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Militärgeschichte => Orden und Auszeichnungen => Thema gestartet von: IM am 29.11.14 (11:15)

Titel: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.11.14 (11:15)
Die Bearbeitung der Verleihungen des "Pour le Mérite" im Ersten Weltkrieg für die Kämpfe an der Westfront erfolgt ja erfreulicherweise sehr erfolgreich:

http://forum.balsi.de/index.php/topic,7574.msg59973.html#msg59973

Ich kann im Laufe der Zeit meine Datei schön mit noch fehlenden Angaben ergänzen.

Ob uns das auch für den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 gelingt?

Ich habe momentan viel mit dieser Epoche zu tun und würde meine Datei gerne auch um diese Verleihungen ergänzen: Lebensdaten, Verleihungsgründe, Einordnungen in die einzelnen Feldzüge und Schlachten usw.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.11.14 (11:18)
Verleihungen des "Pour le Mérite" und des Eichenlaubes zum "Pour le Mérite" für den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 (= 124 )


Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
geboren am 18.10.1831 in Potsdam / Preußen
verstorben am 15.06.1888 in Potsdam / Preußen

PLM am 29.06.1866 als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 2. Armee

Am 27. Juni 1866 hatte die II. Armee die Pässe des Riesengebirges überschritten. An diesem Tag kam es zu den Gefechten bei Nachod und Trautenau. Letzteres endete für die Österreicher als einzigstes im ganzen Krieg siegreich. Am 28. Juni 1866 kam es zu den Schlachten Skalitz, bei Soor und bei Münchengrätz. Für all diese ersten Erfolge der II. Armee vom 27. bis 28. Juni 1866 wurde der Oberbefehlshaber der II. Armee, General der Infanterie Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, mit dem PLM ausgezeichnet.

Karl Prinz von Preußen
geboren am 29.06.1801 auf Schloß Charlottenburg bei Berlin / Preußen
verstorben am 21.01.1833 in Berlin /Preußen

PLM am 28.07.1866 als Generalfeldzeugmeister und Chef der Artillerie

Die Verleihung erfolgte nach Abschluß der Kampfhandlungen in Anerkennung der Leistungen der preußischen Artillerie, deren Chef der Prinz war.

Ludwig von Mutius
geboren am 20.03.1796 in Oels / Niederschlesien
verstorben am 06.08.1866 in Austerlitz / Mähren

PLM am 28.07.1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. General der Kavallerie Ludwig von Mutius stieß mit dem VI. Armeekorps auf der äußersten preußischen linken Seite vor und drängte den rechten Flügel der Österreicher zurück. Durch diesen Vormarsch wurde der Rückzug der Österreicher in diesem Abschnitt zu einer sehr verlustreichen Flucht. Das VI. Armeekorps hätte fast die Verbindung zum rechten preußischen Flügel geschafft. Damit wäre die österreichische Nordarmee eingeschlossen gewesen. Durch eine verbliebene Lücke von etwa zwei Kilometern konnten die Österreicher jedoch dieser Einschließung entgehen.

Albrecht Prinz von Preußen
geboren am 04.10.1809 in Konigsberg / Ostpreußen
verstorben am 14.10.1872 in Berlin / Preußen

PLM am 31.07.1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General des Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für den erfolgreichen Feldzug in Böhmen. Albrecht Prinz von Preußen hatte im Rahmen der 1. Armee mit seinem Kavalleriekorps an den Schlachten von Münchengrätz, Gitschin und Königgrätz teilgenommen.

Adalbert Prinz von Preußen
geboren am 29.11.1811 in Berlin / Preußen
verstorben am 06.06.1873 in Karlsbad / Böhmen

PLM am 31.07.1866 als Admiral und Oberbefehlshaber der Marine

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreichen Abschluß des Krieges. Entscheidend dazu beigetragen hatte weder die preußische Marine noch Adalbert Prinz von Preußen. Die Verleihung des PLM an ihn dürfte somit wohl eher eine Anerkennung seiner Verdienste um die Schaffung einer preußischen Marine im Allgemeinen gelten.

Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
geboren am 07.10.1841 in Sigmaringen / Württemberg
seiner Verwundung erlegen am 05.08.1866 im Lazarett in Königinhof / Böhmen

PLM am 02.08.1866 als Sekondeleutnant und à la suite im 1. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen nahm im 1. Garde-Regiment zu Fuß am Feldzug in Böhmen teil. In der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 konnte er sich ganz besonders auszeichnen. Bei Ober-Chulum wurde er im Dorf Rosberitz durch vier Gewehrkugeln im Bein getroffen. Als er schwer verwundet zusammenbrach, feuerte er weiterhin die Füsiliere an. Nachdem er kurz gefangengenommen worden war, gelang sofort wieder seine Befreiung. Als König Wilhelm von seinem tapferen Einsatz erfuhr, verlieh er ihm den PLM.

Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
geboren am 18.10.1831 in Potsdam / Preußen
verstorben am 15.06.1888 in Potsdam / Preußen

Eichenlaub zum PLM am 03.08.1866 als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreichen Ende des Krieges für den Feldzug in Böhmen.

August Prinz von Württemberg
geboren am 24.01.1813 in Stuttgart / Württemberg
verstorben am 12.01.1885 in Zehdenick / Preußen

PLM am 03.08.1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General des Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Die Besetzung von Chlum durch Einheiten des Gardekorps war schlachtentscheidend.

König Wilhelm von Preußen
geboren am 22.03.1797 in Berlin / Preußen
verstorben am 09.03.1888 in Berlin / Preußen

Eichenlaub zum PLM am 04.08.1866 als König von Preußen und Oberster Kriegsherr

Die Verleihung erfolgte durch den Kronprinzen nach dem siegreich beendeten Krieg.

Edwin von Manteuffel
geboren am 24.02.1809 in Dresden / Sachsen
verstorben am 17.06.1885 in Karlsbad / Böhmen

PLM am 07.08.1866 als Generalleutnant und Oberbefehlshaber der Main-Armee

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreich beendeten Feldzug in Süddeutschland. Generalleutnant von Manteuffel hatte den Oberbefehl über die Main-Armee am 20. Juli 1866 übernommen und damit die Leitung des Feldzuges in Süddeutschland. Er schlug am 24. Juli bei Tauberbischofsheim die Württemberger und bei Gerchsheim (25. Juli) und Roßbrunn (26. Juli) die Bayern.

Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
geboren am 28.02.1823 in Ludwiglust
verstorben am 15.04.1883 in Schwerin

PLM am 09.08.1866 als General der Infanterie und Kommandierender General II. Reservekorps

Die Verleihung erfolgte für die Führung des II. Reservekorps im Main-Feldzug. Allerdings war das Korps gar nicht mehr ins Gefecht gekommen. Als Höhepunkt war Ende Juli 1866 Nurnberg kampflos besetzt worden.

Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
geboren am 16.07.1809 in Seesen
verstorben am 14.04.1877 in Wiesbaden

PLM am 11.09.1866 als Generalleutnant und Chef des Generalstabes 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, für deren Planung und Ansatz Generalleutnant von Voigts-Rhetz maßgeblich beteiligt war.

Hugo von Pogrell
geboren am 14.07.1831 in Minden / Westfalen
seiner Verwundung erlegen am 17.09.1866 im Lazarett Liegnitz / Niederschlesien

PLM am 12.09.1866 als Rittmeister im 2. Schlesischen Dragonerregiment Nr. 8 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In dieser führte Rittmeister von Pogrell die 1. Eskadron seines Regiments zum Angriff gegen ein Infanteriebataillon. Dabei sprang er als erster von einer Überhöhung mitten in das formierte Bataillon hinein und brachte es dadurch in Unordnung. Dabei wurde er jedoch durch einen Schuß in den rechten Fuß und einen ins Gesicht schwer verwundet. An dieser Verwundung verstarb er später.

Oskar von Sperling
geboren am 31.01.1814 in Kölleda
verstorben am 01.05.1872 in Dresden / Sachsen

PLM am 16.09.1866 als Oberst und Chef des Generalstabes VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Den Maßnahmen von Oberst von Sperling war es zu verdanken, daß die Truppen des VI. Armeekorps noch rechtzeitig in die Schlacht eingreifen konnten.

Heinrich von Zastrow
geboren am 11.08.1801 in Danzig
verstorben am 12.08.187 in Schöneberg bei Berlin

PLM am 16.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.In dieser konnte Generalleutnant von Zastrow mit seinen Entscheidungen wesentlich mit zum Erfolg beitragen.

Louis von Hanenfeldt
geboren am 23.11.1815 in Labiau / Ostpreußen
verstorben am 18.05.1888 in Dresden / Sachsen

PLM am 16.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 21. Infanteriebrigade / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. In dieser konnte Generalmajor von Hanenfeldt besonders große Erfolge einbringen. Seine Brigade allein erstürmte 35 Geschütze und machte gegen 2.000 Gefangene.

Otto von Hoffmann
geboren am 26.10.1813 in Haynau / Schlesien
verstorben am 06.03.1900 in Dresden / Sachsen

PLM am 16.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 22. Infanteriebrigade / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. In dieser konnte Generalmajor von Hoffmann besonders große Erfolge einbringen. Seine Brigade allein erstürmte 14 Geschütze und machte gegen 2.000 Gefangene.

Paul Hugo Ferdinand Baumeister
geboren am 04.07.1821 in Glogau / Schlesien
verstorben am 24.07.1887 in Bad Reinerz / Schlesien

PLM am 16.09.1866 als Major im 1. Schlesischen Grenadierregiment Nr. 10 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Major Baumeister trug durch sein ruhiges tapferes Benehmen in der Schlacht viel zur vortrefflichen Haltung seines Bataillons bei, als das Regiment im ersten Treffen die mit Artillerie stark besetzten Stellungen bei Sweti und Briza stürmte. Sein Bataillon nahm hierbei dem Feinde mit stürmender Hand 14 Geschütze.

Rudolf von Berken
geboren am 12.03.1824 in Wehlau / Ostpreußen
verstorben am 03.04.1898 in Berlin / Preußen

PLM am 16.09.1866 als Major und Kommandeur 2. Bataillon / 3. Niederschlesisches Infanterieregiment Nr. 50 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Im stärksten Granatfeuer eroberte Major von Berken mit einem Schützenzug 8 feuernde Kanonen, nahm mit seinem Bataillon die Ortschaft Redelist und rückte, mit einem weiteren Bataillon vereint, unter stärksten Granatfeuer weitere 3/4 Meilen weiter vor und nahm das Dorf Briza und dabei zwei weitere feindliche Geschütze.

Hermann von Wichmann
geboren am 15.12.1820 in Magdeburg
verstorben am 27.10.1886 in Breslau / Schlesien

PLM am 16.09.1866 als Oberstleutnant und Kommandeur 2. Schlesisches Dragonerregiment Nr. 8 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866, in der Oberstleutnant von Wichmann sein Regiment mit großem Geschick in die feindlichen Kürassiere führte. Im Handgemenge erhielt er eine Kopfwunde und verlor durch einen Schuß sein Pferd, trotzdem gab er die Führung nicht ab.

Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
geboren am 24.02.1815
verstorben am 02.02.1869 in Charlottenburg bei Berlin / Preußen

PLM am 16.09.1866 als Major und Bataillonskommandeur im 2. Schlesischen Dragonerregiment Nr. 8 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In selbständigem Entschluß führte er eine Attacke gegen ein feindliches Jäger-Bataillon. Er trug wesentlich dazu bei, daß dieses dabei zersprengt werden konnte. Major von Paczensky-Tenczyn war der erste im gegnerischen Karree gewesen.

Adalbert von Barby
geboren am 20.02.1820 in Potsdam / Preußen
verstorben am 20.11.1905 in Loburg / Preußen

PLM am 16.09.1866 als Oberst und Kommandeur Schlesisches Kürassier-Regiment Nr. 1 "Prinz Friedrich von Preußen" / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Biskupitz am 14. Juli 1866. An diesem Tag wurde das Schlesische Kürassier-Regiment Nr. 1 am Nachmittag zu einer forcierten Rekognoszierung von Kostelez über Prossnitz gegen Prerau beordert. Hieraus entspann sich das Gefecht bei Biskupitz, in welchem Oberst von Barby an der Spitze der 1. Eskadron gegen ein feindliches Karree attackierte, es zum großen Teil überritt und nur durch Eintritt der Dunkelheit, neues Gewehr- und Geschützfeuer aus der Dorflisiere bewogen wurde, von weiteren Erfolgen abzustehen.

Leonhard von Blumenthal
geboren am 30.07.1810 in Schwedt an der Oder / Preußen
verstorben am 21.12.1900 auf Gut Quellendorf bei Köthen / Preußen

Eichenlaub am 17.09.1866 als Generalmajor und Chef des Generalstabes der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte in Anerkennung für den erfolgreichen Feldzug in Böhmen. Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, der Oberbefehlshaber der 2. Armee, der zu diesem Zeitpunkt für die Erfolge der 2. Armee den PLM und das Eichenlaub erhalten hatte, hatte einen großen Teil der Erfolge seinem Chef des Generalstabes zu verdanken, daher schlug er Generalmajor von Blumenthal selbst zu der hohen Auszeichnung vor.

Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel
geboren am 10.01.1813 in Berlin / Preußen
verstorben am 11.08.1885 auf der Insel Norderney

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und Oberquartiermeister der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für den siegreichen Feldzug in Böhmen. Generalmajor von Stülpnagel hatte maßgeblichen Anteil an der Operationen der 1. Armee.

Ernst von Unger
geboren am 05.06.1831 in Groß-Stöckheim bei Wolfenbüttel
verstorben am 10.10.1921 in Falkenberg / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Major und Generalstabsoffizier im Stab der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Einen Tag vorher war Major von Unger mit einer Rekognoszierung gegen die bei Dub stehenden feindlichen Vorposten beauftragt worden. Durch kühnes und entschlossenes Heranreiten an diese drängte er sie so weit zurück, daß er die Anwesenheit größerer feindlicher Streitkräfte feststellen konnte. Hier ging die Absicht der Österreicher hervor, am 3. Juli dem weiteren Vormarsch der 1. Armee entgegenzutreten, so daß sich die Meldung von Major von Unger von großer Bedeutsamkeit für die folgenden Ereignisse erwies. Sein Aufklärungsritt trug so wesentlich dazu bei, daß sich die preußischen Verbände für die Schlacht positionieren konnten.

Albrecht von Stosch
geboren am 20.04.1818 in Koblenz
verstorben am 29.02.1896 in Mittelheim / Rheingau

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und Oberquartiermeister der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte im Wesentlichen für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Generalmajor von Stosch zeichnete sich dadurch aus, daß er durch persönliches energisches Eingreifen dem plötzlichen und übereilten Zurückgehen einzelner Truppenkörper aller Waffen Halt gebot und sie zum sofortigen geordneten Wiedervorgehen gegen den Feind ordnete. Auch als Oberquartiermeister der 2. Armee hatte er durch seine rastlose Tätigkeit und Energie wesentlich zu den Erfolgen dieser Armee beigetragen und dadurch namentlich den sehr schwierigen Marsch durch das Gebirge und die darauf folgenden glücklichen Gefechte ermöglicht.

Ernst von der Burg
geboren am 24.04.1831 in Luckenwalde / Preußen
verstorben am 03.11.1910 in Berlin-Charlottenburg / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Major und Generalstabsoffizier im Stab der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für seinen Einsatz im Feldzug gegen Böhmen. Major von der Burg war von seinem Oberbefehlshaber, Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, vorzugsweise zu Aufträgen gebraucht worden, die ihn stets unmittelbar in die vordersten Reihen der fechtenden Truppen führten. Er führte alle diese Aufträge nicht nur zu dessen vollen Zufriedenheit aus, sondern verstand es auch bei mehreren Gelegenheit, wie bei Trautenau und Königgrätz, selbständig die gegebenen Befehle nach richtiger Erkenntnis der augenblicklichen Gefechtslage zu ergänzen.

Carl Heinrich von Wnuk
geboren am 29.11.1803 in Königsberg / Ostpreußen
verstorben am 02.03.1881 in Wiesbaden

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und zur Disposition der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In dieser führte Generalmajor von Wnuk eine kombinierte Dragoner-Brigade und machte mit ihr eine glänzende Attacke, warf eine österreichische Kürassier-Brigade, wobei 2 Standarten erobert wurden. Obgleich hierbei am Hinterkopf beträchtlich verwundet, blieb der General doch im Gefecht und führte auch am folgenden Tage die Brigade, vor welcher die feindliche Kavallerie nicht mehr Stand hielt.

Ferdinand von Dannenberg
geboren am 14.12.1818 in Wessin / Mecklenburg-Schwerin
verstorben am 30.08.1893 in Berlin Preußen

PLM am 17.09.1866 als Oberst und Chef des Generalstabes des Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Schon im Gefecht bei Soor und dann in der Schlacht bei Königgrätz entwickelte Oberst von Dannenberg so viel Sachkenntnis und Energie in Ausführung der von seinem Kommandierenden General, General der Kavallerie August Prinz von Württemberg, getroffenen Anordnungen, daß ihm ein wesentlicher Teil des Verdienstes um die erlangten Vorteile zufiel.

Hugo von Obernitz
geboren am 16.04.1819 in Bischofswerder / Ostpreußen
verstorben am 18.09.1901 in Honnef

PLM am 17.09.1866 als à la suite des Garde-Füsilierregiments und Kommandeur der 1. Garde-Infanteriebrigade / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Oberst von Obernitz kommandierte das Gefecht bei Chlum, bis er verwundet wurde. Seine Truppen konnten die Ortschaft Chlum einnehmen und insgesamt 40 Kanonen erobern.

Constantin von Alvensleben
geboren am 26.08.1809 in Eichenbarleben / Preußen
verstorben am 28.03.1892 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Infanteriebrigade / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Alvensleben kommandierte am Morgen des 3. Juli diejenigen Truppenteile der 1. Garde-Infanteriedivision, welche schon Tags zuvor als Avantgarde von Königinhof aus über die Elbe bis auf die Höhen in der Richtung auf Daubrowitz vorgeschoben waren. Mit denselben ist er bei Aufbruch des Korps sofort auf Kl. Bürglitz und Jericek marschiert, um der, nach eingegangenen Meldungen hart vom Feind bedrängten Division Fransecky zu Hilfe zu kommen. Seiner Umsicht und seinem rastlosen Eifer ist es vorzugsweise zu danken, daß das Gardekorps rechtzeitig mit dieser Division Fühlung erlangte und selbige aus einer sehr schwierigen Lage befreite. Gegen Ende der Schlacht übernahm er das Kommando der 1. Garde-Infanteriedivision, da der eigentliche Divisionskommandeur, Generallleutnant Wilhelm Hiller von Gaertringen, nach der Einnahme von Chlum gefallen war.

Bernhard Alexander Heinrich von Kessel
geboren am 20.11.1817 in Breslau / Schlesien
verstorben am 07.06.1882 in Berlin /Preußen

PLM am 17.09.1866 als Oberst und Kommandeur 1. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Königinhof am 29. Juni 1866. In der Schlacht bei Königgrätz und in den Gefechten bei Soor und Königinhof  führte Oberst von Kessel die Avantgarden-Brigade mit großer Auszeichnung geführt. Das letztere glänzende Gefecht kommandierte er selbständig.

Ewald von Kleist
geboren am 25.03.1824 in Stolp / Preußen
verstorben am 29.12.1910 in Potsdam / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Major und Kommandeur I. Bataillon / 1. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Major von Kleist verteidigte zwei Stunden lang das Dorf Ober-Chlum  gegen einen weit überlegenen Feind und behauptete das Dorf heldenmütig bis zum Eintreffen des I. Armeekorps. Er war mit persönlicher Bravour bei der Eroberung feindlicher Geschütze beteiligt.

Oskar Graf von Schlieffen
geboren am 08.02.1834 in Magdeburg
verstorben am 09.09.1904 in Wioska / Niederschlesien

PLM am 17.09.1866 als Hauptmann und Kompaniechef im 1. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann von Schlieffen hatte mit seiner Kompanie nach der Eroberung von Ober-Chlum allein die südwestliche Lisiere dieses Dorfes besetzt, gegen welche eine feindliche Batterie und mindestens ein Bataillon zum Angriff vorgingen. Unter Beihilfe von 2 Kompanien des Füsilier-Bataillons gelang es ihm, nicht nur den Angriff abzuschlagen, sondern auch die feindliche Batterie mit 8 Geschützen zu nehmen. Einen später erfolgten abermaligen Angriff feindlicher Infanterie, die gleichfalls bedeutend überlegen war, wies er ebenfalls ab. Hauptmann Graf von Schlieffen gab dabei im heftigsten Granat-, Kartätsch- und Gewehrfeuer seinen Leuten ein besonderes Vorbild an Kaltblütigkeit.

Alexander August Wilhelm von Pape
geboren am 02.02.1813 in Berlin / Preußen
verstorben am 07.05.1895 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Oberst und Kommandeur 2. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Oberst von Pape führte sein Regiment im Gefecht bei Soor und in der Schlacht bei Königgrätz gegen überlegene Kräfte zu großem Erfolg.

Viktor von Erckert
geboren am 10.07.1823 in Kulm / Westpreußen
gefallen am 18.08.1870 nahe Sainte-Marie-aux-Chênes bei Metz / Frankreich

PLM am 17.09.1866 als Major und Kommandeur Füsilierbataillon / 2. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Major von Eckert verteidigte mit seinem Bataillon das  Dorf Rosberitz auf das Äußerste. Später drang  er als der erste mit noch drei Offizieren allein in eine feuernde feindliche Batterie, die wenigstens zum Teil genommen wurde. Er verlor ein Pferd tot unter dem Leibe und fiel schließlich schwer verwundet, vom Hals bis zum Rücken durchschossen.

Oktavio Philipp von Böhn
geboren am 29.01.1824 in Klein Silkow / Preußen
verstorben am 30.07.1899 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Major und Kommandeur I. Bataillon / "Kaiser Franz" Garde-Grenadierregiment  Nr. 2 / 2. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Alt-Rognitz am 28. Juni 1866. Der Energie und kräftigen Führung von Major von Böhn allein war es zuzuschreiben, daß das hartbedrängte II. Bataillon seines Regiments nicht ganz aufgerieben wurde. Es gelang dem Major von Böhn mit seinem I. Bataillon den sehr überlegenen Feind zu werfen und dadurch großen Nachteil für die noch im Defilé marschierende Division abzuwenden.

Bernhard von Werder
geboren am 27.02.1823 in Potsdam / Preußen
verstorben am 19.03.1907 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Oberst und Kommandeur Garde-Füsilierregiment / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Oberst von Werder warf mit seinem Regiment in einem sehr kritischen Momenten einen weit überlegenen Gegner, wodurch er die Behauptung von Chlum möglich machte.

Ulrich Ernst von Schlichting
geboren am 24. Juli 1832 Berlin / Preußen
verstorben am 22. November 1867 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Hauptmann und Chef  9. Kompanie / Garde-Füsilierregiment / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für mehrfach bewiesene besondere Tapferkeit im Feldzug in Böhmen. Hauptmann von Schlichting nahm mit seiner Kompanie am 28. Juni mit großer Bravour das Dorf Burkersdorf und zeichnete sich beim Sturm auf Königinhof am 29. Juni sowie in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 durch kalte Entschlossenheit und große Umsicht in der Führung seiner Kompanie aus.

Julius Knappe von Knappstädt
geboren am 02.03.1809 in Ostrowine / Schlesien
verstorben am 21.09.1872 in Breslau / Schlesien

PLM am 17.09.1866 als Oberst und Kommandeur 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Nachdem Oberst Knappe von Knappstädt bereits sein Regiment sehr erfolgreich geführt hatte, übernahm er nach der Einnahme von Chlum die Führung der 1. Garde-Infanteriebrigade, nachdem dessen Kommandeur, Oberst Hugo von Obernitz, schwer verwundet worden war. Oberst Knappe von Knappstädt führte die Brigade in der Schlacht weiterhin mit Erfolg.

Richard von Arnim
geboren am 10.08.1831 in Gerswalde
verstorben am 30.07.1901 in Frankfurt an der Oder

PLM am 17.09.1866 als Hauptmann und Chef 6. Kompanie / 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann von Arnim führte seine Kompanie mit ausgezeichneter Bravour gegen eine Schanze nördlich von Chlum und nahm dabei 5 feindliche Geschütze.

Karl Friedrich von Lobenthal
geboren am 06.10.1833 in Münster / Westfalen
verstorben am 03.12.1892 in Berlin / Preußen

PLM am 17.09.1866 als Hauptmann und Chef 7. Kompanie / 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann von Lobenthal führte seine Kompanie mit ausgezeichneter Bravour gegen die erste feindliche Position nordöstlich von Chlum. Bei den Gefechten wurde er selbst verwundet und unter ihm wurden zwei Pferde erschossen, trotzdem führte er seine Kompanie weiter und nahm mit ihr 9 feindliche Geschütze.

Julius von Löwenfeld
geboren am 14.09.1838 in Hamm / Westfalen
verstorben am 26.06.1916 in Naumburg an der Saale

PLM am 17.09.1866 als Premierleutnant und Kompaniechef im 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für seine stets gezeigte persönliche Tapferkeit im Feldzug in Böhmen. Er war stets an der Spitze seiner Kompanie zu finden. Bei Burkersdorf nahm er 120 Gefangene und in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 vier feindliche Geschütze.

Karl Wilhelm von Witzendorff
geboren am 25.04.1824 in Scharnebeck / Hannover
verstorben am 28.03.1891 in Göttingen

PLM am 17.09.1866 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabes des Kavalleriekorps der 1. Armee

Oberstleutnant von Witzendorff führte nicht nur die Geschäfte des Kavalleriekorps der 1. Armee mit großer Umsicht und Hingebung, sondern er beteilgte sich auch persönlich an den Aktionen einzelner Teile des Korps. Besonders in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 beteiligte er sich bei dem Vorführen der 2. leichten Brigade und richtigen Eingreifen der Regimenter und trug wesentlich zu dem siegreichen Ausgange bei. Beim Kavalleriegefecht befand sich Oberstleutnant von Witzendorff im dichtesten Handgemenge.

Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin
geboren am 05.03.1827 in Ludwigslust / Preußen
verstorben am 28.07.1879 in Heidelberg

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 2. Leichte Kavalleriebriagade / 2. Kavalleriedivision / Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin führte mit großer Bravour seine Brigade persönlich ins Gefecht und beteiligte sich selbst am Handgemenge.

Georg Graf von der Groeben
geboren am 16.06.1817 in Schrengen / Ostpreußen
verstorben am 25.01.1894 auf Gut Neudörfchen / Kreis Marienwerder / Ostpreußen

PLM am 17.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 3. Leichte Kavalleriebriagade / 2. Kavalleriedivision / Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von der Groeben griff mit einem Teil seiner Brigade mit Erfolg und großer Bravour feindliche Infanterie und Artillerie an. Die Infanterie wurde gesprengt, die Geschütze konnten eingenommen werden. Obwohl Graf von der Groeben eine Schußwunde erhalten hatte, führte er sein Kommando bis zum Ende der Schlacht fort.

Theophil von Podbielski
geboren am 17.10.1814 in Köpenick bei Berlin / Preußen
verstorben am 31.10.1879 in Berlin / Preußen

PLM am 18.09.1866 als Generalmajor und Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements und Generalquartiermeister der Armee

Die Verleihung erfolgte für den siegreich beendeten Krieg insgesamt, in dem Generalmajor von Podbielski die Funktion des Generalquartiermeisters der Armee übernommen hatte und in dieser wichtigen Stellung mit großer Umsicht, Sachkenntnis und einer rastlosen Tätigkeit mit zu den Erfolgen beigetragen hatte.

Alexander Friedrich von Medem
geboren am 12.02.1814 in Charlottenburg bei Berlin / Preußen
verstorben am 15.02.1879 in Dresden / Sachsen

PLM am 18.09.1866 als Oberst und Kommandeur 1. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 26 / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Oberst von Medem konnte sich durch Entschlossenheit und Umsicht beim Angriff des bewaldeten Berges südlich Benatek sowie in einem sehr kritischen Moment, als der Feind zum Angriff auf das im Rücken gelegene, obenbezeichnete Dorf vorging, dadurch auszeichen, daß er die dort befindlichen Abteilungen sammelte und dem Feinde entgegenführte, der hierdurch sowie durch das Eingreifen des II. Bataillons des 3. Magdeburgischen Infanterieregiments Nr. 66 in seiner rechten Flanke zurückgetrieben wurde. Hier wurde Oberst von Medem ein Pferd unter dem Leibe erschossen.

Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck
geboren am 03.12.1825 in Köln
verstorben am 17.12.1871 in Düsseldorf

PLM am 18.09.1866 als Hauptmann im 2. Rheinischen Infanterieregiment Nr. 28 / 15. Infanteriedivision / Elb-Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck führte unter Bewältigung mehrerer feindlicher Aufstellungen die Spitze der Umgehung der Division bis in das Dorf Stösser im Rücken des Feindes und nahm dadurch 1 Geschütz und ca. 260 Gefangene nebst 4 Offizieren.

Albrecht Prinz von Preußen
geboren am 08.05.1837 in Berlin / Preußen
verstorben am 13.09.1906 auf Schloß Kamenz / Niederschlesien

PLM am 19.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 1. Garde-Kavalleriebrigade / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für den siegreichen Feldzug in Böhmen, an dem Albrecht Prinz von Preußen besonders erfolgreich in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 gekämpft hatte.

Gustav von Stiehle
geboren am 14.08.1823 in Erfurt
verstorben am 15.11.1899 in Berlin / Preußen

PLM am 19.09.1866 als Oberst und Flügeladjutant des Preußischen Königs und attachiert dem Stab des Oberkommandos

Oberst von Stiehle war dem Stab des Oberkommandos attachiert und nahm bei der Elbarmee an deren Gefechten teil. Dabei zeichnete er sich besonders in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 beim Sturm auf Problus aus.

Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
geboren am 18.10.1831 in Potsdam / Preußen
verstorben am 15.06.1888 in Potsdam / Preußen

Kreuz und Stern des Ordens mit Bildnis Friedrich des Großen am 20.09.1866 als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreichen Ende des Krieges für den Feldzug in Böhmen.

Friedrich Karl Prinz von Preußen
geboren am 20.03.1828 in Berlin / Preußen
verstorben am 15.06.1885 in Klein Glienicke bei Potsdam / Preußen

Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen am 20.09.1866 als General der Kavallerie und Oberbefehlshaber 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die siegreiche Führung der 1. Armee im Feldzug in Böhmen.

Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen
geboren am 07.09.1811 in Krauchenwies
verstorben am 02.06.1885 in Sigmaringen

PLM am 20.09.1866 als General der Infanterie und Militärgouverneur der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen

Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen hatte kein direktes Frontkommando. Die Verleihung an ihn war der Lohn für seine Tätigkeit als Militärgouverneur der Rheinprovinz. Der König dankte ihm damit seinen Einsatz, die Provinz während des Krieges vor feindlichen Anfällen zu schützen.

Wilhelm August Johann von Pape
geboren am 27.01.1808 in Königsberg / Ostpreußen
verstorben am 05.09.1885 in Loschwitz bei Dresden / Sachsen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 1. Infanteriebrigade / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Pape konnte das Dorf Chlum behaupten und später das Dorf Rosberitz einnehmen. Diesen Angriff führte er persönlich unter heftigem Granat- und Kleingewehrfeuer an.

Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow
geboren am 02.08.1809 in Hohenwalde / Ostpreußen
verstorben am 24.05.1895 in Naumburg an der Saale

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 2. Infanteriebrigade / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866, in der Generalmajor von Barnekow die Reserve-Infanterie führte und sich an der Spitze seiner Truppen durch glänzende Tapferkeit und Energie auszeichnete.

Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe
geboren am 13.09.1829 in Danzig
verstorben am 28.01.1916 in Berlin

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann im 4. Ostpreußischen Grenadierregiment Nr. 5 / 2. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866. Nach dem Fall des Bataillonskommandeurs übernahm Hauptmann von der Mülbe das Kommando der 10. und 11. Kompanie und drang im heftigsten Kugelregen gegen eine bewaldete Höhe vor, die er nahm. Auch später leitete er das Gefecht dieser Kompanien mit Umsicht und großer Entschlossenheit. So wurde ihm die Deckung rückgängiger Truppen übertragen und er trug nicht wenig dazu bei, den aus dem Gefecht kommenden Abteilungen anderer Regimenter den geordneten Rückzug zu erleichtern, wobei er, keine Gefahr scheuend, persönlich das Feuer der vordersten Abteilungen leitete.

Ernst Heinrich Hagen
geboren am 19.05.1831 in Königsberg / Ostpreußen
verstorben am 18.11.1905 in Schönheide bei Spremberg / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Rittmeister und Eskadronchef im Litauischen Dragonerregiment Nr. 1 "Prinz Albrecht von Preußen" / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866. Trautenau rechts umgehend sah Rittmeister Hagen zwei feindliche Eskadrons die eigene debouchierende Infanterie bedrohen. Mit Energie stürzte er sich, seiner Eskadron weit voraus, in den Feind, durchbrach ihn und attackierte ihn kühn im Rücken zum zweiten Male.

Georg von Kameke
geboren am 14.04.1817 in Pasewalk / Preußen
verstorben am 12.10.1893 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Chef des Generalstabes II. Armeekorps / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für den siegreichen Feldzug in Böhmen, in dem sich Generalmajor von Kameke in seiner Funktion sehr bewährt hatte.

August von Werder
geboren am 12.09.1808 in Schloßberg / Ostpreußen
verstorben am 12.09.1887 auf Gut Prüssow / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Werder führte seine Division auf dem rechten Flügel, überschritt selbständig die Bistritz und nahm die Dörfer Dohalitzka und Morowous, und hielt dieselben mehrere Stunden lang gegen die feindliche Übermacht.

Ewald Karl Theodor von Keyserlingk
geboren am 20.09.1832 in Berlin / Preußen
verstorben am 30.12.1897 in Wiesbaden

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann und Bataillonsführer im Grenadierregiment "König Friedrich Wilhelm IV." (1. Pommersches) Nr. 2 / 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann von Keyserlingk übernahm in einem kritischen Moment, nachdem der Bataillonskommandeur schwer verwundet gefallen war, die Führung des Bataillons. Die Fahne ergreifend, gelang es ihm durch große Entschlossenheit, das Bataillon zum weiteren Avancieren zu bringen und bedeutende Erfolge über einen weit überlegenen Feind zu erzielen.

Wilhelm von Tümpling
geboren am 30.12.1809 in Pasewalk / Preußen
verstorben am 13.02.1884 auf Gut Thalstein bei Jena

PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Am 29. Juni kam die 5. ID zum ersten Male ins Feuer. Generalleutnant von Tümpling hatte 14.00 Uhr den Befehl erhalten, gegen das etwa 5 km entfernte Gitschin vorzugehen und im Verein mit der auf einer anderen Straße anrückenden 3. Infanteriedivision unter Generalmajor von Werder den Ort zu nehmen. Nachdem der Kampf mehrere Stunden gedauert hatte, schickte er sich an, durch energischen Angriff den Schlüsselpunkt der feindlichen Aufstellung zu gewinnen. Er war vom Pferde gestiegen, um persönlich zwei Kompanien des 2. Brandenburgischen Grenadierregiments Nr. 12 vorzuführen. Dabei wurde Generalleutnant von Tümpling im Oberschenkel von einer Gewehrkugel getroffen. Er mußte sich nach Görlitz zurückbringen lassen und den nachfolgenden Ereignissen auf dem Kriegsschauplatze fern bleiben. Seine Regimenter aber führten am 29. Juni den ihnen gewordenen Auftrag aus, im nächtlichen Kampfe nahmen sie Gitschin.

Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann
geboren am 04.08.1816 in Letzlingen / Preußen
verstorben am 17.02.1873 in Magdeburg

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Generalmajor von Schimmelmann führte seine in der Schlacht eigenständig auftretende Brigade sehr erfolgreich. Nach der Verwundung von Generalleutnant Tümpling griff Generalmajor Schimmelmann auch sehr erfolgreich in den Gesamtkampf um Gitschin ein.

Friedrich Wilhelm von Kamiensky
geboren am 31.12.1809 in Prenzlau / Preußen
verstorben am 11.05.1867 in Dresden / Sachsen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Generalmajor von Kamiensky führte seine Brigade in der Schlacht sehr erfolgreich auf dem rechten Flügel der Division. Nach der Verwundung von Generalleutnant von Tümpling übernahm er die Führung über die 5. ID und führte sie zum letzten erfolgreichen Sturm, der zur Einnahme von Gitschin in der Nacht führte.

Gustav Albert von Manstein
geboren am 24.08.1805 in Willnischken / Ostpreußen
verstorben am 11.05.1877 in Flensburg

Eichenlaub am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 6. Infanteriedivision / 1. Armee

Generalleutnant von Manstein führte die Reserve der 1. Armee und griff mit ihr entscheidend in die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 ein.

Kolmar von Debschitz
geboren am 09.12.1809 in Senditz / Niederschlesien
verstorben am 27.11.1878 in Görlitz / Niederschlesien

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 2. Brandenburgisches Grenadierregiment Nr. 12 "Prinz Karl von Preußen" / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Oberst von Debschitz nahm gegen starken Widerstand mit seinem Regiment das Dorf Ginolitz und behauptete es gegen wiederholtes Andringen des Feindes. Später wurde er mit seinem Regiment neu angesetzt und stürmte das Dorf Brada.

Hermann von Schkopp
geboren am 20.11.1833 in Breslau / Schlesien
verstorben am 07.07.1898 in Heidelberg

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann und Chef  5. Kompanie / 1. Posensches Infanterieregiment Nr. 18 / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. In ihr hatte Hauptmann von Schkopp mit seiner 5. Kompanie in den Felsen westlich Bresca die hartnäckigsten Kämpfe zu bestehen, vertrieb den überlegenen Feind aus den besten Stellungen, gewann den Kamm der Berge und hielt dort zwei anstürmenden feindlichen Bataillonen Stand.

Franz Offermann
geboren am 20.03.1835 in Sorau / Schlesien
seiner Verwundung erlegen am 20.09.1870 in Gorze bei Metz / Frankreich

PLM am 20.09.1866 als Premierleutnant und Chef 8. Kompanie / 1. Posensches Infanterieregiment Nr. 18 / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. In dieser drang Premierleutnant Offermann mit seiner 8. Kompanie in besonders schwierigen Momenten, wo Felsblöcke das Vordringen unmöglich zu machen schienen, trotz des heftigsten Feuers dem Feinde entgegen, seiner Kompanie voran. Nachdem er den sehr überlegenen Feind aus mehreren Stellungen vertrieben hatte, erkletterte er den höchsten Punkt, um seine Leute zu begeistern. Dabei wurde er schwer verwundet und stürzte von mehreren Kugeln getroffen. Die Kompanie drang indeß vorwärts.

Karl von Dieringhofen
geboren am 11.07.1817 in Küstrin / Preußen
verstorben am 04.04.1890 in Hannover

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 5. Brandenburgisches Infanterieregiment Nr. 48 / 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866.  Als drei feindliche Bataillone, denen zwei Bataillone als Reserve folgten, die 6. und 7. Kompanie des Regiments unter Befehl des Oberstleutnants von Wulffen angriffen, war Oberst von Dieringhofen im heftigsten Granat- und Gewehrfeuer bei den Kompanien und feuerte die Mannschaft zur festen und ruhigen Haltung an. Der feindliche Angriff wurde glänzend abgeschlagen. Das Abschlagen des Angriffs trug entscheidend mit zum Erfolg des Tages bei.

Georg Otto von Wulffen
geboren am 07.06.1813 in Breslau / Schlesien
verstorben am 09.06.1889 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberstleutnant und Kommandeur II. Bataillon / 5. Brandenburgisches Infanterieregiment Nr. 48 / 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866, in der Oberstleutnant von Wulffen sein Bataillon, bestehend nur noch aus der 6. und 7. Kompanie, in unausgesetztem Granatfeuer mit großer Kaltblütigkeit unaufhaltsam vorwärts bis zum Dorfe Diletz führte, bei dessen Einnahme er tätig eingriff und dort aus einer verdeckten Aufstellung durch das Schnellfeuer der beiden Kompanien den Angriff dreier österreichischer Bataillon ( II. und III. / 18 und III. / 45), welche den linken Flügel der diesseitigen Aufstellung durchbrechen wollten, so entschieden zurückwies, daß dieselben die in Reserve aufgestellten beiden Bataillone in ihrer Flucht mit fortrissen. Er hatte somit entscheidenden Einfluß auf den Erfolg des Tages.

Eduard von Fransecky
geboren am 16.11.1807 in Gedern / Hessen
verstorben am 22.05.1890 in Wiesbaden

PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihungen erfolgte für seinen Einsatz an der Spitze der 7. ID und deren Erfolge im Feldzug in Böhmen.

Paul von Krenski
geboren am 08.08.1827 in Frankestein / Schlesien
verstorben am 27.12.1885 in Rudolstadt

PLM am 20.09.1866 als Major i.G. und Generalstabsoffizier der 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, in der er seinem Divisionskommandeur wertvolle Dienste leistete in der zweckmäßigen Direktion der Kavallerie und Artillerie, da diese weit von der Infanterie entfernt waren, so daß seine Befehle sie nicht unmittelbar treffen konnten. Weiterhin trug er durch sein heroisches Beispiel und sein energisches Einschreiten mit dazu bei, daß der Rückzug der aus dem Walde verdrängten Abteilungen vorwärts Benatek sein Ende fand.

Julius von Schwarzhoff
geboren am 21.11.1812 in Darkehmen / Ostpreußen
verstorben am 18.09.1881 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 13. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, in der sich Generalmajor von Schwarzhoff besonders dadurch auszeichnen konnte, die nach einem schweren Waldgefecht aus dem Wald herausgedrängten Teile der 7. ID zu sammeln, zu ordnen und wieder verwendbar zu machen. Beim letzten Vorgehen der Division über die kahlen Höhenrücken bei Cistowes und Lipa führte er die Infanterie der Division,und griff, soweit sich noch Gelegenheit dazu fand, in das Gefecht zweckmäßig ein.

Helmuth von Gordon
geboren am 30.07.1811 in Kolberg / Westpreußen
verstorben am 26.12.1889 in Dresden / Sachsen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Gordon gelang es mit der Avantgarde, die Höhe bei Cistowes einzunehmen. Obwohl er im weiteren Verlauf des Gefechtes von der Division getrennt wurde konnte die Höhe gegen überlegene Angriffe verteidigt werden, bis sich durch das Eintreffen der 2. Armee die Lage entspannte.

Theodor Alexander von Schöler
geboren am 22.03.1807 in Potsdam / Preußen
verstorben am 23.08.1894 in Coburg / Bayern

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur  31. Infanteriebrigade / 16. Infanteriedivision / Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für den Feldzug in Böhmen. Generalmajor von Schöler führte in diesem die Avantgarde der Elbarmee und zeichnete sich durch seine siegreichen Erfolge in den beiden Gefechten bei Hünerwasser am 26. Juni, in den Gefechten bei Münchengrätz am 28. Juni und in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 besonders aus.

Julius von Bose
geboren am 12.09.1809 in Sangershausen / Preußen
verstorben am 22.07.1894 in Hasserode bei Wernigerode

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Podol am 26. Juni 1866. Unter Führung von Generalmajor von Bose gelang der preußischen Vorhut der 15. Infanteriebrigade in einem Nachtangriff die Einnahme von Podol. Der Brigadekommandeur stieg dabei vom Pferd und führte, mit einem Gewehr in der Hand, den Angriff zu Fuß.

Franz von Zychlinski
geboren am 27.03.1816 in Allenburg / Ostpreußen
verstorben am 17.03.1900 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 2. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 27 / 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

In der Schlacht von Münchengrätz am 28. Juni 1866 hatte Oberst von Zychlinski den speziellen Auftrag, mit dem II. und dem Füsilierbataillon seines Regiments den Muskyberg mit seinen steilen Felswänden zu erklimmen und den dort befindlichen Feind zurückzuwerfen. Dies gelang. In der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 hatte die Avantgarde, den Auftrag, von Cerekwitz über Benatek gegen Cistowes vorzugehen. Der mit sehr überlegenen Kräften besetzte Wald zwischen Benatek und Cistows wurde zwar von der Avantgarde im ersten Sturm genommen, um seine Behauptung mußte dann aber ununterbrochen sechs Stunden lang gekämpft werden, wobei sich Oberst von Zychlinski glänzend auszeichnete. Er wurde dabei verwundet und ein Pferd wurde unter seinem Leib erschossen.

Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
geboren am 27.03.1829 in Nakel / Posen
verstorben am 10.02.1871 in Rouen / Frankreich

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann und Chef 9. Kompanie / 2. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 27 / 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Hauptmann von Buddenbrock besetzte während der Schlacht mit seiner Kompanie eine für den Kampf des Regiments wichtige Stellung zwischen dem Swiepwalde und Cistowes und behauptete diese gegen weit überlegene feindliche Angriff. Er selbst wurde dabei schwer verwundet.

Georg von Wedell
geboren am 17.05.1820 in Augustwalde / Preußen
verstorben am 27.03.1894 in Leer / Ostfriesland

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 1. Thüringisches Infanterieregiments Nr. 31 / 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Die 8. Infanteriedivision war am Kampf um den Swiepwald beteiligt, wo ein Angriff von zwei österreichischen Armee-Korps aufgehalten warden konnte. Der Kampf um den Swiepwald war einer der Schlüsselpunkte in der Schlacht. In diesem Kampf hatte das Regiment einen Verlust von zehn Offizieren und 208 Soldaten. Es hatte sich unter Führung von Oberst von Wedell besonders im fünfstündigen Granatfeuer bei Ober-Wynalow ausgezeichnet.

Karl von Avemann
geboren am 12.04.1814 in Wiesbaden
verstorben a, 10.03.1891 in Erfurt

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 3. Thüringisches Infanterieregiments Nr. 71 / 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Podol am 26. Juni 1866. Oberst von Bose führte aus dem Biwak bei Preper seinem Brigadekommandeur aus eigenem Entschluß zwei Bataillone nach und führte sie selbst an der Spitze.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.11.14 (11:20)
August Louis Ferdinand Hensel
geboren am 05.07.1818 in Longwy / Frankreich
verstorben am 01.02.1886 in Boppard

PLM am 20.09.1866 als Major und Bataillonskommandeur im 4. Thüringischen Infanterieregiment Nr. 72 / 16. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. In dieser wurde er mit seinem Bataillon zur Unterstützung eines hart gedrängten Bataillons vom Infanterieregiment 27 in den Wald östlich der Straße Sadowa - Königgrätz entsendet. Er warf den Feind wieder aus dem Wald zurück, degagierte das gedrängte Bataillon und verstand es, während eines vierstündigen sehr heftigen Granatfeuers den Wald gegen die Angriffe eines mindestens fünffach überlegenen Feindes zu behaupten. Erkennend, daß in der Erhaltung der beiden Waldspitzen östlich und westlich der Königgrätzer Chaussee die günstige Entscheidung der Schlacht liege, hielt er den Waldteil und es gelang ihm ferner, durch eigene hartnäckige Angriffe 12 Offiziere und 900 Mann des Feindes zu Gefangenen zu machen.

Karl von Hymmen
geboren am 15.01.1824 im Haus Hain bei Düsseldorf
verstorben am 28.03.1897 in Wiesaden

PLM am 20.09.1866 als Major und Chef 3. Eskadron / Magdeburgisches Husarenregiment Nr. 10 / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Blumenau am 22. Juli 1866, in der Major von Hymmen in der Attacke auf eine feindliche Ulanen-Eskadron hervorragende persönliche Bravour bewies und seine Eskadron sehr geschickt führte. Obwohl er von einem gegnerischen Offizier, den er herunterstach, durch einen Säbelhieb im Gesicht verwundet wurde und stark blutete, gab er die Führung nicht ab. Schon zuvor hatte sich Major von Hymmen als Avantgarden-Offizier vielfach ausgezeichnet. Alle Aufträge zur Aufklärung des Feindes, zur Herstellung der Verbindung mit den Nebendivisionen, oft unter sehr schwierigen Verhältnissen, hatte er gründlich und glücklich gelöst.

Ludwig von Wittich
geboren am 15.10.1818 in Münster / Westfalen
verstorben am 02.10.1884 in auf seinem Landsitz Siede in der Neumark

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Chef des Generalstabes  V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für seine Verdienste als Chef des Generalstabes des V. Armeekorps während des Feldzuges in Böhmen. Oberst von Wittich konnte sich dabei mehrfach als wertvolle Stütze seines Kommandierenden Generals erweisen.

Julius Ludwig von Löwenfeld
geboren am 31.01.1808 in Leeden
verstorben am 29.06.1880 in Potsdam / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Nachod am 27. Juni 1866. An diesem Tag führte Generalmajor von Löwenfeld die Avantgarde des V. Armeekorps. Er ermöglichte mit seinem mutigen Vorgehen und dem folgenden mehrstündigen zähen Widerstand das leichtere Debouchieren des Korps.

Karl Rudolf von Ollech
geboren am 22.06.1811 in Graudenz
verstorben am 25.10.1884 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 17. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Nachod am 27. Juni 1866. Generalmajor von Ollech warf den heftigen Angriff des Feindes auf den linken Flügel mit großer Energie zurück, wobei er schwer verwundet wurde.

Hugo von Kirchbach
geboren am 23.05.1809 in Neumarkt
verstorben am 06.10.1887 in Niesky

PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für den Feldzug in Böhmen. Generalleutnant von Kirchbach hatte sich besonders an den Schlachttagen vom 27. und 28 Juni, und in den Gefechten vom 29. und 30. Juni 1866 ausgezeichnet, in denen er seine Division mit Besonnenheit und persönlicher Tapferkeit gegen den Feind führte.

Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz
geboren am 09.04.1814 in Höxter
verstorben am 02.02.1902 in Montreux / Schweiz

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 2. Westpreußisches Königs-Grenadierregiment Nr. 7 / 18. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866. In dieser kämpfte das Königs-Grenadierregiment Nr. 7 unter der energischen und umsichtigen Führung von Oberst von Voigts-Rhetz besonders erfolgreich.

Leopold von Kaisenberg
geboren am 01.09.1833 in Uder bei Heiligenstadt
seiner Verwundung erlegen am 04.09.1870 in Altenstadt bei Weißenburg / Elsaß

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann im 2. Westpreußischen Königs-Grenadierregiment Nr. 7 / 18. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866. Obwohl Hauptmann von Kaisenberg am Vortag am Kopf verwundet worden war, führte er mit großer Energie und Bravour ein Halbbataillon in der Richtung auf den Bahnhof von Skalitz. Dieser Angriff trug wesentlich zum entscheidenden Erfolg bei.

Ferdinand Adolf Eduard von Below
geboren am 04.07.1812 in Königsberg / Ostpreußen
verstorben am 21.10.1870 in Pont-á-Mousson / Frankreich

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur Westfälisches Füsilierregiment Nr. 37 / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In ihr führte Oberst von Below die Avantgarde. Er behauptete sich mit großer Bravour und Hartnäckigkeit bis zur Ankunft von Verstärkung.

Walther von Monbary
geboren am 19.04.1815 in Krummenort / Ostpreußen
verstorben am 25.01.1892 in Potsdam / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 1. Niederschlesisches Infanterieregiment Nr. 46 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In dieser führte Oberst von Monbary sein Regiment in vorderster Linie mit großer persönlicher Tapferkeit. Unter ihm wurde sein Pferd erschossen und selbst als er am Kopf verwundet wurde, gab er die Führung nicht ab.

Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann
geboren am 26.07.1843 in Bromberg
verstorben am 18.11.1906 in Halle an der Saale

PLM am 20.09.1866 als Sekondeleutnant im 2. Niederschlesischen Infanterieregiment Nr. 47 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Skalitz am 28. Juni 1866. Sekondeleutnant Hoffmann erklomm beim Sturm auf den Bahnhof bei Skalitz als erster mit seinem Pferd den steilen Eisenbahndamm und übersprang dann eine 2 1/2 Fuß hohe Barriere, hinter der die feindlichen Schützen Deckung genommen hatten.

Bruno von Francois
geboren am 29.06.1818 in Magdeburg
gefallen am 06.08.1870 in Spicheren / Frankreich

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 3. Posensches Infanterieregiment Nr. 58 / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Oberst von Francois deckte mit fünf Halbbataillonen seiner Halbbrigade den linken Flügel der ganzen Gefechtsaufstellung und hielt denselben gegen wiederholte Angriffe weit überlegener Kräfte trotz des sehr bedeutenden Verlustes durch Granat- und Gewehrfeuer mit großer Zähigkeit fest und ermöglichte dadurch den Aufmarsch der 10. Division auf dem rechten Flügel, wodurch der günstige Ausgang der Schlacht erzielt wurde.

Emil Julius von Tresckow
geboren am 21.05.1810 in Potsdam / Preußen
verstorben am 18.07.1905 in Quedlinburg

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. In dieser führte Oberst von Tresckow sein Regiment mit großer Bravour in die feindlichen Kürassoere, wurde im Handgemenge zwei Mal verwundet und mußte in Folge dessen das Schlachtfeld verlassen.

Fedor von Bercken
geboren am 10.04.1837 in Mühlhausen
verstorben 26.12.1913 auf dem Gut Ganglau bei Allenstein / Ostpreußen

PLM am 20.09.1866 als Premierleutnant und Chef 3. Eskadron / Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Dabei führten die 3. und 4. Eskadron des Westpreußischen Ulanenregiments Nr. 1 eine Attacke gegen vier österreichische Geschütze auf einer Höhe nördlich von Wisokow. Während die 4. Eskadron zwei Geschütze erbeutete, verfolgte Premierleutnant von Bercken mit seiner 3. Eskadron die übrigen Geschütze und zwang sie schließlich zum Stehenbleiben.


Wolfgang von Schaubert
geboren am 02.08.1841 in Gossendorf bei Neumarkt / Schlesien
verstorben am 25.02.1902 in Obernigk / Posen

PLM am 20.09.1866 als Premierleutnant und Chef 3. Eskadron / Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Dabei führten die 3. und 4. Eskadron des Westpreußischen Ulanenregiments Nr. 1 eine Attacke gegen vier österreichische Geschütze auf einer Höhe nördlich von Wisokow. Während die 4. Eskadron die übrigen Geschütze nach der erfolgreichen Attacke verfolgte und schließlich zum Stehen zwang, konnte Sekondeleutnant von Schaubert mit seiner 3. Eskadron noch während der Attacke zwei der gegnerischen Geschütze mit Bespannung seinem Regiment zuführen. Er hatte sich bereits vorher auszeichnen können, als er in dem Handgemenge bei der ersten Kavallerieattacke am 27. Juni den bereits verwundeten Generalmajor von Wnuck durch seine Geistesgegenwart gerettet hatte, indem er, als ein österreichischer Offizier gegen den General anritt, hinzueilte und diesen Offizier niederschoß.

Ferdinand von Prondzynski
geboren am 26.11.1804 in Graudenz
verstorben am 26.02.1871 in Köpenick bei Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 12. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Obgleich die 12. Infanteriedivision nur 6 Bataillone, 4 Eskadrons und 2 Batterien stark war, sicherte sie nicht bloß die linke Flanke gegen Josefstadt, sie griff auch rechtzeitig in das Gefecht ein und trug durch die Wegnahme der Trotina-Mühle, eines Teils von Sendraschütz, von Lochenitz und der östlichen Hälfte von Sweti wesentlich zu den glücklichen Erfolgen auf dem linken Flügel der Schlacht bei. Sie verdankt dies der geschickten, selbständigen Leitung des Generals von Prondzynski.

Ludwig Freiherr von Dalwig
geboren am 24.04.1843 in Neustadt / Oberschlesien
verstorben am 10.06.1888 in Görlitz / Niederschlesien

PLM am 20.09.1866 als Sekondeleutnant und Zugführer in der 6. Kompanie / Schlesisches Füsilierregiment Nr. 38 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Sekondeleutnant von Dalwig führte den dritten Zug der 6. Kompanie seines Regiments, der zur Verbindung mit dem I. Bataillon, nachdem der hohe Wald passiert war, aufgelöst wurde. Durch Schnellfeuer in Verbindung mit der 5. Kompanie vertrieb er die in den kleinen Waldparzellen westlich des hohen Waldes sich postierten österreichischen Abteilungen und machte hierbei 100 Gefangene. Gegen die Batterie Prohaska, welche auf der Skalitz - Zlicer Chaussee aufgefahren war, ging er mit seinem Zuge, obgleich 800 Schritt entfernt, vor und trotz des heftigen Granat- und Kartätschfeuers, durch welches er 16 Mann seines Zuges verlor, blieb er im Vorrücken. Auf 160 Schritt an die Batterie herangekommen, ließ er auf die sich jetzt zeigende Artilleriebedeckung vom Regiment Nassau Schnellfeuer eröffnen, vereinigte sich dann mit den Schützenschwärmen des I. Bataillons und erreichte zuerst das auf dem rechten Flügel stehende feindliche Geschütz.

Wilhelm von Krane
geboren am 16.02.1844 in Meschede
verstorben am 08.12.1878 in Görlitz / Niederschlesien

PLM am 20.09.1866 als Sekondeleutnant und Zugführer in der 6. Kompanie / Schlesisches Füsilierregiment Nr. 38 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Sekondeleutnant von Krane war mit seinem Zug am Sturm von Sekondeleutnant von Dalwig auf die österreichischen Geschütze beteiligt und zeichnete sich an deren anschließender Behauptung aus, als von den österreichischen Jägern wiederholt Versuche gemacht wurden, die Geschütze wieder zu nehmen. Sein Zug verlor 10 Mann. Leutnant von Krane gab ein vortreffliches Beispiel von kaltblütiger Ruhe und hoher Bravour.

Maximilian von Versen
geboren am 30.11.1833 in Wurchow / Pommern
verstorben am 07.10.1893 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann i.G. und Generalstabsoffizier bei der Kavalleriedivision der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für Verfolgungsgefechte Mitte 1866 nach der siegreichen Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.  Am 14. Juli war Hauptmann von Versen entsandt worden, um den Feind zu rekognoszieren. Er schloß sich dabei der 2. Eskadron des 1. Leibhusarenregiments bei Wrahowitz an und attackierte 2 Eskadrons sächsischer Reiter, hieb mehrere Gegner nieder und machte zwei Beutepferde. Am 15. Juli war Hauptmann von Versen nach Tobitschau entsandt worden, um das Gefecht um das Defilé nach Traubeck zu beobachten. Er griff leitend in das Gefecht zweier Kompanien des 43. Infanterieregiments ein, förderte es in tätigster Weise und machte persönlich mehrere Gefangene. Am Nachmittage desselben 15. Juli hatte er den Auftrag erhalten, das 1. Treffen der auf Dluhonitz vorgegangenen Husarenbrigade zu dirigieren. Er machte neben dem Regimentskommandeur des Landwehr-Huasenregiments die Attacke auf ein feindliches Bataillon mit, das gesprengt wurde, und tat alles um die Landwehr-Husaren nachher zu sammeln und sie gegen die österreichischen Haller-Husaren zu führen, die gegen ihre Flanke anritten".

Maximilian Karl Friedrich Albert von Bredow
geboren am 15.01.1817 in Landin / Havelland
verstorben am 28.10.1893 in Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberstleutnant und Kommandeur Westpreußisches Kürassierregiment Nr. 5 / Kavalleriedivision der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Dub am 15. Juli 1866. In diesem attackierte Oberstleutnant von Bredow an der Spitze der 2. Eskadron eine feuernde Batterie und nahm mit derselben und anderen Abteilungen des Regiments 18 feindliche Geschütze und 7 Wagen.

Hans Alexis Schach von Wittenau
geboren am 10.12.1830 in Düben
verstorben am 19.10.1910 in Naumburg an der Saale

PLM am 20.09.1866 als Rittmeister und Chef  2. Eskadron / Westpreußisches Kürassierregiment Nr. 5 / Kavalleriedivision der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Dub am 15. Juli 1866. Rittmeister Schach von Wittenau führte mit seiner Eskadron gemeinsam mit dem Regimenskommandeur Oberstleutnant von Bredow eine Attacke gegen eine aus 20 gezogenen Geschützen mit Granaten und Kartätschen feuernde Batterie. Der Erfolg waren 18 erbeutete Geschütze sowie 7 Munitionskarren und 2 Offiziere, 4 Unteroffiziere, 123 Gemeine an Gefangenen.

Ferdinand von Glasenapp
geboren am 02.04.1814 Zewelin bei Cöslin
verstorben am 15.01.1886 in Stolp / Pommern

PLM am 20.09.1866 als Oberst z.D. und Kommandeur 2. Landwehr-Husarenregiment / 10. Kavalleriebrigade / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps

Am 15. Juli nachmittags 5 Uhr ging das 2. Landwehr-Husarenregiment gegen Prerau vor und griff gegen 6 Uhr zwischen Rokeitnitz und Dlubowitz feindliche Infanterieabteilungen, welche Kompaniekarrees formierten, eskadronsweise an. An der Spitze der 1. Eskadron drang Oberst von Glasenapp in ein solches Karree ein. Von allen vier Eskadrons wurden über 200 Mann vom Regiment Giulay mit 5 Offizieren gefangen. Hierauf schnitten die Husaren einen Teil der feindlichen Bagage ab, als sich feindliche Kavallerie zeigte. Oberst von Glasenapp sammelte schnell die Mannschaften der 1., 2. und 3. Eskadron und nahm den Angriff mehrerer Eskadrons Haller-Husaren an. Trotz lebhaften Kampfes wurden die Landwehrhusaren zurückgedrängt. Oberst von Glasenapp hatte sich zuerst in den Feind gestürzt, wurde schwer verwundet und fiel in die Hände des Feindes.

Ludwig von Schlotheim
geboren am 22.08.1818 Sondershausen
verstorben am 07.04.1889 in Kassel

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Chef des Generalstabes der Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für seine Verdienste während des gesamten Feldzuges, Er hatte entscheidenden Anteil an den Erfolgen der Elbarmee. Er hatte sich in den Gefechten bei Hünerwasser und Münchengrätz, ganz besonders aber in der Schlacht von Königgrätz hervorgehoben

Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel
geboren am 30.06.1812 in Berlin / Preußen
verstorben am 06.05.1880 in Kassel

PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalleutnant Graf von Munster-Meinhövel stürmte mit seiner Division das Dorf Problus und die danebenund dahinter liegenden Höhen und Wälder. Er trug dadurch wesentlich zum Sieg bei.

Emil von Schwartzkoppen
geboren am 15.01.1810 in Obereimer
verstorben am 05.01.1878 in Stuttgart

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 27. Infanteriebrigade / 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Schwartzkoppen führte seine Brigade erfolgreich bei der Einnahme von Problus.

Wilhelm von Hiller
geboren am 20.07.1806 in Korkenhagen / Pommern
verstorben am 01.04.1898 in Groß Lichterfeld bei Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 28. Infanteriebrigade / 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalmajor von Hiller führte seine Brigade erfolgreich bei der Einnahme von Problus.

Philipp Carl von Canstein
geboren am 04.02.1804 in Eschwege
verstorben am 05.11.1877 in Kassel

Eichenlaub zum PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 15. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Generalleutnant von Canstein nahm mit seiner Division die bewaldeten Höhen von Neu-Prim und die Dörfer Neu-, Ober- und Nieder-Prim.

Alexander von Kraatz-Koschlau
geboren am 12.02.1817 in Wunneschin / Pommern
verstorben am 12.09.1897 in Friedenau bei Berlin / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Chef des Generalstabes der Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für seinen Anteil am erfolgreichen Main-Feldzug.

August Karl von Goeben
geboren am 10.12.1816 in Stade
verstorben am 13.11.1880 in Koblenz

Eichenlaub zum PLM am 20.09.1866 als Generalleutnant und Kommandeur 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für seinen Anteil am erfolgreichen Main-Feldzug, in dem Generalleutnant von Goeben mit seiner 13. ID stets die Spitze der Mainarmee bildete.

Ferdinand von Kummer
geboren am 11.04.1816 in Szelekewo / Posen
verstorben am 03.05.1900 in Hannover

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 25. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für seinen Anteil am erfolgreichen Main-Feldzug, in dem sich Generalmajor von Kummer an der Spitze seiner Brigade mehrfach bewähren konnte.

Karl von Wrangel
geboren am 28.09.1812 in Konigsberg / Ostpreußen
verstorben am 28.11.1899 in Sproitz

PLM am 20.09.1866 als Generalmajor und Kommandeur 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für seinen Anteil am erfolgreichen Main-Feldzug, in dem sich Generalmajor von Wrangel an der Spitze seiner Brigade mehrfach bewähren konnte.

Adolf des Barres
geboren am 16.09.1814 in Neuwied
verstorben am 31.12.1873 in Bromberg / Posen

PLM am 20.09.1866 als Oberstleutnant und Kommandeur I. Bataillon / 2. Schlesischen Grenadierregiment Nr. 11 / 2. kombinierte Infanteriebrigade / kombinierte Division "von Flies"

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866. Oberstleutnant des Barres nahm mit seinem Bataillon das Gebüsch vor Merxleben und hielt es danach für einige Stunden. Als er beim Rückzug von überlegener Kavallerie angefallen wurde, lehnte er die Aufforderung, sich mit dem Bataillon zu ergeben, ab. Er schlug vier Kavallerieattacken ab und konnte sein Bataillon und die Fahne, wenn auch mit Verlusten, zurückführen. Der feindlichen Kavallerie wurden dabei bedeutende Verluste zugefügt.

Kuno Freiherr von der Goltz
geboren am 05.02.1817 in Wilhelmsthal / Ostpreußen
verstorben am 29.10.1897 in Eisbergen / Westfalen

Eichenlaub zum PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 2. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 15 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für seinen Anteil am erfolgreichen Main-Feldzug. Besonders hervorgetan hatte sich Oberst von der Goltz dabei am 10. Juli 1866, als er selbständig und siegreich das Gefecht bei Friedrichshall führte. Am 13. Juli konnte er bei Lausach durch einen Offensivstoß vom rechten Flügel her ebenfalls wesentlich zum Erfolg beitragen.

Adolf von Hoffmüller
geboren am 30.09.1829 in Ziegenhagen / Pommern
verstorben am 19.09.1886 in auf Schloß Falkenwalde / Pommern

PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Chef 12. Kompanie / 2. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 15 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für den Kampf um Aschaffenburg am 14. Juli 1866. Hauptmann von Hoffmüller ging mit seiner Kompanie über den Bahnhof hinaus vor und nahm mit seinem 7. Zug zwei von österreichischen Jägern besetzte Häuser. Auf dem Bahnhof die beiden anderen Züge unter Premierleutnant Müller zurücklassend, bahnte er sich mit dem 7. Zuge einen Weg durch die nächstliegenden Gärten, überstieg unter feindlichem Feuer vermittelst Leitern eine Garten-, sodann die Stadtmauer und stürzte sich mit der blanken Waffe auf die heftig feuernden Jäger, diese zurückwerfend. So eröffnete er den Eingang zur Stadt von der Eisenbahn her. Der Zug drang im Laufschritt bis zum Schloß vor, machte dort ca. 60 Gefangene und setzte, verstärkt durch 1 Offizier und 15 Mann des IR 15, seinen Lauf bis an die Mainbrücke fort, wo er, gemeinsam mit zwei Kompanien des IR 13, zuerst ankam.

Ludwig von Cranach
geboren am 07.08.1818 auf Gut Craazen / Preußen
verstorben am 15.09.1894 in Seehof bei Teltow / Preußen

PLM am 20.09.1866 als Oberstleutnant und Kommandeur Füsilierbataillon / 1. Rheinisches Infanterieregiment Nr. 25 / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Kissingen am 10. Juli 1866. Beim Vorgehen des Korps Manteuffel auf Kissingen wurde Oberstleutnant von Cranach mit seinem Füsilierbataillon zur Degagierung der bei Friedrichshall und Hausen fechtenden Avantgarde auf Waldaschach detachiert. Er griff dies Dorf mit Energie an, warf den weit stärkeren Feind über die Saale und setzte sich so mit der Avantgarde in Verbindung. Seinen guten energischen Anordnungen ist es größtenteils zuzuschreiben, daß die Wegnahme des Ortes mit geringem Verlust stattgefunden hat.

Hugo von Thile
geboren am 22.11.1817 in Neiße / Oberschlesien
verstorben am 07.12.1894 in Hannover

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur  Magdeburgisches Füsilierregiment Nr. 36 / 2. kombinierte Infanteriebrigade / kombinierte Division "von Flies" Korps "Manteuffel" / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für die Gefechte bei Uettingen und Roßbrunn am 26. Juli 1866, in denen Oberst von Thile, trotz eigener Erkrankung, sein Regiment gegen den weit überlegenen Feind zum siegreichen Sturm auf die sehr starke Position der bayerischen Armee führte.

Johann Christian Alexander Stoltz
geboren am 19.11.1810 in Cosel / Oberschlesien
verstorben am 06.01.1897 in Bonn

PLM am 20.09.1866 als Oberst und Kommandeur 6. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 55 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Tauberbischofsheim am 24. Juli 1866. In dieser konnte Oberst Stoltz mit 4 1/2 Bataillonen in einem fünfstündigen Kampf die stets wiederholten Angriffe, erst der ganzen Württembergischen, dann der kombinierten Österreichisch-Nassauschen Division, welche durch das Feuer von 4 gezogenen Batterien unterstützt wurden, kräftig zurückweisen. Er trug damit wesentlich zum Gesamterfolg bei.

Ludwig Hugo von Below
geboren am 27.10.1824 in Neumarkt / Niederschlesien
verstorben am 21.07.1905 in Oberstdorf / Bayern

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann und Kompaniechef im 6. Westfälischen Infanterieregiment Nr. 55 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Tauberbischofsheim am 24. Juli 1866. Als nach der Einnahme der Stadt der Feind gegen die nur mit drei Kompanien besetzte Stadtlisiere mit Kolonnen einen zweimaligen Offensivstoß machte, führte Hauptmann von Below seine Kompanie aus Deckungen zu Salven auf die unter Gewehr- und Grantfeuer liegende Brücke. Die gute Haltung der Kompanie wie die wohlgezielt abgegebenen Salven trugen nicht bloß dazu bei, daß diese Offensivstöße abgeschlagen wurden, sondern machten die späteren auch unsicher und schwankender.

Rudolf Maximilian Coester
geboren am 10.04.1818 in Schönbankwitz
verstorben am 25.10.1890 in Wiesbaden

PLM am 20.09.1866 als Hauptmann und Batteriechef im Westfälischen Feldartillerieregiment Nr. 7 / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Tauberbischofsheim am 24. Juli 1866. Hauptmann Coester hatte mit nur 5, später mit 4 Geschützen gegen vier gezogene feindliche Batterien bis zum Abend gekämpft und gleichzeitig feindlichen Kolonnen großen Schaden zugefügt.

König Wilhelm von Preußen
geboren am 22.03.1797 in Berlin / Preußen
verstorben am 09.03.1888 in Berlin / Preußen

Kreuz und Stern des Ordens mit Bildnis Friedrich des Großen am 11.11.1866 als König von Preußen und Oberster Kriegsherr

König Wilhelm legte den Orden an nach dem siegreich beendeten Krieg und in Anerkennung der Taten seiner Armee.

Otto von Tiedemann
geboren am 17.10.1811 in Konigsberg / Ostpreußen
verstorben am 14.04.1892 in Dresden / Sachsen

PLM am 30.12.1866 als Generalmajor und Kommandeur 19. Infanteriebrigade / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Generalmajor von Tiedemann hatte mit seiner Brigade am 27. Juni 1866 in der Schlacht bei Nachod gekämpft, wo er sie in einem fünfstündigem Kampf persönlich geführt hatte. In der Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866 hatte Tiedemann das Grenadierregiment Nr. 6 persönlich zum Sturm auf die Höhen nördlich der Stadt und auf diese selbst geführt. Im Gefecht bei Schweinschädel am 29. Juni 1866 war die 19. Infanteriebrigade nahezu die einzig kämpfende preußische Infanterieeinheit. Auch diesen Kampf hatte Generalmajor von Tiedemann sehr erfolgreich geführt, wodurch der weitere Vormarsch ermöglich wurde.

Hans Wilhelm Chorus
geboren 16.11.1842 in Berlin / Preußen
verstorben am 19.02.1905 in Schöneberg bei Berlin / Preußen

PLM am 15.01.1867 als Sekondeleutnant und Zugführer im 2. Garde-Regiment zu Fuß / / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz. Sekondeleutnant Chorus war an der Erstürmung des Dorfes Horenowes mit Auszeichnung beteiligt. Anschließend nahm er mit seinem Zug das südlich davon gelegene Gebüsch, ging allein mit seinem Zug in die Gegend zwischen Rosberitz und Redelist vor, die abgeschlagene Attacke des 2. Dragoner-Regiments dort degagierend und stürzte sich auf eine große feuernde Batterie, welche den Anmarsch der Division auf Chlum und Rosberitz bestrich. Dabei erhielt er noch 20 Schritt vor den Mündungen der Geschütze eine Kartätschlage und nahm die 4 rechten Flügelgeschütze, während die anderen einer herbeieilenden Kompanie des 3. Garde-Regiments zu Fuß in die Hände fielen.

Ewald Gallus
geboren am 22.03.1826 in Luckau / Lausitz
am 18.10.1870 in Gorze bei Metz seiner erlittenen Verwundung erlegen

PLM am 15.01.1867 als Hauptmann und Chef der 5. 4pfündigen Batterie / Pommersches Feldartillerieregiment Nr. 2 / 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. In dieser erwies Hauptmann Gallus bei der Führung seiner Batterie im sehr überlegenen feindlichen Feuer Umsicht, Unerschrockenheit und Entschlossenheit. Er gab seinen Leuten ein Beispiel an Tapferkeit. Obwohl über die Hälfte der in der Stellung befindlichen Pferde und ungefähr die Hälfte der darin tätigen Mannschaften verloren war, hörte Gallus nicht auf, das erfolgreiche Feuer mit seiner Batterie fortzusetzen.

Theodor Bloch von Blottnitz
geboren am 06.06.1825 in Hünern an der Weide / Schlesien
verstorben am 04.11.1910 in Potsdam / Preußen

PLM am 15.01.1867 als Hauptmann und Chef der 3. 4pfündigen Batterie / Schlesisches Feldartillerieregiment Nr. 6 / kombinierte Division "von Flies"

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866. In dieser stand Hauptmann von Blottnitz mit seiner Batterie im Feuer gegen die feindliche Artillerie, als er im Rücken von einer Eskadron Kavallerie angegriffen wurde. Er machte Kehrt, schlug die Kavallerie durch Kartätschschläge ab, drehte daraufhin seine Geschütze wieder um und setzte das Feuer gegen die feindliche Artillerie fort. Damit trug er wesentlich dazu bei, eine vollständige Auflösung der eigenen Truppen zu verhindern.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.11.14 (11:27)
Zeitliche Übersicht über die Verleihungen des "Pour le Mérite" und des dazugehörigen Eichenlaubes für den Deutsch-Deutschen Krieg im Jahr 1866 (= 124 Verleihungen / 121 Namen)

29.06.1866   Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
28.07.1866   Karl Prinz von Preußen
28.07.1866   Ludwig von Mutius
31.07.1866   Albrecht Prinz von Preußen
31.07.1866   Adalbert Prinz von Preußen
02.08.1866   Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
03.08.1866   Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen (Eichenlaub)
03.08.1866   August Prinz von Württemberg
04.08.1866   König Wilhelm von Preußen (Eichenlaub)
07.08.1866   Edwin von Manteuffel
09.08.1866   Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
11.09.1866   Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
12.09.1866   Hugo von Pogrell
16.09.1866   Oskar von Sperling
16.09.1866   Heinrich von Zastrow
16.09.1866   Louis von Hanenfeldt
16.09.1866   Otto von Hoffmann
16.09.1866   Paul Baumeister
16.09.1866   Rudolf von Berken
16.09.1866   Hermann von Wichmann
16.09.1866   Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
16.09.1866   Adalbert von Barby
17.09.1866   Leonhard von Blumenthal (Eichenlaub)
17.09.1866   Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel
17.09.1866   Ernst von Unger
17.09.1866   Albrecht von Stosch
17.09.1866   Ernst von der Burg
17.09.1866   Carl Heinrich von Wnuk
17.09.1866   Ferdinand von Dannenberg
17.09.1866   Hugo von Obernitz
17.09.1866   Constantin von Alvensleben
17.09.1866   Bernhard von Kessel
17.09.1866   Ewald von Kleist
17.09.1866   Oskar Graf von Schlieffen
17.09.1866   Alexander August Wilhelm von Pape
17.09.1866   Viktor von Erckert
17.09.1866   Oktavio Philipp von Böhn
17.09.1866   Bernhard von Werder
17.09.1866   Ulrich Ernst von Schlichting
17.09.1866   Julius Knappe von Knappstädt
17.09.1866   Richard von Arnim
17.09.1866   Karl Friedrich von Lobenthal
17.09.1866   Julius von Löwenthal
17.09.1866   Karl Wilhelm von Witzendorff
17.09.1866   Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin
17.09.1866   Georg Graf von der Groeben
18.09.1866   Theophil von Podbielski
18.09.1866   Alexander von Medem
18.09.1866   Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck
19.09.1866   Albrecht Prinz von Preußen
19.09.1866   Gustav von Stiehle
20.09.1866   Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen)
20.09.1866   Friedrich Karl Prinz von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen)
20.09.1866   Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen
20.09.1866   Wilhelm August Johann von Pape
20.09.1866   Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow
20.09.1866   Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe
20.09.1866   Ernst Heinrich Hagen
20.09.1866   Georg von Kameke
20.09.1866   August von Werder
20.09.1866   Ewald von Keyserlingk
20.09.1866   Wilhelm von Tümpling
20.09.1866   Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann
20.09.1866   Friedrich Wilhelm von Kamiensky
20.09.1866   Gustav Albert von Manstein (Eichenlaub)
20.09.1866   Kolmar von Debschitz
20.09.1866   Hermann von Schkopp
20.09.1866   Franz Offermann
20.09.1866   Karl von Dieringhofen
20.09.1866   Georg Otto von Wulffen
20.09.1866   Eduard von Fransecky
20.09.1866   Paul von Krenski
20.09.1866   Julius von Schwarzhoff
20.09.1866   Helmuth von Gordon
20.09.1866   Theodor Alexander von Schöler
20.09.1866   Julius von Bose
20.09.1866   Franz von Zychlinski
20.09.1866   Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
20.09.1866   Georg von Wedell
20.09.1866   Karl von Avemann
20.09.1866   August Louis Ferdinand Hensel
20.09.1866   Karl von Hymmen
20.09.1866   Ludwig von Wittich
20.09.1866   Julius Ludwig von Löwenfeld
20.09.1866   Karl Rudolf von Ollech
20.09.1866   Hugo von Kirchbach
20.09.1866   Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz
20.09.1866   Leopold von Kaisenberg
20.09.1866   Ferdinand Adolf Eduard von Below
20.09.1866   Walther von Monbary
20.09.1866   Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann
20.09.1866   Bruno von Francois
20.09.1866   Emil Julius von Tresckow
20.09.1866   Fedor von Bercken
20.09.1866   Wolfgang von Schaubert
20.09.1866   Ferdinand von Prondzynski
20.09.1866   Ludwig Freiherr von Dalwig
20.09.1866   Wilhelm von Krane
20.09.1866   Maximilian von Versen
20.09.1866   Hans Alexis Schach von Wittenau
20.09.1866   Ferdinand von Glasenapp
20.09.1866   Ludwig von Schlotheim
20.09.1866   Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel
20.09.1866   Emil von Schwartzkoppen
20.09.1866   Wilhelm von Hiller
20.09.1866   Philipp Carl von Canstein (Eichenlaub)
20.09.1866   Alexander von Kraatz-Koschlau
20.09.1866   August Karl von Goeben (Eichenlaub)
20.09.1866   Ferdinand von Kummer
20.09.1866   Karl von Wrangel
20.09.1866   Adolf des Barres
20.09.1866   Kuno Freiherr von der Goltz (Eichenlaub)
20.09.1866   Adolf von Hoffmüller
20.09.1866   Ludwig von Cranach
20.09.1866   Hugo von Thile
20.09.1866   Johann Christian Alexander Stoltz
20.09.1866   Ludwig Hugo von Below
20.09.1866   Rudolf Maximilian Coester
11.11.1866   König Wilhelm von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen)
30.12.1866   Otto von Tiedemann
15.01.1867   Hans Wilhelm Chorus
15.01.1867   Ewald Gallus
15.01.1867   Theodor Bloch von Blottnitz
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.11.14 (11:33)
Verleihungen eingeordnet in einzelne Abschnitte des Deutsch-Deutschen Krieges im Jahr 1866


Für den erfolgreich abgeschlossenen Krieg insgesamt
Karl Prinz von Preußen
Adalbert Prinz von Preußen
König Wilhelm von Preußen (Eichenlaub)
König Wilhelm von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrichs des Großen
Theophil von Podbielski
Albrecht Prinz von Preußen
Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen



Für den Feldzug in Böhmen insgesamt (23. Juni - 26. Juli 1866)
Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen (Eichenlaub)
Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen)
Friedrich Karl Prinz von Preußen (Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen)
Leonhard von Blumenthal (Eichenlaub)
Albrecht Prinz von Preußen
Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel
Ernst von der Burg
Ulrich Ernst von Schlichting
Julius von Löwenthal
Georg von Kameke
Eduard von Fransecky
Theodor Alexander von Schöler
Ludwig von Wittich
Ludwig von Schlotheim


Für die ersten Schlachten nach dem Übertritt ins Riesengebirge
Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
Hugo von Kirchbach
Otto von Tiedemann

Schlacht bei Podol (26. Juni 1866)
Julius von Bose
Karl von Avemann


Schlacht bei Nachod (27. Juni 1866)
Hugo von Pogrell
Hermann von Wichmann
Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
Albrecht von Stosch
Carl Heinrich von Wnuk
Julius Ludwig von Löwenfeld
Karl Rudolf von Ollech
Ferdinand Adolf Eduard von Below
Walther von Monbary
Bruno von Francois
Emil Julius von Tresckow
Fedor von Bercken
Wolfgang von Schaubert


Schlacht bei Trautenau (27. Juni 1866)
Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow
Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe
Ernst Heinrich Hagen


Gefecht bei Soor (28. Juni 1866)
Oktavio Philipp von Böhn


Schlacht bei Skalitz (28. Juni 1866)
Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz
Leopold von Kaisenberg
Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann


Schlacht bei Gitschin (29. Juni 1866)
Wilhelm von Tümpling
Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann
Friedrich Wilhelm von Kamiensky
Kolmar von Debschitz
Hermann von Schkopp
Franz Offermann
Karl von Dieringhofen
Georg Otto von Wulffen


Gefecht bei Königinhof (29. Juni 1866)
Bernhard von Kessel



Schlacht bei Königgrätz (3. Juli 1866)
Gustav Albert von Manstein (Eichenlaub)
Philipp Carl von Canstein (Eichenlaub)
Ludwig von Mutius
Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
August Prinz von Württemberg
Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
Oskar von Sperling
Heinrich von Zastrow
Louis von Hanenfeldt
Otto von Hoffmann
Paul Baumeister
Rudolf von Berken
Ernst von Unger
Ferdinand von Dannenberg
Hugo von Obernitz
Constantin von Alvensleben
Ewald von Kleist
Oskar Graf von Schlieffen
Alexander August Wilhelm von Pape
Viktor von Erckert
Bernhard von Werder
Julius Knappe von Knappstädt
Richard von Arnim
Karl Friedrich von Lobenthal
Karl Wilhelm von Witzendorff
Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin
Georg Graf von der Groeben
Alexander von Medem
Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck
Gustav von Stiehle
Wilhelm August Johann von Pape
August von Werder
Ewald von Keyserlingk
Paul von Krenski
Julius von Schwarzhoff
Helmuth von Gordon
Franz von Zychlinski
Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
Georg von Wedell
August Louis Ferdinand Hensel
Ferdinand von Prondzynski
Ludwig Freiherr von Dalwig
Wilhelm von Krane
Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel
Emil von Schwartzkoppen
Wilhelm von Hiller
Hans Wilhelm Chorus
Ewald Gallus


für Verfolgungsgefechte Mitte Juli 1866
Maximilian von Versen
Ferdinand von Glasenapp


Gefecht bei Biskupitz (14. Juli 1866)
Adalbert von Barby


Gefecht bei Dub (15. Juli 1866)
Maximilian Karl Friedrich Albert von Bredow
Hans Alexis Schach von Wittenau


Gefecht bei Blumenau (22. Juli 1866)
Karl von Hymmen


Für den Feldzug gegen Hannover und / oder Main-Feldzug insgesamt (1. Juli - 27. Juli 1866)
August Karl von Goeben (Eichenlaub)
Kuno Freiherr von der Goltz
Edwin von Manteuffel
Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
Alexander von Kraatz-Koschlau
Ferdinand von Kummer
Karl von Wrangel


Schlacht bei Langensalza (27. Juni 1866)
Adolf des Barres
Theodor Bloch von Blottnitz


Schlacht bei Kissingen (10. Juli 1866)
Ludwig von Cranach


Kampf um Aschaffenburg (14. Juli 1866)
Adolf von Hoffmüller


Schlacht bei Tauberbischofsheim (24. Juli 1866)
Johann Christian Alexander Stoltz
Ludwig Hugo von Below
Rudolf Maximilian Coester


Gefechte bei Uettingen und Roßbrunn (26. Juli 1866)
Hugo von Thile
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 30.11.14 (14:32)
Die erste Verleihung des PLM für den Krieg von 1866 erfolgte am 29. Juni 1866. An diesem Tag wurde Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen damit ausgezeichnet. Er war General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 2. Armee.

Am 27. Juni 1866 hatte die 0. Armee die Pässe des Riesengebirges überschritten. An diesem Tag kam es zu den Gefechten bei Nachod und Trautenau. Letzteres endete für die Österreicher als einzigstes im ganzen Krieg siegreich. Am 28. Juni 1866 kam es zu den Schlachten Skalitz, bei Soor und bei Münchengrätz. Für all diese ersten Erfolge der 2. Armee vom 27. bis 28. Juni 1866 wurde der Oberbefehlshaber der 2. Armee, General der Infanterie Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, mit dem PLM ausgezeichnet.


Am 3. August 1866 erhielt Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen weiterhin das Eichenlaub zum PLM. Diese Verleihung dürfte dann allgemein für den siegreich beendeten Feldzug in Böhmen erfolgt sein.

Am 20. September 1866 erhielt Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen noch Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen, das sein Vater, König Wilhelm, an Anlehnung einer solchen Auszeichnung aus dem Jahr 1815 gestiftet hatte.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 30.11.14 (15:03)
Die zweite Verleihung des PLM gab es dann erst einen Monat später.

Am 28. Juli 1866 erhielt Karl Prinz von Preußen den PLM. Er war Generalfeldzeugmeister und Chef der Artillerie.

Am 22. Juli 1866 war ein Waffenstillstand abgeschlossen worden, der zunächst für 5 Tage gelten sollte. Am 26. Juli 1866 wurde zwischen Preußen und Österreich der Vorfrieden von Nikolsburg geschlossen, der die Kampfhandlungen in Böhmen endgültig beendete.

Die Verleihung an Karl Prinz von Preußen erfolgte somit nach Abschluß der Kampfhandlungen und sie erfolgte in Anerkennung der Leistungen der preußischen Artillerie, deren Chef der Prinz war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 01.12.14 (17:38)
Ludwig von Mutius erhielt den PLM am 28. Juli 1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General VI. Armeekorps

Das VI. Armeekorps kämpfte im Rahmen der 2. Armee in Böhmen. An den ersten Schlachten nach dem Übertritt nach Böhmen nahm das Korps nicht teil.

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. General der Kavallerie Ludwig von Mutius stieß mit dem VI. Armeekorps auf der äußersten preußischen linken Seite vor und drängte den rechten Flügel der Österreicher zurück. Durch diesen Vormarsch wurde der Rückzug der Österreicher in diesem Abschnitt zu einer sehr verlustreichen Flucht. Das VI. Armeekorps hätte fast die Verbindung zum rechten preußischen Flügel geschafft. Damit wäre die österreichische Nordarmee eingeschlossen gewesen. Durch eine verbliebene Lücke von etwa zwei Kilometern konnten die Österreicher jedoch dieser Einschließung entgehen.

General von Mutius war es nicht vergönnt, wieder in die Heimat zurückzukehren. Er verstarb in Feindesland am 6. August 1866 an der Cholera.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 01.12.14 (23:12)
Albrecht Prinz von Preußen erhielt den PLM am 31. Juli 1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General des Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für den erfolgreichen Feldzug in Böhmen. Albrecht Prinz von Preußen hatte im Rahmen der 1. Armee mit seinem Kavalleriekorps an den Schlachten von Münchengrätz, Gitschin und Königgrätz teilgenommen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.12.14 (05:06)
Adalbert Prinz von Preußen erhielt den PLM am 31. Juli 1866 als Admiral und Oberbefehlshaber der Marine.

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreichen Abschluß des Krieges. Entscheidend dazu beigetragen hatte weder die preußische Marine noch Adalbert Prinz von Preußen. Die Verleihung des PLM an ihn dürfte somit wohl eher eine Anerkennung seiner Verdienste um die Schaffung einer preußischen Marine im Allgemeinen gelten.


Die Verleihung an ihn ware damit die erste "maritime Verleihung" des PLM.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.12.14 (13:39)
Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen erhielt den PLM am 2. August 1866 als Sekondeleutnant und à la suite im 1. Garde-Regiment zu Fuß.

Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen nahm im 1. Garde-Regiment zu Fuß am Feldzug in Böhmen teil. In der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 konnte er sich ganz besonders auszeichnen. Bei Ober-Chulum wurde er im Dorf Rosberitz durch vier Gewehrkugeln im Bein getroffen. Als er schwer verwundet zusammenbrach, feuerte er weiterhin die Füsiliere an. Nachdem er kurz gefangengenommen worden war, gelang sofort wieder seine Befreiung. Als König Wilhelm von seinem tapferen Einsatz erfuhr, verlieh er ihm den PLM.

Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen verstarb an seiner Verwundung am 5. August 1866 im Lazarett in Königinhof / Böhmen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.12.14 (23:15)
August Prinz von Württemberg erhielt den PLM am 3. August 1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General des Gardekorps

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Die Besetzung von Chlum durch Einheiten des Gardekorps war schlachtentscheidend.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.12.14 (13:44)
Der PLM wurde vom König von Preußen verliehen. Im Jahr 1866 war Wilhelm I. König von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I. Er hatte sich den PLM selbst im Jahr 1849 als Oberbefehlshaber der Operationsarmee am Rhein erworben.

Am 4. August 1866 weilte der Kronprinz in Prag, wo sich der König aufhielt. Im Quartier des Königs ließ er sich im Quartier seines Vaters den PLM geben und befestigte daran ohne Weiteres die Eichenblätter. König Wilhelm reiste mit dieser neuen Dekoration zurück nach Berlin und trug sie seitdem auch immer. So kam König Wilhelm anläßlich des siegreich beendeten Krieges zum Eichenlaub zum PLM.

Am 11. November 1866, dem Tag des Friedens- und Dankfestes, legte der König das Kreuz und den Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrichs des Großen an. Er sprah dabei zum Kronprinzen und dem Prinzen Friedrich Karl aus: "Ihr tragt diese Auszeichnung als eine Anerkennung für Euer persönliches Verdienst. Ich werde sie nur als eine Anerkennung für die tapferen Taten meiner braven Armee und nur bei solchen Gelegenheiten anlegen, wo ich vor versammelten Truppen oder in Gegenwart ihrer Offiziere diese Anerkennung aufs Neue aussprechen will."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.12.14 (23:08)
Edwin von Manteuffel erhielt den PLM am 7. August 1866 als Generalleutnant und Oberbefehlshaber der Main-Armee

Das war die erste Verleihung für den Main-Feldzug.

Die Verleihung erfolgte nach dem siegreich beendeten Feldzug in Süddeutschland. Generalleutnant von Manteuffel hatte den Oberbefehl über die Main-Armee am 20. Juli 1866 übernommen und damit die Leitung des Feldzuges in Süddeutschland. Er schlug am 24. Juli bei Tauberbischofsheim die Württemberger und bei Gerchsheim (25. Juli) und Roßbrunn (26. Juli) die Bayern.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.12.14 (04:49)
Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin erhielt den PLM am 9. August 1866 als General der Infanterie und Kommandierender General des II. Reservekorps

Die Verleihung erfolgte für die Führung des II. Reservekorps im Main-Feldzug. Allerdings war das Korps gar nicht mehr ins Gefecht gekommen. Als Höhepunkt war Ende Juli 1866 Nurnberg kampflos besetzt worden.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.12.14 (05:03)
Die nächste Verleihung erfolge erst einen Monat später:

Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz erhielt den PLM am 11. September 1866 als Generalleutnant und Chef des Generalstabes der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, für deren Planung und Ansatz Generalleutnant von Voigts-Rhetz maßgeblich beteiligt war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.12.14 (06:46)
Jetzt dürfte es langsam etwas interessanter werden, ...

Philipp Hugo von Pogrell erhielt den PLM am 12. September 1866 als Rittmeister im 2. Schlesischen Dragoner-Regiment Nr. 8

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866.

Philipp Hugo von Pogrell wurde am 1. Juli 1866 von Oberstleutnant von Wichmann, dem Regimentskommandeur, zum PLM vorgeschlagen: "Sprang bei der Attacke auf das Jäger-Bataillon seinem 3. und 4. Zuge 30 bis 40 Schritte voraus von einem hochgelegenen Rasenrain allein mitten in ein sich formiert habendes Knäuel hinein, wodurch daselbe auseinandergesprengt wurde. Erhielt dabei einen Schuß durch den rechten Fuß und einen desgleichen durchs Gesicht."

Am 2. September 1866 beschrieb General der Infanterie Karl Friedrich von Steinmetz, der Kommandierende General des V. Armeekorps, das Geschehen noch einmal. Daraus geht hervor, daß das 2. Schlesische Dragoner-Regiment Nr. 8 zwei Attacken durchführte. Die erste auf feindliche Kavallerie, die zweite auf 2 Battaillone Infanterie. Einen dieser beiden Angriffe auf die Infanterie führte mit der 1. Eskadron Rittmeister von Pogrell, hier noch als Premierleutnant bezeichnet. Wahrscheinlich wurde er nach der Tat auch befördert.

Ich zitiere aus dem Schreiben von Steinmetz:

"...
Was den Premierleutnant von Pogrell anbelangt, so hat derselbe mit der größten Entschiedenheit mit der 1. Eskadron des Regiments ein feindliches Infanterie-Bataillon von vorne angegriffen und dadurch, daß er selbst von einem Ravin herab zuerst in das Bataillon hineinsprang, dasselbe in Unordnung gebracht.
...
Beide Bataillone wurden in solcher Weise übergeritten. Die attackierenden Eskadrons stießen in der Mitte wieder zusammen. Die Frage hinsichts des Premierleutnants von Pogrell kann ich daher nur mit Ja beantworten und zwar um so mehr, da dieser tüchtige Offizier bei dieser Gelegenheit so schwer blessiert wurde, daß er bereits zwei Amputationen hat unterworfen werden müssen und es zweifelhaft ist, ob er wird am Leben erhalten werden können."


Jetzt fehlen mir zum ersten Mal die Todesdaten. Mir ist nur bekannt, daß Philipp Hugo von Pogrell dann wirklich im September 1866 seiner Verwundung erlegen ist.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.12.14 (23:07)
Oskar von Sperling erhielt den PLM am 16. September 1866 als Oberst und Chef des Generalstabes des VI. Armeekorps

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Schon am 28. Juli 1866 war der Kommandierende General des VI. Armeekorps, General der Kavallerie Ludwig von Mutius, mit dem PLM ausgezeichnet worden. Dieser reichte nun den Chef seines Stabes zu der gleichen Auszeichnung ein, und zwar mit folgender Begründung:

"Der rastlosen Tätigkeit des Oberst von Sperling und seinen einsichtsvollen Maßnahmen kann ich es verdanken, daß die Truppen des VI. Armeekorps zu rechter Zeit in die Schlacht von Königgrätz eingriffen, und seine persönliche Bravour auf dem Schlachtfelde selbst gibt ihm den gerechten Anspruch auf die erbetene Auszeichnung, wozu ich ihn der Allerhöchsten Gnade dringend empfehle."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.12.14 (20:00)
Heinrich von Zastrow erhielt den PLM am 16. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur der 11. Infanteriedivision

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Auch ihn reichte der Kommandierende General des VI. Armeekorps, General der Kavallerie Ludwig von Mutius, zu dieser Auszeichnung ein:

"Hat in der Schlacht bei Königgrätz bei einer glänzenden Bravour große  Unerschrockenheit und Klarheit in seinen Dispositionen sowie große Energie in der Durchführung bewiesen. Er hat mit großem Geschick und zur rechten Zeit in das Gefecht eingegriffen und hat wesentlich zu den günstigen Erfolgen beigetragen, welche das Armeekorps errungen hat. Ihm gebührt eine ganz besondere Anerkennung."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.12.14 (10:20)
Louis von Hanenfeldt erhielt den PLM am 16. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur der 21. Infanteriebrigade

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz. Ihn wiederum reichte nun sein Divisionskommandeur, Generalleutnant Heinrich von Zastrow, ein:

"Hat in der Schlacht am 3. Juli seine Brigade mit großer Auszeichnung und einem seltenen Erfolge geführt, denn diese Brigade eroberte allein 35 Geschütze und machte gegen 2.000 Gefangene."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 08.12.14 (10:02)
Otto Wilhelm von Hoffmann erhielt den PLM am 16. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur der 22. Infanteriebrigade

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Auch er wurde von Generalleutnant Heinrich von Zastrow eingereicht:

"Hat in der Schlacht am 3. Juli seine Brigade mit großer Auszeichnung und mit ebenso viel Erfolg, denn diese Brigade eroberte allein 14 Geschütze und machte gegen 2.000 Gefangene."


Hier bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, wie der richtige Vorname lautet. Auch habe ich noch keine Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 08.12.14 (13:34)
Hallo,

kgl. preuß. Generalleutnant z. D. Otto Wilhelm von Hoffmann
* 26.10.1813 in Haynau/Schlesien
† 06.03.1900 in Dresden

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: racker am 09.12.14 (06:25)
General Hoffmann erhielt zusätzlich am

15.11.1870 als GenLt. und Kdr. 12.(preuß-)InfDiv. das

Ritterkreuz des bay. Militär-Max-Joseph-Orden (siehe Schredinger Seite 67).
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 09.12.14 (18:27)
Vielen Dank für die Lebensdaten !

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erhielten viele der hier genannten Personen weitere hohe Auszeichnungen, beispielsweise dann das Eichenlaub zum PLM.


Weiter mit dem nächsten Namen:

Paul Hugo Ferdinand Baumeister erhielt den PLM am 16. September 1866 als Major im 1. Schlesischen Grenadierregiment Nr. 10

Auch diese Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von einem Oberst Freiherrn von Falckenstein. Ich nehme an, dabei handelt es sich um den Regimentskommandeur.

"Trug durch sein ruhiges tapferes Benehmen in der Schlacht am 3. Juli viel zur vortrefflichen Haltung seines Bataillons bei, als das Regiment im ersten Treffen die mit Artillerie stark besetzten Stellungen bei Sweti und Briza stürmte. Sein Bataillon nahm hierbei dem Feinde mit stürmender Hand 14 Geschütze."

Major Baumeister könnte somit Bataillonskommandeur gewesen sein.


Auch bei ihm fehlen mir die Lebensdaten. Mir ist nur bekannt, daß er von 1821 bis 1887 lebte und den Rang eines Generalmajors erreichte.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: racker am 09.12.14 (19:11)
P.H.F. Baumeister wurde

geboren am 04.07.1821 in Glogau
verstorben am 24.07.1887 in Bad Reinerz
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 09.12.14 (19:35)
Moin,
Wie bereits erwähnt

Generalmajor Paul Hugo Ferdinand Baumeister (ab 1871 von Baumeister)
* 04.07.1821 in Glogau/Schlesien
† 24.07.1887 in Bad Reinerz/Kreis Glatz/Schlesien

Also: laut Militär–Wochenblatt, Philipp Hugo von Pogrell ist am 17.09.1866 seinen Verwundungen erlegen, möglicherweise im Lazarett Cudowa bei Nachod/Böhmen (Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt a. O., Jg. 1866). Er wurde in Minden/Westfalen geboren.

Pogrell war der Sohn des Leopold Johann Ernst von Pogrell, wer war seit 07.10.1830 verheiratet; Hugo war sein erster Sohn, und Hugos (erste) Bruder Eugen wurde am 31.07.1835 geboren. Abschließend, Hugo von Pogrell wurde wahrscheinlich zwischen 1831 und 1834 in Minden/Westfalen geboren.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 09.12.14 (20:08)
Vielen Dank an beide !


Zum Krieg von 1866 habe ich sehr viel Literatur, so auch die Generalstabswerke der Österreicher (allein 5 Bände), der Bayern, der Sachsen und natürlich der Preußen. Im Letzteren sind die Kämpfe um Sweti und Briza mit Erwähnung einzelner Kompanien des 1. Schlesischen Grenadierregiments Nr. 10 beschrieben, allerdings wird der Name Baumeister nicht erwähnt. Somit muß es offen bleiben, ob er wirklich Bataillonskommandeur war.



Ich werde mal die bisher genannten Einheiten um die Unterstellungen bis hin auf Divisionsebene ergänzen, so wird es noch etwas übersichtlicher. Schon wird beispielsweise ersichtlich, daß Heinrich von Zastrow, Louis von Hanenfeldt, Otto von Hoffmann und Paul Baumeister alle zur 11. Infanteriedivision gehörten.



Was Pogrell betrifft, er war wohl zum Zeitpunkt seines Todes wieder in der Heimat:

"Telegramm des Majors von Kleist, in Abwesenheit des Chefs des Generalstabes VI. Armeekorps an Tresckow. Breslau, 12. September 2.30 Uhr nachmittags. Wenn Sie einem Sterbenden, Rittmeister von Pogrell des 8. Dragoner-Regiments, eine Freude bereiten wollen, so erwirken und übersenden Sie ihm direkt die wohlverdiente Dekoration. Hat nur noch wenige Tage zu leben und liegt im Rautenkranz in Liegnitz."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 10.12.14 (17:57)
Theodor Kasimir Rudolf von Berken erhielt den PLM am 16. September 1866 als Major im 3. Niederschlesischen Infanterieregiment Nr. 50

Auch diese Verleihung erfolgte für die Schlacht beu Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von einem Oberst von Natzmer, wohl wiederum der Regimentskommandeur:

"Hat mit großer Umsicht und Ruhe sein Bataillon überall geführt, ist mit demselben bei Redelist den stärksten Granatfeuer ausgesetzt gewesen, hat mit einem Schützenzuge 8 Kanonen im Feuern erobert. das Dorf Redelist genommen und später mit dem Füsilier-Bataillon vereint das Bataillon in musterhafter Ordnung 3/4 Meilen unter dem stärksten Granatfeuer ohne einen Augenblick zu stutzen gegen den Feind vorgeführt, das Dorf Briza und dabei 2 feindliche Geschütze genommen."

Spätestens hier würde ich sagen, er war Bataillonskommandeur.

Leider habe ich auch zu Major von Berken momenten keine Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 10.12.14 (19:43)
Hallo,

kgl. preuß. General der Infanterie z. D. Theodor Kasimir Rudolf von Bercken
* 12.03.1824 in Wehlau/Ostpreußen
† 03.04.1898 in Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: racker am 11.12.14 (06:55)
Beide dem Familiennamen gibt es in verschiedenen Quellen 2 Schreibweisen:

1) Gustav Lehmann: Die Träger des Pour-le-merite bis 1913    B e r k e n

2) Priesdorff: Soldatisches Führertrum  Bd. 9, Seite 492          B e r c k e n
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 11.12.14 (10:34)
Wiederum vielen Dank ! Ich freue mich, daß rege mitgearbeitet und ergänzt wird.

Ich habe auch eine neue Ergänzung. Ich würde sagen, die richtige Schreibeweise ist wohl wirklich Berken.


Ich habe mal gesucht und siehe da, ich habe die Regimentsgeschichte des 3. Niederschlesischen Infanterieregiments Nr. 50. Darin werden die Kämpfe des Bataillons von Major von Berken auf mehreren Seiten ausführlich beschrieben. Somit können wir nun ergänzen, er war der Kommandeur des 2. Bataillons im 3. Niederschlesischen Infanterieregiment Nr. 50. Abgedruckt ist im Buch auch die komplette Kriegsrangliste des Regiments. Und wie gesagt, die Schreibweise ist Berken.



Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: StefaHHn am 11.12.14 (12:36)
In Kneschkes Adelslexikon wird das Geschlecht auch ausschließlich Berken geschrieben.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 11.12.14 (13:00)
Im Gegensatz zu die o.g. Quellen, in Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser von 1941 (von wo die Daten stammen), das Geschlecht ist "Bercken" geschrieben. Auch die Rangliste der königlich Preussischen Armee von 1855 nennt ein Secondeleutnant von Bercken im 2. Bataillon des 1. Landwehr-Regiments in Wehlau.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 11.12.14 (16:18)
Hermann von Wichmann erhielt den PLM am 16. September 1866 als Oberstleutnant und Kommandeur 2. Schlesisches Dragonerregiment Nr. 8 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Wnuck, der zur Disposition der 2. Armee stand:

"Führte das Regiment (im Gefecht bei Nachod, 27. Juni) mit Geschick und großer Bravour in die feindlichen Kürassiere, erhielt im Handgemenge eine Kopfwunde und verlor in demselben durch einen Schuß sein Pferd. Wenn auch nicht gefährlich, so doch sehr schmerzhaft blessiert, verließ er das Regiment nicht, sondern führte dasselbe ohne Unterbrechung mit Kaltblütigkeit und Umsicht fort."


Wenn ich richtig liege, daß er in seiner weiteren Karriere bis zum General der Kavallerie aufstieg, dann habe ich zu Hermann von Wichmann die Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 16.12.14 (21:42)
Anton Max Konrad von Paczensky-Tenczyn erhielt den PLM am 16. September 1866 als Major im 2. Schlesischen Dragonerregiment Nr. 8 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Major von Paczensky-Tenczyn zeichnete sich im gleichen Angriff aus, für den auch Rittmeister Hugo von Pogrell mit dem PLM ausgezeichnet wurde.

Eingereicht wurde Major von Paczensky-Tenczyn vom Regimentskommandeur Oberst von Wichmann:

"Zeichnete sich bei den vom Regiment am 27. Juni in der Schlacht bei Nachod ausgeführten Attacken durch kaltblütige und zweckmäßige Einwirkung beim Ralliieren des Regiments aus und leitete die günstige Attacke auf das Jäger-Bataillon durch selbständige Vorfürhung zweier rangierter Züge der 1. Eskadron in die Flanke des Feindes ein, was wesentlich dazu beitrug, das Bataillon auseinander zu sprengen."

Bemerkung des Generalmajors von Wnuck dazu:

"Führte selbständig die Attacke auf die feindlichen Bataillone, war der erste im Karree und trug daher persönlich zum Gelingen des Angriffs bei, weshalb ich ihn zu einer ganz besonderen Auszeichnung alleruntertänigst in Vorschlag bringe."


Wieder ein schwieriger Fall, ... Ich habe zu ihm momentan weder die Lebensdaten noch seine genaue Verwendung im Regiment.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 17.12.14 (14:53)
Moin,

Paczensky war auch für mich ein schwieriger Fall... ;D

kgl. preuß. Oberst à la suite der Armee Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
* 24.02.1815 in [?]
† 02.02.1869 in Charlottenburg

Am 30.10.1866 wurde Paczensky Kommandeur des Ulanen-Regiments „Hennigs von Treffenfeld“ (Altmärkisches) Nr. 16. Dieser Position behielt er bis 21.01.1869, kurz von seinem Tode.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 17.12.14 (17:03)
Hm, ... sehr schön. Vielen Dank !

Einige sind nicht wirklich alt geworden. Wenn er nach der Verleihung zum Regimentskommandeur ernannt wurde, muß er ja vorher Bataillonskommandeur gewesen sein. Dann kann ich auch das ergänzen.

Wenn ich mir die Regimentsgeschichten so anschaue, dann erlitt die preußische Armee einen großen Anteil ihrer Verluste in Böhmen erst nach dem Ende der Kampfhandlungen, und zwar durch den Ausbruch der Cholera. Unter den bisher Genannten war auch ein PLM-Träger unter diesen Todesfällen.

Hier einer, der sogar die Jahrhundertwende erlebte:

Adalbert von Barby erhielt den PLM am 16. September 1866 als Oberst und Kommandeur des Schlesischen Kürassier-Regiment Nr. 1 "Prinz Friedrich von Preußen"

Die Verleihung erfolgte für ein Gefecht bei Biskupitz am 14. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Borstell:

"Am 14. Juli nachmittags wurde das Schlesische Kürassier-Regiment Nr. 1 zu einer forcierten Rekognoszierung von Kostelez über Prossnitz gegen Prerau beordert. Hieraus entspann sich das Gefecht bei Biskupitz, in welchem Oberst von Barby an der Spitze der 1. Eskadron gegen ein feindliches Karree attackierte, es zum großen Teil überritt und nur durch Eintritt der Dunkelheit, neues Gewehr- und Geschützfeuer aus der Dorflisiere bewogen wurde, von weiteren Erfolgen abzustehen. Seine Führung war anfeuernd und ruhmwürdig: die Verluste des Regiments sprechen für seine Bravour und Haltung."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 18.12.14 (16:45)
Leonhard von Blumenthal erhielt das Eichenlaub zum PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Chef des Generalstabes der 2. Armee

Den PLM hatte er sich bereits 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg, ebenfalls als Chef des Generalstabes einer Armee erworben. Zum Eichenlaub reichte ihn sein Oberbefehlshaber, General der Infanterie Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen ein.

Die Verleihung erfolgte in Anerkennung für den erfolgreichen Feldzug in Böhmen. Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, der Oberbefehlshaber der 2. Armee, der zu diesem Zeitpunkt für die Erfolge der 2. Armee den PLM und das Eichenlaub erhalten hatte, hatte einen großen Teil der Erfolge seinem Chef des Generalstabes zu verdanken, daher schlug er Generalmajor von Blumenthal selbst zu der hohen Auszeichnung vor.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 19.12.14 (09:26)
Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Oberquartiermeister der 1. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Armeeoberbefehlshaber, Friedrich Karl Prinz von Preußen:

"Der Generalmajor von Stülpnagel hat auch während des Feldzuges, seiner Natur, die rastlos arbeitet und ehrgeizig ist, getreu, viel selbst getan. Ehrgeiz und Unruhe trieben ihn, auch den Gefechten beizuwohnen, bei denen sich meine Anwesenheit verbot (Gitschin bei der 3. Division, Holicz bei Göding, Preßburg). Wenn der Natur der Sache nach das Wirken eines Oberquartiermeisters auch durch dasjenige des Chefs des Generalstabes etwas in den Hintergrund gedrückt wird, so erscheint mir doch der General von Stülpnagel der erbetenen hohen Auszeichnung durchaus würdig ..."

Somit erfolgte die Verleihung als Anerkennung seines Einsatzes während des gesamten Feldzuges in Böhmen.

Hier ist interessant, daß bis zu diesem Zeitpunkt der Oberbefehlshaber der 1. Armee, Friedrich Karl Prinz von Preußen, selbst noch nicht mit dem PLM ausgezeichnet wurde. Im Stab der 1. Armee wurden somit der Chef des Generalstabes und der Oberquartiermeister vor dem Oberbefehlshaber mit dem PLM ausgezeichnet, Friedrich Karl Prinz von Preußen hatte sogar die Auszeichnungen selbst erbeten und die Angehörigen seines Stabes dazu eingereicht.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 19.12.14 (16:38)
Ernst von Unger erhielt den PLM am 17. September 1866 als Major und Generalstabsoffizier im Stab der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Einen Tag vorher war Major von Unger mit einer Rekognoszierung gegen die bei Dub stehenden feindlichen Vorposten beauftragt worden. Durch kühnes und entschlossenes Heranreiten an diese drängte er sie so weit zurück, daß er die Anwesenheit größerer feindlicher Streitkräfte feststellen konnte. Hier ging die Absicht der Österreicher hervor, am 3. Juli dem weiteren Vormarsch der 1. Armee entgegenzutreten, so daß sich die Meldung von Major von Unger von großer Bedeutsamkeit für die folgenden Ereignisse erwies. Sein Aufklärungsritt trug so wesentlich dazu bei, daß sich die preußischen Verbände für die Schlacht positionieren konnten.



Bereits im Deutsch-Dänischen Krieg des Jahres 1864 hatte sich Ernst von Unger als Hauptmann und Generalstabsoffizier im Stab einer Division ganz besonders auszeichnen können, so daß er nach dem Ende der Kampfhandlungen zum damals jüngsten Major der preußischen Armee befördert worden war.

Was die Dienstgrade und das entsprechende Alter betrifft, muß man allerdings auch beachten, daß die Söhne der Adels- und Herrscherhäuser ganz besondere Stellungen auch innerhalb des Militärs einnahmen. Der Oberbefehlshaber der 2. Armee war 1866 Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen. Er hatte das gleiche Geburtsjahr wie beispielsweise Ernst von Unger: 1831. Während Ernst von Unger im Jahr 1864 zum damals jüngsten Major der preußischen Armee befördert wurde, war Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen im Jahr 1866 General der Infanterie. Er war mit seinen noch nicht vollendeten 35 Lebensjahren Oberbefehlshaber einer Armee.


Mit Ernst von Unger lebte bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges somit noch mindestens ein Träger des PLM des Krieges von 1866. Ernst von Unger erlebte sogar das Ende des Weltkrieges und damit den Untergang der Monarchie in Deutschland. Er verstarb am 10. Oktober 1921.

Somit erhielt Ernst von Unger am 17. September 1916 aus den Händen von Kaiser Wilhelm II. die Krone zum PLM.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 19.12.14 (17:29)
Im Buch von Theodor Fontane "Der Deutsche Krieg von 1866" findet sich in Band 1 eine Beschreibung des Aufklärungsrittes von Major Ernst von Unger.

(http://imoebi2.bplaced.net/Seite 459.JPG)

(http://imoebi2.bplaced.net/Seite 460.JPG)

(http://imoebi2.bplaced.net/Seite 461.JPG)
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 20.12.14 (11:23)
Albrecht von Stosch erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Oberquartiermeister der 2. Armee.

Eingereicht wurde er von seinem Oberbefehlshaber, Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen:

" ... hat sich bald nach Beginn der Schlacht von Nachod dadurch ausgezeichnet, daß er durch persönliches energisches Eingreifen dem plötzlichen und übereilten Zurückgehen einzelner Truppenkörper aller Waffen Halt gebot und sie zum sofortigen geordneten Wiedervorgehen gegen den Feind ordnete. Da er auch als Generalquartiermeister der 2. Armee durch rastlose Tätigkeit und Energie sehr wesentlich zu allen Erfolgen dieser Armee beigetragen und dadurch namentlich den sehr schwierigen Marsch durch das Gebirge und die darauf folgenden glücklichen Gefechte ermöglicht hat, so glaube ich ihn Eurer Majestät für den Orden PLM in Vorschlag bringen zu müssen."

Ich ordne diese Verleihung somit im Hauptpunkt der Schlacht von Nachod am 27. Juni 1866 zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.12.14 (16:43)
Ernst von der Burg erhielt den PLM am 17. September 1866 als Major und Generalstabsoffizier im Stab der 2. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Armee-Oberbefehlshaber, Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen:

"Major von der Burg ist von mir vorzugsweise zu Aufträgen gebraucht worden, die ihn stets unmittelbare in die vordersten Reihen der fechtenden Truppen führten. Er hat alle diese Aufträge nicht nur zu meiner vollen Zufriedenheit erledigt, sondern bei mehreren Gelegenheiten, wie bei Trautenau und Königgrätz, selbständig die gegebenen Befehle nach richtiger Erkenntnis der augenblicklichen Gefechtslage zu ergänzen verstanden. Ich halte ihn daher für völlig würdig der höchsten Auszeichnung durch den Orden PLM."

Somit ordne ich diese Verleihung mit in die Kategorie ein, daß sie allgemein für die gezeigten Leistungen während des Feldzuges in Böhmen erfolgte.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 23.12.14 (16:25)
Carl Heinrich von Wnuk erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und zur Disposition der 2. Armee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie von Steinmetz:

"Führte am 27., 28. und 29. Juni eine kombinierte Dragoner-Brigade und machte damit am 27. Juni eine glänzende Attacke, warf eine österreichische Kürassierbrigade, wobei 2 Standarten erobert wurden. Obgleich hierbei am Hinterkopf beträchtlich verwundet, blieb der General doch im Gefecht und führte auch am folgenden Tage die Brigade, vor welcher die feindliche Kavallerie nicht mehr Stand hielt. Überall ist das Verhalten des Generals von Wnuk ein besonnenes, umsichtiges, von persönlicher Bravour, Entschlossenheit und Energie unterstütztes gewesen. Ich erbitte mir deshalb für ihn den Orden PLM."

Somit erfolgte die Verleihung für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 23.12.14 (16:41)
Ferdinand von Dannenberg erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberst und Chef des Generalstabes des Gardekorps / 2. Armee

Der Vorschlag kam von General der Kavallerie August Prinz von Württemberg, dem Kommandierenden General des Gardekorps:

"... Hat in dem Gefecht bei Soor und in der Schlacht bei Königgrätz so viel Sachkenntnis und Energie in Ausführung der von mir getroffenen Anordnungen entwickelt, daß ihm ein wesentlicher Teil des Verdienstes um die erlangten Vorteile zufällt, und ich ihn daher zu der nebenstehenden Auszeichnung alleruntertänigst in Vorschlag zu bringen mir erlaube."

Ich ordne die Verleihung somit in die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 ein.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 24.12.14 (10:09)
Hugo von Obernitz erhielt den PLM am 17. September 1866 à la suite des Garde-Füsilierregiments und Kommandeur der 1. Garde-Infanteriebrigade / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 und eingereicht wurde er von Generalmajor von Alvensleben, der selbst Kommandeur der 2. Garde-Infanteriebrigade war und ebenfalls der 1. Garde-Infanteriedivision unterstand.

"Unter dem glänzendsten Erfolge und mit persönlicher Auszeichnung kommandierte er das Gefecht bei Chlum, bis er verwundet wurde."

Die 1. Garde-Infanteriebrigade nahm unter Führung von Oberst von Obernitz die Ortschaft Chlum und konnte insgesamt 40 Kanonen erobern.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 26.12.14 (09:53)
Constantin von Alvensleben erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Infanteriebrigade / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von August Prinz von Württemberg, dem Kommandierenden General des Gardekorps:

"Der General kommandierte am Morgen des 3. Juli, dem Tag der Schlacht bei Königgrätz, diejenigen Truppenteile der 1. Garde-Infanteriedivision, welche schon Tags zuvor als Avantgarde von Königinhof aus über die Elbe bis auf die Höhen in der Richtung auf Daubrowitz vorgeschoben waren. Mit denselben ist er bei Aufbruch des Korps sofort auf Kl. Bürglitz und Jericek marschiert, um der, nach eingegangenen Meldungen hart vom Feind bedrängten Division Fransecky zu Hilfe zu kommen. Seiner Umsicht und seinem rastlosen Eifer ist es vorzugsweise zu danken, daß das Gardekorps rechtzeitig mit dieser Division Fühlung erlangte und selbige aus einer sehr schwierigen Lage befreite. Gegen Ende der Schlacht übernahm er das Kommando der 1. Garde-Infanteriedivision. Im Hinblick auf seine Leistungen wage ich, den General der Allerhöchsten Gnade alleruntertänigst zu empfehlen."

Das Kommando über die 1. Garde-Infanteriedivision mußte Generalmajor von Albensleben übernehmen, da der eigentliche Divisionskommandeur, Generallleutnant Wilhelm Hiller von Gaertringen, nach der Einnahme von Chlum gefallen war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.12.14 (09:59)
Jetzt kommt wieder ein Name, da bin ich auf Hilfe angewiesen:

Bernhard Alexander Heinrich von Kessel erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberst und Kommandeur  1. Garderegiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Alvensleben:

"Hat in der Schlacht bei Königgrätz und in den Gefechten bei Soor und Königinhof die Avantgarden-Brigade mit großer Auszeichnung geführt. Das letztere glänzende Gefecht kommandierte er selbständig. ..."

Ich ordne diese Verleihung somit ein für das Gefecht bei Königinhof am 29. Juni 1866.


Es fehlen mir die kompletten Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 27.12.14 (11:14)
kgl. preuß. General der Infanterie Bernhard Alexander Heinrich von Kessel
* 20.11.1817 in Breslau/Schlesien
† 07.06.1882 in Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.12.14 (13:21)
Wieder vielen Dank !! Da schaue ich mir gleich den nächsten Namen an.

Ewald von Kleist erhielt den PLM am 17. September 1866 als Major und Kommandeur I. Bataillon / 1. Garderegiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von seinem Regimentskommandeur Oberst von Kessel:

"Verteidigte zwei Stunden lang das Dorf Ober-Chlum in der Schlacht gleichen Namens gegen einen weit überlegenen Feind und behauptete das Dorf heldenmütig bis zum Eintreffen des I. Armeekorps. Ist mit persönlicher Bravour bei der Eroberung feindlicher Geschütze beteiligt."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 28.12.14 (11:46)
Oskar Graf von Schlieffen erhielt den PLM am 17. September 1866 als Hauptmann und Kompaniechef im 1. Garderegiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Oberst von Kessel, seinem Regimentskommandeur:

"Hatte mit seiner Kompanie nach der Eroberung von Ober-Chlum allein die südwestliche Lisiere dieses Dorfes besetzt, gegen welche eine feindliche Batterie und mindestens ein Bataillon zum Angriff vorgingen. Unter Beihilfe von 2 Kompanien des Füsilier-Bataillons gelang es ihm, nicht nur den Angriff abzuschlagen, sondern auch die feindliche Batterie mit 8 Geschützen zu nehmen. Einen später erfolgten abermaligen Angriff feindlicher Infanterie, die gleichfalls bedeutend überlegen war, wies er dadurch ab, daß er die schwachen Soutiens tambour battant solange avancieren ließ, bis der Feind eiligst seinen Rückzug antrat. Der Hauptmann Graf von Schlieffen hat im heftigsten Granat-, Kartätsch- und Gewehrfeuer seinen Leuten ein besonderes Vorbild an Kaltblütigkeit gegeben. - Schlacht bei Ober-Chlum."

An diesem Text merkt man, wie auch 1866 noch die französische Sprache auch im preußischen Militär ihren Einfluß ausübte.

Lisiere des Dorfes = Rand des Dorfes

die schwachen Soutiens tambour battant avancieren = hier muß ich auch passen. Ich würde es so deuten, daß er die ihm zur Verfügung stehenden schwachen Unterstützungskräfte vorrücken ließ.


Bei den Lebensdaten bin ich mir auch nicht ganz sicher. Im Netz habe ich dies gefunden:

http://www.stammreihen.de/getperson.php?personID=I834208S&tree=tree1&PHPSESSID=01f62ee5b998efc233b409cc598c955b

geboren am 08.02.1834 in Magdeburg
verstorben am 09.09.1904 in Wioska / Niederschlesien
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 29.12.14 (09:56)
Alexander August Wilhelm von Pape erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberst und Kommandeur 2. Garderegiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Alvensleben:

"Hat das Regiment bei Soor und Königgrätz stets gegen überlegene Kräfte mit einer so großen Entschlossenheit und nie fehlendem Erfolge geführt, daß sein Benehmen als ein nicht übertroffenes Vorbild für jeden dasteht."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 30.12.14 (13:01)
Viktor von Erckert erhielt den PLM am 17. September 1866 als Major und Bataillonskommandeur im 2. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Oberst von Pape, seinem Regimentskommandeur:

"Hat in der Avantgarde bei Soor am 28. Juni mit der größten Einsicht und Tapferkeit sein Bataillon geführt; gelangte bei Königinhof am 29. Juni durch energisches Vordringen von der Queue der Avantgarde bis an die Tete; verteidigte am 3. Juli das Dorf Rosberitz auf das Äußerste, wo die Fahne des Bataillons durch einen Schuß verletzt wurde und energisch verteidigt werden mußte, und drang als der erste mit noch drei Offizieren allein in eine feuernde feindliche Batterie, die wenigstens zum Teil genommen wurde. Er verlor ein Pferd tot unter dem Leibe und fiel schließlich schwer verwundet, vom Hals bis zum Rücken durchschossen."


Was die Lebensdaten bei Viktor von Erckert betrifft, das ist mir nur bekannt, daß er im Jahre 1823 geboren wurde.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 30.12.14 (13:20)
kgl. preuß. Oberst Friedrich Wilhelm Viktor von Erckert
* 10.07.1823 in Culm/Westpreußen
† 18.08.1870 bei Sainte-Marie-aux-Chênes bei Metz/Frankreich (gefallen)

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 31.12.14 (12:50)
Erneut vielen Dank für die Ergänzung !


Oktavio Philipp von Böhn erhielt den PLM am 17. September 1866 als Major und Kommandeur I. Bataillon / "Kaiser Franz" Garde-Grenadierregiment  Nr. 2 / 2. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee


Eingereicht wurde er von Oberst von Fabeck, seinem Regimentskommandeur:

"Seiner Energie und kräftigen Führung ist es allein zuzuschreiben, daß das hartbedrängte II. Bataillon in Alt-Rognitz (28. Juni) nicht ganz aufgerieben wurde. Es gelang dem Major von Böhn mit seinem I. Bataillon den sehr überlegenen Feind zu werfen und dadurch großem Nachteile für die noch im Defilé marschierende Division abzuwenden. Nach Allem ist sein Benehmen im Gefecht ein wahrhaft bewundernswertes gewesen."

Die Verleihung erfolgte somit für das Gefecht bei Alt-Rognitz am 28. Juni 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 01.01.15 (11:38)
Bernhard von Werder erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberst und Kommandeur Garde-Füsilierregiment / 1. Garde-Infanteriedivision / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Alvensleben:

"Zeichnete sich bei Soor aus und warf bei Königgrätz einen sehr überlegenen Feind in einem sehr kritischen Moment, wodurch er die Behauptung von Chlum möglich machte."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.01.15 (13:38)
Ulrich Ernst von Schlichting erhielt den PLM am 17. September 1866 als Hauptmann und Kompaniechef im Garde-Füsilierregiment / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Oberst von Werder, seinem Regimentskommandeur:

"Nahm das Dorf Burkersdorf mit großer Bravour mit Sturm und zeichnete sich beim Sturm auf Königinhof sowie in der Schlacht bei Königgrätz durch kalte Entschlossenheit und große Umsicht in der Führung seiner Kompanie aus."

Ich habe in meiner zur Verfügung stehenden Literatur zum Krieg von 1866 geblättert, aber der Name Schlichting wird da leider nirgendwo genannt, zumindest in den Gefechten bei Soor (Burkersdorf) und Königinhof. Bei den dort erwähnten Kompanien des Garde-Füsilierregiments steht leider nicht der Name des Kompaniechefs mit dazu. Somit ordne ich diese Verleihung allgemein für den Feldzug in Böhmen ein, da sich Hauptmann von Schlichting wohl mehrfach besonders auszeichnete.


Was die Lebensdaten betrifft da habe ich nur gefunden, daß er von 1832 bis 1867 lebte. Somit wäre ich hier wieder auf Hilfe angewiesen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.01.15 (18:15)
Ich habe die Geschichte des Garde-Füsilierregiments zur Verfügung, ...

Da steht, Schlichting sei in der Tat 1832 geboren. Am 6. Juni 1867 wurde er aus dem Regiment und wohl allgemein aus dem Militärdienst entlassen. Verstorben ist er dann im Jahr 1868 in Berlin als Hauptmann a.D.

Mehr gibt die Regimentsgeschichte zu den Lebensdaten von Ulrich Ernst von Schlichting leider auch nicht her.

Allerdings läßt sich die Einheit klären. Schlichting war Chef der 9. Kompanie. Der Name Schlichting wird in der Beschreibung der Kämpfe sehr oft erwähnt, leider finde ich beim Durchblättern nirgends den Hinweis, daß er für eine bestimmte Tat den PLM erhielt. Somit lasse ich die Zuordnung wie oben erwähnt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.01.15 (18:32)
Mit der Geschichte des Garde-Füsilierregiments kann ich noch eine weitere Ergänzung vornehmen.

Es betrifft Viktor von Erckert. Da haben wir für seine Einheit bisher folgende Angabe:

Zitat
Bataillonskommandeur im  2. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Viktor von Erckert wurde später im Laufe seiner weiteren Karriere Kommandeur des Garde-Füsilierregiments. Daher findet sich im erwähnten Buch eine ausführliche Biographie. Und dort findet sich die Angabe, daß er 1866 Kommandeur des Füsilierbataillons im 2. Garde-Regiment zu Fuß war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.01.15 (08:59)
Julius Knappe von Knappstädt erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberst und Kommandeur  3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Alvensleben:

"Trat an Stelle des Obersten von Obernitz bei Chlum und führte die Brigade wie früher das Regiment mit der aufopferndsten Bravour."

Gemeint ist hier Hugo von Obernitz, der ja nach der Einnahme von Chlum schwer verwundet wurde. Oberst Knappe von Knappstädt übernahm an seiner Stelle dann die Führung über die 1. Garde-Infanteriebrigade und führte sie in der Schlacht weiter erfolgreich.


Auch hier habe ich nur Anhaltspunkte zu den Lebensdaten. Julius Knappe von Knappstädt erreichte noch den Rang eines Generalmajors, geboren wurde er 1809 und gestorben ist er im Jahre 1872.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 04.01.15 (11:10)
Guten Tag und frohes neues Jahr,

kgl. preuß. Generalmajor Julius Adalbert Ulrich Josef Ludwig Leonhard Knappe von Knappstädt
* 02.03.1809 in Ostrowine bei Oels/Schlesien
† 22.09.1872 in [?]

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.01.15 (14:52)
Danke !!


Richard von Arnim erhielt den PLM am 17. September 1866 als Hauptmann und Chef  6. Kompanie / 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Oberst Knappe von Knappstädt, seinem Regimentskommandeur:

"Hat mir ausgezeichneter Bravour seine Kompanie gegen eine Schanze nördlich Chlum vorgeführt und dadurch 5 Geschütze genommen."


Richard von Arnim selbst hat im Jahre 1868 ein kleines Büchlein mit dem Titel "Erinnerungen an den Feldzug von 1866" herausgebracht, in dem der Kampf des II. Bataillons des 3. Garde-Regiments zu Fuß ausführlich geschildert wird. Darin findet sich auch eine ausführliche Beschreibung der Vorgänge, die zur PLM-Verleihung an Hauptmann von Arnim führten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.01.15 (16:35)
Mir konnte von anderer Seite geholfen werden:

Ulrich Ernst von Schlichting:

geboren am 24. Juli 1832
verstorben am 22. November 1867 in Berlin / Preußen

Somit war der Hinweis in der Regimentsgeschichte, daß er zwar 1867 aus der Armee ausschied, aber im Jahr 1868 verstarb, nicht ganz richtig.


Ich habe bis jetzt 40 Namen erfaßt und es fehlt mir bei den Lebensdaten nur bei einer Person das Geburtsdatum:

Hugo  von Pogrell


Ansonsten gibt es nur drei Lücken bei den ergänzenden Angaben zu den Lebensdaten:

Anton Conrad von Paczensky und Tenczin (Geburtsort)
Ulrich Ernst von Schlichting (Geburtsort)
Julius Knappe von Knappstädt (Todesort)


Sehr schön, so kann es weitergehen, ...  ;D

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.01.15 (15:39)
Karl Friedrich von Lobenthal erhielt den PLM am 17. September 1866 als Hauptmann und Chef  7. Kompanie / 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Oberst Knappe von Knappstädt:

"Führte mit ausgezeichneter Bravour seine Kompanie gegen die erste feindliche Position nordöstlich von Chlum, wurde verwundet, ihm 2 Pferde erschossen, führte die Kompanie weiter und nahm 9 Geschütze."

Auch die Gefechte der 7. Kompanie des 3. Garde-Regiments zu Fuß werden ihm bereits genannten Buch von Richard von Arnim ausführlich geschildert. Anhand dieses Buches konnte ich auch die genaue Kompanie für Karl Friedrich von Lobenthal zuordnen.

Allerdings fehlen mir bei ihm jede Angabe zu den Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 06.01.15 (16:38)
kgl. preuß. Oberst Karl Friedrich von Lobenthal
* 06.10.1833 in Münster (Westfalen)
† 03.12.1892 in Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 07.01.15 (17:07)
Danke !!


Julius von Löwenfeld erhielt den PLM am 17. September 1866 als Premierleutnant im 3. Garde-Regiment zu Fuß / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Eingereicht wurde auch er von seinem Regimentskommandeur Oberst Knappe von Knappstädt:

"Wegen Unerschrockenheit und aufopfernder Bravour; er war stets vorne. Nahm mit seiner Kompanie 2 Geschütze bei Soor, 4 Geschütze bei Königgrätz und 120 Gefangene bei Burkersdorf."


Hier hilft das Buch von Richard von Arnim leider nicht weiter, da dies nur die Kämpfte des II. Bataillons des 3. Garde-Regiments zu Fuß beschreibt. Aus der Formulierung "nahm mit seiner Kompanie" würde ich schließen, daß auch Premierleutnant von Löwenthal Kompaniechef war. Die Zuordnung seiner Tat ist allerdings auch nicht ganz einfach. In meiner Quelle steht, daß die wenigen Worte des Verleihungsvorschlages auch einen Fehler enthielten: die 2 Geschütze bei Soor nahm nicht Premierleutnant von Löwenthal, sondern das 2. Garde-Regiment zu Fuß. Blieben die Taten bei Königgrätz und Burkersdorf. Ich ordne die Verleihung daher erstmal ein in die Rubrik "für den Feldzug in Böhmen insgesamt".

Julius von Löwenthal verstarb am 26 Juni 1916, und somit nur wenige Monate, bevor ihm die Krone zum PLM verliehen worden wäre. Somit gab es mit ihm also noch mindestens einen zweiten Träger des PLM des Krieges von 1866, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges noch am Leben war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: racker am 07.01.15 (18:35)
Kurze Ergänzung

Julius von Löwenfeld wurde am 27.01.1890 zum char. GenMaj. befördert.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 08.01.15 (20:19)
Karl Wilhelm von Witzendorff erhielt den PLM am 17. September 1866 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabes des Kavalleriekorps der 1. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Kommandierenden General, General der Kavallerie Albrecht Prinz von Preußen:

"Mit ganz besonderem Scharfblick ausgerüstet, verbindet er damit seltene geistige Fähigkeiten und bedeutende militärische Talente. Als Chef des Stabes führte er die Geschäfte nicht allein mit großer Umsicht und Hingebung, sondern beteiligte sich persönlich an den Aktionen einzelner Teile des Korps (u.a. Nachtmarsch von Gitschin nach Miletin mit dem 2. Garde-Dragonerregiment in äußerst kurzer Zeit), zu deren Erfolgen er wesentlich beitrug. Besonders bei Königgrätz hat er sich bei dem Vorführen der 2. leichten Brigade und richtigen Eingreifen der Regimenter beteiligt und wesentlich zu dem siegreichen Ausgange beigetragen. Befand sich beim Kavalleriegefecht im dichtesten Handgemenge."

Somit ordne ich auch diese Verleihung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 09.01.15 (15:50)
Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur  2. Leichte Kavalleriebriagade / 2. Kavalleriedivision / Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor Hann von Weyern, dem Kommandeur der 2. Kavalleriedivision:

"Hat während der Schlacht bei Königgrätz mit großer Bravour zum Gefecht geführt und sich selbst am Handgemenge beteiligt."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 11.01.15 (10:32)
Georg Graf von der Groeben erhielt den PLM am 17. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 3. Leichte Kavalleriebriagade / 2. Kavalleriedivision / Kavalleriekorps der 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor Hann von Weyern, dem Kommandeur der 2. Kavalleriedivision:

"Hat mit einem Teile seiner Brigade mit Erfolg und großer Bravour feindliche Infanterie und Artillerie in der Schlacht bei Königgrätz angegriffen, die Infanterie gesprengt, die Geschütze genommen und trotz einer hierbei erhaltenen Schußwunde bis zum Ende der Schlacht sein Kommando fortgeführt."

Generalmajor Graf von der Groeben hatte besonders im Reitergefecht bei Stresetitz entscheidend den Verlauf bestimmt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 12.01.15 (11:54)
Theophil von Podbielski erhielt den PLM am 18. September 1866 als Generalmajor und Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements und Generalquartiermeister der Armee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Helmuth von Moltke, dem Chef des Großen Generalstabes:

"Durch große Umsicht, Sachkenntnis und rastlose Tätigkeit hat General von Podbielski in der wichtigen Stellung eines Generalquartiermeisters die vorzüglichsten Dienste geleistet. Da derselbe bereits im Feldzug 1864 sich gleichfalls sehr ausgezeichnet hat, so wage ich ihn für die hohe Gnade der Verleihung des Ordens PLM alleruntertänigst zu erbitten."

Somit wäre dies eine Verleihung für die insgesamt erfolgreich abgeschlossenen Krieg.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.01.15 (14:26)
Alexander Friedrich von Medem erhielt den PLM am 18. September 1866 als Oberst und Kommandeur 1. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 26 / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Schwarzhoff:

"Zeichnete sich durch Entschlossenheit und Umsicht beim Angriff des bewaldeten Berges südlich Benatek sowie in einem sehr kritischen Moment, als der Feind zum Angriff auf das im Rücken gelegene, obenbezeichnete Dorf vorging, dadurch aus, daß er die daselbst befindlichen Abteilungen sammelte und dem Feinde entgegenführte, der hierdurch sowie durch das Eingreifen des II. Bataillons 3. Magdeburgischen Infanterieregiments Nr. 66 in seiner rechten Flanke zurückgetrieben wurde. Hier wurde dem obenbezeichneten ein Pferd unter dem Leibe erschossen. ..."

Zusätzliche Ergänzung von Generalleutnant von Fransecky:

"Bewies schon am Muskyberge im Treffen bei Münchengrätz eine seltene Ruhe und Kaltblütigkeit und wußte dieselbe auch auf seine Truppe zu übertragen, die hier zum ersten Mal ins Feuer kam. Bei Königgrätz war er in der hierneben (vorstehend) näher angegebenen Weise tapfer und erfolgreich tätig Sein Regiment verlor am meister und blieb doch das geschlossenste."


Bei Alexander Friedrich von Medem bin ich wieder auf Hilfe bei den Lebensdaten angewiesen. Mir sind nur das Geburtsjahr 1814 und das Todesjahr 1879 bekannt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 14.01.15 (15:06)
Guten Tag,

kgl. preuß. Generalleutnant Alexander Heinrich Eberhard Ottomar von Medem (ab 1878 Freiherr von Medem)
* 12.02.1814 in Charlottenburg bei Berlin
† 15.02.1879 in Dresden

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 20.01.15 (10:23)
Auch beim nächsten Namen bin ich wieder auf Hilfe angewiesen:

Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck erhielt den PLM am 18. September 1866 als Hauptmann im 2. Rheinischen Infanterieregiment Nr. 28 / 15. Infanteriedivision / Elb-Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Major von Brauchitsch:

"Vom General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld in Übereinstimmung mit dem Brigadekommandeur zum Orden PLM empfohlen. Führte am 3. Juli unter Bewältigung mehrerer feindlicher Aufstellungen die Spitze der Umgehung der Division bis in das Dorf Stösser im Rücken des Feindes und nahm dadurch 1 Geschütz und ca. 260 Gefangene nebst 4 Offizieren."


Bei ihm sind mir keinerlei Angaben zu den Lebensdaten bekannt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.01.15 (18:59)
Und wieder konnte mir geholfen werden:

Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck

geboren am 03.12.1825 in Köln
verstorben am 17.12.1871 in Düsseldorf


Somit bleibt wiederum keine Lücke offen, ...  ;D
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 24.01.15 (11:09)
Albrecht Prinz von Preußen erhielt den PLM am 19. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 1. Garde-Kavalleriebrigade / Garde-Korps / 2. Armee

Somit gibt es für 1866 zwei Personen mit dem Namen Albrecht Prinz von Preußen, die den PLM verliehen bekommen haben. Es sind dies Vater und Sohn. Der Vater hatte den Orden bereits am 31. Juli 1866 als General der Kavallerie und Kommandierender General des Kavalleriekorps der 1. Armee erhalten.

Der Sohn war entweder für eine Verleihung der Schwerter zum Großkomturkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern vorgesehen oder hatte dies auch schon bekommen, das geht aus meiner Quelle nicht ganz eindeutig hervor, die Auszeichnung wurde dann aber zum PLM geändert.

Mit einem Verleihungsgrund kann ich dieses Mal nicht dienen. Wahrscheinlich erfolgte die Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866, an der die 1. Garde-Kavalleriebrigade teilnahm. Ich ordne die Verleihung jedoch dem gesamten Feldzug in Böhmen zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 25.01.15 (11:58)
Gustav von Stiehle erhielt den PLM am 19. September 1866 als Oberst und Flügeladjutant des Preußischen Königs und attachiert dem Stab des Oberkommandos

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld, dem Kommandierenden General des VIII. Armeekorps / Elbarmee:

"Oberst von Stiehl, dem Stabe des Oberkommandos attachiert, hat durch das große, für die Elbarmee an den Tag gelegte Interesse, durch Umsicht und Dienstbeflissenheit meine vollste Anerkennung erworben. Bei den stattgefundenen Gefechten stets mit engagiert, besonders aber ausgezeichnet durch Tätigkeit am 3. Juli und durch Bravour beim Sturm auf Problus wird derselbe der Allerhöchsten Gnade als hervorragend würdig zu der alleruntertänigst für ihn erbetenen Auszeichnung empfohlen."

Somit ordne ich diese Verleihung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.02.15 (02:41)
Friedrich Karl Prinz von Preußen erhielt am 20. September 1866 als General der Kavallerie und Oberbefehlshaber der 1. Armee Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen

Die Verleihung erfolgte für die siegreiche Führung der 1. Armee im Feldzug in Böhmen.


Friedrich Karl Prinz von Preußen war bereits im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 mit dem PLM ausgezeichnet worden.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.02.15 (03:18)
Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen erhielt den PLM am 20. Septembe 1866 als General der Infanterie und Militärgouverneur der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen

Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen hatte kein direktes Frontkommando. Die Verleihung an ihn war der Lohn für seine Tätigkeit als Militärgouverneur der Rheinprovinz. Der König dankte ihm damit seinen Einsatz, die Provinz während des Krieges vor feindlichen Anfällen zu schützen.

Somit war dies eine Verleihung für den erfolgreichen beendeten Krieg insgesamt.

Der König verlieh ihm den PLM seines Sohnes Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen, den sich dieser in der Schlacht bei Königgrätz erworben hatte und der später an den Folgen einer dabei erlittenen Verwundung verstorben war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.02.15 (03:18)
Wilhelm August Johann von Pape erhielt den PLM am 20. Septembe 1866 als Generalmajor und Kommandeur 1. Infanteriebrigade / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant Großmann, dem Kommandeur der 1. Infanteriedivision:

"Wenn schon das pflichtgetreue und brave Verhalten des Generalmajors von Pape in dem Gefecht bei Trautenau am 27. Juni ihn einer Auszeichnung würdig machte, so gestatte ich mir wegen des heldenmütigen Beispiels, das er seiner Brigade bei der hartnäckigen Behauptung des Dorfes Chlum am 3. Juli gab, und wegen der Art, wie er dieselbe unter heftigem Granat- und Kleingewehrfeuer zur Eroberung des Dorfes Rosberitz persönlich anführte, zu dieser ausgezeichneten Belohnung zu empfehlen."

Somit erfolgte auch diese Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.


Zu Wilhelm August Johann von Pape fehlen mir derzeitig wieder sämtliche Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 06.02.15 (09:25)
Guten Tag,

kgl. preuß. GL Johann August Wilhelm Meinhard Adolf von Pape
* 27.01.1808 in Königsberg in Preußen
† 05.09.1885 in Loschwitz bei Dresden

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.02.15 (20:51)
Wieder vielen Dank !


Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 2. Infanteriebrigade / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Eingereiht wurde er von General der Infanterie von Bonin, dem Kommandierenden General des I. Armeekorps:

"Führte bei Trautenau die Reserve-Infanterie und zeichnete sich an der Spitze seiner Tapferen durch glänzendste Tapferkeit und Energie aus."


Die Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866 war die einzige preußische Niederlage während des Feldzuges in Böhmen.
"
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: racker am 10.02.15 (16:41)
Noch ein 66er der im 1.Weltkrieg die Krone zum PlM erhalten hat:

Karl Friedrich Ernst von Unger im Sept. 1916.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 10.02.15 (16:56)
Ernst von Unger haben wir schon. Er ist bis jetzt damit der einzige aus dem Kreis der 1866er Verleihungen, der auch die Krone zum PLM erhielt.

Julius von Löwenfeld verstarb nur drei Monate vor einer möglichen Verleihung. Er wäre ein zweiter Kandidat gewesen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 12.02.15 (11:38)
Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann im 4. Ostpreußischen Grenadierregiment Nr. 5 / 2. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Oberst von Memerty:

"Nach dem Falle des Bataillonskommandeurs übernahm er das Kommando der 10. und 11. Kompanie und drang im heftigsten Kugelregen gegen eine bewaldete Höhe vor, die er nahm, und späterhin auch das Gefecht dieser Kompanien mit Umsicht und großer Entschlossenheit leitete. Nach Angabe des Majors Besch war ihm die Deckung rückgängiger Truppen übertragen und er trug nicht wenig dazu bei, den aus dem Gefecht kommenden Abteilungen anderer Regimenter den geordneten Rückzug zu erleichtern, wobei er, keine Gefahr scheuend, persönlich das Feuer der vordersten Abteilungen leitete."

Wenn ich richtig liege, dann ist er das hier:

http://www.stammreihen.de/getperson.php?personID=I829913M&tree=tree1&PHPSESSID=f175460a027aa7f03f901253e6acf2aa

Somit gab es also mindestens drei PLM-Träger aus dem Jahr 1866, die zu Beginn des Ersten Weltkrieges noch lebten. Auch er starb im Jahr 1916, in dem ihm die Krone zum PLM hätte verliehen werden können.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.02.15 (10:23)
Ernst Heinrich Hagen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Rittmeister und Eskadronchef im Litauischen Dragonerregiment Nr. 1 "Prinz Albrecht von Preußen" / 1. Infanteriedivision / I. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Oberst von Bernhardi:

"Trautenau rechts umgehend sah er zwei feindliche Eskadrons unsere debouchierende Infanterie bedrohen. Mit Energie stürzte er sich, seiner Eskadron weit voraus, in den Feind, durchbrach ihn und attackierte ihn kühn im Rücken zum zweiten Male. - In der Schlacht bei Königgrätz zeichnete er sich durch eine glückliche Attacke auf feindliche Infanterie wiederum aus und wurde verwundet."

Ich ordne somit auch diese Verleihung der Schlacht bei Trautenau am 27. Juni 1866 zu.

Zu ihm fehlen mir momentan wieder jegliche Lebensdaten. Es gibt jedoch einen Heinrich Ernst von Hagen, der bis zum Generalmajor aufstieg. Handelt es sich hier um die gleiche Person ??
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 13.02.15 (13:20)
Guten Tag,

kgl. preuß. Generalleutnant Ernst Heinrich von Hagen (bis 16.06.1871 Hagen)
* 19.05.1831 in Königsberg in Preußen
† 18.11.1905 in Schönheide bei Spremberg/Niederlausitz

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.02.15 (16:18)
Wieder vielen Dank !

Dann wäre dies auch geklärt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.02.15 (15:11)
Georg von Kameke erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Chef des Generalstabes II. Armeekorps / 1. Armee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Schmidt, dem Kommandierenden General des II. Armeekorps:

"Ist in erster Reihe als derjenige zu nennen, den ich als einer Auszeichnung würdig der Allerhöchsten Gnade besonders empfehle. Seine seltene Befähigung, seine Umsicht und Sicherheit haben sich an den Gefechtstagen gänzend bewährt. Er hat mit Ruhe und Unerschrockenheit mir zur Seite gestanden und ist mit Freudigkeit jeder Gefahr entgegengegangen. Ich halte mich verpflichtet, diesen alleruntertänigsten Vorschlag besonders zu befürworten."

Somit ordne ich diese Verleihung dem Feldzug in Böhmen allgemein zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 17.02.15 (15:55)
August von Werder erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Auch er wurde eingereicht von Generalleutnant Schmidt:

"Leitete das Gefecht der Division bei Gitschin in meiner Gegenwart mit Ruhe, Umsicht und Erfolg. In der Schlacht bei Königgrätz führte er die Division auf dem rechten Flügel, überschritt selbständig die Bistritz und nahm die Dörfer Dohalitzka und Morowous, und hielt dieselben mehrere Stunden lang gegen die feindliche Übermacht."

Somit ordne ich diese Verleihung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 10.03.15 (09:38)
Ewald Karl Theodor von Keyserlingk erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Bataillonsführer im Grenadierregiment "König Friedrich Wilhelm IV." (1. Pommersches) Nr. 2 / 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Eingereicht wurde er von Oberst von Reichenbach, dem Regimentskommandeur:

"Er übernahm in einem kritischen Moment, nachdem der Bataillonskommandeur schwer verwundet gefallen war, die Führung des Bataillons. Die Fahne ergreifend, gelang es ihm durch große Entschlossenheit, das Bataillon zum weiteren Avancieren zu bringen und bedeutende Erfolge über einen weit überlegenen Feind zu erzielen."

Ich ordne auch diese Verleihung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 zu.


Zu Ewald Karl Theodor von Keyserlingk fehlen mir wieder die Lebensdaten. Mir ist nur bekannt, daß er im Jahr 1832 geboren wurde und im Jahr 1891 verstarb. Sein letzter Dienstgrad war Generalmajor.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 10.03.15 (12:17)
Hallo IM,

Genealogisches Handbuch des Adels gibt folgendes:

kgl. preuß. Generalmajor Ewald Karl Theodor von Keyserlingk
* 20.09.1832 in Berlin
† 30.12.1891 in Wiesbaden

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 11.03.15 (09:32)
Vielen Dank !!


Wilhelm von Tümpling erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866.

Am 29. Juni kam die 5. ID zum ersten Male ins Feuer. Generalleutnant von Tümpling hatte 14.00 Uhr den Befehl erhalten, gegen das etwa 5 km entfernte Gitschin vorzugehen und im Verein mit der auf einer anderen Straße anrückenden 3. Infanteriedivision unter Generalmajor von Werder den Ort zu nehmen. Nachdem der Kampf mehrere Stunden gedauert hatte, schickte er sich an, durch energischen Angriff den Schlüsselpunkt der feindlichen Aufstellung zu gewinnen. Er war vom Pferde gestiegen, um persönlich zwei Kompanien des 2. Brandenburgischen Grenadierregiments Nr. 12 vorzuführen. Dabei wurde Generalleutnant von Tümpling im Oberschenkel von einer Gewehrkugel getroffen. Er mußte sich nach Görlitz zurückbringen lassen und den nachfolgenden Ereignissen auf dem Kriegsschauplatze fern bleiben. Seine Regimenter aber führten am 29. Juni den ihnen gewordenen Auftrag aus, im nächtlichen Kampfe nahmen sie Gitschin.


Zum PLM eingereicht wurde Generalleutnant von Tümpling von seinem Armeeoberbefehlshaber, dem Prinzen Friedrich Karl:

"Hat in einem für seinen Angriff höchst ungünstigen Terrain gegen bedeutende Übermacht seine Division nach schwerem Ringen zum Sieg im Treffen von Gitschin geführt. An der Spitze der beiden Grenadierbataillone des 2. Brandenburgischen Grenadierregiments (Prinz Carl von Preußen) Nr.12 die siegreiche Entscheidung gebend, ist er von einer Gewehrkugel blessiert worden. Ich habe mich auf dem Schlachtfelde persönlich davon überzeugt, daß gegen die Art der Verwendung seiner Infanterie und Artillerie nichts einzuwenden war, und daß das üble Terrain nach Möglichkeit gut benutzt worden ist. Er ist meines Erachtens der erbetenen Auszeichnung vollkommen würdig."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 12.03.15 (16:56)
Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Diese Verleihung erfolgte ebenfalls für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Generalleutnant Tümpling, und zwar mit sehr ausführlicher Begründung:

"Auf dem so sehr ausgedehnten Schlachtfeld mußte die Division - besonders auch um Menschen zu schonen - in zwei fast selbständige Teile zerrissen und diese zur möglichsten Einheit des Befehls den Brigadekommandeuren zur unmittelbaren Leitung übergeben werden. Nächst zwei Bataillonen der Avantgarde wurden die vier Bataillone der 9. Brigade links seitwärts in den Cydlinagrund vorgeschoben gegen den strategisch und taktisch gefährlichsten Punkt für den Feind, in die Richtung auf Eisenstädl mit der Weisung, auf die rechte Flanke des Feindes, dessen Geschützaufstellung pp. zu fallen, mit schließlicher Richtung auf den Vereinigungspunkt der Division, den Kirchturm von Gitschin. Die Avantgarde wie die 9. Brigade führten diese Disposition aus mit richtiger Einsicht, Umsicht und äußerster Bravour während stundenlanger glänzender Kämpfe, gleich blutig wie auf dem rechten Flügel und im Zentrum. Die Dörfer Cydlina, Brecina und Zames usw., Diletz wurden gestürmt, alle Angriffe überlegener Infanterie und Kavallerie abgeschlagen, Batterien zum Abfahren gezwungen. Wie der rechte so auch hier der linke Flügel waren Hauptfaktoren zu dem erfolgreichen Siege. Dem General von Schimmelmann, der auch nach meiner Verwundung sehr richtig in die nächtliche allgemeine Vorrückung gegen Gitschin selbst eingriff, begührt ein wesentlicher Teil des erfolgreichen Tages."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.03.15 (16:35)
Friedrich Wilhelm von Kamiensky erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Auch diese Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin und auch er wurde von Generalleutnant Tümpling eingereicht:

"Auf dem für eine Division sehr ausgedehnten Schlachtfeld bei Gitschin leitete er den Kampf besonders auf dem rechten Flügel der Division, wo sich seine Brigade mit äußerster Bravour in dem waldigen, felsigen Gebirgsterrain nachdem das Dorf Kl. Ginolitz erstürmt war, stundenlang schlug und sich glänzend bewährte. Nachdem das 12. Regiment von dort zum letzten entscheidenden Sturm gegen den Schlüssel der Position, die Dörfer Poduletz, Ginoletz und Brada gegen die Chaussee herausgezogen, der Unterzeichnete bei diesem Angriff gegen 9.00 Uhr verwundet und die Position erstürmt war, übernahm der General das Kommando und ordnete nach einer Ruhepause der erschöpften Truppen zur Durchführung des letzten Aktes der Gefechtsdisposition für die Division, das allgemeine Vorgehen gehen den Ort Gitschin selbst, während der Nacht an. Bei Königgrätz führte der General die Division."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.03.15 (12:49)
Gustav Albert von Manstein erhielt das Eichenlaub zum PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 6. Infanteriedivision / 1. Armee

In meiner Quelle steht, daß über die Verleihungsgründe nichts bekannt ist. Der König habe ihm die Auszeichnung aus eigenem Anlaß heraus verliehen. Bei Wikipedia ist zu lesen, daß Generalleutnant von Manstein die Reserve der 1. Armee führte und mit ihr entscheidend in die Schlacht bei Königgrätz eingriff. Somit ordne ich diese Verleihung dahin zu.

Den PLM hatte Gustav Albert von Manstein im Krieg von 1864 erworben.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 16.03.15 (15:28)
Kolmar von Debschitz erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 2. Brandenburgisches Grenadierregiment Nr. 12 "Prinz Karl von Preußen" / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Kamiensky:

"Führte in dem Gefecht bei Gitschin sein Regiment mit großer Umsicht, Entschlossenheit und Energie. In dem heftigsten Kugelregen bewahrte er die größte Kaltblütigkeit und trug durch sein äußerst braves Benehmen wesentlich zu den bedeutenden Erfolgen seines Regiments bei. Ungeachtet des lebhaften Widerstandes nahm er zuerst das Dorf Ginolitz und behauptete es ungeachtet des wiederholten Andringens des Feindes, zog des Regiment, als es nach der Chaussee beordert wurde, in bester Ordnung über das freie, von Geschütz- und Gewehrfeuer bestrichene Feld aus dem Gefecht und stürmte später das Dorf Brada. In der Schlacht bei Königgrätz führte er die 10. Infanteriebrigade mit derselben Ruhe, Unerschrockenheit und Umsicht im stärksten Granatfeuer durch das verwickelte Terrain an der Bistritz."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.03.15 (13:18)
Hermann Eduard von Schkopp erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Chef 5. Kompanie / 1. Posensches Infanterieregiment Nr. 18 / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Oberst von Kettler, seinem Regimentskommandeur:

"Am 29. Juni im Treffen bei Gitschin hatte er mit der 5. Kompanie in den Felsen westlich Bresca die hartnäckigsten Kämpfe zu bestehen, vertrieb den überlegenen Feind aus den besten Stellungen, gewann den Kamm der Berge und hielt dort zwei anstürmenden feindlichen Bataillonen Stand. Er leuchtete in Tapferkeit seinen Leuten voran".


Bei Hermann Eduard von Schkopp fehlen mir wieder die Angaben zu den Lebensdaten. Mir ist nur bekannt, daß er den Rang eines Generals der Infanterie erreichte und von 1833 bis 1898 lebte.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 22.03.15 (14:29)
Moin,

kgl. preuß. General der Infanterie Hermann Eduard von Schkopp
* 20.11.1833 in Breslau
† 07.07.1898 in Heidelberg

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.03.15 (17:19)
Wunderbar, vielen Dank. Da schaue ich mir gleich den nächsten Namen an.

Franz Offermann erhielt den PLM am 20. September 1866 als Premierleutnant und Chef 8. Kompanie / 1. Posensches Infanterieregiment Nr. 18 / 10. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Auch er wurde von Oberst von Kettler eingereicht, somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866:

"Am 29. Juni 1866 im Treffen bei Gitschin drang er mit der 8. Kompanie in besonders schwierigen Momenten, wo Felsblöcke das Vordringen unmöglich zu machen schienen, trotz des heftigsten Feuers dem Feinde entgegen, seiner Kompanie voran. Nachdem er den sehr überlegenen Feind aus mehreren Stellungen vertrieben, erkletterte er den höchsten Punkt, um seine Leute zu begeistern und stürzte von mehreren Kugeln getroffen. Die Kompanie drang indeß vorwärts. Er zeichnete sich als hervorragend kühn und tapfer aus."


Franz Offermann dürfte nun ein weitaus schwieriger Fall werden. Auch hier fehlen jegliche Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 22.03.15 (19:12)
Hallo,

kgl. preuß. Hauptmann Franz Offermann
* um 1841 in Schweidnitz
† 20.09.1870 in Gorze bei Metz (an Verwundung erlegen)

Leider konnte ich nichts näheres über Offermanns Geburtsdatum finden.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.03.15 (20:36)
Vielen Dank ! Das ist schon mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte.

Somit sind mit Franz Offermann und Viktor von Erckert mindestens zwei PLM-Träger des Krieges von 1866 im Krieg von 1870/71 gefallen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.04.15 (12:04)
Karl von Dieringhofen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 5. Brandenburgisches Infanterieregiment Nr. 48 / 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Auch diese Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Schimmelmann:

"Zeigte sich umsichtig und kaltblütig. Er war den Untergebenen im Gefecht bei Gitschin und in der Schlacht bei Königgrätz ein vorleuchtendes Beispiel. Im Gefecht bei Gitschin hielt derselbe, als drei feindliche Bataillone, denen zwei Bataillone als Reserve folgten, die 6. und 7. Kompanie des Regiments unter Befehl des Oberstleutnants von Wulffen angriffen, im heftigsten Granat- und Gewehrfeuer bei den Kompanien und feuerte die Mannschaft zur festen und ruhigen Haltung an. Der feindliche Angriff wurde glänzend abgeschlagen. Das Abschlagen des Angriffs trug entscheidend mit zum Erfolg des Tages bei."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 01.05.15 (17:18)
Georg Otto von Wulffen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberstleutnant und Kommandeur II. Bataillon / 5. Brandenburgisches Infanterieregiment Nr. 48 / 9. Infanteriebrigade / 5. Infanteriedivision / 1. Armee

Eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Gitschin am 29. Juni 1866. Eingereicht wurde er von seinem Regimentskommandeur, Oberst von Dieringhofen:

"Führte in dem Gefecht bei Gitschin am 29. Juni 1866 sein Bataillon beziehungsweise die nach Detachierung der 5. und 8. Kompanie ihm verbliebene 6. und 7. Kompanie in unausgesetztem Granatfeuer mit großer Kaltblütigkeit unaufhaltsam vorwärts bis zum Dorfe Diletz, bei dessen Einnahme er tätig eingriff und dort aus einer verdeckten Aufstellung durch das Schnellfeuer der beiden Kompanien den Angriff dreier österreichischer Bataillon ( II. und III. / 18 und III. / 45), welche den linken Flügel der diesseitigen Aufstellung durchbrechen wollten, so entschieden zurückwies, daß dieselben die in Reserve aufgestellten beiden Bataillone in ihrer Flucht mit fortrissen. Der entscheidende Einfluß, den diese Aktion auf den Erfolg des Tages unzweifelhaft ausgeübt hat, und die vom Oberstleutnant von Wulffen dabei an den Tag gelegte persönliche Bravour begründen den vorstehenden alleruntertänigsten Vorschlag."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.05.15 (15:34)
Eduard von Fransecky erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur der 7. Infanteriedivision

Eingereicht wurde er vom Prinzen Friedrich Karl, dem Oberbefehlshaber der 1. Armee:

"Die Division des Generals von Fransecky hat rühmlich unter seiner energischen, tapferen und einsichtsvollen Leitung bei Münchengrätz (auch am Musky-Berge genannt), bei Königgrätz und vor Preßburg gekämpft. Sie hat viel eingebüßt, und von den Truppen der 1. Armee ohne Zweifel das meiste geleistet. In dieser Division herrscht guter Geist, Ordnung und feste Disziplin und sind in derselben meines Wissens keine Ausschreitungen vorgekommen. Der General von Fransecky erscheint mir des für ihn erbetenen Ordens durchaus und besonders würdig."

Ich ordne diese Verleihung somit allgemein dem Feldzug in Böhmen zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 11.05.15 (18:20)
Paul Anton Karl von Krenski erhielt den PLM am 20. September 1866 als Major i.G. und Generalstabsoffizier der 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Divisionskommandeur, Generalleutnant von Fransecky:

"Zeichnete sich bereits bei Münchengrätz durch seine Kaltblütigkeit und einen sehr regen Eifer aus, meinen Befehlen und Anordnungen richtige Auffassung und zweckentsprechende Ausführung zu sichern. In der Schlacht bei Königgrätz hat er mich unter sehr viel schwierigeren Verhältnissen während eines mehr als fünfstündigen, überaus heftigen und verzehrenden Gefechts vorzüglich unterstützt und sich um eine zweckmäßige Direktion der Kavallerie und Artillerie verdient gemacht, welche so weit von der Infanterie entfernt waren, daß meine Befehle sie nicht unmittelbar treffen konnten. Auch hat er durch sein heroisches Beispiel und sein energisches Einschreiten mit dazu beigetragen, daß der Rückzug der aus dem Walde verdrängten Abteilungen vorwärts Benatek sein Ende fand. Im Gefecht bei Blumenau (am 22. Juli) leistete er ersprießliche Dienste."

Somit ordne ich diese Verleihung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 bei.


Bei ihm habe ich derzeitig keinerlei Angaben zu den Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 12.05.15 (13:15)
Hallo,

kgl. preuß. Generalmajor Paul Anton Karl von Krenski
* 08.08.1827 in Frankestein/Schlesien
† 27.12.1885 in Rudolstadt

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 12.05.15 (18:27)
Vielen Dank !!!

Ich staune immer über diese hervorragenden Ergänzungen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 18.05.15 (09:17)
Julius von Schwarzhoff erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 13. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Divisionskommandeur Generalleutnant von Fransecky:

"Zeigte sowohl bei Münchengrätz als in der Schlacht bei Königgrätz im heftigsten Feuer eine Ruhe und Gemessenheit wie auf dem Exerzierplatz. Nachdem seine Truppen in der Schlacht am 3. Juli zumeist in dem sehr aufreibenden und auflösenden Waldgefecht engagiert waren, in welchem eine eigentliche Oberleitung unmöglich, half er die aus dem Walde herausgedrängten Abteilungen zu sammeln, zu ordnen und wieder verwendbar zu machen und bewährte dabei die ihm eigene Energie. Beim letzten Vorgehen der Division über die kahlen Höhenrücken bei Cistowes und Lipa führte er die wegen Abkommens des Generalmaors von Gordon mit der Avantgarde in eine Ordre be bataille formierte Infanterie der Division, und griff, soweit sich noch Gelegenheit dazu fand, in das Gefecht zweckmäßig ein."


Somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 31.05.15 (10:34)
Helmuth von Gordon erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Auch er wurde eingereicht von seinem Divisionskommandeur Generalleutnant von Fransecky:

"Führt seit Beginn dieses Krieges die Avantgarde mit Umsicht und Geschicklichkeit. Er bewies sowohl bei Münchengrätz als in der Schlacht bei Königgrätz eine beispielgebende Ruhe und Kaltblütigkeit. In letztgenannter Schlacht nahm er mit der Avantgrde sehr rasch eine vom Feinde stark besetzte Waldecke, deren Behauptung durch die nachrückenden Truppen des Gros im weiteren Verlauf des Gefechts von entscheidendem Einfluß wurde. Er gewann sodann die kahle Höhe bei Cistowes, auf welcher er zwar von dem im und am Walde fechtenden Gros der Division bald ganz abkam, sich aber bis zum Eintreffen der 2. Armee im Verein mit anderen Truppen zäh behauptete respektive weitere Fortschritte in der Richtung auf Lipa machte.

Somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 07.06.15 (10:03)
Theodor Alexander von Schöler erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur  31. Infanteriebrigade / 16. Infanteriedivision / Elbarmee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld, dem Oberbefehlshaber der Elbarmee:

"Durch die tatkräftige energische Führung der Avantgarde der Elbarmee während des ganzen Feldzuges und durch seine siegreichen Erfolge in den beiden Gefechten bei Hünerwasser am 26. Juni, in den Gefechten bei Münchengrätz am 28. Juni und in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 tritt er als einer besonderen Auszeichnung würdig hervor."


Ich ordne diese Verleihung somit dem gesamten Feldzug in Böhmen zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 19.06.15 (16:47)
Julius von Bose erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Podol am 26. Juni 1866. Eingereicht wurde er von seinem Divisionskommandeur Generalleutnant von Horn:

"...
Hat durch seine persönliche Bravour - er stieg vom Pferde, nahm ein Gewehr in die Hand und focht in der ersten Sektion - den glücklichen Ausgang des Gefechts von Podol am 26. Juni zum großen Teil herbeigeführt und nicht minder brav sich in der Schlacht von Königgrätz benommen."


Unter Führung von Generalmajor von Bose gelang der preußischen Vorhut der 15. Infanteriebrigade in einem Nachtangriff die Einnahme von Podol.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 24.06.15 (08:59)
Franz von Zychlinksi erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 2. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 27 / 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Gordon, dem Kommandeur der 14. Infanteriebrigade:

"Hat am Tage von Münchengrätz den speziellen Auftrag gehabt, mit dem II. und Füsilierbataillon seines Regiments den Muskyberg mit seinen steilen Felswänden zu erklimmen und den dort befindlichen Feind zurückzuwerfen. Diesen schwierigen Auftrag hat der Genannte mit ebenso viel Umsicht als auch mit einer seine Untergebenen elektrisierenden Kühnheit gelöst. Am Schlachttage von Königgrätz hatte die Avantgarde den Auftrag, von Cerekwitz über Benatek gegen Cistowes vorzugehen. Der mit sehr überlegenen Kräten besetzte Wald zwischen Benatek und Cistowes wurde zwar von der Avantgarde im ersten Sturm genommen, um seine Behauptung mußte dann aber ununterbrochen während sechs Stunden gekämpft werden, wobei der Genannte sich glänzend auszeichnete. Derselbe wurde leicht verwundet, ein Pferd ihm unterm Leibe erschossen."

Generalleutnant von Fransecky, der Kommandeur der 7. Infanteriedivision fügte hinzu:

"Zeigte sowohl am Tage von Münchengrätz als in der Schlacht bei Königgrätz eine glänzende Tapferkeit und war seinen Soldaten ein leuchtendes Beispiel der Ruhe, Unbefangenheit und Opferfreudigkeit im heftigsten Granat- und Schützenfeuer. Er faßte bei beiden Gelegenheiten die Situation schnell und scharf auf und handelte entsprechend. Sein Führertalent ist hervortretend. Er hat den Orden PLM in erster Reihe verdient."


Ich ordne auch diese Verleihung mal der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 28.06.15 (09:42)
Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Chef 9. Kompanie / 2. Magdeburgisches Infanterieregiment Nr. 27 / 14. Infanteriebrigade / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Er wurde zuerst eingereicht von Oberstleutnant von Zedtwitz:

"...
Derselbe hielt am 3. Juli 1866 mit furchtbarer Konsequenz trotz der bedeutendsten Verluste seiner Kompanie im stärksten Granat- und Gewehrfeuer aus und trug hierdurch zur Haltung der Position auf dem rechten Flügel des Waldes von Cistowes bei. Wurde hierbei verwundet."


Dann folgte noch ein Verleihungsvorschlag von seinem Regimentskommandeur Oberst von Zychlinski:

"...
Hat beim Festhalten der Position hinter einer Anhöhe nordwestlich von Cistowes und dann einer anderen Stellung hinter einem knickartigen Aufwurf am westlichen Ausgange dieses Dorfes zehnfach überlegenen feindlichen Angriff gegenüber (es waren mitunter drei Bataillone, die auf die Kompanie losstürmten) eine so zähe Standhaftigkeit und umsichtige Kaltblütigkeit bewiesen, daß er hierdurch die höchste Bewunderung seiner Mannschaften erregte, von denen mehrere, als ich im Laufe des Gefechts der Kompanie mich näherte, auf mich zustürzten, mir zurufen: Ach! Was ist unser Hauptmann für ein Mann! Wir verdanken ihm unser Lebe, und mehr, wir verdanken es ihm, daß wir nicht wie Feige davon gelaufen oder gefangen genommen worden sind."


Somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.


Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock starb am 10. Februar 1871 in Rouen im Deutsch-Französischen Krieg.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.07.15 (05:11)
Georg von Wedell erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur  1. Thüringisches Infanterieregiments Nr. 31 / 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.

Die 8. Infanteriedivision war am Kampf um den Swiepwald beteiligt, wo ein Angriff von zwei österreichischen Armee-Korps aufgehalten warden konnte. Der Kampf um den Swiepwald war einer der Schlüsselpunkte in der Schlacht. In diesem Kampf hatte das Regiment einen Verlust von zehn Offizieren und 208 Soldaten. Es hatte sich unter Führung von Oberst von Wedell besonders im fünfstündigen Granatfeuer bei Ober-Wynalow ausgezeichnet.



Das wäre bereits die 25. Verleihung allein am 20. September 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 21.09.15 (09:49)
Karl Friedrich Philipp Ludwig von Avemann erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 3. Thüringisches Infanterieregiments Nr. 71 / 15. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor Julius von Bose, dem Kommandeur der 15. Infanteriebrigade:

"Hat mir im Nachtgefecht von Podol aus dem Biwak bei Preper noch 2 Bataillone zur Unterstützung nachgeführt und denselben vorauseilend am Vorgehen sich beteiligt. Er ist einem Regiment seit dem Ausbruch des Krieges stets ein hervorleuchtendes Vorbild gewesen, mit sichtbarer Freudigkeit an allen Unternehmungen sich beteiligend, ausharrend im Kugelregen. Inzwischen hat er nun auch wieder im Gefecht am Gemsenberge bei Preßburg (Blumenau) sich ausgezeichnet und muß abermals als einer Anerkennung vorzugsweise würdig genannt werden."

Ich ordne diese Verleihung der Schlacht bei Podol am 26. Juni 1866 zu, wo ja auch Bose selbst seinen PLM erwarb.



Zu Karl Friedrich Philipp Ludwig von Avemann fehlen mir die Lebensdaten. Ich habe nur den Hinweis, daß er im Jahr 1814 geboren wurde und 1891 verstarb.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 21.09.15 (12:11)
Hallo,

kgl. preuß. GL Friedrich Philipp Ludwig Karl von Avemann
* 12.04.1814 in Wiesbaden
† 10.03.1891 in Erfurt

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.09.15 (12:35)
Vielen Dank !

Dann geht es gleich mit einem Namen weiter, wo ich überhaupt keine Angaben zu den Lebensdaten habe:

August Louis Ferdinand Hensel erhielt den PLM am 20. September 1866 als Major und Bataillonskommandeur im 4. Thüringischen Infanterieregiment Nr. 72 / 16. Infanteriebrigade / 8. Infanteriedivision / 1. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von seinem Regimentskommandeur, Oberst Bruno Neidhardt von Gneisenau:

"In der Schlacht bei Königgrätz wurde er mit seinem Bataillon zur Unterstützung eines hart gedrängten Bataillons vom Regiment 27 in den Wald östlich der Straße Sadowa - Königgrätz entsendet. Er warf den Feind wieder aus dem Wald zurück, degagierte das gedrängte Bataillon und verstand es, während eines vierstündigen sehr heftigen Granatfeuers den Wald gegen die Angriffe eines mindestens fünffach überlegenen Feindes zu behaupten. Erkennend, daß in der Erhaltung der beiden Waldspitzen östlich und westlich der Königgrätzer Chaussee die günstige Entscheidung der Schlacht liege, hat der Major Hensel mit großer Energie auf der Erhaltung seines Waldteiles bestanden, und ist es ihm ferner gelungen, durch seine hartnäckigen Angriffe auf den Feind demselben eine Fahne zu entreißen und 12 Offiziere und 900 Mann gefangen zu machen. In der vollen und glücklichen Erfüllung seines selbständigen Auftrages und dem energievollen Festhalten an der erkannten Wichtigkeit seiner Position hält das Regiment den Major Hensel einer ausnahmsweisen Berücksichtigung würdig."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 17.11.15 (10:48)
Ich habe das Geburtsdatum für Franz Offermann erhalten: 20. März 1835 in Sorau / Schlesien.

Sehr schön.

Ich habe damit jetzt 79 Namen erfaßt und es fehlen nur bei 2 Personen Angaben zu den Lebensdaten:

Bei Hugo von Pogrell fehlt mir das Geburtsdatum und bei August Louis Ferdinand Hensel fehlen mir sämtliche Angaben.


Das ist bis jetzt recht erfolgreich und ich werde das Thema mal wieder verstärkt in Angriff nehmen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 18.11.15 (10:52)
Friedrich Ludwig Karl Heinrich Otto von Hymmen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Major im Magdeburgischen Husarenregiment Nr. 10 / 7. Infanteriedivision / 1. Armee

Der Vorschlag kam von Generalleutnant von Fransecky, dem Kommandeur der 7. ID:

"Hat sich als Avantgarden-Offizier vielfach ausgezeichnet. Er ist sehr intelligent, unermüdlich und unverdrossen. Alle Aufträge zur Aufklärung des Feindes, zur Herstellung der Verbindung mit den Nebendivisionen, oft unter sehr schwierigen Verhältnissen, löste er gründlich und glücklich. In der Attacke auf eine feindliche Ulanen-Eskadron bei Blumenau (22. Juli) bewies er hervorragende persönliche Bravour und führte seine Eskadron, wie ich als Augenzeuge gesehen, sehr geschickt. Er wurde von einem Offizier, den er herunterstach, im Gesicht durch einen Säbelhieb verwundet, blieb aber, obschon stark blutend, vor seiner Eskadron. Major von Hymmen ist ein sehr distinguierter, äußerst brauchbarer und tapferer Offizier, den ich zum Orden PLM in Untertänigkeit vorschlage."


Somit wäre dies eine Verleihung für das Gefecht bei Blumenau am 22. Juli 1866.


Leider fehlen mir bei Major von Hymmen wieder sämtliche Angaben zu den Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 18.11.15 (14:00)
Hallo,

Lt. dem Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt a. d. Oder, Major C. von Hymmen aus Hain, Kreis Düsseldorf, war im Jahr 1866 Kommandeur des 3. Eskadrons des Magdeburgischen Husaren-Regiments Nr. 10. Es handelt sich warscheinlich um

kgl. preuß. Generalleutnant Karl Friedrich Heinrich von Hymmen
* 15.01.1824 im Haus Hain bei Düsseldorf
† 28.03.1897 in Wiesbaden

Bemerkenswert ist, dass im Gothaischen Genealogischen Handbuch der adeligen Häuser findet sich kein Erwähnung des pour le mérite.

-----------------------------------

Auch für Hensel: Er blieb im 4. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 72, bis er am 02.07.1870 mit der gleichzeitigen Verleihung des Charakters als Oberst zur Disposition gestellt wurde. Vielleicht wer das Buch "Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen 4. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 72, 1860–1910" besitzt, kann nähere Angaben machen.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 18.11.15 (14:53)
Vielen Dank für die Ausführungen.

Ich werde mich mal nach dem genannten Buch umhören.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 19.11.15 (19:27)
Hier die Lebensdaten von Hensel:

geboren am 05.07.1818 in Longwy / Frankreich
verstorben am 01.02.1886 in Boppard als char. Oberst a.D.


Quelle ist nicht das erwähnte Buch. Dafür konnte mir anderweitig geholfen werden. Ein Hoch auf das Internet, so macht das Sammeln von Daten einfach Spaß.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 26.11.15 (18:38)
Ludwig von Wittich erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Chef des Generalstabes V. Armeekorps / 2. Armee

Der Vorschlag kam von General der Infanterie von Steinmetz, dem Kommandierenden General des V. Armeekorps:

"Ein in allen Beziehungen ausgezeichneter Generalstabschef eines Armeekorps, der ebenso tüchtig und besonnen im Feuer wie klar in seinen Entwürfen und Vorschlägen ist. Sein Verdienst ist, wie das des Kommandierenden Generals nicht auf eine einzelne Tatsache zu reduzieren, sondern in allen Erfolgen zu finden. Ich erachte den Oberst von Wittich des Ordens PLM für durchaus würdig und erbitte diese Gnade für ihn."

Somit ornde ich diese Verleihung allgemein dem Feldzug in Böhmen zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 08.12.15 (10:30)
Julius Ludwig von Löwenfeld erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Kommandierenden General, General der Infanterie von Steinmetz:

"Führte am 27. Juni die Avantgarde des Armeekorps und ermöglichte durch sein mutiges Vorgehen und demnächstigen mehrstündigen zähen Widerstand das leichtere Debouchieren des Armeekorps bei Nachod. Auch an den folgenden Tagen, 28., 29. und 30. Juni war General von Löwenfeld an der Spitze seiner Division tätig."

Ich ordne diese Verleihung somit der Schlacht bei Nachod zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 09.12.15 (21:51)
Karl Rudolf von Ollech erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 17. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Löwenfeld, seinem Divisionskommandeur:

"Warf in der Schlacht bei Nachod den heftigen Angriff des Feindes auf den linken Flügel mit großer Energie zurücj und wurde dabei schwer verwundet."


Die Verwundung traf Generalmajor von Ollech am Oberschenkel und er war danach nicht mehr felddienstfähig.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 10.12.15 (16:50)
Hugo von Kirchbach erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von seinem Kommandierenden General, General der Infanterie von Steinmetz:

"Hat an den Schlachttagen vom 27. und 28. Juni, in den Gefechten vom 29. und 30. Juni seine Division mit ebensoviel Besonnenheit wie Tapferkeit gegen den Feind geführt und dadurch seinen gebührenden Anteil an dem Rum dieser Tage; er ist deshalb der erbetenen Auszeichnung würdig."

Ich ordne diese Verleihung somit allgemein dem Feldzug in Böhmen zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.12.15 (16:10)
Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 2. Westpreußisches Königs-Grenadierregiment Nr. 7 / 18. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Horn, seinem Brigadekommandeur:

"Obwohl er am 28. Juni 1866 nicht unter dem direkten Befehl des Unterzeichneten gestanden, so sind doch die enormen Erfolge, die das Regiment an dem Tage hatte, vorzugsweise seiner energischen Führung und seiner umsichtigen Leitung zuzuschreiben."

Somit erfolgte diese Verleihung für die Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.12.15 (16:29)
Für heute gleich noch ein weiterer Name, wo ich keine Lebensdaten finden kann:

Leopold Karl Hugo Wilhelm Heinrich Emil von Kaisenberg erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann im 2. Westpreußischen Königs-Grenadierregiment Nr. 7 / 18. Infanteriebrigade / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Oberst von Voigths-Rhetz, seinem Regimentskommandeur:

"Führte sein Halbbataillon mit seltener Energie und Bravour, obgleich zwei Mal verwundet, in der Richtung auf den Bahnhof von Skalitz und war dieser Angriff von entscheidendem Erfolg."


Der Satz liest sich etwas holprig, aber so steht es in meiner Quelle wirklich. Somit wäre dies eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866. Führer eines Halbbataillons? Eventuell war Hauptmann von Skalitz somit Kompaniechef im Königs-Grenadierregiment Nr. 7 ?


Den Vorschlag zum PLM kommentierte noch General der Infanterie von Steinmetz, der Kommandierende General des V. Armeekorps, mit folgenden Worten:

"Hauptmann von Kaisenberg erachte ich des Ordens PLM für würdig, da er trotz seiner Verwundung am Kopfe im Dienst blieb und am folgenden Tage mit Auszeichnung mitkämpfte."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 13.12.15 (19:15)
Hallo,

kgl. preuß. Major Leopold Karl Ferdinand von Kaisenberg
* 01.09.1833 in Uder bei Heiligenstadt
† 04.09.1870 in Altenstadt bei Weißenburg/Elsaß (an Verwundung erlegen)

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.12.15 (19:36)
SUPER !! Vielen Dank !

Allerdings eine Frage, ist das Sterbedatum 04.09.1870 korrekt?

Ich hatte vorhin via Google schon gesehen, daß sich Kaisenberg als Major im Krieg von 1870 erneut auszeichnen konnte. Und zwar am 04.08.1870 in der Schlacht bei Weißenburg. Er wurde schwer verwundet, als er die Fahne des Bataillons selbst übernahm, nachdem der Fahnenträger ausgefallen war, und mit ihr an der Spitze vorstürmen wollte.

Schau mal hier:

https://books.google.de/books?id=ofJhCgAAQBAJ&pg=PA102&lpg=PA102&dq=major+von+kaisenberg&source=bl&ots=fc9Igjn4ta&sig=Li8KgJlnmcnvY50SKw8zdEqSpuE&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwic38XZutnJAhVFYQ8KHbnEB-AQ6AEIJTAB#v=onepage&q=major%20von%20kaisenberg&f=false

Es wird leider nicht erwähnt, wann genau Kaisenberg starb.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 13.12.15 (20:39)
Ich glaube, dass das o.g. Sterbedatum richtig ist. Einige Quellen (Walhalla: Deutschlands Opfer aus den Feldzügen der Jahre 1870 und 1871, Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Genealogisches Handbuch des Adels) erwähnen eindeutig, dass Kaisenberg am 04.09.1870 an die Folgen des am 04.08.1870 in der Schlacht bei Weißenburg erlittenen Verwundung gestorben ist. 

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.12.15 (20:48)
Ah, ok gut. Mir war nur aufgefallen, daß er dann ja wohl noch immer in der Nähe des Ortes war, an dem er auch verwundet wurde.

Wir haben bis jetzt 89 Verleihungen erfaßt. Und von Kaisenberg ist bereits der vierte PLM-Träger des Krieges von 1866, der dann im Krieg von 1870/71 gefallen / verstorben ist.

Insgesamt bin ich hoch erfreut, was hier so alles an Informationen zusammenkommt. Vielen Dank für die Mitarbeit. Ich hätte auch nicht geahnt, daß es für 1866 so viele Verleihungen gab. Es werden noch so einige Namen folgen. 1866 gab es wohl mehr Verleihungen des PLM als dann 1870/71.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.12.15 (13:14)
Ferdinand Adolf Eduard von Below erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur Westfälisches Füsilierregiment Nr. 37 / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Löwenfeld, seinem Divisionskommandeur:

"Kommandierete in der Schlacht bei Nachod die Avantgarde und behauptete sich mit großer Bravour und Hartnäckigkeit bis zur Ankunft von Verstärkung."


Bei ihm kann ich folgende Lebensdaten im Netz finden:

* 04.07.1812 in Königsberg / Ostpreußen
+ 21.10.1870 in Pont-á-Mousson / Frankreich

Somit wäre dies gleich ein weiterer Name, der den im Krieg von 1870 gefallen / verstorben ist. Erlag auch er eventuell einer früheren Verwundung?
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 15.12.15 (15:35)
Erlag auch er eventuell einer früheren Verwundung?

Nein: Below starb als Generalmajor im Feldlazarett Pont-á-Mousson an Ruhr. (Quelle: Von Below, Ein deutsches Geschlecht aus dem Ostseeraum).

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.12.15 (15:53)
Vielen Dank für die Info. Dann schaue ich mir gleich den nächsten Namen an:


Walther von Monbary erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 1. Niederschlesisches Infanterieregiment Nr. 46 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Tiedemann, wohl sein Brigadekommandeur:

"Hat in den Gefechten am 27., 28. und 29. Juni 1866 seine Truppen mit Umsicht und Entschlossenheit an den Feind geführt und in allen bisherigen Gefechten diejenige kalte Bravour gezeigt, welche mit bestem Beispiel vorangeht und zur Nachahmung auffordert. Im Gefecht bei Nachod durch einen Schuß am Kopf verwundet, ist er nicht einen Moment von seinem Kommando abgetreten. In diesem Gefecht wurde ihm ein Pferd unter dem Leibe erschossen."


Somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Nachod.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.12.15 (17:17)
Für heute gleich noch ein weiterer Name, sicher ein sehr schwieriger Fall. Hier habe ich wieder keinerlei Hinweis zu den Lebensdaten. Auch fehlt mir seine genaue Verwendung.


Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann erhielt den PLM am 20. September 1866 als Sekondeleutnant im 2. Niederschlesischen Infanterieregiment Nr. 47 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Eingereicht wurde er von Oberst von Massow, sicher sein Regimentskommandeur:

"Erklomm bei dem Sturm auf den Bahnhof bei Skalitz als der erste mit seinem Pferde den steilen Eisenbahndamm, dicht vor dem Major von Haeseler und dem Hauptmann Masuch, und übersprang sodann eine 2 1/2  Fuß hohe Barriere, hinter der die feindlichen Schützen Deckung genommen hatten."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 18.12.15 (15:51)
Ich habe für Sekondeleutnant Hoffmann die Lebensdaten bekommen:

geboren am 26.07.1843 in Bromberg
verstorben am 18.11.1906 in Halle an der Saale


Damit wäre Hoffmann bis jetzt der Jüngste PLM-Träger von 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.02.16 (10:42)
Bruno von Francois erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 3. Posensches Infanterieregiment Nr. 58 / 9. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866.

Eingereicht wurde er von Oberst von Below:

"Deckte mit fünf Halbbataillonen seiner Halbbrigade bei Nachod den linken Flügel der ganzen Gefechtsaufstellung und hielt denselben gegen wiederholte Angriffe weit überlegener Kräfte trotz des sehr bedeutenden Verlustes durch Granat- und Gewehrfeuer mit großer Zähigkeit fest und ermöglichte dadurch den Aufmarsch der 10. Division auf dem rechten Flügel, wodurch der günstige Ausgang der Schlacht erzielt wurde."


Bruno von Francois fiel am 6. August 1870 in Spicheren im Deutschen-Französischen Krieg.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.02.16 (10:45)
Emil Julius von Tresckow erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866.

Eingereicht wurde er von Generalmajor von Wnuck:

"Führte das Regiment im Gefecht bei Nachod am 27. Juni mit großer Bravour in die feindlichen Kürassoere, wurde im Handgemenge zwei Mal verwundet und mußte in Folge dessen das Schlachtfeld verlassen."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.02.16 (14:35)
Als nächstes gleich zwei Namen, da sie zusammengehören:

Fedor von Bercken erhielt den PLM am 20. September 1866 als Premierleutnant und Chef der 3. Eskadron / Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Karl Friedrich Wolfgang von Schaubert erhielt den PLM am 20. September 1866 als Sekondeleutnant und Führer der 4. Eskadron / Westpreußisches Ulanenregiment Nr. 1 / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee


Auch diese Verleihungen erfolgten für die Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866.

Der Vorschlag wurde eingereicht von Rittmeister von Bernhardi:

"Bercken zum Roten-Adler-Orden IV. Klasse mit Schwertern, Schaubert vom Orden PLM. Premierleutnant von Bercken und Sekondeleutnant von Schaubert nahmen im Gefecht bei Nachod am 27. Juni zwei Kanonen und warfen die feindliche Deckung, aus Kürassieren bestehend. ..."

General der Infanterie von Steinmetz ergänzte:

"Bei der Attacke der 3. und 4. Eskadron des Westpreußischen Ulanenregiments Nr. 1 am 27. Juni auf die nördlich Wisokow aufgestellte österreichische Batterie führte Premierleutnant von Bercken die 3., Sekondeleutnant von Schaubert die 4. Eskadron. Beide Offiziere zeigten sich dabei gleich intelligent und brav. Sekondeleutnant von Schaubert hatte das voraus, daß er zwei Geschütze mit Bespannung aus der Attacke dem Regiment zuführte, während Premierleutnant von Bercken die übrigen Geschütze verfolgte und schließlich zum Stehenbleiben zwang. Außerdem zeichnete sich Sekondeleutnant von Schaubert noch dadurch aus, daß er in dem Handgemenge bei der ersten Kavallerieattacke am 27. Juni den bereits verwundeten Generalmajor von Wnuck durch seine Geistesgegenwart rettete, indem er, als ein österreichischer Offizier gegen den General anritt, hinzueilte und diesen Offizier niederschoß.
Aus diesen Gründen hatte ich die beiden genannten Offiziere in der Auszeichnung klassifiziert, kann jedoch meinerseits kein Bedenken finden, wenn Seine Majestät der König beide Offizier gleich hoch durch Verleihung des Ordens PLM zu begnadigen geruhen will. ..."


Und letzten Endes erhielten denn auch beide den PLM.


Bei beiden Namen wäre ich wieder auf Hilfe bei den Lebensdaten angewiesen.

Bei Fedor von Bercken ist mir bekannt, daß er am 10. April 1837 in Mühlhausen geboren wurde, bis in den Rang eines Generalleutnants aufstieg und im Jahr 1913 verstarb.

Zu von Schaubert ist mir leider nichts bekannt.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 14.02.16 (15:32)
Hallo IM,

kgl. preuß. Generalleutnant  Fedor Ernst Hans Leopold von Bercken
* 10.04.1837 in Mühlhausen/Thüringen
† 26.12.1913 auf dem Gut Ganglau bei Allenstein

kgl. preuß. Rittmeister Karl Friedrich Wolfgang von Schaubert
* 02.08.1841 in Gossendorf bei Neumarkt in Schlesien
† 25.02.1902 in Obernigk/Provinz Posen

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.02.16 (15:57)
Sehr schön. Vielen Dank! Da bleibt wiederum keine Lücke, ... Dann gleich weiter:


Conrad Wilhelm von Prodzynski erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 12. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von General der Kavallerie von Mutius, seinem Kommandierenden General:

"Obgleich die 12. Infanteriedivision nur 6 Bataillone, 4 Eskadrons und 2 Batterien stark war, so hat sie nicht bloß die linke Flanke gegen Josefstadt gesichert, sondern sie hat auch rechtzeitig in das Gefecht eingegriffen und durch Wegnahme der Trotina-Mühle, eines Teils von Sendraschütz, von Lochenitz und der östlichen Hälfte von Sweti wesentlich zu den glücklichen Erfolgen auf dem linken Flügel der Schlacht beigetragen. Sie verdankt dies der geschickten, selbständigen Leitung des Generals von Prondzynski."


Auch bei ihm habe ich nur Hinweise auf die Lebensdaten: geboren im Jahr 1804 und gestorben im Jahr 1871.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 14.02.16 (17:05)
kgl. preuß. General der Infanterie Conrad Wilhelm Ferdinand von Prondzynski
* 26.11.1804 in Graudenz
† 26.02.1871 in Cöpenick bei Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.02.16 (17:26)
Noch einmal Danke !

Bei der Schreibweise des Familiennamens war mir ein Schreibfehler unterlaufen. Danke für die Korrektur. Was den Vornamen betrifft, da hatte ich dies hier gefunden:

http://wiki-de.genealogy.net/12._Division_%28Alte_Armee%29

Dort wird er mit Conrad Wilhelm geführt. (Und ich sehe auch gerade, wo die Quelle für meinen Schreibfehler liegt, denn ich hatte den Namen einfach kopiert, ...  ;D)

Werde es in Ferdinand umändern.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.02.16 (09:02)
Louis Heinrich Elgar Josef Albert Freiherr von Dalwig erhielt den PLM am 20. September 1866 als Sekondeleutnant und Zugführer in der 6. Kompanie / Schlesisches Füsilierregiment Nr. 38 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für die Schlacht bei Königsgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Oberstleutnant von Knobelsdorff:

"Führte mit Auszeichnung den dritten Zug der 6. Kompanie, der zur Verbindung mit dem I. Bataillon, nachdem der hohe Wald passiert war, aufgelöst wurde. Durch Schnellfeuer in Verbindung mit der 5. Kompanie vertrieb er die in den kleinen Waldparzellen westlich des hohen Waldes sich postierten österreichischen Abteilungen und machte hierbei 100 Gefangene. Gegen die Batterie Prohaska, welche auf der Skalitz - Zlicer Chaussee aufgefahren war, geht er mit seinem Zuge, obgleich 800 Schritt entfernt, vor und trotz des heftigen Granat- und Kartätschfeuers, durch welches er 16 Mann seines Zuges verliert, bleibt er im Vorrücken. Auf 160 Schritt an die Batterie herangekommen, läßt er auf die sich jetzt zeigende Artilleriebedeckung vom Regiment Nassau Schnellfeuer eröffnen, vereinigt sich dann mit den Schützenschwärmen des I. Bataillons und erreicht zuerst das auf dem rechten Flügel stehende feindliche Geschütz. Seine persönliche gezeigte Bravour, seine Entschlossenheit und Umsicht müssen besonders hervorgehoben werden."

General der Infanterie von Steinmetz fügte hinzu:

"Verdient besondere Auszeichnung, ob aber die vorgeschlagene (Roter Adler-Orden III. Klasse mit Schwertern) oder den Orden PLM, stelle ich anheim."

Er wurde also ursprünglich von Oberstleutnant von Knobelsdorf zu einer anderen Auszeichnung vorgeschlagen, erst auf dem Dienstweg nach oben wurde daraus der PLM, der dann auch verliehen wurde.



Auch zu dieser Person habe ich wieder keinerlei Hinweise auf die Lebensdaten. Ich habe zwar hier einen Elgar Freiherr von Dalwig gefunden,

http://www.schlossarchiv.de/TNG/getperson.php?personID=I827D08D&tree=tree1

es würde auch passen, daß er 1873 als Rittmeister verstarb. Aber da wäre er 1866 38 Jahre alt gewesen. Ein 38jähriger Sekondeleutnant ??
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 15.02.16 (18:59)
Hallo IM,

Der o. g. Dalwig war  Verwaltungsbeamter und wurde 1867 zum Landrat des Landkreises Oppeln ernannt.

Hier die Lebensdaten des gesuchten:

kgl. preuß. Major Ludwig Heinrich Elgar Josef Albert Freiherr von Dalwig
* 24.04.1843 in Neustadt in Oberschlesien
† 10.06.1888 in Görlitz

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.02.16 (19:42)
Also ich staune schon wieder. Das ist ja super !! Danke.

Ich hätte gleich den nächsten Fall. Ich sehe erst jetzt, daß auch diese beiden Verleihungen zusammenhängen.

Adolf Anatol Wilhelm von Krane erhielt den PLM am 20. September 1866 als Sekondeleutnant und Zugführer in der 6. Kompanie / Schlesisches Füsilierregiment Nr. 38 / 11. Infanteriedivision / VI. Armeekorps / 2. Armee

Auch er wurde eingereicht von Oberstleutnant von Knobelsdorff:

"Vorschlag usw. wie vor. War in hervorragender Weise mit dem 2. Schützenzuge beteiligt bei dem Sturm der Geschütze und deren Behauptung, als von den österreichischen Jägern wiederholt Versuche gemacht wurden, die Geschütze wieder zu nehmen. Sein Zug verlor 10 Mann. Leutnant von Krane gab ein vortreffliches Beispiel von kaltblütiger Ruhe und hoher Bravour, weshalb er der besonderen Auszeichnung würdig erscheint."


Auch hier hätte ich selbst wieder keine Hinweise zu den Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 15.02.16 (20:25)
Vielleicht handelt es sich um den

kgl. preuß. Hauptmann Wilhelm Freiherr von Krane
* 16.02.1844 in Meschede
† 08.12.1878 in Görlitz

Wie immer ist er nicht als Pour le Mérite-Träger in der Genealogischen Taschenbücher geführt (das gilt auch für viele andere Träger des PLM in 1866), sondern nur als „Hauptmann à la suite des schlesischen Füsilierregiments Nr. 38“.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 15.02.16 (20:28)
Wenn er in Zusammenhang mit dem Füsilierregiment 38 steht, dann wird er es schon sein.

Damit hätten wir einen neuen "jüngsten PLM-Träger von 1866". Aber auch er ist sehr jung verstorben.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 16.02.16 (18:24)
Maximilian von Versen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann i.G. und Generalstabsoffizier bei der Kavalleriedivision der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für Verfolgungsgefechte Mitte 1866 nach der siegreichen Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Hartmann:

"Nicht allein, daß der Hartmann von Versen sich als einer der gewandtesten und umsichtigsten Generalstabsoffiziere erwiesen, unermüdlich tätig und stets seine Person einsetzend, so hat er auch bei verschiedenen Gelegenheiten die ausgezeichnetste persönliche Bravour dargetan. Am 14. Juli war Hauptmann von Versen von mir entsandt worden, um den Feind zu rekognoszieren. Er schloß sich dabei der 2. Eskadron des 1. Leibhusarenregiments bei Wrahowitz an und attackierte 2 Eskadrons sächsischer Reiter, hieb mehrere Gegner nieder und machte zwei Beutepferde. Am 15. Juli war Hauptmann von Versen von mir nach Tobitschau entsandt, um das Gefecht um das Defilé nach Traubeck zu beobachten. Er griff leitend in das Gefecht zweier Kompanien des 43. Infanterieregiments ein, förderte es in tätigster Weise und machte persönlich mehrere Gefangene. Am Nachmittage desselben 15. Juli hatte ich ihm den Auftrag gegeben, das 1. Treffen der auf Dluhonitz vorgegangenen Husarenbrigade zu dirigieren. Er machte neben dem Regimentskommandeur des Landwehr-Huasenregiments die Attacke auf ein feindliches Bataillon mit, das gesprengt wurde, und tat alles um die Landwehr-Husaren nachher zu sammeln und sie gegen die österreichischen Haller-Husaren zu führen, die gegen ihre Flanke anritten".



Ich habe jetzt 100 Verleihungen erfaßt und es fehlen uns nach wie vor nur bei einer Person die Geburtsdaten. Eine ganz hervorragende Arbeit.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.02.16 (10:40)
Maximilian Karl Friedrich Albert von Bredow erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberstleutnant und Kommandeur Westpreußisches Kürassierregiment Nr. 5 / Kavalleriedivision
der 2. Armee

Die Verleihung erfolgte für das Gefecht bei Dub am 15. Juli 1866. Eingereicht wurde er von Generalmajor von Hartmann, seinem Divisionskommandeur:

"Am 15. Juli Gefecht bei Dub. In demselben sandte ich das Westpreußische Kürassierregiment Nr. 5 über eine defekte Brücke der Blatta rekognoszierend gegen Dub und Renakowitz vor. Oberstleutnant von Bredow attackierte an der Spitze der 2. Eskadron eine feuernde Batterie und nahm mit derselben und anderen Abteilungen des Regiments 18 feindliche Geschütze und 7 Wagen."


Auch hier fehlen mir mir jegliche Angaben zu den Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 27.02.16 (13:29)
kgl. preuß. Oberst Maximilian Karl Friedrich Albrecht von Bredow
* 15.01.1817 in Landin/Havelland
† 28.10.1893 in Berlin

P. S.: Die Lebensdaten von Ferdinand von Prondzynski sollen ergänzt werden: gest. am 26.02.1871 auf dem Generalshof bei Cöpenick

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.02.16 (15:24)
Erneut vielen Dank für die Ergänzungen. Dann gleich weiter mit dem nächsten Namen, er steht in Zusammenhang mit der Verleihung an Bredow.

Hans Alexis Schach von Wittenau erhielt den PLM am 20. September 1866 als Rittmeister und Chef  2. Eskadron / Westpreußisches Kürassierregiment Nr. 5 / Kavalleriedivision der 2. Armee

Eingereicht wurde er von Oberstleutnant von Bredow:

"Mit ganz seltener Tapferkeit führte am 15. Juli bei Renakowitz der Rittmeister Schach von Wittenau seine Eskadron gegen eine aus 20 gezogenen Geschützen mit Granaten und Kartätschen feuernde Batterie und rief seinen Leuten hierbei zu: "Nun, Kinder drauf, mit Gott für König und Vaterland", was eine erhebende Begeisterung hervorrief, so daß nach wenigen Augenblicken 17 Geschütze sowie 7 Munitionskarren genommen und 2 Offiziere, 4 Unteroffiziere, 123 Gemeine und 157 Pferde gefangen waren."

Bei den Lebensdaten habe ich dies hier gefunden:

http://www.schlossarchiv.de/TNG/getperson.php?personID=I830D10S&tree=tree1

Ich denke, das ist die gesuchte Person.

Es gibt einige Unstimmigkeiten, trotzdem muß es sich um das gleiche Ereignis handeln. Im Vorschlag zu von Bredow ist die Rede von 18 erbeuteten Geschützen und 7 Wagen, im Text zu Schach von Wittenau von 17 Geschützen und 7 Munitionswagen. Im Buch des Großen Generalstabs über den Krieg von 1866 wird auf Seite 497 der Angriff unter Führung von Oberstleutnant von Bredow erwähnt . Da wiederum ist die Rede von 18 Geschützen, 15 Protzen und 7 Munitionswagen. Hier werden insgesamt 2 Offiziere und 168 Mann an Gefangenen genannt, im Gegensatz zum Text aus dem Vorschlag zu Schach von Wittenau mit 2 Offizieren und 127 Mann. Der weitere Unterschied findet sich in der Nummer der Eskadron. Im Text des Verleihungsvorschlages zu Oberstleutnant von Bredow ist die Rede von "an der Spitze der 2. Eskadron", im Buch des Großen Generalstabes steht "mit seiner 1. Eskadron". Somit ist unklar, von welcher Eskadron Rittmeister Schach von Wittenau nun genau der Chef war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 01.03.16 (18:57)
Hallo,

Ich habe die Lebensdaten Pogrells endlich gefunden ;D

kgl. preuß. Rittmeister Philipp Hugo von Pogrell
* 14.07.1831 in Minden/Westfalen
† 17.09.1866 im Lazarett Liegnitz/Niederschlesien (an Verwundung erlegen)

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 01.03.16 (19:33)
WOW, ich bin begeistert und total beeindruckt. Vielen Dank !!

Damit fehlt uns jetzt bei den bisherigen über 100 gelisteten Verleihungen kein einziges Geburts- oder Todesdatum.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 21.04.16 (05:13)
Johann Heinrich Ferdinand von Glasenapp erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst z.D. und Kommandeur 2. Landwehr-Husarenregiment / 10. Kavalleriebrigade / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps

Eingereicht wurde er von Oberst von Frankenberg:

"Am 15. Juli nachmittags 5 Uhr ging das 2. Landwehr-Husarenregiment gegen Prerau vor und griff gegen 6 Uhr zwischen Rokeitnitz und Dlubowitz feindliche Infanterieabteilungen, welche Kompaniekarrees formierten, eskadronsweise an. An der Spitze der 1. Eskadron drang Oberst von Glasenapp in ein solches Karree ein. Von allen vier Eskadrons wurden über 200 Mann vom Regiment Giulay mit 5 Offizieren gefangen. Hierauf schnitten die Husaren einen Teil der feindlichen Bagage ab, als sich feindliche Kavallerie zeigte. Oberst von Glasenapp sammelte schnell die Mannschaften der 1., 2. und 3. Eskadron und nahm den Angriff mehrerer Eskadrons Haller-Husaren an. Trotz lebhaften Kampfes wurden die Landwehrhusaren zurückgedrängt. Oberst von Glasenapp hatte sich zuerst in den Feind gestürzt, wurde schwer verwundet und fiel in die Hände des Feindes. ..."

General der Infanterie von Steinmetz fügte hinzu:

"Orden PLM, da Oberst von Glasenapp Ausgezeichnetes geleistet hat und nur infolge vieler Wunden im bewußtlosen Zustand in des Feindes Hände gefallen ist."


Zu Oberst von Glasenapp fehlen mir wieder komplett die Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 21.04.16 (20:36)
Hallo IM,

kgl. preuß. Oberst Johann Heinrich Ferdinand von Glasenapp (bis 1839 Glasenapp)
* 02.04.1814 in Zewelin bei Cöslin
† 15.01.1886 in Stolp

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 21.04.16 (22:54)
Sehr schön. Wieder vielen Dank! Dann gleich weiter zum nächsten Namen, ...


Ludwig von Schlotheim erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Chef des Generalstabes der Elbarmee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld:

"Hat während des ganzen Feldzuges den Anforderungen seiner wichtigen Stellung nach jeder Richtung hin in ausgezeichneter Weise durch Intelligenz und durch rastlosen Fleiß und Eifer entsprochen und ist mit größter persönlicher Hingebung und Umsicht in den Gefechten bei Hünerwasser und Münchengrätz sowie besonders am Tage der Schlacht von Königgrätz in Tätigkeit gewesen. An den Erfolgen der Elbarmee hat derselbe einen großen, wesentlichen Anteil und muß der Allerhöchsten Gnade zur alleruntertänigst für ihn erbetenen Auszeichnung pflichtmäßig als besonders verdienstvoll empfohlen werden."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (01:45)
Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld:

"Hat am 3. Juli das Dorf Problus und die daneben und dahinter liegenden Höhen und Wälder mit der 14. Infanteriedivision stürmend mit großer Bravour genommen und dadurch zum Siege wesentlich beigetragen."


Es ist somit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (02:27)
Emil von Schwartzkoppen erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur  27. Infanteriebrigade / 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Eingereicht wurde er von seinem Divisionskommandeur Generalleutnant Graf zu Munster-Meinhövel:

"Führte seine Brigade mit ebensoviel persönlicher Tapferkeit als Energie und Sachkenntnis in dem blutigen Gefecht bei Problus zum Siege ..."


Wiederum eine Verleihung für die Königgrätz.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (04:02)
Wilhelm von Hiller erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 28. Infanteriebrigade / 14. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Er wurde ebenfalls von seinem Divisionskommandeur eingereicht:

"Führte seine Brigade, ohne früher einen Feldzug mitgemacht zu haben, sachgemäß und mit sehr großer Ruhe und klingendem Spiel im blutigen Kampfe am 3. Juli zum Siege ..."

Somit ebenfalls eine Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz.



Bei Wilhelm von Hiller wäre ich jetzt wieder auf Hilfe angewiesen, was die Sterbedaten betrifft. Mir ist nur das Jahr 1898 bekannt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 22.04.16 (18:37)
kgl. preuß. Generalleutnant Wilhelm August Bernhard von Hiller gest. am 01.04.1898 in Groß Lichterfelde bei Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (20:12)
Fein, fein, da kann ich gleich weitermachen bis zum nächsten Namen, wo ich wieder auf Hilfe angewiesen bin, ...


Philipp Carl von Canstein erhielt das Eichenlaub zum PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 15. Infanteriedivision / VIII. Armeekorps / Elbarmee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Herwarth von Bittenfeld:

"Die 15. Infanteriedivision hat unter seiner tapferen und energischen Führung am 3. Juli die bewaldeten Höhen von Neu-Prim und die Dörfer Neu-, Ober- und Nieder-Prim mit glänzendem Erfolge genommen."


Damit eine weitere Verleihung für die Schlacht bei Königgrätz.


Den PLM hatte Philipp Carl von Canstein im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 erhalten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (20:41)
Ich habe bis jetzt 108 Verleihungen erfaßt. Davon entfallen 106 Verleihungen auf den Feldzug in Böhmen und nur 2 Verleihungen auf den Main-Feldzug. Dieses Verhältnis wird sich aber jetzt ändern.


Alexander von Kraatz-Koschlau erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Chef des Generalstabes der Mainarmee.

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Vogel von Falckenstein, dem Kommandierenden General des VII. Armeekorps:

"Umsichtig, geschickt in Ausführung der ihm gegebenen Aufträge, im höchsten Grade fleißig und gewissenhaft, hat er mir und der Mainarmee die allergrößten Dienste geleistet. Unerschrocken und brav vor dem Feinde, ging im Gefecht nur immer sein Ansuchen dahin, dort verwendet zu werden, wo er mir von Nutzen sein könnte, daher bei Entsendungen er sich auch immer in den Reihen der Vordersten und auf den gefahrvollsten Punkten befand."


Ein zweiter Vorschlag kam von Generalleutnant Freiherr von Manteuffel, dem Oberbefehlshaber der Mainarmee:

"Derselbe hat vom Zusammentritt der Armee an als Chef des Generalstabes fungiert. Ich vermag über ihn nur das vorzüglichste Zeugnis zu geben, und bei der Wichtigkeit der Stellung, so ist die Auszeichnung, die dem Chef des Generalstabes einer Armee zu Teil wird, ein Beweis der Gnade und Anerkennung S.M. des Königs für die Leistungen der Armee. In dieser Auffassung wage ich es, meinen alleruntertänigsten Vorschlag vorzulegen."


Die Verleihung erfolgte somit für den gesamten Main-Feldzug.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (22:00)
August Karl von Goeben erhielt das Eichenlaub zum PLM am 20. September 1866 als Generalleutnant und Kommandeur 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von General der Infanterie Vogel von Falckenstein, allerdings erbat sich dieser den Roten Adlerorden I. Klasse mit Schwertern:

"Hat durch seine umsichtige Führung und sein energisches Benehmen vor dem Feinde stets die glänzendsten Erfolge erreicht, die Gefechte bei Dermbach, Kissingen, Lausach und Aschaffenburg geben Zeugnis dafür. Es war vorzugsweise der 13. Division, die immer die Tete hatte, vorbehalten gewesen, das bis zum 16. Juli errungene Resultat der Mainarmee herbeigeführt zu haben."


Gleichzeitig kam auch ein Vorschlag von Generalleutnant Freiherr von Manteuffel, auch er erbat den Roten Adlerorden I. Klasse mit Schwertern:

"Derselbe hat in vielfachen Gefechten in dieser Kampagne seine ausgezeichneten militärischen Gaben bewährt; unter seiner Führung sind die entscheidendsten Schläge geschehen und er verdient eine außergewöhnliche Königliche Gnade."


Somit erfolgte diese Verleihung ebenfalls für die Main-Feldzug insgesamt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (22:22)
Ferdinand von Kummer erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 25. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Goeben, seinem Divisionskommandeur:

"General von Kummer hat sich bei jeder Gelegenheit durch seine persönliche Haltung wie durch die umsichtige Führung seiner Truppen glänzend hervorgetan. Nachdem ich ihn für Dermbach und Kissingen zum Kronenorden II. Klasse mit Schwertern, für sein ausgezeichnetes Verhalten bei Aschaffenburg zum Orden PLM in Vorschlag gebracht, kann ich, nachdem er auch ber Gerchsheim und vor Wurzburg wieder seine kaltblütige Ruhe und Bravour bewährt hat, auch jetzt nur um die Verleihung der letztgenannten Auszeichnung alleruntertänigst bitten."

Somit erfolgte auch diese Verleihung letzten Endes für den Mail-Feldzug insgesamt.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 22.04.16 (22:38)
Karl von Wrangel erhielt den PLM am 20. September 1866 als Generalmajor und Kommandeur 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Goeben:

"General von Wrangel hat die Brigade während des ganzen Feldzuges und speziell in sechs größeren Gefechten sämtlich siegreich mit Auszeichnung geführt. Schon für die Gefechte bei Dermbach und bei Kissingen habe ich ihn zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Schwertern, für die Gefechte bei Lausach und Aschaffenburg zum Orden PLM in Vorschlag gebracht. Nachdem er seitdem (wiederum) bei Bischofsheim und bei Gerchsheim mit ebenso großer Entschlossenheit und Umsicht wie mit Erfolg gekämpft, erlaube ich mir den letzteren Vorschlag alleruntertänigst zu erneuern."


Somit ordne ich auch diese Verleihung dem Main-Feldzug insgesamt zu.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 26.04.16 (17:53)
Franz Wilhelm Hermann Gustaf Adolf des Barres erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberstleutnant und Kommandeur  I. Bataillon / 2. Schlesischen Grenadierregiment Nr. 11 / 2. kombinierte Infanteriebrigade / kombinierte Division "von Flies"

Der Vorschlag kam von Generalmajor von Flies, seinem Divisionskommandeur:

"Hat das Gebüsch vor Merxleben mit Bravour genommen, dasselbe mehrere Stunden gehalten. Beim Rückzuge von überlegener Kavallerie angefallen, hat er die Aufforderung, sich mit dem Bataillon zu ergeben, abgelehnt, vier Kavallerieattacken abgeschlagen und sein Bataillon und die Fahne, zwar mit Verlust, zurückgeführt. Der feindlichen Kavallerie hat er bedeutenden Verlust zugefügt."

Da Merxleben erwähnt wird, handelt es sich hierbei um die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866.


Das ware nun wieder ein Fall, wo ich keinerlei Angaben zu den Lebensdaten hätte.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 26.04.16 (18:54)
kgl. preuß. Generalmajor Franz Wilhelm Hermann Gustav Adolf des Barres
* 16.09.1814 in Neuwied
† 31.12.1873 in Bromberg (Provinz Posen)

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 26.04.16 (19:40)
Wieder vielen Dank! Somit gleich weiter, ...


Kuno Freiherr von der Goltz erhielt das Eichenlaub zum PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 2. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 15 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von seinem Brigadekommandeur Generalmajor Freiherr von Wrangel für die Gefechte am 10., 13. und 14. Juli 1866:

"Der Allerhöchsten Gnade besonders empfohlen. Hat das Gefecht bei Friedrichshall (10. Juli) selbständig siegreich durchgeführt und bei Lausach (13. Juli) durch einen Offensivstoß vom rechten Flügel her wesentlich zum glücklichen Erfolg beigetragen."


Generalleutnant von Goeben fügte hinzu:

"Oberst von der Goltz hat auch in diesem Feldzuge nur Hervorragendes geleistet".


Da im Vorschlag zwei Ereignisse genannt werden, ordne ich diese Verleihung allgemein dem Main-Feldzug zu. Die Verleihung des Eichenlaubes an Oberst von der Goltz war die insgesamt siebente Verleihung dieses Ordens für den Krieg von 1866 und auch die letzte. Den PLM hatte sich von der Goltz im Krieg von 1864 erworben.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 26.04.16 (20:56)
Die letzten 10 Namen werden noch mal eine Herausforderung, ...

Adolf Gustav Hugo von Hoffmüller erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Chef 12. Kompanie / 2. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 15 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Oberst Freiherr von der Goltz, seinem Regimentskommandeur, für das Gefecht bei Gerchsheim am 25. Juli 1866:

"Mit ausgezeichneter Bravour und Umsicht führte er seine Kompanie hier wie in allen Gefechten, so daß er ein Vorbild für alle Mitglieder des Regiments ist."

Generalleutnant von Goeben fügte hinzu:

"Hauptmann von Hoffmüller ist in der Tat in ritterlicher Gesinnung und kühner Todesverachtung ein Musterbild des preußischen Offiziers, den ich der Allerhöchsten Gnade ganz besonders empfehle."


Hier wäre ich nun erneut auf Hilfe angewiesen, denn ich hätte wieder keinerlei Infos zu den Lebensdaten.



Dafür hätte ich noch etwas anderes. Gerade die rangniedrigen Dienstgrade sind ja am interessantesten. Daher habe ich mal geschaut und bin fündig geworden im Buch "Der Feldzug des Jahres 1866 in West- und Süddeutschland". Allerdings paßt es nicht ganz zu dem eh nur kleinen Hinweis aus dem Verleihungsvorschlag, denn die Tat hier stammt aus dem Kampf um Aschaffenburg am 14. Juli 1866:

"...
Die 12. Kompanie Nr. 15 (Hoffmüller) war aus ihrer Stellung rechts der Aumühle etwas eher als die anderen Kompanien abgerückt. Hauptmann von Hoffmüller ging über den Bahnhof hinaus vor und nahm mit seinem 7. Zug zwei von österreichischen Jägern besetzte Häuser. Auf dem Bahnhof die beiden anderen Züge unter Premierleutnant Müller zurücklassend, bahnte er sich mit dem 7. Zuge einen Weg durch die nächstliegenden Gärten, überstieg unter feindlichem Feuer vermittelst Leitern eine Garten-, sodann die Stadtmauer und stürzte sich mit der blanken Waffe auf die heftig feuernden Jäger, diese zurückwerfend. So eröffnete er den Eingang zur Stadt von der Eisenbahn her. Der Zug drang im Laufschritt bis zum Schloß vor, machte dort ca. 60 Gefangene und setzte, verstärkt durch 1 Offizier und 15 Mann des IR Nr. 15, seinen Lauf bis an die Mainbrücke fort, woselbst er, nächst den beiden Kompanie des IR Nr. 13, zuerst ankam.
..."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 26.04.16 (22:53)
Hier noch die Lebensdaten Hoffmüllers:

kgl. preuß. Major Adolf Gustav Hugo von Hoffmüller
* 30.09.1829 in Ziegenhagen/Kreis Saatzig/Pommern
† 19.09.1886 auf dem Schloß Falkenwalde/Kreis Saatzig/Pommern

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.04.16 (12:14)
Ludwig von Cranach erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberstleutnant und Kommandeur Füsilierbataillon / 1. Rheinisches Infanterieregiment Nr. 25 / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Oberst Freiherr von Hanstein, seinem Regimentskommandeur:

"Am 10. Juli 1866 wurde Oberstleutnant von Cranach beim Vorgehen des Korps Manteuffel auf Kissingen mit dem Füsilierbataillon zur Degagierung der bei Friedrichshall und Hausen fechtenden Avantgarde auf Waldaschach detachiert, griff dies Dorf mit Energie an, warf den weit stärkeren Feind über die Saale und setzte sich so mit der Avantgarde in Verbindung. Seinen guten energischen Anordnungen ist es größtenteils zuzuschreiben, daß die Wegnahme des Ortes mit geringem Verlust stattgefunden, und sehe ich mich umso mehr veranlaßt, denselben zu einer Auszeichnung alleruntertänigst zu empfehlen, als es mir bei der in Hannover stattgehabten Detachierung des Bataillons unbekannt ist, ob derselbe bereits für die unter seinem Befehl am 18. Juni 1866 so mutige und resultatreiche Wegnahme von Stade (bei der einige Schüsse fielen) zu einer solchen in Vorschlag gebracht worden ist."

Generalleutnant Freiherr von Manteuffel fügte hinzu:

"Er hat sich bei Stade gut benommen und bei dem Gefecht bei Waldaschach ganz besondere Selbständigkeit gezeigt."


Somit wäre dies eine Verleihung für die Schlacht bei Kissingen am 10. Juli 1866.


Zu Ludwig von Cranach fehlen mir wiederum die Lebensdaten. Mir ist nur bekannt, daß er zuletzt General der Infanterie war.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 27.04.16 (12:51)
kgl. preuß. Char. General der Infanterie Ludwig Otto Lukas von Cranach
* 07.08.1818 auf dem Gut Craazen/Kreis Soldin/Neumark
† 15.09.1894 in Seehof bei Teltow

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.04.16 (18:26)
Da viele Generalsrang erreichten, kommen wir schnell voran. Hier gleich der nächste Name. Auch hier fehlen mir die Lebensdaten und auch er hatte als letzten Dienstgrad General der Infanterie:


Hugo von Thile erhiel den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur Magdeburgisches Füsilierregiment Nr. 36 / 2. kombinierte Infanteriebrigade / kombinierte Division "von Flies" Korps "Manteuffel" / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Goeben:

"Obgleich noch krank, führte er sein Regiment gegen den weit überlegenen Feind am 26. Juli 1866 bei Uettingen und Roßbrunn mit Kaltblütigkeit zum Sturm und Sieg auf die sehr starke Position der Bayerischen Armee."

Generalleutnant Freiherr von Manteuffel fügte hinzu:

"Hat während der ganzen Kampagne sich als sehr tüchtiger Regimentskommandeur gezeigt und hat am 26. Juli sein Regiment mit ganz besonderer Bravour ins Feuer geführt. Das Regiment selbst hat sich dabei so brav benommen, daß dies auf den Kommandeur zurückfällt. und ich kann dies um so bestimmter hier aussprechen, da das Regiment unter seiner Leitung an Ausdauer und militärischer Haltung während der Märsche gewonnen hat."
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 27.04.16 (19:05)
kgl. preuß. General der Infanterie Hugo von Thile
* 22.11.1817 in Neiße/Oberschlesien
† 07.12.1894 in Hannover

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 27.04.16 (19:47)
Super. Ich bin gespannt, ob uns am Ende eine Lücke bleibt, ...


Johann Christian Alexander Stoltz erhielt den PLM am 20. September 1866 als Oberst und Kommandeur 6. Westfälisches Infanterieregiment Nr. 55 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Goeben:

"Hat bei Tauber-Bischofsheim am 24. Juli mit 4 1/2 Bataillonen während fünfstündigen Kampfes die stets wiederholten Angriffe, erst der ganzen Württembergischen, dann der kombinierten Österreichisch-Nassauschen Division, welche durch das Feuer von 4 gezogenen Batterien unterstützt waren, kräftig zurückgewiesen und hat zu dem glänzenden Resultat wesentlich durch seine unerschütterliche Kaltblütigkeit sowie umsichtigen Anordnungen und seine persönliche Bravour beigetragen. Der Tag von Tauber-Bischofsheim ist für immer ein Ehrentag für das 55. Regiment und seinen braven Oberst."


Auch hier fehlen mir wieder die Lebensdaten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 27.04.16 (20:07)
kgl. preuß. Char. Generalleutnant Johann Christian Alexander Stoltz
* 19.11.1810 in Cosel/Oberschlesien
† 06.01.1897 in Bonn

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.05.16 (07:15)
Ludwig Hugo von Below erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Kompaniechef im 6. Westfälischen Infanterieregiment Nr. 55 / 26. Infanteriebrigade / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Eingereicht wurde er von Generalleutnant von Goeben:

"Als nach der Einnahme von Bischofsheim der Feind gegen die nur mit drei Kompanien besetzte Stadtlisiere mit Kolonnen einen zweimaligen Offensivstoß machte, führte Hauptmann von Below seine Kompanie aus Deckungen zu Salven auf die unter Gewehr- und Grantfeuer liegende Brücke. Die gute Haltung der Kompanie wie die wohlgezielt abgegebenen Salven trugen nicht bloß dazu bei, daß diese Offensivstöße abgeschlagen wurden, sondern machten die späteren auch unsicher und schwankender."

Ein gleichlautender Vorschlag wurde auch von Oberst Stoltz eingereicht.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 02.05.16 (09:45)
Rudolf Maximilian Coester erhielt den PLM am 20. September 1866 als Hauptmann und Batteriechef im Westfälischen Feldartillerieregiment Nr. 7 / 13. Infanteriedivision / VII. Armeekorps / Mainarmee

Auch er wurde eingereicht von Generalleutnant von Goeben:

"Hauptmann Coester, welcher schon während der ersten Periode des Feldzuges für sein rühmliches Verhalten in Vorschlag gebracht wurde, hat sich wiederum bei Tauberbischofsheim, bei Gerchsheim und vor Würzburg durch ruhige Entschlossenheit, Umsicht und persönliche Bravour glänzend hervorgetan. Bei Tauberbischofsheim hat er mit nur 5, und nach Demontierung eines derselben, mit 4 Geschützen gegen vier gezogene feindliche Batterien den Kampf bis zum Abend durchgeführt und gleichzeitig feindlichen Kolonnen großen Schaden zugefügt. Ich erlaube mir, für diesen ausgezeichneten Offizier den Orden PLM zu erbitten."

Somit eine weitere Verleihung für den Kampf um Tauberbischofsheim.


Bei den Lebensdaten wäre ich wieder auf Hilfe angewiesen. Im Netz habe ich folgendes gefunden:

geboren am 10.04.1818 in Schönbankwitz
verstorben am 25.10.1890 in Wiesbaden

Handelt es sich dabei um die gesuchte Person?
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: arb am 03.05.16 (01:29)
Ja, das ist er.  Er wurde am 12.12.1870 geadelt als Kom. d. reit./FAR 7.

Andy
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.05.16 (07:12)
Super, vielen Dank!


Damit wären nun alle Verleihungen vom 20. September 1866 erfaßt. Es folgen noch einige Namen, die den PLM nachträglich als Tausch gegen ursprünglich verliehene Auszeichnungen erhielten.


Otto von Tiedemann erhielt den PLM am 30. Dezember 1866 als Generalmajor und Kommandeur 19. Infanteriebrigade / 10. Infanteriedivision / V. Armeekorps / 2. Armee

Er hatte am 20. September 1866 den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern erhalten. Auf Grund mehrmaliger Anträge seiner Vorgesetzten erhielt er stattdessen den PLM.

Generalmajor von Tiedemann hatte mit seiner Brigade am 27. Juni 1866 in der Schlacht bei Nachod gekämpft, wo er sie in einem fünfstündigem Kampf persönlich geführt hatte. In der Schlacht bei Skalitz am 28. Juni 1866 hatte Tiedemann das Grenadierregiment Nr. 6 persönlich zum Sturm auf die Höhen nördlich der Stadt und auf diese selbst geführt. Im Gefecht bei Schweinschädel am 29. Juni 1866 war die 19. Infanteriebrigade nahezu die einzig kämpfende preußische Infanterieeinheit. Auch diesen Kampf hatte Generalmajor von Tiedemann sehr erfolgreich geführt, wodurch der weitere Vormarsch ermöglich wurde.


Auch bei Otto von Tiedemann wäre ich bei den Lebensdaten wieder auf Hilfe angewiesen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 03.05.16 (11:07)
Generalleutnant z. D. Otto von Tiedemann
* 17.10.1811 in Königsberg in Preußen
† 14.04.1892 in Dresden-Neustadt

(Und hier ein Bild: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/5RLA7HNBS44YWSQIT2NK77E2FE5DEYV6)

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 03.05.16 (12:49)
Hervorragend, dann gleich wieder weiter, ...


Hans Wilhelm Chorus erhielt den PLM am 15. Januar 1867 als Sekondeleutnant und Zugführer im 2. Garde-Regiment zu Fuß / / 1. Garde-Infanteriedivision / Garde-Korps / 2. Armee

Ursprünglich hatte Chorus am 20. September 1866 eine "Allerhöchste Belobigung" erhalten. Sein Regimentskommandeur Oberst von Pape, der selbst den PLM erhalten hatte, reichte ihn jedoch Mitte Oktober 1866 zum PLM ein:

"Zeichnete sich in den Gefechten bei Soor und Königinhof durch große Umsicht und Bravour aus, war seinen Leuten ein leuchtendes Beispiel und ihnen stets voraus als einer der vordersten. War in der Schlacht von Königgrätz bei der Erstürmung des Dorfes Horenowes mit Auszeichnung beteiligt, nahm mit seinem Zuge das südlich davon gelegene Gebüsch, ging allein mit seinem Zuge in die Gegend zwischen Rosberitz und Redelist vor, die abgeschlagene Attacke des 2. Dragoner-Regiments dort degagierend und stürzte sich auf eine große feuernde Batterie, welche den Anmarsch der Division auf Chlum und Rosberitz bestrich, erhielt noch 20 Schritt vor den Mündungen der Geschütze eine Kartätschlage und nahm die 4 rechten Flügelgeschütze, während die anderen einer herbeieilenden Kompanie des 3. Garde-Regiments zu Fuß in die Hände fielen. Hatte sich schon an Ort und Stelle der besonders gnädigen Anerkennung Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen zu erfreuen."

Generalmajor von Alvensleben fügte hinzu:

"Der Leutnant Chorus, über dessen Benehmen ich erst durch eingeforderte Berichte des Hauptmanns von Lobenthal, 3. Garde-Regiment, und von ihm selbst näher unterrichtet bin, hat sich während er vom Bataillon detachiert war, bei der Wegnahme von 16 Geschützen neben dem Hauptmann von Lobenthal rühmlich hervorgetan. Während dieser mit der Partikularbedeckung im Gefecht, erst spat, auf 200 Schritt die Batterie entdeckte, ist der Leutnant Chorus mit seinem Zuge fast allein in dem weiteren Terrain von fern her gegen diese Batterie und in ihrem Feuer vorgegangen, hat sie systematisch angeschlichen, selbst das Gewehr in die Hand genommen und endlich sich auf dieselbe gestürzt, er weit voran, auf 20 - 30 Schritt den letzten Schuß empfangend. Erst in der Batterie selbst begegneten sich von verschiedenen Flügeln die Angreifer."


Somit gab es am Ende für die Erstürmung der Batterie aus 16 Geschützen während der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 insgesamt drei PLM-Verleihungen:

Hauptmann Karl von Lobenthal
Premierleutnant Julius von Löwenfeld
Sekondeleutnant Hans Wilhelm Chorus

Den wichtigsten Anteil dürfte, wenn man das nun so liest, Sekondeleutnant Chorus gehabt haben, und der wäre am Ende fast leer ausgegangen, denn was hatte er schon von einer "Allerhöchsten Belobigung", ... Interessant ist auch, wem die Eroberung von wievielen Geschützen in den einzelnen Anträgen zuerkannt wurde. Wenn man das addiert, kommt man auf mehr als 16 Geschütze, die überhaupt vorhanden waren.

Das wäre somit mal wieder ein gutes Beispiel, wie ungerecht Ordensverleihungen manchmal zugehen können, besonders wenn nach Dienstgrad verteilt wird.



Bei den Lebensdaten von Hans Wilhelm Chorus bin ich mir wieder nicht ganz sicher, denke aber, daß er das hier ist:

http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=schmalfoerden&ID=I2953&nachname=CHORUS%2C+VON&lang=de
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 03.05.16 (13:09)
Ja, dieser Eintrag muss aber korrigiert werden:

Generalmajor z. D. Hans Wilhelm Chorus (ab 07.03.1883 von Chorus)
* 16.11.1842 in Berlin
† 19.02.1905 in Schöneberg bei Berlin

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 04.05.16 (07:09)
Jetzt kommt noch mal ein sehr schwieriger Fall:

Ewald Gallus erhielt den PLM am 15. Januar 1867 als Hauptmann und Chef der 3. 4pfündigen Batterie / Pommersches Feldartillerieregiment Nr. 2 / 3. Infanteriedivision / II. Armeekorps / 1. Armee

Ursprünglich hatte Gallus am 20. September 1866 den Kronenorden III. Klasse mit Schwertern erhalten. Sein Divisionskommandeur, Generalleutnant von Werder, beantragte jedoch danach die Verleihung des PLM. Er stützte sich dabei auf einen Bericht der 2. Artilleriebrigade, die am 30. Juli 1866 gemeldet hatte:

"Hat in dem Gefecht vom 29. Juni und in der Schlacht bei Königgrätz bei der Führung seiner Batterie im sehr überlegenen feindlichen Feuer Umsicht, Unerschrockenheit und Entschlossenheit an den Tag gelegt, ein schönes Beispiel glänzender Tapferkeit gegeben, indem er, obgleich über die Hälfte der in der Stellung befindlichen Pferde und ungefähr die Hälfte der darin tätigen Mannschaften verloren, nicht aufgehört, sein erfolgreiches Feuer fortzusetzen, so daß dies heldenmütige Verhalten als eine bestimmte, besonders hervortretende und erfolgreiche Tat vor dem Feinde zu bezeichnen sein dürfte."


Es fehlen mir hier wieder die Sterbedaten. Der volle Name ist Ewald Gotthold Hugo Gallus. Mir ist nur bekannt, daß er am 18.10.1871 seiner im Deutsch-Französischen Krieg erlittenen Verwundung erlegen ist.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 04.05.16 (15:53)
Hallo,

Diesmal ein schwieriger Fall... Ich kann nur ergänzen, dass er aus Luckau (Lausitz) stammte und am 15.10.1870 in Gorze bei Metz seinen Verwundungen erlegen ist.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: Rocky am 04.05.16 (16:54)
Hallo

ich habe zum Todesdatum - Gallus - unter

Ingo-Gentlemans-Military Interest Club
gmic.co.uk/Profile/5751-Ingo/

das Todesdatum 18.10.1871 gefunden.

Wie sicher diese Quelle ist, weiß ich nicht.
Ich suche von Ihm ebenfalls das Geburtsdatum und den Geburtsort.

Gruß
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 04.05.16 (18:20)
Laut „Deutsche Verluste im Deutsch-Französischen Krieg, 1870–1871“, „Verlust-Listen der Königlich Preussischen Armee und der Grossherzoglich Badischen Division aus dem Feldzuge 1870–1871“ sowie „Walhalla: Deutschlands Opfer aus den Feldzügen der Jahre 1870 und 1871“ ist er am 15.10.1870 gestorben.

Angaben über das Geburtsdatum sind leider nicht vorhanden. Höchstmöglich wurde er in Luckau geboren.

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.05.16 (08:37)
Die Anfrage bei gmic.co.uk stammt ebenfalls von mir. Ich bin dort auch angemeldet und mir konnte in anderen Fällen dort schon oft geholfen werden, sehr gutes Forum.

Ich denke mal, dann sollten wir den 15.10.1871 als Todesdatum nehmen. Das Buch ist wohl die zuverlässigere Quelle. Bei dem 18.10.1871 kann es sich schon wieder um einen Tippfehler handeln, die 5 und die 8 liegen auf der Tastatur im nummerischen Block ja direkt nebeneinander.

Schade, Schade, ... dann bleibt uns wohl zum Schluß nun doch eine Lücke.


Es gibt eine Regimentschronik:

"Geschichte des 1. Pommerschen Feldartillerie-Regiments Nr. 2" Auf Befehl des Regiments für die Unteroffiziere und Mannschaften bearbeitet von Ottomar Gallus, Hauptmann und Batteriechef, Berlin 1897

Na, wenn das keine Verwandtschaft ist !!! Vielleicht findet sich ja da die gesuchte Info?


In Gorze bei Metz scheint wohl ein großes Lazarett gewesen zu sein. Auch Franz Offermann erlag dort seiner Verwundung.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 05.05.16 (09:12)
Ich habe die erwähnte Regimentsgeschichte im Netz gefunden und mir gleich mal gezogen. Leider hilft sie nicht viel weiter. Zu Gallus findet sich auch keine größere Schilderung seiner Kämpfe.

Eine Korrektur kann jedoch vorgenommen werden. Er war nicht Chef der 3. 4pfündigen Batterie, sondern Chef der 5. 4pfündigen Batterie.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.05.16 (09:53)
Auf zum letzten Namen, ...

Theodor Bloch von Blottnitz erhielt den PLM am 15. Januar 1867 als Hauptmann und Chef der 3. 4pfündigen Batterie / Schlesisches Feldartillerieregiment Nr. 6 / kombinierte Division "von Flies"

Er war ursprünglich am 20. September 1866 mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet worden. Generalmajor von Flies reichte ihn daraufhin zum PLM ein:

"Hat seine Batterie während des ganzen Gefechts (bei Langensalza am 27. Juni) mit Umsicht und Ausdauer geführt, den Angriff einer Eskadron angenommen und diese zerschmettert."


Generalleutnant von Manteuffel schrieb dazu:

"Ich habe die Überzeugung, daß das Verhalten dieser 4pfündigen Batterie unter Blottnitz die förmliche Katastrophe von Langensalza abgehalten hat, das heißt die vollständige Auflösung der Truppen. Blottnitzens Kaltblütigkeit stelle ich der von des Barres nicht nach, und auch im späteren Verlauf der Kampagne ist er immer auf dem Posten gewesen."

Ende Dezember 1866 schrieb von Manteuffel an den König:

"Dann wage ich es, Eurer Königlichen Majestäts spezielle Aufmerksamkeit auf den Hauptmann Bloch von Blottnitz zu richten. Er kommandierte in dem Gefecht bei Langensalza die 4pfündige Batterie, die im Feuer gegen die feindliche Artillerie stehend, im Rücken von Kavallerie angegriffen wird, Kehrt macht, die Kavallerie durch Kartätschschüsse abschlägt, ruhig wieder Front macht und das Feuer fortsetzt. Auch in dem weiteren Verlauf der Kampagne hat sich Hauptmann von Blottnitz brav und tüchtig bewährt. ... Der Hauptmann von Blottnitz war nur zum Roten Adlerordnen IV. Klasse vorgeschlagen. Ich habe letzteres übersehen und versäumt hinzuzusetzen, daß ich den Hauptmann von Blottnitz nach Allem, was ich von Augenzeugen gehört, des Ordens PLM würde hielte. Es hat Eurer Königlichen Majestät daher nur ein Vorschlag auf den Roten Adler-Orden IV. Klasse für ihn vorgelegen - aber meine Absicht ist dies wahrhaftig nicht gewesen."



Ein letztes Mal wäre ich auch hier auf Hilfe bei den Lebensdaten angewiesen. Mir ist bekannt, daß Theodor Bloch von Blottnitz Generalsrang erreichte.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 06.05.16 (10:27)
kgl. preuß. Generalmajor z. D. Theodor Rudolf Hermann Bloch von Blottnitz
* 06.06.1825 in Hünern an der Weide/Kreis Trebnitz/Schlesien
† 04.11.1910 in Potsdam

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 06.05.16 (10:41)
Wieder vielen Dank !!

Damit wären alle Verleihungen erfaßt. Meine Herren, ich bedanke mich für die Mitarbeit !! So macht unser Forum Spaß. Ich hätte nicht gedacht, daß wir die Lebensdaten wirklich nahezu lückenlos zusammentragen können. Und vielleicht findet sich im Laufe der Zeit ja auch noch das fehlende Geburtsdatum von Ewald Gallus.

Jetzt kann ich die zusammengetragenen Daten ein wenig auswerten.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 07.05.16 (09:23)
Für den Krieg von 1866 wurde der PLM 114 Mal verliehen, das Eichenlaub 7 Mal und 3 Mal Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen. Somit gab es insgesamt 124 Verleihungen des PLM oder seiner höheren Stufen.

Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen, der Oberbefehlshaber der 2. Armee, erhielt den PLM, das Eichenlaub und Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen. Wilhelm König von Preußen legte selbst das Eichenlaub und Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen.

Somit verteilten sich die insgesamt 124 Verleihungen auf 121 Personen.

Die meisten Verleihungen erfolgten am 20. September 1866. An diesem Tag erhielten 62 Personen den PLM, 4 das Eichenlaub und 2 Kreuz und Stern des Ordens mit dem Bildnis Friedrich des Großen.

Von den 114 Verleihungen des PLM entfielen 98 auf den Feldzug in Böhmen, 13 auf den Mainfeldzug oder den gegen Hannover, weitere 3 Verleihungen erfolgten für den erfolgreich beendeten Krieg insgesamt.



Es gab vier Vater-Sohn-Paare unter den Verleihungen von 1866:

Wilhelm König von Preußen und sein Sohn Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen

Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen und sein Sohn Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen

Julius Ludwig von Löwenfeld und sein gleichnamiger Sohn Julius von Löwenfeld

Albrecht Prinz von Preußen und sein ebenfalls gleichnamiger Sohn Albrecht Prinz von Preußen


Weiterhin gab es drei Brüder:

König Wilhelm von Preußen und Karl Prinz von Preußen und Albrecht Prinz von Preußen





Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 09.05.16 (10:23)
Für die folgende Auswertung schaue ich mir nur die 114 Verleihungen des PLM an. Ich beginne mit den Dienstgraden. Die Verleihungen verteilten sich wie folgt:


Generalfeldzeugmeister / Admiral     2      1,75 %
General der Infanterie / General der Kavallerie     6      5,26 %
Generalleutnant     8      7,02 %
Generalmajor     27      23,68 %
Oberst     26      22,81 %
Oberstleutnant     6      5,26 %
Major     11      9,65 %
Hauptmann / Rittmeister     16      16,67 %
Premierleutnant     3      2,63 %
Sekondeleutnant     6      5,26 %



Die erste Zeile steht etwas für sich, aber die beiden Verleihungen fallen prozentual auch nicht wirklich ins Gewicht. Sie erfolgten eh allgemein für den siegreich beendeten Krieg.


Somit ergäbe sich folgendes Bild:


Generalität     43      37,72 %
Stabsoffiziere     43      37,72 %
Truppenoffiziere     28      24,56 %


Somit wurde der PLM 1866 doch nahezu zu drei ähnlich großen Teilen verteilt. Auch recht viele Kompanie- oder Batteriechefs sowie Zugführer, also die Dienstgradgruppe der Hauptleute bis runter zum Sekondeleutnant wurde mit dieser Auszeichnung bedacht.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 12.05.16 (05:25)
Hier mal die Verleihungen aufgegliedert nach den Verwendungen:


Chef einer Teilstreitkraft     2 = 1,75 %
Karl Prinz von Preußen
Adalbert Prinz von Preußen

Oberbefehlshaber einer Armee     2 = 1,75 %
Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
Edwin von Manteuffel

Kommandierender General / Führer eines Korps     4 = 3,51 %
Ludwig von Mutius
Albrecht Prinz von Preußen
August Prinz von Württemberg
Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin

Kommandeur / Führer einer Division     8 = 7,02 %
Heinrich von Zastrow
August von Werder
Wilhelm von Tümpling
Eduard von Fransecky
Julius Ludwig von Löwenfeld
Hugo von Kirchbach
Ferdinand von Prondzynski
Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel

Kommandeur / Führer einer Brigade     22 = 19,30 %
Louis von Hanenfeldt
Otto von Hoffmann
Hugo von Obernitz
Constantin von Alvensleben
Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin
Georg Graf von der Groeben
Albrecht Prinz von Preußen
Wilhelm August Johann von Pape
Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow
Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann
Friedrich Wilhelm von Kamiensky
Julius von Schwarzhoff
Helmuth von Gordon
Theodor Alexander von Schoeler
Julius von Bose
Karl Rudolf von Ollech
Emil von Schwartzkoppen
Wilhelm von Hiller
Ferdinand von Kummer
Karl von Wrangel
Otto von Tiedemann
Carl Heinrich von Wnuk

Kommandeur / Führer eines Regiments     21 = 18,42 %
Hermann von Wichmann
Adalbert von Barby
Bernhard von Kessel
Alexander August Wilhelm von Pape
Bernhard von Werder
Julius Knappe von Knappstädt
Alexander von Medem
Kolmar von Debschitz
Karl von Dieringshofen
Franz von Zychlinski
Georg von Wedell
Karl von Avemann
Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz
Ferdinand Adolf Eduard von Below
Walther von Monbary
Bruno von Francois
Emil Julius von Tresckow
Maximilian Karl Friedrich Albert von Bredow
Ferdinand von Glasenapp
Hugo von Thile
Johann Christian Alexander Stoltz

Kommandeur / Führer eines Bataillons / Abteilung     12 = 10,53 %
Rudolf von Berken
Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
Ewald von Kleist
Viktor von Erckert
Oktavio Philipp von Böhn
Ewald von Keyserlingk
Georg Otto von Wulffen
August Louis Ferdinand Hensel
Adolf des Barres
Ludwig von Cranach
Paul Baumeister
Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe

Chef / Führer einer Kompanie / Batterie / Schwadron     19 = 16,67 %
Oskar Graf von Schlieffen
Ulrich Ernst von Schlichting
Richard von Arnim
Karl von Lobenthal
Julius von Löwenfeld
Ernst Heinrich Hagen
Hermann von Schkopp
Franz Offermann
Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
Karl von Hymmen
Leopold von Kaisenberg
Fedor von Bercken
Wolfgang von Schaubert
Hans Alexis Schach von Wittenau
Adolf von Hoffmüller
Ludwig Hugo von Below
Rudolf Maximilian Coester
Ewald Gallus
Theodor Bloch von Blottnitz

Zugführer     6 = 5,26 %
Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
Hugo von Pogrell
Ludwig Freiherr von Dalwig
Wilhelm von Krane
Hans Wilhelm Chorus
Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann

Chef des Generalstabes einer Armee     3 = 2,63 %
Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
Ludwig von Schlotheim
Alexander von Kraatz-Koschlau

Chef des Generalstabes eines Korps     5 = 4,39 %
Oskar von Sperling
Ferdinand von Dannenberg
Karl Wilhelm von Witzendorff
Georg von Kameke
Ludwig von Wittich

Generalquartiermeister der Armee     1 = 0,88 %
Theophil von Podbielski

Oberquartiermeister einer Armee     2 = 1,75 %
Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel
Albrecht von Stosch

Generalstabsoffizier im Oberkommando     1 = 0,88 %
Gustav von Stiehle

Generalstabsoffizier im Stab einer Armee     2 = 1,75 %
Ernst von Unger
Ernst von der Burg

Generalstabsoffizier im Stab einer Division     2 = 1,75 %
Paul von Krenski
Maximilian von Versen


Militärgouverneur einer Provinz     1 = 0,88 %
Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen


genaue Zuordnung noch offen     1 = 0,88 %
Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck



Im Krieg von 1866 wurde der PLM zu besonders großen Teilen an Brigadekommandeure (19,30 %) und Regimentskommandeure (18,42 %) verliehen.


Wenn ich die Verleihungen für die Kämpfe an der Westfront im Ersten Weltkrieg fertig habe, kann man mal vergleichen. Da dürfte sich eine ähnliche Struktur ergeben.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 13.05.16 (05:09)
Hier die PLM-Träger nach ihren Todesdaten:

5. August 1866   Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
6. August 1866   Ludwig von Mutius
17. September 1866   Hugo von Pogrell
11. Mai 1867   Friedrich Wilhelm von Kamiensky
22. November 1867   Ulrich Ernst von Schlichting
2. Februar 1869   Anton Conrad von Paczensky und Tenczin
6. August 1870   Bruno von Francois
18. August 1870   Viktor von Erckert
4. September 1870   Leopold von Kaisenberg
20. September 1870      Franz Offermann
15. Oktober 1870   Ewald Gallus
21. Oktober 1870   Ferdinand Adolf Eduard von Below
10. Februar 1871   Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
26. Februar 1871   Ferdinand von Prondzynski
17. Dezember 1871   Ludwig Eduard Ernst Freiherr von Quadt und Hüchtenbruck
1. Mai 1872   Oskar von Sperling
21. September 1872      Julius Knappe von Knappstädt
14. Oktober 1872   Albrecht Prinz von Preußen
17. Februar 1873   Gustav Bernhard Karl Thilo von Schimmelmann
6. Juni 1873   Adalbert Prinz von Preußen
31. Dezember 1873   Adolf des Barres
12. August 1875    Heinrich von Zastrow
14. April 1877   Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
5. Januar 1878      Emil von Schwartzkoppen
27. November 1878   Kolmar von Debschitz
8. Dezember 1878   Wilhelm von Krane
15. Februar 1879   Alexander von Medem
28. Juli 1879   Wilhelm Herzog von Mecklenburg-Schwerin
31. Oktober 1879   Theophil von Podbielski
6. Mai 1880   Hugo Eberhard Graf zu Münster-Meinhövel
29. Juni 1880   Julius Ludwig von Löwenfeld
2. März 1881   Carl Heinrich von Wnuk
18. September 1881   Julius von Schwarzhoff
15. April 1882   Friedrich Franz II. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
7. Juni 1882   Bernhard von Kessel
21. Januar 1883   Karl Prinz von Preußen
13. Februar 1884   Wilhelm von Tümpling
2. Oktober 1884   Ludwig von Wittich
25. Oktober 1884   Karl Rudolf von Ollech
12. Januar 1885   August Prinz von Württemberg
2. Juni 1885   Karl Anton Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen
17. Juni 1885   Edwin von Manteuffel
11. August 1885    Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel
5. September 1885   Wilhelm August Johann von Pape
27. Dezember 1885   Paul von Krenski
15. Januar 1886   Ferdinand von Glasenapp
1. Februar 1886   August Louis Ferdinand Hensel
19. September 1886      Adolf von Hoffmüller
27. Oktober 1886   Hermann von Wichmann
24. Juli 1887   Paul Baumeister
12. September 1887   August von Werder
6. Oktober 1887   Hugo von Kirchbach
18. Mai 1888   Louis von Hanenfeldt
10. Juni 1888   Ludwig Freiherr von Dalwig
15. Juni 1888   Friedrich Wilhelm Kronprinz von Preußen
7. April 1889   Ludwig von Schlotheim
9. Juni 1889   Georg Otto von Wulffen
26. Dezember 1889   Helmuth von Gordon
4. April 1890   Karl von Dieringshofen
22. Mai 1890   Eduard von Fransecky
25. Oktober 1890   Rudolf Maximilian Coester
10. März 1891   Karl von Avemann
28. März 1891   Karl Wilhelm von Witzendorff
30. Dezember 1891   Ewald von Keyserlingk
25. Januar 1892   Walther von Monbary
28. März 1892   Constantin von Alvensleben
14. April 1892   Otto von Tiedemann
3. Dezember 1892   Karl von Lobenthal
30. August 1893   Ferdinand von Dannenberg
7. Oktober 1893   Maximilian von Versen
12. Oktober 1893   Georg von Kameke
28. Oktober 1893   Maximilian Karl Friedrich Albert von Bredow
25. Januar 1894   Georg Graf von der Groeben
27. März 1894   Georg von Wedell
22. Juli 1894   Julius von Bose
23. August 1894   Theodor Alexander von Schoeler
15. September 1894      Ludwig von Cranach
7. Dezember 1894   Hugo von Thile
7. Mai 1895   Alexander August Wilhelm von Pape
24. Mai 1895   Christof Gottlieb Albert Freiherr von Barnekow
29. Februar 1896   Albrecht von Stosch
6. Januar 1897      Johann Christian Alexander Stoltz
28. März 1897   Karl von Hymmen
12. September 1897   Alexander von Kraatz-Koschlau
1. April 1898   Wilhelm von Hiller
3. April 1898   Rudolf von Berken
7. Juli 1898   Hermann von Schkopp
30. Juli 1899   Oktavio Philipp von Böhn
15. November 1899   Gustav von Stiehle
28. November 1899   Karl von Wrangel
6. März 1900   Otto von Hoffmann
17. März 1900   Franz von Zychlinski
3. Mai 1900   Ferdinand von Kummer
30. Juli 1901   Richard von Arnim
18. September 1901      Hugo von Obernitz
2. Februar 1902   Carl Wilhelm Ferdinand von Voigts-Rhetz
25. Februar 1902   Wolfgang von Schaubert
9. September 1904   Oskar Graf von Schlieffen
19. Februar 1905   Hans Wilhelm Chorus
18. Juli 1905   Emil Julius von Tresckow
21. Juli 1905   Ludwig Hugo von Below
18. November 1905   Ernst Heinrich Hagen
20. November 1905   Adalbert von Barby
13. September 1906      Albrecht Prinz von Preußen
18. November 1906   Karl Heinrich Gustaf Arthur Hoffmann
19. März 1907   Bernhard von Werder
19. Oktober 1910   Hans Alexis Schach von Wittenau
3. November 1910   Ernst von der Burg
4. November 1910   Theodor Bloch von Blottnitz
29. Dezember 1910   Ewald von Kleist
26. Dezember 1913   Fedor von Bercken
28. Januar 1916   Otto Wilhelm Adolf von der Mülbe
26. Juni 1916   Julius von Löwenfeld
10. Oktober 1921   Ernst von Unger


Der PLM wurde ja nicht posthum verliehen, es verstarben aber drei nach Kriegsende an den Folgen ihrer Verwundung oder an einer im Krieg zugezogenen Krankheit.

Dies waren:

Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen
Ludwig von Mutius
Hugo von Pogrell

Somit überlebten 2,63 % der Beliehenen den Krieg und dessen Folgen nicht.



Im Krieg von 1870 fielen oder verstarben 7. Das wären 6,14 %, die in späteren Kampfhandlungen ums Leben kamen.

Es waren dies:

Bruno von Francois
Viktor von Erckert
Leopold von Kaisenberg
Franz Offermann
Ferdinand Adolf Eduard von Below
Robert Eduard Emil Freiherr von Buddenbrock
Ewald Gallus




am 10. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     92      80,70%         
am 20. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     67      58,77%         
am 30. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     33      28,95%         
am 40. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     11      9,65%         
am 50. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     1        0,88%         
am 60. Jahrestag des Kriegsendes lebten noch     0        0,00%         
      

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 lebten noch drei PLM-Träger aus dem Krieg von 1866.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.06.16 (09:33)
Anbei mal eine Übersicht über das Alter zum Zeitpunkt der Verleihung. Für eine Auswertung stehen erfreulicherweise alle 114 Datensätze zur Verfügung.

im Alter zwischen 20 und 25 waren 5   (4,42 %)
im Alter zwischen 25 und 30 waren 4   (3,54 %)
im Alter zwischen 30 und 35 waren 9   (7,96 %)
im Alter zwischen 35 und 40 waren 11     (9,73 %)
im Alter zwischen 40 und 45 waren 13     (11,40 %)
im Alter zwischen 45 und 50 waren 20     (17,70 %)
im Alter zwischen 50 und 55 waren 23     (20,35 %)
im Alter zwischen 55 und 60 waren 23     (20,35 %)
im Alter zwischen 60 und 65 waren 3     (2,65 %)
im Alter zwischen 65 und 70 waren 2     (1,77 %)
älter als 70 waren 1     (0,88 %)


Der Jüngste war Wilhelm von Krane. Er erhielt den PLM 5 Monate vor seinem 23. Geburtstag.

Der Älteste war Ludwig von Mutius. Ihm wurde der PLM vier Monate nach seinem 70. Geburtstag verliehen.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 14.06.16 (12:11)
Abschließend noch etwas zum Lebensalter:

im Alter zwischen 20 und 25 starben 1   (0,88 %)
im Alter zwischen 25 und 30 starben 0   (0,00 %)
im Alter zwischen 30 und 35 starben 1   (0,88 %)
im Alter zwischen 35 und 40 starben 4   (3,54 %)
im Alter zwischen 40 und 45 starben 2   (1,75 %)
im Alter zwischen 45 und 50 starben 3   (2,65 %)
im Alter zwischen 50 und 55 starben 3   (2,65 %)
im Alter zwischen 55 und 60 starben 12   (10,62 %)
im Alter zwischen 60 und 65 starben 8   (7,08 %)
im Alter zwischen 65 und 70 starben 15   (13,27 %)
im Alter zwischen 70 und 75 starben 19   (16,81 %)
im Alter zwischen 75 und 80 starben 21   (18,58 %)
im Alter zwischen 80 und 85 starben 12   (10,62 %)
im Alter zwischen 85 und 90 starben 10   (8,85 %)
im Alter zwischen 90 und 95 starben 2   (1,77 %)
älter als 95 wurden 1   (0,88 %)


Der Jüngste war Anton Prinz zu Hohenzollern-Sigmaringen. Er verstarb an den Folgen seiner Verwundung zwei Monate vor seinem 25. Geburtstag.

Der Älteste war Emil Julius von Tresckow. Er verstarb zwei Monate nach seinem 95. Geburtstag.

Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: JakeV am 25.06.16 (19:46)
Moin IM,

Hier noch einige fehlende Daten – darunter Ewald Gallus ;D

Ulrich Ernst Carl von Schlichting geb. am 24.07.1832 in Berlin
Ewald Gotthold Hugo Gallus geb. am 22.03.1826 in Luckau (Lausitz) an Verwundung erlegen am 15.10.1870 in Gorze bei Metz (das Todesdatum ist sicher)

Auch die Lebensdaten von Hugo von Pogrell und Ferdinand von Prondzynski sollen ergänzt werden.

Beste Grüße

Jake
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: IM am 25.06.16 (20:37)
Ich ziehe meinen Hut !!

Super, jetzt haben wir tatsächlich lückenlos alle Lebensdaten zusammen! Vielen Dank !!


Ich habe alles ergänzt, auch die statistische Auswertung, die nun ebenfalls komplett ist.
Titel: Re: Verleihungen des "Pour le Mérite" im Krieg von 1866
Beitrag von: von Coester am 11.10.17 (21:32)
Ich bin ein Nachfahre des Rudolf Maximilian (von) Coester. Die von Ihnen auf dem Web gefundenen Geburts- und Todesdaten/orte sind in der Tat die seinen. Schönbankwitz (nahe Breslau, Schlesien) war eines der Rittergüter der Familie. Er war übrigens auch Träger des EK I & II, sowie des Roten Adler Ordens.

Mit besten Grüssen,

Sorbas v. Coester
Paris