Forum für deutsche Militärgeschichte

Militärgeschichte => Personen => Thema gestartet von: IM am 15.04.09 (18:41)

Titel: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.04.09 (18:41)
Hier im Forum kam vor Jahren mal die Frage, ob auch Frauen mit hohen Auszeichnungen bedacht wurden. Parallel zu meinem Thread über die jüngsten Inhaber des Eisernen Kreuzes stelle ich hier mal einige Infos über weibliche Träger dieser Auszeichnung ein.

Eine Namensliste der bisher bekannten Namen findet sich hier:

http://www.auszeichnungen-online.de/namensliste_frauen.htm


Die erste Frau, die mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde, war Hanna Reitsch. Sie erhielt das EK II am 28. März 1941. Über ihre Person ist sicher bereits einiges bekannt.

Hier die Bio bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hanna_Reitsch

Und hier mal noch ein zeitgenössischer Zeitungsartikel von Ende März 1941:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z9.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.04.09 (18:44)
Als zweite Frau wurde am 19. September 1942 Elfriede Wnuk mit dem EK II ausgezeichnet.

Anbei ein zeitgenössischer Artikel aus einer Zeitung vom 29. September 1942.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z2.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 16.04.09 (21:44)
Hier mal ein Zeitungsartikel vom 16. November 1942 über die Verleihung des EK I an Hanna Reitsch, welches sie am 5. November 1942 erhielt:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z10.JPG)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z11.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 17.04.09 (17:50)
Eine Formulierung im zuletzt geposteten Zeitungsausschnitt hat mich ein wenig stutzig gemacht:

Zitat
Im März 1941 verlieh der Führer Hanna Reitsch das Eiserne Kreuz II. Klasse als der zweiten Frau in der ganzen Geschichte dieses militärischen Ordens.

Man liest ja immer, daß Hanna Reitsch die erste Frau gewesen sei, die das Eiserne Kreuz erhalten hat. Auch ich hatte mich unüberlegt zu Beginn dieses Threads zu dieser Formulierung hinreißen lassen. Richtig muß es natürlich heißen, sie war die erste Frau während des Zweiten Weltkrieges.

Zurück zu der erwähnten Formulierung im Zeitungsartikel. Auch das ist so falsch.

Bereits im Ersten Weltkrieg waren 4 Frauen mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden. Es waren dies

- Frieda Gessert
- Elfriede Scherhans, geb. Buchholz
- Sophie Gräfin zu Törring-Jettenbach
- Lonny Hertha von Versen

Alles vier Frauen waren im Kranken- oder Hilfsdienst tätig.

Von Elfriede Scherhans habe ich im Netz folgendes Bild gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B4.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 18.04.09 (09:25)
Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde Agnes Leclerq Joy für ihre Verdienste als Krankenschwester mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, welches sie bereits 1870 erhielt.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte sie bereits am Amerikanischen Bürgerkrieg (1862-1865) und an der Seite von Kaiser Maximilian I. an den Kämpfen in Mexiko (1866-1867) teilgenommen.

Hier findet sich wiederum eine ausführliche Bio:

Wikipedia
 (http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Leclerq_Joy)


Ob noch weitere Frauen in diesem Krieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, ist mir derzeit nicht bekannt.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 18.04.09 (13:27)
Auch im ersten Teil der Ordensgeschichte des Eisernen Kreuzes, anläßlich der erstmaligen Stiftung im Befreiungskrieg 1813, wurde diese Auszeichnung bereits an Frauen verliehen. Beispielsweise an:

- Eleonore Prohaska
- Johanna Stegen
- Friederike, genannt Auguste Krüger

Ich habe gerade mal ein wenig im Netz gestöbert und zu den obigen Namen einige interessante Links gefunden:

zu Eleonore Prohaska

http://www.lenne-schule.de/fachb/persoenl/Prohaska/weiter1.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Eleonore_Prochaska


zu Johanna Stegen

http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Stegen


zu Friederike, genannt Auguste Krüger

http://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Kr%C3%BCger
Zitat
der einzige bekannte weibliche Unteroffizier der preußischen Armee


Auch hier wieder, ob weitere Frauen in dieser Epoche mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, ist mit derzeit nicht bekannt. Ergänzungen sind also jeder Zeit erwünscht, ...

Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 18.04.09 (13:48)
Gerade habe ich gesehen, daß auch Robert mal eine Geschichte des Eisernen Kreuzes verfaßt hat:

http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/auszeichnungen.htm

Darin findet sich folgender Absatz:

Zitat
Als Besonderheit gilt die Verleihung des Eisernen Kreuzes an August Lübeck alias Friederiecke Krüger, Musketier(in) im 9. Infanterie-Regiment, die in der Schlacht um Laon schwer verwundet wurde. Erst im 2. Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz wieder an Frauen verliehen, dabei erhielt Hanna Reitsch als einzige Frau in der Geschichte das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Den Absatz müßte man also entsprechend umarbeiten, ...  ;D
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 20.04.09 (12:00)
Im AHF habe ich folgende Bilder gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B5.jpg)
Angela Mayer (links) und Magda Darchinger

(http://imoebi2.bplaced.net/B6.jpg)
Grete Fock und Ilse Schulz

(http://imoebi2.bplaced.net/B7.jpg)
Gerlinde Münch und Hanny Weber
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 21.04.09 (08:37)
Hier ein Zeitungsartikel über die Verleihung des EK II an Marga Droste als dritte Frau im WK II. Der Artikel stammt aus einer Zeitung vom 26. November 1942.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z12.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 22.04.09 (11:29)
Hier mal noch ein weiterer Artikel zur EK-Verleihung an Marga Droste (vom 1. Dezember 1942)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z13.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 11.05.09 (22:56)
Die vierte Frau, die im Zweiten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, war Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg. Sie erhielt das EK II am 22. Januar 1943.

Hier mal eine Meldung aus einer Zeitung vom 1. März 1943

(http://imoebi2.bplaced.net/Z14.JPG)

Und hier eine recht ausführliche und interessante Bio über sie bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Melitta_Schenk_Gr%C3%A4fin_von_Stauffenberg
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.06.09 (08:08)
Die fünfte Frau, die im Zweiten Weltkrieg mit dem EK II ausgezeichnet wurde, war die Rot-Kreuz-Schwester Magda Darchinger. Wann genau sie die Auszeichnung erhalten hat, ist mir derzeit nicht bekannt.

Anbei ein Zeitungsartikel vom 12. April 1943:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z15.JPG)

Ergänzend dazu noch die Angaben aus dem Buch von Klietmann:

"DRK-Schwester Magda Darchinger, geboren am 20. Juni 1912 als Tochter eines Landwirts in Oberbayern. Verleihung als fünfter Frau, Kriegseinsatz in Frankreich, Griechenland und in der Sowjetunion, verwundet bei einem sowjetischen Fliegerangriff in der Kalmückensteppe."

Etwas weiter oben hatte ich ja bereits in Bild von ihr gepostet, darauf auch zu sehen das Verwundetenabzeichen, welches sie wohl aufgrund der erwähnten Verwundung erhalten hat. Täusche ich mich, oder ist die kein schwarzes?
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.06.09 (08:21)
Und das habe ich gerade noch im Netz gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B8.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.06.09 (08:23)
Und hier noch das dazugehörige Bild von Greta Grafenkamp:

(http://imoebi2.bplaced.net/B9.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Jan-Hendrik am 14.06.09 (10:15)
Die Gräfin von Stauffenberg bei ww2awards (http://www.ww2awards.com/person/34834)

Jan-Hendrik
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 19.06.09 (12:25)
Als 6. und 7. Frau im Zweiten Weltkrieg erhielten die DRK-Schwestern Ilse Schulz und Grete Fock das Eiserne Kreuz II. Klasse.

Anbei ein ausführlicher Zeitungsartikel vom 6. Mai 1943:


(http://imoebi2.bplaced.net/Z21.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 12.07.09 (08:59)
Hier mal eine Aufnahme von der Verleihung des EK II an Hanna Reitsch im März 1941, der ersten Verleihung an eine Frau im Zweiten Weltkrieg.

(http://imoebi2.bplaced.net/B10.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.07.09 (09:13)
Hier ein weiterer Zeitungsartikel vom 29. Juni 1944 über die Verleihung des EK II an DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub. Im "Klietmann" ist zu lesen, daß dies die 27. Verleihung an eine Frau im Zweiten Weltkrieg war.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z27.JPG)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z28.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.07.09 (19:36)
Ich versuche mal im Laufe der Zeit eine ausführliche Auflistung zu erstellen. Ich fange an mit den bisher in diesem Forum genannten 9 Namen. Aufgrund der Zeitungsartikel kann ich eine Verleihungsbegründung angeben. Da ich noch eine Unmenge Zeitungen habe, werde ich dies wohl sicher noch umfangreich erweitern können. Aus anderen Quellen werde ich die Liste zumindest auch mit weiteren Namen erweitern.


Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk
EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 28.07.09 (21:50)
Ich habe noch einen weiteren Zeitungsausschnitt über die Verleihung an Ilse Daub, dieses Mal mit Bild. Er stammt aus einer Zeitung vom 14. September 1944.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z31.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.09.09 (16:32)
Ich habe im AHF gerade ein weiteres Bild von Grete Fock gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B11.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.09.09 (16:46)
Und noch ein weiterer Zeitungsartikel, gefunden in einer Ausgabe der "Grafinger Zeitung" vom 20. / 21. Januar 1945:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z38.JPG)

Erwähnt wird ein 16jähriges Mädchen namens Ottilie Stephan, die sich beim Kampf um Luttenbach in vorderster Linie besonders bewährt hat.

Die Verleihung des EK wird zwar im Artikel nicht erwähnt, sie ist jedoch im "Klietmann" mit aufgeführt. Dort wird sich auf einen Zeitungartikel vom 22. Februar 1945 berufen, dem Berliner "Das 12-Uhr-Blatt". Im Buch wird der Auszug zitiert:

"Als der Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe und Träger der Schwerter dem überraschten Mädchen das Eiserne Kreuz anheftete, ..."

Wann genau die Verleihung erfolgte, ist somit unklar.

Ottilie Stephan dürfte mit ihren 16 Jahren die jüngste Inhaberin des Eisernen Kreuzes im Zweiten Weltkrieg gewesen sein.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.09.09 (16:58)
Und hier die Aktualisierung meiner kleinen Liste mit dem neuen Eintrag:

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger

geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz

geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock

geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II Anfang 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte führ ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Leutnant am 05.09.09 (20:09)
Ich muss dich zwischendurch mal loben und mich für deine akribische Recherche bedanken...macht immer wieder Spaß zu lesen!!!
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.09.09 (20:33)
Danke.

Somit liest es also zumindest immerhin schon mal einer, ...  ;D
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Richtschuetze am 08.09.09 (07:06)
Zitat
Somit liest es also zumindest immerhin schon mal einer,
... 

@IM mindestens 2!!!!!!!!!!! Das Thema ist wirklich interessant, gute Arbeit!! ;)

Gruss
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: AK 74 ZF am 08.09.09 (11:01)
Keine Sorge ... sehr interessantes Thema ... und auch ich lese sehr interessiert mit.

Was mir übrigens auffällt, ist daß die meisten Trägerinnen des EKs Krankenschwestern bzw. Fliegerinnen waren. Angesichts der Tatsache daß zum Teil mehr weibliches Personal der Wehrmacht (von Nachrichtenhelferinnen "Blitzmädels" bis hin zu Testfliegerinnen/Überführungsfliegerinnen), des DRK, Luftwaffenhelferinnen usw. in Kampfhandlungen verwickelt wurden als man gemeinhin annimmt, ist die Zahl der direkten Auszeichnungen von Frauen auf deutscher Seite äußerst gering. ... Sowohl ihre Leistungen, wie auch das Leid was ihnen wiederfiel, werden in Deutschland kaum erwähnt, gewürdigt heutzutage eh nicht  >:( und sind ein relativ unbekanntes Kapitel unserer Geschichte.

Theoretisch ein Kapitel wo heutige Feministinnen über "starke Frauen"... so von tollkühnen Fliegerinnen bis hin zu aufopfernden Krankenschwestern und Frauen in vorderster Front (vom Luftkrieg bis hin zur Front) ... schwärmen und stolz Schicksale präsentieren könnten. ... Wäre es nicht die falsche (belastete) Zeit. :-[

Ich finde dieses Zusammentragen der mit dem EK dekorierten Frauen hier im Forum äußerst interessant.

Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 16.09.09 (18:41)
Etwas weiter oben hatte ich ja schon den Artikel über Ottilie Stephan gebracht. Dieser stammte, wie erwähnt, aus der Grafinger Zeitung vom 20. / 21. Januar 1945. Darin wurde noch nicht von einer Verleihung des EK II gesprochen.

Nun habe ich in der gleichen Zeitung, dieses Mal in der Ausgabe vom 23. Februar 1945 einen weiteren Artikel gefunden. Dieses Mal geht es um die Verleihung des EK. Die Tat wird auch noch ausführlicher beschrieben:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z40.JPG)

Das Ende des Artikels habe ich dieses Mal nicht mit eingestellt, da hätte ich noch ein weiteres Bild reinsetzen müssen. Es handelt sich bei der letzten Spalte des Artikels mehr oder weniger um propagandistische Äußerungen ohne interessanten Inhalt, daher habe ich es weggelassen.

Es wird jedoch eine 17jährige BDM-Führerin namens Maria Schulz erwähnt. Unter die EK-Trägerinnen scheint sie nicht zu fallen.

Beim Googeln bin ich darauf gestoßen, daß unser guter Waldi im Vorgängerforum diesen Namen schon mal genannt hatte. Hier der Link dazu:

http://forumarchiv.balsi.de/personen/206145/index.html


Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 19.09.09 (09:22)
In der Grafinger Zeitung vom 8. März 1945 habe ich einen weiteren Artikel gefunden. Berichtet wird von der Verleihung des EK II an zwei Wehrmachtshelferinnen. Alice Bendig und Hildegard Bellgardt hatten sich beim Kampf in der Festung Elbing besonders bewährt:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z41.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 19.09.09 (09:35)
Frauen mit dem Eisernen Kreuz

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 29.09.09 (18:08)
Heute habe ich wieder einen besonders interessanten Artikel gefunden, und zwar in der Grafinger Zeitung vom 24. / 25. März 1945.

Berichtet wird von der 30jährigen Hausfrau Hedwig Köttel aus Greifenhagen. Sie eilte zu ihrem Mann, der an einem Flak-Geschütz am Stadtrand seinen Dienst versah, und wurde selbst Bestandteil der Geschützbedienung.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z46.JPG)

Im Eingang zu diesem Thread habe ich einen Link zu einer Namensliste mit Frauen die das Eiserne Kreuz verliehen bekommen haben gelistet. In dieser Aufführung läßt sich ohne weitere Angaben eine Hedwig Küttel finden. In meinem Zeitungsartikel kann ich aber Köttel lesen, lasse mich da aber gerne eines besseren belehren. Die genaue Schreibweise des Namens ist daher erst mal noch offen, weitere Quellen konnte ich bis jetzt nicht finden.

Jetzt wird es aber richtig interessant, bei dem Flakgeschütz handelt es sich, wie im Artikel erwähnt, um das von Ritterkreuzträger Unteroffizier Herbert Junge. Dieser erhielt eben für die Kämpfe in Greifenhagen als Geschützführer einer 8,8-cm-Flak am 13. März 1945 das Ritterkreuz. Im Artikel ist zu lesen, daß er innerhalb von zwei Tagen 13 sowjetische Panzer abgeschossen hatte.

Nun ist im Artikel die Formulierung zu lesen: "An der Vernichtung von sieben Panzern hat Hedwig Köttel Anteil, ebenso wie an zwei weiteren, die am Nachmittag vernichtet liegenblieben. ..."

Da stellt sich die Frage, war sie gar an der Ritterkreuztat von Herbert Junge beteiligt ? Oder handelt es sich hierbei um ein weiteres Gefecht, bei dem das Geschütz Junge eine weitere größere Anzahl an Panzern vernichten konnte ??
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 29.09.09 (19:58)
Über den Ritterkreuzträger Herbert Junge habe ich selbst leider nicht allzu viel, nur einige biographische Stichpunkte, so beispielsweise daß er mit seinem Geschütz noch am Endkampf um Berlin teilnahm.

Ich habe von ihm jedoch folgendes Bild. Ich nehme an, es zeigt ihn mit seiner Geschützbedienung.

(http://imoebi2.bplaced.net/B1.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 29.09.09 (21:17)
ich bleiube mal dran. Habe einen kriegsberichterstatter der damals vor Ort war und die bekannten Junge-Bilder schoss. Viell. weiss er ja was.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 29.09.09 (21:20)
Dann bleibe ich auch mal dran, ... zwecks einer Erinnerung bei Dir zu gegebener Zeit.  ;D

Wäre sicher interessant.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.10.09 (11:02)
Hier mal noch ein weiterer Artikel über Ottilie Stephan, dieses Mal aus der Schlesischen Tageszeitung vom 20. / 21. Januar 1945.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z50.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.10.09 (16:13)
Ich habe zwecks Herbert Junge gerade noch mal in meiner Sammlung nachgeschaut. Ich habe das oben eingestellte Foto von ihm signiert. Mir war in Erinnerung, daß auf der Rückseite noch etwas stand.

"Am 13.03.1945 für den Abschuß von 13 Panzern mit 8,8 und Panzerfaust von General von ??? (kann ich nicht entziffern, fängt an mit "von Odebr..") in Stettin das RK erhalten. Habe die Stadt Greifenhagen mit 9 Mann und 1 Frau vom 8. - 12.03.1945 gehalten."

Ich denke mal, dann ist davon auszugehen, daß Hedwig Köttel an der RK-Tat beteiligt war und selbst dafür das EK II bekommen hat.

Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.10.09 (16:26)
Der General könnte der General der Flakartillerie Job Odebrecht gewesen sein.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.10.09 (12:51)
Und hier ein weiterer Artikel, aus der Schlesischen Tageszeitung vom 7. Februar 1945. Berichtet wird über die Verleihung des EK II an die Ärztin Maria-Ursula Potrz und die Rote-Kreuz-Schwester Ruth Raabe, die sich in vorderster Linie bei der Betreuung von Verwundeten im Vorfeld von Breslau besonders bewährt haben.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z51.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.10.09 (14:07)
In anderen Quellen und auch im "Klietmann" wird Maria-Ursula Potrz als Elisabeth Potuz geführt.

Was nun richtig sein mag, entzieht sich meiner Kenntnis, ...  ???
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Niwre am 06.10.09 (14:28)
http://list.genealogy.net/mm/archiv/schlesien-l/2001-08/msg00192.html
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.10.09 (14:32)
Darauf bin ich auch gerade via Google gestoßen. Es hilft aber auch nicht wirklich weiter, die Frage zu klären, ...

Aufhorchen läßt mich jedoch:

Zitat
Letzte ist mir persönlich bekannt, sie wohnt heute in Uslar/Solling.

Der Beitrag stammt allerdings auch schon von 2001.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Niwre am 06.10.09 (14:49)
Du hast zumindest den Namen der Schwester ("bekannten Klettendorfer Ärztin Dr.med. Hedwig Jaschke-Potrz") und wenn man dann noch die Namensverteilung¹ anschaut, dann bleibt fast nur Potrz. Potuz als Nachname taucht nicht einmal auf.

Edit: ¹ zB.: http://www.breslau-wroclaw.de/de/breslau/source/abindex/#1941
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.10.09 (14:53)
Ah verdammt, man sollte halt wirklich lesen und nicht nur überfliegen !!

Danke für den Hinweis. Erst jetzt fällt mir das mit der Schwester auf. Also hätten wir das doch geklärt.

Da hat wohl irgendwann mal jemand den Namen falsch geschrieben und alle anderen haben dann wieder voneinander abgeschrieben. Daher tauch dann überall immer Potuz auf.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.10.09 (15:21)
Hier mal wieder ein Update meiner kleinen Liste mit den neuen Daten. Bisher sind 15 Verleihungen verzeichnet. Ich verzichte vorerst darauf, die Liste aus anderen Quellen lediglich mit weiteren Namen zu füttern. Das kann man später immer noch machen. Bisher sind zu den Namen auch immer Hinweise auf die Verleihungsbegründung enthalten, das in meinen Augen eigentlich interessante.

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.10.09 (18:45)
In der Schlesischen Tageszeitung vom 23. Februar 1945 habe ich einen weiteren Artikel über Ottilie Stephan gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z52.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 28.10.09 (17:24)
Ich bin wieder fündig geworden, ...

In der Ausgabe der Schlesischen Tageszeitung vom 13. März 1945 wird über die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Ursula Kögel berichtet. Sie erhielt das EK II am 1. März 1945 für ihren Einsatz in vorderster Linie.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z53.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 29.10.09 (16:59)
Und schon wieder bin ich fündig geworden, ...

Dieses Mal wird es richtig interessant. Es handelt sich um einen Namen, der scheinbar bisher nirgends erwähnt wird.

In der Schlesischen Tageszeitung vom 16. März 1945 wird die Verleihung des EK II an die 19jährige dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen verkündet, die sich bei der Versorgung von deutschen Verwundeten in der Festung Breslau in vorderster Linie besonders bewährt hatte und dabei selbst verwundet wurde.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z54.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Anchalee am 31.10.09 (00:17)
An den Autoren IM! Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Schreibweise Potrz richtig ist und der Vorname Maria-Ursula ist und nicht Elisabeth. In dem Bericht ueber die Verleihung des EK II ist der Name meiner Mutter ja auch richtig wiedergegeben worden. Wie aus dem Namen Maria-Ursula Potrz "Elisabeth Potuz" werden konnte, ist mir ein Raetsel.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 31.10.09 (07:47)
Vielen Dank für den Kommentar ! Dann waren wir ja auf dem richtigen Weg, ...  ;D

Können Sie vielleicht noch mehr über Ihre Mutter berichten ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 31.10.09 (10:53)
Und schon wieder bin ich fündig geworden, ...

In der Schlesischen Tageszeitung vom 23. März 1945 findet sich ein Bericht über die Verleihung des EK II an die Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck. Sie erhielt die Auszeichnung am 9. März 1945 für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z55.JPG)

Im Klietmann wird das Verleihungsdatum mit 8. März 1945 angegeben. Ich halte mich aber mal an das Datum in der Zeitung, also den 9. März 1945. Alle anderen Angaben in dieser Quelle waren ja bis jetzt auch korrekt, oder besser gesagt korrekter als in anderen Quellen, ... und immerhin ist es die Frontzeitung der Festung Breslau.

Damit steigt die Zahl der Verleihungen in unserer kleinen Liste allein für die Festung Breslau auf 6. Im Klietmann werden nur 5 dieser Verleihungen genannt.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.11.09 (10:12)
Meine kleine Liste  umfaßt inzwischen 18 Namen mit kurzen Angaben zur Verleihungsbegründung.

Hier mal wieder ein neues Update mit den neu hinzugekommenen Angaben:

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Ursula Kögel
geboren am 1. Juli 1926 in Breslau

EK II am 1. März 1945

Die Verleihung für ihren Einsatz in der Festung Breslau für ihre Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie.


Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen
19 Jahre alt, geboren in Dänemark

EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 16. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau, wo sie in vorderster Linie deutsche Verwundete versorgte und dabei selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Schwarz.


DRK-Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck
geboren am 25. Januar 1913 in Metz / Elsaß-Lothringen

EK II am 9. März 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau auf dem Truppenverbandsplatz des 10. Bataillons im Regiment „Beßlein“.


Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 04.11.09 (08:57)
In der Schlesischen Zeitung vom 28. April 1945 findet sich noch ein großer Artikel mit der Überschrift "Berlinerin schießt zwei Sowjetpanzer ab".

Im Artikel selbst geht es dann allerdings um die aktuelle Lage in Berlin. Auch wird die Ritterkreuzverleihung an Volkssturmführer Karl Pakebusch erwähnt, vor allem wofür diese erfolgte.

Erst am Ende des Artikels folgt der Bezug zur Überschrift. Allerdings wird kein Name genannt. Es steht dort lediglich:

"Bei den Kämpfen im Westen der Reichshauptstadt hat in der Nacht zum 27. April eine Berlinerin zwei Panzer mit der Panzerfaust abgeschossen."
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.12.09 (08:41)
Da ich demnächst eher die Jahrgänge aus den ersten Kriegsjahren bearbeiten werde, wird es wohl so schnell keine weiteren Zeitungsartikel über EK-Verleihungen an Frauen geben, ... ich werde daher in den kommenden Tagen mal noch weitere Namen aus anderen Quellen eintragen.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 02.12.09 (00:21)
Ich nutze als erstes mal die Angaben aus dem "Klietmann".

Da finde ich als erstes die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Liselotte Hensel.

Wann diese erfolgte, ist nicht verzeichnet, auch nicht wofür. Nach einer kurzen Recherche findet sich im Netz der Hinweis, die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Im "Klietmann" findet sich lediglich noch der Zusatz "Mutterhaus Bremen", was eventuell auf ihre sonstige Verwendung hindeuten könnte.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 04.12.09 (11:33)
Eine weitere Verleihung des EK II an eine Frau für den Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943 ist die an DRK-General-Hauptführerin Holzmann. Sie müßte im gleichen Zeitraum erfolgt sein wie die an Liselotte Hensel, wann genau ist mir derzeit jedoch nicht bekannt.
Bei Google-Books habe ich im Buch „Die Stellung halten - Kriegserfahrungen und Lebensgeschichten von Wehrmachtshelferinnen“ zu Holzmann folgendes gefunden:

„DRK-Generalhauptführerin Holzmann erhielt das EK II für ihren unbeirrten Einsatz während der Luftangriffe auf Hamburg, weil sie „vielen verletzten Volksgenossen das Leben“ rette, „indem sie diese in ihrem Kraftwagen den Krankenhäusern Hamburgs, oftmals unter Feindeinwirkung, zuführte“.

Im Klietmann wird ihre Verwendung angeführt mit: „DRK-Hauptführerin Holzmann, Bereitschaftsdienstleiterin der Landesstelle X des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg.“

Einen Vornamen konnte ich jedoch bis jetzt nirgendwo finden.

Im Klietmann ist zusätzlich noch ein Bild von ihr, ebenso von Liselotte Hensel.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.12.09 (17:44)
Im AHF bin ich gerade auf Erna Hirsekorn gestoßen.

Die Verleihung des EK II an sie wird in einer Wochenschau vom 5. März 1945 verkündet. Der Text dazu lautet:

"Das ist die Nachrichtenhelferin Erna Hirsekorn. Mit einigen Hitlerjungen rettete sie durch ihren Mut und ihre Tatkraft einen schon verlassenen deutschen Ort. Sie trägt jetzt das Eiserne Kreuz."

Das hört sich so an, als hätte sie mit den Hitlerjungen einen bereits geräumten Ort wieder in deutschen Besitz gebracht und auch gehalten. Wann dieses Ereignis war, ist derzeit nicht bekannt. Ich vermute mal den Zeitraum Februar 1945.

Hier einige Ausschnitte aus der Wochenschau: ("geliehen" aus dem AHF)

(http://imoebi2.bplaced.net/B12a.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/B12b.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/B12c.jpg)

Zur kompletten Wochenschau geht es hier:

http://www.archive.org/details/1945-03-05-Die-Deutsche-Wochenschau-Nr.753

Allerdings muß das Video auf den Rechner gezogen werden, bevor man es anschauen kann. Die Verleihung an Hirsekorn beginn bei Minute 10.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Richtschuetze am 07.12.09 (07:02)
Zitat
Mit einigen Hitlerjungen rettete sie durch ihren Mut und ihre Tatkraft einen schon verlassenen deutschen Ort. Sie trägt jetzt das Eiserne Kreuz."

@IM erstmal danke für Deine Berichte!

Das sagt doch eigentlich klar aus das es einen Kampf gegeben hat den diese Dame geführt hat. Ist über die Hitlerjungen nichts zu finden, die haben doch bestimmt eine Auszeichnung bekommen?


Gruss
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 07.12.09 (11:51)
Wenn überhaupt, dann dürften sie dafür auch das EK II bekommen haben. Mehr ist erst einmal nicht zu finden.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Richtschuetze am 07.12.09 (12:17)
Schade dachte da wäre mehr drüber zu erfahren! Trotzdem mach weiter so!


Gruss
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Gebirgsmarine am 07.12.09 (23:20)
Hallo IM!

Beate Uhse war ab 1943 Überführungsflieger  in der Luftwaffe und hatte den Rang eines Hauptmanns.
Ich könnte mir vorstellen, daß sie auch ein EK hatte. Was sagt der Klietmann? Ich habe leider keinen.

Gruß
die Gebirgsmarine
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 08.12.09 (15:39)
Eine gute Frage, ...

Über eine derartige EK-Verleihung an Beate Uhse habe ich bisher nirgendwo etwas gelesen.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: GR162 am 08.12.09 (15:51)
Ich wusste nichtmal das Beate Uhse bei der Luftwaffe war,Hanna Reitsch war klar.

Der Klietmann ist übrigends Standartliteratur wenn man sich mit Auszeichnungen ein wenig vertraut machen möchte. Kostet bei Amazon oftmals sogar unter 15 Euro.
Aber aufpassen,es gibt einmal die Ausgabe für Zivile Auszeichnungen und dann die für militärische. Beide sind übrigends nicht ganz fehlerfrei aber gut der Kenntnisstand heute ist um einiges größer als zum Erscheinen des Klietmann.

IM wird die Angaben darin zu den EKs für Frauen wohl sowieso soweit als möglich nachgeprüft haben so wie ich ihn einschätze  ;)

Kommt da eine Publikation oder kann man das ganze später mal als aufbereitete PDF Fassung bekommen ? Dürfte die bereits recht umfangreiche Literatur zu den EKs sicher deutlich bereichern finde ich.

Gruss Sascha
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 08.12.09 (16:13)
Ohne eine Wertung vornehmen zu wollen, aber inzwischen gibt es neben dem Klietmann weitere Bücher zum Thema Auszeichnungen.

Zitat
IM wird die Angaben darin zu den EKs für Frauen wohl sowieso soweit als möglich nachgeprüft haben so wie ich ihn einschätze

Das muß ich mal verneinen. Ich trage eher einfach nur zusammen, was ich in verschiedenen Quellen finden kann.

Zitat
Kommt da eine Publikation oder kann man das ganze später mal als aufbereitete PDF Fassung bekommen ? Dürfte die bereits recht umfangreiche Literatur zu den EKs sicher deutlich bereichern finde ich.

Und hierzu sei angemerkt, meine Postings sind doch eher nur kleine Bruchstücke. Angefangen hatte es mit dem ersten Zeitungsartikel, den ich beim Durchstöbern gefunden hatte, und zu dem inzwischen einige mehr dazugekommen sind. Inzwischen íst es eigenes Interesse geworden, da etwas mehr zusammenzutragen, mehr nicht. Ihr seht ja selbst, wie schwammig manche Angaben sind.

Wie viele Frauen im Zweiten Weltkrieg tatsächlich mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, wird sich wohl nie klären lassen. Es dürften aber weitaus mehr sein als bisher angenommen. Persönlich würde ich vermuten, die Zahl könnte sogar dreistellig sein.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: GR162 am 08.12.09 (16:27)
Ja sicher gibt es Literatur ohne Ende zu Auszeichnungen ich habe genug Spezialbücher zum ISA etc. im Regal stehen.

Einen generellen guten Überblick bietet aber nach wie vor der Klietmann mit entsprechenden Hintergrundinfos. Nicht jeder der sich ein wenig Interessiert kauft sich gleich den großen Niemann und da steht z.B zu den Frauen EKs nichts drin.  ;D


Ah Ok,ich dachte du überprüfst die Infos wobei das sowieso wohl eher sehr schwierig sein wird.

Nja,auch wenns nur Bruchstücke sind die du zusammentraegst kann man das ganze vieleicht mit Namensliste,Kurzbio sofern vorhandene Daten etc als PDF zusammenfassen.Das ganze dann noch garniert mit den Zeitungsartikeln und Bildern der Personen wird doch schon was recht annehmbares.

Die Arbeit hats du dir ja eh gemacht und warum sollte man das ganze nicht als PDF in nem brauchbaren Rahmen packen und es evtl als Download auch anderen interessierten die vieleicht nicht hier in dem Thread lesen zur Verfügung stellen ? Ich fände es gut.

Ok sagt sich leicht wenn man es selber nicht machen muss und ich kanns auch nicht.Kann nichtmal was in PDF umwandeln aber für jemanden der Bücher verlegt und vertreibt sollte das doch ein leichtes sein  ;D

Ich finde in solchen Threads so interessant sie auch sind, versacken irgendwann die Infos und wenn man sich durch 10 Forenseiten plagen muss wo dann noch so unsiniges drinsteht wie jetzt hier in meinem Beitrag macht es das nicht einfacher.

Wär schade drum wenn das ganze im halbdunkeln schlummert.

Wie gesagt,ist leicht gesagt wenn man es selber nicht machen muss  ::)

Gruss Sascha
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.12.09 (09:33)
Weiter mit den Angaben aus dem Klietmann:


Als nächstes finden sich dort zwei Verleihungen des EK II für einen Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944.

Die erste wäre die an DRK-Schwester Elfriede Gunia:

"Geboren am 25. August 1912 in Gelsenkirchen, erhielt das Eiserne Kreuz wegen hervorragender Leistung bei dem Bombenangriff auf Reval am 9. März 1944."


Die zweite wäre die an die Germanische freiwillige norwegische OKS-Schwester Anne Gunhild Moxnes:

"Geboren am 9. November 1914 in Narvik, erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse wegen hervorragender Leistung bei dem Bombenangriff auf Reval am 9. März 1944. Sie hatte ein Staatsexamen als Hebamme. Sie erhielt als erste Ausländerin das Eiserne Kreuz."


Zwei Seiten weiter findet sich im Buch ein Bild der beiden mit dem frisch verliehenem EK. Beschriftet ist es mit dem Datum 2. August 1944. Somit könnte man davon ausgehen, daß dies der Verleihungstag ist. Somit wären die beiden Verleihungen nach der an Ilse Daub anzusiedeln, die das EK II laut den Zeitungsberichten und der Angabe im Klietmann als 27. Frau im Zweiten Weltkrieg verliehen bekommen hat.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.12.09 (10:10)
Im Forum von www.wehrmacht-awards.com habe ich gerade dieses Bild gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B13.jpg)

Um wen es sich dabei handelt, ist jedoch leider nicht bekannt. Der rechte RK-Träger ist Karl Roßmann.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.01.10 (09:46)
Die nächsten beiden, die im Klietmann mit aufgeführt sind, sind die DRK-Schwestern  Hanny Weber und Geolinde Münch.

"Schwesternschaft München. Sie gehörten einer motorisierten Sanitätsbereitschaft an und zeichneten sich in der El-Alamein-Stellung in Afrika bei einem britischen Bombenangriff bei der Versorgung von Verwundeten aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor."

Wann genau die Verleihung erfolgte, ist mir derzeit nicht bekannt. El-Alamein war grob gesagt Herbst 1942, somit würde ich die Verleihung vor der an Ilse Daub ansiedeln, die in der Presse im Sommer 1944 als die 27. Verleihung an eine Frau bekanntgegeben wurde.

Ich hatte hier im Forum schon mal ein Bild von Hanny Weber und Geolinde Münch verlinkt, hier noch einmal:

(http://imoebi2.bplaced.net/B14.jpg)

Im AHF habe ich gerade noch diese beiden Aufnahmen von Hanny Weber gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B15.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/B16.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: GR162 am 09.01.10 (10:03)
Nur rein Infohalber,die Dame trägt noch als Feldspange das Band zur Volkspflegemedaille und das Band der Afrikamedaille sowie das Afrika Ärmelband.

tolle Bilder.

Gruss Sascha
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.01.10 (10:06)
Volkspflegemedaille war mir komplett neu, ...

Daher habe ich gerade mal gegoogelt:

http://www.rktraeger.de/Orden/Zivil/volkspflege.htm
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.01.10 (10:18)
Im Netz finden sich noch zwei weitere Bilder von Hanny Weber und Geolinde Münch.

(http://imoebi2.bplaced.net/B17a.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/B17b.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: GR162 am 09.01.10 (10:29)
Sorry,ich glaub habe mich vertan.Ich meinte Luftschutzehrenzeichen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftschutz-Ehrenzeichen

wobei mir langsam Zweifel kommen ob das nicht doch die Feldspange fürs EK2 sein sollte.

Ist natürlich Humbug das EK zu tragen und nochmal die Feldspange dazu.

Das EK2 wurde auch nur am Verleihungstag als Kreuz getragen,danach nur als Band im Knopfloch oder als Feldspange.Sowas gab es aber für Fotos häufiger das der ganze Klempnerladen angehängt wurde. Aber bei offiziellen Fotos ?

Übrigends Volkspflegemedaille und Luftschutzmedaille sind gerade bei RK Personen öfter zu finden.

Naja zumindest die Afrikabandschnalle ist definitiv zu erkennen was ja wohl auch zum Werdegang passt.

Ich gehe mittlerweile wirklich von der EK Feldspange aus,hatte einenKnick in der Optik am frühen Morgen. Sorry für die Verwirrung.

Gruss Sascha
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.01.10 (10:45)
Wenn wir schon bei weiteren Bildern sind, ...


Hier mal noch eine schöne signierte Aufnahme von Hanna Reitsch:

(http://imoebi2.bplaced.net/B2.JPG)



Und ihm AHF habe ich noch dieses Bild von Marga Droste gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/B18.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 10.01.10 (18:29)
Hier mal wieder ein Update meiner kleinen Liste:

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Hanny Weber
Wann genau die Verleihung erfolgt ist, ist derzeit unbekannt. Sie liegt auf alle Fälle vor der an Ilse Daub, die als 27. Frau das EK II verliehen bekommen hat. Vorläufig angesiedelt im Jahr 1943.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferein Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Hanny Weber gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Geolinde Münch
Wann genau die Verleihung erfolgt ist, ist derzeit unbekannt. Sie liegt auf alle Fälle vor der an Ilse Daub, die als 27. Frau das EK II verliehen bekommen hat. Vorläufig angesiedelt im Jahr 1943.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferein Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Geolinde Münch gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Liselotte Hensel
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Schwester Hensel diente im Mutterhaus Bremen.


DRK-Generalhauptführerin Holzmann
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Holzmann diente als Bereitschaftsdienstleiterin der Landesstelle X des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg. Während der Luftangriffe auf Hamburg rettete sie vielen Menschen das Leben, indem sie diese in ihrem Kraftwagen den Krankenhäusern Hamburgs zuführte, oftmals unter Feindeinwirkung.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Elfriede Gunia
geboren am 25. August 1912 in Gelsenkirchen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944.


Germanisch freiwillige norwegische OKS-Schwester Anne Gunhild Moxnes
geboren am 9. November 1914 in Narvik / Norwegen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944. Sie war die erste Ausländerin, die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Ursula Kögel
geboren am 1. Juli 1926 in Breslau

EK II am 1. März 1945

Die Verleihung für ihren Einsatz in der Festung Breslau für ihre Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie.


Nachrichtenhelferin Erna Hirsekorn
EK II im Februar / Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einer Wochenschau vom 5. März 1945 verkündet)

Gemeinsam mit einigen Hitlerjungen rettete sie einen bereits verlassenen deutschen Ort und brachte ihn wieder in Besitz.


Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen
19 Jahre alt, geboren in Dänemark

EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 16. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau, wo sie in vorderster Linie deutsche Verwundete versorgte und dabei selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Schwarz.


DRK-Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck
geboren am 25. Januar 1913 in Metz / Elsaß-Lothringen

EK II am 9. März 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau auf dem Truppenverbandsplatz des 10. Bataillons im Regiment „Beßlein“.


Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.



Wie lückenhaft dies noch ist, zeigt allein folgende Überlegung. Die Verleihung an Ilse Daub wird in der Presse als die 27. an eine Frau im WK II bekanntgegeben. In meiner Liste habe ich einschließlich ihrer Person bis zu diesem Zeitpunkt jetzt 12. Somit fehlen allein da 15 weitere Verleihungen.

Insgesamt sind jetzt 25 Verleihungen zumindest mit Hinweis auf die Tat aufgeführt.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.01.10 (09:47)
Als nächstes wird im Klietmann die Verleihung des EK I an Else Großmann aufgeführt:

"DRK Schwester Else Großmann, geboren in Linz.
Nach einem Bericht der Soldaten-Zeitung "Polar-Kurier", Tromsö - Nr. 2 des 5. Jahrgangs vom 4. Januar 1945 - soll sie für die Bergung von Verwundeten an der Westfront das Eiserne Kreuz, und zwar der I. Klasse erhalten haben. Weitere Angaben waren nicht zu ermitteln. Sie soll ein Telegramm Hitlers erhalten haben mit den Worten: "Ich bin stolz darauf, daß Sie als erste Frau meines Heimatgaues das EK I empfangen haben.""


Diese Verleihung ist scheinbar recht umstritten, da síe sich ausschließlich auf die oben erwähnte Pressemitteilung beruft. Beispielsweise hier

http://www.auszeichnungen-online.de/EisernesKreuz.htm

findet sich folgender Kommentar:

Zitat
Die Autoren Klietmann, Kannapin und Previtera nennen weiterhin die DRK-Schwester Else Großmann als Trägerin des Eisernen Kreuzes 1.Klasse. Diese Angaben gründen auf einem Artikel vom 04.01.1945 in der Frontzeitung „Polar-Kurier“ (Tromsö/Norwegen). Im Bundesarchiv/Zentralnachweisstelle kann laut Nimmergut diese Verleihung jedoch nicht bestätigt werden. Da keine weiteren Presseveröffentlichungen diesbezüglich bekannt sind, ist die Verleihung an Frau Großmann, in Anbetracht der Außergewöhnlichkeit einer Verleihung der 1. Klasse an eine Frau, unwahrscheinlich.


Ich nehme es unter Vorbehalt mit in die Liste auf, ...
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 07.02.10 (09:56)
Im Klietmann findet sich weiterhin folgendes:

"5. März 1945 - "Der Angriff"-Nachtausgabe Nr. 54 - Berlin: PK-Ostfront
EK für tapferer Oberschlesierinnen.
Gekürzter Text: Die Volksdeutsche Leni Stalinek aus Alsen nordostwärts Bielitz nahm im Rahmen eines Infanteriebataillons an den Grabenkämpfen teil. Sie überbrachte einen wichtigen Befehl, nachdem vor ihr drei Melder mit dem gleichen Auftrag gefallen waren. In einer Kampfkrise riß sie die Männer mit.
Stabshelferin Hildegard Wollny aus Hindenburg nahm bei den Abwehrkämpfen um Gleiwitz als Melderin teil. Trotz des feindlichen Feuers hielt sie aus, schleppte Panzerfäuste und Munition in die Kampflinie und beteiligte sich bei Durchsuchung verdächtiger Gehöfte.
Diese beiden Mädchen wurden zum Eisernen Kreuz vorgeschlagen. (Die gleiche Meldung erschien am gleichen Tag in einem Bericht des SS-Kriegsberichts F. Eschenberger.)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.02.10 (16:21)
Wiederum aus der schon oft genannten Quelle:

"18. März 1945 - "Berliner Morgenpost"
EK für Berliner Rote-Kreuz-Schwester
Die Rote-Kreuz-Schwester Elfriede Muth aus der Charité in Berlin ist in der Festung Küstrin auf einem Hauptverbandsplatz als Operationsschwester tätig. Als sie dabei durch mehrere Granatsplitter verwundet wurde, verließ sie nach Anlage eines Verbandes trotz Schmerzen und Behinderungen ihren Posten nicht. ... "Was sollen denn die Schwerverwundeten denken, wenn ich nach so ein paar Schrammen schon schlapp mache."
Für ihre tapfere Haltung wurde sie mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet."
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.02.10 (10:18)
Als letzte Namen mit ausführlichen Infos lassen sich im Klietmann finden:

"22. März 1945 - "Das 12-Uhr-Blatt" Nr. 69 - Berlin:
Die beiden deutschen Rote-Kreuz-Helferinnen, Schwester Rohna von Ceuern und Anna Wohlschütz, hatten sich freiwillig zur Tätigkeit auf einem Hauptverbandsplatz der Festung Küstrin gemeldet. Tag und Nacht waren sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und halfen unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, waren die beiden Helferinnen als erste zur Stelle, bargen trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreiten die Verschütteten und spornten durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.
Die beiden Schwestern, die freiwillig weiterhin in der hart umkämpften Festung verbliebenm wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet."
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 16.02.10 (16:59)
Ich habe momentan keine weiteren Eintragungen hinzuzufügen, wo ich zumindest einen kleinen Hinweis hätte, wofür die Verleihung erfolgt ist.

Insgesamt sind jetzt 31 Frauen aufgeführt, die das Eiserne Kreuz im Zweiten Weltkrieg erhalten haben. Es sei jedoch erneut darauf hingewiesen, daß dies nur ein Bruchteil der tatsächlichen Verleihungen sein dürfte. Der Großteil wird wohl für immer unbekannt bleiben.

Frauen mit dem Eisernen Kreuz

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Hanny Weber
Wann genau die Verleihung erfolgt ist, ist derzeit unbekannt. Sie liegt auf alle Fälle vor der an Ilse Daub, die als 27. Frau das EK II verliehen bekommen hat. Vorläufig angesiedelt im Jahr 1943.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferein Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Hanny Weber gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Geolinde Münch
Wann genau die Verleihung erfolgt ist, ist derzeit unbekannt. Sie liegt auf alle Fälle vor der an Ilse Daub, die als 27. Frau das EK II verliehen bekommen hat. Vorläufig angesiedelt im Jahr 1943.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferein Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Geolinde Münch gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Liselotte Hensel
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Schwester Hensel diente im Mutterhaus Bremen.


DRK-Generalhauptführerin Holzmann
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Holzmann diente als Bereitschaftsdienstleiterin der Landesstelle X des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg. Während der Luftangriffe auf Hamburg rettete sie vielen Menschen das Leben, indem sie diese in ihrem Kraftwagen den Krankenhäusern Hamburgs zuführte, oftmals unter Feindeinwirkung.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Elfriede Gunia
geboren am 25. August 1912 in Gelsenkirchen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944.


Germanisch freiwillige norwegische OKS-Schwester Anne Gunhild Moxnes
geboren am 9. November 1914 in Narvik / Norwegen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944. Sie war die erste Ausländerin, die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.


DRK-Schwester Else Großmann
geboren in Linz

EK I ungefähr im Dezember 1944 / Jahreswechsel 1944/45

Die Verleihung soll erfolgt sein für ihren Einsatz bei der Bergung von Verwundeten an der Westfront. Sie soll daraufhin auch ein Telegramm Hitlers bekommen haben. Die Angabe stützt sich jedoch lediglich auf einen Bericht in der Soldaten-Zeitung „Polar-Kurier“ vom 4. Januar 1945 und ist daher umstritten.


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Ursula Kögel
geboren am 1. Juli 1926 in Breslau

EK II am 1. März 1945

Die Verleihung für ihren Einsatz in der Festung Breslau für ihre Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie.


Nachrichtenhelferin Erna Hirsekorn
EK II im Februar / Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einer Wochenschau vom 5. März 1945 verkündet)

Gemeinsam mit einigen Hitlerjungen rettete sie einen bereits verlassenen deutschen Ort und brachte ihn wieder in Besitz.


Leni Stalinek
Volksdeutsche aus Alsen bei Bielitz

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wurde in Pressemeldungen vom 5. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolge für ihren freiwilligen Einsatz bei der Fronttruppe. Sie nahm im Rahmen eines Infanteriebataillons an den Grabenkämpfen teil und überbrachte einen wichtigen Befehl, nachdem vor ihr drei Melder mit dem gleichen Auftrag gefallen waren. In einer Kampfkrise riß sie die Männer mit.


Hildegard Wollny
Stabshelferin aus Hindenburg

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wurde in Pressemeldungen vom 5. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolge für ihren freiwilligen Einsatz bei der Fronttruppe. Hildegard Wollny nahm bei den Abwehrkämpfen um Gleiwitz als Melderin teil. Trotz des feindlichen Feuers hielt sie aus, schleppte Panzerfäuste und Munition in die Kampflinie und beteiligte sich bei Durchsuchung verdächtiger Gehöfte.



Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


DRK-Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck
geboren am 25. Januar 1913 in Metz / Elsaß-Lothringen

EK II am 9. März 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau auf dem Truppenverbandsplatz des 10. Bataillons im Regiment „Beßlein“.


Dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen
19 Jahre alt, geboren in Dänemark

EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 16. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau, wo sie in vorderster Linie deutsche Verwundete versorgte und dabei selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Schwarz.


DRK-Schwester Elfriede Muth

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 18. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz als Operationsschwester auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Trotz eigener Verwundung durch Granatsplitter verließ sie ihren Posten nicht und arbeitete weiter.


DRK-Schwesternhelferin Rohna von Ceuern

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und sporntn durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.


DRK-Schwesternhelferin Anna Wohlschütz

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und sporntn durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.


Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 17.02.10 (17:17)
Hier mal eine kleine Übersicht über die bisher gelisteten 31 Verleihungen:

Man könnte es wie folgt aufgliedern:

Verleihungen für fliegerische Tätigkeiten: 2
Verleihungen an Ärztinnen: 1
Verleihungen an DRK-Schwestern: 16
Verleihungen an DRK-Schwesternhelferinnen: 5
Verleihungen an Wehrmachtshelferinnen: 4
Verleihungen an Zivilistinnen im Kampfeinsatz: 3

Wobei ich aber anmerken muß, daß die Übergänge zwischen DRK-Schwester und DRK-Schwesternhelferin wohl eher fließend sind, je nach Quelle.


Nach Jahreszahlen gliedern sich die 31 Verleihungen so:

Verleihungen 1941: 1      
Verleihungen 1942: 2
Verleihungen 1943: 8
Verleihungen 1944: 4
Verleihungen 1945: 16


Und auch nach den Kriegsschauplätzen kann man es aufgrund der Infos aufgliedern:

Verleihungen für fliegerische Tätigkeiten: 2
Verleihungen für Einsatz an der Ostfront: 20
   Im rückwärtigen Gebiet der mittleren Ostfront 1942: 1
   Kalmückensteppe 1943: 1
   Ostfront 1944: 3
   Festung Breslau 1945: 6
   Festung Elbing 1945: 2
   Greifenhagen 1945: 1
   Gleiwitz 1945: 1
   Festung Küstrin: 3
   Ostfront 1945: 2
Verleihungen für Einsatz im Luftkrieg gegen Deutschland: 3
Verleihungen für Einsatz in Nordafrika: 4
   Marsa Matruk: 2
   El Alamein: 2
Verleihungen an der Westfront: 2



Verleihungen nach Nationalitäten:

Deutschland:   29
Norwegen:   1
Dänemark:   1
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 18.02.10 (18:22)
Neben den oben gelisteteten 31 Namen finden sich in einigen Quellen Hinweise auf weitere Verleihungen, jedoch ohne weitere Angaben oder Bestätigungen.

Es sind dies beispielsweise im Buch von Klietmann:

Zitat
Nach einer Veröffentlichung der Zeitung "Neues Deutschland (Berlin-Ost) vom 26. Januar 1956 soll auch nach eigenen Angaben Eva Halm als Dienstverpflichtete beim Heeres-Zeugam Breslau das Eiserne Kreuz II. Klasse während der Kämpfe erhalten haben.

Zitat
Aus einem Schreibmaschinenmanuskript im Besitz des ehemaligen Reichsarbeitsdienstführers Pauli in Berlin 1968:
"... Frau Dr. Lemke (Bezirksführerin des Reichsarbeitsdienstes weibliche Jugend), die an diesem Tage (26. April 1945) von der Schinkelstraße (Stabsgebäude des Reichsarbeitsdienstes in Berlin-Grunewald) zur Reichskanzlei fährt, wird gebeten, von dort Eiserne Kreuze mitzubringen. Sie schafft das. Wer mit den Kreuzen I. und II. Klasse ausgezeichnet wurde, wissen wir nicht. Verdient hatten es wohl alle. Unter den Beliehenen befanden sich drei Führerinnen des Reichsarbeitsdienstes weiblicher Jugend."

Zitat
Degrelle, Leon
"Die verlorene Legion", Veritas-Verlag - Stuttgart - 1952 - S. 449-450:
"Eine unserer belgischen Krankenschwestern, verwitwet, hatte ihre drei Söhne bei unserer Truppe. Alle drei fielen. Die so schwer geprüfte Mutter gestattete es sich nicht, ihren Dienst auch nur für einen Augenblick zu vernachlässigen. Im Gegenteil, sie wollte ihre Pflicht gerade dort tun, wo ihre Söhne gefallen waren und bat mich, in der vordersten Linie Dienst tun zu dürfen. Sie nahm sich der Verwundeten mitten im Feuerregen mit einer solchen Aufopferung an, daß sie das Eiserne Kreuz erhielt.


Ganz zu Beginn dieses Beitrages hatte ich schon auf folgenden Link verwiesen:

http://www.auszeichnungen-online.de/namensliste_frauen.htm


Auch dort finden sich Hinweise auf weitere Verleihungen, einige habe ich gerade genannt, da dürfte die Quelle wohl ebenfalls das Klietmann-Buch gewesen sein. Weiterhin finden sich noch folgende Angaben:

Zitat
(-aufgrund sonstiger Quellen-)
2 Krankenschwestern auf dem Tankschiff „Liselotte Friedrichs“ am 09.05.1945 (namentlich nicht genannt)

Zitat
(-aufgrund des „Reichsruf“-)
1 Krankenschwester in Berlin (namentlich nicht genannt)

1 ostpreußische Kradmelderin in Berlin im April 1945 (namentlich nicht genannt)

Mehrere Angehörige des BDM für besondere Einsätze bei Luftangriffen zwischen 1943-1945

Zitat
(-laut Kannapin ohne Quellenangabe-)
Freiwillige Erika Stollberg im Mai 1945
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 10.05.10 (21:49)
Gerade gefunden, ist zwar keine EK-II-Verleihung, ...

Dieser Artikel stammt aus dem Oberschlesischen Wanderer vom 8. Dezember 1943. Es geht um die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse an die Mädelsschaftsführerin Christa Barth. Der Grund ist ihr Verhalten im Bombenkrieg nach einem Angriff auf Berlin in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember 1943. Das Besondere daran ist, daß sie zur Verleihung der Auszeichnung in die Parteikanzlei gerufen wurde, wo ihr Reichsminister Goebbels seine Anerkennung aussprach und Reichsleiter Bormann die Auszeichnung überreichte.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z90.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 02.08.10 (21:55)
Hallo und guten Abend,

zu Schwester Ilse Schulz, die als 6. Frau das Eiserne Kreuz II verliehen bekam,
möchte ich folgendes ergänzen (korrigieren):

sie wurde am 12. November 1913 in Geestemünde geboren
und ist am 16. Oktober 1991 in Hamburg gestorben.

Ihr wurde gemeinsam mit Schwester Grete Fock (und evt. einer weiteren Schwester ?)
als Mitglied des Feldlazarett 200 in Tunesien das Eiserne Kreuz verliehen.
Die Verleihungsurkunde ist mit: Hauptquartier, den 10. April 1943
Das Oberkommando des Heeres I.A. Generalmajor Burgdorf unterzeichnet.

Das Foto im post von IM am 14.12.2009 zeigt sie bei einer Kundgebung der
Reichsstudentenführung in Heidelberg, bei der (auch) Goebbels geredet hat
und ist als Titelbild auf dem "Illustrierten Beobachter"  vom 22.07.1943 abgedruckt.

Mich würden dabei besonders die beiden Herren interessieren,
die ja wohl Ritterkreuze tragen.

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 02.08.10 (22:49)
Hallo Christa,

vielen Dank für Deinen sehr interessanten Beitrag.

Das Verleihungsdatum für Grete Fock und Ilse Schulz war mir ja bereits bekannt. Aber Dank Dir haben wir jetzt mit "Feldlazarett 200 in Tunesien" quasi auch eine Einheitsbezeichnung.

Vielleicht kann ja auch Jürgen, als unser Experte für das Sanitätswesen etwas dazu sagen ?

Als Geburtsdatum für Ilse Schulz hatte ich bisher:

Zitat
geboren am 12. Januar 1913 in Kiel

Meine Quelle dafür müßte das Buch "Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945" von Klietmann gewesen sein. Ich habe es gerade noch einmal hervorgezogen. Da läßt sich sogar folgendes finden:

Zitat
geboren in Kiel am 12. Januar 1913, oder 11. April 1922

Also, das wäre ein enormer Unterschied.

Dank Dir hätten wir jetzt die richtige Angabe, und auch die Todesdaten. Ich habe es zumindest in meiner eigenen Datei vermerkt. In der nächsten Aktualisierung wird es mit übernommen. Vorerst steht es ja hier in Deinem Beitrag.

Was das erwähnte Bild betrifft, hier wäre es noch einmal:

(http://imoebi2.bplaced.net/B13.jpg)

Gefunden hatte ich es damals im Netz, jedoch ohne eine Namensangabe.

Dank Dir können wir nun auch hier ergänzen, daß es Ilse Schulz ist.

(http://imoebi2.bplaced.net/B6.jpg)

Hier noch einmal unser bisher bekanntes Bild von Ilse Schulz. Wenn man beide Bilder jetzt vergleicht, ich würde sagen, das paßt.

Interessant ist auch die Aussage, wann das Bild mit den beiden Ritterkreuzträgern entstanden ist. Namentlich bekannt ist mir auf Anhieb nur der rechte der beiden. Es ist Karl Roßmann. Er erhielt das Ritterkreuz am 12. November 1941 als Oberleutnant und Chef der 16. Kompanie im Flakregiment "General Göring" (mot.). Am 1. Februar 1945 wurde er dann noch als Major und  Kommandeur des Fallschirmpanzerregiment 1 "Hermann Göring" mit dem Eichenlaub ausgezeichnet.

Ergänzung:

Der linke RKT ist Fritz Steger.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 02.08.10 (23:40)
Was die Kundgebung in Heidelberg betrifft, da habe ich gerade noch mal nachgeschaut.

Ich habe etwas gefunden über eine "Wissenschaftskundgebung der Reichsstudentenführung" in Heidelberg am 9. Juli 1943. Auf ihr sprach auch Goebbels. Und zwar hielt er einen Vortrag mit dem Thema "Der geistige Arbeiter im Schicksalskampf des Reiches".

Und ich habe gleich mal unser Zeitungsarchiv bemüht. In der Presse wurde einen Tag später ausführlich darüber berichtet. Falls Interesse besteht, könnte ich das mit einstellen.

Einer der Artikel trägt die Überschrift "Dr. Goebbels über die Kriegsaufgaben der deutschen Wissenschaft und Forschung".
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 03.08.10 (22:34)
Hallo IM,
danke für Deine interessanten Angaben,
die aber wieder neue Fragen aufwerfen.

Ich habe zwar keinen vollständigen Lebenslauf von Karl Roßmann gefunden,
bei seinem militärischen Werdegang ist es ja evt.l möglich, dass auch er in Tunesien war
und daher evt. mit Ilse Schulz bekannt war.

Vielleicht erkennt jemand auch noch den 2. Ritterkreuzträger.

An dem Goebbel-Vortrag bin ich sicherlich interessiert.

Ist nachzuvollziehen, ob sich der Generalmajor Burgdorf am 10.04.1943
in Tunesien befand?
Nach der Verleihungsurkunde wäre es möglich,
da alle Daten mit Schreibmaschine ausgefüllt sind,
nur der Name Burgdorf und die 10 vor April mit schwarzer Tinte geschrieben wurden.

(Ist bekannt, wie überhaupt die Verleihungsurkunden ausgefüllt wurden?)

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 03.08.10 (23:27)
Nein, Karl Roßmann war nicht in Tunesien.

Das Ritterkreuz verdiente er sich mit seiner Batterie Anfang August 1941 während der Kesselschlacht von Uman. Er verhinderte einen Ausbruch eingeschlossener Sowjet-Verbände.

Hier mal ein kleine Bio zu ihm mit einigen weiteren Infos.

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/R/RossmannK.htm

Der Name des zweiten Ritterkreuzträgers wird sich sicher finden lassen. Es war keine Seltenheit, daß zu öffentlichen Auftritten einige hochdekorierte Soldaten als Beiwerk mit ins Publikum gesetzt wurden. Neben den beiden Ritterkreuzträgern dürfte bei der Veranstaltung vom 9. Juli 1943 auch Ilse Schulz mit dazugehört haben. Eine Frau mit dem EK II, das war damals noch etwas, und das wurde sicher auch von der Propaganda genutzt.

Mal ein weiteres Beispiel. Die berühmte Rede von Goebbels im Januar 1943 im Berliner Sportpalast. Auch da saßen im Publikum einige Ritterkreuzträger. Und als der euphorische Applaus als Antwort auf Goebbels Frage nach dem Totalen Krieg durch die Halle ging, hingen die Kameras zur Ausnutzung der Propaganda unter anderem auf den Ritterkreuzträgern.

Zu Wilhelm Burgdorf hat Balsi eine gute Bio:

http://www.ritterkreuztraeger-1939-45.de/Infanterie/B/Bu/Burgdorf-Wilhelm.htm

Im April 1943 war Burgdorf Generalmajor und stellvertretender Chef des Heerespersonalamtes. In dieser Dienststelle liefen die Verleihungsvorschläge beispielsweise für das Ritterkreuz ein und wurden bearbeitet. Burgdorf war quasi eine der letzten Instanzen. Daher tragen einige Urkunden seine Unterschrift.

An dieser Stelle wäre es durchaus mal interessant, mal die Überlegung anzustellen, wie denn der Weg hin zu einer Verleihung des Eisernen Kreuzes an eine Frau aussah. Es war ja nicht der Regelfall. Wer konnte sie einreichen ? Und wer mußte dafür alles zustimmen ? Da die Urkunde die Unterschrift von Burgdorf trägt, könnte man die Vermutung aufkommen lassen, daß der komplette Dienstweg nach oben genutzt wurde und auch hier erst in letzter Instanz darüber entschieden wurde.

Liegt Dir die Urkunde etwas vor ? Oder zumindest eine Abbildung ?

Den Artikel über die Goebbels-Rede am 9. Juli 1943 suche ich mal raus und stelle ich ein.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 04.08.10 (08:54)
Hie der gewünschte Artikel zur Goebbels-Rede in Heidelberg am 9. Juli 1943. Dieser hier stammt aus dem "Oberschlesischen Wanderer" vom 10. Juli 1943:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z97a.JPG)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z97b.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 04.08.10 (09:08)
In der gleichen Ausgabe findet sich noch dies:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z98.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 04.08.10 (22:32)
Hallo IM,

vielen Dank für die Ausführungen zu Wilhelm Burgdorf.
Dass über die Ordensverleihung an eine Frau im April 1943 nur eine der
"letzten Instanzen" entscheiden konnte, entspricht auch meinen Informationen.
Wenn ich Zeit finde, stelle ich mal den zeitlichen Ablauf der Verleihung aus meinen Unterlagen zusammen.

Den nicht bestehenden Zusammenhang mit Roßmann und Afrika muss ich für mich noch einmal in
Ruhe klären.
Den Scan der Verleihungsurkunde stelle ich ein, sobald mein Scanner und ich wieder miteinander
in Harmonie sind...

Wo hast Du nur so schnell die Zeitungsartikel über die Goebbels-Rede hergenommen?
Der 2. Artikel ist gut zu lesen und sehr informativ;
das Lesen des ersten Artikels hat mich 3 Anläufe gekostet,
aber abgesehen davon, dass es sich um eine Werbung Goebbels um die "anständigen" Intellektuellen
handelt, habe ich nichts entnehmen können.

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.08.10 (09:30)
Na dann bin ich echt mal gespannt, was Du uns noch alles für Infos mitteilen kannst.

Einen Zusammenhang zwischen Roßmann und Afrika gibt es definitiv nicht, so auch nicht zwischen ihm und Ilse Schulz. Sie werden auf der Veranstaltung in Heidelberg nebeneinander gesessen haben, mehr wohl auch nicht.

Die ganze Veranstaltung stand ja in keinster Weise in Zusammenhang mit Nordafrika. Die drei Ordensträger waren schmückendes Beiwerk.

Das mit den Zeitungsartikeln wird inzwischen zu einer Spezialität unseres Forums. Wir haben für jeden Kriegstag mindestens eine komplette Tageszeitung.

Eine solche Quelle ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Du schreibst ja selbst, es ist manchmal schwer zu lesen. Für die Verfolgung des Kriegsverlaufes sind die Zeitungen nicht zu gebrauchen, und ein Teil der Artikel, so auch der über die Veranstaltung in Heidelberg, sind natürlich mit allerlei Progaganda versehen und dem damaligen Ton, der das Lesen aus heutiger Sicht etwas schwierig macht.

Aber was Ordensverleihungen betrifft, da ist diese Quelle sehr zuverlässig. Alle anderen Artikel in diesem Beitrag über EK-Verleihungen an Frauen stammen ebenfalls aus dieser Quelle.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 09.08.10 (23:17)
Hallo IM,

eigentlich wollte ich den scan der Urkunde einstellen, irgendwie ist mir das aber nicht möglich.

Daher bleibt es erstmal bei der Zusammenstellung meiner Infos über den Ablauf der Verleihung:

Am Sonntag, 04.10.42, besichtigte General Stumme das Feldlazarett 200 in Marsa Matruh
und war erstaunt zu hören, dass die Schwestern teilweise schon 18 Monate in Nordafrika
arbeiteten. Nach Führung durch das Lazarett und intensiven Gesprächen besonders
mit dem Leiter der chirurgischen Abteilung Prof. Dr. Gissel regte er an,
dass der Chefarzt (zu der Zeit ein Dermatologe) die Schwestern für Auszeichnungen
vorschlagen sollte.
Offenbar bestanden damals Spannungen zwischen den Abteilungen. Das Verhältnis zwischen
Chefarzt und Schwestern war nicht besonders gut und er versuchte sich der Anordnung
zu widersetzen, indem er sich bemühte die Schwestern abzuschieben.
In diese Auseinandersetzungen wurde wahrscheinlich auch die Armeeoberin einbezogen.
Am 23.10.42 war der chirurgische Chef mit seinen 4 Schwestern beim OQ eingeladen,
am 25.10.42 trafen nachmittags die ersten Verwundeten der zweiten El Alamein-Schlacht ein und
abends wurde bekannt, dass General Stumme am Herzinfarkt verstorben sei.
Am 26.10.42 besuchte der neue Generalarzt das Feldlazarett 200, das an diesem
Tag 120 Schwerverwundete zu versorgen hatte. Bis zum Rückzug am 06.11.42 mussten
jeden Tag mehrere Hundert Verwundete vom Feldlazarett 200 versorgt werden.

Das Thema wurde wieder aufgegriffen, als Prof. Dr. Heinrich Gissel am 09.12.42 das EKI
vom Generalarzt persönlich erhielt. Die Aussichten erschienen zu diesem Zeitpunkt wohl gering.
Wie Ilse Schulz damals schrieb, gäbe es eine Verleihung an die Schwestern anscheinend
erst, wenn sie zu Krüppeln geworden seien.

Nach einem Autounfall und einer Erkrankung an Malaria ging der Chefarzt des
Feldlazaretts 200 zum Jahresanfang 1943 in Urlaub. Dr. Friedrich Osswald übernahm
im März 1943 erneut das Feldlazarett 200. Er war zu Begin des Feldzugs in Nordafrika 
der erste Chefarzt des Feldlazaretts und schied bereits 1941 krankheitshalber aus.


Soweit meine Informationen hierzu
Gruß Christa










Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 10.08.10 (08:51)
Vielen Dank für die wirklich hochinteressanten Infos !

Wie so oft, hing scheinbar auch hier die eigene Auszeichnung immer zuerst vom direkten Vorgesetzten ab. Wenn der dagegen war, sah es schlecht aus, ...

In unserem Forum kann man keine Bilder direkt ins Forum hochladen, sondern muß sie woanders ablegen und dann verlinken.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.08.10 (09:16)
Ich habe gerade einen weiteren Zeitungsartikel gefunden. Es betrifft die Verleihung an Hanny Weber und Geolinde Münch. Der Artikel stammt aus dem Oberschlesischen Wanderer vom 18. Juli 1944 und ist datiert mit "Berlin, 17. Juli".

(http://imoebi2.bplaced.net/Z100.JPG)

Über die Verleihung an Weber und Münch hatten wir bis jetzt noch keinen Zeitungsartikel. Bisher hatte ich beide mit der Angabe geführt:

Zitat
Wann genau die Verleihung erfolgt ist, ist derzeit unbekannt. Sie liegt auf alle Fälle vor der an Ilse Daub, die als 27. Frau das EK II verliehen bekommen hat. Vorläufig angesiedelt im Jahr 1943.

Das müßte nun komplett geändert werden.

Ich hatte die Verleihung bisher im Jahr 1943 angesiedelt, hatte dafür aber keinen wirklich festen Anhaltspunkt.

Nun haben wir den Zeitungsartikel, datiert mit "Berlin, 17. Juli 1944". Daher würde ich sagen, die Verleihung an Hanny Weber und Geolinde Münch erfolgte nicht vor der an Ilse Daub, sondern nach dieser Verleihung.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.08.10 (09:39)
Somit verschiebt sich unsere zeitliche Aufstellung der Verleihungen. Hier mal die aktuelle Liste mit allen Ergänzungen / Änderungen seit der letzten Auflistung:

Flugkapitän Hanna Reitsch
geboren am 29. März 1912 in Hirschberg / Schlesien
verstorben am 24. August 1979 in Frankfurt am Main

EK II am 28. März 1941 (1. Verleihung im WK II)
EK I am 5. November 1942 (1. Verleihung im WK II)

Die Auszeichnungen erfolgten als Anerkennung unter anderem für ihre zahlreiche Testflüge und ihre Verdienste als Flugzeugführerin

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Elfriede Wnuk

EK II am 19. September 1942 (2. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes im rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront, bei dem sie ein Bein verlor.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Silber, Ostmedaille


DRK-Schwester Marga Droste
geboren am 9. April 1915

EK II im September 1942 (3. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines britischen Luftangriffes auf Wilhelmshaven, bei dem sie verwundete deutsche Soldaten aus einem Marinelazarett unter Einsatz des eigenen Lebens rettete. Dabei erlitt sie selbst Verwundungen.


Flugkapitän Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg
geboren am 9. Januar 1903 in Krotoschin / Posen
gefallen am 8. April 1945 im Raum Straubing

EK II am 22. Januar 1943 (4. Verleihung im WK II)

Die Verleihung erfolgte als Anerkennung für ihre Verdienste als Testpilotin.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten


DRK-Schwester Magda Darchinger
geboren am 20. Juni 1912 in Oberbayern

EK II im Frühjahr 1943 (5. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt)

Die Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in der Kalmückensteppe, bei dem sie selbst schwer verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Ilse Schulz
geboren am 12. November 1913 in Geestemünde
verstorben am 16. Oktober 1991 in Hamburg

EK II am 10. April 1943 (6. Verleihung im WK II) als DRK-Schwester im Feldlazarett 200 in Tunesien

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Grete Fock
geboren am 9. November 1897 in Schleswig-Holstein

EK II am 10. April 1943 (7. Verleihung im WK II) als DRK-Schwester im Feldlazarett 200 in Tunesien

Die Verleihung erfolgte aufgrund wiederholten tapferen Verhaltens während ihres zweijährigen Einsatzes auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, ganz besonders während eines britischen Fliegerangriffes auf ein Lazarett in Marsa Matruk.


DRK-Schwester Liselotte Hensel
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Schwester Hensel diente im Mutterhaus Bremen.


DRK-Generalhauptführerin Holzmann
EK II im Sommer / Spätsommer 1943

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während der Bombenangriffe auf Hamburg im August 1943. Holzmann diente als Bereitschaftsdienstleiterin der Landesstelle X des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg. Während der Luftangriffe auf Hamburg rettete sie vielen Menschen das Leben, indem sie diese in ihrem Kraftwagen den Krankenhäusern Hamburgs zuführte, oftmals unter Feindeinwirkung.


DRK-Schwesternhelferin Ilse Daub
geboren am 13. Januar 1917

EK II im Sommer 1944 (27. Verleihung im WK II, genaues Datum derzeit noch unbekannt, Bekanntgabe Ende Juni 1944)

Verleihung erfolgte infolge ihres tapferen Verhaltens während eines sowjetischen Panzerangriffes auf einen Lazarettzug, bei dem sie selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
u.a. Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, Verwundetenabzeichen


DRK-Schwester Hanny Weber
EK II Mitte Juli 1944 (Die Verleihung wird in einer Pressemeldung vom 17. Juli 1944 bekannt gegeben.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferen Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika im Jahr 1942. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Hanny Weber gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Geolinde Münch
EK II Mitte Juli 1944 (Die Verleihung wird in einer Pressemeldung vom 17. Juli 1944 bekannt gegeben.

Die Verleihung erfolgte für ihren tapferen Einsatz in vorderster Linie der El-Alamein-Stellung in Nordafrika im Jahr 1942. Bei einem britischen Bombenangriff zeichnete sie sich bei der Versorgung von Verwundeten besonders aus. Generalfeldmarschall Kesselring schlug sie selbst zur Verleihung vor. Geolinde Münch gehörte der Schwesternschaft München an.


DRK-Schwester Elfriede Gunia
geboren am 25. August 1912 in Gelsenkirchen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944.


Germanisch freiwillige norwegische OKS-Schwester Anne Gunhild Moxnes
geboren am 9. November 1914 in Narvik / Norwegen

EK II am 2. August 1944

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz während eines Bombenangriffes auf Reval am 9. März 1944. Sie war die erste Ausländerin, die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.


DRK-Schwester Else Großmann
geboren in Linz

EK I ungefähr im Dezember 1944 / Jahreswechsel 1944/45

Die Verleihung soll erfolgt sein für ihren Einsatz bei der Bergung von Verwundeten an der Westfront. Sie soll daraufhin auch ein Telegramm Hitlers bekommen haben. Die Angabe stützt sich jedoch lediglich auf einen Bericht in der Soldaten-Zeitung „Polar-Kurier“ vom 4. Januar 1945 und ist daher umstritten.


Ärztin Dr. Maria-Ursula Potrz
geboren am 12. Juni 1917

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Ruth Raabe
geboren am 20. Mai 1923 in Klettendorf bei Breslau

EK II am 3. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz um die Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie innerhalb der SS-Kampfgruppe „Neusigl“ im Vorfeld von Breslau.


DRK-Schwester Greta Grafenkamp
EK II am 17. Februar 1945

Die Verleihung erfolgte aufgrund ihres tapferen Einsatzes in der Festung Breslau.


Ottilie Stephan
16jähriges Mädchen aus Luttenbach

EK II im Februar 1945 (genaues Datum unbekannt, Zeitungsartikel über ihre Verdienste vom 20. / 21. Januar 1945, die Verleihung des EK II wird in einem Zeitungsartikel vom 23. Februar 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in vorderster Linie während des Kampfes um Luttenbach. Sie betätigte sich als Krankenträger und rette unter Beschuß zahlreiche verwundete deutsche Soldaten.


DRK-Schwester Ursula Kögel
geboren am 1. Juli 1926 in Breslau

EK II am 1. März 1945

Die Verleihung für ihren Einsatz in der Festung Breslau für ihre Versorgung von Verwundeten in vorderster Linie.


Nachrichtenhelferin Erna Hirsekorn
EK II im Februar / Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einer Wochenschau vom 5. März 1945 verkündet)

Gemeinsam mit einigen Hitlerjungen rettete sie einen bereits verlassenen deutschen Ort und brachte ihn wieder in Besitz.


Leni Stalinek
Volksdeutsche aus Alsen bei Bielitz

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wurde in Pressemeldungen vom 5. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolge für ihren freiwilligen Einsatz bei der Fronttruppe. Sie nahm im Rahmen eines Infanteriebataillons an den Grabenkämpfen teil und überbrachte einen wichtigen Befehl, nachdem vor ihr drei Melder mit dem gleichen Auftrag gefallen waren. In einer Kampfkrise riß sie die Männer mit.


Hildegard Wollny
Stabshelferin aus Hindenburg

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wurde in Pressemeldungen vom 5. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolge für ihren freiwilligen Einsatz bei der Fronttruppe. Hildegard Wollny nahm bei den Abwehrkämpfen um Gleiwitz als Melderin teil. Trotz des feindlichen Feuers hielt sie aus, schleppte Panzerfäuste und Munition in die Kampflinie und beteiligte sich bei Durchsuchung verdächtiger Gehöfte.



Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


Wehrmachtshelferin Hildegard Bellgardt
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.


DRK-Schwesternhelferin Liselotte Schlotterbeck
geboren am 25. Januar 1913 in Metz / Elsaß-Lothringen

EK II am 9. März 1945

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz in der Festung Breslau auf dem Truppenverbandsplatz des 10. Bataillons im Regiment „Beßlein“.


Dänische DRK-Helferin Lillian Soerensen
19 Jahre alt, geboren in Dänemark

EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 16. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau, wo sie in vorderster Linie deutsche Verwundete versorgte und dabei selbst verwundet wurde.

weitere Auszeichnungen:
Verwundetenabzeichen in Schwarz.


DRK-Schwester Elfriede Muth
EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 18. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz als Operationsschwester auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Trotz eigener Verwundung durch Granatsplitter verließ sie ihren Posten nicht und arbeitete weiter.


DRK-Schwesternhelferin Rohna von Ceuern

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und sporntn durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.


DRK-Schwesternhelferin Anna Wohlschütz

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und sporntn durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.



Hedwig Köttel
30jährige Hausfrau aus Greifenhagen

EK II im März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Tat wird in einem Zeitungsartikel vom 24. / 25. März 1945 berichtet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz als Teil einer Flak-Geschützbedienung am Stadtrand von Greifenhagen, die unter Führung von Unteroffizier Herbert Junge zahlreiche sowjetische Panzer vernichten konnte. Junge erhielt für diesen Einsatz das Ritterkreuz.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.08.10 (09:48)
Die Verleihung an Ilse Daub wird immer mit dem Zusatz versehen, daß es die 27. Verleihung des EK II an eine Frau im Zweiten Weltkrieg war. Da wir nun die Verleihungen an Hanny Weber und Geolinde Münch nach der an Ilse Daub ansiedeln, wird auch die Lücke in der Auflistung wieder etwas größer.

1. Verleihung (Hanna Reitsch)
2. Verleihung (Elfriede Wnuk)
3. Verleihung (Marga Droste)
4. Verleihung (Melitta Klara Schenk Gräfin von Stauffenberg)
5. Verleihung (Magda Darchinger)
6. Verleihung (Ilse Schulz)
7. Verleihung (Grete Fock)

...
(Liselotte Hensel)
(DRK-Generalhauptführerin Holzmann)
...

27. Verleihung (Ilse Daub)

Wenn die Angabe stimmt, dann müssen allein vor Ilse Daub 26 Frauen mit dem EK II ausgezeichnet worden sein. Uns bekannt sind für diesen Zeitraum nunmehr 9 Namen. Es würden somit allein aus diesem Zeitraum 17 Namen fehlen.


Nach Jahreszahlen gliedern sich die uns bis jetzt namentlich bekannten 31 Verleihungen nunmehr wie folgt:

Verleihungen 1941: 1      
Verleihungen 1942: 2
Verleihungen 1943: 6
Verleihungen 1944: 6
Verleihungen 1945: 16
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 14.08.10 (23:17)
Hallo Im,

nach mehreren Versuchen, nun die Kopie der Urkunde:

(http://imoebi2.bplaced.net/B20.jpg)

Für mich ist bei der Kopie - im Vergleich zum Original - ganz deutlich zu sehen,
dass die "10" vor dem "April" nicht mit gleicher Tinte wie das "Burgdorf"
geschrieben wurde.

Vor einiger Zeit wurde im FdW die Urkunde von Schwester Grete Fock eingestellt.
Leider finde ich dort weder die Kopie der Urkunde wieder, noch den Verfasser,
sonst hätte ich den link eingestellt.
Vielleicht liest der Verfasser dies ja und kann weitere Angaben machen.

(http://imoebi2.bplaced.net/B21.jpg)

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.08.10 (23:34)
Herzlichen Dank für die Urkunde !!

Allerdings verstehe ich nicht ganz, wie Du das mit der Kopie meinst.


Die Urkunden zu Grete Fock sind ebenfalls sehr interessant, bringen sie doch die Infos, daß sie zusätzlich auch noch mit dem KVK II. Klasse ausgezeichnet wurde.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 15.08.10 (00:32)
Hallo IM,

anfänglich hatte ich vermutet, dass das Datum vom Generalmajor selbst am Ort und zum Termin der Verleihung ergänzt worden ist,
was mit meiner Unwissenheit in diesen Dingen zusammen hängt.
Wie Du bereits geschrieben hattest, war der Arbeitsplatz von Burgdorf das Heerespersonalamt und das lag keinesfalls in Tunesien.
Die Tinte für das Datum muss also aus einem anderen Füller stammen.
Wahrscheinlich waren 4 bis 5 Leute mit dem Ausfüllen der Urkunde beschäftigt...

Als Ort der Ordensverleihung ist Tunis durchaus möglich, das Feldlazarett 200 arbeitete aber noch am 07.04.1943 in Sfax.
(Dort erfolgte die Erstversorgung von Oberstleutnant i.G. Claus von Stauffenberg.)

Schwester Ilse Schulz engagierte sich auch sehr für die Interessen der DRK-Schwestern in Afrika,
wie die Kladde ihres Briefes an die Reichskanzlei zeigt.

(http://imoebi2.bplaced.net/B22a.jpg)
(http://imoebi2.bplaced.net/B22b.jpg)

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.08.10 (08:55)
Erneut alles hochinteressant, ...

Wie war eigentlich das Unterstellungsverhältnis für DRK-Schwestern ? Im Lazarett waren sie wohl dem Chefarzt unterstellt ? Und weiter ?

Du hattest ja geschrieben, daß am 4. Oktober 1942 General Stumme das Feldlazarett 200 besuchte und, als er die Geschichte der Schwestern hörte, vorschlug, daß der Chefarzt diese für eine Auszeichnung vorschlagen soll. Der Chefarzt versuchte sich dieser Anweisung zu widersetzen.

Jetzt zeigst Du uns diesen Brief von Ilse Schulz direkt an die Reichskanzlei, datiert vom 12. Oktober 1942. Mein erster Gedanke wäre, daß man dies durchaus als naiv bezeichnen könnte. Was hat die Reichskanzlei mit militärischen Angelegenheiten zu tun, noch dazu mit solch speziellen Anfragen ?

Der zweite Aspekt. Ich würde das auch bezeichnen als „Umgehung des direkten Dienstweges“. Sollte Ilse Schulz so direkt auf sich aufmerksam gemacht haben ? Ohne dies vielleicht zu beabsichtigen ?

Es liegt nahe zu vermuten, daß das Schreiben in der Reichskanzlei nicht einfach zur Seite gelegt, sondern an die richtige Stelle weitergeleitet wurde. Vielleicht kam es so dann zur Verleihung des Eisernen Kreuzes ? Der Fürsprecher General Stumme war zwei Wochen später tot, aber das Schreiben könnte die Verleihung dann ausgelöst haben, sozusagen von oben nach unten.

Das könnte vielleicht auch eine Erklärung für die Urkunde sein. Vielleicht hat Burgdorf sie in einer Art „blanko“ ausgestellt, also ohne auf den Tag festgelegtes Verleihungsdatum. Der genaue Tag könnte später eingetragen worden sein, am Tag der Überreichung der Auszeichnung an Ilse Schulz. Das wäre eine Vermutung.

Normalerweise wurde die Urkunde komplett mit Maschine ausgefüllt, bis auf die Unterschrift natürlich. Es könnte auch sein, daß der genaue Tag schlicht und einfach noch handschriftlich ergänzt wurde.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: cmzander am 16.08.10 (22:23)
Guten Abend IM,

danke für Deine Überlegungen, die mir weiterhelfen.
Auch ich versuche für mich die damaligen Zusammenhänge in Nordafrika
schlüssig zu erklären, habe aber meine Schwierigkeiten damit,
da ich vieles nicht weiß und mir entsprechende Informationen zusammensuche.

Der Dienstweg auf DRK-Ebene für die Lazarettschwestern im Ausland war damals wohl:
Oberschwester, Armeeoberin, Generaloberin in Berlin.

Der Ansprechpartner der Op-Schwester (in diesem Fall Ilse Schulz)
war ihre Oberschwester (in diesem Fall Schwester Grete Fock) und ihr chirurgischer Chef.

Die Oberschwester vertrat die Schwestern gegenüber dem Chefarzt des Lazaretts
und war Ansprechpartner der Armeeoberin.
(Die Armeeoberin beriet die Schwestern und erteilte ihnen Weisungen
nach Absprache mit den Ärzten, insbesondere auch mit dem Armeearzt.
Sie beriet auch den Sanitätsdienst der Wehrmacht,
hatte aber keine disziplinare Gewalt im Wehrmachtsapparat.)

Dieser Dienstweg war offenbar schon ohne Erfolg durchlaufen worden.

Durch die Bekanntschaft mit General Stumme und seinem Generalquartiermeister
(der Name würde mich auch interessieren) kam das Problem auf eine andere Ebene.
Man hat sich wohl auch dort um eine Klärung bemüht,
denn Ilse Schulz erfuhr von der Tochter von General stumme,
die in Marsa Matruh als technische Assistentin tätig war,
dass angeblich eine Urlaubsbeihilfe für die Schwestern geplant sei, die mit
5 Mark pro Urlaubstag jedoch weit unter den Vorstellungen der Schwestern lag.


Am 15.05.1939, auf der Reichstagung der Schwesternschaften des DRK in Stuttgart,
gab der geschäftsführende Präsident des DRK Grawitz bekannt,
die Organisation des DRK unterstehe der NSDAP und seinem Schirmherren Adolf Hitler.
In sofern war es vielleicht nicht völlig unbegründet, sich mit einer
solchen Forderung an die Reichskanzlei zu wenden.

Da über die Afrika-Schwestern auch viel in der Presse berichtet wurde,
war die Wehrmacht sicher auch daran interessiert, die Thematik nicht
öffentlich werden zu lassen. Wahrscheinlich war die Ordensverleihung die günstigste
Möglichkeit für das Heerespersonalamt, dieses Problem zu lösen.

Gruß Christa
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 17.08.10 (10:25)
Deine Ausführungen bringen immer wieder neue Details. So dieses Mal, daß Grete Fock die Oberschwester von Ilse Schulz war, ...  ;D

Georg Stumme war General der Panzertruppe und Führer der deutsch-italienischen Panzerarmee, seit dem 20. September 1942 versah er diesen Posten als Vertretung von Generalfeldmarschall Rommel.

Wer zu diesen Zeitpunkt Oberquartiermeister (so die richtige Bezeichnung) war, ist mir derzeit nicht bekannt.

Inwiefern wurde über die Afrika-Schwestern in der Presse berichtet ? Wie schon erwähnt, ich habe für jeden Kriegstag mindestens eine komplette Tageszeitung vorliegen.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 31.08.10 (17:38)
Unsere Zusammenstellung ist im AHF angekommen:

http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=77&t=27808&start=45#p1492468

Ich werde mich mal durch die dortigen Beiträge lesen, denn gemeinsam kommt man weiter. So hat man beispielsweise unsere Namenskorrektur aufgegriffen. (Maria-Ursula Potrz), dadurch konnte man neue Infos gewinnen.

So hat man beispielsweise einen von ihr verfaßten Lebenslauf eingestellt, wahrscheinlich in Zusammenhang mit ihrer damaligen Arbeit:

Zitat
Potrz, Maria-Ursula
Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in einem großen Landkreis Schleswig-Holsteins.
Doctoral thesis, Universität Kiel, 1955

Ich verlinke den Lebenslauf mal mit zu uns rüber:

(http://imoebi2.bplaced.net/B19a.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/B19b.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.09.10 (17:08)
Aus dem erwähnten AHF-Thread können wir nun auch selbst eine Namensänderung übernehmen, und damit auch weitere Infos zu den beiden betreffenden Personen.

Es betrifft dies:

Zitat
DRK-Schwesternhelferin Rohna von Ceuern

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und spornten durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.

Der richtige Name ist Baronesse Rhona von Ceumern-Lindenstjerna.

Zu ihr hat man dadurch einen Eintrag in der Datenbank von www.volksbund.de gefunden.

Baronesse Rhona von Ceumern-Lindenstjerna wurde am 22. September 1908 in Orgishof / Lettland geboren.

Sie kam am 29. März 1945 in der Festung Küstrin ums Leben.


Die zweite Korrektur betrifft die zweite, gleichzeitig erfolgte Verleihung an:

Zitat
DRK-Schwesternhelferin Anna Wohlschütz

EK II im März 1945, genaues Datum unbekannt (Die Verleihung wird in einem Pressebericht vom 22. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren freiwilligen Einsatz auf einem Hauptverbandsplatz in der Festung Küstrin. Tag und Nacht war sie trotz heftigen Artilleriebeschuß auf ihrem Posten und half unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffes auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, war sie mit als erste zur Stelle, barg trotz der weiter ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreite die Verschütteten und spornten durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an.

Die richtige Schreibweise ist Anna Wolschütz.


Im AHF findet sich abschließend dazu noch der Abdruck der damaligen Pressemeldung:

Zitat
DNB _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _Führerhauptquartier, 22. März 1945

Ergänzend zum Wehrmachtsbericht wird gemeldet:

Zwei Rote-Kreuz-Helferinnen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

DNB, Berlin, 22.März 1945. - Die beiden deutschen Rote-Kreuz-Helferinnen Schwester
Rhona von Ceumern und Schwester Anna Wolschütz hatten sich freiwillig zur Tätigkeit
auf einem Hauptverbandplatz der Festung Küstrin gemeldet. Tag und Nacht waren sie
trotz heftigen Artilleriebeschussses auf ihrem Posten und halfen unermüdlich den
Schwerverwundeten.

Als während eines Bombenangriffs auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet
wurde, waren die beiden Helferinnen als erste zur Stelle, bargen trotz der ringsum
einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreiten die Verschütteten und feuerten
durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an. Ihrem Mut war
es zu danken, daß die Verschütteten gerettet werden konnten.

Die beiden Schwestern, die freiwillig weiter in der hart umkämpften Festung verblieben,
wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. (2712/KhB)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 02.09.10 (17:04)
Dieses Bild soll laut einer Vermutung im AHF Elfriede Gunia und Anne Gunhild Moxnes zeigen. Dem würde ich jedoch so erst einmal nicht zustimmen. Im Buch von Klietmann ist ein Bild der beiden enthalten, was mich hier etwas zweifeln läßt.

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=148947)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 02.09.10 (17:10)
Hier ist das erwähnte Bild:

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=106918)

Links Gunia, rechts Moxnes.

Entgegen der Bildunterschrift im Klietmann ist hier die Rede von "drei norwegischen Krankenschwestern". Elfriede Gunia stammt als Gelsenkirchen.

Lassen wir dies mal außen vor. Wie lauten andere Meinungen, wenn man beide Bilder vergleicht ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 16.09.10 (10:04)
Hallo alle miteinander und Guten Morgen!

Es freut mich, daß meine Detailverbesserungen an den Lebensläufen einiger EKII-Trägerinnen hier so interessiert aufgenommen wurden. 

Da IM zur Diskussion aufgerufen hat, will ich meine Theorie bzgl. der oberen Gruppenaufnahme mal erklären. Auch mir war die untere Gruppenaufnahme aus dem Klietmann bereits bekannt. Was mich dann in Zweifel versetzte, waren folgende Einzelportraits von Anne-Gunhild Moxnes 

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=216174)
(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=222983)

Wir sehen folgende Charakteristika:

- dunkle, nach hinten gekämmte Haare
- Uniform der norwegischen Frontsösters mit großen blanken Metallknöpfen an den Brusttaschen und an der Knopfleiste
- Ärmelband 'Wiking' als Andenken an ihre Zeit bei der 5. SS-Panzerdivision 'Wiking'

Wenn wir nun das Bild aus dem Klietmann nehmen, tragen die Frauen rechts und links offensichtlich eine Uniform der Frontsösters. Die Frau in der Mitte hingegen hat eine normale DRK-Uniform. (Es gab auch Norwegerinnen, die mit normaler DRK-Bekleidung ausgerüstet waren.  Daher kann man auf die Nationalität der Frau in der Mitte, zumindest bei dieser Bildqualität, keine Schlüsse ziehen.)

Die Frau links hat dunkle, nach hinten gekämmte Haare. Ein Ärmelband am linken Unterarm ist ebenfalls tlw. erkennbar. An der Knopfleiste trägt sie ein Ordensband, wobei der Mittelstreifen deutlich heller ist als die Außenstreifen. Das entspricht der Abfolge beim Band des EKII: schwarz - weiß - rot - weiß - schwarz.

Die Frontsöster auf der rechten Seite hingegen hat blonde Locken und die Farbenfolge bei ihrem Ordensband scheint zu sein: rot - weiß - schwarz- weiß - rot. Das würde dann heißen, die Frau ist Trägerin des Kriegsverdienstkreuzes. Da es ja überhaupt nur eine norwegische EKII-Trägerin bekannt ist und diese bereits auf der linken Bildseite steht, muß es logischerweise auch ein anderes Abzeichen sein. (Ich hoffe niemand will jetzt ernsthaft die Frage diskutieren, wie Elfriede Gunia als Deutsche in eine Uniform für Norwegerinnen geraten sein könnte. Sogar die norweg. Ärmelflagge ist ansatzweise erkennbar am rechten Bildrand.) Zudem trägt die Frau rechts lediglich des Band zum Orden, d.h. die Verleihung ist schon mindestens einen Tag vorbei. Auch dies paßt nicht zur gleichzeitigen Verleihung an Gunia und Moxnes.   

Klietmann hat die Sache offensichtlich unter dem Klischee angegangen, daß alle Norwegerinnen blond sein müssen. Folglich mußte die Frau auf der rechten Seite A.-G. Moxnes sein. Daß die Farbenfolge des Ordensbandes nicht stimmte und die als 'E. Gunia' identifizierte Person auf der Linken eine norwegische Uniform trug, scheint ihn nicht gestört zu haben. Aber Klietmann war halt auch nur Generalist, der über zig Themen geschrieben hat. Vieles scheint da von der Qualität seiner jew. Zuträger abgehangen zu haben. 

Nun noch kurz zur oberen Gruppenaufnahme. Die Frau rechts ist auf Grund der schon genannten Charakteristika offensichtlich wieder A.-G. Moxnes. Daneben haben wir dann in der Bildmitte eine weitere Schwester mit DRK-Uniform und Band zum EKII. Nun ist das EKII unter Frauen eine sehr seltene Auszeichnung und ein zufälliges Aufeinandertreffen zweier weiblicher EK-Trägerinnen dementsprechend unwahrscheinlich. So etwas kann eigentlich nur vorgekommen sein, wenn die beiden in einer Einheit zusammen Dienst taten. Da sowohl Gunia wie Moxnes ihre Auszeichnung für die Rettung von Verletzten aus dem Lazarett Reval im März 1944 erhielten, darf man so eine gemeinsame Einheit wohl annehmen. Das ganze ist natürlich kein absoluter Beweis, daß Frau Gunia in der Mitte steht, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr hoch.   
 

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 16.09.10 (20:24)
Hallo Torsten,

schön, daß Du Dich hier zu Wort meldest. Ich hatte schon den Gedanken, Dich via AHF zu kontaktieren, aber hatte dann nicht mehr daran gedacht, ...

Es ist erstaunlich, welche Infos in Summe hier zusammengekommen sind, seitdem ich diesen Beitrag gestartet habe. Ein jeder trägt ein kleines Teilchen zusammen, und gegenseitig kann man sich helfen und ergänzen. Eine wirklich feine Sache.

Vielen Dank auch für die Bilder von Anne-Gunhild Moxnes.

Deine Ausführungen sind sehr ausführlich, und man könnte dem zustimmen. Wer nun wirklich auf den beiden Bildern zu sehen ist, ich kann dazu leider nichts sagen. Wenn ein Bild mit Namen auftaucht, dann muß man natürlich in erster Linie davon ausgehen, der Autor weiß wie es dazu kam.

Was die Angaben im Klietmann betrifft, da wurde hier im Forum schon an einem anderen Beispiel gezeigt, wie zuverlässig, oder besser gesagt unzuverlässig sie sein können. Auch die dort zu findenden Angaben über die EK-Verleihungen an Frauen konnten wir gemeinsam ja Stück für Stück ergänzen und zum Teil auch korrigieren.

Was die Anzahl der EK-Verleihungen an Frauen betrifft, so würde ich rein persönlich davon ausgehen, daß deren Zahl die 100 vielleicht überschritten haben könnte. Das bedeutet natürlich weiterhin eine verschwindend kleine Zahl, aber sie dürfte vielleicht höher liegen, als bisher vermutet. Leider wird der Großteil von ihnen wohl unbekannt bleiben.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 03.03.11 (17:48)
Hallo,

hab mal wieder etwas interessantes gefunden, diesmal zu Eva Halm.

Sie wurde bei einem Schauprozess im Januar 1956 in Ost-Berlin (Verfahren gegen Held u.a) wegen angeblicher Spionage zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Die damaligen Prozessunterlagen enthalten auch einen Lebenslauf von ihr. Eva Halm starb am 12.09.1956 im Gefängniskrankenhaus in Leipzig-Kleinmeusdorf.  

Ein noch lebender Richter des Verfahrens, Prof. Dr. Hans Reinwarth, wurde nach der Wiedervereingung wegen Rechtsbeugung u.a. in dem o.g. Verfahren vor Gericht gestellt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt (Landgericht Berlin, Urteil vom 17.06.1994, Az.: (528) 29/2 Js 283/92 Ks (1/94)). Das Urteil wurde später durch Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht bestätigt.    

Umfangreiche Auszüge aus den erwähnten Urteilen kann man nachlesen bei  

Marxen, Klaus; Werle, Gerhard (Hrsg.)
Strafjustiz und DDR-Unrecht. Dokumentation
Band 5, Teil 1: Rechtsbeugung
(bearbeitet von Gerhard Werle, Klaus Marxen, Boris Burghardt, Ute Hohoff, Petra Schäfter)
Verlag W. de Gruyter; Berlin; 2007; S.351 - 489

Ich hab' mal das wichtigste bzgl. Eva Halm rauskopiert (s.u.).
Seite XXX ist die Seitenangabe im Buch von Marxen u. Werle.
{XXX} ist die Seitenangabe im jeweiligen Urteilstext, hier also LG Berlin, Az.: (528) 29/2 Js 283/92 Ks (1/94))  

Seite 408
Zitat
[......]
Das aufgrund der Hauptverhandlung ergangene Urteil des Obersten Gerichts lautete
wie folgt: {249}

         Oberstes Gericht
               der
   Deutschen Demokratischen Republik
        1. Strafsenat
        1 Zst (1) 1/36

       Im Namen des Volkes!
    In der Strafsache gegen

1.   den Konstrukteur Max Held,
        geboren 1913 in Z.,
        wohnhaft: Berlin-Adlershof;

2.   den Elektriker Werner Rudert,
        geboren 1922 in G.,
        wohnhaft: Erfurt;

3.   die Stenotypistin Eva Halm,
        geboren 1922 in B.,
        wohnhaft: Potsdam;

4.   den Hollerith-Spezialisten Joachim Sachße,
        geboren 1928 in C.,
        wohnhaft: Karl-Marx-Stadt;

wegen Verbrechen gegen Artikel 6 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik

hat das Oberste Gericht der Deutschen Demokratischen Republik durch den 1. Strafsenat in der
Sitzung von 24.-27. Januar 1956 in Berlin, an der teilgenommen haben:
Vizepräsident Ziegler,
als Vorsitzender

Oberrichter Dr. Löwenthal,
Richter Reinwarth
als beisitzende Richter

Generalstaatsanwalt Dr. Melsheimer
und Staatsanwalt Bauch
Sekretär K.
als Protokollführer
für Recht erkannt: {250}

Wegen Verbrechen gegen Artikel 6 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik
werden verurteilt:

Seite 409
Zitat
der Angeklagte Held
zum Tode,

der Angeklagte Rudert,
zum Tode,
 
die Angeklagte Halm
zu lebenslangen Zuchthaus,

und der Angeklagte Sachße
zu 8 - acht - Jahren Zuchthaus.

Die Angeklagten dürfen gemäss Artikel 6 Absatz 3 der Verfassung der Deutschen Demokratischen
Republik weder im öffentlichen Dienst noch in leitenden Stellen im wirtschaftlichen und
kulturellen Leben tätig sein. Sie verlieren das Recht, zu wählen und gewählt zu werden.
Dem Angeklagten Sachse [sic!] wird die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Die  
Angeklagten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.
[......]

Seite 411
Zitat
[......]
3. Die 35jährige Angeklagte Halm stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Im Jahre 1938
erwarb sie auf der Mittelschule in Breslau die mittlere Reife. Danach war sie als Reichsbahngehilfin
und später als Stenokontoristin tätig. Während dieser Zeit bestand sie an der Abendschule
in Breslau das Abiturium. Im Juni 1944 wurde sie zum Heereszeugamt als Zivilangestellte verpflichtet
und war dort als Kraftfahrerin eingesetzt. Anfang März 1945 kam sie als Kompanieschreiberin zu
einer Wehrmachtseinheit nach Grüneiche. Für ihre Einsätze bei einem Abtransport von Wehrmachtsakten
aus Brieg wurde sie mit dem EK II ausgezeichnet. Ihre Verbundenheit zum Faschismus brachte sie unter
anderem dadurch zum Ausdruck, dass sie noch einige Tage nach der Besetzung Breslaus bei offenem
Fenster das Deutschlandlied auf dem Klavier spielte.
Im Oktober 1945 wurde sie aus Breslau in die damalige sowjetische Besatzungszone umgesiedelt.
Sie erhielt zunächst Wohnraum in Greiz. Hier ging sie wegen Krankheit keiner Arbeit nach
und bezog Unterstützung. Im September 1946 zog sie zu ihren Eltern nach Lauenburg Krs. 0berbarnim,
auf deren NeubauernsteIle sie arbeitet. In den folgenden Jahren war sie nacheinander
kurze Zeit {255} als Kriminalassistentin bei der Volkspolizei, Abteilung K 5, in Potsdam, als
Stenotypistin im Gewerkschaftsbüro der SAG Linsa in Potsdam-Babelsberg, als Angestellte im
Amt für Reparationen in Berlin, als Stenotypistin im Ministerium für Finanzen der Landesregierung
Brandenburg in Potsdam, als Sekretärin beim Landesausschuss der Nationalen Front in
Potsdam, als 1. Sekretär der VdgB (BGH) im Ortsbezirk Angermünde, als Schülerin der Propagandisten-
Schule der VdgB in Neutschental bei Halle, als Sachbearbeiterin in der Bezirksleitung
des Kulturbundes in Potsdam, als Aushilfe beim Bezirksvorstand des DFD in Potsdam und
zuletzt als Maurerlehrling in der Baufachschule in Berlin-Lichtenberg tätig.
Die Angeklagte trat am 1. Februar 1946 in Greiz der KPD bei und wurde nach der Vereinigung
der beiden Arbeiterparteien Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Im Jahr
1947 besuchte sie die Kreisparteischule und drei Monate lang einen Lehrgang der Landesparteischule
in Schmarwitz.
[......]

VdgB: Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe
DFD: Demokratischer Frauenbund Deutschlands


Seite 418
Zitat
[......]
Die gegen die damaligen Angeklagten Held und Rudert verhängten Todesstrafen
wurden durch Gnadenerweis des Präsidenten der DDR vom 8. Februar 1956 in lebenslangen
langen Zuchthausstrafen umgewandelt. Später wurden die lebenslangen Zuchthausstrafen
fen zunächst in solche von jeweils fünfzehn Jahren verkürzt, die Angeklagte Held wurde
de schließlich am 14. August 1964, der Angeklagte Rudert am 21. August 1964 auf
Bewährung entlassen.

Die Strafe des damaligen Angeklagten Sachße wurde, ohne daß ihm das damals bekannt
gegeben worden ist, durch Gnadenentscheid des Präsidenten der DDR am 30. Oktober 1956
auf drei Jahre herabgesetzt und mit Wirkung vom 8. März zur Bewährung
ausgesetzt. Am 17. Juni 1969 wurde die Reststrafe erlassen.

Die damalige Angeklagte Halm, die am 13. Juni 1955 in Untersuchungshaft genommen war,
verstarb am 12. September 1956 im Haftkrankenhaus Klein-Meusdorf. {270}
[......]

Klingt ein bißchen eigenartig, Eisernes Kreuz für das Abfahren von ein paar Fuhren Akten. Das sie in  Breslau recht großzügig mit den Eks waren, sieht man ja schon aus der Statisik. Aber hier scheint wirklich jemand die Spendierhosen angehabt zu haben, wenn der Sachverhalt denn so stimmt wie geschildert.

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 03.03.11 (18:03)
Hallo Torsten,

recht herzlichen Dank !! Das ist alles sehr interessant.

Eva Halm hatten wir bis jetzt überhaupt nicht mit dabei.


Alles was wir hatten, war diese Angabe:

Zitat
(-nach eigenen Angaben-)

Dienstverpflichtete Eva Halm in Breslau („Neues Deutschland“ vom 26.01.1956, Ost-Berlin)

Quelle: http://www.auszeichnungen-online.de/namensliste_frauen.htm


Durch Deine Ausführungen haben wir jetzt einen neuen Namen in der Liste, mit einem Geburtsjahr, einem (leider sehr frühem) Todesdatum und einem Lebenslauf mit Hinweis auf die Tat.

 :D
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: AK 74 ZF am 04.03.11 (12:08)
Zitat : Klingt ein bißchen eigenartig, Eisernes Kreuz für das Abfahren von ein paar Fuhren Akten. Das sie in  Breslau recht großzügig mit den Eks waren, sieht man ja schon aus der Statisik. Aber hier scheint wirklich jemand die Spendierhosen angehabt zu haben, wenn der Sachverhalt denn so stimmt wie geschildert.

@Heimatschuß ... schon etwas seltsam was Du Dir da als Urteil anmaßt. ...

Die Kämpfe um Breslau waren zum Teil äußerst hart. Und dabei waren auch Transport- und Kurierfahrten, ob nun zum Transport von Verwundeten, Nachschub an Waffen/Munition, Personal oder auch mehr oder weniger wichtiger Akten, zum größten Teil und Feindfeuer sehr gefährliche Tätigkeiten.

Daß 1945 im Endkampf die Verleihung mit diversen Auszeichnungen zum Teil wirklich häufig "Inflationär" erfolgte, läßt sich allerdings nicht immer generell auf den jeweiligen Einzelfall heruntertransformieren. ... Im übrigen war/ist die Verleihung von Auszeichnungen zum Teil häufig sehr subjektiv und wurde auch sehr unterschiedlich gehandhabt. Das EK oder gar Ritterkreuz eines direkt an der Front kämpfenden Infanteristen, Fallschirmjägers, Panzermannes, Panzerjägers usw. ist sicher anders zu werten als dieselbe Auszeichnung bei "Etappensoldaten". ... Dazu gehört sicher auch die von Dir nicht zu Unrecht erwähnte "inflationäre" Verleihung in den Endkämpfen. Aber auch da gab es große Unterschiede. ...  Insbesondere beim Thema "Festung Breslau", wo beim Kampf als "Panzerjagdkommandos" oder im Häuserkampf sich ganze Schulklassen im Pimpfenalter freiwillig selbst "verheizten" und die  BDM-Mädels als Munitionsträgerinnen und Sanitäterinnen fielen ... sollten wir Nachgeborenen hinsichtlich "Spendierhosen" lieber die Klappe halten. >:(

Wobei eben wiederum, und deshalb mein Vorwurf der "Anmaßung", dies im Einzelfall betrachtet werden muß. Und da ist die etwas geringschätzige Äußerung über das ledigliche "Abfahren von Akten", ohne wirkliche Kenntnis der Umstände, in meinen Augen doch ein anmaßendes Urteil, welches unserer Generation (ich verallgemeinere uns mal zur "Nachkriegsgeneration") nicht ansteht.

Da ich noch aktive Teilnehmer der Endkämpfe (u.a. auch aus Breslau) kennengelernt hab ... wäre ich mit gewissen "Wertungen" mehr als vorsichtig. ... Gerade in den Endkämpfen und Absetzbewegungen (ob nun Rückzug, Flucht/Vertreibung) befanden sich Soldaten aller Waffengattungen, Zivilisten, Wehrmachtshelferinnen, Rot-Kreuzschwestern usw. meist im selben "Fleischwolf". Und gerade das Schicksal der Frauen, insbesondere der "Blitzmädels", Wehrmachtshelferinnen, Rot-Kreuzschwestern war in bestimmten Situationen besonders schwer und grausam und wurde in der allgemeinen "Kriegsgeschichte" (u.a. auch der Kriegsgefangenen) ziemlich häufig mit wenigen Worten abgetan.

Was die Auszeichnungen betrifft, so sind die weiblichen Dienstverpflichteten/Freiwilligen, ob nun bei der Heimat-Flak, Wehrmachtshelferinnen in verschiedenen Verwendungen und auch Rot-Kreuzschwestern (zusätzlich durch ihren "Zivilistenstatus"), meiner Meinung nach äußerst unterrepräsentiert.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 04.03.11 (14:23)
Da muß ich mich jetzt mal dazwischen werfen.

Ihr habt beide Recht.

Auch ich hatte kurz innegehalten, als ich gelesen hatte, daß die Verleihung für den Abtransport von Wehrmachtsakten erfolgte.

Da uns keine weiteren Infos zu diesem Vorgang vorliegen, kann man ihn natürlich nicht "bewerten". Es bleibt schon die Frage, was waren es für Akten ? Daß die Fahrt(en) unter Feindkontakt erfolgt sein dürfte(n), dürfte wohl so unklar auch nicht sein.

Aber bitte, nicht gleich jede Aussage überbewerten. In erster Linie handelt es sich hier um einen Klasse-Beitrag mit Infos über eine Person, die bis jetzt noch nirgendwo zu lesen waren. Also bitte, vergrault diesen Mann nicht gleich wieder.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.03.11 (17:18)
Hallo IM,

keine Sorge. Ich bin Westfale und wir sind ja für unsere Dickfelligkeit bekannt. Werde also nicht gleich wieder wegrennen.  

Es lag mir fern, die Verteidiger von Breslau oder sonst wen lächerlich machen zu wollen. Mein Vater stammt aus einem Dorf 50 km SW von Breslau und wäre fast selbst mit dabei gewesen. Er war zwar erst 11, aber weil ziemlich groß gewachsen, wurde er gefragt, ob er nicht freiwillig beim Volkssturm mitmachen wolle. Seine Großmutter (die auf dem Hof "die Hosen anhatte") hat es ihm aber definitv verboten, was er immer etwas bedauert hat.  Der Volkssturm wurde dann später in den sich entwickelnden Breslauer Kessel befohlen. Ein paar von den Männern haben sogar überlebt und wurden von den Russen aus einem Gefangenenlager in Przemysel wieder nach Hause geschickt, weil sie in deren Augen für die Zwangsarbeit in der Sowjetunion einfach zu alt waren.

Die von AK 74 ZF monierte flapsige Ausdrucksweise ist allein dem Mißverhältnis zwischen der Tat (so wie sie in den Prozessunterlagen dargestellt ist) und der Höhe der Auszeichnung geschuldet. Nach allem was ich bisher über die Ordensverleihungen an Frauen gelesen habe, wäre aber auch dann nur ein KVK drin gewesen, wenn der Transport unter Beschuß erfolgt sein sollte. (Vergleiche z.B. die Auszeichnung von Flakwaffenhelferinnen in angegriffenen Stellungen).  

Für das Mißverhältnis kann es viele Gründe geben. Vielleicht ist bei den Transporten wirklich irgendetwas ganz besonderes passiert. Man muß aber auch immer im Auge behalten, daß es hier um ein politisch motiviertes Strafverfahren ging. Die Vernehmungsbeamten und der berüchtigte Staatsanwalt Melsheimer hatten ganz offensichtlich die Absicht, Eva Halm aus allem und jedem einen Strick zu drehen. Man lese nur den Satz, sie habe durch das Spielen des Deutschlandliedes auf dem Klavier ihre Sympathie für den Faschismus deutlich gemacht. Schon technisch eine Unmöglichkeit, da man auf dem Klavier lediglich den 2. Satz des Kaiserquartetts von Haydn spielt. 'Kaiserquartett' klang aber wohl nicht dramatisch genug. Gut möglich, daß so auch aus einem auch bei Frauen nicht ganz seltenen KVK II ein EK II gemacht wurde, um Halm als reaktionäre Militaristin darzustellen.

Ebenso gut kann es ein, daß Halm das EK II tatsächlich erhielt, aber für eine ganz andere Tat. Eine Tat, die sie beim Verhör dann nicht angab, um sich nicht selbst noch stärker zu belasten. Man stelle sich mal vor, sie hätte erzählt, sie sei in Breslau bei der Waffen-SS gewesen, habe so manchen Gegenstoß mitgemacht und dabei habe natürlich auch der eine oder andere Iwan ins Gras gebissen. Mit sowas konnte man bei den Behörden in Ost-Berlin 1956 sicherlich nicht punkten.              
  
Bezüglich der Verhöre Halms durch VoPo/Stasi sei noch eine Bemerkung bei Marxen u. Werle (S.407) erwähnt, wonach Halm bei der Gerichtsverhandlung erhebliche Sprachprobleme hatte, weil ihr mehrere Zähne fehlten. Sprachbehinderung tritt vorwiegend bei Verlust der Schneide- und Eckzähne ein, Backenzähne sind nicht so schlimm.  Wenn einer 35-jährigen Sekretärin die Vorderzähne fehlen, hat das meist etwas mit dem Einwirken von stumpfer Gewalt ins Gesicht zu tun. Man kann sich in einer ruhigen Minute ja mal Gedanken darüber machen, wie diese Verhöre damals evtl. ausgesehen haben.

Insgesamt bewegen wir uns hier aber völlig im Bereich psychologischer und sonstiger Spekulationen.

Festzuhalten ist:

- Es liegt keine Verleihungsurkunde an Eva Halm vor.
 
- Es gibt kein Foto von Eva Halm mit dem EK.

- Es gibt keinen Zeitungsbericht über die Verleihung (5 der 6 anderen Breslauer EK-Trägerinnen wurden gemeldet)

- Eventuelle Zeugen der Verleihung sind anscheinend nicht bekannt.
 
- Bislang beruht alles auf Eigenangaben von Eva Halm im Rahmen eines politischen Schauprozesses.

- So wie in dem Urteil geschildert, hätte die Tat eigentlich kein EK verdient.

Von daher ist diese Verleihung mit Vorsicht zu bewerten. Sofern nicht ein evtl. noch lebender Verwandter von Eva Halm vortritt und die Sache bestätigt, werden wir diese EK-Verleihung und ihre genauen Umstände wohl nie klären können.

Noch eine Bemerkung am Rande: Das Urteil von 1956 gibt an, Eva Halm sei 1922 geboren. Im gleichen Urteil vom Jan. 1956 steht aber auch, sie sei 35 Jahre alt gewesen. Da passt etwas nicht zusammen. Ob der Fehler schon im Originalurteil so vorkommt oder bei der Übertragung ins Buch passiert ist, kann ich nicht sagen. Falls jemand auf die Idee kommt, in Standesamtsunterlagen oder Taufbüchern aus Breslau nach Eva Halm zu suchen, sollte er vorher erstmal das Originalurteil bzgl. Geburtsjahr ansehen.

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.03.11 (17:28)
Doppel posting. Bitte löschen
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.03.11 (18:12)
Zitat
- Es gibt keinen Zeitungsbericht über die Verleihung (5 der 6 anderen Breslauer EK-Trägerinnen wurden gemeldet)

Ich persönlich gehe davon aus, daß die Zahl der Frauen mit EK weitaus höher sein kann, als wir heute vielleicht nur erahnen können.

Bleiben wir doch mal bei den Zeitungsberichten. Ich hatte es an anderer Stelle schon mal erwähnt.

Die Verleihung an Ilse Daub wurde in der Presse Ende Juni 1944 bekanntgegeben. Im Klietmann ist zu lesen, daß dies die 27. Verleihung an eine Frau war.

Bliebe zuerst die Frage, welcher Zeitraum ist damit gemeint ? War es die 27. Verleihung an eine Frau insgesamt, also seit Stiftung des EK von 1813 ? Oder ist damit lediglich der Zweite Weltkrieg und damit die Neustiftung von 1939 gemeint ?

Gehen wir doch mal davon aus, daß damit nur der Zweite Weltkrieg und somit die Zeit ab 1939 gemeint ist.

Uns bekannt sind vor Ilse Daub bis jetzt lediglich 9 Frauen. Das heißt, allein da fehlt schon ein großer Teil an Namen. Und wir würden uns erst im Sommer 1944 befinden. Der wirklich große Teil der Verleihungen dürfte eh im Zeitraum des letzten Kriegsjahres liegen.

Daher könnte man durchaus sagen, der größte Teil der Frauen, die mit dem EK II ausgezeichnet wurde, wird vielleicht für immer unbekannt bleiben.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.03.11 (19:21)
Hallo IM,

vielleicht hilft diese Liste aus Weiser u. Arbeiter (1981, S.443) weiter.

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=240273)

Etliche von denen kennen wir ja schon, wenn auch in manchmal etwas besserer Schreibweise.
Aber wer sind:
-  Lieselotte Maaseen (wohl Maaßen)
-  Therese H.
-  Maria Stolle?

Wo im Bundesarchiv existiert diese Liste? Hat man dort evtl. mehr Informationen zu diesen Frauen? Mit Google war einstweilen nichts rauszukriegen.

Quelle:

Marjorie P.K Weiser; Jean S. Arbeiter
Womanlist
Atheneum; New York; 1981

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.03.11 (19:28)
Hm, da stellt sich mir als erstes die Frage, was soll denn das mit der Untergliederung "First-Class-Medal" ?

Damit ist doch nicht etwa das EK I gemeint ?

Bei Hanna Reitsch wären die Angaben ja noch richtig. Aber bei von Stauffenberg und Droste nicht.

Die drei von Dir aufgeführten Namen könnten durchaus noch weitere EK-II-Verleihungen sein. Es wäre zumindest ein erster Hinweis auf weitere konkrete Namen.

Wie schon gesagt, es muß noch sehr viele davon geben.

Tja, Bundesarchiv ist immer so eine Sache, ...
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.03.11 (23:27)
Hallo IM,

mit First Class Medal ist allem Anschein nach tatsächlich das EKI gemeint. Nur gibt es mit Hanna Reitsch halt nur eine erwiesene Trägerin. Gräfin Stauffenberg war zwar fürs EKI eingericht, hat es aber nicht mehr gekriegt. Spricht insgesamt nicht gerade für die Qualität dieser Liste.

Ich hab hier noch einen Bericht über Alice Bendig und ihren Ausbruch aus Elbing, welcher allem Anschein nach auf ihren eigenen Angaben beruht. Auf den Seiten 57 - 59 kommt sie nicht vor. Ich hab die Seiten mal drin gelassen, weil es einen guten Eindruck der chaotischen Lage in Elbing gibt.

Quelle:

Egbert Kieser
Danziger Bucht 1945
5. Aufl.; Bechtle Verlag; Esslingen; 1985


Seite 53 - 54

[Beschreibung des sowjetischen Panzervorstoßes zum Frischen Haff tlw. weggelassen Es handelte sich um eine Panzerkompanie unter Hauptmann Djatschenko.]

Zitat
[.....]
Gegen 16 Uhr standen die sieben Panzer vor Grunau, 8 Kilometer vom Stadtzentrum Elbings entfernt. Sie waren eingekeilt in eine Menge anderer Fahrzeuge - es war der einzige südliche Übergang über die um Elbing gezogenen Panzergräben. Meter um Meter schoben sie sich vor, bis endlich Luft wurde und sie im Marschtempo in die Stadt fahren konnten. Hauptmann Djatschenko wurde übel. Ihm war, als seien seine Nerven um den Magen geknotet. Das ging nicht mit rechten Dingen zu: vor ihm fuhr eine voll besetzte Straßenbahn. Die

Seite 55
Zitat
Geschäfte am Straßenrand waren geöffnet. Überall Fußgänger und Zivilautos. Die kaum abgedunkelte Straßenbeleuchtung war eingeschaltet. War hier Niemandsland, saßen sie in einer Falle, war der Krieg schon gewonnen? Sie fuhren stur weiter in nördlicher Richtung. Sie kamen an einen großen Platz mit einem Gebäude, das aussah wie das Rathaus. Sie fuhren rechts daran vorbei und kamen auf einen noch größeren Platz. Hauptmann Djatschenko sah auf seinen Kompaß. Gegenüber führte eine breite Straße genau nach Norden.

»Wenn das so weitergeht, sind wir bald in Schweden«, sagte der Fahrer von Panzer drei. Im selben Augenblick krachte es mehrmals »Panzer sieben hat es erwischt«, kam eine Meldung von hinten. »Feuer frei«, schrie Hauptmann Djatschenko. Die Panzer ballerten aus sämtlichen Rohren ziellos in die Gegend. Die Straße war wie leergefegt. Mit Vollgas preschten sie los. Jetzt bekamen sie Feuer von allen Seiten. Ehe sie aus der Stadt heraus waren, blieb noch ein Panzer auf der Strecke. Etwa sieben Kilometer nördlich der Stadt erreichten sie eine riesige Fläche, die sich deutlich von der verschneiten Landschaft abhob: das zugefrorene Frische Haff. Die Sowjets bogen von der Straße ab und gingen bei einigen leerstehenden Gebäuden in Stellung. Sie blieben drei Tage stehen, bis ihre Genossen sie aufsammelten.

Die Heeresnachrichtenhelferin Alice Bendig war um diese Zeit im Begriff, ihr Haus zu verlassen und zum Dienst zu gehen. Im Hausflur begegnete ihr ein Wohnungsnachbar. Er hatte gerade Dienstschluß im Finanzamt gehabt und war an den grauen Ungetümen vorbeigerannt. Er war noch ganz außer Atem. »Da haben wir den Salat. Und vor zwei Tagen haben Sie mir noch gesagt, daß überhaupt keine Gefahr besteht!« Alice Bendig ließ den Mann stehen und lief zurück in ihre Wohnung. »Maria, pack ein paar Sachen und nimm die Kinder. Ihr geht zu meiner Mutter nach Vogelsang!« Dort auf der Frischen Nehrung würden sie sicher sein. Maria, die den Bendig-Haushalt führte, seit Frau Bendigs Mann eingezogen war, und die die beiden vier- und sechsjährigen Kinder betreute, war eine ältere, ein wenig einfältige Frau aus der Danziger Niederung. Sie nickte

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Zitat
nur und machte sich an die Arbeit. Alice Bendig lief auf die Straße zurück. Der Spuk schien vorbei zu sein. Sie bahnte sich einen Weg durch die mit hastenden Menschen und Fahrzeugen überfüllten Straßen und erreichte am Alten Markt eine vollbesetzte Straßenbahn, die gerade anfuhr. In ihrer Dienststelle, der Ersatzeinheit der Division »Feldherrnhalle« in der Ungerkaserne, herrschte ein aufgeregter Betrieb. Die Kollegin, die sie hätte ablösen sollen, war wie die anderen Zivilangestellten verschwunden, und am Klappenschrank brannten sämtliche Lichter wie an einem Christbaum. Alice Bendig kam drei Tage und drei Nächte nicht mehr vom Klappenschrank weg. Fieberhaft richtete man sich auf die Verteidigung der Stadt ein. Auf dem Papier waren dafür drei Divisionen vorgesehen. Tatsächlich standen Oberst Schöpffer, dem Kampfkommandanten der Stadt, nur die Ersatzeinheiten der Division »Feldherrnhalle« etwa in Regimentsstärke, ein Volkssturmbataillon, und eine Volkssturmbatterie mit 8,8 cm Geschützen aus den Schichauwerken zur Verfügung. Am Ende waren es jedoch insgesamt etwa 10000 Mann, weil sich verschiedene Regimenter und Kampfeinheiten von außerhalb auf die Stadt zurückgezogen hatten. Sie reichten aus, um den Kern der Stadt, weit innerhalb der Panzergräben, zu verteidigen. In leerstehenden Häusern wurden Panzerabwehrtrupps stationiert und Maschinengewehrnester eingerichtet, während die Artilleriebeobachter auf den Dachböden der Wohnhäuser und Kaserne Stellung bezogen.

An jenem entscheidenden 23. Januar war auch Oberbürgermeister Dr. Leser nicht mehr aus seinem Büro herausgekommen. Kurz nach dem Durchzug der Panzer ordnete die Kreisleitung Räumungsstufe 3 an (alle Zivilisten und nicht zur Verteidigung benötigten Personen hatten über ihre Ortsgruppensammelstellen sofort die Stadt zu verlassen). Dr. Leser sah sich um. Außer ein paar alten Amtsleitern, die sich die Strapazen einer Flucht nicht mehr zutrauten, war das Rathaus längst leer. Über den Friedrich-Wilhelm-Platz zogen Zivilisten scharenweise mit Handwagen, Koffern und Rucksäcken in Richtung Bahnhof und Elbingbrücke. Für die meisten gab es jetzt kein Halten mehr,

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und niemand fragte nach einem Abmeldeschein. Kurz vor Mitternacht rief der Kreisleiter wieder an. »Der Räumungsbefehl ist aufgehoben. Alles hat dazubleiben!« Dr. Leser wandte vorsichtig ein, daß seine Leute schon längst fort seien. »Gauleiter Forster hat mir gesagt, daß er jeden Behördenleiter erschießen läßt, der nicht auf seinem Posten bleibt!« Am 24. Januar gelang es noch, die Krankenhäuser und das Gefängnis nach Danzig zu evakuieren. Aber im Lauf des Tages ging jede Ordnung verloren. Pausenlos strömten Flüchtlinge, zurückgehende Einheiten, Stäbe, versprengte Soldaten von Osten und Süden her und stauten sich an der einzigen über den Elbingfluß nach Westen führenden Brücke. Wahllos weggeworfenes Flüchtlingsgut - Koffer, Kisten, Betten, Schreibmaschinen, Kleinmöbel, Kleidungsstücke - säumte die Straßen. Es war ein Elendszug alter, total erschöpfter Leute, wimmernder Kinder, junger Frauen mit schreienden Säuglingen. Vor der Ungerkaserne hielt eine Offiziersstreife jeden Wehrmacht-Lkw an, holte flüchtende Soldaten herunter und ließ dafür die am Straßenrand wartenden Mütter mit Kindern aufsitzen. Doch nur wenige kamen auf diese Weise noch aus der Stadt. Kälte und Hunger ließen viele Flüchtlinge verzagen. Sie quartierten sich in leerstehenden Häusern und Wohnungen ein, in der Hoffnung, daß alles bald vorüber sein werde.

Am Donnerstag, dem 25. Januar, erschienen zwei Oberfeldwebel der Marine beim Oberbürgermeister. Sie hatten den Auftrag, zwei Torpedobootneubauten der Schichauwerft abzuholen und über Pillau nach Eckernförde zu bringen. »Wir können jede Menge Flüchtlinge mitnehmen«, sagte der eine von ihnen, »aber wir legen in etwa drei Stunden ab.« Die Nachricht sprach sich unter den Elbingern sofort herum. Tausende stürmten zum Elbing-Ufer, um vor der Torpedoboothelling auf den Abtransport zu warten. Zur gleichen Zeit begannen die Russen, sich mit Stalinorgeln auf die Stadt einzuschießen. Einige Geschosse schlugen in die wartende Menge. Mehrere Tote und Verletzte blieben liegen, während der Rest

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schreiend auseinanderlief. Das Werftpersonal machte die Leinen los, aus Angst, die Boote kämen überhaupt nicht mehr weg. Etwa vierhundert Menschen gelang es noch, an Bord zu kommen. Dann schwammen die Schiffe den Elbingfluß hinunter in Richtung Frisches Haff.

Am 26. Januar hatten sich die Russen in breiter Linie im Osten Elbings schon bis an das Frische Haff bei Tolkemit vorgeschoben, womit Ostpreußen nur noch über die Frische Nehrung mit dem Westen verbunden blieb. Im Süden und im Westen standen die Russen zwischen Fichthorst und Zeyer. Die Stadt war von drei Seiten eingeschlossen. Am Drausensee - einem Naturschutzgebiet - war eine russische 17-cm-Batterie in Stellung gegangen und schoß pausenlos in die Stadt. Auch das freigebliebene Stück Weichselniederung im Nordwesten der Stadt lag unter feindlichem Beschuß. Der Flüchtlingszustrom hörte auf.

Mehrere Artillerieeinschläge hatten das Elektrizitätswerk außer Betrieb gesetzt. Mit den elektrischen Pumpen war auch die Wasserversorgung ausgefallen. Die immer zahlreicher werdenden Brände breiteten sich ungehindert aus. Die Feuerwehr hatte sich samt Fahrzeugen abgesetzt: Als einige reichseigene Löschfahrzeuge nach Danzig zurückgebracht werden sollten, hatten sich die Braven mit ihren Löschzügen einfach angeschlossen. Mit Ausnahme des Luftschutzarztes gab es auch in der ganzen Stadt keinen einzigen zivilen Arzt mehr. Und seit der Abfahrt der Torpedoboote war auch die gesamte Kreisleitung verschwunden.

Am 28. Januar ließ der Artilleriebeschuß merklich nach. Die Sowjets mußten ihre Geschütze nach Osten und Westen statt nach Norden richten. Im Osten waren drei Divisionen der deutschen 4. Armee in die Zangenbewegung der Russen gestoßen, um den Rücken der Armee freizukämpfen und über Elbing die Verbindung nach Westen wieder herzustellen. Im Westen war die 7. deutsche Panzerdivision zum Gegenangriff angetreten. Oberbürgermeister Dr. Leser und Oberst Schöpffer fuhren zusammen ans linke Elbingufer, um sich die Befreiung anzusehen. Sie trafen auf eine Vorhut von fünf Panzern. Nach einer kurzen

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Begrüßung der Panzermänner fuhren Schöpffer und Dr. Leser zu einer kurzen Inspektionsfahrt nach Süden weiter. Nach wenigen Kilometern gerieten sie jedoch schon in feindliches Feuer und mußten sich über das Eis des Flusses in den Schutz der Häuser zurückziehen. Die Lage dort war alles andere als rosig. Fast überall hatten die Russen Gelände gewonnen und standen in den Vororten, aus denen sich die Verteidiger Haus um Haus zurückziehen mußten. Vorbei an den Trümmern zerschossener Häuser bahnten sie sich ihren Weg zurück. Im Stadtgarten war noch immer die Volksküche der unermüdlichen NSV-Helfer in Betrieb. Vor der langen Baracke stand eine Schlange Soldaten, verstörter Frauen und Kinder, die sich in allen möglichen Behältern ihre Portion Kartoffelsuppe abholten. Die Kreissparkasse gegenüber dem Rathaus stand in hellen Flammen.

Als Dr. Leser auf den Rathaushof kam, standen dort zwei knallrote Doppeldecker-Busse, aus denen gerade eine Menge Leute, Zivilisten und Uniformierte, ausstiegen. Die Busse kamen aus Danzig und waren im Schutz der Panzer der 7. Panzerdivision an den Russen vorbeigefahren. Irgendein hundertprozentiger Endkämpfer in der Danziger Gauleitung hatte diesen Transport veranlaßt. Unter den Insassen befanden sich Elbings vollzählige Feuerwehr, drei Ärzte, mehrere Krankenschwestern, Polizisten, eine Gruppe Volkssturmmänner mit Panzerfäusten und eine Anzahl Parteileute, die man in Danzig offenbar loswerden wollte.

Wichtigster Mann unter den Ankömmlingen war der zurückgekehrte Direktor der Elbinger Elektrizitätswerke. Er machte sich sofort mit einigen Arbeitern auf den Weg zum E-Werk. Und kurz nach Einbruch der Dunkelheit geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte: in der ganzen Stadt gingen die Lichter an. Die Russen reagierten sofort. Ein Feuerhagel ergoß sich über die Stadt, als sei Elbing eine hellerleuchtete Schießbude. Oberst Schöpffer mußte zwei Kradmelder ins E-Werk schicken, um den Strom wieder abstellen zu lassen.

Nachdem die Sowjets am 30. Januar den auf dem linken Elbingufer gelegenen Stadtteil Grubenhagen ein zweites Mal besetzt

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hatten, war Elbing hermetisch abgeriegelt. Drei Tage lang war die sowjetische 48. Armee in schwerer Bedrängnis gewesen und hatte unter den Angriffen der deutschen 4. Armee etwa 30 Kilometer zurückweichen müssen. Einen Tag lang sah es so aus, als könnten die deutschen Truppen südlich Elbing bis Marienburg vorstoßen und damit den Ring um Ostpreußen aufbrechen. Aber der deutsche Angriff blieb weit vor Elbing stecken, die Sowjets warfen mehrere Korps und fünf Panzerbrigaden in die gefährdete Front und drängten schließlich die deutschen Truppen zurück.

Alice Bendig saß unverdrossen an ihrem Klappenschrank und vermittelte die Gespräche zu den Gefechtsständen. Es waren nur noch wenige Leitungen offen, seit die Russen ihr Artilleriefeuer auf die Innenstadt konzentrierten. Von ihrem Fenster sah sie, wie ein Oberleutnant und ein paar Feldwebel von der Genesungskompanie im Garten zwischen der Kasernenmauer und dem Kasernengebäude ein Massengrab aushoben und dort 25 Gefallene beerdigten. Es war nicht viel mehr als eine Geste, denn überall in den Straßen lagen tote Soldaten und Zivilisten. Alice Bendig war nur noch einmal in ihrem Haus gewesen. Es war geplündert und der Keller war voller fremder Menschen. Sie war froh, daß sie ihre Kinder noch rechtzeitig fortgeschickt hatte.

In den Kellern Elbings lebten zu diesem Zeitpunkt noch etwa 20000 Flüchtlinge und Einheimische. Wer in den tiefen Brauereikellern oder in Bunkern Unterkunft gefunden hatte, war einigermaßen sicher, doch die anderen lebten in ständiger Angst, daß ihnen das Haus über dem Kopf zusammengeschossen wurde und sie sich einen anderen Keller suchen mußten.
[.....]

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Am Morgen des 4. Februar rissen den Oberbürgermeister Artillerieeinschläge am Rathaus aus dem Schlaf. Hastig kleidete er sich an. Seine braune Uniform hatte er schon vor Tagen in den Schrank gehängt und trug jetzt seine Offiziersuniform als Hauptmann der Reserve. Als er in den Keller des alten Gebäudes hinunterkam, saßen da einige Beamte der Stadtverwaltung und die Flüchtlinge; in den Kellern des Neubaues, in denen Kreisleitung, Polizei und die Luftschutzzentrale untergebracht waren, befand sich kein Mensch mehr. Niemand wußte etwas.

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Auf einem der Schreibtische stand das Telefon mit der einzigen noch intakten Verbindung nach Danzig. Zögernd hob er den Telefonhörer ab. Am Danziger Ende meldete sich Kapitän z. S. Hartmann, der ihm in blumiger Umschreibung mitteilte, daß der neuernannte Befehlshaber der Heeresgruppe Weichsel, Heinrich Himmler, bei einer Besprechung in Marienburg ihnen auf einer großen Karte die Stoßrichtung jeder Menge neuer Panzerdivisionen gezeigt habe, und daß sich die Lage stabilisiere. Elbing werde auf jeden Fall als Brücke zwischen Ost- und Westpreußen gehalten. Dr. Leser sagte nur: »Das ist ja sehr schön«, und legte auf.

Daß Elbing verloren war, lag auf der Hand. Die Frage war nur, ob man überhaupt noch aus dem Schlamassel herauskommen würde. Gegen Mittag trat eine Feuerpause ein. Die Russen schickten einen gefangenen deutschen Unteroffizier mit der Aufforderung zur Übergabe in die Stadt. Oberst Schöpffer schrieb »Zur Kenntnis genommen. Schöpffer« auf das Papier und schickte den Mann wieder fort. Die Feuerpause nutzte die Besatzung der Ungerkaserne in der Königsberger Straße zum Rückzug auf das Gymnasium, das etwa 600 Meter vom Ufer des Elbingflusses entfernt liegt. Alice Bendig machte die Fahrt in einem Panzerspähwagen, während die meisten Soldaten ihren Weg zu Fuß suchten. Später zogen auch die Besatzung des Rathauses und der Gefechtsstand des Kampfkommandanten in die Schule um.

Die Nachrichtenverbindung zu den kämpfenden Truppenteilen hielt ein Nachrichtenzug aufrecht, dessen Strippenzieher dauernd unterwegs waren, um die zerschossenen Leitungen zu reparieren. Einen Klappenschrank gab es nicht mehr. Die beherzte Nachrichtenhelferin half dem Regimentsarzt Dr. Kretzschmar, der vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen stehen konnte. Sie legte Verbände an, gab Spritzen, tröstete, drückte Augen zu, wo immer einer starb. Als sie das nicht mehr aushielt, schlich sie sich hinunter zu dem Seiteneingang an der Ziesestraße. Dort hatte früher in den Unterrichtspausen der Pedell gestanden und das große Schultor beobachtet, damit niemand während der

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Pause in die Stadt entwich. Jetzt war da nur Dreck und Rauch: die Russen belegten die Straße mit Artillerie- und MG-Feuer. Auf der Herfahrt hatte Alice Bendig Verwundete auf der Straße liegen sehen. Im Schutz der Hauswand kroch sie hinaus. Sie gelangte zum ersten, nahm ihr Koppel ab und hakte es bei ihm ein. Dann zog sie ihn Zentimeter um Zentimeter in die Schule. Kaum wußte sie ihn in der Obhut der Sanitäter, war sie schon wieder draußen, um den nächsten auf die gleiche Art in Sicherheit zu bringen. Alice Bendig arbeitete verbissen. Sie holte Mann um Mann herein - bis ein sowjetischer Scharfschütze sie entdeckte. Sie warf sich unter einen Treppenaufgang, während dicht über ihr Schuß um Schuß in die Türfüllung krachte. Der beißende Geruch der Explosivgeschosse stieg ihr in die Nase. Mit einem gewaltigen Satz rettete sie sich auf die andere Straßenseite und verschwand im Eingang eines Luftschutzkellers. Der Keller war voller Menschen: alte Leute, Frauen und Kinder hockten apathisch an den Wänden im Kerzenschein. Auf einem Kohlenhaufen lagen mehrere verwundete Soldaten, die um Wasser bettelten. Einer flüsterte ihr zu: »Hau ab und laß uns hier krepieren. Es ist ja sowieso alles vorbei.« Der Gestank war fürchterlich. Alice Bendig machte, daß sie zurückkam. Dabei sah sie, daß der Nordgiebel des Gymnasiums von einem schweren Geschoß weggerissen worden war. Die Oberleitung der Straßenbahn lag auf dem Pflaster. Überall Glassplitter und Gebäudetrümmer, Staubwolken und ohrenbetäubender Lärm.

Die Russen schickten noch mehrmals Parlamentäre, die jedoch jedesmal unverrichteter Dinge wieder umkehren mußten. Einmal war es eine Gruppe von Einwohnern aus der von den Russen besetzten Nordstadt. Unter ihnen war eine Frau, die mehrmals von den Russen vergewaltigt worden war und die man wieder ziehen lassen mußte. Sie hatte sich später doch noch retten können und fuhr im März von Danzig mit einem Schiff nach Westen. Am Vormittag des 9. Februar rief Generaloberst Weiß an und stellte es Oberst Schöpffer frei, nach Nordwesten auszubrechen. Himmler hatte angeordnet, auf dem westlichen Ufer des Elbingflusses

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in der Höhe des großen Schichaulagers einen Brückenkopf zu bilden, durch den Entsatzkräfte in die Stadt geführt werden sollten. Niemand in der Stadt glaubte an diese Möglichkeit. Noch kämpften die Soldaten um jedes Haus, jeden Straßenzug. Aus der Heinrich-von-Plauen-Schule kam ein Hilferuf: die Russen hatten die umliegenden Häuser besetzt und schickten sich an, das Lazarett zu stürmen. Gegen 18 Uhr brach in der Schule eine wilde Schießerei aus. 2400 Verwundete und vier Ärzte mit ihren Sanitätern waren dem Geschoßhagel der angreifenden Russen ausgeliefert. Ihr Schicksal hat sich nie aufgeklärt. Die Verteidiger Elbings hatten keine Wahl mehr, sie mußten die Schwerverwundeten und Tausende hilfloser Zivilisten zurücklassen. Mancher war dieser Belastung nicht gewachsen und erschoß sich - wie der Batteriechef einer Flakstellung in Lärchwalde. Andere drehten durch und liefen einfach den Russen ins Feuer.

Als Oberst Schöpffer um 18 Uhr mit seinem Stab aufbrach, sollten ein Panzer und zwei Panzerspähwagen den Weg an einer von den Russen besetzten großen Volksschule vorbei freischießen. Der Angriff blieb im Feuer der Sowjets liegen. Es gab nur noch den Weg durch Hinterhöfe und Schrebergärten. Einheit um Einheit sickerte durch das unübersichtliche Gelände. Auf allen Seiten verstärkte sich der Gefechtslärm, als sich die deutschen Truppenreste vom Gegner lösten und sich den Weg zum Ufer erkämpften. Der Russe hatte die Absicht der Deutschen noch nicht entdeckt, aber das Feuer war so stark, daß sie immer wieder für längere Zeit in Deckung gehen mußten.

Die Übergangsstelle am Fluß lag im Feuerschein eines brennenden Holzlagers. Nach einigen vergeblichen Versuchen, aus Brettern und Balken ein Floß herzustellen, kam ein Pionierfeldwebel auf den Gedanken, einen weiter unterhalb liegenden Kohlenkahn flottzumachen. Mit beängstigendem Lärm lichteten die Pioniere den Anker. Als Fährseil diente ein zerschossenes Überlandkabel, das Schwimmer ans andere Ufer brachten. Alice Bendig hatte sich ihren Soldaten angeschlossen und war

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Zitat
in den Schrebergärten auf die Gruppe von Oberst Schöpffer gestoßen. Der Schein der Brände ringsum warf gespenstische Schatten. Immer wieder blitzten Einschläge auf, und MG-Geschosse pfiffen ihnen um die Ohren. Die junge Frau war bis an die Zähne bewaffnet - sie würde ihr Leben so teuer wie möglich verkaufen. Schweigend kämpften sich die Soldaten voran. Plötzlich fiel ein Hauptmann neben der Nachrichtenhelferin um. Es war nur ein Streifschuß. Sie brachte ihn wieder zu sich und stützte ihn beim Gehen. Es hatte keinen Sinn, nach einem Arzt zu rufen. Sie hörte nur immer wieder das Schreien der Verwundeten. Außer Feuer war nichts zu sehen. Als sich dann doch ein Arzt einfand, half der im Gehen, so gut er konnte. Es war schon fast Morgen, als Alice Bendig den Fluß überquerte und erleichtert den Fuß ans andere Ufer setzte. Sie war nur wenige hundert Meter gegangen, als eine Granate einem Feldwebel in ihrer Nähe die linke Hand abriß. Sie half den Mann zu verbinden - und setzte ihren Weg fort. Nichts schien mehr Gewicht zu haben. Es war alles gleich dumpf, gleich schrecklich.

Kahnladung um Kahnladung wurde über den stillen Fluß gezogen. Gegen 5 Uhr morgens - etwa 1200 Mann der kämpfenden Truppe und 500 Verwundete waren ans andere Ufer gebracht worden - gab es eine böse Überraschung. Die Spitze der Ausbrechenden war in ein Barackenlager gestoßen, das nicht, wie erwartet, von der 7. Panzerdivision, sondern von Russen gehalten wurde. In einer wilden Schießerei wurden die Sowjets verjagt. Später schoß deutsche Artillerie in den nach Nordwesten rückenden Haufen, weil ihn ein junger Beobachtungsoffizier für angreifende Russen hielt. Es gab wieder Tote und Verwundete.

Erst gegen Mittag war alles vorüber. Unter die letzten Truppen an der Fähre hatte sich auch eine Anzahl Männer, Frauen und Kinder aus Elbings Kellern gemischt - bis ein sowjetisches Pak-Geschütz den Kahn auf Grund schickte. Etwa 4200 Menschen gelang der Weg in die Freiheit. Auf ihrem Weg nach Nordwesten, in Richtung Danzig, hörten sie noch die

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Schüsse des hinter ihnen in Elbing einsetzenden Gemetzels, aber die Schreie der Frauen und Kinder in den Kellern der zerstörten Stadt vernahmen sie nicht mehr. In Danzig trafen sie ein Leben voller Betriebsamkeit an, wie sie es aus Elbing vor dem 23. Januar kannten: die Straßenbahnen fuhren, Leute flanierten auf der Langgasse und kauften ein. Die Kinos spielten denselben Film wie in Elbing: »Opfergang« von Binding - und die Flüchtlinge verstopften die Straßen zum Hafen. Manche Häuser standen schon leer. Fritz Leser beschlich ein banges Gefühl, und er vermied es, in die Keller zu sehen.

In der Leibhusarenkaserne in Danzig-Langfuhr improvisierte man eine kleine Feier zu Ehren von Alice Bendig - sie war mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Zwei Wochen später war sie auf der Fahrt zum Einsatz in Ungarn, wo sie das Ende des Krieges erlebte. Ihre Kinder fand sie erst lange nach Kriegsende wieder.

Viele Grüße
Torsten

  
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.03.11 (08:35)
Und wieder ganz große Klasse !!

Vielen Dank für die ganze Mühe mit dem Abtippen.



Für Alice Bendig haben wir bis jetzt folgenden Eintrag:

Zitat
Wehrmachtshelferin Alice Bendig
EK II Anfang März 1945 (genaues Datum unbekannt, die Verleihung wird in einem Zeitungsartikel vom 8. März 1945 verkündet)

Die Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Elbing. Unter Beschuß versah sie ihren Dienst in einer Fernsprechvermittlung und ermöglichte dadurch dem Festungskommandaten das Führen seiner Kampfverbände.

Hier der Link zum gefundenen Zeitungsartikel:

http://forum.balsi.de/index.php?topic=5833.msg44560#msg44560

Der Dienst in der Fernsprechvermittlung war dann wohl nur ein Teil, der zur Verleihung beitrug. Aus Deinem Bericht kann man noch hinzufügen, daß sie sich in vorderster Linie auch um die Verwundeten kümmerte, um es mal ganz kurz zu sagen.


Der zweite interessante Punkt ist der. Aus dem Zeitungsartikel könnte man eigentlich entnehmen, daß Alice Bendig und Hildegard Bellgardt gemeinsam ihren Dienst versahen. Das scheint so aber nicht gewesen zu sein, da Bellgardt mit keinem Wort erwähnt wird.


Und noch etwas war mir aufgefallen. Als ich das mit der russischen Panzerkompanie unter Hauptmann Djatschenko gelesen hatte, fiel mir ein, daß ich da doch schon mal etwas hatte, was ich damit sofort in Verbindung brachte.

Schaut mal hier:

http://forum.balsi.de/index.php?topic=6184.0

Nur paßt das nicht mit den Angaben aus Deinem Bericht. Da wird ein Oberst Schöpffer als Kampfkommandant von Elbing genannt. So bliebe weiterhin die Frage, wer war denn nun wirklich der Kommandeur in Elbing ? Auf alle Fälle paßt der Bericht über Hauptmann Djatschenko erst einmal zu meinem Zeitungsartikel über General Freytag.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.03.11 (08:44)
Ich habe gerade noch mal nachgeschaut.

Oberst Eberhard Schoepffer wurde am 9. Februar 1945 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, und zwar als Kampfkommandant von Elbing.

Bereits am 14. Juni 1942 war er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet worden. Ebenfalls als Oberst und Kommandeur Infanterieregiment 377.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 06.03.11 (10:06)
Hallo IM,

vielen Dank. Ganz so schlimm war's nicht mit dem Arbeitsaufwand dank Einscannen und Texterkennung.  ;D

Das Fehlen von Hildegard Bellgardt in dem Bericht ist mir auch aufgefallen. Ich habe mir dafür zwei mögliche Erklärungen zusammengereimt:

1) Alice Bendig war vom 23. - 26.01.1945 allein in der Vermittlung (S.56, "3 Tage ohne Pause"). Dann kam Frau Bellgardt dazu und sie arbeiteten wieder im Schichtdienst, hatten also wenig miteinander zu tun.

2) Hildegard Bellgardt hatte am 23.01. die Tagesschicht und ist jene Kollegin, die Alice Bendig schon nicht mehr am Arbeitplatz vorfand, als sie in die Kaserne kam (S.56). Um ihr Ärger zu ersparen, meldete Bendig das aber nicht. Solange die Vermittung funktionierte, hat in der Situation wahrscheinlich niemand nachgesehen. Später hieß es dann nur: "Die Vermittlung hat ja die ganze Zeit prima funktioniert, wie heißen denn die Damen da? Die kriegen jetzt auch einen Orden!". Und da H. Bellgardt ja eigentlich dort sein sollte, kam sie dann mit auf die Liste.

Schwachpunkt de 2. Hypothese ist die Frage, wie die Vermittlung vom 26.01. (Alice Bendig macht Pause) bis 04.02. (Aufgabe der Ungerkaserne) permanent funktioniert haben soll. Irgendjemand muß da ja neben Alice Bendig tätig gewesen sein. Von daher spricht alles für Erklärungsansatz 1. Jedenfalls war Hildegard Bellgardt offensichtlich nicht bei der späteren Verleihung des EK II in Danzig dabei.

Dafür spricht auch ein Eintrag beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (www.volksbund.de):
  
Zitat
Nachname: Bellgardt
Vorname: Hildegard
Geburtsdatum: 11.08.1911
Geburtsort: Preußisch Stargard
Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1945
Todes-/Vermisstenort: Elbing

Nach den uns vorliegenden Informationen ist Hildegard Bellgardt seit 01.01.1945 vermisst.
In dem Gedenkbuch des Friedhofes Bartossen / Bartosze haben wir den Namen und die persönlichen Daten des Obengenannten verzeichnet.

Kurze Anmerkung: In der Nomenklatur des VdK kann 01.01.1945 bedeuten '01. Januar 1945' oder einfach 'Januar 1945' oder auch einfach '1945'.

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 06.03.11 (10:20)
Nicht schlecht, das wäre schon wieder eine neue Info.

Da hätten wir das Geburtsdatum und den Geburtsort für Hildegard Bellgardt und zumindest den Hinweis, daß sie aus Elbing nicht mehr herausgekommen ist. Sie ist somit seit Anfang März 1945 vermißt, so die vielleicht richtige Schreibweise.

Das mit dem 01.01.1945 gibt es auch in anderen Quellen, da immer für die Angabe "genaues Datum nicht bekannt", eigentlich sehr irreführend.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 06.03.11 (10:52)
Hallo,

hatte eben beim Bügeln noch eine Idee. Da Hildegard Belgardt vermißt ist, kommt sie evtl. in den DRK-Suchbüchern vor. Manchmal ist da ja sogar ein Foto dabei.

Ich hab allerdings noch nie mit diesen Suchbüchern gearbeitet. Kennt sich da jemand aus, wie die organisiert sind?

Viele Grüße
Torsten 
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 20.04.11 (18:21)
Ich bin wieder fündig geworden, ...

In der Ausgabe der Schlesischen Tageszeitung vom 13. März 1945 wird über die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Ursula Kögel berichtet. Sie erhielt das EK II am 1. März 1945 für ihren Einsatz in vorderster Linie.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z53.JPG)

schade dass ich das erst jetzt lese
U. Kögel ist meine Mutter

Gruß Klaus
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 20.04.11 (18:34)
Ich bin erstaunt, wie dieser Beitrag im Laufe der Zeit durch die zahlreichen Wortmeldungen gewachsen ist.

Klaus, können Sie vielleicht noch weitere Angaben zu Ursula Kögel machen ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 20.04.11 (20:01)
aber natürlich, was möchten sie denn wissen
(achja, bin jetzt angemeldet)

Gruß Klaus
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 20.04.11 (20:07)
Als Geburtsdatum haben wir bis jetzt den 1. Juli 1926 in Breslau. Ist dies richtig ?

Wie war ihr weiteres Schicksal ? Konnte sie noch aus Breslau heraus kommen ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 20.04.11 (21:13)
stimmt, 1.07.1926 in Breslau geboren
nach der Kapitulation zuerst (bis Herbst 45 ) als Krankenschwester für das DRK weiter gearbeitet dann bis Mitte 1946 in einer polnischen Glaserei gearbeitet und dann ausgewiesen und mit dem Treck über Görlitz nach Bautzen .

Bild kann ich am Wochenende einstellen und wenn es noch Fragen gibt dann immer her.

da wird sie übrigends auch genannt ==> http://www.ww2awards.com/person/35381

einen schönen Abend noch
Gruß Klaus
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 21.04.11 (00:24)
Also blieb ihr das Schicksal der russischen Gefangenschaft erspart ?

Ein Bild wäre natürlich super.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 21.04.11 (22:15)
          (http://img821.imageshack.us/img821/2331/bildpu.jpg)

meine Mama im zarten Alter von 18 Jahren ( K.H.D. Prag 1944)

Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 22.04.11 (13:20)
Ganz herzlichen Dank für das Bild !!

Die Neugier treibt mich auch dazu, mal die Frage zu stellen, was aus ihr geworden ist ? Lebt sie noch ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 22.04.11 (15:05)
gleich vorneweg - sie lebt noch und ihr geht es (dem Alter entsprechend)  ganz gut

nachdem sie noch bis 1946 beim Polen gearbeitet hatte wurde sie mit ihrer gesamten Familie ausgewiesen und es ging mit einem Treck in Richtung Bautzen wo sie heute noch lebt

sie ist bis zu ihrem 65´sten Lebensjahr arbeiten gegangen (die meiste Zeit als Krankenschwester), hat in den 50´er Jahren zwei Kinder bekommen (eins davon bin ich  ;D ) und hat die Vertreibung im Prinzip nie überwinden können

als sie in den 90´er Jahren mal Breslau besucht hat war sie positiv und negativ überrascht
positiv weil ihr Viertel (Mittelfeldweg) fast genauso wie sie es kannte geblieben ist und negativ, weil der Zustand teilweise erbärmlich war

ein schönes Osterfest

Gruß Klaus

Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 12.05.11 (23:33)
stimmt, 1.07.1926 in Breslau geboren

da wird sie übrigends auch genannt ==> http://www.ww2awards.com/person/35381

kann denen einer mal das Geburtsdatum meiner Mutter verraten ...
ich weiss nich wie das geht

danke
Gruß Klaus
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 13.05.11 (00:21)
Klick mal im genannten Link unten auf:

Provide alterations or additional information


Da öffnet sich dann ein Formular, wo man Ergänzungen machen kann.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 02.06.11 (20:25)

erledigt, hat ja doch etwas gedauert ..

http://www.ww2awards.com/person/35381

Gruß Klaus
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: StefaHHn am 18.06.11 (15:28)
Bin über einen Nachruf gestolpert.

Wilhelmine Kafarnik, geb. Spandau, verw. Ebing

*3.7.1915  gest. 13.6.2011

EK im Jahr 1943 (ohne nähere Bezeichnung)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 18.06.11 (17:55)
Sehr interessant, zumindest ein Hinweis auf eine der vielen noch unbekannten Verleihungen.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 09.08.11 (14:32)
Hallo,

mal wieder eine Kleinigkeit. Laut Berndt & von Wedel (1942, S.76) wurde Marga Droste das EKII am 25.11.1942 verliehen. Im genannten Werk wird sie nur als "Schwester Marga" bezeichnet. Das Datum 25.11.1942 würde auch gut zu dem Zeitungsartikel vom 26.11.1942 passen, den wir hier haben http://forum.balsi.de/index.php?topic=5833.msg42072#msg42072

Quelle:

Berndt, Alfred Ingemar; von Wedel, Hasso (Hrsg.)
Deutschland im Kampf.
Ausgaben 77/78 (November 1942)
Verlag Otto Stollberg; Berlin; 1942
Online einsehbar http://reichsarchiv.com/Buecher/01_Bis_1945/B/Berndt-Deutschland-im-Kampf.php

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 09.08.11 (15:11)
Hallo StefanHHn,

können Sie evtl. die Quelle für diese Information angeben?

Bin über einen Nachruf gestolpert.

Wilhelmine Kafarnik, geb. Spandau, verw. Ebing

*3.7.1915  gest. 13.6.2011

EK im Jahr 1943 (ohne nähere Bezeichnung)

Wenn ich nach Wilhelmine Kafarnik google, komme ich auf folgende Seite http://www.friedhof-welt.de/2011/06/wilhelmine-kafarnik/ . Das sieht eher so aus, als sei ihr erster Ehemann 1943 gefallen.

Beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (www.volksbund.de) gibt es folgenden Eintrag:

Zitat
Nachname: Ebing
Vorname: Hans
Dienstgrad: Gefreiter
Geburtsdatum: 10.10.1911
Geburtsort: Essen
Todes-/Vermisstendatum: 11.08.1943
Todes-/Vermisstenort: ostw. Gorno-Wessely

Ebing ist ein nicht gerade häufiger Familienname (nur 95-mal im Telefonbuch), so daß eine Verwechselung nicht sonderlich wahrscheinlich ist.

Das hier dürfte seine Doktorarbeit sein:

Hans-Adolf Ebing
Die deutsche Kurzgeschichte. Wurzeln und Wesen einer neuen literarischen Kunstform.
Münster, Phil. Diss., 1936
Verlag H. Pöppinghaus, Bochum-Langendreer, 1936

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 24.10.11 (11:35)
Hallo,

hier eine Nahaufnahme von Ilse Schulz während der Goebbels-Ansprache in Heidelberg im Juli 1943. Laut dem Begleittext war Frau Schulz damals Studentin an der Uni Heidelberg. Weiß jemand, ob sie einen Abschluß gemacht hat? (Angesichts der Zeitumstände eher unwahrscheinlich.)

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=262663&t=1)

Quelle:
http://www.beeldbankwo2.nl
Bild-Nr.: 3027

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 24.10.11 (13:52)
Ein sehr schönes Bild !!
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 27.11.11 (17:33)
in dem Link auf Seite 1 wird eine belgische Schwester genant. Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um Frau Neuteleers..Wallonin. verlor mindestens drei Söhne im Krieg
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 27.11.11 (17:35)
Gibt es zur ihr mehr Infos ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: naxos am 31.12.11 (21:08)
Mein erster Beitrag hier!


Krankenschwester Lieselotte Maaßen, Genesenden-Lazarett der 16. Pz.Gren.Div. (später 116. P.D.) EK2 verliehen, Russland im Herbst 1943


Lieselotte Bunzel, geborene Maaßen

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/LB1.jpg)

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/File0002-13.jpg)

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/LB3.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: naxos am 31.12.11 (23:03)
Mehr zu Lieselotte

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/File0001-26.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 01.01.12 (09:30)
Willkommen im Forum und vielen Dank für diese famosen Einstieg !!

Dein Beitrag hilft, eine Lücke zu schließen. Wir haben aus einem Zeitungsartikel den Hinweis, daß Ilse Daub die 27. Frau im Zweiten Weltkrieg war, die das EK II erhielt. Uns fehlen zwischen ihr und den uns davor bekannten Namen noch einige. Jetzt kommt in diese Lücke Dank Dir ein Name hinzu. Sehr schön.

Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.01.12 (01:00)
Waaahnsinn!!

Ein tolles Geschenk zum Neuen Jahr. Ganz, ganz herzlichen Dank für diesen Beitrag, Naxos.

Der Name dieser Frau Maaßen/Maahsen tauchte schon einmal in einem meiner früheren Postings (http://forum.balsi.de/index.php?topic=5833.msg54003#msg54003) auf. Aber bei dem völlig dubiosen Charakter der damaligen Quelle, anscheinend einem wilden Kompendium zweier sammelwütiger US-Feministinnen, hatte selbst ich arge Zweifel, ob da irgendwie Substanz dahinter steckt.

Das besagte Buch ist eine Anhäufung irgendwelcher weiblicher Erstleitungen; von den ersten zehn weiblichen Einwanderern nach Amerika über die ersten zehn Urologinnen der USA bis hin halt zu Frauen, die das EK erhalten haben (sollen). Vertrauen in das Werk kann bei so einem anscheinend wahllos kompilatorischen Vorgehen kaum aufkommen, die rein globale Quellenangabe ('Bundesarchiv') tut ein übriges.

So wie es jetzt aussíeht, steckt hinter der damaligen Liste doch etwas mehr. Alle, die an der Suche teilnehmen möchten, sollten einmal Ausschau halten nach Veröffentlichungen über Maria Stolle (November 1944) und Therese H. (Januar 1945). Die Suche muß nicht unbedingt auf Presseerzeugnisse bis Mai 1945 beschränkt sein, es könnte sich auch um Nachkriegsveröffentlichungen handeln.

Vielleicht hat ja auch jemand einen ganz heißen Draht zum Bundesarchiv und kann da mal recherchieren lassen, ob eine solche provisorische Liste von EK-Trägerinnen bereits existiert. Irgendwie muß die Liste von Weiser u. Arbeiter ja damals zusammengestellt worden sein.

Wir fangen jetzt ganz langsam an, unsere Zehen über den engen Rahmen vorzuschieben, den K.-G. Klietmann mit seinem Buch vorgegeben hat. Mit den DRK-Schwestern Soerensen und Maaßen/Maahsen, die Klietmann beide nicht aufführt, beginnt sich der Kreis nun zu weiten.

Zum Abschluß noch eine Bitte an Dich, Naxos, um die Sache wirklich 'rund zu machen'.  Ich wüßte gern die genaue Quellenangabe für die beiden Artikel, die Du oben netterweise eingestellt hast. Also Titel der Publikation (scheint ein Mitteilungsblatt eines Traditionsvereins zu sein), Jahrgang, Seitennummer, evtl. ISSN-Nr. (sofern vorhanden). So wird denn nämlich aus unserem eher privaten 'Nähkästchengeplauder' eine wissenschaftlich nutzbare Quelle  (Kein Scherz! Möglichst präzise Quellenangabe, d.h. Prüfbarkeit, ist eins der Zeichen wissenschaftlichen Arbeitens. Das mußten ja auch einige Repräsentanten des öffentlichen Lebens im letzten Jahr erfahren).

Viele liebe Grüße
und
ganz großes Dankeschön  Smiley
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 05.01.12 (12:43)
Zitat
DRK-Schwester Else Großmann
geboren in Linz

EK I ungefähr im Dezember 1944 / Jahreswechsel 1944/45

Die Verleihung soll erfolgt sein für ihren Einsatz bei der Bergung von Verwundeten an der Westfront. Sie soll daraufhin auch ein Telegramm Hitlers bekommen haben. Die Angabe stützt sich jedoch lediglich auf einen Bericht in der Soldaten-Zeitung „Polar-Kurier“ vom 4. Januar 1945 und ist daher umstritten.

hier mal der erwähnte zeitungsbericht aus dem "polar-kurier"

(http://www.militaria-fundforum.de/attachment.php?s=aa4ebde95abf5fc9c15f8b7e848292d1&attachmentid=1215912&d=1296326719)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 05.01.12 (18:10)
Auch das ist ganz große Klasse !

Leute, so macht es echt Spaß. Im Laufe der Zeit haben hier nun schon recht viele Personen etwas beitragen können. Und alle tragen damit dazu bei, daß zu diesem Thema inzwischen sehr viel zusammengekommen ist.

Den Vermerk "umstritten" können wir bei Else Großmann meiner Meinung nach damit streichen. Auch bei anderen Namen stützen wir uns "nur" auf Zeitungsartikel.

Die Frage bei ihr wäre, ob Sie gleich das EK I erhalten hat, oder vorher für eine andere Tat bereits das EK II, wie es ja der richtige Weg gewesen wäre.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: naxos am 06.01.12 (14:27)
Danke, freut mich einen Beitrag zum Thema machen zu können.

Hier die Quellen:

"Der Windhund" L7341F, 36. Jahrgang, Dezember 1987, Nr.4

"Der Windhund" L7341F, 41. Jahrgang, Dezember 1992, Nr.4

"Warum - Windhunde" Bildband der 116. Panzer-Division, Kurt Wendt, 1976

Gruss aus Kanada, Hardy
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: naxos am 07.01.12 (23:35)

Angela Meyer wurde das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen.

"Als erste Frau erhielt die DRK-Schwester Angela Mayer das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern ..." (Steppe, H.: Krankenpflege im Nationalsozialismus, 119 ff.)

Das Band des KVK ist gut auf dem Portrait zu erkennen.


Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: naxos am 08.01.12 (00:03)
Hier habe ich noch den Artikel aus der offiziellen Divisionsgeschichte (Memminger, Fritz: Die Kriegsgeschichte der Windhund-Division)

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/LB1-1.jpg)

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/LB2.jpg)

(http://i123.photobucket.com/albums/o297/naxos_photos/LB3a.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 08.01.12 (19:50)
Sehr schön, eine ausführlichere Schilderung der Tat und vor allem das genaue Verleihungsdatum.

Vielen Dank dafür !
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 09.01.12 (21:01)
Super!

Vielen Dank an Hardy (naxos) und auch MM für die Beiträge. So macht die Sache richtig Spaß, es geht wieder ein bißchen voran.

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Douglas am 15.04.12 (20:24)
Hallo:
Recht interesant , was sich hier angesammelt hat .
Bin neu hier ... so eine Frage zum tragen des EK2 . Altägliche tragweise mit Damen-Schleife habe ich bei den Bildern hier nicht gesehen ?
Habe eine Damenschleife mit EK2 montiert . Gehört dies möglicherweise einer der 27 genannten Empfänger ?


Gruß , Douglas
Kann Bilder nicht anhängen ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.04.12 (20:55)
Ich bin kein Ordensspezialist. Gab es diese sogenannten Damenschleifen offiziell überhaupt ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 19.04.12 (21:30)
auch wenn es hier um Frauen mit dem EK geht, hab im Netz was zu einer mit dem KVK2 ausgezeichneten Schwester gefunden,
kam beim Auktionshaus Zwack mit weiteren Schriftstücken für 60 € untern Hammer, wenn ich das mal vorher gesehen hätte  >:(

(http://online.auktion-zwack.de/Auktion/71/Images/Voll_Zusatz/780_02.jpg)

(http://online.auktion-zwack.de/Auktion/71/Images/Voll_Zusatz/780_05.jpg)

(http://online.auktion-zwack.de/Auktion/71/Images/Voll_Zusatz/780_06.jpg)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.06.12 (16:34)
Gerade gefunden in der Hamburger Illustrierten, Ausgabe 42 des Jahres 1943 (23. Oktober 1943).

Ob die beiden Frauen allerdings die Bandspange für das EK II oder das KVK II tragen, da will ich mich nicht festlegen müssen.

Was sagt Ihr dazu ?

(http://imoebi2.bplaced.net/Z118.JPG)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Alter.Sammler am 14.06.12 (20:31)
Schönes Foto. Für mich sieht es nach EK-Band aus.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.06.12 (20:35)
Für mich eigentlich auch. Wenn dem so wäre, wären es mindestens zwei weitere Frauen, die genau in unsere zeitliche Lücke passen würden, wo wir ja genau wissen, daß uns da noch einige Verleihungen fehlen.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob bei der Frau rechts oben, Schwester Erika E., auch ein solches EK-Band zu erkennen wäre ?
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 14.06.12 (21:41)
...Wobei ich mir nicht sicher bin, ob bei der Frau rechts oben, Schwester Erika E., auch ein solches EK-Band zu erkennen wäre ?

also ich würde
1. zustimmen, das es sich um EK2-Bandspangen handelt und
2. das kleine helle Eckchen bei E.E. ebenso für eine solche EK2-Spange halten
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 15.06.12 (09:29)
Wieder mal was aus unserem zeitungsarchiv. Königsberger Allgemeiner Anzeiger v, 22.09.1942

(http://s14.directupload.net/images/120615/temp/x3u58r2u.gif) (http://s14.directupload.net/file/d/2922/x3u58r2u_gif.htm)

und vom 23.09.1942

(http://s14.directupload.net/images/120615/temp/7z5efc8p.gif) (http://s14.directupload.net/file/d/2922/7z5efc8p_gif.htm)
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Ulf71 am 03.07.12 (14:14)
Über den Ritterkreuzträger Herbert Junge habe ich selbst leider nicht allzu viel, nur einige biographische Stichpunkte, so beispielsweise daß er mit seinem Geschütz noch am Endkampf um Berlin teilnahm.

Ich habe von ihm jedoch folgendes Bild. Ich nehme an, es zeigt ihn mit seiner Geschützbedienung.

(http://imoebi2.bplaced.net/B1.JPG)

Es handelte sich um die 4./326 (aus Berlin), die zuvor von Schwedt nach Mescherin bzw. Greifenhagen verlegt wurde. 2 Geschütze standen in Mescherin, die anderen 4 in Greifenhagen. Das Geschütz Junge und Richter standen an der südöstlichen Ausfallstraße von Greifenhagen. 12 Panzer schoß das Geschütz Junge ab (er soll dabei u. a. über das Rohr gezielt haben), einen vernichtete er mit der Panzerfaust (aus "Embryonen an Kanonen").


Gruß

Ulf
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 14.12.12 (16:26)
Wir haben ja bereits erwähnt, daß bei allen vier Stiftungen des Eisernen Kreuzes dieses auch an Frauen verliehen wurde, so auch in der ersten Stiftungsperiode anläßlich der Befreiungskriege 1813.

Ein Name war Johanna Stegen. Wir haben sie bereits namentlich genannt. Hier mal ein Artikel aus der Grevesmühlener Zeitung vom 11. Januar 1943:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z120.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 26.12.12 (14:04)
In der Grevesmühlener Zeitung vom 5. Mai 1943 habe ich dies hier gerade gefunden:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z122.JPG)

Zu Ilse Schulz und Grete Fock hatten wir schon einiges. Dieser Artikel bringt uns die Info, daß der Angriff auf das Lazarett Marsa Matruk am 14. September 1942 war.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 26.12.12 (14:46)
In der Grevesmühlener Zeitung vom 5. Mai 1945 habe ich dies hier gerade gefunden:

 ???

du meinst sicher 1942, oder?
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 26.12.12 (14:47)
Ist korrigiert. Richtig ist 1943.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 01.01.13 (16:41)
hier noch mal zur Ergänzung aus Seelower Tageblatt v. 03.01.1943:

(http://www7.pic-upload.de/01.01.13/kyqs4ax7n89y.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 01.03.13 (09:13)
Grad bei ebay gesehen, allerdings 1.WK

(http://i258.photobucket.com/albums/hh254/KahCeh/Forenbilder/SUdjgxvJ3QTt136206583225P5455_zps22b1acc4.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: albertcher am 19.03.13 (21:37)
Nur die Ordensspange ist WK1... das Dienstabzeichen schon von 1934.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 03.04.13 (17:55)
Heute kann in unsere kleine Auflistung mal wieder ein neuer Name eingetragen werden. Die Quelle dafür ist die aktuelle Ausgabe von "Der Freiwillige".

Darin enthalten ist ein Artikel über die flämische DRK-Schwester Lucie Lefever. Sie wurde 1925 in Elverdingen bei Ypern in Flandern geboren und meldete sich im Sommer 1943 zur Ausbildung zur DRK-Schwester.

Die EK-II-Verleihung erfolgte für ihren Einsatz in der Festung Breslau. Lucie Lefever erhielt die Auszeichnung kurz vor Ostern 1945 aus der Hand von SS-Obersturmbannführer Georg Beßlein, dem Kommandeur des SS-Festungs-Grenadierregiments "Beßlein".

Während des Kampfes in Breslau war sie die einzige DRK-Schwester im Hauptverbandplatz in der Frankfurter Straße. Dort waren nur zwei Sanitäter und ein älterer Truppenarzt im unermüdlichen Einsatz in der Versorgung und Behandlung der Verwundeten. Am Ostermontag wurde dieser Hauptverbandplatz durch Bomben zerstört und anschließend verlegt.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Almmichl am 27.11.13 (13:53)
Hallo, habe ein Ek von einer DRK-Schwester, Ruth Klose. Datum: 3.05.42
-
Ist euch hierüber etwas bekannt?
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 27.11.13 (14:40)
Was hat es denn mit dem Datum auf sich ?

Die erste EK-II-Verleihung an eine Frau im Zweiten Weltkrieg ging an Hanna Reitsch. Die zweite Verleihung war dann erst im September 1942. Das allein würde schon mal nicht passen.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Almmichl am 28.11.13 (19:17)
http://www.militaria-fundforum.de/showthread.php?t=442318
-
schaffs irgendwie nicht, dass ich hier ein Bild einfüge, deshalb hier ein Link zu einem anderen Forum, wo wir das Ek an die Frau besprochen haben. Hier gibts auch Bilder
-
Für Infos wär ich dankbar
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 28.11.13 (22:31)
Was denn für Infos ?

Im Link ist doch schon alles gesagt. Die Infos kann Dir die Person liefern, die sich diese Geschichte ausgedacht hat.

Warum müssen die Leute eigentlich gleich immer so übertreiben? Wenn schon ein Fake, dann doch wenigstens irgendwie glaubhaft. Eine Verleihung März oder April 1945 ließe sich nie 100prozentig abstreiten. Solche Geschichten gab es gerade in den letzten Kriegsmonaten zu Dutzenden. Der Großteil der EK-Verleihungen an Frauen wird wohl für immer unbekannt bleiben. Warum setzt man bei so einem Ding also das Datum in den Mai 1942 ? Die frühen Verleihungen, und da sprechen wir von einem Zeitraum bis Ende 1943, sind doch alle bekannt und waren damals ausführlich durch die Presse gegangen. Es gibt also daher keine Infos.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 20.01.15 (19:31)
Huhu,

ich bin wieder da! Und ich hab' euch auch was mitgebracht! :D 

Eine neue Trägerin des Eisernen Kreuzes: Stabshelferin Marieluise Schmitz

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=340930)
Quelle: Vorarlberger Tagblatt vom 09.06.1944; 27. Jahrgang; 134. Folge; S.4
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=btb&datum=19440609&seite=4&zoom=36

Datum der Verleihung ist nicht angegeben, vermutlich Frühjahr bis Frühsommer 1944. In anderen Fällen, z.B. Tod eines Ritterkreuzträgers, lagen bei diesem Blättchen tlw. mehrere Monate zwischen Ereignis und Veröffentlichung. 

Viele Grüße
Torsten
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 21.01.15 (00:01)
Sehr interessant. Vielen Dank !!

Wir haben ja den Presseartikel zur Verleihung an Isle Daub im Sommer 1944. Ihre Verleihung wurde Ende Juni 1944 bekanntgegeben, mit dem Hinweis, daß es bereits die 27. Verleihung des EK II an eine Frau seit Kriegsbeginn war.

Mit Marieluise Schmitz haben wir vor Ilse Daub damit jetzt 12 Namen. Da würden also noch weitere 14 Namen fehlen, die bisher noch unbekannt sind.


Insgesamt haben wir damit jetzt 36 Namen.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 22.01.15 (19:04)
(http://fs2.directupload.net/images/150122/temp/35zp9zn3.gif) (http://www.directupload.net/file/d/3875/35zp9zn3_gif.htm)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 23.01.15 (20:19)
(http://fs2.directupload.net/images/150123/temp/7o23yglv.gif) (http://www.directupload.net/file/d/3876/7o23yglv_gif.htm)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: albertcher am 09.02.15 (20:56)
Hab das gerade im www gefunden... hatten wir auch noch nicht mit Bild, oder?!

So, wenn das mit den Bildern einfügen nun auch so wäre, wie in anderen Foren, dannn würdet Ihr jetzt einen Zeitungsausschnitt mit Ottilie Stephan mit Bild sehen... ???

Grüße

Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.02.15 (22:42)
So, hier der Zeitungsausschnitt mit dem Bild von Ottilie Stephan:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z124.jpg)

Vielen Dank dafür !!


Und hier noch ein Artikel mit Bild zu Anne Gunhild Moxnes:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z125.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 10.02.15 (16:14)
Ich habe noch den Hinweis erhalten, daß in der IMM vor einiger Zeit ein sehr ausführlicher Artikel über Lieselotte Maaßen abgedruckt war, der vor allem auch sehr gut bebildert ist.

In diesem Artikel wird auch ein kleiner Zeitungsartikel zitiert. Daraus geht hervor, daß Lilo Maaßen die insgesamt 11. Frau war, die im Zweiten Weltkrieg des EK II verliehen bekam. Ich habe gerade mal in unserer kleinen Auflistung nachgeschaut. Und da ist zeitlich gesehen Lilo Maaßen wirklich genau auf Platz 11. Das würde ja bedeuten, wenn der Zeitungsartikel stimmt, dann hätten wir bis zur ihr in der Tat alle Namen zusammen.

Weiterhin haben wir ja seit einigen Wochen den Namen Wilhelmine Kafarnik. Diese Verleihung liegt zeitlich vor der an Lilo Maaßen. Dann müßte sie eine Angehörige des DRK gewesen sein, denn so würde es auch passen, daß Maaßen die achte Angehörige des DRK war.

Sehr interessant, ... es ist schön, was da im Laufe der Zeit alles zusammengekommen ist.

Wir wissen jetzt also, daß Lilo Maaßen die 11. Verleihung und Ilse Daub die 27. Verleihung war. Dazwischen haben wir nur noch den Namen Marieluise Schmitz. Somit fehlen uns allein für den Zeitraum Anfang 1944 bis Juni 1944 noch weitere 14 Namen !! Damit wären wir insgesamt schon bei 50 Verleihungen, wobei sich die Anzahl bis Kriegsende hin noch stark erhöht haben dürfte. Somit liege ich mit meiner Vermutung gar nicht so falsch, als ich schon vor Jahren gesagt habe, die wirkliche Verleihungszahl dürfte die 100 überschritten haben.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 11.02.15 (11:04)
Und hier hätten wir schon eine Verleihung, die zwischen Lieselotte Maaßen und Marieluise Schmitz liegen muß.

Auch dieses Bild wurde mir von unserem Mitglied "albertcher" zur Verfügung gestellt. Es war vor einiger Zeit beim Auktionshaus Hermann Histora zu sehen.

Jetzt kann natürlich um den Namen nur gerätselt werden, ...

(http://imoebi2.bplaced.net/Z126.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 11.02.15 (21:28)
Zitat
Jetzt kann natürlich um den Namen nur gerätselt werden, ...

Nöö - ein bissel Phantasie und google...


Elfriede Krille

http://www.invaluable.com/auction-lot/autocgraph-contemporary-history-elfriede-krille.-5187-c-679db69a45


 ;D
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 11.02.15 (22:34)
Besten Dank !
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 15.02.15 (20:44)
Hallo,

da habt ihr ja wieder einige interessante Sachen gefunden. 

Ich kann auch etwas Neues bieten: Else Großmann erhielt ihr EK 1 lautet folgendem Artikel am 05.12.1944.

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=343226&mode=view)
Innviertler Heimatblatt vom 15.12.1944; 7. Jahrgang; Nr. 50; S. 4
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ihb&datum=19441215&seite=4&zoom=34

Eine gekürzte Version des Artikels erschien am gleichen Tag auch in anderen Zeitungen, zum Beispiel in Znaim (Süd-Mähren).
(Znaimer Tagblatt vom 15.12.1944; 47. Jahrgang; Folge 296; S. 3)
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ztb&datum=19441215&seite=3&zoom=34 

Vermeldet wurde die Verleihung anscheinend primär durch Zeitungen in den Gauen Oberdonau und Niederdonau als allenfalls regionales Ereignis. Klietmann, der ja von Berlin aus operierte, war da natürlich in keiner guten Position, um das über historische Zeitungsarchive zu kontrollieren; vom damaligen Zustand der Bibliotheken in Deutschland ganz zu schweigen.

Durch den Artikel wird auch verständlich, wieso Frau Großmann direkt das EK 1 erhielt. Es handelte sich um eine Direktverleihung vor Ort durch den Kommandierenden General des zuständigen Armee-Korps. Dieser beabsichtigte offensichtlich im Sinne einer ganz großen Geste einen seiner eigenen Orden an Schwester Großmann zu verleihen. Dafür ist ein EK 2 nun allerdings denkbar ungeeignet. Da hätte Herr General ja seinen Waffenrock ausziehen, das mehr oder weniger angeschmuddelte Bändchen abpuhlen und dieses dann der Schwester in die Hand drücken müssen. So was geht ja nun gar nicht. Es hätte in jeder Beziehung einfach nur würdelos und peinlich gewirkt. Wenn man sowas mit dem nötigen Stil durchziehen will, muß schon ein EK 1 her. Angesichts der desaströsen Kriegslage in jenen Tagen und da es im übrigen sogar einige Fälle von Direktverleihungen des Ritterkreuzes ohne vorherige EKs gab, wird sich der General wohl keine grauen Haare über diese Sache wachsen lassen haben.       
 
Kann jemand herausfinden, welche Stadt an der Westfront ca. am 05./06.12.1944 aufgegeben wurde? So könnte man evtl. dem verleihendne General näher kommen.

Einen schönen Abend allen,
Torsten
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.02.15 (21:58)
Sehr interessant, vielen Dank !

Es ist schon sensationell, wie sich dieser Beitrag seit Jahresbeginn entwickelt hat.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 21.02.15 (18:55)
Hallo,

da wir gerade so schön zusammen sind, hier die bislang noch fehlenden Lebensdaten von Elfriede Wnuk (später verheiratete Mölk):

* 15.02.1916 in Mingfen (Kreis Ortelsburg, Ostpreußen)
+ 16.08.1999 in Osnabrück 

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=343925)
Quelle: Das Ostpreußenblatt vom 22.09.1999; 50. Jahrgang; Folge 38; S.22
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1999/1999_09_25_38.pdf#search=m%C3%B6lk

Darüber hinaus gibt es einen von Frau Wnuk/Mölk selbst erzählten Bericht über ihr Leben, der in den sechziger Jahren als Serie im 'Ostpreußenblatt' (N.N., 1962a-f) erschien. Die Serie basiert auf einem Buch von Friedrich Forrer über das Rote Kreuz im Zweiten Weltkrieg. Er hat auch das Interview mit Frau Wnuk geführt. Das Buch selbst habe ich noch nicht eingesehen, evtl. sind da noch etwas mehr Details über ihr Leben enthalten. 

Quellen:

Forrer, Friedrich
Sieger ohne Waffen. Das Deutsche Rote Kreuz im Zweiten Weltkrieg.
Sponholtz Verlag; Hannover; 1962

N.N. (1962a)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt vom 22.09.1962; 13. Jahrgang; Folge 38; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_09_22_38.pdf

N.N. (1962b)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt vom 29.09.1962; 13. Jahrgang; Folge 39; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_09_29_39.pdf

N.N. (1962c)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt vom 13.10.1962; 13. Jahrgang; Folge 41; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_10_13_41.pdf

N.N. (1962d)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt vom 20.10.1962; 13. Jahrgang; Folge 42; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_10_20_42.pdf

N.N. (1962e)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt vom 27.10.1962; 13. Jahrgang; Folge 43; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_10_27_43.pdf

N.N. (1962f)
Helfen - Beruf und Berufung
Schwester Elfriede und ihr Königsberger Mutterhaus im Zweiten Weltkrieg
in
Das Ostpreußenblatt of 03.11.1962; 13. Jahrgang; Folge 44; S.4
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1962/1962_11_03_44.pdf


Viele Grüße
Torsten
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 22.02.15 (09:42)
Vielen Dank ! Die Festtage gehen weiter, ...  ;D


Eine bemerkenswerte Geschichte. Ich habe die entsprechenden Zeitungen mal bearbeitet und stelle die Ausschnitte direkt als Bilder ins Forum ein.

Leider sind in den Auszügen keine näheren Schilderungen der Tat enthalten, die zur Verleihung des EK II an Elfriede Wnuk führte. Aber immerhin wissen wir nun, daß der Ort der Tat Orel war.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z132.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z133.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z134.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z135.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z136.jpg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z137.jpg)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: MM am 22.02.15 (19:09)
Die ehemalige Krankenschwester
 
Elm Lalowski, geb. Rodenhorst
* 15.12.19212 Allenstein/Ostpreußen
+ 24.09.2013 Eckernförde

soll auch das EK 2 erhalten haben.
Nähere Informationen liegen mir bisher leider noch nicht vor.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 22.02.15 (19:21)
Woher stammt die Info mit dem EK II ?

Elm Lalowski war mal Gast in einer Talkshow, wie sich via Google finden läßt. Daraus geht hervor, sie war Krankenschwester im Reserve-Lazarett Insterburg / Ostpreußen.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 27.02.15 (16:50)
Unser Mitglied "albertcher" hat mir erneut etwas zugeschickt:

(http://imoebi2.bplaced.net/Z138.jpeg)

(http://imoebi2.bplaced.net/Z139.jpeg)

Das stammt aus der Nachkriegszeit. Damit hätten wir zumindest einen weiteren Namen:

Inge Marschall, eine junge Medizinstudentin, war als Operationsschwester in der belagerten Festung Posen tätig. Eine mögliche EK-II-Verleihung könnte somit im Februar 1945 erfolgt sein.



Damit hätten wir jetzt 39 Namen.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Heimatschuss am 05.04.15 (12:08)
Hallo,

zunächst einmal allen ein herzliches "Frohe Ostern!". Ich war mal wieder fleißig und habe hier die Namen von zwei weiteren Frauen, die das Eiserne Kreuz erhielten:

a) Helene Marx

Sie war Lehrerin und im Herbst 1944 bei der Evakuierung eines Grenzortes in Westdeutschland eingesetzt. Dabei geriet sie in ein heftiges Gefecht zwischen deutschen und alliierten Truppen und rettete drei schwerverwundete Soldaten.

b) Anna Schmidt 

Frau Schmidt war als nächtliche Brandwache in einer Hamburger Fabrik eingesetzt. Bei einem Luftangriff bekämpfte sie die Brandbomben mit solchem Eifer, daß der Betrieb schon kurz danach seine Produktion wieder aufnehmen konnte. 

Ein klares Verleihungsdatum ist in beiden Fällen nicht angegeben; man kann nur davon ausgehen, daß es ca. im September/Oktober 1944 war.

(http://forum.axishistory.com/download/file.php?id=347124&mode=view)
Quelle:

K., U. v.
Vrouwen, die onderscheiden werden.
Storm. Weekblad der Germaansche SS in Nederland vom 03.11.1944; 4. Jaargang; Nr.31; S.3
http://www.delpher.nl/nl/ and dann den Begriff "VROUWEN, die onderscheiden werden" incl. Gänsefüßchen in die Suchmaske eingeben.

Für alle, denen Niederländisch nicht so liegt, gibt's hier auch eine englische Übersetzung:  http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?p=1938512#p1938512

Bei der Lehrerin Helene Marx handelt es sich vermutlich um diese Frau aus Stolberg-Münsterbusch:

(http://bbf.dipf.de/hans/VLK/VLK-0003/vlk-0003-0606.jpg)

Die Gegend um Stolberg wurde bereits Mitte September 1944 von US-Truppen besetzt.
 
Viele Grüße
Torsten
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.02.16 (15:15)
Hier mal eine neuer Zeitungsartikel mit Bild von Magda Darchinger.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z142.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 15.02.16 (15:20)
Und hier noch ein (hoffentlich) neuer Artikel zu Grete Fock und Ilse Schulz mit sehr viel Text.

(http://imoebi2.bplaced.net/Z143.JPG)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Ronny22 am 16.04.17 (22:51)
Hier findet man unter anderem eine Auflistung der Krankenschwestern/ trägerinnen die das EK 1 od. 2 erhielten:

http://hriesop.beepworld.de/militaer.htm (http://hriesop.beepworld.de/militaer.htm)
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 17.04.17 (10:01)
Der Name Ilse Fleck, EK II im April 1944 als DRK-Schwesternhelferin wäre neu für uns.

Damit hätten wir jetzt 40 Namen. Wir wissen, daß das EK II an Ilse Daub im Sommer 1944 die 27. Verleihung war. Allein da würde noch die Hälfte der Namen unbekannt sein.
Titel: Re:Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 08.05.17 (11:23)
Ich bin wieder fündig geworden, ...
In der Ausgabe der Schlesischen Tageszeitung vom 13. März 1945 wird über die Verleihung des EK II an die DRK-Schwester Ursula Kögel berichtet. Sie erhielt das EK II am 1. März 1945 für ihren Einsatz in vorderster Linie.

schade dass ich das erst jetzt lese
U. Kögel ist meine Mutter

Gruß Klaus
leider ist meine Mutter am 18.04.2017 verstorben
da sie sich eine weltliche Trauerrede gewünscht hatte wurde auch die Verleihung des Eisernen Kreuzes mit erwähnt, auf das sie immer stolz war

http://www.sz-trauer.de/traueranzeige/ursel-tschampke/50102808
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Balsi am 09.05.17 (16:32)
Mein Beileid!
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: IM am 09.05.17 (22:40)
Ich übermittele ebenfalls mein Beileid und sage gleichzeitig auch Danke für die Info.
Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: Loerscher am 11.05.17 (21:57)
Mein Beileid Klaus!

Meine eigene Großmutter ist Anfang März gestorben, 94 Jahre, da sind auch von ihr und auch von meinem Großvater und Großonkel noch ein paar Sachen aufgetaucht.

Aber man kann nun nicht mehr nachfragen, wie dies und jenes genau gemeint ist, oder was da genau geschehen ist. So wie es Dir jetzt geht. Schade!

Titel: Re: Frauen mit dem Eisernen Kreuz
Beitrag von: KlausT. am 12.05.17 (11:16)
Vielen Dank, aber das ist nun mal der Lauf der Dinge und es werden immer weniger Zeitzeugen die die damalige Zeit aus eigenem Erleben berichten können.
Die Geschichtsfälscher wird es freuen ...
Komischerweise konnte sich meine Mutter an diese Zeit bis zuletzt sehr genau erinnern aber das ist wohl so bei alten Menschen.
Leider ist das die Generation, die erst durch den Krieg und dann durch die 40 Jahre Sozialismus betrogen wurden.

Gruß Klaus

@Loerscher, mein Beileid