheinend die Völker dessen gar nicht so recht bewusst geworden sind und vor allem nicht zu würdigen wussten/wissen!
Naja: Undank ist der Welten Lohn!
Ääääh Waldi ...
Wir sind hier doch beim Thema 8.Mai (1945) und nicht, wer oder was in- oder direkt einen Bezug dazu hat / haben könnte, oder ::)

Zum Leid der Deutschen jener Zeit regelmäßig auf eine "mögliche" Ursache in einer Diskussion hinzuweisen,
macht weder die eine noch die andere Tat ungeschehen ... und ist deshalb i.d.R. auch weniger angebracht.






@Mastercloser

1.) Vorgegeben habe ich gar nichts sondern "Wilden" ... und DICH u.a. einzig darauf hingewiesen doch beim Thema zu bleiben.

2.) Ist "logo" weiter beim Thema ... und mit seiner Antwort einzig auf dein Unverständnis zum Punkt "Versklavung" eingegangen.


Ob sich "alles weitere" für dich erübrigt und du dies mit "doll Schuldgefühle" kommentieren musst, bestätigt nur meinen Eindruck.
Optimismus ist ein Mangel an Information.
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.

The Real Blaze

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Re: 8. Mai
« Antwort #41 am: 11.05.06 (19:05) »
Dresden und Chemnitz waren nie irgendwann auch nur in Erwägung gezogen. Ist vermutlich früher in der DDR entstanden und dann weitergetragen worden. Interessant ist, dass ausser Ludwigshafen/ Mannheim nur noch Berlin als A Bomben Ziel diskutiert wurde im Pentagon. Es ging also nicht um UND, sondern um entweder oder. Man plant eben nur mit dem was man hat.

Mastercloser

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Re: 8. Mai
« Antwort #42 am: 11.05.06 (19:10) »
Dresden und Chemnitz waren nie irgendwann auch nur in Erwägung gezogen.

Siehe meine Antwort und Ergänzung weiter oben

Hoover

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Re: 8. Mai
« Antwort #43 am: 11.05.06 (19:33) »
Zitat
ja armes Deutschland wenn man dankbar sein soll für Mord/Vergewaltigung usw......


Wenn man dem verlorenen Krieg nachtrauert, dann trauert man auch dem Völkermord und der Unterdrückung nach. Schon mal von der Seite gesehen.

Die Kapitulation Deutschlands war für viele vielleicht die Befreiung, aber er bedeutete ein ende der Angriffe, der Kämpfe und Leiden der Opfer...für alle Beteiligten.

Daher sehe ich den tag als Befreiung (für viele), als Tag der Niederlage (für Einige) und als Tag des Beginns der Vetreibung (wenn es nicht schon im Gange war).

Trotzdem weine ich dem ende des Krieges keine Träne nach. die meisten Augenzeugen hier in der britishcen Besatzungszone zogen übrigens die Engländer als Besatzer den Krieg vor...

Richtschuetze

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Re: 8. Mai
« Antwort #44 am: 11.05.06 (20:35) »
Zitat
dann trauert man auch dem Völkermord und der Unterdrückung nach. Schon mal von der Seite gesehen.

was hatte meine Mutter/Vater oder auch ich bzw der einfache Deutsche mit dem Völkermord zutun?Oder was für eine Unterdückung meinst Du?Meine Mutter lernte Unterdrückung seitens der "Befreier"kennen!Mein Vater seitens der Befreier aus dem Osten!


Zitat
der Kämpfe und Leiden der Opfer...für alle Beteiligten.


nein Hoover für viele ging es jetzt erst richtig los!Und das wird gerne vergessen!

Zitat
Trotzdem weine ich dem ende des Krieges keine Träne nach

ja Hoover das tut wohl keiner!Ich will in Frieden leben und 1000 andere bestimmt auch!

Zitat
zogen übrigens die Engländer als Besatzer den Krieg vor

bestimmt den das töten hörte auf!aber für viele fing es jetzt erst an!Aber denkst Du nicht auch das viele den Engländer trotzdem als Feind angesehen haben!Also doch lieber die eigenen Leute als Machthaber wollten!????


Ich bleibe dabei es war und ist kein Tag der Befreiung gewesen jedenfalls nicht für die meisten Deutschen(damals) sondern eine furchtbare Niederlage!Auch wenn das heute nicht mehr offiziel gesagt werden darf!!!


Gruss